DE1665715C3 - Mantel für elektrische Kabel - Google Patents
Mantel für elektrische KabelInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Mantelaufbau für elektrische Kabel, bestehend aus einem die Kabelseele
umgebenden Kunststoffmantel und aus einem äußeren Metallmantel. Es sind kombinierte Kabelmäntel
bekannt, bei denen durch Verwendung verschiedener Material-Kombinationen und verschiedener Konstruklionselemente
die Schutzwirkung dadurch erhöht wird, daß sich die Eigenschaften der einzelnen Konstruktionselemente
gegenseitig ergänzen. Eine bekannte Konstruktion besteht aus der Kombination eines auf
die Kabelseele aufgespritzten Kunststoffmantels mit einem auf diesen gepreßten Bleimantel. Der Kunststoffmantel
spielt hierbei eine isolierende, polsternde und Abstand haltende Rolle zwischen der Kabelseele
und dem Bleimantel, ohne eine mechanisch feste Verbindung mit diesem Bleimantel aufzuweisen. Der Bleimantel
muß daher alle an ihm angreifenden mechanischen Kräfte allein aufnehmen und kann durch den inneren
Kunststoffmantel in dieser Hinsicht nur wenig unterstützt werden. Der Bleimantel muß daher verhältnismäßig
dick aufgepreßt werden, wenn er den vorkommenden Belastungen gewachsen sein soll. Wegen
der großen Bleimanteldicke erreichen elektrische Kabel mit solchen Mantelaufbauten verhältnismäßig hohe
spezifische Gewichte.
Man hat kombinierte Kabelmantel bereits auch in der Form aufgebaut, daß man unter einem äußeren
Kunststoffmantel wenigstens eine einzige metallene Hülle, die mit dem äußeren Mantel verklebt sein kann,
angeordnet hat. Auch dreischichtige Kabelmantel sind bekannt, die beispielsweise aus einem inneren Kunststoffmant?1
einer darüberliegenden Metallhülle und einem äußeren Kunststoffmantel bestehen. Solche
Mantelaufbauten sind aber aufwendig, weil sie viel Materialverbrauch und meist mehrere Fertigungsgange
erforderlich machen- Mit Ausnahme der zuerst genannten,
aus einem inneren Kunststoff- und aus einem äußeren Bleimantel bestehenden Kabelmantelkonstruktion
weisen die bekannten kombinierten Kabelmantel mit einem außenliegenden Kunststoffmantel keine Erdfuhligkeit
auf. d.h. keine leitende Verbindung des Metallmantel*
mit Erde. Obwohl im Mantelaufbau elektrisch leitende Mantelelemente vorhanden sind, müssen unter
Umständen quer oder parallel zu diesen Kabeln noch zusätzliche Erdbänder verlegt werden, um beispielsweise
an Erdungspunkten, Amtseinführungen od. dgl. gute Erdungsmöglichkeiten schaffen zu können
In der DT-PS 8 99 811 wird ein feuchtigkeitsundurchlässiger
Kabelmantel beschrieben, der aus einem nichtmetallischen Stoff und aus einem durch Aufspritzen.
Aufdampfen oder auf galvanischem Wege aufgebrachten dünnen Überzug aus Metall besteht
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht nun darin, den Kabelmantel erdfühhg auszubilden
und ihn dabei hinsichtlich Aufwand und Herstellung zu vereinfachen. .
Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß die äußere
Metallschicht aus Kupfer besteht, die durch Verkleben oder Verschweißen mit der Kunststoffschicht mechanisch
fest verbunden ist.
In der Zeitschrift »Elektrizitätswirtschaft« S. 387, linke
Spalte. Absätze 3,4 und 5. ist zwar angegeben, gegebenenfalls
Kupferwellmantelkabel ohne weiteren Schutz des Wellmantels zu verlegen, jedoch wird in
diesem Fall nicht von Kabeln ausgegangen, die einen Kunststoffmantel aufweisen, sondern von solchen, bei
denen über die Kabelseele eine fettartige Masse aufgebracht ist die die Hohlräume der Wellungen ausfüllen
soll Zum Schutz gegen mechanische Beschädigungen von außen wird dort außerdem empfohlen, auf den
Kupferwellmantel einen Kunststoffmantel aufzubnngen
Bei dem Kabelmantel gemäß der Erfindung ergibt sich infolge der mechanisch festen Verbindung zwischen
dem Kupfermantel und dem darunterliegenden Kunststoffmantel eine Schichtenkonstruktion, die besonders
gute mechanische Eigenschaften aufweist; denn bereits bei verhältnismäßig dünnen Schichten ist
der Gesamtaufbau des Mantels imstande, die an ihm auftretenden elektrischen und mechanischen Belastungen
aufzunehmen. Durch diese innige Verbindung des Metalls mit dem Kunststoff wird in bekannter Weise
die Wasserdampfdurchlässigkeit des Mantels in so hohem Maß herabgesetzt, daß undichte Stellen der Metallschicht
unschädlich bleiben.
