DE1758244C - Vorrichtung zur gleichmäßigen dosierten Zufuhr von Brennstoff und Luft in eine Wirbelschicht - Google Patents
Vorrichtung zur gleichmäßigen dosierten Zufuhr von Brennstoff und Luft in eine WirbelschichtInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur gleichmäßigen
dosierten Zuführung von Brennstoff und Luft in eine Wirbelschicht aus unter dem Wirbelschichtofen
angeordneten Zuleitungen.
Zur Aufheizung feinkörniger, insbesondere nicht
brennbarer Stoffe auf hohe Temperaturen in einem Wirbelbett werden häufig Feuergase von unten durch
den mit öffnungen versehenen Wirbelschichtboden zugeführt. Zu diesem Zweck muß der Wirbelschichtboden
aus hochlegiertem Stahl hergestellt werden. Ferner kann die Verbrennung nicht mit kleinstem
Luftüberschuß und mit vorgewärmter Luft erfolgen, da sonst die Verbrennungstemperaturen zu hoch liegen.
Deshalb müssen im atigemeinen die Verbrennungstemperaturen durch einen entsprechend größeren
Luftüberschuß oder durch Zumischung von kälteren rückgeführten Gasen erniedrigt werden. Der
Aufwand dafür ist vergleichsweise sehr hoch, der thermische Wirkungsgrad relativ niedrig und der
Querschnitt des Wirbelbettofens muß vergrößert werden.
Die Aufheizung des Wirbelbettes kann in der Wirbelschicht selbst durchgeführt werden, falls die
gewünschte Temperatur im Wirbelbett oberhalb des Zündpunktes des eingesetzten Brennstoffs liegt. Aus
dsr USA.-Patentschrift 2 977105 ist ein Verfahren
zum Beheizen einer Wirbelschicht durch eine innerhalb derselben ablaufende Verbrennung bekannt.
Dabei wird durch einen Teil der öffnungen des
Wirbelschicht!'xlens Verbrennungsluft und durch gelrennte Düsen im Wirbelschichtboden oder durch
am Umfang des Wisbelschwhtofens angeordnete Düsen dem Wirbelbett brennstoff zugeführt. Es erweist
sich jedoch als äußerst schwierig, eine vollständige Verbrennung bei geringerem Luftüberschuß
zu erzielen, da eine gute Durchmischung von Verbrennungsluft und Brennstoff nur schwer zu erreichen
ist und Nachverbrennungen oberhalb des Wirbelbettes auftreten können. Im allgemeinen werden deshalb
bei dieser Arbeitsweise ein größerer Luftüberschuß oder ein beträchtlich höheres Wirbelbett
angewendet. Dies bedingt jedoch einen schlechten thermischen Wirkungsgrad, eine geringere spezifische
Leistung und/oder einen höheren Vordruck der Verbrennungsluft und damit größere Investitionskosten
sowie einen erhöhten Strombedarf.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung zu schaffen, die durch gleichmäßige dosierte Zufuhr von Brennstoff bild Luft In die Wirbelschicht
eine vollständige Verbrennung innerhalb derselben ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in den Wirbelschichtboden diesen um
5 bis 20 cm überragende, aus konzentrischen Rohrstutzen bestehende Düsenstock^· eingesetzt sind,
deren äußere Rohrstutzen mit einer Luftkammer und deren innere Rohrstutzen mit einer Brennstoffkammer,
die unter dem Wirbelschichtboden angeordnet sind, verbunden sind, und daß an den Ausblasenden
der Rohrstutzen Düsenkörper mit Ausströmöffnungen befestigt sind.
Das Ausblasende des äußeren Rohrstutzen* wird durch einen mit Klemmsitz, aufgepreßten, aufgesteckten iuler aufgeschweißten Düsenkörper gebildet, der
den Teil des inneren Rohrstutzen* in einem bestimmten Abstund umschließt, der Über ds« Ausblasende
des äußeren Rohrstutzens hinausragt.
