DE1665642C - Verfahren zur Herstellung eines mit geschäumtem Kunststoff isolierten elektn sehen Leiters - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines mit geschäumtem Kunststoff isolierten elektn sehen LeitersInfo
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Description
Die Erfindung betrilft ein Verfahren zur Herstellung
eines mit geschäumtem KimstsUilT isolierten
elektrischen Leiters, hei dem der elektrische Leiter zunächst mit einer Lösung eines kristallinen Polymers
beschichtet, dann getrocknet und anschließend zur Erzeugung geschlossener Sehaumzellen in der
beschichtung erhitzt wird.
Das konventionelle Verfahren zur Herstellung geschäumter Kunststoffisolierungen auf elektrischen
Leitern ist in F i g. I der Zeichnungen dargestellt und besieht im Aufbringen einer Lösung von kristallinem
Polyäthylen oder -propylen auf den elektrischen Leiter w in einem Lösungs-Beschichtungstank I,
Passage des beschichteten Leiters durch einen Trockjningstunnel
3 mit anschließender Passage durch einen Schäumungs-(Erhitzungs-)Ofen 4 zur Erzeugung
geschlossener Zellen im Inneren der Beschichtung, wonach der mit geschäumtem Plastik isolier'e
Leiter auf eine Spule 5 aufgewickelt wird.
Wenn der mit der Lösung 2 beschichtete elektrische Leiter w in den Trocknungstunnel 3 eintritt,
setzt gleichzeitige Kühlung der Beschichtungslösung und Verdampfung des darin enthaltenen Lösungsmittels
ein. Nachdem der größte Anteil des Lösungsmittels aus der Beschichtungslösung entfernt ist und
das den Rest des Lösungsmittels enhaltende PoIyiithyleii
oder -prop;'en ch ich Abkühlung koaguliert ist, werden in der Beschichtung nahezu kugelförmige
Polymerteilchen mit dazwischenliegenden Zwischenräumen angehäuft und vergroi.k-.-t. Di die Beschichtung
in diesem Moment ein weißes Aussehen annimmt,
wird diese Erscheinung als «Wolkig- oder We iß werden« bezeichnet.
Der beschichtete Leiter, dessen Beschichtung ein weißes Aussehen angenommen hat. tritt dann in den
Schäumungsofen 4 ein, wo in eier Beschichtung
durch nochmaliges Schmelzen des Polyäthylens oder -props lens und Verdampfung des noch darin enthaltenen
Lösungsmittels durch Erhitzen geschlossene Schaumzellen erzeugt werden. Auf diese Art werden
schaumisolierte Leiter erhalten.
Bei Anwendung des vorstehend beschriebenen, konventionellen Verfahrens schwankt jedoch die zum
Weißwerden benötigte Zeit in Abhängigkeit von der Abkühlungs- und Trocknungs-Cii sehwindigkeit der
Beschichtung und von der Art des verwendeten Polymers. Aus diesem Grund muß die Beschichtungsgeschwindigkeit
den Schwankungen von atmosphärischem Druck und Luftfeuchtigkeit und der Art des
Verwendeten Polymers angepaßt werden. Im weiteren ist die bis zum Auftreten des Weißwerden benötigte
Sie it lang, da dieses Verfahren keinerlei Mittel /ti
(leren Beschleunigung einsetzt, wodurch die Durchlaufgeschwindigkeit
durch die Beschickungsvorrichtung auf einen niedrigen Bereich beschrankt bleibt.
Durch die deutsche Auslegeschrift I 092 082 ist ein
Verfahren zur Herstellung eines mit geschäumtem Kunstslolf isolierten elektrischen Leiters bekannt, bei
dem der blanke Draht zunächst durch eine Kunsthiir/lösting
geführt wird, das Flußmittel der Lösung nach dem Auftragen verdampft und anschließend
durch Erhitzen die Verschäumung des Kunststoffs bewirkt wird. Gegenüber diesem bekannten Verfahren
unterscheidet sich das erfmdiingsgcmäi.k1 Verfahren
dadurch, daß zwischen dem Beschichtiings- und dem Trocknungsvorgang der Leiter in ein Wasserbad
mi( filier Temperatur von mindestens M) C getaucht
wird.
