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DE1667873B - Fungizides Mittel mit prophylaktischer und kurativer Wirksamkeit - Google Patents

Fungizides Mittel mit prophylaktischer und kurativer Wirksamkeit

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Publication number
DE1667873B
DE1667873B DE1667873B DE 1667873 B DE1667873 B DE 1667873B DE 1667873 B DE1667873 B DE 1667873B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
prophylactic
thiophene
effectiveness
curative
active ingredient
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Wilhelm Dipl.-Chem.Dr. 8261 Mehring; Smidt Jürgen Dipl.-Chem. Dr.; Haid Franz Dr.; 8000 München Mack
Original Assignee
Consortium für elektrochemische Industrie GmbH, 8000 München

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Description

IO
Die fungizide Wirksamkeit halogenierter und/oder nitrierter Thiophene ist bekannt (USA.-Patente 2 600 126 und 2 691 616). Keine der bisher erwähnten Thiophenverbindungen zeigt jedoch neben einer ausreichend fungiziden Wirksamkeit auch eine Tür die Verwendung im praktischen Pflanzenschutz erforderliche Pflanzenverträglichkeit.
Es wurde nun ein fungizides Mittel mit prophylaktischer und kurativer Wirksamkeit zur Bekämpfung phytopathogener Pilze gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß es als Wirkstoff 2,5-Dinitro-3,4-dichlor-thiophen, gegebenenfalls in Kombination mit anderen fungiziden Wirkstoffen, enthält.
Es ist überraschend, daß gerade 2,5-Dinitro-3,4-dichlor-thiophen, das bisher noch nicht als fungizides Mittel vorgeschlagen wurde, eine sehr gute Pflanzenverträglichkeit neben einer starken prophylaktischen und kurativen Wirksamkeit zeigt. Besonders die kurative Eigenschaft, welche die erfindungsgemäße Substanz beispielsweise gegenüber Botrytis, Echtem und Falschem Mehltau auch bei stärkerer Infektion zeigt, ist von den bisher eingesetzten Fungiziden nicht bekannt. Dabei werden durch den erfindungsgemäßen Wirkstoff die Sporen pilzartiger Schädlinge sehr schnell (etwa innerhalb einer Stunde) abgetötet und das Pilzmycel zum Absterben gebracht.
Zusätzlich kann auf die geringe Warmblütertoxizität des beanspruchten Mittels hingewiesen werden.
Die Ausbringung erfolgt in bekannter Weise, beispielsweise durch Spritzen oder Sprühen des in Wasser suspendierten oder emulgierten Wirkstoffes, sowie durch Stäuben des auf übliche feste Trägermaterialien, wie Kieselgur, Talkum, Kreide, Kaolin aufgebrachten Mittels. Dabei gewährleistet der Zusatz oberflächenaktiver Substanzen, z. B. Alkylarylsulfonaten, Fettalkoholsulfaten, wie Natriumlaurylsulfaten (Texapon) eine gleichmäßigere Verteilung auf den Pflanzen. Die für das Herstellen der Spritzbrühen angewendeten Gemische enthalten üblicherweise 50 bis 80% aktive Substanz. Die restlichen Anteile entfallen auf Netzmittel und Trägermaterialien. Kommt das Mittel in Pulverform zur Anwendung, so besteht es nur von 5 bis 50% aus der beanspruchten Verbindung.