Im Ausbildende des inneren RohrMuuunn kann
eine Düse mit senkrechter öffnung eingesetzt sein. Um eine Verstopfung der in dem Ausblasende des
inneren Rohrstutzsns eingesetzten Düse durch feinkörniges
Material aus dem Wirbelbett zu vermeiden, S ist die Düse vorzugsweise mit horizontal oder schräg
abwärts geführten Austrillsöffnungen versehen. Bei einer darartigen Anordnung treffen der Verbrennungsluftstrom
und der Brennstoffstrom i-nnähernd senkrecht beim Austritt aus der jeweiligen Düse
ίο aufeinander, so daß eine intensive Mischung von
Verbrennungsluft und Brennstoff stattfindet.
Die nach oben gerichtete Bewegung des Brennstoff] uftgemisches reißt die feinkörnigen Stoffe aus
dem Wirbelbett mit sich aufwärts, die am Düsenkopf
ι= von allen Seiten angesaugt werden und somit lebhaft
im Wirbelbett umlaufen. Hierdurch wird ein schnelles Ableiten der durch die Verbrennung frei werdenden
Wärme an die umlaufenden feinkörnigen Stoffe erreicht, so daß gefährliche Ubcrtemperaturcn vermie-
ao den werden.
Um bei unterbrochener oder stark gedrosselter Luftzufuhr ein Hineinlaufen des zu behandelnden
körnigen Gutes aus dem Wirbelbett in den Düsenkörper des äußeren Rohrstutzens zu verhindern, ist
as in dem Düsenkörper eine horizontale Sperrplatte in
der Weise angebracht, daß zwischen dieser und der Wand des Düsenkörpers nur ein Ringspalt offenbleibt.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß das Ausblasende des inneren Rohrstutzens
bereits kurz unterhalb des Ausblasendes des äußeren Rohrstutzens endet. Auf diese Weise wird eine intensive
Durchmischung von Brennstoff und Verbrennungsluft bereits vor dem Austritt aus dem Düsen-
körper des äußeren Rohrstutzens erzielt, was sich vorteilhaft auf den gesamten Verbrennungsvorgang
auswirkt. Ein derartig ausgebildeter Düsenstock ist jedoch nur dann anwendbar, w»-»n die Gefahr einer
Verstopfung der Düse durch körniges Gut aus dem
Wirbelbett nicht gegeben ist und damit keine Verbrennungsluft rückwärts in den Brennstoff führenden
Rohrstutzen sowie in die Kamme iür die Zufuhr des
Brennstoffs eindringen und dort ein explosives Gemisch entstehen kann.
Bei Wirbelschichtöfen mit großer Querschnittsfläche hat es sich als zweckmäßig erwiesen, oberhalb
des Wirbelschichtbodens mehrere Kammern für die Zufuhr der Verbrennungsluft und unterhalb des
Wirbelschichtboden» mehrere Kammern für die Zufuhr de» Brennstoffs nebeneinander anzuordnen,
wobei der Wirbelschichtboden in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Kammern durch
Eisenträger versteift und abgestützt wird, damit die tragenden Teile des Wirbelschichtbodens frei von
SS überhitzungen und gefährlichen Wärmespannungen
bleiben. Die über dem Wirbelschichtboden angeordneten Kammern für die Zufuhr der Verbrennungsluft
werden vor Uberlemperaturen in der Weise geschützt, daß die Düsenstöcke 10 bis 30 cm, vorzugv
weise 20 bis 30 cm über die oberen Teile der Kammern
für die Zufuhr der Verbrennungsluft hinausragen. Auf diese Weise ist es möglich, daß sich um
die Rohrstutzen herum körniges Gut aus dem Wirbelbett ablagert, das wie eine würmeisolierende
Schicht zwischen dem glühenden Wirbelbett und den
Oberteilen der Kammern für die Zufuhr der Verbrennungsluft
wirkt. Eine andere Möglichkeit /ur Wärmeisolierung besteht durin, die oberen Kummer-
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(eile mit isolierend wirkenden Dümmschjchlun zu
versehen.
