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Das Hauptpatent 1291975 betrifft einen geschlossenen Faltenbalgen
zum Schutz von Führungen u. dgl. an Werkzeugmaschinen, der mindestens eine in Längsrichtung
des Faltenbalgens sich erstreckende Trennstelle aufweist, die nach dem Überschieben
des Faltenbalgens quer zur Führung, z. B. durch Verkleben der Längsränder, verschließbar
ist. Gemäß der Erfindung nach dem Hauptpatent ist an mindestens einer Seite der
Trennstelle die Balgenwand unter Erhalt der Faltung nach außen abgewinkelt, wobei
mit diesem abgewinkelten Teil der Balgenwand ein dazu paralleler Wandteil korrespondiert
und die miteinander korrespondierenden Teile nach Art einer Verzahnung ineinandergreifen.
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Die Erfindung nach dem Hauptpatent bringt den Vorteil, daß die Trennstelle
eines eng an die zu schützende Führung, z. B. eine Säule, angepaßten Faltenbalgens
bequem geschlossen werden kann. Vor allem ist das Verkleben der Trennstelle leicht
möglich geworden, da ausreichend große und bequem zugängliche Klebeflächen geschaffen
wurden.
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Bei der Erfindung nach dem Hauptpatent wird bewußt in Kauf genommen,
daß die Abwinklungen über den Balgenumriß nach außen vorragen. Dieser vorragende
Teil stört in der Regel nicht. Um unter Beibehaltung des Erfindungsgedankens nach
dem Hauptpatent den Balgen auch dort verwenden zu können, wo nach außen ragende
Abwinklungen an der Trennstelle stören würden, soll durch die vorliegende Zusatzerfindung
ein Balgen vorgeschlagen werden, bei dem nach außen ragende Teile vermieden sind.
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Dies wird gemäß der Zusatzerfindung dadurch erreicht, daß die Balgenwand
nach innen abgewinkelt ist. Die nach innen gerichteten Abwinklungen können sowohl
im Bereich einer Ecke des Bargens als auch zwischen zwei Ecken des Bargens liegend
angeordnet werden. Ausführungsformen hierzu werden noch beschrieben werden. Bei
der Zusatzerfindung ist der Vorteil großer, sich überlappender Verbindungsflächen,
vorzugsweise Klebeflächen, beibehalten, während über den Balgenumriß nach außen
ragende Teile vermieden sind.
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Weitere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
beschrieben. Vorteilhafterweise sind die Versteifungen der Balgenwände in den Bereichen
der Wandabwinklungen so zugeschnitien, daß sie sich berühren. Dies hat den Vorteil,
daß die Wandabwinklungen durch die Versteifungen abgestützt werden, so daß sie einem
Wegdrücken nach innen einen Widerstand entgegensetzen. Dies ist für den Verbindungsvorgang,
z. B. für das Verkleben, von Vorteil, da die Wandabwinklung gegenüber dem Verklebungsdruck
nicht ausweicht.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigt F i g. 1 eine Seitenansicht eines einteiligen Bargens gemäß einer ersten
Ausführungsform der Erfindung. F i g. 2 eine Draufsicht auf den Balgen nach F i
g. 1 in Richtung des Pfeiles II in F i g. 1, F i g. 3 eine Seitenansicht eines zweiteiligen
Balgen. gemäß der Erfindung, F i g. 4 eine Draufsicht auf den Balgen nach F i g.
@5 in Richtung des Pfeiles IV in F i g. 3, F i g. 5 eine Seitenansicht eines zweiteiligen
Baigens aus zwei im Querschnitt U-förmigen Teilen mit Wechselfaltung, F i g. 6 eine
Draufsicht in Richtung des Pfeiles VI in F i g. 5, F i g. 7 eine Seitenansicht eines
zweiteiligen Balgen. aus zwei im Querschnitt U-förmigen Teilen mit Spitzfaltung,
F i g. 8 eine Draufsicht in Richtung des Pfeiles VIII in F i g. 7, F i g. 9 eine
Seitenansicht eines einteiligen Bargens, bei dem die Trennstelle zwischen zwei Ecken
des Bargens angeordnet ist, und F i g. 10 das Faltenbild eines geradegestreckten
Bargens links für eine Spitzfaltung und rechts für eine Wechselfaltung.