Aus der deutschen Aiislegeschrift I OHH 566 ist es
bekannt, zur Herstellung eines mit geschäumtem Kunststoff isolierten elektrischen Leiters diesen nach
dem Auftragen der Kunstharzlösimg in kaltem Wasscr abzukühlen und dann in den schaumerzeugenden
Ofen zu führen. Durch die Abkühlung des beschichteten Leiters in dem Wasserbad soll gemäß dieser
Auslegeschrift die Härte der Ummantelung erhöht werden. In dieser Auslegeschrift ist jedoch kein
ίο Hinweis darauf zu finden, durch die Kühlung des
beschichteten Leiters die Durchlaul'geschwindigkeit de* gesamten Verfahrens sowie die Erscheinung des
Weißwerdens zu beschleunigen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht
ii darin, die Durchlaufgeschwindigkeit bei der Durchführung
eines Beschichtungsverfahren zu erhöhen und gleichzeitig dieses Verfahren unabhängig von
atmosphärischen Bedingungen zu machen. Insbesondere soll die Erscheinung des Weißwerdens beschleunigt
werden, da dieses eine Vorbedingung zum Schäumen der Beschichtung darstellt.
Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße Verfahren zur Hers!ellung eines mit geschäumtem
Kunststoff isolierten elektrischen Leiters, bei dem der elektrische Leiter zunächst mit einer Lösung
eines kristallinen Polymers beschichtet, dann getrocknet und anschließend zur Erzeugung geschlossener
Schaumzellen in der Beschichtung erhitzt wird, gelöst. Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
daß der beschichtete Leiter vor dem Trockenvorgang in Wasser mit einer Temperatur von mindestens
50 ' C eingetaucht wird.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird warme Luft auf die Oberfläche des
beschichteten Leiters nach dem Biniauchen in warmes
Wasser und vor dem Trocknen aufgeblasen, wobei die Temperatur dieser Luft mindestens 35 C
beträgt.
Eine weitere Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß der beschichtete elektrische
Leiter nach dem Eintauchen in warmes Wasser und vor dem Trocknen und Erhitzen zur Erzeugung
der geschlossenen Zellen in der Beschichtung in eine Flüssigkeit eingetaucht wird, welche mit dem
zur Herstellung der Lösung des kristallinen Polyäthylens oder -propylens verwendeten Lösungsmittel
vcrl'äglich ist. Dabei wird als Flüssigkeit vorzugsweise
n-Propanol mit einer Temperatur von mindestens 50 C verwendet.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen
näher erläutert.
In F 1 g. 2 zeichnet 1 den I.ösungs-Bcschichtungstank.
2 eine Lösung von kristallinem Polyäthylen oder -propylen, 3 ücu Trock.-ungsiimnel. 4 den
Schäumungs- oder Lihilzungsofen und S die Aufwickelspulc,
wie in Fig. 1 mit der Ausnahme, daß in
der Nähe des Lösungs-Beschichtungr.ianks 1 ein Heißwasscrtrpg 11 vorhanden ist.
Der Leiter w, welcher mit der Lösung 2 des kristallinen
Polymers beschichtet wurde, passiert zuerst den Heißwassertrog II, und anschließend wird die Beschichtung
im Trocknungstunnel 3 getrocknet und nachher erhitzt. Anschließend wird zur Erzeugung
geschlossener Schaumzellen in der Beschichtung im Schäumungsofen 4 erhitzt und dann auf die Spule 5
aufgewickelt.
Wenn der mit der Lösung des kristallinen Polymers beschichtete Leiter unmittelbar nach der He-
schichtung m warmes Wasser getaucht wird, tritt
schnelle Abkühlung der Beschichtung unterhalb deren Veifestigungstemperaüir ein, und das Innere
der Beschichtung nimmt eine Form an, unter welcher die angehäuften Polymerteilchen leicht von der Beschichiungslösimg
getrennt werden können, so daß die zum Weißwerden benötigte Zeit bemerkenswert
abgekürzt wird.
Als Ergebnis zahlloser, wiederholt durchgeführter Versuche wurde gefunden, daß die geeignete Temperatur
des warmen Wassers bei 50 ' C oder darüber liegt, mit einem Optimum von 65 bis 90° C. Eine
geeignete Eintaiiclulaue." liegt beispielsweise bei 0,05
bis 10 Sekunden. Wenn die Temperatur des warmen Wassers weniger als 50' C beträgt, wird die Erschei-Hung
des Weißwerdens nicht genügend beschleunigt, um die volle gewünschte Wirkung zu erzielen. Im
weiteren ist das Eintauchen des beschichteten Leiters in warmes Wasser auf Grund der Dämp.ungswirkung
des Wassers auch wirksam zur Verhütung von Vibralionen des beschichteten Leiters.
Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Nach Passage des beschichteten Leiters durch den Heißwassertrog 11, wie in Fig. 2, läuft
dieser, vor dem Trocknen, dem Schäumen durch Erhitzung und dem Aufwickeln auf eine Spule, durch
den Tunnel 12, in welchem Heißluft auf seine Oberfläche geblasen wird. In dieser Ausführungsform wird
die Erscheinung des Weißwerdens mehr beschleunigt ttls in der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform.
Wenn der mit einer Lösung kristallinen Polymers beschichtete Leiter, wie in Fig. 2 g ?eigt, durch den
Heißwassertrog 11 läuft, wird wohl die Abtrennung angehäufter Polymerteilchen beschleunigt, jedoch
kann das in der Beschichtung enthaltene Lösungsmittel noch nicht genügend verdampft werden, wodurch
Anteile des Lösungsmittels noch an der Oberfläche der Beschichtung und in den Zwischenräumen
zwischen den angehäuften Polymerteilchen zurückbleiben.
Solche Lösungsmittelrückstände können durch Passage des beschichteten Leiters durch den
Meißlufttunnel 12 besser zur Verdampfung gebracht werden, woraus eine weitere Beschleunigung der Erscheinung
des Weißwerdens resultiert.
Nachstehend wird das erfindungsgcmäße Verfahren an Hand von Beispielen erläutert.
wurde. (Die bis zum Auftreten des Weiüwerdens benötigte Zeit ist in Sekunden angegeben und bedeutet
die Zeitspanne vom Moment des Verlassens des Lösungstankes bis zum Moment des W-'ißwerdens.)
| Knnvcn- | Eingetaucht | Anblasen um | |
| l i 1111 e M1 .· ■> | wahrend | fill C I nil mich | |
| Muster M τ- |
Verfuhren | 5 Sekunden | I inlaiichcn |
| ΓΝ Γ. | in Wasser | wahl cm! | |
| von 75 ■ C | 5 Sekunden | ||
| 27 | in Wasser | ||
| 1 | ~)~> | 13 | vnn 75 C |
| 2 | ~n | 12 | 9 |
| 20 | 12 | S | |
| 4 | 24 | 12 | y |
| 5 | i;> | 9 | |
| Durch | 23 | 9 | |
| schnitt | 12 | ||
| 9 | |||
Ein Kupferdraht von 0,32 mm Durchmesser wurde •lit einer Lösung, enthaltend 28 Gewichtsprozent
l'olyäthylen hoher Dichte in Xylol, bei 130' C belchichtet
und anschließend während 5 Sekunden in Wasser von 75 C eingetaucht. Derart hergestellte
Muster und solche, welche nach dieser Beschichtung und Warmwasserbchandlung durch Aufblasen von
Luft einer Temperatur von 60" C und einer Geschwindigkeit
von 1 m/Sek. nachbehandclt worden waren, wurden mit Mustern, welche nach konventioneller
Methode hergestellt worden waren, verglichen, indem die bis zum Auftreten des Weißwerdens
benötigte Zeit gemessen wurde. Der Durchmesser all der beschichteten Muster wurde auf ungefähr
0,55 mm eingestellt, um den Einfluß von Dickenschwankungen
der Beschichtung in dieser Verglcielisprüfung
auszuschalten. Die nachstehend angeführten Resultate beweisen, daß das angestrebte Ziel erreicht
Als Resultat zahlreicher Versuche wurde gefunden, daß die geeignete Lufttemperatur 350C oder mehr
beträgt und das Optimum bei 45 bis 65 C liegt.
F i g. 4 ist eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Wie in den Fig. 2 und 3 ist der Heißwassertrog mit 11 bezeichnet, und 13 bezeichnet einen
Tank, enthaltend eine Flüssigkeit, welche mit dem zur Herstellung der Lösung des kristallinen Polyäthylens
oder -propylens verwendeten Lösungsmittel verträglich ist. Wie vorstehend angeführt, wird der
mit einer Lösung des kristallinen Polymers beschichtete Leiter zuerst in den Heißwassertrog Il und anschließend
in die Flüssigkeit des Tanks 13 getaucht, nachher im Trocknungstunnel 3 getrocknet, hierauf
im Schäumungsofcn 4 zum vollständigen Schäumen der Beschichtung erhitzt und schlußendlich wie üblich
auf Spule 5 gewickelt.