In bestimmten Fällen isi es wünschenswert, die im
Wirbelbett erhitzten Feststoffe durch den Wirbelschichlboden abzuführen. F.rfindungsgemäß wird
dieses Ziel dadurch erreicht, daß an Stelle eines geschlossenen Wirbelschichtbodens ein Rost aus parallel nebeneinander angeordneten Rohren für die
Zufuhr der Verbrennungsluft gebildet wird. In den
Rohren sind konzentrisch oder exzentrisch die Rohre für die Zufuhr des Brennstoffs untergebracht. Die
Düsenstöcke sind in einem Abstand von 0,2 bis O1S m voneinander in die Rohre eingesetzt. Die Rohre für
die Zufuhr des Brennstoffs können auch unterhalb der Rohre für die Zufuhr der Verbrennungsluft angebracht sein.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Verbrennungsluft durch
eine Vielzahl von einzelnen Zuführungen im Wirbelschichtboden in das Wirbelbett cingeblasen wird,
wobei der Verbrennungsluft eine uosierte Menge
Brennstoff, sei es in Form von Gasen oder Dämpfen
oder Flüssigkeiten, beigegeben wird. An dem Ausblasende in das Wirbelbett kommt es /u einer guten
Mischung, so ddß die Verbrennung sehr schnell einsetzt und in kürzester Zeit beendet ist. Hierbei kann
mit geringstem Luftüberschuß und relativ kleiner Wirbelbett höhe von beispielsweise 0,5 bis I m gearbeitet werden. Es ist dann meistens ausreichend,
daß die Verbrennungsluft durch ein Gebläse auf 1000 bis 1500 mm WS, bei schweren Stoffen auch
auf bis 2000 mm WS, verdichtet wird. Da die beiden konzentrischen Rohrstutzen der Düsenstöcke keine
starre Verbindung miteinander haben, sondern in die Wände verschiedener Kammern eingesetzt sind, ist
die erfindungsgemäße Vorrichtung gegen thermische Dehnungsspannungen unempfindlich.
Die Vorrichtung gemäß der Erfindung ist in den Zeichnungen beispielhaft dargestellt und wird im
folgenden näher erläutert:
Fig. I zeigt einen Querschnitt durch einen Wirbelschichtofen 1, dem feinkörnige zu behandelnde
Stoffe durch die Förderschnecke 2 in das Wirbelbett 3 zugeführt und nach der thermischen Behandlung
über den Rohrstutzen 4 abgezogen werden. In den Öffnungen des Wirbelschichtbodens 5 sind die Düsenstöcke 6 eingesetzt, die mit ihrem äußeren Rohrstutzen 7 mit der Kammer 8 für die Zufuhr der Verbrennungsluft und mit ihrem inneren Rohrstutzen 9
mit der Kammer 10 für die Zufuhr des Brennstoffs in Verbindung stehen.
Die F i g. 2 zeigt einen einzelnen Düsenstock, der aus dem äußeren Rohrstutzen 7 und dem inneren
Rohrstutzen 9 besteht. Der an dem äußeren Rohrstutzen? befestigte Düsenkörper 11 besitzt an seinem
Ausblasende eine kalibrierte Düse 12, die eingeschweißt oder eingesetzt ist. Unterhalb des Ausblasendes ist eine Sperrplatte 13 angeordnet, die das Hineinlaufen von feinkörnigen Feststoffen aus dem Wirbelbett bei gestoppter bzw. stark gedrosselter Luft·
zufuhr in den Ringraum zwischen dem äußeren und inneren Rohrstutzen unterbindet. Die Haltecisen 14
der Sperrplatte 13 sind als Wirbelfliigcl ausgebildet
und geben der austretenden Verbrennungsluft einen Drall. Am Au«l>liscndc des inneren Rohrstutzen* 9
im eine kalibrierte Düse IS angebracht, die horizon*
lul oder seh rüg ubwHrts führende Ausströmöffnungen
IA besitzt, um dan Hineinfallen \on Feinkorn beim
Stillstand otler hei geringer Luftzufuhr zu unlerbinden. Die um inneren Rohrstutzen 9 iingebrachlen
Flügel 17 ermöglichen eine zentrale Lagerung des
Rohrstutzens 9,
ρ Die gestrichelt dargestellte Düse 21 wird dann
verwendet, wenn das Ausblasende des inneren Rohrstutzens 9 bereits kurz unterhalb des Ausblasendes
des äußeren Rohrsiulzcns 7 endet. Wie auch in der Fig. I, bezeichnen 5 den Wirhelschichtboden, 8 die
ίο Luftkammer und 10 die Brennstoffkammer.
