DE1620043C3 - 1 -(p-Nitrophenyl)-4-nitroimidazole, Verfahren zu ihrer Herstellung und diese Verbindungen enthaltende Arzneimittel - Google Patents
1 -(p-Nitrophenyl)-4-nitroimidazole, Verfahren zu ihrer Herstellung und diese Verbindungen enthaltende ArzneimittelInfo
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- C07D233/00—Heterocyclic compounds containing 1,3-diazole or hydrogenated 1,3-diazole rings, not condensed with other rings
- C07D233/54—Heterocyclic compounds containing 1,3-diazole or hydrogenated 1,3-diazole rings, not condensed with other rings having two double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
- C07D233/66—Heterocyclic compounds containing 1,3-diazole or hydrogenated 1,3-diazole rings, not condensed with other rings having two double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached to ring carbon atoms
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- C07D233/92—Nitro radicals attached in position 4 or 5
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Description
in der R die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung hat, mit einem p-Nitrophenylhalogenid umsetzt
3. Arzneimittel, enthaltend eine Verbindung nach Anspruch 1 und übliche Trägerstoffe.
Es wurde gefunden, daß l-(p-Nitrophenyl)-4-nitroimidazole
der allgemeinen Formel I
O7N
(I)
in der R ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe bedeutet, in vitro und in vivo gegen krankheitserregende
Trichomonaden, Amöben und — im Gegensatz zu dem ähnlich gebauten Handelsprodukt l-(2'-Hydroxyäthyl)-2-methyl-5-nitro-imidazoI
(Metronidazol) — auch gegen Trypanosomen wirksam sind. Insbesondere
erstreckt sich die Wirkung auf Trichomonas vaginaiis, Trichomonas fetus, Entamoeba histolytica und Trypanosoma
congolense. Bei oraler Anwendung zeigten die Substanzen im Tierversuch bei Trichomonaden- und
Amöbeninfektionen (durch Trichomonas fetus erzeugte Peritonitis, durch Trichomonas vaginaiis erzeugter
Abszess, Amöbenleberabszess und Darmamöbiasis) eine gute Heilwirkung. Die Versuche erstreckten sich
auf Mäuse, Ratten und Goldhamster.
in der R ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe bedeutet
2. Verfahren zur Herstellung der Verbindungen
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich bekannter Weise ein Metallderivat eines
4(5)-Nitroimidazols der allgemeinen Formel II
Die Verbindungen der allgemeinen Formel I können demzufolge als Pharmazeutika und auch als Zwischenprodukte
zur Herstellung weiterer Pharmazeutika verwendet werden.
Außer Metronidazol sind weitere Nitroimidazolderivate bekannt (vgl. Hof man, Imidazol and Its
Derivatives, Part I [1953], Seiten 130 bis 133 und Seite
345; Arzneimittelforschung 16, Heft 1 [1966], Seiten 23
bis 29). Diese sind jedoch pharmazeutisch weniger interessant als jenes.
Gegenstand der Erfindung sind die Verbindungen der allgemeinen Formel I sowie ein Verfahren zu ihrer
Herstellung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man ein Metallderivat eines 4(5)-Nitroimidazols der allgemeinen
Formel II
O2N-^-N
I
H
H
in der R die obige Bedeutung hat, in an sich bekannter
2'i Weise mit einem p-Nitrophenylhalogenid umsetzt
Als p-Nitrophenylhalogenide werden vorzugsweise
die Fluor- und Chlorverbindungen verwendet.
Als Metallderivate der Verbindungen der allgemeinen Formel II sind in erster Linie die Alkalimetallderivate
zu nennen, insbesondere die Natrium-, Kalium- und Lithiumderivate. Ferner sind die Grignard-Derivate
(Formel II, MgCl, MgBr oder MgJ statt H) gut geeignet.
Die verfahrensgemäße Umsetzung wird in der Regel
vorgenommen, indem man zunächst aus dem 4(5)-Ni-
j5 troimidazol das entsprechende Metallderivat herstellt.
Das kann beispielsweise erfolgen durch Lösen von II in alkoholischen Alkoholatlösungen (z. B. Natrium- oder
Kaliummethylat in Methanol, Natrium- oder Kaliumäthylat in Äthanol) oder durch Versetzen des Nitroimidazols
mit wässeriger Alkalilauge und Isolierung des festen Salzes.
Die Umsetzung des Metallderivats mit dem p-Nitrophenmylhalogenid
erfolgt zweckmäßig in einem Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch, in dem beide
4r> Reaktionspartner löslich sind, z. B. Methanol, Äthanol,
Aceton, Dimethylformamid, Tetrahydrothiophendioxid. Die Umsetzung erfolgt bei Raumtemperatur oder unter
Erwärmen. Die Reaktionsbedingungen richten sich im wesentlichen nach der Reaktivität des Halogenatoms.
Ist dieses Halogenatom sehr reaktiv, so genügt ein kurzes Erwärmen der Reaktionslösung, um die Umsetzung
zu erzwingen. Bei wenig reaktiven Halogenverbindungen (z. B. Nitrochlorbenzol) ist ein längeres Erhitzen
auf höhere Temperaturen, gewünschtenfalls auch die Anwendung von Druck, zweckmäßig. Im allgemeinen
kommen Reaktionstemperaturen zwischen Raumtemperatur und 200° und Reaktionszeiten zwischen einigen
Minuten und 24 Stunden für die Durchführung der Umsetzung in Betracht. Die Aufarbeitung bietet in der
Regel keine Schwierigkeiten. Man erhält die gewünschten Produkte durch Eingießen des Reaktionsgemisches
in Wasser und Filtration und reinigt sie durch Umkristallisieren, gegebenenfalls unter Zusatz von
Aktivkohle.
