DE1669354A1 - Verfahren zur Lockerung von Grannenhaaren auf Pelzfellen - Google Patents
Verfahren zur Lockerung von Grannenhaaren auf PelzfellenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
- C14C1/00—Chemical treatment prior to tanning
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Description
KOHM&HAAS
DARMSTADT
Pat. Dr. Hh/Mur/9
Die Lockerung und Entfernung von Grannenhaaren auf Pelzfellen führt zu einer erheblichen Qualitätsverbesserung« Das Entfernen
von Grannenhaaren wird vorwiegend auf Edelpelzen, wie z. B. Nutria, Biber, Bisam und Seehund, angewandt. Bei den Λ
bekannten Verfahren dieser Art werden die Grannenhaare mechanisch, gegebenenfalls nach einem Schwitzverfahren, ausgerupft
oder der Teil der Grannenhaare, der die Wollhaare überragt, wird abgeschoren.
Der Prozeß des mechanischen Ausrupfens hat den Nachteil, daß die Grannenhaare hierbei abbrechen und Reste derselben stehen
bleiben. Den gleichen Nachteil bringt das Scheren mit sich. Da sich die Grannenhaare bei der späteren Veredlung beim Färben
anders als Wollhaare verhalten, kann man mit diesen Verfahren nur eine begrenzte Qualitätsverbesserung erzielen.
Das Schwitzverfahren wird im Anschluß an die Weiche in von der *
Schaffellentwollung her bekannter Weise ausgeführt· Hierbei wird eine Lockerung der Grannenhaare erzielt, die dann manuell
ausgezupft werden. Die Zeitdauer, die man benötigt, bis die Lockerung der Grannenhaare eingetreten ist, ist unbestimmt.
Bei diesem Verfahren ist es nicht möglich, die Grannenhaare über die gesamte Fläche der betreffenden Felle in einem
Arbeitsgang zu zupfen. Es ist vielmehr erforderlich, nach
einer bestimmten Zeitdauer das Zupfen so weit als möglich durchzuführen und anschließend die Felle wieder in den Schwitzraum
zurückzubringen. Die unkontrollierbaren Bedingungen dieses Verfahrens bringen es mit sich, daß hierbei nicht nur Grannen-
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haare, sondern auch Wollhaare gelockert werden, wodurch Kahlsteilen
entstehen.
Es wurde nun ein Verfahren zur Lockerung von Grannenhaaren auf
Pelzfellen gefunden, das die Nachteile der bekannten Verfahren vermeidet. Naoh dem neuen Verfahren werden die Grannenhaare
in kurzer Zeit über das ganze Fell so gleichmäßig gelockert, daß sie in einem Arbeitsgang ausgezupft werden können· Die
Grannenhaare brechen bei dieser Behandlung nicht ab, so daß nach der Färbung ein völlig gleichmäßiger Pelz erhalten wird.
Das Verfahren der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Pelzfelle im etwa neutralen bis schwach alkalischen Milieu
so lange mit proteolytischen Enzymen behandelter den, bis eine
gleichmäßige Lockerung der Grannenhaare eingetreten ist. Das ist im allgemeinen nach 4 bis 6 Stunden der Fall. Das Enzym
kann in flüssiger Phase zur Einwirkung kommen; es wird dann vorteilhaft in die Weichflotte gegeben. Nach einer Einwirkungszeit von 3 bis 5 Stunden werden die Felle Fleischseite an
Fleischseite bei Temperaturen von 30 bis 40° C und 70 bis 80 %
relativer Luftfeuchtigkeit für weitere 1 bis 2 Stunden aufgehängt. Man kann auch das Enzym in Pulver- oder Pastenform auf
die Fleischseite geweichter Rohfelle aufbringen und die Felle dann aufhängen. Sobald die Grannenhaare gleichmäßig gelockert
sind, werden sie ausgezupft. Es empfiehlt sich, die Entfernung der Grannenhaare abzuschließen, bevor durch die fortschreitende
Einwirkung des Enzyms die Lockerung der Wollhaare in den Flamen beginnt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Festigkeit der Wollhaare
noch nicht beeinträchtigt.
