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Verfahren und Vorrichtung zum Sterilisieren und/oder Desinfizieren
von thermolabilen medizinischen Gebrauchsgegenständen Die Erfindung betrifft ein
Verfahren und eine Vorrichtung zum Sterilisieren und/oder Desinfizieren von thermolabilen
medizinischen Gebrauchsgegenständen.
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Bekanntermaßen ist eine einwandfreie Sterilisierung, insbesondere
mit Hilfe weitgehend luftfreier Sattdampfatmosphäre bei einer Temperatur von etwa
1200 C entsprechend einem Druck von 2 kp/cm2 absolut bei ausreichend kurzen Einwirkungszeiten
möglich. Der artige Uber 1000 C liegende Temperaturen sind Jedoch fUr zahlreiche
medizinische Gebrauchsgegenstände zu hoch, und die Anzahl dieser thermolabilen medizinischen
Gebrauchsgegenstände wächst ständig mit der Weiterentwicklung der medizinischen
Wissenschaft und Technik. Zu derartigen thermolabilen medizinischen Gebrauchsgegenständen
gehören insbesondere Kunststoff- und Gummiteile, wie sie beispielsweise bei einer
Herz-Lungenmaschine benutzt werden, endo skopi sche Instrumente, schneidendes Instrumentarium,
Katheter, Narkosezubehör, aber auch Wolldecken, Matratzen usw.
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Zur Sterilisierung undXoder Desinfizierung derartiger thermolabiler
medizinischer Gebrauchsgegenstände sind Verfahren un@er
Verwendung
von phlegmatisierten Äthylenoxid oder eines Gemisches von Äthylenoxid und einem
inerten Gas bekannt, bei denen das Gut nach Anlegung eines Vorvakuums und vor der
Behandlung mit Äthylenoxid mit Wasserdampf behandelt wird0 Diese bekannten Verfahren
ftihren nicht in jedem Falle zu einer einwandfreien Sterilisierung bzw. Desinfizierung
derartiger thermolabiler medizinischer Gebrauchsgegenstände unter Anwendung der
gewünschten, verhältnismäßig niedrigen Temperaturen. Die Anwendung dieser Verfahren
läßt auch in mancherlei anderer Hinaicht zu wtinschen übrig.
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Zur Sterilisierung und/oder Desinfizierung wird teilweise fast reines
Äthylenoxid verwendet. Um bei der Lagerung einen Selbstverfall zu verhindern, wird
es phlegmatisiert, Der Siedepunkt des Äthylenoxides liegt bei + 10,50 C. Der Vorteil
bei der Verwendung von praktisch reinem Äthylenoxid ist, daß die Behälter nur unter
einem niedrigen Druck stehen. Der Nachteil liegt in der hohen Explosionsfähigkeit0
In Verbindung mit Luft liegen die Explosionsgrenzen des praktisch reinen Äthylenoxids
zwischen 2,8 bis 100 Vo.%.
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Man hat in dem Bestreben, die Explosionsgefahr zu mindern, das Äthylenoxid
mit Kohlensäure als inerten Gas gemischt. Bekannt sind hierbei insbesondere Gemische
von 80% -90% CO2 mit 20% und 10% Äthylenoxid. Der Nachteil besteht darin, daß infolge
des hohen CO2-Druckes diese Gemische nur in stählernen Hochdruckflaschen vertrieben
werden können.
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Es sind auch zu dem gleichen Zweck Gemische aus etwa 20% Äthylen oxid
und etGr 80% eines Fluor- Hallogen- Metans oder -Äthans oder Äthylens bekannt. Diese
Fluor- Hallogen-Verbindungen
werden unter den warenzeichenrechtlich
geschützten Bezeichnuagen FRIGEN und FREON vertrieben und weisen den Vorteil auf,
daß der Behälter zur Aufnahme des Xthylenoxid-Gas-Gemisches nur unter einem verhältnismäßig
niedrigen Uberdruck zu stehen braucht.