Dadurch, daß man die Kunststoffschicht eines sogenannten Schichtenmantels innerhalb des Metallmantels
unterbringt, kommt die innere Kunststoffschicht des Kabelmantels nicht nur der mechanischen Stabilität der
Mantelkonstruktion, sondern insbesondere auch noch der elektrischen Spannungsfestigkeit der Kabelseele
gegen den metallenen Teil des Mantels zugute. Die Spannungsfestigkeit eines solchen Kabels wird dadurch
ohne Mehraufwand sehr erhöht; die leitenden Eigenschaften des äußeren Kabelmantels bieten eine gute
Ableitung eventueller Beeinflussungs- oder Blitzströme zur Erde. Solche Kabel sind daher bei Starkstrombeeinflussungen
und bei atmosphärischen Beeinflussungen wesentlich weniger gefährdet als elektrische Kabel, bei
denen der metallene Mantelteil innerhalb eines äußeren Kunststoffmantels unmittelbar über der Seelenbespinnung
der Kabelseele angeordnet ist.
Die Mantelkonstruktion mit einem äußeren Metallmantel ist insbesondere für die herkömmliche Muffentechnik
von großem Vorteil, weil man beispielsweise Bleimuffen od. dgl. anwenden kann, die mittels
Schmierplomben oder mit Kunststoffen, z. B. Zweikomponenten-Klebern,
untereinander verbunden wenden können. Auch Kunststoffmuffen, eventuell mit Metalleinlagen,
sind, anwendbar, z. B. auch Polyät'nylenmuffen, die auf den Polyäthylen-Kunststoffmantel aufgeschweißt
werden. Im letzteren Fall wird zweckmäßigerweise der ar· der Muffe unterbrochene Metallmantel
des Kabels z. B. mit einem Kupferseil über der Muffe überbrückt. Ein weiterer Vorteil des neuen Kabelmantels
in Schichtenbauweise besteht in der Verringerung der Entflammbarkeit des Kabels, eine Eigenschaft,
die in Industrieanlagen wichtig ist.
Wenn die Metallschicht des Mantels Kupfer ist, besteht für sie selbst keine Korrosionsgefahr. Der Korrosionseinfluß
auf benachbarte Leitungen, z. B. auf Kabel mit Bleimantel, muß dagegen beachtet werden. Kupfer
als Außenmantel überzieht sich ziemlich bald mit einer Oxydschicht, so daß nach kurzer Zeit seine korrosive
Aggressivität vermindert wird. In vorteilhafter Weise wird man noch einen mechanischen Schutz über der
Kupferschicht anbringen, z. B. einen Überzug aus compoundierter Jute. Auch feuchtigkeitsdurchlässige, poröse
Schichten aus nichtleitendem Material kann man auf den äußeren Metallmantel aufbringen. Auch Schichten
aus schlecht leitendem Material sind geeignet, um die Korrosionsgefahr am metallenen Außenmantel des Kabels
oder an anderen, in Erde verlegten benachbart liegenden metallenen Gegenständen herabzusetzen.
Wichtig ist es vor allem, eine direkte Berührung mit anderen Metallteilen, z. B. Eisenkonstruktionen, Wasserrohren,
Bleimänteln od. dgl., sicher zu vermeiden, eine Forderung, die von einer der genannten äußeren
Schutzhüllen hinreichend erfüllt wird. Die bloße enge Nachbarschaft zu Fremdmetallen führt kaum zu einer
Korrosionsgefährdung, sofern der Spannungsdifferenz der elektrolytischen Potentiale keine Ausgleichsmöglichkeit
durch leitende Verbindung oder direkte Berührung der Metalle gegeben wird.
In Stationen, in welche die Kabel eingeführt werden,
sollen möglichst sämtliche leitenden Kabelmäntel untereinander leitend verbunden werden. Da es nun vorkommen
kann, daß in eine Station z. B. Kabel mit einem Bleimantel und Kabel nach der neuen Mantelkonstruktion
eingeführt werden, würde beim Zusammenschalten beider erdfühliger Mantel ein gewisser
Ausgleichsstrom fließen; zwischen den verschiedenen Metallen ergibt sich nämlich nach der elektrolytischen
Spannungsreihe eine EMK, die z. B. bei Kupfer und Blei 0,47 V beträgt. Um trotz dieses Spannungsgefälles
die Kabelmantel miteinander verbinden zu können, wird empfohlen, die beiden Mantel über eine Batterie,
deren Spannung etwa dieser EMK entspricht, miteinander zu verbinden. Statt einer Batterie kann auch ein
Gleichrichter benutzt werden. Da die Spannung dieser Baaerie gleich der EMK des Systems Kabelmantel 1 —
Kabelmantel 2 entspricht, ist kein Ausgleichsstrom zu erwarten und damit der Energieverbrauch praktisch
Null; wesentlich für eine solche Batterie ist lediglich ein entsprechend geringer innerer Widerstand, damit die
Parallelschaltung der metallenen Kabelmantel den gewünschten Erfolg bringen kann und das Auftreten gefährlicher
Berührungsspannungen sicher unterbindet.
