DE1671867C3 - Gasdepolarisiertes galvanisches Element mit feinem Anodenmaterial - Google Patents
Gasdepolarisiertes galvanisches Element mit feinem AnodenmaterialInfo
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Description
30
Die Erfindung betrifft Zellen, in denen chemische Energie in elektrische Energie umgewandelt wird,
insbesondere die Verbesserung des Betriebes der Anodenhalbzellen. d.h. die Anodenreaktion. Die Halbzelle
kann Teil einer Zelle mit gasförmigen Reaktionsteilnehmern sein. So kann der Keaktionsteilnchmer in
der Anodenhalbzelle z. B. Wasserstoff und der Reaktionsteilnehmer in der Kathoden-Halbzelle Sauerstoff
(oder Luft) oder ein Halogen sein. Die Reaktionsteilnehnier
werden verbraucht und. falls sie nicht ergänzt werden, werden die Halbzellen polarisiert und die
Reaktion hört auf. Wenn aber die Reaktionsteilnehmer nachgeliefert werden, bleiben die Halbzellen depolarisiert
und die Zelle (BrennstoffzelSe) arbeitet weiter und liefert elektrische Energie für einen äußeren Stromkreis.
Da in der Brennstoffzelle die Reaktionsteilnehmer beiden Kalb/eilen von außen zugeführt und die
Reaktionsprodukte und möglicherweise auftretenden vergiftenden Verunreinigungen im allgemeinen aus der
Zelle en'ifernt werden, ändert sich hier das Verhalten der Halb/eilen nicht.
Wenn jedoch der anodische Reaktionsteilnehmer fest ist (z. B. ein Metall wie Zink. Magnesium. Blei. Cadmium
oder Eisen), wie in den sogenannten gasdcpolarisierten Zellen, wird der Feststoff durch die Reaktion in situ
umgewandelt und das Verhalten der Anodenhalbzelle ändert sich, je mehr Energie aus der Zelle entnommen
wird, um so mehr Reaktionsieilnehmer werden umge
wandelt und d.iher verbraucht, bis friiher oder
spater -- ic nach tier ursprünglich vorhandenen Menge
,in Ri'.iklionsteilnelinie'- - die Zelle erschöpft ist und
keine weitere elektrische Energie liefert, so l.mge der
verbrauchte Reaktionsteilnehmer nicht wieder aiifge-ImIIi
wird. I).is Verhalten der kathoden-l lalhzellc
ändert sah im allgemeinen mehl, weil der oxidierende fis
I )epolansalor im allgemeinen gaslörmig ist und das (ia*
standig naehgelielei I weiden k.iiin In der Kathoden
I I illwi'lli- 1 um 1Ί1 * I.ih it iiu 111 dieselbe η l'roMcinc .ml w ie
in der Anoden-Halbzelle.
Der anodische Reaktionsteilnehmer kann ergänzt werden, indem das verbrauchte Material entfernt und
durch frischen Reaktionsteilnehmer ersetzt wird öderes
wird regeneriert, indem man die elektrochemische Reaktion umkehrt. Der Ersatz des Anodenmaterials ist
mit Schwierigkeiten verbunden, da die Zelle jedesmal auseinandergenommen und wieder zusammengebaut
werden muß. Da man im allgemeinen nicht mit Einzelzellen sondern mit Zellenbatterien arbeitet, ist
dies sehr umständlich. Andererseits wurde auch festgestellt, daß bei der Regenerierung des Reaktionsproduktes, z. B. des Oxids oder Halogenids, zum
Anodenmaterial durch Aufladen der Batterie die Rückbildung des Rekationsteilnehmers nicht immer
gleichmäßig an der Oberfläche des Anodenkörpers erfolgt. Das Material neigt zu Dendritenbildung und
einzelne Dendriten können den Abstand zwischen der Anoden- und Kathoden-Halbzelle kurzschließen. Es ist
jedoch einleuchtend, daß an sich ein Wiederaufladen in situ sehr viel vorteilhafter ist. vorausgesetzt, daß die
genannten Nachteile nicht auftreten.
Ein weiterer Nachteil von gasdepolarisierten Zellen für die Umwandlung von chemischer Energie in
elektrische Energie liegt darin, daß die Stromstärke begrenzt ist. weil die Stromdichte auf die aktive
Oberfläche der Halbzellen begrenzt ist.
Aus der US-PS 32 94 586 ist eine Brennstoffzelle in Form eines gasdepolarisiertcn galvanischen Elementes
bekannt, in dessen Anodenkammer suspendiert sich ein Anodenmaterial befindet. Es ist jedoch nicht zu
erkennen, wie bei dieser Brennstoff/eile das Anodenmaterial in Bewegung und in Kontakt mit der Anode für
gleichmäßigen Zellenbetrieb gehalten werden soll.
Aufgabe der Erfindung ist nun die Verbesserung des Verhältnisses von Stromdichte zu Zellengröße bei
üblichen galvanischen Elementen mit gasdepolarisierten Elektroden, wobei auch dafür gesorgt ist, daß das
AnodenmiUerial innerhalb der Anodenkammer gleichmäßig
verteilt und konstant in Schwebe gehalten wird.