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Der Nachteil besteht darin, daß diese Äthylenoxid-Gas-Gemische sehr
teuer sind0 Sowohl das phlegmatisierte Äthylenoxid als auch alle diese Xthylenoxid-Gas-Gemische
sind ftir die Ausführung des Verfahrens zu gebrauchen.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein Verfahren der Art
zu schaffen, das eine einwandfreie Desinfizierung bzwO Sterilisierung derartiger
thermolabilermedizinischer Gebrauchsgegenstände innerhalb eines möglichst kurzen
Zeitraums bei möglichst geringen Temperaturen und bei einem geringen Aufwand an
Äthylenoxid bzw. Äthylenoxid-Gas-Gemischen ermbglicht.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß nach Fig. 1 und 3 dadurch gelöst,
daß das Gut mehrmalig einem Vorvakuum unter einem absoluten Druck von nicht weniger
als 30 Torr unterworfen wird, wobei das Gut zwischen den Vorvakuumstufen kurzzeitig
mit Wasserdampf von einem Druck behandelt wird, dessen Sättigungstemperatur unter
der für das thermolabile Gut kritischen Temperatur liegt, daß danach das Gut für
eine Dauer von mindestens fünf Minuten, vorzugsweise etwa 20 Minuten, einer Wasserdampfatmosphäre
von etwa dem gleichen Druck und der gleichen Temperatur wie der Wasserdampf der
Zwischenstufe(n) ausgesetzt wird, und daß schließlich das Gut der Einwirkung des
Äthylenoxids bzw. des Äthylenoxid-Gas-Gemisches für eine Dauer und unter Bedingungen
unterworfen wird, die dem jeweiligen Gut angepaßt sind,
Die Erfindung
geht hierbei davon aus, daß eine einwandfreie Sterilisierung oder Desinfizierung
mit Hilfe des Äthylenozids bzw. des Äthylenoxid-Gas-Gemisches innerhalb der gewünschten
kurzen Einwirkungszeit nur unter der Voraussetzung möglich ist, daß vorher wie vegetativen
Keimarten einschließlich der Sporen einer ausreichenden Quellung unterworfen werden.
Bei den bekannten Verfahren dieser Art wird zum Zwecke der Quellung der vegetativen
Keimarten das Gut vor der Einwirkung des Äthylenoxids mit gesättigtem Wasserdampf
behandelt0 Auch die Einführung von Wasserdampf abgebenden Stoffen in die das Gut
aufnehmende Hammer zu dem gleichen Zweck ist bekannt, Es hat sich Je doch gezeigt,
daß bei den bekannten Verfahren nicht genügend berücksichtigt worden ist, daß eine
ausreichende Quellung nur bei einer genügend langen Einwirkungszeit der Wasserdampfatmosphäre
erreichbar ist, und daß hierbei wiederum eine weitgehende Luftfreiheit dieser Wasserdampfatmosphäre
von entscheidender Bedeutung für eine schnelle und wirksame Desinfizierung oder
Sterilisierung des Gutes ist. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die Waeserdampfatmosphäre,
der das Gut vor der Einwirkung des Äthylenoxids ausgesetzt wird, nicht nur der Quellung
der vegetativen Eeimarten dient, stldern auch eine Vorsterilisierung, also eine
Abtötung oder Inaktivierung eines erheblichen Teiles aller vegetativen Keimarten,
bewirkt. Diese Aufgabe der Einwirkung der Wasserdampfatmosphäre kann aber nur bei
weitgehender Luftfreiheit gelöst werden.
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Es ist zwar möglich, eine derart weitgehende Luftfreiheit mit Hilfe
eines hohen Vakuums zu erreichen, die Erzielung eines derart hohen Vakuums ist aber
mit besonders großen baulichen
und betrieblichen Aufwendungen verbunden,
Zu berücksichtigen ist hierbei, daß derartige Geräte Ja für die laufende Desinfizierung
und/oder Sterilisierung von medizinischen Gebrauchs gegenständen dienen sollen,
daß also der apparative Aufwand und die Einfachheit der Bedienung von wesentlicher
Bedeutung für den Wert des Gerätes sind.
