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DE1619288C - - Google Patents

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DE1619288C
DE1619288C DE1619288C DE 1619288 C DE1619288 C DE 1619288C DE 1619288 C DE1619288 C DE 1619288C
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leather
synthetic
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fiber
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3 4
fasern von einer größeren durchschnittlichen Länge Im Gegensatz-zu diesem Verfahren mit nassen ge-
als 1 cm und synthetischen Fasern bildet und anschlie- gerbten Kollagenfasem arbeitet die Erfindung mit
ßend mechanisch verfestigt, das mechanisch verfestigte getrockneten gegerbten Kollagenfasem, aus denen mit
Gebilde durch Schrumpfung der Fasern in an sich synthetischen Fasern zunächst ein lockeres Faservlies
bekannter Weise verdichtet und dann das so verdich- 5 gebildet wird.
tete Faservlies durch Tränken, Spritzen oder Druck- Wenn die deutsche Patentschrift 967 403 lehrt, daß
Saturation mit solchen Substanzen imprägniert, welche sich der Charakter von Kunstlederbeschichtungs-
imstande sind, mit Funktionsgruppen der gegerbten massen hydrophiler gestalten läßt, wenn man den
Kollagenfasem zu reagieren. Streichmassen pulverförmiges Leder als Füllstoff
Auf diese Weise wird ein Kunstleder erhalten, io zusetzt, so ist hierdurch noch keineswegs nahegelegt, welches sich nicht nur durch sehr gute hygienische Lederfasem bei der Bildung von Faservliesen zur Her-Eigenschaften auszeichnet und dadurch in hervorragen- Stellung eines Kunstleders zu verwenden,
der Weise geeignet ist, als Oberleder zu dienen, son- Das erfindungsgemäß hergestellte Kunstleder kann dem auch bisher bei Kunstleder kaum erzielbare mit einer gewebten oder gewirkten Textüeinlage vermechanische Eigenschaften aufweist, so zum 'Beispiel 15 steift sein.
die Fähigkeit, sich ähnlich wie natürliches Leder der Das in üblicher Weise hergestellte Vlies wird me-Form des Fußes anzupassen. Dieses ist durch die chanisch verfestigt, zum Beispiel durch Einstechen auf Verarbeitung von gegerbten trockenen Kollagenfasem Nadel-Einstichmaschinenoder mit Hilfe des Wirkens erreicht, bei denen die Bindung an die synthetischen auf Durchwirkmaschinen, welche das Grundvlies geFasern immer nur stellenweise erfolgt, wodurch in 20 gebenenfalls mit Bindefäden durchwirken. Dabei wird Zusammenwirken mit den Schrumpfeigenschaften der entweder das Vlies allein oder das Vlies mit einer synthetischen Fasern sich diese besondere Eigenschaft gewebten oder gewirkten Textüeinlage verkreuzt,
erreichen läßt. Das mechanisch verkreuzte Gebilde verdichtet man .
Es ist zwar aus der britischen Patentschrift 787 900 in einem Milieu, worin sich die einzuschrumpfenden
die Herstellung von genadelten und geschrumpften 25 Fasern nach ihrem Charakter einziehen. Zum Beispiel
Faservliesen zum Zwecke der Herstellung von Filzen, die synthetischen Kohlenwasserstoffasem, Vinyl- oder
welche für Filter, als Dämmstoffe und in ähnlicher Polyesterfasern ziehen sich mit erhöhter Temperatur
Weise verwendet werden sollen, bekannt. Wenn dabei zusammen, und die Polyvinylalkoholfasern laufen in
in dieser Patentschrift als verwendbare Fasern protein- wäßrigem Milieu- oder bei einer höheren Feuchtigkeit
artige Fasern genannt sind, so ist damit keineswegs 3° ein.