Das erfindungsgemäße gasdepolarisierte galvanische
Element mit einer Anodenkammer, enthaltend feines, im Elektrolyt suspendiertes Anodenmaterial, einer Kathodenkammer
und einer permeablen oder semipermeablen Membran /wischen den beiden Kammern und
gegebenenfalls Zu- und Ableitung für den Elektrolyt ist nun dadurch gekennzeichnet, daß mit den Teilchen des
Anodenmalerials eine Stromableitung in Verbindung steht und daß eine Vorrichtung zum Verwirbeln oder
Fluidisieren der Teilchen vorhanden ist.
Der Behälter kann Einlauf- und Ablaufstutzen aufweisen für den Elektrolytumlauf, um das feine
Material in Wirbelschicht zu halten. Die Teilchen können aus festem aber dennoch porösem Anodenoder
Kathodenmaterial bestehen. Vorzugsweise bestehen sie aber aus einem Kern, der teilweise oder ganz mit
porösem oder nicht porösem Anodenmaterial bedeckt ist und insbesondere die Beweglichkeit und damit das
Verwirbeln erleichtert. Ir kann aus Glas oder
Kunststoff bestehen und ist gegebenenfalls porös. Wenn
die I eilchen nicht nur verwnbeli sondern auch gerührt
werden sollen, ist ein Rührwerk vorzusehen.
Die erfindungsgemälieii H.illvellen können jede
beliebige Form aufweisen, z. Ii planparallel. /\lindrisch/
planpar.tllc! oder konzentrisch zylindrisch '.ein. Das
elektrisch leitende I eil kann ein Draht und/oder Stab oder Mehrere Drahte inuloder Stabe, ein NeI/ oder
Miiallsii eilen sein
'f
£s hat sich gezeigt, daß eine verbrauchte erfindungsgemäße
Anoden-Halbzelle durch elektrochemische Umkehr ohne Dendritenbildung rückgebildei werden
kann. Selbst wenn das verbrauchte feine Material bei der Rückbildung zur Dendritenbildung neigt, hat dies
keine nachteiligen Folgen, weil dabei keine der Zellen kurzgeschlossen werden kann.
Ein weiterer Vorteil bei der Verwendung von !einteiligem Material liegt darin, daß der reaktionsfähige
Bereich des Anoden- oder Kathodenmaterials um ein
Vielfaches größer ist als der Oberflächenbereich von Schüttmaterial mit gleichem Volumen, selbst wenn ein
solches Schüttmaterial dicht gepackt ist. Gegebenenfalls auftretende Dendrite können sogar die gesamte
reaktionsfähige Fläche der Teilchen vergrößern.
Die erfindungsgemäße Halbzelle beansprucht wenig Volumen je Oberflächeneinheit des reaktionsfähigen
Materials, wodurch zwar je Volumeneinheit eine hohe Stromstärke erziel1, wird, jedoch gleich/eilig der Vorteil
der niederen Stromdichte je Flächeneinheit des Materials erhalten bleibt. Innere Stromverluste können
durch geeignte Konstruktion auf das Mindestmaß verringert werden.
Kin weiteres Merkmal liegt darin, daß /um Unter
schied von bekannten Halbzellen mit großen Oberilachen durch feines reaktionsfähiges Material kein Trager
dafür erforderlich ist.
Die erimdungsgemäße Halbzelle läßt sich in um
Kreissystem einfügen in dem die Teilchen in der Halb/eile und in einem Außenkreis in Umlauf gehalten
werden. Die Teilchen können im Außenkreis wiedergewonnen oder regeneriert werden. Sie brauchen nicht
kontinuierlich in Umlauf gehalten zu werden; die Regenerierung kann intermittierend erfolgen oder die
Halbzelle kann solange arbeiten, bis das Anodenmaterial vollständig verbraucht ist, worauf die Teilchen
abgezogen und durch neue ersetzt werden können. Selbstverständlich kann das Abziehen der verbrauchten
Teilchen aus dem Kreissystem auch kontinuierlich erfolgen und mit dem Wiederauffüllen mit frischen
Teilchen gekoppelt werden.
Die F.rfindung wird nun anhand der Figuren näher erläutert.
F i g. 1 zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Halb/eile;
F i g. 2 und 3 zeigen verschiedene Ausführungsfonnen
von /u Batterien zusammengestellten gasdepolansierten
Zellen mit erfindungsgemäßen Anodenhalb/ellen gemäß Fig. 1.
1 i g. 1 zeigt einen Behälter 1, dessen eine Wand eine
permeable oder semipermeable Membran 2 ist und in dessen Boden sich ein Finkuifsuiizen 3 für den
I .lekiroly t. /. Ii. "1 η Kalilauge, und unter dem Deckel der
Ablaufsiut/cn 4 befindet. In dem Behälter befindet sich
als Anodenmaterial eine bestimmte Menge mit /.ink beschichtete C.laskügelchen. Der Zufluß des Elektrolyts
wird so eingestellt, daß das Anodenmaterial verwirbelt
oder fluidisiert wird. Andere Materialien, /. Ii. organi
sehe PoK merisate. können ebenlalls die Kerne solcher
Teilchen bilden.
