DE1669752C3 - Verfahren zur Herstellung von füllstoffhaltigen, thermoplastisch verarbeitbaren Oxymethylen-Polymeren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von füllstoffhaltigen, thermoplastisch verarbeitbaren Oxymethylen-PolymerenInfo
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Description
rovings) oder in Form von geschnittener Glasseide
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung 25 zur Anwendung kommen.
von Füllstoffe enthaltenden, thermoplastisch verarbeit- Als endlose Glasseidenstr inge (sogenannte rovings)
baren Oxymethylen-Polymeren durch mechanisches sind besonders solche geeignet, die aus 15 bis 100
Einarbeiten von Füllstoffen in die Polymeren. Glasseidenfäden, die ihrerseits aus 50 bis 250 EIe-
Es ist z. B. aus den deutschen Auslegeschriften mentarfäden zusammengesetzt sind, bestehen. Die
12 20130 und 1208490 bekannt, Füllstoffe, wie 30 Elementarfäden besitzen einen mittleren Durchmesser
Metalloxide, Silikate, Ruß, Kieselsäure sowie Glas- von etwa 10"3 bis 10~4 cm.
oder Asbestfasern, mechanisch in Oxymethylen-Poly- Die Fasern können schlichtefrei oder mit üblichen
mere in üblicher Art einzuarbeiten. Nach der in der Schlichtemitteln, wie Kunststoffen, Silanprodukten,
Technik bevorzugten Arbeitsmethode erfolgt dieses Chromverbindungen usw., verwendet werden.
Einarbeiten durch Einmischen und Einkneten der 35 Die geschnittene Glasseide besteht aus den gleichen
Füllstoffe in einer üblichen Misch- oder Knetvorrich- Glasseidensträngen. Die Schnittlänge kann 1 bis
tung, insbesondere in einem Extruder. Hierbei tritt 70 mm betragen; es werden jedoch Schnittlängen von
jedoch leicht infolge von Reibungen zwischen den 3 bis 6 mm bevorzugt.
Füllstoffen und der Misch- bzw. Knetvorrichtung Die Glasfasern werden in solchen Mengen in die
eine hohe Reibungswärme auf, die zu einer ther- 40 Oxymethylen-Polymeren eingearbeitet, daß der Glasmischen
Schädigung des Polymeren führt. In man- fasergehalt 10 bis 60 1Vo, vorzugsweise 15 bis 40°/o,
chen Fällen werden dabei auch Glasfasern in uner- beträgt.
wünscht starkem Ausmaß zermahlen. Es ist bekannt, Sehr geeignet sind auch Asbestfasern, ferner seien
beim Einarbeiten von Füllstoffen, wie Glasfasern, den als Beispiele von üblichen Füllstoffen Titandioxid,
Thermoplasten ein Gleitmittel zuzusetzen. Es ist ein 45 Silikate, Kreide und Metallpulver genannt. Die Füll-Nachteil
dieser Arbeitsmethode, daß die Gleitmittel stoffe werden in üblicher Menge angewandt und diese
meist mit dem Polymeren unverträglich sind und im richtet sich nach dem Anwendungszweck der Verfertigen
füllstoffhaltigen Polymerisat verbleiben. Hier- fahrensprodukte. Für das Einarbeiten der Füllstoffe
durch wird auch die Verwendungsmöglichkeit der werden als Vorrichtungen Knetmaschinen und insfüllstoffhaltigen
Polymeren für einige Zwecke stark 50 besondere Schneckenextruder bevorzugt, die mit einer
beschränkt. oder mehreren Entgasungszonen ausgerüstet sind. Das
Es wurde nun gefunden, daß man füllstoffhaltige, Verfahren eignet sich besonders für das Einarbeiten
thermoplastisch verarbeitbare Oxymethylen-Poiymere von Füllstoffen in Rohpolymerisate aus Trioxan und
durch mechanisches Einarbeiten von Füllstoffen in den genannten Comonomeren, da die Füllstoffe direkt
Oxymethylen-Polymere besonders vorteilhaft her- 55 in die Copolymerisate eingearbeitet werden können
stellen kann, wenn man die Füllstoffe in die Poly- und nach dem Aufschmelzen des Copolymerisats in
meren in Gegenwart von 1 bis 20 Gewichtsprozent den Entgasungsvorrichtungen nicht nur das Trioxan,
des Polymeren an 1,3,5-Trioxan einarbeitet und das sondern auch die instabilen Kettensegmente des Co-1,3,5-Trioxan
sowie gegebenenfalls weitere flüchtige polymerisats abgebaut und entfernt werden können.