2,5-Dinitro-3,4-dichlor-thiophen kann allein oder mit anderen bekannten Wirkstoffen, wie beispielsweise Dithiocarbamaten, Thiuramverbindungen oder Phthalimiden zusammen angewandt werden. Durch eine Kombination der Wirkstoffe wird neben der Steigerung der prophylaktischen Wirkung dem Gemisch auch eine kurative Wirksamkeit vermittelt. Dabei ist es zweckmäßig, Mischungen aus den bekannten Fungiziden und dem anspruchsgemäßen Wirkstoff im Verhältnisbereicji von 1 : I bis 4: 1 herzustellen.
Die wertvollen Eigenschaften des Wirkstoffs zeigen sich nur bei diesem, nicht jedoch bei seinen Isomeren. Außerdem bringt der Ersatz der Chloratome durch Brom eine Substanz mit merklich geringerer kurativer Wirksamkeit und größerer Phytotoxizität.
Die Herstellung des anspruchsgemäßen Wirkstoffes erfolgt vorzugsweise durch Nitrierung von 3,4-Dichlorthiophen (E. Profft, G. SoIf, Journal für praktische Chemie, Bd. 24, S. 38 bis 73, 1964).
Beispiel 1
Um einen Vergleich verschiedener Thiophenderivate hinsichtlich ihrer fungiziden Wirksamkeit und Pflanzenverträglichkeit zu erhalten, wurden verschiedene, in Tabelle 1 wiedergegebene Versuche durchgeführt.
Sporenkeimtest mit Alternaria tenuis
Die verschiedenen Thiophenderivate werden in Aceton gelöst und auf eine Konzentration von 0,005% verdünnt. Geringe Mengen (etwa 0,03 ml) werden in mit Paraffinringen markierte Stellen auf Objektträger aufgetropft. Nach Abdampfen des Lösungsmittels wird auf derselben Stelle ein Tropfen einer Alternaria-Sporensuspension aufgebracht. Die Bebrütung erfolgt über Nacht in einer feuchten Kammer bei 25° C. Nach etwa 16 Stunden werden unter dem Mikroskop die gekeimten bzw. nicht gekeimten Sporen ausgezählt und die prozentuale Keimhemmung gegenüber der Kontrolle (Aceton ohne Zusatz eines Fungizids) ermittelt.
Pflanzenverträglichkeit und kurative Wirksamkeit bei Befall mit Echten Mehltaupilzen
Junge Gurkenpflanzen werden mit Konidien von Erysiphe cichoracearum und Weizenkeimlinge mit Konidien von Erysiphe graminis kräftig infiziert. Sobald der Befall mit diesen Schädlingen auch für das bloße Auge deutlich zu erkennen ist, werden die Pflanzen mit einer wäßrigen Suspension der Thiophenderivate (1000 ppm Wirkstoffgehalt) gespritzt. Die Formulierung, aus der die wäßrige Suspension hergestellt wurde, hatte folgende Zusammensetzung: 50% Wirkstoff,-20% Zellpech, 18% Kaolin, 10% Kreide und 2% Texapon. Die Bonitierung auf Pflanzenverträglichkeit und kurative fungizide Wirksamkeit erfolgt nach 2 Tagen.
Tabelle 1 Vergleich einiger Thiophenderivate
Wirkstoff
Sporenkeimtest
(% Keimhemmung)
50 ppm
Pflanzenverträglichkeit
1000 ppm
Kurative Wirkung echter Mehltau
1000 ppm
Tetrachlor-thiophen
2,3,4-Trichlor-5-nitro-thiophen
0% 0%
Pflanze völlig zerstört
Pflanze völlig zerstört
Fortsetzung
Wirkstoff Sporenkcimiesi
(% Keim-
hemmung)
50 ppm
Pflanzenverträglichkeit
1000 ppm
Kurniivc Wirkung echter Mehltau
1000 ppm
3,4-Dinitro-2,5-dichlor-
thiophen
2,5-Dinitro-3,4-dichlor-
thiophen
2,5-Dinitro-3,4-dibrom-
thiophen
Unbehandelt
I
100%
100%
100%
0%
sehr starke Schaden
keine Schäden
geringe Schäden
keine Schäden
Befall etwas schwächer
Befall völlig beseitigt
Befall gleichgeblieben
Befall zugenommen
Beispiel 2
Sporcnkcimtest mil Alternaria tenuis