Wie bereits erwähnt, beschleunigt das Eintauchen des beschichteten Leiters in warmes Wasser das
Weißwerden. Wenn jedoch der beschichtete Leiter nur durch den Heißwassertrog 11 läuft, verdampft
das Lösungsmittel nicht genügend, sondern bleibt zum Teil an der Oberfläche der Beschichtung und in
den Zwischenräumen zwischen ilen angehäuften Polymerteilchen zurück. Diese Lösungsmitielrückständc
werden beschleunigt gelöst und extrahiert 5" durch Passage durch die Flüssigkeit im Tank 13, wodurch
das Weißwerden weiterhin beschleunigt wird. Als Flüssigkeiten für diesen Zweck können für eine
Lösung des kristallinen Polyäthylens oder -propylens in Xylol beispielsweise Alkylalkohole, chlorierte und
aromatische Kohlenwasserstolle verwendet werden, und die Temperatur der Flüssigkeit kann von Raumtemperatur
sein, obwohl es vorzuziehen ist, wenn sie bei 50° C oder darüber liegt.
B c i s ρ i e 1 2
Wie im Beispiel 1 wurde ein Kupfeidi.iht von
0,32 mm Durchmesser mit einer Lösung, enthaltend 28 Gewichtsprozent Polyäthylen hoher Dk hit.· πι
Xylol, bei 130"C beschichtet. Der beschichtet Leiter
wurde unmittelbar nach der Beschichtung während 3 Sekunden in Wasser von 75 ' C und ansihli<
ßenci ein Teil davon während 2 Sekunden und em
45
Teil davon während 4 Sekunden in n-I'ropanol von
53 C eingetaucht. Die zinn Weißwerden benötigte
Zeitdauer dieser Muster wurde im Vergleich zu solchen, welche nach konventioneller Methode hergestellt
worden waren, wie im Beispiel I angegeben, s gemessen. Der Durchmesser all der beschichteten
Musler wurde auf ungefähr 0,55 mm eingestellt, um den Einfluß von Schwankungen in der Beschichtungsdicke
während diesen Vergleiehsmcssungen auszuschalten. Gegenüber der von den nach konven- i(;
tionellem Verfahren hergestellten Mustern benötigten Zeitdauer von 20 bis 27 Sekunden war die von den
nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren hergeslelltcn Mustern benötigte Zeitdauer auf 9 bzw.
10 Sekunden reduziert. i«
Wie bereits erwähnt, beschleunigt das crfindungsgeinäßc
Verfahren die Erscheinung des Weißwerdens, welches eine Vorbedingung für das Schäumen der
Beschichtung darstellt, durch Hintauchen in warmes Wasser, Hintauchen in warmes Wasser und Aufblasen
warmer Luft oder durch Eintauchen in warmes Wasser und anschließend in eine Flüssigkeit. Es zeigt die
Vorteile, daß die Herstcllungsgcschwindigkcit erhöht
wird, ohne daß sie durch die Art des verwendeten l'olyiilliylcns oder -prnpylcns beeinflußt wird, und
daß diese Geschwindigkeit während allen Jahreszeiten, ohne Beeinflussung durch Wechsel in den
atmosphärischen Bedingungen, eingehalten werden kann.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung eines mit geschäumtem Kunststoff isolierten elektrischen Leiters,
bei dem der elektrische Leiter zunächst mit einer Lösung eines kristallinen Polymers beschichtet,
dann getrocknet und anschließend zur Urzeugung geschlossener Schaumzcllcn in der
Beschichtung erhitzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der beschichtete Leiter vor
dem Trockenvorgang in Wasser mit einer Temperatur von mindestens 50° C eingetaucht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der warmen
Luft, die nach dem Eintauchen in warmes Wasser und vor dem Trocknen und Erhitzen auf die
Oberfläche des beschichteten Leiters aufgeblasen wird, mindestens 35° C beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der beschichtete elektrische
Leiter nach dem Eintauchen in warmes Wasser und vor dem Trocknen und Erhitzen zur Erzeugung
der geschlossenen Zeilen in der Beschichtung in eine Flüssigkeit eingetaucht wird, welche
mit dem zur i.terstcllung der Lösung des kristallinen
Polyäthylens oder -propylens verwendeten Lösungsmittels verträglich ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß n-PropanoI mit einer Temperatur
von mindestens 50° C verwendet wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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