DE1648512C3 - Verfahren und Vorrichtung zur Markierung oder Beseitigung einer Unwucht eines Wuchtkörpers - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Markierung oder Beseitigung einer Unwucht eines WuchtkörpersInfo
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Description
Es sind Unwuchtmeßvorrichtungen bekannt, bei denen der Wuchtkörper nach Beendigung des Meßvorganges
in eine die Markierung oder den Unwuchtsausgleich ermöglichende Winkellage eingedreht
wird. Da das Eindrehen des Wuchtkörpers und des Markieren oder der Ausgleich seiner Unwucht
ziemlich viel Zeit beansprucht, verwendet man beim serienmäßigen Auswuchten von Wuchtkörpern, z. B.
von Kraftfahrzeugfeifeh, Ankern von Elektromotoren, Kurbelwellen od. dgl. auch Anlagen, bei denen
die Markierung oder der Ausgleich der Unwucht auf dem Drehtisch einer in gewisser Entfernung von der
Meßvorrichtung angeordneten Markier- oder Ausgleichseinrichtung vorgenommen wird. Man geht dabei
so vor, daß sowohl die Aufnahme der Meßvorrichtung als auch der Drehtisch der Markier- oder
Ausgleichseinrichtung in eine sogenannte »Null-Position« eingedreht werden, und zwar erstere nach
Beendigung des Auslaufes — jedoch bevor der Wuchtkörper abgenommen wird — und letztere nach
Ahnahme des beim Serienwuchten vorausgehenden Wuchtkörpers, jedoch bevor üer neue Wuchtkörper
auf dem Drehtisch aufgespannt wird.
Des weiteren ist es bekannt, beim Meßlauf sowie bei einem nachfolgenden Kontrnliauf einen Induktionsanirieb
zu verwenden. Besitzt der Wuchtkörper eine bestimmte Geometrie, beispielsweise die einer
Kurbelwelle, dann nimmt nach Beendigung des Meßlaufes der Wuchtkörper zwangläufig eine Winkellage
bei 0° oder bei 180" ein (Sonderdruck aus
ίο »Werkstatt und Betrieb« 92. Jahrgang 1959, Heft 3,
S. 1, 8, 10. 11). Besitzt jedoch der auszuwuchtende Körper eine beliebige geometrische Form, so muß
durch eine besondere Markierung, beispielsweise durch Anbringen einer Nut, eine Nullpositionierung
erfolgen.
Die zwischen der Meßvorrichtung und der Markier- oder Ausgleichsvorrichtung angeordnete Transporteinrichtung
ist dabei so beschaffen, daß Jie Winkellage des Unwuchtkörpers während des Transpor-
ao tes nicht verändert wird. Da sich der Drehtisch d^r
Markier- oder Ausgleichseinrichtung in der gleichen Winkelstellung wie die Aufnahme der Meßeinrichtung
— nämlich in der vorher festgelegten Null-Position — befindet und die Winkellage des Unas
wuchtkörpers beim Transport nicht verändert wird, arbeitet diese Anlage genauso, als wenn der Wuchikörper
unmittelbar auf der Meßvorrichtung markiert oder ausgewuchtet werden würde. Da jedoch während
des Transportes bzw. während des Markier-
oder Ausgleichsvorganges bereits ein neuer Wuchtkorper
auf der Meßvorrichtung gemessen werden kann, erhält man eine wesentlich größere Stundenleistung der
Anlage im Vergleich zu Vorrichtungen, bei denen der Wuchtkorper direkt auf der Meßvorrichtung ausgewuchtet
oder markiert wird.
Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Leistungsfähigkeit der in
Rede stehenden Anlagen dadurch noch erheblich zu erhöhen, daß die für das Eindrehen der Aufnahme
der Meßvorrichtung in die Null-Position benötigte Zeit eingespart werden kann.
Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung ' besteht somit darin, daß der Wuchtkorper in derjenigen
Winkellage der Meßeinrichtung entnommen wird, in der die Aufnahme beim Auslauf der Rotationsbewegung
zufällig stehengeblieben ist und daß außer dem Meßwinkel diese Aus'aufwinkellage der
Markier- oder Ausgleichseinrichtung übermittelt wird.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist im Anspruch 2 aufgezeigt.