Naoh Entfernung der Grannenhaare soll das Enzym so bald wie möglich inaktiviert werden. Dies geschieht z. B. durch eine
Formaldehydbehandlung oder duroh die übliche Zurichtung.
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1ö6y354
Für das Verfahren der Erfindung werden vorzugsweise Bakterienoder Pilzproteasen oder Kombinationen derselben verwendet.
Als Beispiele seien die aus Aspergillus-Kulturen, wie von Aspergillus oryzae, Aspergillus flavus, oder aus Kulturen von
Bacillus subtilis gewonnenen proteolytischen Enzyme genannt.
Es wird im neutralen bis schwach alkalischen Bereich,bis etwa
pH 9* gearbeitet. Bei pH-Werten unter 6 tritt die beabsichtigte
Wirkung nicht mehr oder nur nach langer Einwirkungszeit ein. Bei naturfettreicher Ware"ist es vorteilhaft, niehtionogene
Netzmittel, z. B. auf der Basis von Glykoläthern, bei der Enzymbehandlung mitzuverwenden. Λ
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„4- f b 6 y 3 5 4
Getrocknete Nutriafelle werden im Gewichtsverhältnis 1 : 8 bis 1 : 10 mit Wasser von 20° C überschichtet. Dieser Brühe
werden
5 g Bakterienprotease / Liter Flotte
zugegeben. In dieser Brühe verbleiben die Pelle 1 bis 2 Stunden,
danach werden sie Fleischseite auf Fleischseite zusammengeschlagen in einen Raum mit 30 bis 40° C bei 70 bis 80 %
Luftfeuchtigkeit gehängt. Nach 1- bis 2-stündiger Behandlung
lassen sich die Grannenhaare zupfen.
Getrocknete Bisamfelle werden auf das Gewichtsverhältnis 1 : 8
bis 1 i 10 mit Wasser von 20° C überschichtet· Der Flotte wer-
5 g Bakterienprotease / Liter Flotte, 1 g Polyglykoläther / Liter Flotte
zugesetzt. Die Behandlungsdauer beträgt 3 bis 4 Stunden. Die
Weiterbehandlung erfolgt wie in Beispiel 1 beschrieben.
Getrocknete Nutriafelle werden auf das Gewichtsverhältnis 1 : 8 bis 1 : 10 mit Wasser von 20° C überschichtet. Der Lösung werden
5 g Pilztryptase / Liter Flotte
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zugegeben. Die Behandlung dauert 2 bis 3 Stunden, danach wird
wie in Beispiel 1 verfahren.
Getrocknete Nutriafelle werden im Gewichtsverhältnis 1 : 8
bis 1 : 10 mit Wass«
den je Liter Flotte
den je Liter Flotte
bis 1 : 10 mit Wasser von 20° C überschiohtet. Der Brühe wer-
2 g Bakterienprotease,
4 g Pilztryptase,
1 g Polyglykolather,
4 g Pilztryptase,
1 g Polyglykolather,
zugegeben. Die Behandlung dauert 4 bis 5 Stunden, danach wird
wie in Beispiel 1 verfahren.
Die Behandlung der Rauchwaren wird mit Enzymprodukten vorgenommen,
deren Enzymstärke sowohl für Bakterienprotease als auch
für Pilztryptase 8000 bis 12 000 beträgt (Gerbereitechnisches Taschenbuch A. Küntzel, Th. Steinkopff, Dresden und Leizpig,
1955, Seite 86).
- 6 -1 0 9 8 1 9 / 1 U 9 1
ORIGINAL INSPECTED
Claims (3)
1. Verfahren zur Lockerung von Grannenhaaren auf Pelzfellen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Pelzfelle im etwa neutralen bis schwach alkalischen Milieu so lange mit proteolytischen Enzymen behandelt werden,
bis eine gleichmäßige Lockerung der Grannenhaare eingetreten ist·
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die rohen Pelzfelle in der Weichflotte mit proteolytischen Enzymen behandelt werden,
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
geweichte Rohfelle auf der Fleischseite mit einem pulver- oder pastenförmigen Enzymprodukt behandelt werden.
109813/149 1
ORIGINAL INSPECTED
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|---|---|---|---|
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| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
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