DE1667880C3 - Verfahren und Vorrichtung zum Trennen eines Gemisches aus Käsebruchkörnern und Molke in seine Bestandteile - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Trennen eines Gemisches aus Käsebruchkörnern und Molke in seine BestandteileInfo
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Description
werden.
Es ist ein Verfahren zum kontinuierlichem, im Gegenstrom
erfolgenden Waschen von Käsebruch mittels einer Waschflüssigkeit bekannt, wobei Käsebruch
und Waschflüssigkeit getrennt abgeführt werden (vgl. USA.-Patentschriften 2 781269 und
3 044 863). Im Zuge der kontinuierlichen Herstellung von Käse hat man auch schon Käsebruch dadurch
von Molke befreit, daß er in Siebrohre oder -zylinder eingefüllt wird, durch welche die Molke zur Seite hin
austreten kann (vgl. französische Patentschriften 1 293 674 und 1 453 759).
Ferner sind ein Verfahren und eine Vorrichtung.;
zum Behandeln von Käsebruch bekannt, bestehend aus einer Schneckenpresse, die den Käsebruch fordert
und preßt, wobei im Zuge des Preßvorganges eine Dreistofftreniiung vorgenommen wird, indem
die Entfernung von Luft entweder durch Flüssigkeitsüberschichtung der Käsebruchkörner oder durch
Evakuierung, die Entfernung von Molke bzw. Salzoder Verdrängungsflüssigkeit für die Luft durch
einen Überlauf erfolgt. Die Schneckenpresse ist in einer solchen vertikalen Stellung angeordnet, daß
Absperrflüssigkeit auf Grund ihrer Schwerkraft über den Käsebruchkörnern stehenbleibt. Die Käsebruchkörner
werden vor und/oder nach dem Preßvorgang gestreckt. Zwar wird bei diesem bekannten Verfahren
ein Gemisch aus Käsebruchkörnern und Molke in seine Bestandteile getrennt, wobei das Gemisch
kontinuierlich von oben nach unten durch eine Trennzone geführt wird und nach item Trennen der
Molke die Käsekörner abgeführt bzw. nach Durchlaufen einer Preßzone fortlaufend abgenommen werden,
jedoch läßt sich aus der so hergestellten Käsemasse offenbar lediglich Hartkäse erzeugen (vgl.
deutsches Gebrauchsmuster 1 820 075).
Allen diesen bekannten Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Käse bzw. zur Trennung von
Käsekörnern und Molke in ihre Bestandteile haftet der Nachteil an, daß die Käsebruchausbeute verhältnismäßig
gering ist. Hier wül die Erfindung Abhilfe schaffen.
Der Erfindung lieg! die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trennen eines
Gemisches aus Käsekörnern und Molke in seine Bestandteile anzugeben, wonach unter vorgegebenen
Behandlungsbedingungcn eine höhere Käsebruchausbeute
als bisher in einfacher Weise erreicht wird.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das Gemisch zunächst durch eine Verteilungs-
und Absetzzone geführt wird, in welcher die Käsebruchkörner auf Grund ihres höheren spezifischen
Gewichtes nach unten sinken und die Molke auf Grund ihres geringeren spezifischen Gewichtes
nach oben steigt und dort abgezogen wird, worauf die dadurch teilweise von Molke befreiten Käsebruchkörner
weiter nach unten in eine Preßzone geführt werden und dort die Restmolke herausgedrückt
wird. Nach der Lehre der Erfindung wird also vor dem eigentlichen Preßvorgang eine Vortrennung des
Gemisches durchgeführt.
Wird erfindungsgemäß das Gemisch in der Vertei-
lungs/one umgerührt und die Gemischgeschwindigkeit durch Diffusion verzögert, so wird die Vorirennuiif
\un Käsebruchkörnern und Molke beschleunig!,
Zweckmäßigerweise werden die teilweise von Molke befreiten Käsebruchkörner zwischen der Ab-•»et/zone
und der Preßzone umgerührt und im Gegensirom
gewaschen, um verschiedene lösliehe Stoffe auszuscheiden.
Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung
zur Durchführung des beanspruchten Verfallrens, mit einer Einspeisevorrichtung für das Gemisch
und einer dieser nachgeordneten Absetzkammei mit einem Ablauf für die Molke sowie mit einem an die
Absetzkammer anschließenden Preßzylinder, welche sich durch besonders einfache und funktionstüchtige
Bauweise auszeichnet. Diese Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß in den oberen Bereich der Absetzkammer
koaxial ein Verteilungsdiffusor mit einem zylindrischen Oberteil und einer in diesen
mündenden Speiseleitung sowie mit einem das zylin-(Irische
Oberteil umgebenden Überhuf eingesetzt und an den Überlauf der Ablauf für die Molke angeschlossen
ist.
Ferner sieht die Erfindung vor, daß zwischen der Absetzkammer und dem Preßzylinder ein als Gegenstrom-Waschkolonne
ausgebildeter Waschzylinder angeordnet und an diesen eine Speiseleitung für Waschflüssigkeit angeschlossen sowie in dem Wischzylinder
ein mit Schaufeln bestücktes Rührwerk angeordnet ist. Eine der Schaufeln kann in dem <:ylindrischen
Oberteil des Veiteilungsdiffusors arbeiten. Schließlich lehrt die Erfindung, daß in den Preßzylinder
ein Siebzylinder mit an den dadurch gebildeten Ringraum angeschlossenem Ablauf eingesetzi und
dem Preßzylinder in an sich bekannter Weise ein Trichterauslauf mit Absaugvorrichtung für den getrockneten
Käsebruch nachgeordnet ist, wobei der Querschnitt der Absetzkammer größer als der des
Preßzylinders gewählt ist.
Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, dab bei gegebenen
Behandlungsbedingungen, insbesondere Preßbedingungen, überraschenderweise eine höhere Käsebruchausbeute
erreicht wird als normalerweise zu erwarten gewesen wäre. Dieses Ergebnis resultiert
daraus, daß vor dem eigentlichen Preßvorgang eine Vortrennung des Gemisches durchgeführt wird, und
zwar dadurch, daß man das Gemisch sich absetzen läßt, wodurch eine erste starke Verringerung des
Feuchtigkeitsgehaltes erreicht wird. Daher besitzt der Käsebruch bei Eingang in die Preßzone bereits eine
erheblich reduzierte Feuchtigkeit, so daß die eigentliche Pressung sodann wesentlich wirksamer ist und
eine völlige Ausscheidung der Restfeuchtigkeit bzw. Restmolke, d. h. eine einwandfreie Trocknung erzielt
werden kann. Wenn z. B. bei Beginn das Gemisch zu 50°n aus einer körnigen Käsebruchphase mit unlöslichen
Feststoffen und zu 50 % aus einer wäßrigen Molkephase und etwa 5 % unlöslichen Feststoffen
besteht, so läßt sich durch das Absetzen dieses Gemisches
zunächst eine Anreicherung der festen Käsebruchphase mit Feststoffen auf etwa 8f)°/o erreichen.
In der nachfolgenden Pressung ist dann eine Anreicherung bis auf pi aktisch 100% möglich. Infolgedessen
wird die Käseoruchausbeute beim Preßvorgang beträchtlich verbessert, wenn man diesen Vorgang
mit einem vorhergehenden Absetzen kombiniert, wie das nach Lehre der Erfindung geschieht.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand einer lediglich ein Ausführungsbeispid darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Die einzige Figur /»-'igt
eine erfindungsgenuiße Vorrichtung zürn Trennen
des Gemisches aus Käsebruchkörnern und Molke im Vertikalschnitt.
Die Vorrichtung weist eine zylindrische Absetzkammer
I und eine zylindrische Kolonne 2 mit erheblich kleincrem Durchmesser auf. Beide sind
gleichachsig angeordnet, wobei die Kolonne 2 unierhalb der Absetzkammer I angeordnet und mit dieser
über einen trichterartigen Mantel 3 verbunden ist. Die Kolonne! enthält beiderseits eines Niveaus la
einen oberen Waschzylinder 2 b und einen unteren Preßzylinder lc. Die Absetzkammer I besitzt einen
Deckel 4, durch welchen die axiale Welle 5 eines Rührwerkes 6 hindurch und bis auf das Niveau la
der Kolonne 2 herab^eführt ist. D.r Deckel-* trägt
eineii inneren zylindrisch·.·!! kou.va! angeordneten
Verteiiunghdiffusor 7, weiel·, r an seinem unteren
Teil eine sägezahnfürmige Erweiterung 8 aufweist.