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Um, insbesondere in großen Behandlungsräumen von beispielsweise 1
bis 6 m3,sicherzustellen, daß die sich an die Evakuierung anschließende Dampfbehandlung
nur in Anwesenheit von praktisch zu vernachlässigenden Luftresten durchgeführt wird,
benutzt das in Fige 1 und 3 dargestellte Verfahren der Erfindung eine mehrmalige
Vorevakuierung, wobei zwischen den einzelnen Vakuumstufen das Gut mit Wasserdampf
behandelt wird0 Man erreicht auf diese Weise mit einem Vakuum, dessen absoluter
Druck nicht niedriger als 30 Torr i3t9 eine ausgezeichnate Luftleere in wenigen,
beispielsweise vier, Vorevakuierungsstufen. Die sich anschließende Dampfbehandlung
für eine Dauer von mindestens fünf Minuten, vorzugsweise etwa 20 Minuten, führt
zu einer weitgehenden Quellung aller vegetativen Keiarten, insbesondere auch von
eingetrockneten Sporen, und zu einer Abtötung bzw. Inaktivierung eines wesentlichen
Teils dieser KeimartenO Die sich anschließende Behandlung mit dem Äthylenoxid oder
Äthylenoxid-Gas-Gemisch kann unter Umständen mit geringer Konzentration an Äthylenoxid
und trotzdem geringer Einwirkungszeit durchgeführt werden Vorzugsweise beträgt der
absolute Druck bei der Durchführung des Vorvakuums etwa 40 Torr0 Eine weitere Möglichkeit
bei der Ausführung des Verfahrens, insbesondere in kleinen Apparaten, kann darin
besthen, dab die zum Zwecke der Vorentkeimung durchgeftihrte Wasserdampfbehandlung
von
mindestens fünf Minuten Dauer unter Wegfall der mehrmaligen Vorevakuierung mit strömendem
Dampf derart durchgeführt wird, daß unter Aufrechterhaltung des gewünschten Druckes
dem das Gut aufnehmenden Raum kontinuierlich eine Dampfmenge in dem Maße zugeführt
wird, wie aus diesem Raum eine entsprechende Dampfmenge abgeführt wird. Die abgeführte
Dampfmenge nimmt laufend Teile der noch in dem Raum und dem Gut vorhandenen Restluft
mengen mit, so daß während der Vorentkeimungsperiode die Menge der verbliebenen
Restluft vermindert wird0 Dieses Verfahren ist in Fig. 2 dargestellt0 Es empfiehlt
sich weiter, daß der Druck des Dampfes sowohl zwischen den Vorvakuumstufen als auch
während der zum Zwecke der Vorentkeimung durchgeführten Dampfbehandlung einer Sättigungstemperatur
entspricht, die etwa ° C unter der gewünschten Sterilisiertemperatur liegt0 Es hat
sich gezeigt, da# die Temperatur innerhalb des Gutes, beispielsweise innerhalb langer
Katheter, hochporösem Gut usw, um etwa 50 C bei Einleiten des Äthylenoxids oder
Äthylenozid-Gas-Gemisches steigt. Die Ursache für diese Erscheinung liegt wahrscheinlich
darin begründet, daß das Äthylenoxid von dem Stoff zum Teil adsorbiert wird0 Bei
der Ausführungsform des Verfahrens nach Fig. 1, 2 und 3 wird das Äthylenoxid bzwa
das Äthylenoxid-Gas-Gemisch am Ende der Vorentkeimungszeit in die Wasserdampfatmosphäre
eingeführt0 Der Gesamtdruck innerhalb der Sterilisierkammer setzt sich demgemäß
aus den Teil drücken des Wasserdampfes, des Äthylenoxids, des eirtl. vorhandenen
inerten Gases und des geringfügigen Restes der noch vorhandenen Luft zusammen. In
Jedem Filze, gleichgültig wie auch im@@@ das Verfahren durchgeführt wird, ist auf
bekannte
Weise des Sterilisierkammer von außen her, beispielsweise
durch ein Wasserbad, mit einer Temperatur zu beheizen, die etwa der jeweils angewendeten
Sterilisier- bzw. Desinfiziertemperatur entspricht, damit an den Wänden keine Kondensation
der jeweils benutzten Gase und Dämpfe eintritt, Bei einer anderen AusfUiirungsform
des Verfahrens wird das Gut nach Durchführung der Vorevakuierung nochmals unter
Vakuum gesetzt und das Äthylenoxid wird dann in das unter Vakuum stehende Gut eingeführt.
