DE1690179C3 - Rundsteuerverfahren mit hoher Sicherheit gegen Störimpulse - Google Patents
Rundsteuerverfahren mit hoher Sicherheit gegen StörimpulseInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1. Ein derartiges
Verfahren ist bereits bekannt (Elektrotechnik und Maschinenbau, Bd. 73 [1956], S. 380 bis 386) und daselbst
beschrieben im Rahmen eines Beispieles mechanischer Befehlsauswertung. Einem Startimpuls folgt ein Sperrimpulssektor, daran anschließend ein Gruppenimpulssektor, gefolgt von einem Ausführungssektor für die
Betätigungsimpulse. Es ist eine Besonderheit dieses Beispiels, daß im Ausführungssektor für ein sogenanntes
Doppelkommando (EIN/AUS-Befehl-bistabile JA/
NEIN-Stellung) nur ein Impulsplatz verwendet wird (Nullimpuls « AUS, Impuls »EIN). Im allgemeinen legt
man einem Doppelkommando zwei Plätze mit je einem aktiven Impuls zugrunde. Voraussetzung für das
Schalten im Ausführungssektor sind die Erfüllung des Sperrkriteriums (Nullsignal im Sperrimpulssektor) und
des Gruppenkriteriums (aktiver Impuls im Gruppenimpulssektor). Durch unterschiedliche Einstellung dieser
beiden Vorkriterien kann die Zahl der Ausführungsbeispiele vervielfacht werden. Auch die Vorkriterien
werden im angesprochenen Beispiel rein mechanisch ausgewertet
Ähnliche Verfahren sind behandelt in DT-PS 25 049, DTPS 10 87 242 und in d«n AEG-Mitteilungen, Bd. 46 (1956), S. 248/49, wo insbesondere ein
Spcrrplatz als Kontrolle gegen zu langen Startimpuls
beschrieben wird. CH-PS 3 53 063 und CH-PS 3 53 zeigen aufwendige Abtastvorrichtungen für beliebige
im™.uhilrfer im Vorwahlsektor. Auch hier ist der
ZeftmaßS gebildet durch die Abwicklung eines auf
die Netzgrundwelle abgestützten Synchronmotors. nr PS 1169 010 zeigt die Modulation eines Ausfüh-
rungssektors zu Luftschutzzwecken, wobei der gezielte
Ausfall von Wiederholungsimpulsen verwertet wird.
Nebst RundsteuerempfänSern mit mechanischer
Impulsauswertung haben vor allem Empfänger mit elektrischer Auswertung mehr und mehr Anwendung
gefunden Die Abtastung längs des abgewickelten
Ze Maßstabes erfolgt hier mittels ^stabiler Schaltg ie-Je Das können, oft direkt als Le.stungsschalter
änUebildete Kipprelais oder bistabile elektronische
sSgider seiaWird auch die auf die Netzgrundwel-
fe abgSütze Abwicklung des Ze.tmaßstabes durch
Auszählung mittel, bekannter elektronischer Schaltungen bewerkstelligt, werden derartige Empfänger der
elektrischen Typenklasse als »elektronische Empfän
geB3HchrOdehreSchnelligkeit der Befehlsabwicklung
sind elektrische Empfänger der mechanischen Impulsauswertung naturgemäß überlegen Andererseits sind
auf Grund der Impulsverzerrungen durch die Empfangsfilter der Schnelligkeit der Befehlsabwicklung auch bei
der elektrischen Empfängerklasse Grenzen gesetzt. Bei
nicht zu kleiner Bandbreite dieser Filter sind Impulszeiten von 100 bis 200 ms und Impulspausen von 400 bis
600 ms möglich, was der üblichen Unterbringung von etwa 100 Befehlsimpulsen je Minute entspricht.