In der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungsform einer Vorrichtung gemäß der Erfindung
schematisch dargestellt.
Eine Unwuchtmeßvorrichtung 1 bekannter Bauart besitzt eine Aufnahme 2, auf welcher ein Wuchtkorper
3 aufgespannt werden kann. Der Wuchtkorper 3 wird durch einen in die Meßvorrichtung 1 eingebauten
Motor auf höhere Drehzahl gebracht. Die Lagerschwingungen der Welle der Aufnahme 2 werden
mittels eines elektromechanischen Wandlers abgetastet und in bekannter Weise mittels einer Meßelektronik
4 ausgewertet. In der Meßelektronik 4 werden
«5 für die Unwuchtgröße und den Unwuchtwinkel des
Wuchtkörpers 3 charakteristische Spannungswerte gespeichert.
Der Meßvorrichtung 1 ist eine in beliebiger Entfer- ,
nung angeordnete Markier- oder Ausgleichseinrichtung
5 zugeordnet, weiche einen Drehtisch 6 besitzt.
Her Wuchtkörper 3 kann mittels einer schematich angedeuteten Transporteinrichtung 7 von der Aufnahme!
zu dem Drehtisch 6 &o befördert werden, daß sich seine Winkellage nicht ändert.
Mit der Unwuchtmeßvorrichiung 1 sind ein DrehfeldsyslemS
und eine DrchzahlrneßeinrichtungÖ drehstarr gekuppelt.Weiterhin ist ein Drehfeldsystem
iO vorgesehen, weiches mittels einer Kupplung 11 \o
mit der Welle des Drehtellers 6 der Markier- und Ausgleichseinrichtung 5 gekuppelt werden kann.
Ein Netzgerät 12 versorgt die Drehfeldsysteme8
und 10, die Unwuchüneßvorrichtung 1 und die Meßelektronik
4 mit den erforderlichen Spannungen. Zum Messen werden Schalter 13, 14, 15 und 16 in ihre
obere Stellung und zum Synchronisieren der Winkellage zwischen der Aufnahme 2 und dem Drehteller 6
in ihre untere Stellung mittels eines Umschaltrelais 17 verschwenkt. Weiterhin ist eine Meßzustandsüber- so
wachungseinrichtung 18, ein Kupplungsschall· und überwachungsgerät 19, eine Synchron-sierübenvachungseinrichtung
20 und eine Relaisanordnung 21 vorgesehen.
Die Wirkungsweise der dargestellten Vorrichtung as
ist folgende: \
Der Wuchtkörper 3 wird auf der Aufnahme 2 der Unwuchtmeßvorrichtung 1 aufgespannt. Zur Ermittlung
der Unwucht wird die Aufnahme 2 mit dem Wuchtkörper 3 auf höhere Drehzahl gebracht. N?ch
Feststellung der Unwucht und Speicherung der zugeordneten Spannungen in der Meßelektronik 4
schließt der Kontakt in der Meßzustandsüberwachungseinrichtungl8;
gleichzeitig wird die Welle der Aufnahme 2 abgebremst. Wenn der Abbremsvorgang so weit fortgeschritten ist, daß entsprechend der Drehgeschwindigkeit
der Welle der Aufnahme 2 nur noch eine einzige Umdrehung derselben zu erwarten ist,
dann wird über die Drehzahlmeßeinrichtung 9 ein Kontakt nx geschlossen. Mit dem Schließen des Kontaktes
nx wird über die zuvor bereits geschlossene Meßzustandsüberwachungseinrichtung 18 das Umschaltrelais
17 betätigt, welches die Kontakte 13, 14, 15 und 15 aus ihrer oberen Stellung »Messen« in die
untere Stellung »Synchronisieren« verschwenkt. Die Kupplung 11 ist offen. In dieser Stellung sind die
beiden Drehfeldsysteme 8 und 10 miteinander gekoppelt. Die Wellen derselben kommen in Winkelstellungsübereinstimmung.