Hierbei ergibt sich der Vorteil, daß durch Wegfall der Dampfatmosphäre der Teildruck
des Xthylenoxids steigt, wodurch sich bei gleichem Druck und gleicher Temperatur
eine höhere Konzentration an Äthylenoxid ergibt, Gleichzeitig aber kann mit dieser
Ausführungsform des Verfahrens die Gefahr verbunden sein, daß die vegetativen Keimarten
und insbesondere die Sporen während der Äthylenoxid-Behan Alung zu stark austrocknen,
also an Quellung verlieren. Diese Gefahr kann jedoch gerade bei der angemeldeten
Erfindung für viele Anwendungsgebiete außer Betracht bleiben, da durch die vorgeschaltete
Vorentkeimungsperiode, deren Dauer mindestens 5 und vorzugsweise 20 Minuten beträgt,
eine besonders intensive Quellung der vegetativen Keime erreicht worden ist, Sie
werden also um so schneller und wirkungsvoller durch die nachfolgende Äthylenoxid-Behandlung
abgetötet bzw. inaktiv gemacht.
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Vorzugsweise wird das Verfahren in der Form nach Fig. 1 und 2 durchgeführt,
wobei die Behandlung des Gutes sowohl mit gesättigtem Wasserdampf als auch mit dem
Äthylenoxid bei einem Druck durchgeführt wird, der unter dem atmosphärischen Druck,
z.B. bei 600 rr, liegt. Auf diese Weise ergeben sich zuerst
besonders
niedrige Sterilisier- bzw. Desinfizier-Temperaturen0 Außerdem erhält man den Vorteil,
daß die Behandlungsmedien und insbesondere Äthylenoxid nicht nach außen zu dringen
vermögen.
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Der Nachteil, daß unter diesen Umständen Außenluft in die das Gut
aufnehmende Kammer eintreten könnte, wird zweckmäßigerweise auf bereits vorgeschlagene
Art dadurch vermieden, daß ein am Behälterflanscb vorgesehener Ringraum, der in
der Schließstellung des Deckels sowohl nach dem äußeren als auch nach dem Innenraum
abgedichtet ist, mit der das Vakuum in der Kammer erzeugenden Unterdruckquelle verbunden
isto Die Außenluft, die bei einer derartigen Anordnung in den Ringraum eintritt,
wird also mit Sicherheit von der Vakuumquelle abgesaugt werden und vermag nicht
in die das Gut aufnehmende Kammer einzudringen.
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Schließlich empfiehlt es sich, auf an sich bekannte Art nach Beendigung
der Behandlung mit dem Äthylenoxid oder Äthylenoxid-Gas-Gemisch das Gut einem Naehvakuum
auszusetzen und danach mit gefilteter Luft zu durchltftenO Durch diese Maßnahmen
wird das dem Gut anhaftende Äthylenoxid weitgehendst entfernt, Gleichzeitig erreicht
man eine Verdampfung der anhaftenden Feuchtigkeit, so daß das Gut trocken und fertig
zum Gebrauch dem Behandlungsraum entnommen werden kann.
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Eine zweckmäßige Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, daß in einer nach außen abschließbaren Sterilisationskammer eine
Portionsdose zur Aufnahme von Xthylenoxid oder einem Gemisch von Äthylenoxid und
einem inerten Gas in gasförmigem oder flüssigem Zustand lagerbar ist, und daß zur
Öffnung dieser Portionsdose ein Dorn dient der an einer Membran oder einem Wellrohr
befestigt ist, die (das) stopfbuchafrei in
einer Öffnung der Sterilisationskammer
befestigt und durch Einwirkung äußerer Mittel derart bewegbar ist, daß der Mantel
der Dose mittels des Dornes durchstoßen wird0 Diese Vorrichtung ist mit Vorteil
auch dann zu benutzen, wenn die Desinfizierung oder Sterilisierung mit Äthylenoxid
oder einem Gemisch von Äthylenoxid und einem inerten Gas nach einem Verfahren durchgeführt
wird, das sich von dem erfindungsgemäßen Verfahren unterscheidet, In jedem Falle
wirkt sich der Umstand günstig aus, daß die im Inneren der Sterilisationskammer
befindliche Portionsdose durch äußere Einwirkung gebffnet werden kann, ohne daß
eine Stopfbuchse vorgesehen zu werden braucht Dieser Vorteil ist besonders groß
in den Fällen, wo die Desinfizierung oder Sterilisierung unter einem Unterdruck
durchgeführt wird.