gemeint, daß gegerbte Kollagenfasem verwendet Als wesentliche Komponente für den Grundfaserwerden sollen. Denn es sind die proteinartigen Fasern stoff verwendet man gegerbte Kollagenfasem, welche im Zusammenhang mit synthetischen Fasern genannt aus verschiedenen Kollagenquellen gewonnen werden, und unter synthetischen proteinartigen Fasern kann das ist überwiegend aus den Gerbereiabfällen bei der der Fachmann nur solche Fasern verstehen, welche 35 Verarbeitung von Häuten zu Leder, wie z. B. Spalt, auf synthetischem Wege aus Kasein, Gelatine oder Unterhautbindegewebe, Maschinenleimleder oder AbKollagen gewonnen sind, aber keineswegs gegerbte schnitzel. Diese Materialien werden mit Calcium-Naturkollagenfasern, welche bei der Erfindung ver- hydroxyd geäschert, gegerbt und dann mechanisch wendet werden. Zudem ist dieser Patentschrift an zerfasert; die durchschnittliche Länge der verwendeten keiner Stelle zu entnehmen, daß man einen derartigen 4° Kollagenfasem muß 1 cm übersteigen.
Filz zur Herstellung von Kunstleder verwenden kann. Das Faservlies wird mit solchen Bindemitteln imprä-
Die britische Patentschrift 979 310 lehrt, aus einer gniert, welche mit den Kollagen-Funktionsgruppen
wäßrigen Aufschlämmung von ungegerbten Kollagen- eine chemische Bindung eingehen. Geeignete Typen
fasern eine feuchte Fasermatte zu bilden und diese der Bindemittel sind insbesondere Carbamidharze,
mit einer Proteinlösung zu imprägnieren. Dann wird 45 Harze auf der Basis der Polyurethane, Polyamide,
mit einer Chromgerbstofflösung zur Fällung der Pro- Melamin-Formaldehyd-, Harnstoff-Formaldehyd-, Phe-
teinlösung und zur Verfestigung der Matte weiter- nol-Formaldehyd- oder Resorzin-Formaldehyd-Harze
behandelt. Dieses Verfahren müßte eigentlich zu einem in Form von Lösungen oder Dispersionen. Die Wahl.
Kunstleder führen, welches Leder außerordentlich ahn- der einzelnen Bindemittel-Typen hängt von den An-
lich ist, weil ja hier Stoffe verwendet werden, die aus 50 forderungen an die endgültigen mechanisch-physika-
tierischer Haut gewonnen wurden. Was.man erhält, lischen Eigenschaften, hauptsächlich an die Elastizität
ist jedoch ein relativ brüchiges Produkt. Es wird durch und Zähigkeit, ab.
diese Patentschrift aber nicht nahegelegt, aus Leder
gewonnene Fasern zur Herstellung von Kunstleder zu B e i s ρ i e 1 1
verwenden. 55
Die Anwendung von gegerbten Kollagenfasem zur Herstellung von Kunstleder mit hygienischen Eigen-
Herstellung von Kunstleder ist bei der Herstellung ■ schäften für Schuhoberteile
von Lederfaserwerkstoffen bekannt (vgl. M ü η ζ i η - a) Gewinnung der Kollagenfasem
g e r, »Kunstlederhandbuch« 2. Aufl., 1950, S. 285 bis / ο &
290). In diesem Fall handelt es sich um ein Herstel- 60 Rindsspalt aus dem Halsteil wird nach dem Gerberei-
lungsverfahren, das auf dem Prinzip einer Verarbeitung äschern in fließendem Wasser gewaschen und zu
von nassen gegerbten Kollagenfasem mit Breicharak- Stücken einer Größe etwa von 10 · 10 cm zerschnitten,
ter entsprechend einer nassen Papierfabrikverarbeitung Die Entkälkung. wird mit einer 0,3%'gen Lösung von
von Fasern gegründet ist. Als Bindestoff dienen ent- Ammoniumsulfat durchgeführt. Der nötige Flüssig-
weder Kautschuklatex oder Kunststoffdispersionen. 65 keitskoeffizient beträgt 200%, die Temperatur 25°C,
Man erhält sehr steife Produkte, die allenfalls als die Dauer der Operation 4 Stunden. Die Entkälkung
Unterleder, niemals jedoch als Oberleder verwend- verläuft etwa bis zu zwei Drittel bei den starken
bar sind. " Stücken.