In der Nähe der Membran 2, aber weit genug davon
entfern, um das Verwirbeln nic'it zu stören, ist ein
Drahtnetz 5 angeordnet, das die elektrische Verbindung mit den Teilchen darstellt. Das Drahtnetz ist mit einer
Anschlußklemme 6 außerhalb der Zelle verbunden.
Am Behälterboden befindet sich ein poröser Verteiler (Fritte) 7. mit dessen Hilfe der zuströmende Elektrolyt
gleichmäßig über den horizontalen Querschnitt des Behälters verteilt wird. Auf diese Weise werden die
Teilchen gleichmäßig verwirbelt-
Die erfindungsgemäße Zelle kann in Verbindung mit jeder beliebigen Kathode verwendet werden.
Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Hzlbzellen
in sogenannten Metall-Luft(Luftsauerstoff-)Batterien verwendet, in denen ein anodisches Material, z. B.
Zink, in mehreren luftdepolarisierten Zellen verbraucht
wird. Wird die erfindungsgcmäOe Artoden-Halbzelie
verwendet und Luft (oder Sauerstoff) einer Kathode zugeführt, die von dieser Halbzelle elektrisch isoliert,
aber ionisch mit ihr verbunden ist. so bildet diese Kombination eine Zelle für eine solche Batterie, die alle
oben beschriebenen Vorteile aufweist, die sich aus der Verwendung von Anodenmaierial in der Wirbelschicht
ergeben.
F i g. 2 zeigt eine Batterie, in der F.in/el/ellen O. CZ
Cl... hintereinandergeschaltet sind. Die Zellen CT. (2
und C3 ... umfassen Anoden-Halb/ellen gemäß Fig. I,
wobei jeweils zwei Anodenkammern 8 und 8.i mit einer
Kathodenkammer 9 verbunden sind, die eine gasdepolansierte
Kathode 9;( enthält, die als Bikathode für die
beiden Anoden-Halb/ellen dient. Die gezeigte Bikathode 9,7 besteht aus einem porösen Korper, der eine
beliebige bekannte Form haben kann. Durch das Rohr 10 wird Gas, gewöhnlich Luft oder Sauerstoff, an die
Kathode geführt und gelangt an ihre Oberfläche, wo die
Oxidationsreaktion stattfindet. Drahtnet/e 11 und W.i
stellen die elektrische Verbindung mit den Anodenieil
chen her und sind mit Ableitungen 12 und I2</ verbunden. Die elektrische Verbindung mit der Kathode
9.1 erfolgt über Jiυ Klemme H. Der Elektrolyt wird
durch die Einfüllstutzen 14 und I4,i in die Anodenkammern 8 und 8j und durch den Einfüllstutzen 15 in die
Kathodenkammer 9 eingespeist; Katholyt und Anolyt können gleich sein, jede Zellenkammer hat oben einen
Ablaufstut/en für den Elektrolyt.
In der I 1 g. 2 gezeigten Batterieanordnung sind die
beiden Amiden jeder Zelle parallel geschaltet und jeweils mit der Kathode der nächsten Zelle \erblinden
usw.
In der in F i g. 3 gezeigten Anordnung sind die
Kathoden nicht Bikathoden, sondern es sind einl.iche
Zw eielekiroden/cllcn hintereinander geschaltet.
\ !m die genial! F 1 g. 2 und 3 beschriebenen Batterien
in wiederauluidbare Systeme umzuwandeln, müssen
Hilfscleketroden. z.B. in die Kathudenkammer 9
/wischen Diaphragma und Kathode 9,λ vorgesehen w ei Jen.
I Iiei/u 1 Hlatt /eichiiuiü'.ei)
Claims (5)
1. Gasdepolarisiertes galvanisches Element mit einer Anodenkammer mit feinem im Elektrolyt
suspendiertem Anodenmaterial, einer Kathodenkammer und einer permeablen oder semipermeablen
Membran zwischen beiden Kammern und gegebenenfalls Zu- und Ableitungen für den Elektrolyt, dadurch gekennzeichnet, daß
mit den Teilchen des Anodenmaterials eine Stromableitung in Verbindung steht und daß eine
Vorrichtung zum Verwirbeln der Teilchen vorhanden ist.
2. Galvanisches Element nach Anspruch Ί, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens einige Teilchen aus einem zumindest teilweise mit elektrisch
leitendem Material bedeckten Kern bestehen.
3. Galvanisches Element nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kernmaterial eine
geringere Dichte aufweist als das leitende Material.
4. Galvanisches Element nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Kernmaterial Glas
oder Kunststoff ist.
5. Galvanisches Element nach einem der Ansprüehe
2 bis 4. dadurch gekennzeichnet, daß der Korn porös ist.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB1244267 | 1967-03-16 | ||
| DEN0032283 | 1968-03-14 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1671867C3 true DE1671867C3 (de) | 1977-06-16 |
Family
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