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Der in den F i g. 1 und 2 dargestellte Faltenbalgen ist z. B. zum
Schutz einer Säulenführung geeignet. Bei der Montage des Bargens wird dieser an
seiner Trennstelle 1 so weit aufgebogen, daß er sich von der Seite her über die
Führungssäule od. dgl. schieben läßt.
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Der Balgen ist in an sich bekannter Art und Weise gefaltet, wobei
an den drei Ecken 2, 3 und 4 eine sogenannte Wechselfaltung angewendet ist. Bringt
man beispielsweise die Wandteile 5 und 6 in eine Ebene und streckt den Balgen gerade,
so erhält man das in F i g. 10 rechts dargestellte Faltenbild, d. h. eine Zickzacklinie
mit den Linienstücken a, b und parallele Faltlinien c, d. Alle Faltlinien
c liegen beim Wandteil 6 in F i g. 1 gesehen außen und alle Faltlinien d innen.
Die schrägen Stücke a, b projizieren sich in F i g. 1 in eine einzige Linie.
Jenseits der Ecke 2 jedoch liegen die Faltlinien d außen und die Faltlinien c innen.
Da Außenfaltlinien und Innenfaltlinien abwechseln, spricht man in diesem Falle von
einer Wechselfaltung.
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An der Trennstelle 1 ist ein kurzes Stück 9 des Wandteils 5 nach innen
abgebogen, und zwar mittels einer sogenannten Spitzfaltung. Würde man den Wandteil
9 in die gleiche Ebene bringen wie den Wandteil s und dann die Falten geradestrecken,
so würde man das in F i g. 10 links dargestellte Faltenbild erhalten. Dieses Faltenbild
hat ebenfalls eine Zickzacklinie mit den Linienstücken e, f und mit parallelen
Linien g, h. Zusätzlich erhält man eine zu den Linien g, h senkrechte Faltlinie,
die aus den Stücken i, k zusammengesetzt ist.
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In der Zeichnung nach F i g. 1 projizieren sich die Zickzacklinienstücke
e, f wieder in eine einzige Linie. Ebenfalls projizieren sich die Teile
i, k der zusätzlichen Faltlinie in eine Linie. Die Linien g der parallelen
Faltlinien g, h erscheinen am Wandteil 5 außen (die Linien d, g fallen in F i g.
1 zusammen) und die Faltlinien hinnen (fallen zusammen mit den Faltlinien c). Am
abgewinkelten Wandteil 9 erscheinen die Falten h innen und die Falten g außen. Es
fehlt also der Wechsel zwischen Außenfalte und Innenfalte, wie er bei der Wechselfaltung
(Ecken 2, 3, 4) vorkommt. Die Faltung an der Trennstelle wird, wie gesagt, als Spitzfaltung
bezeichnet.
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Mit dem abgebogenen Wandteil 9 korrespondiert das freie Ende des Balgenwandteils
B. Dieses freie Ende greift nach Art einer Verzahnung in die Falten des abgebogenen
Wandteils 9 ein, wie aus F i g. 2 zu ersehen ist. Die F i g. 1 und 2 zeigen den
Balgen im Zustand vor der Verklebung.
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Bei der Ausführungsform nach F i g. 3 ist der Balgen zweiteilig ausgeführt.
Er besteht aus einem im Querschnitt C-förmigen rechten Teil und einem geraden linken
Teil. Der C-förmige Teil besteht aus den Wandteilen 10,11,12, die über zwei Wechselfaltungen
ineinander
übergehen, und abgewinkelten Wandteilen 13, 14, die über eine Spitzfaltung aus den
Wandteilen 10 und 12 gebildet sind. Der gerade Wandteil
15 hat keine Abbiegungen. Er greift nach Art einer Verzahnung zwischen die
Falten der abgebogenen Wandteile 13 und 14.
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Bei der Ausführungsform nach den F i g. 5 und 6 besteht der Balgen
aus zwei im Querschnitt C-förmigen Teilen 16, 17. Der Teil 16 hat die Wandteile
18, 19, 20, und der Teil 17 die Wandteile 21, 22, 23. Alle Wandteile gehen über
Wechselfaltungen ineinander über. Beim Zusammenbau dieses Balgens wird zunächst
der Teil 16 mit den längeren Schenkeln über die zu schützende Führung geschoben
und dann der Teil 17 so angebracht, daß die Falten der Wandteile 21, 22 nach
Art einer Verzahnung in die Wandteile 18, 20 eingreifen. Die Wandteile
18, 20 sind bei 18 a bzw. 20a schräg abgeschnitten. Nach dem Einschieben
der Wandteile 18, 20 in die Wandteile 21, 23
stoßen die schrägen Kanten
18 a, 20 a an den schrägen Faltkanten 21 a, 23 a an. Dies hat den Vorteil, daß durch
den erzielten Halt die Verklebung erleichtert ist.