5 : 6
Es folgt das Beizen; der Flüssigkeitskoeffizient luylendiisocyanat in 2 kg Dimethylformamid zugemacht dabei 200% aus, es werden 2% eines enzyma- geben.
tischen Mittels auf das Gewicht der Blöße und 833 Ka Die Endlösung ist etwa 20%ig und enthält freie seineinheiten zugesetzt; das Beizen dauert 24 Stunden. Isocyanatgruppen. Mit dieser Lösung wird das mecha-Nach dieser Zeit wird das Bad· ausgewechselt, wozu 5 nisch verkreuzte Fasergebilde getränkt, nach Durcheine frische Flüssigkeit derselben Zusammensetzung tränkung wird das Bindemittel durch Eintauchen ins verwendet wird, und das Material wird weitere Wasser gefällt, worin auch, gleichzeitig der Überschuß 24 Stunden gebeizt. von Dimethylformamid ausgewaschen wird. Nach dem
Nach dem beendeten Beizen wird die Blöße 30 Mi- gründlichen Auswaschen wird das Fasergebilde ge-
nuten lang bei einer Temperatur von 25°C in fließen- io trocknet und seine Oberfläche abgeschliffen. Das her-;
dem Wasser gewaschen. Es folgt das Pickeln mit einer gestellte Erzeugnis stellt ein Kunstleder dar, welches
Lösung enthaltend 90% Wasser, 7% Natriumchlorid mit einer Oberflächenbehandlung versehen werden
und 1,5% Schwefelsäure; man pickelt das Material kann. Das Produkt dient als Leder für Schuhoberteile. 2 Stunden. Darauf gerbt man es mit einer Aluminium-
brühe von einer Basizität 40° Sch. in einer Menge von '15-- ·· Beispiel 2. 2% Chrom(III>oxyd auf das Gewicht der Blöße, Herstellung von Kunstleder mit hygienischen Eigenneutralisiert mit 0,4% Soda 1 Stunde lang, hierauf schäften für Bekleidungszwecke . wäscht man in reinem fließendem Wasser 2 Stunden . _ . , v .. , lang. Nach diesen Operationen folgt die Auflockerung a> Gewmnung der Kollagenfasern der Fasern auf einem Desintegrator des Typus Kondux. 20 Geweichte Abschnitzel von Rohhäuten aus Rinds-Die Zerfaserung wird unter dem Zusatz von Wasser backen werden alkalisch 48 Stunden lang in einem bei einem Verhältnis Wasser zu Faserstoff 5:1 durch- Bad der folgenden Zusammensetzung aufgearbeitet: geführt. Nach der beendeten Zerfaserung wird der _,_.,., . gewonnene Faserstoff durch Pressen zwischen Gummi- Flussigkeitskoeffizient 250%
walzen entwässert, vereinheitlicht, vorgetrocknet und 35 Calciumhydroxyd 3,0 bis 3,5 % I ρ .?. ,
dann bei normaler Temperatur zu Ende getrocknet. Natriumsulfid 2,0 bis 2,5 % | VfW1P : ,
Der gewonnene gegerbte Kollagenfaserstoff weist eine _ „ , _, . __,. „„„_, J Abschnitzel,
größere durchschnittliche Länge der Fasern als 1 cm Temperatur des Bades 25 bis 28°C
auf. Nach dem Enthaaren und Entfernen der Oberseite
b) Kunstlederherstellung 3° ™Γά das Rohmaterial im Laufe von 48 Stunden m
einem Bade der Zusammensetzung
Der so hergestellte Faserstoff wird mit Polypropylen- Calciumhydroxyd 3,5%
stapelfasern mit einem Td-Wert von 3,5 und einer Natriumsulfat 3,5 %
Lange von 6 cm in einer Gesamtmenge von 20%. auf
das Fasergemisch bezogen, zusammengebracht und 35 nachgeäschert. Darauf setzt man in die Lösung 5% beim Durchgang über einen Krempelwolf durch- Natriumhydroxyd auf das Gewicht der Abschnitzel gemischt. " " hinzu und läßt das Rohmaterial im Bade weitere
Das gewonnene Gemisch wird in eine Walzen- 48 Stunden liegen. Es folgt das Waschen mit fließenkrempel mit mittelmäßig feinen Überzügen geführt, dem Wasser im Laufe von 2 bis 4 Stunden und weiteres die Krempel ist mit einer transversalen Verdickungs- 40 Aufarbeiten nach Beispiel 1, a). einrichtung beendet, auf der sich das Kardenflor bis b) Der gewonnene Faserstoff wird mit 10% der