Anteile nach dem Aufschmelzen des füllstoffhaltigen 60 Das Einarbeiten soll erfindungsgemäß stets in Gegen-Polymeren
auf Entgasungsvorrichtungen weitgehend wart von 1 bis 20 Gewichtsprozent und bevorzugt
»us dem Polymeren entfernt. 3 bis 20 Gewichtsprozent Trioxan, bezogen auf das
Als Oxymethylen-Polymere können für das erfin- Oxymethylen-Pcilymere, erfolgen,
dungsgemäße Verfahren solche verwandt werden, die Es ist ein Vorteil der erfindungsgemäßen Arbeitsselbst thermoplastisch verarbeitbar sind oder durch 65 weise, daß Trioxan beim Einarbeiten der Füllstoffe
thermischen Abbau instabiler Kettensegmente in eine gewisse Schmierwirkung ausübt, so daß die unthermoplastisch
verarbeitbare Polymere übergeführt erwünscht starke Zerkleinerung von faserförmigen
werden können. Geeignet sind Polymerisate des Form- Füllstoffen unterbleibt und z. B. Glasfasern mit einer
für gute Festigkeiten der glasfasergefiilhen Polymeren
erforderlichen optimalen Länge resultieren Ein weiterer Voneil ist, daß die Mitverwendung von Trioxan
die mechanische Abnutzung der Vorrichtung, wie der Schneckepteile des Extruders, in starkem Maße herabsetzt.
Es_hat sich gezeigt, daß beim Einarbeiten gemäß der trfindung eine thermische Schädigung des
Oxymethylen-Polymeren praktisch unterbleibt Dabei hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die üblichen
Hitzestabilisatoren und Antioxydantien für Oxymethylen-Polymere
dem Polymerisat vor der Zugabe der Füllstoffe oder gemeinsam mit den Füllstoffen
zuzumischen. Als Hitzestabilisatoren kommen die bekannten Hitzestabilisatoren für Oxymethylen-Polymere
in Frage, insbesondere solche, die Amidgruppen im Molekül enthalten. Als Antioxydantien werden
Bis-phenole, wie 2,2-Methylen-bis-4-methyl-6-tert.-butylphenol,
bevorzugt. Es ist ein besonderer Vorzug des Verfahrens, daß das im Copolymerisat enthaltene
oder dem Polymerisat zugesetzte Trioxan in praktisch einem Verfahrensschritt wieder aus dem Polymerisat
weitgehend entfernt werden kann und so dessen Eigenschaften nicht nachteilig beeinflußt. Der
relativ niedrige Siedepunkt des Trioxans erleichtert das Entfernen, wobei beim Verdampfen eine Art
Siedekühlung im Gemisch eintritt.
Die in den folgenden Beispielen genannten Teile und Prozente sind Gewichtseinheiten. Die angegebenen
K-Werte wurden bestimmt nach der Methode von H. Fikentscher, Cellulosechemie 13
(1932), S. 58.
97 Teile Trioxan und 3 Teile Dioxolan werden in Gegenwart von 0,004 Teilen Bortiifluorid-ätherat als
Katalysator in Substanz polymerisiert. Das Rohpolymerisat, das etwa 13 °/o Trioxan enthält, wird pulverisiert
und in einer Mischvorrichtung mit 0,5 Teilen eines Polykondensats aus Ν,Ν'-Dimethylolisophthalsäurediamid,
Äthylenharnstoff mid Formaldehyd, 0,5 Teilen 2,2-Methylen-bis-(4-methyl-6-tert.-butylphenol),
0,05 Teilen Natriumfluorid und 0,001 Teilen Natriumcarbonat innigst vermischt.
Der Mischung werden beim Zulauf in die Schnekkenmaschine 25 Teile geschnittener Glasseide
(Schnittlänge etwa 3 mm) beigegeben. In der Schnekkenmaschine mit Entgasungszonen wird das Rohpolymerisat
aufgeschmolzen, die Glasfasern werden eingearbeitet und die geschmolzene Mischung von
flüchtigen Anteilen befreit.
Das extrudierte und mit Glasfasern gefüllte Oxy-
methylen-Polymere hat einen K-Wert von 76 (gemessen in Phenol/o-Dichlorbenzol) und beim Erhitzen
auf 222° C (unter Stickstoff) einen Substanzverlust von weniger als 0,2 Gewichtsprozent/Stunde.