jo Gebräuchlich ist z.B. die Unterbringung von etwa 50
Plätzen auf einer Zeitachse von etwa einer halben
ZuHErzielung großer Befehlszahlen und zur Erhöhung der Sicherheit gegen Störimpulse im Rahmen
eines gegebenen Zeitmaßstabes (z. B. 30 Sekunden) verwendet man. wie beschrieben, Gruppen- oder
Kombinationswahl. Anspruchsvolle Kombinationen mit wenigen zugeordneten Ausführungsbefehlen erfordern
zur Nacheinanderabwicklung großer Befehlszahlen viel Zeit Auch der apparative Aufwand für die Verarbeitung
der Vorimpulssektoren kann dann kostspielig werden und die Anwendung auf Sonderfälle kleinerer Stückzahl
begrenzen Die Anwendung lediglich eines nackten Ausführungsimpulssektors ist trotz bestechender Einfachheit wegen zu großer Störanfälligkeit nicht mehr
üblich. Insbesondere bei schwachen Sendepegeln im heute meist üblichen Frequenzbereich zwischen der
dritten und fünften Netzharmonischen sind für den Bau einfacher Massenempfänger derartige, sogenannte
Direktcodes kaum mehr tragbar. Bezüglich Geschwindigkeit, Störanfälligkeit und Aufwand ist deshalb die
Technik der Vorwahlimpulssektoren ein gravierender Gesichtspunkt, insbesondere mit Blick auf einen
hinreichend gesicherten, einfachen Massenempfänger. Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Verfahren
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 die Länge des Impulstelegramms zu verringern und seine Auswertung
zu vereinfachen bei nahezu gleicher Sicherheit gegen Störimpulse. Diese Aufgabe ist durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs !gelöst.
Die Vereinfachung besteht in der Vereinigung des Startimpulslängenbegrenzungs-, des Gruppenwahl- und
Sperrkriteriums mittels eines einzigen bistabilen Schaltgliedes Da Störimpulse an den beiden Nullsignalplät-6« 2εΠι die zugleich die beiden einzig möglichen Störplätze
des Vorbereiches sind, Befehlsausführungen im Ausführungssektor verunmöglichen, wird eine sehr große
Sicherheit erreicht Blockierte Befehlsausführung oder
vereinzelt wirksame Störimpulse im aktivierten Ausführungssektor können durch die bekannte, sehr wirksame
statistische Befehlswiederholungsmethodik korrigiert werden, für welche wiederum eine gestraffte, schnelle
Programmabwicklung wesentliche Voraussetzung ist. s Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es dieserweise
mit einem einfachen Massenempfänger auch bei schweren Netzstörbedingungen (z. B. große Elektroöfen)
einen gesicherten und flexiblen Betrieb zu führen.
Der lange Startimpuls bezweckt, den Anlauf der Empfänger bei kurzen Impulsen zu verhindern. Solche
Empfänger haben für den Start im allgemeinen ein Minimal- bzw. Rückführkriterium; d. h., bei zu kurzem
Impuls wird automatisch der Startpunkt des Zeitmaßstabes wieder hergestellt. Durch den einfachen Aufbau
des Startlängenbegrenzungs- und des Sperr-Gruppenkriteriums eignet sich das erfindungsgemäße Verfahren
besonders für die Praktizierung mehrerer Startimpulse verschiedener Länge, bei der das Miäimalkriterium
eines der Startimpulse jeweils größer ist als das Längenbegrenzungskriterium des vorausgegangenen.
In den im allgemeinen sehr großen Ruhepausen im Arbeitsvolumen eines bestimmten Startimpulses lassen
sich dieserweise mit zwei oder mehreren Startimpulsen mit ein und demselben Empfangsfilter Aufgaben lösen,
für die man üblicherweise zwei oder mehrere Frequenzen benötigen würde, was insbesondere bei sehr
großräumigen Höchstspannungsanlagen von Interesse ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren sei weiter an Hand eines Beispiels gemäß der Zeichnung verdeutlicht. Der
Zeitmaßstab / enthält neben dem beginnenden Startimpuls 5 eine fortlaufende Reihe von Plätten t, 2,3... bis f.