Die Synchronisation wird von der Synchronisierüberwachungseinrichtung 20 überwacht. Sobald die Aufnahme 2 der Meßvorrichtung
1 in Ruhe ist, schließt der Kontakt n„ in der Relaisanordnung
21. Inzwischen hat auch der zugeordnete Kontakt in der Synchronisierüberwachungseinrichtung
20 geschlossen. Die Kupplung 11 wird eingeschaltet und kuppelt den Drehtisch 6 mit dem
Drehfeldsystem 10, das in Stellungsübereinstimmung mit dem Drehfeldsystem 8 ist.
Die Winkelstellung, in welcher die Aufnahme 2 bei ihrem Auslauf stehenbleibt, ist selbstverständlich bei
jedem Meßvorgang eine andere. Es ist nicht erforderlieh, daß die Aufnahme 2 der Meßvorrichtung in eine
sogenannte »Null-Position« nach dem Auslauf eingedreht wird. Der Wuchtkörper kann vielmehr sofort
nach Stillstand der Aufnahme 2 entnommen werden, wodurch erheblich Zeit gespart wird, zumal der Eindrehvorgang
ziemlich langsam verläuft. Da der Wuchtkörper 3 bei dem Transport zu dem Drehteller
6 seine Winkellage nicht ändert und da der Drehteller 6 über die elektrische Welle zwischen den
Drehfeidsystemen 8, 10 in der gleichen Winkellage steht, in welcher die Aufnahme 2 stehengeblieben iss,
kann also der Wuchtkörper 3 in der Ausgleichs- oder Markiereinrichtung 5 so behandelt werden, als wäre
er überhaupt nicht von der Aufnahme 2 abgenommen worden. Dies bedeutet also, daß unter Steuerung
der Meßelektronik 4 nun in bekannter Weise der Wuchtkörper3 so eingedreht wird, daß seine schwere
Stelle unter einem geeigneten Werkzeug, z. B. einem Bohrer, oder an einer feststehenden Markiereinrichtung
zu liegen kommt oder daß seine leichte Stelle an
einer Einrichtung liegt, welche Material zum Ausgleich
der Unwucht oder Ausgleichsgewichte hinzufügt.
Nachdem die beiden Drehfeldsysteme in winkella-, genrnäßige Übereinstimmung gebracht sind, fällt die
Kupplung 11 ab. Dadurch wird der Kontakt im Kupplungsschalt- und Überwachungsgerät 19 geöffnet.
Auf diese Weise fällt das Umschaltrelais 17 ab und die Kontakte 13. 14, 15 und 16 werden wieder
in ihre obere Stellung umschaltet. Damit kann von der Meßelektronik 4 die Unwucht des nächsten ajl
der Aufnahme2 aufgespannten Wuchtkörpers 3 ermittelt werden.
Bei dem abgewandelten Verfahren entfällt da: Eindrechen des Drehtellers 6 durch ein zugeordnetes
Drehfeldsystem. Der Drehteller bleibt also in derjenigen Stellung stehen, in welcher dei letzte Wuchtkörper
3 abgenommen wurde. Diese Stellung ist betcanm
und kann in der Meßelektronik gespeichert werden. Wenn nun der Meßelektronik 4 noch diejenige Stellung
gemeldet wird, in welcher die Aufnahme 2 nach dem Meßvorgang des nachfolgenden Wuchtkörpers
stehengeblieben ist, kann aus den Winkelstellungen der Aufnahme 2 und des Drehtellers 6 eine Differenz
oder eine Summe gebildet werden. Wenn nun der Wuchtkörper von der Transporteinrichtung 7 zu dem
Drehteller 6 befördert wird, dann steht dieser um die genannte Differenz oder Summe »falsch«. Beim Eindrehvorgang
muß also diese Summe oder Differenz von dem gemessenen Unwuchtwinkel abgezogen oder
iiinzuaddiert werden, je nachdem in welchem Drehsinn die Winkel gemessen werden bzw. der Eindrehvorgang
verläuft. Die Additionen werden von der Meßelektronik durchgeführt. In vereinfachter mechanischer
Ausgestaltung kann man Kontaktscheiben verwenden., die an Stelle der wesentlich schwereren
Aufnehme 2 bzw. des Drehtellers 6 gedreht werden. Für die Drehung können Drehfeldsysteme verwendet
werden. Man kann jedoch die Welle der Aufnahme und des Drehtellers 6 auch mit Ringpotentiometern
verbinden und Spannungen addieren.