zum Endgewicht von 200 g/m2 schichtet. Das so aus Polyesterfasern mit einem Td-Wert von 3,5 und einer einem Gemisch der Kollagen-und Polypropylenfasern Länge von 60 mm und mit 20% der Viskosestapelgewonnene Vlies wird in eine Nadel-Einstichmaschine fasern mit einem Td-Wert von" 3,5 und einer Länge eingeführt, in welcher sich das Vlies durch den wieder- 45 von 60 mm mit Hilfe der Lagerung und des Durchholten Durchgang mechanisch so verkreuzt, daß die gangs über einen Krempelwolf gemischt. Das gewon-Zahl der Einstiche 200 g/cm2 ausmacht. Das mecha- nene Gemisch wird beim Durchgang über eine pneu-.nisch verfestigte Gebilde wird dann in eine Dampf- matische vliesbildende Maschine zu einem Vlies mit Abscheidekammer geführt, worin es dem Einfluß des in allen Richtungen aufgelegten Fasern mit einem gesättigten Dampfes auf die Dauer von 5 Minuten 50 Flächengewicht von 150 g/m8 verarbeitet. Das Vlies ausgesetzt wird. v · wird mechanisch auf einer speziellen Durchwirk-
Nach dem Abtrocknen beim Durchgang durch die maschine verkreuzt, welche auf der Basis der VerTrockenkammer wird dieses Fasergebilde mit einer kreuzung der Faserbündel mit Schlingen aufgebaut ist. Bindemittellösung in Dimethylformamid imprägniert, Das verfestigte Gebilde läßt man in einer Heißluftweiche in folgender Weise vorbereitet wird: 55 kammer einschrumpfen und imprägniert es dann mit
Polypropylenglykoläther mit einem Molekular- der Lösung eines Polyurethan-Bindemittels, ebenso gewicht von 3000 in einer Menge von 1,5 Mol wird wie es im Beispiel 1, b), angegeben wurde. Das so unter Rühren mit 4 Mol des 2,4-Toluylendiisocyanats gewonnene Faserleder wird in einem Walkfaß trocken 3 Stunden lang auf eine Temperatur von 70 bis 8O0C gewalkt. Das Erzeugnis wird konfektionell zu Blusen, erhitzt. Das Vorpolymere wird in 9 kg Dimethylform- 60 Sakkos oder Mänteln verarbeitet, gegebenenfalls dient amid gelöst, und zur Lösung werden 5 Mol destillier- es als Rückseite für Kunstpelze, ten Wassers in 10 kg Dimethylformamid zugesetzt. Die Beispiel 3
Temperatur des Gemisches wird auf 110° C erhöht und
das Gemisch wird unter Rühren weitere 10 bis 15 Mi- Material für innere Teile von Schuhwaren, für Brandnuten lang reagieren gelassen. Nach dieser Zeit wird 65 sohlen, Zwischensohlen und ähnliche. das Gemisch abgekühlt, die Lösung von 0,7 Mol Nach Beispiel 1, a), vorbereiteter Kollagenfaserstoff Diäthylamin in 8 kg Dimethylformamid zugesetzt, wird mit 15% Polyvinylchloridfasern durchgemischt, und nach lstündigem Rühren werden 3 Mol 2,4-To- und mit Hilfe eines pneumatischen Verfahrens nach
Beispiel 2 wird das Faservlies mit einem Endgewicht von 400 g/m2 hergestellt. Das gewonnene Vlies wird auf einer "Wirkmaschine durchgewirkt, wobei die Bindefäden aus Polyamidseide gebildet sind. Der gesamte Anteil der Bindefäden beträgt hier 8% au^ das Gewicht des Vlieses. Das gewonnene Gewirk wird durch ein Wasserbad bei einer Temperatur von 900C so geführt, daß die Berührungsdauer 60 bis 120 Sekunden ausmacht. Darauf wird die Ware getrocknet und in ein Polyamidharze enthaltendes Bad "geführt, welches in folgender Weise hergestellt wird:
Polyamid wird im alkoholischen Milieu mit Paraformaldehyd bei einer Temperatur von 900C depolymerisiert. Als ein Modifizierungskatalysator wird Phosphorsäure zugesetzt, und unter Rühren wird die Temperatur des Gemisches auf 1400C erhöht. Nach der beendeten Modifikation des Polyamids wird die entstandene Lösung ins Wasser übergeführt, worin das modifizierte Polyamid ausgefällt wird. Dieses
wird durch Waschen in Wasser von den Resten der Phosphorsäure befreit. Das depolymerisierte Polyamid wird getrocknet, in Äthylalkohol gelöst und 10% Dioktylphthalat zugemischt. Nach Imprägnierung des Unterlags-Fasermaterials auf einen üblichen Textilfoulard wird der Alkohol (durch Austrocknung) bei einer Temperatur von 90 bis 1000C abgedampft.