Eine Speiseleitung 9 für die Zufuhr d^s Gemisches,
in welche eine Pumpe 10 eingesetzt ist, tritt durch den Deckel 4 hindurch in den oberen Teil des Verteilungsdiffusors
7 ein. Ein L-förmiger Ring mit sägezahnförmigem Rand 11 ist an dir Innenwand der
Absetzkammer 1 in deren oberen Teil so befestigt, daß ein ringförmiger Überlauf 12 entsteht, an welchen
sich ein Ablauf 13 für Molke anschließt. Ferner sind wirbelverhindernde ebene, lotrechte und radiale
Prallflächen 14 in der Absetzkammer 1 und in dem Verteilungsdiffusor 7 angeordnet. Das Rührwerk 6
bzw. die Welle 5 weist Schaufeln auf. von denen eine Schaufel 16 in dem Verteilungsdiffusor 7 und die
drei anderen Schaufeln 17 in der Kolonne 2 bzw. dem Waschzylinder Ib angeordnet sind. Ein Siebzylinder
18 kleineren Durchmessers ist gleichachsig in der Kolonne 2 unter dem Niveau la bzw. in dem
Preßzylinder lc angeordnet und mittels eines konvergieienden
Teils 19 an den Waschzylinder Ib angeschlossen.
Der Siebzylinder 18 mündet am Boden des Preßzylinders lc und ist dort mit einem Trichterauslauf
20, 21 für den getrockneten Käsebruch verbunden. An den Trichterauslauf 20, 21 ist eine
Absaugvorrichtung 22, ζ. Β. eine Pumpe, angeschlossen. Der Siebzylinder 18 besitzt über seine gesamte
Oberfläche verteilte Lochungen 23. deren Durchmesser kleiner als der der Käsebruchkörner ist und bildet
mit dem PreSzylinder Ic der Kolonne2 einen Ringraum
24. Ein waagerechter, rohrförmiger Verteilungsring 25 mit oberen Bohrungen 26 ist innerhalb
des konvergierenden Teils 19 angeordnet und mit einer Speiseleitung 27 für die Zufuhr einer Waschflüssigkeit
verbunden. Eine Leitung 28 zur Abfuhr der Rcstmolke und Waschflüssigkeit ist schließlich
auf der c'eichen Höhe an die Kolonne 2 angeschlossen.
Die Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist folgende: Das Gemisch aus Käsebruchkörnern
und Molke wird mittels der Pumpe 10 in den Verteilungsdiffusor7 eingeführt. Die Käscbruchkörner
und die Molke scheiden sich in der Absetzkammer 1 unter Wirkung ihrer verschiedenen spezifischen
Gewichte. Die von suspensionen Stoffen in erheblichem
Maße frei gewordene Molke wird durch Überlaufen in dem Überlauf aufgefangen und läuft
von dort ab. Die so vorbehandelten Käsebruchkörner fallen in die Kolonne 2, welche über die Speiseleitung
27 und den Verteilungsring 25 Waschflüssigkeit in einer solchen Menge empfängt, dnß der gewünschte
Cirad der Ausscheidung löslicher SIo(Te erreicht wird.