Die Fig. 3 gibt einen Querschnitt durch einen Wirbelschichtofen 1 wieder, bei dem oberhalb vom
Wirbelschichtofen 5 mehrere Kümmern 8 für die Zufuhr der Verbrennungsluft und unterhalb derselben
lä mehrere Kammern 10 für die Zufuhr ties Brennstoffs in die Düsenstöcke 6 angeordnet sind. Zwischen den einzelnen Kammern für die Zufuhr des
Brennstoffs sind Eisenträger 18 für die Versteifung und Abstützung des WirbcNc^'chincidens angeordnet.
so Aus F i g. 4 ist zu entnehmen, daß die Zuführ der
Verbrennungsluft über die Rohrleitung 19 und die Zufuhr des Brennstoffs über die in der Rohrleitung
exzentrisch angeordneten Rohrleitung 20 /u dem Düsenstock erfolgt. Mit gestrichelten Linien ist an-
3$ gedeutet, daß die Rohrleitung 20 für die Zufuhr des
Brennstoffs auch außerhalb des rohrförmigen Körpers für die Zufuhr der Verbrennungsluft ungeordnet
werden kann.
Bei einer Wirbelbetthöhe von 0,5 mm betragen
die Maximalabstände zwischen den einzelnen Düsenstöcken 0,3 m. Bei einer Wirbelbetthöhe von I m
kann der Abstand bis zu 0.5 m betragen. Somit entfallen im ersten Fall 0,09 cm-, im zweiten Fall
0,25 cm'-' Bettquerschnitt auf jede Zuführung.
Claims (6)
1. Vorrichtung zur gleichmäßigen dosierten Zufuhr von Brennstoff und Luft in eine Wirbelschicht aus unter dem Wirbelschichtofen angeordneten Zuleitungen, dadurch gekennzeichnet, daß in den Wirbclbeltboden (5)
diesen um 5 bis 20 cm überragende, aus konzentrischen Rohrstutzen (7, 9) bestehende Düsenstöcke (6) eingesetzt sind, deren äußere Rohrstutzen (7) mit der Luftkammer (8) und deren
innere Rohrstutzen (9) mit der Brennsloffkammer (10), die unter dem Wirbelschichtboden angeordnet sind, verbunden sind, und daß an den Ausblasenden der Rohrstutzen (7. 9) Düsenkörper
(U, 15) mit den Ausströmöffnungen (12. (6) befestigt sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß der innere Rohrstutzen (9)
den äußeren Rohrstutzen (7) überragt und eine
Düse (35) mit horizontalen oder schräg abwärts gerichteten Austrittsöffnungen trägt, die kurz
oberhalb der Auslrittsöffnungcn (12) im Düsenkörper (11) des äußeren Rohrstutzens (7) münden, und daß im Düscnkörpor (11) eine horizontale Sperrplatte (13) angeordnet ist, die mit der
Wand tier Diiscnkörper (II) einen Ringspult
bildet.
3. Vorftehliing nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Rohrstutzen (7)
den inneren Rohrstutzen (9) überragt iiml dull
im Ausblasende des inneren Rohrstutzen·. (9) tint! Dilst! mil koaxialer Bohrung (21) eingesetzt
ist, die im Dlisenkörper (11) des äußeren Rohrstutzen* unterhalb der Sperrplatte (13) mündet.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Rohrstutzen (7) mit oberhalb des Wirbelschichtbadens
(Sa) nebeneinander ungeordneten Luftkammern (8) und die inneren Rohrstutzen (9) mit unterhalb des Wirbelschichlbodens (S) nebeneinander
angeordneten Brcnnstoffkammern (10) in Verbindung stehen.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen I bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Düscnstöcke (6)
mit den äußeren Rohrstutzen (7) in einen rosturligen Wirbelschichlboden bildende parallele
Rühre (19) für die Zufuhr der Verbrennungsluft
eingeschweißt sind und daß in den Rohren (19) Rohre (20) für die Brennstoffzufuhr konzentrisch
oder exzentrisch angeordnet sind, mit denen die inneren Rohrstutzen (9) der Düsenstöcke (6) in
Verbindung stehen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre (20) für die Brennstoffzufuhr unterhalb der Rohre (19) für die
Luftzufuhr angeordnet sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1758244C true DE1758244C (de) | 1971-12-23 |
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