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Bei der Ausführungsform nach den F i g. 7 und 8 sind ebenfalls zwei
im Querschnitt U-förmige Balgenteile 24 und 25 verwendet. Der Balgenteil 24 besteht
aus den Wänden 26, 27, 28 und der Balgenteil 25 aus den Wänden 29, 30, 31. In diesem
Fall gehen alle Wandteile durch Spitzfaltungen ineinander über. Die Wandteile 30,
31 des Balgenteils 25 sind an ihren Rändern zickzackförmig zugeschnitten, wie dies
insbesondere aus der Draufsicht nach F i g. 8 zu ersehen ist. Die jeweils eine Spitze
bildenden Schnittkanten 32, 33 projizieren sich in F i g. 7 gesehen in eine Linie.
Beim Zusammenbau dieses Balgend werden die Wandteile 30, 31 so weit auf die Wandteile
27, 28 aufgeschoben, daß die Spitzen 34 bis annähernd in die Ecken 35 des Balgenteils
24 reichen. Hierbei ist es sowohl möglich, die Wandteile 27, 28 von außen her zu
übergreifen, als auch die Wandteile 27, 28 die Wandteile 30, 31 übergreifen zu lassen.
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In F i g. 9 ist wieder ein einteiliger Balgen dargestellt. Dieser
hat durchgehende Wandteile 36, 37, 38, die über w'echselfaltungen ineinander übergehen,
und einen weiteren Wandteil, der aus den Abschnitten 39 a und 39 b besteht.
An den Wandteil 39 a ist über eine Spitzfaltung ein kurzes Wandteil 40 angeschlossen,
während an den Wandteil 39 b ein ebenfalls kurzer Wandteil 41 über eine Wechselfaltung
angeschlossen ist. Die Länge dieser abgebogenen Wandteile 40, 41 ist nur wenig größer
als die Faltenhöhe 1z. Bei der Montage dieses Balgend werden die Wandteile 40, 41
ineinandergeschoben, wobei sich die Schrägaußenkanten 42 an die Schräginnenkanten
43 anlegen. Durch die kurze Ausbildung der Wandteile 40, 41 erreicht man, daß diese-
nicht in den Hohlraum 44 des Balgend hineinragen, was zur Folge hätte, daß der Balgen
für die Umhüllung von Säulen großen Durchmessers nicht geeignet wäre bzw. daß der
Balgen im Durchmesser unnötig groß gemacht werden müßte.
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Das Material, aus dem die Balgen hergestellt sind, ist in der Regel
mehrschichtig, wobei eine Schicht als Versteifung dient. Um die Eckfaltungen vornehmen
zu können, muß die Versteifung angeschnitten und je nach Faltung auch teilweise
entfernt werden Bei einer Wechselfaltung (F i g. 10 rechts) genügt es, die Versteifung
längs der Zickzacklinie a, b zu durchschneiden. Nach Durchführung der Faltung stützen
sich dann die Versteifungen der zueinander senkrechten Wandteile aneinander ab.
Dies hat den Vorteil, daß sich die Ecken nicht zusammendrücken lassen. Dies ist
insbesondere auch deshalb von Vorteil, weil die kurzen abgewinkelten Wandteile beim
Verkleben nicht ausweichen können.
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Bei einer Spitzfaltung muß die Versteifung in den Bereichen weggeschnitten
werden, die in F i g. 10 links schraffiert sind. Jeder solche Bereich ist dreieckförmig
und besteht aus den Teilen l und m. Der Wandteil m liegt nach der
Faltung an der in F i g. 1 mit in bezeichneten Stelle. Der Teil
l ist in F i g. 1 nicht sichtbar, da er hinter der Faltenwand liegt. Auch
bei einer Wechselfaltung erreicht man, wenn man die Versteifung nur im Bereich der
schraffierten Dreiecke wegnimmt, ein Abstützen der abgebogenen Wandteile mit Hilfe
der Versteifung am benachbarten Wandteil.