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Weitere Verbesserungen und zweckmäßige Ausbildungen des Verfahrens
und der Vorrichtung sind an Hand der beiliegenden Abbildung beschrieben. Es stellen
dart Fig. 1 den Verfahrensablauf einer Sterilisation mit phlegmatisiertem Äthylenoxid
im Unterdruckbereich, wobei der Druckverlauf innerhalb der Sterilisationskammer
in Abhängigkeit von der Zeit aufgetragen ist, Figo 2 den Verfahrensablauf einer
Sterilisation mit Äthylenoxid im Unterdruckbereich und mit strömendem Dampf, Figo
3 den Verfahrensablauf einer Sterilisation mit Cartox, einem Gemisch aus Xthylenoxid
und Kohlensäure im Überdruckbereich,
Fig. 4 einen schematischen
Schnitt durch ein Gerät zur Ausführung der an Hand der Fig. 1 und 2 beschriebenen
Verfahren, das sich aber auch allgemein zur Ausführung einer unter Vakuum durchgeführten
Kalt-Sterilisierung oder -De sinfizierung eignet Fig. 1: Sterilisation mit Phlegmatisiertem
Äthylenoxid im Unterdruckbereich 10 5 Minuten Entlüftung durch fraktioniertes Vorvakuum;
Absaugung bis 40 Torr - Dampfstoß bis 120 Torr in viermaliger Wiederholung. Hierbei
wird das Sterilisiergut letztlich luftfrei und vorgewärmt.
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2. 20 Minuten Dampfeinwirkung bei 120 Torr und 550 C.
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Hierbei wird das Sterilisiergut vollständig durchfeuchtet und die
anhaftenden Keime aufgequollen.
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3. 30 Minuten Äthylenoxid-Einwirkung bei 600 Torr und 550 C, Hierbei
Abtötung der Keime, die durch die vorhergehende Feuchtigkeitseinwirkung aufgequollen
und dadurch für das Äthylenoxid aufgeschlossen sind.
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4. 4 Minuten Nachvakuum zum Verdampfen und Absaugen des Äthylenoxids.
Hierdurch wird das Sterilgut weitgehend von Xthylenoxid befreit.
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50 1 Minute Belüftung mit gefilterter Luft. Nun ist das Sterilgut
bereit zur Entnahme aus dem Sterilisator.
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Fig. 2: Sterilisation mit Äthylenoxid im Unterdruckbereich Der Ablauf
dieser Methode unterscheidet sich nur in der Belüftungsphase. Die Entlüftung erfolgt
durch einen "AusspUlvorgang". Zunächst wird ein Vakuum bis 40 Torr gesaugt, Ab 40
Torr wird durch eine Düse Dampf in den Nutzraum eingeströmt, wobei die Absaugung
durch die Vakuumpumpe nicht unterbrochen wird. Bei diesem sogenannten nDüsen-Damfverfahren
" kommt es zwischen Dampf und Restluft zu einer Diffusion und durch das Absaugen
zu einer fast restlosen Luftentfernung, Der weitere Vorgang - Durchfeuchtung, Sterilisation,
Nachvakuum und Belüftung - bleibt wie bei Fig, 10 Fig. 3s Sterilisation mit Cartox
(Äthylenoxid mit.Kohlensäure) im Überdruck-bereich Bei dieser Methode sind die Phasen
"ntlüftung", "Dam-pfeinwirkung", "Nachvakuum" und "Belüften" wie in Fig. 10 Diese
Phasen könnten auch gleich der Fig. 2 sein, Um die zur Abtötung erforderliche Konzentration
an Äthylenoxid zu erreichen, findet die Sterilisation im Überdruck, z.B. bei 2 ata,
statt, Die Höhe des Druckes und die Dauer der Gaseinwirkung hängen vom prozentualen
Anteil der Kohlensäure ab. Anstelle der Kohlensäure kann auch ein anderes inertes
Gas, z.B. FREON, beigemengt werden0 Fig. 4 ist die schematische Darstellung eines
Gassterilisators, in welchem die Methode nach Fig. 1 oder 2 angewendet werden kann.