Die Wirksamkeit dieser Ausscheidung wird durch das Rührwerk 6 verbessert, dessen Schaufeln 17 sich
mit einer verhältnismäßig geringen zwischen 20 und 200 I)/min regelbaren Geschwindigkeit drehen. Diese
Schaufeln 17 verbessern nämlich die Benetzung der Käsebruchkijrner und der Waschflüssigkeit und verhindern
ein vorzeitigem Wieder-Zusammcnbackcn der Käsebruehkörner. !'einer ermöglicht die Schaufel 16
in dem zylindrischen Oberteil derAbsct/.kammer 1 den
etwa gebildeten Kiisebruchkiichcn zu zerbrechen und
wieder so /ti zerkleinern, daB ein Gemisch entsteht,
in welchem die Käsebruehkörner voneinander getrennt sind. Die Prallflächen 14 verhindern die Mitnahme
von feinen Käsebruchteilchen in der Molki sowie das Entstehen von Wirbeln, welche für cini
befriedigende Scheidung beider Bestandteile schädlich wären. Die gewaschenen und von dem größter
Teil der wäßrigen Phase befreiten Käscbiruchkörnei vereinigen sich in dem unteren Teil der Kolonne 1
bzw. in dem PreUzylinder Ic. Sie werden dort in der
ίο Siebzylinder 18 gepreßt und mittels der Absaugvor
richtung 24 abgeführt. Die durch die Lochungen 2". abfließende Restmolke b/.w. Waschflüssigkeit wird ii
dem Ringraum 24 aufgefangen und durch die Lei tung 28 abgeführt.
Claims (7)
1. Verfahren zum Trennen eines Gemisches aus Käsebruchkörnern und Molke in seine Bestandteile,
bei dem das Gemisch kontinuierlich von oben nach unten durch eine Trennzone geführt
wird und nach dem Trennen der Molke die Käsebruchkörner abgeführt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gemisch zunächst durch eine Verteilungs- und Absetzzone geführt wird, in welcher die Käsebruchkörner auf
Grund ihres höheren spezifischen Gewichtes nach unten sinken und die Molke auf Grund ihres geringeren
spezifischen Gewichtes nach oben steigt und dort abgezogen wird, worauf die dadurch
teilweise von Molke befreiten Käsebruchkörner weiter nach unten in eine Preßzone geführt werden
und dort die. Resimolke herausgedrückt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gckennzeichnet,
daß das Gemisch in der Vertei- !ungszone umgerührt und die Gemischgeschwindigkeit
durch Diffusion verzögert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die teilweise, von Molke bcfreiten
Käsebruchkörner zwischen der Absetzzone und der Preßzone umgerührt und im Gegenstrom
gewaschen werden.
4. Vorrichtui 3 zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit einer Einspeisevorrichtung für Jas G'-<nisch und einer
dieser nachgeordneten Abs.jtzkar.mer mit einem Ablauf für die Molke sowie mit einem an die Absetzkammer
anschließenden Preßzylinder, dadurch gekennzeichnet, daß in den oberen Bereich der Absetzkammer (1) koaxial ein Verteilungsdiffusor
(7) mit einem zylindrischen Oberteil und einer in diesen mündenden Speiseleitung (9) sowie
mit einem das zylindrische Oberteil umgebenden Überlauf (12) eingesetzt und an den
überlauf der Ablauf (13) für die Molke angeschlossen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Absetzkammer
(1) und dem Preßzylinder (2c) ein als Gegenstrom-Waschkolonne
ausgebildeter Waschzylinder (2 b) angeordnet und an diesen eine Speiseleitung
(27) für Waschflüssigkeit angeschlossen sowie in dem Waschzylinder (2 b) ein mit Schaufeln
(17) bestücktes Rührwerk (6) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schaufel (16) des
Rührwerks (6) in dem zylindrischen Oberteil des Verteilungsdiffusors (7) arbeitet.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in den Preßzylinde.r
(2 c) ein Siebzylinder (18) mit einem an. den dadurch gebildeten Ringraum (24) angeschlossenen
Ablauf (28) eingesetzt und dem Preßzylinder (2 c) in an sich bekannter Weise ein
Trichterauslauf (20, 21) mit einer Absaugvorrichtung (22) für den getrockneten Käsebruch nach1
geordnet ist, wobei der Querschnitt der Absetzkammer (1) größer als der des Preßzylinders (2 c)
gewählt ist.
Die Erfindung betriff! ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trennen eines Gemisches aus Kasebruchkörnern
und Molke in seine Bestandteile, bei dem. das Gemisch kontinuierlich von oben nach unten
durch eine Trennzone geführt wird und nach dem
Trennen der Molke die Käsebruchkörner abgeführt
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) |