Die einzelnen Verbindungen werden in Aceton gelöst, anschließend werden in demselben Lösungsmittel Konzentrationsreihen hergestellt. Geringe Mengen (etwa 0,03 ml) werden in mit Paraffinringen markierte Stellen auf Objektträger aufgebracht. Nach Abdampfen des Lösungsmittels wird auf derselben Stelle ein Tropfen einer Alternaria-Sporensuspension aufgebracht. Die Bebrütung erfolgt über Nacht in einer feuchten Kammer bei 250C. Nach etwa 16 Stunden werden unter dem Mikroskop die gekeimten bzw. nicht gekeimten Sporen ausgezählt und die prozentuale Keimhemmung gegenüber der Kontrolle (Aceton ohne Zusatz eines Fungizids) ermittelt.
Tabelle 2 Sporenkeimhemmung durch Thiophenderivate
Wirkstoff
Abtötung in % 10000 ppm
50 100 1000 23
0 0 0 100
0 0 64 100
100 100 100
Bei. el 4
»pi
2,3,4,5-Tetrachlor-thiophen
3,4,5-Trichlor-2-nitro-thiophen
2,5-Dinitro-3,4-dichlor-thiophen
Beispiel 3
Prophylaktische Wirksamkeit von 2,5-Dinitro-3,4-dichlor-thiophen gegen phytopathogene Pilze
Testpflanzen werden mit einer Suspension, die den Wirkstoff in verschiedener Konzentration enthält, gespritzt. Nach Antrocknen des Spritzbelags werden die Pflanzen mit efner Sporensuspension der Pilze besprüht bzw. mit Konidien der Echten Mehltaupilze bestäubt. Nach erfolgter Infektion werden die Testpflanzen bei hoher Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus aufgestellt. Nach 3 bis 8 Tagen je nach Pflanzenart wird der Befall im Vergleich zur unbehandelten, aber infizierten Kontrolle bonitiert.
Tabelle 3
Konzentration Peronospora Prozent Befall Echter Mehltau
ppm Wein Phytophthora Gurke Weizen
0 Tomate 0 0
2000 10 0 0 10
800 20 0 10 25
400 25 10 30 60
80 100 25 100 100
Unbehandelt 100
Kurative Wirkung von 2,5-Dinitro-3,4-dichlorthiophen
Für diese Versuche wurden Pflanzen verwendet, die entweder unter Kulturbedingungen künstlich infiziert worden waren, oder an ihrem natürlichen Standort deutlichen Pilzbefall aufwiesen. Es wurden wäßrige Suspensionen in verschiedener Konzentration verwendet. Die Formulierung, aus der die wäßrige Suspension hergestellt wurde, bestand aus 50% Wirkstoff, 20% Zellpech, 18% Kaolin, 10% Kreide und 2% Texapon. Der Pilzbefall wurde nach 1 und nach 8 Tagen bonitiert. Die erhaltenen Werte sind in den Tabellen 4 und 5 wiedergegeben.
Tabelle 4
Konzentration
ppm
Peronospora
Wein, Blätter
ßotrytis
Wein, Trauben
500
250
100
Unbehandelt
3
2
3
0
3
2
0
-4-
Tabelle 5
Kurative Wirksamkeit bei Echten Mehltaupilzen
Konz. Gurke Rose Weizen Apfel E/ühe Wein
ppm
5000 3
4000 3
3000 3 3
2500 2 2 3 3
200C 3 2
1250 3 2 2
1000 3 1 2 1 3
Legende Tür die Tabellen 4 und
+ = Befall zugenommen,
0 = Befall gleichgeblieben,
1 = Befall leicht reduziert,
2 = Befall deutlich schwächer,
3 = Befall völlig beseitigt.
Konz. Gurke ...
Rose
Weizen Apfel Eiclk· Wein
ppm
800 2 2
500 I 2
Un be
handelt + 0 -L 0 0

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Fungizides Mittel mit prophylaktischer und kurativer Wirksamkeit zur Bekämpfung phytopathogener Pilze, dadurch gekennzeichnet, daß es als Wirkstoff 2,5-Dinitro-3,4-dichIorthiophen, gegebenenfalls in Kombination mit anderen fungiziden Wirkstoffen, enthält.

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