Die Dicke der äußeren Metallschicht der Mantelkonstruktion
wählt man nun so, daß sie einerseits den mechanischen Belastungen unter Beachtung der Tatsache,
daß sie mechanisch fest mit der Kunststoffschicht verbunden ist, standhalten kann und andererseits dem
Mantel die mit Rücksicht auf elektrische Belange erwünschte Längsleitfähigkeit gibt. Die Metallschicht, die
schon mit einem Haftvermittler beschichtet sein kann, kann auf den innenliegenden Kunststoffmantel im
Längsbedeckungsverfahren aufgebracht oder auch mit oder ohne Überlappung der Bandränder aufgewickelt
werden. Das Aufpressen des Kunststoffmantels und das Aufbringen der Metallschicht erfolgt vorteilhafterweise
in ein- und demselben Arbeitsgang, ebenso das Aufbringen einer eventuell noch vorgesehenen äußeren
Hülle für mechanischen Schutz, z. B. aus jute.
Auch stark verzinkte Stahlbänder mit außenliegender Zinkschicht sind gegebenenfalls anwendbar. Der innere
Kunststoffmantel kann auch aus Kunststoffschichten hergestellt werden, z. B. aus Bändern, die im Längsbedeckungsverfahren
oder durch Aufspinnen aufgebracht werden. Zum Beispiel mittels thermischer Verfahren
können die Schichten zu einem Mantel mit geschlossenem Gefüge umgewandelt werden.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
F i g. 1 zeigt ein Fernmeldekabel im Querschnitt, welches aus der Kabelseele 1 und dem auf diese aufgebrachten
Kunststoffmantel 2 besteht. Über dem Kunststoffmantel ist eine Metallschicht 3 angeordnet, die mit
dem Kunststoffmantel 2 fest verbunden, z. B. verschweißt oder verklebt ist. Über der Metallschicht kann
noch eine äußere Schutzhülle 4 aus Jute und Compound oder halbleitendem Kunststoff aufgebracht sein.
Die in F i g. 2 dargestellte Mantelkonstruktion enthält auf der Kabelseele 1 den Kunststoffmantel 2 und
eine weitere Kunststoffschicht 5, die mit dem Kunststoffmantel 2 mechanisch fest verankert ist. Der Werkstoff
der Schicht 5 soll vorteilhafterweise so gewählt werden, daß er eine sehr gute Haftfähigkeit mit dem
äußeren Metallmantel 6 gewährleistet, so daß der Metallmantel 6 und die Kunststoffschicht 5 miteinander
eine außerordentlich hohe mechanische Festigkeit erreichen, die zusammen mit dem inneren Kunststoffmantel
2 ein geschlossenes Gefüge ergeben.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Mantelaufbau für elektrische Kabel, bestehend
aus einem die Kabelseele umgebenden Kunststoffmantel und aus einem äußeren Metallmantel, d a durch
gekennzeichnet, daß der äußere Metallmantel
aus Kupfer besteht und durch Verkleben oder Verschweißen mit dem Kunststoffmantel mechanisch
fest verbunden ist.
2. Mantel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem inneren Kunststoffmantel und dem äußeren Metallmantel eine wettere, sowohl
mit dem Innenmantel als auch mit dem äußeren Metallmantel mechanisch fest verbundene
Kunststoffschicht aus einem Material angeordnet ist, deren mechanische Haftfestigkeit am Metall
größer ist als diejenige des inneren Kunststoffmantels.
3. Mantel nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß über dem äußeren Metallmantel
eine compoundierte Jute aufgebracht ist.
4. Mantel nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß über dem äußeren Metallmantel
eine wasserdurchlässige poröse Schicht aus nichtleitendem Material aufgebracht ist.
5. Mantel nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß über dem äußeren Metallmantel
eine Schicht aus halbleitendem Material aufgebracht ist.
Applications Claiming Priority (2)
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| Publication Number | Publication Date |
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| DE1665715A1 DE1665715A1 (de) | 1971-04-08 |
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