Der technisch-ökonomische Effekt der Erfindung besteht darin, daß sich die Herstellung von Kunstledern von der Verwendung der anspruchsvollen und kostspieligen Rohstoffe, welche sehr feine einschrumpfende synthetische Fasern darstellen, frei macht. Die genügende Länge der Kollagenfasern ermöglicht ihre Verarbeitung in einer bei der Textilindustrie üblichen Weise. Das Endprodukt ist im Vergleich mit den bestehenden Eigenschaften der Kunstleder durch eine neue Vervollkommnung der subjektiven Eigenschaften charakterisiert, welche insbesondere die Weichheit, den Griff, die Faltung und Geschmeidigkeit darstellen
109 587/407

Claims (3)

1 2
auch zusätzlich mit einer gewebten Textileinlage verPatentansprüche: steifte Flächengebilde (belgische Patentschrift 636 018).
Trotz des Erreichens von gewissen hygienischen
" 1. BiegsamesFlächengebilde.rasbesondereKunst- Eigenschaften sind die Anforderungen an die Eigenleder, welches aus einem mechanisch verfestigten 5 schäften der Materialien für die Schuhoberteile und und geschrumpften Faservlies mit einem Gehalt an auch für Kleidungszwecke so anspruchsvoll — es synthetischen Fasern besteht, das mit einem Binde- handelt sich teils um mechanische Eigenschaften, wie mittel durchtränkt ist, dadurch gekenn- z. B. Festigkeit gegen wiederholte Biegebeanspruchung zeichnet, daß der Grundfaserstoff des Vlieses (Dauerbiegefestigkeit), Weiterreißfestigkeit, Nahtaus einem Gemisch von gegerbten Kollagenfasern io festigkeit (Festigkeit im Ausreißen der Naht), teils von einer größeren durchschnittlichen Länge als um hygienische Eigenschaften, wie z. B. die Durchlcm und den synthetischen · Fasern besteht und lässigkeit für Wasserdämpfe, Luftdurchlässigkeit und das Bindemittel ein solches ist, das fähig ist, mit Hygroskopizität, teils um subjektive Eigenschaften, Funktionsgruppen der gegerbten Kollagenfasern wie Weichheit, Geschmeidigkeit, Ledergriff, Faltung zu reagieren und mit denselben kovalente Bin- 15 u. ä. —, so daß die bisher bekannten Kunstleder düngen zu bilden. . . immer noch sehr weit von den Eigenschaften der
2. Verfahren zur Herstellung von biegsamen richtigen Leder entfernt sind. Das zeigt sich insbeson-Flächengebilden nach Anspruch 1, bei dem man dere in der Anpassungsfähigkeit eines Oberleders an ein Faservlies mechanisch verfestigt, Fasern die Fußform.
schrumpft und dann das Faservlies mit Binde- 20 Bei Kunstledern ist man den gewünschten Eigen-
' mitteln imprägniert, dadurch gekennzeichnet, daß schäften dann am besten nachgekommen, wenn man
man ein. Faservlies aus einem Gemisch von ge- das Erzeugnis aus elementaren synthetischen Fasern
gerbten Kollagenfasern von einer größeren durch- von einer, außerordentlich hohen Feinheit herstellt,
schnittlichen Länge als 1 cm und synthetischen nämlich einer Feinheit von einem Titer unter 1 Denier.