Die Ausgangsstoffe der allgemeinen Formel II und die p-Nitrophenylhalogenide sind entweder bekannt,
oder sie können leicht analog zu bekannten Verbindungen hergestellt werden.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen können im Gemisch mit üblichen Arzneimittelträgern in der
Human- oder Veterinärmedizin eingesetzt werden. Als Trägersubstanzen kommen solche organischen oder
anorganischen Stoffe in Frage, die für die parenteral,
enterale oder topikale Applikation geeignet sind und die mit den neuen Verbindungen nicht in Reaktion treten,
wie beispielsweise Wasser, pflanzliche öle, Polyäthylenglykole, Gelatine, Milchzucker, Stärke, Magnesiumstearat,
Talk, Vaseline, Cholesterin usw. Zur parenteralen Applikation dienen insbesondere Lösungen, vorzugsweise
ölige oder wäßrige Lösungen, sowie Suspensionen oder Emulsionen. Für die enterale Applikation
können ferner Tabletten oder Dragees, für die topikale Anwendung Salben oder Cremes, die gegebenenfalls
sterilisiert oder mit Hilfsstoffen, wie Konservierungs-,
Stabiüsierungs- oder Netzmitteln oder Salzen zur Beeinflussung des osmotischen Druckes oder mit
Puffersubstanzen versetzt sind, angewendet werden. Die erfindungsgemäßen Verbindungen werden vorzugsweise
in Dosierungen zwischen 1 und 500 mg verabfolgt
Versuchsbericht
10
20 Die erfindungsgemäßen Verbindungen l-(4-Nitrophenyl)-4-nitroimidazol
(»A«) und l-(4-Nitrophenyl)-2-methyl-4-nitro-imidazol
(»B«) wurden im Vergleich zu der bekannten Verbindung Metronidazol [»M«; l-(2-Hydroxyäthyl)-2-methyl-5-nitro-imidazol]
auf ihre Wirkung gegen Trypanosoma congolense geprüft.
Versuchsmethodik
Von einer vor 5 Tagen mit Trypanosoma congolense infizierten Maus, die inzwischen stark trypanosomenpositiv
(d.h. 26—35 Trypanosomen/Gesichtsfeld, entsprechend etwa 510 000 Trypanosomen/mm3) war,
wurde 0,5 cm3 einer mit physiologischer Kochsalzlösung so verdünnten Blutprobe ip. injiziert, daß ca. 10—15 000
Trypanosomen jeweils als Infektionsdosis pro Maus injiziert wurden. Die Präparate wurden simultantherapeutisch oral lOmal in 6 Tagen (je zweimal an den ersten
vier Tagen, je einmal am 5. und 6. Tag) verabfolgt. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle zusammengestellt.
| Präparat | Einzeldosis | Tierzahl | 5. Tag | Tryp. neg. | 11,1 | 7. Tag | Tryp. neg. | 0 |
| Über lebende |
% | 37,5 0 |
Über lebende |
% | 28,5 0 |
|||
| mg/kg | % | 100 | % | 100 | ||||
| Kontrolle | 0 | 9 | 100 | 89 33,3 |
66,7 | 100 12,5 |
||
| M | 46,4 10 |
10 10 |
80 90 |
70 70 |
||||
| A | 10 | 10 | 100 | 70 | ||||
| B | 46,4 10 |
10 10 |
90 90 |
90 80 |
||||
Aus der Tabelle ergibt sich die Überlegenheit der erfindungsgemäßen Verbindungen.
Bei Einzeldosen von 46,4 mg/kg zeigt das bekannte Präparat M nur eine mäßige (nur 37,5 bzw. 28,5% der
Tiere waren nach 5 bzw. 7 Tagen trypanosomenfrei), die Substanz B dagegen praktisch vollständige (89—100%)
Wirksamkeit Bei Einzeldosen von 10 mg/kg war die Verbindung M praktisch wirkungslos, während die
Substanzen A und B deutliche bis starke Wirksamkeiten
zeigten.
In einem weiteren Versuch wurde eine höhere
In einem weiteren Versuch wurde eine höhere
Trypanosomenzahl (ca. 80 000) injiziert, was einen akuteren Verlauf mit rascherem Absterben zur Folge
hatte:
| Präparat | Einzeldosis | Tierzahl | 4. Tag | Tryp. neg. | 0 | 8. Tag | Tryp. neg. | 0 |
| Über | 0 | Über | 0 | |||||
| lebende | % | 100 | lebende | % | 100 | |||
| mg/kg | % | % | ||||||
| Kontrolle | 0 | 10 | 90 | 10 | ||||
| M | 46,4 | 10 | 80 | 0 | ||||
| B | 46,4 | 10 | 90 | 10 | ||||
Während die Trypanosomen durch die Substanz B Folgende Werte wurden ermittelt (Tierzahl pro
vollständig abgetötet wurden, war die bekannte 60 Dosis: 10)
Verbindung M praktisch wirkungslos.
Weiterhin wurde die akute Toxizität der Verfahrensprodukte untersucht B
A 4135 mg/kg (7 Tage Beobachtungszeit)
Die DL» wurde in üblicher Weise an Mäusen
bestimmt
6400 mg/kg (7 Tage Beobachtungszeit)
6400 mg/kg (14 Tage Beobachtungszeit)
6400 mg/kg (14 Tage Beobachtungszeit)
65
Claims (1)
1. l-(p-Nitrophenyl)-4-nitroimidazole der allgemeinen Formel I
O2N-^N
(I)
(H)
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