DE1635702B2 - Verfahren zur Herstellung einer Wirkware - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer WirkwareInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung »5
einer Wirkware, bei dem in eine Faservliesschicht mit querorientierten Fasern aufziehbare Maschenstäbchen
eingewirkt werden.
Mit einem bekannten Verfahren dieser Art wird eine Ware hergestellt, die nicht gerauht wird. Dabei wird die
Auflösung der Maschenstäbchen dadurch verhindert, daß mittels der aus der Ware austretenden Wirknadel
Faserbüschel in die Nadelmaschen hineingezogen werden, die die bei einer Zerstörung des Fadens entstehende Laufmasche blockieren. Für dieses Verfahren sind
besonders ausgebildete Nadeln erforderlich.
Eine Verfestigung der Ware, wie sie für einen anschließenden Rauhprozeß wünschenswert ist, tritt nicht
ein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, bei dem eine ausreichende Maschenfestigkeit und eine Eignung der Ware für einen
nachfolgenden Rauhprozeß erzielt wird.
Diese: Aufgabe wird dadurch gelöst, daß nach der Erfindung die Warenbahn nach dem Wirken über ihre
ganze Breite so stark übernadelt wird, daß eine Verfilzung der Fasern und der die Maschenstäbchen bildenden Fäden eintritt und daß die Bahn danach gerauht
wird. Durch die beim Nadeln eintretende Verfilzung wird sowohl die Ware selbst verfestigt, als auch die so
Auflösbarkeit der Maschenstäbchen verhindert, was insbesondere beim Rauhprozeß wesentlich ist, wenn
durch die Rauhkarde die maschenbildenden Fäden erfaßt werden sollten.
Zweckmäßig wird beim Übernadeln der Warenbahn so verfahren, daß sie auf jeder Seite mit etwa 60 Vernadelungspunkten je Quadretzentimeter versehen wird.
Hierbei ist es vorteilhaft, daß die Warenbahn zunächst auf ihrer einen Seite von oben übernadelt wird, dann
umgewendet und schließlich auf ihrer zweiten Seite ebenfalls von oben übernadeli; wird.
FOr diese den Gegenstand der Unteransprüche bildenden Maßnahmen wird Schutz nur in Zusammenhang mit dem Verfahren nach dem Hauptanspruch beansprucht
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der Zeichnung erläutert In dieser zeigt
perspektivischen Teildarstellung die Schauseite einer nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Wirkware in drei Herstellungsstadien,
F i g. 2 in einer vergrößerten auseinandergezogenen perspektivischen Teildarstellung die Rückseite der
Wirkware nach F i g. 1 in den drei erwähnten Herstellungsstadien und
Fig.3 einen Schnitt durch eine Vorrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Die erfindungsgemäß verarbeitete Warenbahn umfaßt eine einzige, in sich einheitliche und selbsttragende
Faservüesschicht 11 aus Fasern 12, durch welche die endgültigen Abmessungen der Wirkware 10 bestimmt
werden. Die Fasern 12 erstrecken sich allgemein in der Breitenrichtung der Wirkware 10, um der Wirkware 10
in dieser Richtung die gewünschte Festigkeit und Stabilität zu verleihen.
Die Faservliesschicht 11 umfaßt in Abständen verlaufende aus Fransen 15 gebildete Maschenstäbchen, die
in die Faservüesschicht 11 eingewirkt sind. Jede der Fransen 15 besteht aus einem einzigen zusammenbau
genden Faden 16. Die Fransen 15 erstrecken sich allge
mein in der Längsrichtung der Faservüesschicht Ii über deren ganze Länge, und die einzelnen Stiche erstrecken sich von der einen Seite der Faservüesschicht
Ii zur anderen, urn die Fasern 12 zusammenzuhalter! und der Wirkware i0 die gewünschte Festigkeit und
Stabilität Li der Längsrichtung zu verleihen. Die Fran
scr, 15 umfassen Nadelmaschen 20, die auf der einen
Seite der Faservliesschicht 11 liegen, sowie die Nadel· maschen 20 verbindende Fadenabschnitte 21 auf der
anderen Seite der Faservliesschicht 11, die parallel zu
den Nadelmaschen 20 verlaufen. Statt einer Fransen bindung kann auch eine andere Bindungsart z. B. eine
Trikotbindung, vorgesehen seia
Nach dem Einwirken der Faservliessehicht 11 in die
Fransen 15 wird diese von beiden Seiten her in der in F i g. 1 durch die Einstiche 30 angedeuteten Weise ge
nadelt, so daß zahlreiche Punkte entstehen, an denen die Fasern 12 miteinander verwirrt sind, wobei sich diese Fasergewirre von beiden Seiten der Wirkware 10
aus nach innen erstrecken, so daß sich die Fasern 12 der Faservüesschicht 11 aneinander und an den Fransen 15 verankern. Dabei wird eine Verlagerung und
Lockerung der Fransen 15 verhindert so daß die Wirkware 10 eine größere Festigkeit und Stabilität erhält.