Es folgt die Beschreibung: Die Sterilisierkammer 1, die in einem das gesamte Gerät
aufnehmenden Gestell 45 angeordnet ist, wird zur Vorwärmung vom Doppelmantel 2 umhüllt
und durch die druckfeste
Tür 3 verschlossen. Mit 4 sind zwei Schalen
zur Aufnahme des Sterilisiergutes bezeichnet0 Der gas und vakuumdichte Verschluß
der Kammer erfolgt durch zwei konzentrische Dichtungsringe 5 aus einem weichen und
elastischen Material. Bei geschlossener Tür ist zwischen den Dichtungsringen ein
ringförmiger Hohlraum 6, der mittels einer Leitung 7 mit der Vakuumpumpe in Verbindung
steht, Während des ganzen Betriebes wird dieser Hohlraum ständig abgesaugt, so daß
auch bei nicht vollständiger Abdichtung kein Gas aus der Kammer austreten und keine
Luft in die Kammer eintreten kann. ueber die Vakuum-Saugeleitung 8, das Vakuumventil
9 und das Rtickschlagventil 10 wird die Kammer entlüftet. Die Pumpe 11, angetrieben
durch den Motor 12, stößt die abgesaugte Luft und das abgesaugte Gas über das Rohr
13 in den Behälter 14 aus.
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Das als Pumpenmedium erforderliche Wasser wird über das Rohr 15 angesaugt
und über die Düse 16 in den Ansaugstutzen eingespritzt Hierdurch wird es auch möglich,
die 55 C warmen Dämpfe abzusaugen. Damit sich das Wasser im Behälter 14 nicht zu
sehr erwärmt, wird während des Laufes der Pumpe über das Ri;ickschlagventil 17,
das Wasserventil 18 und die Düse 19 ständig eine bestimmte Menge Kaltwasser zugeführt.
Beim Einschalten des Motors 12 mit dem Schalter 20 bekommt gleichzeitig das Magnetventil
18 für die Wasserzufuhr Strom und öffnet Im Behälter 14 befindet sich das Abwasserrohr
21, das den Gasverschluß 22 trägt, Das ausfließende Wasser geht in den Gully 23
zur Wasserableitung 24. Das in den Behälterl4 eingepumpte Äthylenoxiagas wird gefahrlos
durch das Gasabzugrohr 25 ins Freie abgeführt. Aus dem Abwasserohr 21 kann somit
kein
Gas entweichen. An der Unterseite der Sterilisierkammer befindet
sich die druckfeste Röhre 26, an der mit dem Flansch 27 der Wellrohrkörper 28 dicht
angeschraubt ist, der eine Stahlspitze 29 trägt. Der Wellrohrkörper 28 steht über
das Dreiwegeventil 30 und die leitung 31 mit der Vakuumpumpe und mit dem Rohrstutzen
32 mit der Atmosphäre in Verbindung, In der Röhre 26 wird die Portionsdose 33, die
mit phlegmatisiertem Äthylenoxid gefüllt ist, so gehalten, daß sie unmittelbar über
der Stahlspitze 29 steht, An der Tür 3 ist ein Halter 34 befestigt, der bei geschlossener
Tür unmittelbar über der Äthy;lenoxiddose 33 steht, so daß diese bei Druck von unten
nicht nach oben entweichen kann.
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Die weitere Ausrüstung des Sterilisatore beateht aus der Dampfzuleitung
35, dem Rückschlagventil 36 und dem Dampf Zuleitungsventil 37Q Der eingeleitete
Dampf wird durch das Prallblech 38 am unmittelbaren Aufprall auf das Sterilisiergut
gehindert. Die Sterilisierkammer wird durch das Sicherheitsventil 39 gegen Überdruck
geschützt. Das Sicherheitsventil 39 ist dicht abgekapselt, so daß evtl. austretendes
Äthylenoxid durch die Leitung 40 in das Gasabzugrohr 25 gelangt Zur Belüftung der
Sterilisierkammer ist das Belüftungsventil 41 und der Luftfilter 4? eingebaut. Die
Temperaturmessung und-anzeige erfolgen durch das Zeiger-Fernthenmometer 43 und die
Vakuum-und Druckmessung durch das Vakuum-Manometer 44, Im Nachfolgenden wird eine
Sterilisation nach Fig. 2 erklärt: 1. Ventil 30 zur Pumpe 11 öffnen und Äthylenoxiddose
33 einsetzen.