Fasern bildet und anschließend mechanisch ver- 25 Die bestehenden Kenntnisse über die Herstellung
festigt, das mechanisch verfestigte Gebilde durch von Kunstledern mit hygienischen Eigenschaften
Schrumpfung der Fasern in an sich bekannter" führen zur Verwendung von sehr anspruchsvollem
Weise verdichtet und dann das so verdichtete Faserrohmaterial, und deshalb ist auch verständlich,
Faservlies durch Tränken, Spritzen oder Druck- daß die bisherige Wirtschaftlichkeit der Erzeugung
saturation mit solchen Substanzen imprägniert, 30 von diesen plastischen Kunstledern keinesfalls günstig
welche imstande sind, mit Funktionsgruppen der ist. Gleichfalls muß man bei der bisherigen Verarbei-
gegerbten Kollagenfasern zu reagieren. tung dieser Rohmaterialien mit hohen Ansprüchen bei
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- der Herstellung der Vliese auf den Krempel- oder zeichnet, daß das Faservlies bei der mechanischen aerodynamischen Maschinen sowie auch bei der Verfestigung zugleich mit, einer gewebten oder 35 mechanischen Verfestigung der Vliese auf den Nadelgewirkten Textileinlage verkreuzt wird. Einstichmaschinen rechnen. In beiden Fällen müssen
die Walzen der Krempelmaschinen mit sehr feinen
Überzügen und die Einstichmaschinen mit sehr feinen
Nadeln versehen werden, was ihre effektive Arbeits-40 leistung ziemlich herabsetzt und sich wieder in der
Die Erfindung betrifft ein biegsames Flächengebilde, Wirtschaftlichkeit des ganzen Prozesses bemerkbar insbesondere Kunstleder, welches aus einem mecha- macht.
nisch verfestigten und geschrumpften Faservlies mit Die Erfindung vermeidet diese Nachteile,
einem Gehalt an synthetischen Fasern besteht, das Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein sehr
mit einem Bindemittel durchtränkt ist, und ein Ver- 45 wirtschaftlich herstellbares Kunstleder zu schaffen, zu fahren zur Herstellung eines derartigen Flächen- dessen Herstellung billige Naturrohstoffe neben wenig gebildes, bei dem man ein Faservlies mechanisch anspruchvollem Faserrohmaterial von vollsynthetiverfestigt, Fasern schrumpft und dann das Faservlies sehen Fasern in einem relativ einfachen Herstelhragsmit Bindemitteln imprägniert. verfahren verwendet werden, wobei sich das erzeugte
Bei der Herstellung von Kunstledern geht es nicht 50 Kunstleder neben hohen mechanischen Festigkeiten nur darum, Leder in ihrem Aussehen zu imitieren, und guten hygienischen Eigenschaften auch durch sehr sondern es geht vor allem darum, die Funktions- gute subjektive Eigenschaften, insbesondere Weichheit, eigenschaften der Naturleder auch bei Kunstledern den Griff, Faltung und Geschmeidigkeit auszeichnet, zu erhalten. Das bisher beste Kunstledermaterial, " · Die Erfindung besteht bei einem biegsamen Flächendessen Eigenschaften sich am meisten sowohl den 55 gebilde, welches aus einem mechanisch verfestigten subjektiven als auch den objektiven Eigenschaften des und geschrumpften Faservlies mit einem Gehalt an Naturledefs näherten, ist das faserige Kunstleder aus synthetischen Fasern besteht, das mit einem Bindesehr feinen einschrumpfenden synthetischen Fasern. mittel durchtränkt ist, darin, daß. der Grundfaserstoff Das aus diesen Fasern hergestellte Unterlagsmaterial des Vlieses aus einem Gemisch von gegerbten Kollagenwird mit geeigneten Polymeren getränkt, gebunden 60 fasern von einer größeren durchschnittlichen Länge und mit einer Oberflächenbehandlung versehen, ahn- als 1 cm und den synthetischen Fasern besteht und Hch wie bei natürlichen Ledern oder bei anderen das Bindemittel ein solches ist, das fähig ist, mit Kunstfaserledern. Derartige Verfahren sind beispiels- Funktionsgruppen der gegerbten Kollagenfasern zu weise aus der deutschen Auslegeschrift 1146 473 be- reagieren und mit demselben kovalente Bindungen zu kanntgeworden, bei der mechanisch verbundene Faser- 65 bilden.
vliese, deren Fasern zumindest 50% schrumpfende Erfindungsgemäß wird zur Herstellung des biegsynthetische Fasern sind, nach der Schrumpfung mit samen Flächengebildes so vorgegangen, daß man ein einem Bindemittel durchtränkt sind. Bekannt sind Faservlies aus einem Gemisch von gegerbten Kollagen-

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