Claims (2)
1. Verfahren zur Markierung oder Beseitigung einer Unwucht eines Unwuchtkörpers, t»ei dem
der Wuchtkörper zwecks Bestimmung seiner Unwucht auf einer Meßeinrichtung rotiert und bei
dem der Wuchtkörper nach Beendigung des Meßvorganges zu einer Markier- oder Ausgleichseinrichtung
unter Beibehaltung seiner Winkellage transportiert wird und die Unwuchtwerte an die Markier- oder Ausgleichseinrichtung
durchgegeben werden und der Wuchtkörper in die Ausgleichsposition eingedreht wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Wuchtkörper
in derjenigen Winkellage der Meßeinrichtung entnommen wird, in der die Aufnahme der
Meßeinrichtung beim Auslauf des Meßlaufs zufällig stehengeblieben ist, daß neben dem gemessenen
Unwuchtwinkel diese Auslaufswinkellage an die Markier- und Auslaufseinrichtung übermittelt
wird und daß durch Summen- oder Differenzbildung der Winkellage der Markier- oder
Ausgleichseinrichtung, in welcher fax vorhergehende
Wuchtkörper entnommen wurde, der Auslaufswinkellage der Aufnahme in der Meßeinrichtung
sowie dem Unwuchtwinkel der Eindrehwinkel eingestellt wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, enthaltend eine Meßeinrichtung,
eine Transporteinrichtung und eine Ausgleichseinrichtung, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufnahme (2) der Meßeinrichtung (1) drehschlüssig mit einem ersten Drehfeldsystem
(8) verbunden ist, daß ein zweites Drehfeldsystem
(10) vorgesehen ist, welches über eine Kupplung
(11) mit dem Drehtisch (6) der Markier- oder Ausgleichseinrichtung (5) drehschlüssig verbindbar
ist und daß eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, welche am Ende des Meßlaufs die beiden
Drehfeldsysteme zu einer elektrischen Welle zusammenschaltet.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE19671648512 DE1648512C3 (de) | 1967-07-03 | 1967-07-03 | Verfahren und Vorrichtung zur Markierung oder Beseitigung einer Unwucht eines Wuchtkörpers |
| DE19681998280 DE1998280U (de) | 1967-07-03 | 1968-08-22 | Verfahren und vorrichtung zur markierung oder beseitigung einer unwucht eines wuchtkoerpers. |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19671648512 DE1648512C3 (de) | 1967-07-03 | 1967-07-03 | Verfahren und Vorrichtung zur Markierung oder Beseitigung einer Unwucht eines Wuchtkörpers |
Publications (3)
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|---|---|
| DE1648512A1 DE1648512A1 (de) | 1971-04-08 |
| DE1648512B2 DE1648512B2 (de) | 1973-07-12 |
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ID=5684719
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19671648512 Expired DE1648512C3 (de) | 1967-07-03 | 1967-07-03 | Verfahren und Vorrichtung zur Markierung oder Beseitigung einer Unwucht eines Wuchtkörpers |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Families Citing this family (4)
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| DE3204016A1 (de) * | 1982-02-05 | 1983-08-18 | Wolf-Dieter 6100 Darmstadt Reutlinger | Verfahren und vorrichtung zur positionierung von auszuwuchtenden werkstuecken |
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| DE102004044470B4 (de) * | 2004-09-15 | 2006-11-09 | Bayerische Motoren Werke Ag | Wuchtanlage zum statischen Auswuchten von luftbereiften Fahrzeugrädern, insbesondere von luftbereiften Leichtmetallrädern |
-
1967
- 1967-07-03 DE DE19671648512 patent/DE1648512C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE1648512B2 (de) | 1973-07-12 |
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