Spritzgußteile, die aus diesem Material gefertigt wurden, enthalten etwa 23 % Glasfasern. Die Glasfaserlänge
beträgt im Mittel 0,4 bis 0,5 mm.
Man verfährt wie in Beispiel 1 beschrieben, setzt aber dem trioxanhaltigen Rohpolymerisat nach Zugabe
der genannten Zusätze beim Zulauf in die Schneckenmaschine 25 Teile Glasfasern in Form von
Endlosfäden (rovings) zu. Der K-Wert und die Stabilitäten des auf diese Weise mit Glasfasern gefüllten
Oxymethylen-Polymeren entsprechen dem in Beispiel 1 erhaltenen Material. Der Glasfasergehalt von
Spritzgußteilen daraus beträgt etwa 23 °/o, die Glasfaserlänge im Mittel 0,5 bis 0,6 mm.
Einem analog Beispiel 1 hergestellten Trioxan-Copolymerisat
mit einem Trioxangehalt von 5 °/o werden in einer Mischvorrichtung die genannten
Stabilisatoren und Inaktivatoren sowie 10 Teile Titandioxid zugemischt. Die Mischung wird, wie in Beispiel
1 beschrieben, aufgeschmolzen, weiterverarbeitet und entgast.
Das erhaltene, mit Titandioxid gefüllte Oxymethylen-Polymere
hat einen K-Wert von 75 (gemessen in Phenol/o-Dichlorbenzol) und beim Erhitzen auf
222° C (unter Stickstoff) einen Substanzverlust von weniger als 0,2 Gewichtsprozent/Stunde.
Claims (1)
- 1 2 ^I, _ ... aldehyds oder Trioxans, deren HydroxylendgruppenPatentansprüche: z ß ^urch veresterung oder Veretherung in bekann-S 1. Verfahren zur Herstellung von füllstoffhalti- ter Weise verschlossen wurden. Bevorzugt verwendetgen, thermoplastisch verarbeitbaren Oxymethylen- werden Copolymerisate aus Trioxan und 0,5 bisPolymeren durch mechanisches Einarbeiten von 5 20 Gewichtsprozent, insbesondere 1 bis 6 Gewichts-f Füllstoffen in Oxymethylen-Polymere, dadurch prozent, der Gesamtmonomeren an Trioxan mn Tri-gekennzeichnet, daß man die Füllstoffe in oxan copolymerisierbaren Verbindungen, die bei derdie Polymeren in Gegenwart von 1 bis 20 Ge- Copolymerisation wiederkehrende Alkylen- oderWichtsprozent des Polymeren an 1,3,5-Trioxan Oxyalkylengruppen mit mindestens zwei benachbar-einarbeitet und das 1,3,5-Trioxan sowie gegebe- io ten Kohlenstoffatomen in der Polyraensatkette ein-nenfalls weitere flüchtige Anteile nach dem Auf- führen, die durch kationische Polymerisation undschmelzen des füUstoffhaliigen Polymeren auf insbesondere bei Temperaturen zwischen 60 undEntgasungsvorrichtungen weitgehend aus dem 120° Cm Substanz hergestellt wurden.f Polymeren entfernt. Beispiele geeigneter Copolymerisate sind Copoly-2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge- 15 merisate aus Trioxan und den genannten Mengen ankennzeichnet, daß man als Füllstoffe Glasfasern cyclischen Äthern oder cyclischen Acetalen mit 3in Form von Endlosfäden oder in Form von ge- bis 8 Ringatomen, wie Äthylenoxid, Propylenoxid,schnittener Glasseide mit einer Schnittlänge von 1,3-Dioxalan, 1,3-Dioxan, 1,4-Butandiolformal oder1 bis 70 mm verwendet. Diäthylenglykolformal, oder Copolymerisate des Tri-20 oxans mit linearen Polyformalen, wie Polydioxolan.Bevorzugte Füllstoffe, die gemäß der Erfindungeingearbeitet werden können, sind Glasfasern, dieentweder in Form von Endlosfäden (sogenannten
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB0096401 | 1968-01-27 | ||
| DEB0096401 | 1968-01-27 |
Publications (3)
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|---|---|
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| DE1669752B2 DE1669752B2 (de) | 1976-01-02 |
| DE1669752C3 true DE1669752C3 (de) | 1976-08-19 |
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