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2. Sterilisiergut einbringen und Tür 3 schließen.
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30 Vakuumpumpe und Kühlwasser mit Schalter 20 einschalten.
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4. Vakuumventil 9 öffnen. Nach Erreichen von 40 Torr im Nutzraum Dampfventil
37 solange öffnen bis der Druck in der Sterilisierkammer auf 120 Torr angestiegen
ist.
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So Ab 120 Torr Ventil 9 schließen und mit Ventil 37 den Dampf druck
bei 120 Torr regeln.
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6. Nach 20 Minuten Dampfeinwirkung bei i20 Torr wird das Ventil 39
geschlossen und hierauf das Ventil 30 gegen die Vakuumpumpe geschlossen und zur
Atmosphäre über den Rohrstutzen 32 geöffnet. Da in der Sterilisierkammer und in
der Röhre 26 ein Unterdruck von 120 Torr herrscht, dehnt sich der Wellrohrkörper
28 durch die über das Ventil 30 eintretende Luft aus und sticht mit der Spitze 29
die Äthylenoxiddose 33 auf4 Das Xthylenoxid verdampft, füllt die Sterilisierkammer
und dringt in das Sterilisiergut ein. Die Menge in der Dose 33 ist so bemessen,
daß der Druck in der Sterilisierkammer unter Atmosphärendruck, zOB. bei 600 Torr,
bleibt.
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70 Nach 30 Minuten Einwirkungszeit des Äthylenoxids wird das Ventil
9 geöffnet, um das Sterilisiergut zu trocknen und das Äthylenoxid zum größten Teil
abzusaugen0 8. Naoh 4 Minuten langem Vakuumsaugen wird das Ventil 41 geöffnet und
bei weiterlaufender Pumpe über das Filter 42 Luft angesaugt, eo daß das restliche
Äthylenoxid aus der Kammer und dem Sterilisiergut ausgespült wird,
9e
Nach weiteren 4 Minuten wird der Schalter 20 ausgeschaltet, so da# die Pumpe stehen
bleibt und die Kühlwasserzufuhr zum Behalter 14 abgeschaltet wird. Zum völligen
Belüften bleibt das Ventil 41 weiter geöffnet, Die Sterilisation ist beendet, Der
vorstehende Ablauf der Sterilisation kann vollautomatisiert werden0 Die Steuerung
erfolgt durch Vakuum-, Druck-und Temperaturregler sowie durch Synchronzeitwerke.
Die Ventile 9, 30, 37 und 41 können direkt elektromagnetisch oder über elektromagnetische
Steuerventile mit Druckwasser bzw. Preßluft betätigt werden0 Insbeeondere bei Durchführung
der Kalt-Sterilisierung oder Kalt-Desinfizierung im Vakuum ist die absolute Dichtigkeit
der Tür von besonderer Bedeutung. Zu diesem Zwecke sind, wie kurz an Hand der Fig.
4 erläutert, vorzugsweise zwischen dem Deckel und dem Rand des Behälters wei im
Abstande voneinander angeordnete Ringdichtungen 5 vorgesehen, so daß in Schließstellung
des Deckels 3 eine sowohl nach dem Äußeren als auch nach dem Inneren abgedichtete
Ringknmmer 6 gebildet ist, die mit der das Vakuum in der Sterilisationskammer 1
erzeugenden Unterdruckquelle 11 sowohl während der Vakuumstufe als auch während
einer sich unter Umständen anschließenden Druckstufe verbunden ist. Diese Dichtung
ist eingehend in der Patentanmeldung W 34 102 IVa/30i vom 15o März 1963 beschrieben,
die binnen kurzem bekanntgemacht und ausgelegt werden wird0