Die Plätze s und 1 bilden den Startsektor S, die Plätze 2 bis 6 den Sperrimpuls-Gruppenwahlsektor SG, die
Plätze 7, 8, 9, 10 ... den Ausführungssektor A und der Platz eden Nachimpulssektor N. Mit dem Gleitkontakt
iv ist die Abtastung längs des Zeitmaßstabes symbolisiert. Je zwei Plätze E, A im Ausführungssektor sind zu
Doppelkommandos DK (DK 1, DK 2 ...) zusammengefaßt. Die bistabilen Schaltglieder sind als Kipprelais
dargestellt. Die Kippreiais K(I), K(2) ... betätigen
direkt nicht abgebildete Leistungskontakte mit ihren bistabilen Schaltstellungen EIN und AUS. Die Kipprelaisspulen
werden erregt, wenn der Kreis OP geschlossen ist. Der Markierer für die eintreffenden Sendeimpulse
ist symbolisiert durch den Kontakt m. Im Startsektor 5 ist das Minimumkriterium des Startimpulses s mit R
bezeichnet. Ist s größer als t = 0 bis R. dann wickelt die
Abtastung tv den Zeitzyklus ab. Ist s kleiner als f = 0 bis
R, dann wird die Nullage von w wieder hergestellt, 1 ist
der Sperrplatz für das Startlängenbegrenzungskriterium. Im Sperrimpuls-Gruppenwahlsektor SG, im Vorausgegangenen
meist kurz als Sperrimpulssektor angesprochen, werden die Plätze 2, 3,4 und 6 stets mit
einem Impuls belegt, während der Platz 5 als Nullsignal mit keinem Impuls belegt wird. Der Platz 5 ist mit einem
bistabilen Schaltglied, in der Zeichnung mit einem Kipprelais K (SSG) belegt, dessen Spulen 2 an Platz 5
und 1 an Platz e angeschlossen sind. Ihnen entsprechen die Stellungen 1, 2 des Kontaktes k (SSG). Platz 1 ist
ebenfalls an die Kippspule 2 angeschlossen. Die Kipprelais K im Ausführungssektor werden über die
Abtastung w erregt, wenn der Kreis OP geschlossen ist.
Normalerweise ist hierzu der Kontakt 1 von k (SSG) geschlossen. Trifft ein Impuls bei Platz 1 ein (Störimpuls
oder zu langer Startimpuls) wird dieser Kreis geöffnet. Ebenso, wenn ein Impuls an Platz 5 eintrifft (Störimpuls
oder Sendung einer anderen Gruppe, z. B. 2, 4, 5, 6). Nach Ablauf eines Zyklus wird am Platze t-das bistabile
Schaltglied K (SSG) wieder zurückgestellt. Die Bezeichnung (SSG) dieses Gliedes weist auf die
vereinigte dreifache Aufgabenbewältigung hin: Startimpulslängenbegrenzung, Sperrung in einem Sperrimpulssektor
und in diesem die Vor- bzw. Gruppenwahl selber. Aus diesem Bereich herrünrende Falschschaltungen im
Aiisführungssektor sind damit ausgeschlossen. Durch diesbezügliche Störimpulse blockierte Befehlsausführung
im Ausführungssektor wird durch die bekannte Programmwiederholung beseitigt. Die letztere ist als
statistische Methode für die Rundsteuerung fundamental; ist die Rundsteuerung doch eine Flächensteuerung
zahlreicher Punkte ohne Rückmeldung, zudem in einem nach Struktur und Störpegel komplexen »Übertragungskanal«,
der primär nur nach den Gegebenheiten der Energieversorgungsaufgaben ausgerichtet werden
kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Rundsteuerverfahren mit hoher Sicherheit gegen Störimpulse ,iur Steuerung von Empfängern
mittels Impulsmodulation einer tonfrequenten Netzüberlagerungsspannung mit einem Zeitmaßstab mit
Plätzen für eine Vielzahl von unter sich gleich langen und im gleichen zeitlichen Abstand angeordneten
Impulsen, denen ein Startsektor vorausgeht, bei dem innerhalb des Zeitmaßstabes unmittelbar nach dem
Startsektor ein Sperrimpulssektor folgt, bei dem alle Plätze mit Ausnahme des eine anzuwählende
Gruppe bestimmenden Platzes, der ein Nullsignal enthält, mit einem Impuis belegt sind, bei dem jeder
vorhandene Impuls (auch Störimpuls) die Sperrung der jeweils diesem Platz zugeordneten Gruppe von
Empfängern bewirkt und bei dem der Zeitmaßstab einen Ausführungssektor aufweist, der Ausführungsimpulse für Befehle innerhalb der angewählten
Gruppe enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausführungssektor dem Sperrimpulssektor
unmittelbar folgt, daß der Startsektor einen gegenüber den übrigen Impulsen verlängerten
Startimpuls und ein Nullsignal im ersten Platz nach dem Startimpuls enthält und daß zur Erkennung
dieses Nullsignals und des zur Gruppenwahl bestimmten Nullsignals im Sperrimpulssektor lediglich ein bistabiles Schaltglied gemeinsam verwendet
wird.
2. Rundsteuerverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Startsektor nach dem
Startimpuls mehrere Plätze enthält zur empfängerseitigen selektiven Unterscheidung mehrerer unterschiedlich langer Startimpulse.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DESC040801 | 1967-05-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1690179C3 true DE1690179C3 (de) | 1977-09-29 |
Family
ID=
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