Dieser Vernadelungsvorgang wird mit Hilfe einer Nadelmaschine durchgeführt die mit Widerhaken versehene Nadeln umfaßt, mittels deren die Fasern 12 der
Faservüesschicht 11 miteinander verwirrt und an den Fransen 15 verankert werden, so daß die sich normalerweise lockernden Fransen 15 so mit den Fasern 12 der
Faservliessehicht 11 verwirrt und daran verankert werden, daß sich die Fransen 15 nicht mehr lockern können.
Es hat sich gezeigt daß man ein brauchbares Erzeugnis erhält, wenn die Warenbahn so genadelt wird, daß
sie auf jeder Seite der Wirkware 10 mit etwa 60 Vernadelungspunkten je Quadratzentimeter versehen wird.
Die so hergestellte genadelte Wirkware 10 wird dann auf beiden Seiten aufgerauht so daß die Fasern 12
einen Flor 35 bilden. Das Aufrauhen kann in der Weise erfolgen, daß die vorstehenden Faserteile eine ausreichende Höhe und Dichte erhalten, um die Fransen 15
und die Einstiche 30 zu verdecken, so daß das Material das Aussehen einer Decke bekannter Art erhält
Bei den zur Herstellung der Faservliessehicht 11 verwendeten Fasern 12 kann es sich um beliebige künstli-
635
ehe Fasern handeln, z. B. um Viskose-, Acryl-, Polyester-
und Polyamidfasern, oder um natürliche Fasern, z. B. Baumwolle und Wolle, oder um andere Textilfasern
sowie um Gemische aus Fasern der genannten Aricn.
Die Fäden 16, mittels deren die Fransen 15 hergestellt werden, können aus den verschiedeisten natürlichen
oder synthetischen Fasern oder aus Gemischen solcher Fasern bestehen, doch sei bemerkt, daß die
Verwendung von endlosen Fäden, z. B. von' Nylonoder
Polyestergarnen, Vorteile bietet, da sie es ermögliehen,
eine relativ hohe Festigkeit zu erzielen, Fadenbrüche während des Herstellungsvorgangs zu vermeiden
und außerdem der fertigen Wirkware 10 eine hohe Zugfestigkeit zu verleihen.
In F i g. 3 erkennt man eine Einrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach der Erfindung. Die Faservliesschicht
11 wird auf einem Förderband 47 den Wirkwerkzeugen 50 zur Einarbeitung der Fäden IS zugeführt
Die Faservliesschicht 11 wird dann von den Wirkwerkzeugen 50 aus durch ein weiteres Förderband 53
zu einer ersten Übernadelungsvorrichtung 55 gebracht
Jenseits der ersten Übernadelungsvorrichtung 55 wird die einseitig übernadelte Faservliesschicht 11 umgewendet
und dann durch eine zweite Obernadelungsvorrichtung
57 geleitet, die dazu dient, das Material von der anderen Seite her zu übernadeln, so daß auch von
dieser Seite her Einstiche 30 erzeugt werden, die sich in die Faservliesschicht 1! hinein erstreckea
Von der zweiten Übernadelungsvorrichtung 57 aus wird die Wirkware 10 einer Aufwickelvorrichtung 59
zugeführt, von der sie dann einer Aufrauhvorrichtung zugeleitet wird.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung einer Wirkware, bei dem in eine Faservliesschicht mit quer orientierten S
Fasern aufziehbare Maschenstäbchen eingewirkt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die
,.Warenbahn nach dem Wirken Ober ihre ganze Breite so stark übernade!» wird, daß eine Verfilzung der
Fasern und der die Maschenstäbchen bildenden Fäden eintritt und daß die Bahn danach gerauht wird.
2.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Warenbahn beim Übernadeln auf
jeder Seite mit etwa 60 Vernadelungspunkten je Quadratzentimeter versehen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Warenbahn zunächst au! ihrer einen Seite von oben übernidelt, dann umgewendet und schließlich auf ihrer zweiten Seite ebenfalls von oben Obernadelt wird. ao
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