DE1667642A1 - Kontaktverfahren zur Herstellung von Schwefelsaeure - Google Patents
Kontaktverfahren zur Herstellung von SchwefelsaeureInfo
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Description
Kontaktverfahren zur Herstellung von Schwefelsäure
Die Erfindung betrifft ein Kontaktverfahren zur Herstellung
von Schwefelsäure aus schwefelhaltigen Rohstoffen$ die über
0,001 Gewo% fluor enthaltene
Uach einem "bekannten Eontaktverfahren zur Herstellung von
Schwefelsäure wird ein schwefelhaltiger Rohstofft der eine
lluorbeimengung von über 0s001 Gew.% enthält, geröstet und
das erhaltene Röstgas entstaubt, worauf ein Waschen des Gases mit Schwefelsäure einer Konzentration von höchstens 60$
und anschließend mit Schwefelsäure einer Konzentration von 25 bis 35% erfolgte Beim Waschen des Röstgases mit Schwefelsäure
findet eine Abscheidung der fluorhaltigen Verbindungen,
die beim Rösten gebildet waren, statt, wodurch eine Vergiftung
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des Katalysators während der Oxydation von Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid verhindert wirdo Das anschließend in Naßelektrofiltern
gereinigte, getrocknete und auf eine Temperatur von 420 "bis 4500O erhitzte Röstgas wird einer Oxydation
des enthaltenen Schwefeldioxids zu Schwefeltrioxid unterworfen und das letztere auf Schwefelsäure verarbeitet (vgl. A.G.
Amelin "Herstellung von Schwefelsäure", (russ.) Verlag "Ghimija",
Moskau-Leningrad 1964).
Nachteilig ist einerseits die Mehrstufigkeit des Vorgangs der Ausscheidung der fluorhaltigen Verbindungen aus dem Röstgas,
andererseits die Abkühlung des Röstgases auf eine Temperatur von 40 bis 500G beim Waschen mit Schwefelsäure, wodurch
das gewaschene Röstgas vor der Oxydation erneut auf die erforderliche Temperatur von 420 bis 4500O erhitzt werden muß.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht in der Be~
seitigung der genannten Nachteile durch Entwicklung eines derartigen Kontaktverfahrens zur Herstellung von Schwefelsäure aus fluorhaltigen Schwefelrohstoffen, bei welchem eine
Bildung fluorhaltiger Verbindungen, die üblicherweise eine Vergiftung des Kontaktkatalysators verursachen, verhindert
und damit der mehrstufige Prozeß zur Abscheidung fluorhaltiger Verbindungen und zusätzlichen Erhitzung des Röstgases
ausgeschaltet wird, wodurch die gesamte Herstellung von Schwefelsäure wesentlich vereinfacht wird.
...5 109882/1398
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das entstaubte heiße Röstgas mit einem geringen Gehalt an Wasserdampf,
der zur nachträglichen Gewinnung von Schwefelsäure nicht ausreicht, jedoch mindestens 1 Vol.% beträgt - ohne
Zwischenschaltung einer zur Fluorentfernung dienenden Waschstufe - unmittelbar der Oxydation zugeleitet wird«.
Der Wasserdampfgehalt der Röstgase wird durch Benutzung von ™
faueiitem schwefelhaltigem Rohstoff und/oder feuchter Luft
für den Röstvorgang erzielt. Der Gehalt an Wasserdampf richtet sich lediglich nach der Konzentration des auf Schwefeltrioxid
zu oxydierenden Schwefeldioxidgases; er soll jedoch mindestens 1 Vol.%, bei einem ITuorgehalt der Schwefelrohstoffe
bis 0,04% mehr als 2 Vol.% betragen.
Es ist zwar bekannt, übliche schwefeldioxidhaltige, d.h. fluorfreie Röstgase in Gegenwart so großer Mengen Wasserdampf ^
daß sie zur Bildung von Schwefelsäure ausreichen, der Oxydation mittels platinfreier Kontaktmassen zuzuführen.
Dieses Verfahren ändert jedoch grundlegend den üblichen Prozeß zur Gewinnung von Kontaktschwefelsäure und ist daher in
den vorhandenen Anlagen nicht durchführbar; zudem dient er
nicht zur Verarbeitung fluorhaltiger Rohstoffe.
Das Verfahren wird nachstehend anhand einer Zeichnung, in der
schematisch das gesamte Kontaktverfahren sair Herstellung von
109882/1398 ...4-
Schwefelsäure dargestellt ist, näher erläutert.
Das aus einem schwefelhaltigen Rohstoff mit einem Fluorgehalt von über 0,001 Gew.% erhaltene heiße Röstgas wird in
den Trockenelektrofiltern 1 entstaubt und hierauf mit einem
Gehalt an Wasserdämpfen von mindestens 1 Vol.% und einem
Staubgehalt bis zu 50 mg/nm* unmittelbar dem Kontaktapparat 2 zwecks Oxydation des Schwefeldioxids zu Schwefeltrioxid
zugeführt, wobei auch ein zweistufiges Kontaktverfahren benutzt werden kann. Die Verarbeitung der SO^-haltigen Kontaktgase
zu Schwefelsäure erfolgt in üblicher Weise, z.B. in einem Turm mit Füllung, die mit konzentrierter Schwefelsäure berieselt
wird. Die Verarbeitung von Schwefeltrioxid zu Schwefelsäure kann auch in einem !Durm mit gelochten Böden, in welchem
das Wasser bzw. die verdünnte Schwefelsäure sowohl von oben als auch auf die Teller der Böden zuläuft, erfolgen.
Das aus dem Absorber 3 austretende Gas wird zur Reinigung
von entstandenen Nebeln und Spritzern von Schwefelsäure in das Filter 4 geleitet, wonach es durch den Ventilator 5 in
die Atmosphäre geleitet wird. Die im Absorber 3 in einer Konzentration von 92,5 bis 95% erhaltene Schwefelsäure wird
über den Sammelbehälter 6 mittels der Tauchpumpe 7 zum Lagertank geführt.
Das neue Verfahren kann auch bei Anwendung von fluorhaltigen Röstgasen, die einen zusätzlichen Selengehalt aufweisen,
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benutzt werden; es wurde nämlich, gefunden« daß das Selendioxid
im Eontaktapparat von der Kontaktmasse nicht absorbiert wird, vielmehr im dampfförmigen Zustand den Apparat
durchstreicht und danach mit konz. Schwefelsäure aus dem SOv-haltigen Gas ausgewaschen werden kann«,
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Claims (2)
1. Kontaktverfahren zur Herstellung von Schwefelsäure durch
Rösten eines schwefelhaltigen Rohstoffes, der einen lluorgehalt
von über 0,001 Gew.% enthält, Oxydieren des im Röstgas
enthaltenen Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid und Verarbeiten des letzteren zu Schwefelsäure, dadurch
gekennzeichnet , daß das entstaubte heiße Röstgas mit einem geringen Gehalt an Wasserdampf, der zur
nachträglichen Gewinnung von Schwefelsäure nicht ausreicht, jedoch mindestens 1 Vol.% beträgt, unmittelbar der Oxydation
zugeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1f dadurch gekennzeichnet, daß
das entstaubte Röstgas einen Staubgehalt bis zu 50 mg/nnr
aufweist.
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