DE1640188A1 - Dielektrikum auf Polyolefinbasis - Google Patents
Dielektrikum auf PolyolefinbasisInfo
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Description
Dielektrikum auf Polyolefinbasis
Die Erfindung bezieht sich auf Dielektrika auf der Baals
von imprägnierten organischen Kunststoffen, die eine lange
Lebensdauer und eine hohe Spannungsfestigkeit aufweisen,
und im besonderen auf Wechgeis-tpj.om^onciensatoren, in denen
derartige Dielektrika, insbesondere auf Polyolefinbasis
verwendet sind.
Die heutigen elektrischen Geräte werden immer komplizierter
und leistungsfähiger. Daher müssen auch an die Kondensatoren in solchen elektrischen Geräten immer höhere Anforderungen gestellt werden» So besteht beispielsweise ein Bedarf
an Kondensatoren, die höheren Leistungen gewachsen sind,
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aber trotzdem kleiner und "billiger als die bisher bekannten
Kondensatoren sein sollen. Kondensatoren, insbesondere Wechselstromkondensatoren mit höheren Durchschlagsfeldstärken
sowie höheren Koronazünd- und löschspannungen sind
besonders deswegen erwünscht, weil solche Kondensatoren viele Schwierigkeiten bei der Auslegung und dem Betrieb von
elektrischen Geräten überwinden helfen und in vielem den Betrieb bereits vorhandener Geräte zuverlässiger gestalten.
Ziel der Erfindung ist daher ein Dielektrikum auf der Basis von imprägnierten Kunststoffen, das eine hohe Durchschlagsfestigkeit
aufweist. Die Koronazünd- und Lö seilspannung en dieses Dielektrikums sollen sehr hoch. sein. Weiterhin soll
m sich dieses Dielektrikum durch einen niedrigen Verlustfaktor
auszeichnen. Dieses Dielektrikum soll sich sowohl als Wechselstromisolationsmaterial als auch als Zwischenschicht
in Wechselstromkondensatoren verwenden lassen.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist ein Wechselstromkondensator für hohe Spannungen, der pro Volumeneinheit eine
größere Kapazität als bisher bekannte Kondensatoren aufweist Dieser Kondensator soll eine feste dielektrische Zwischenschicht
aufweisen, die besonders dünn ist, jedoch hohen Wechselspannungsbeanspruchungen Stand halten kann. Der Hauptbestandteil
der dielektrischen Zwischenschicht soll eine Polyolefinfolie sein, die mit einem halogenierten Kohlenwasserstoff
imprägniert ist. Die Polyolefinfolie soll eine Polypropylenfolie und der halogenierte Kohlenwasserstoff
soll Trichlor-Diphenyl sein.
Es wurde gefunden, daß bestimmte Stoffkombinationen und Herstellungsverfahren
auf einen Kondensator mit einem Dielektrikum auf der Basis von imprägniertem Kunststoff führt, der
überraschend günstige elektrische Eigenschaften aufweist.
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Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird ein Kunststoff
auf Polyolefinbasis wie beispielsweise Polypropylen mit einer halogenierten aromatischen Verbindung wie beispielsweise
mit Trichlor-Diphenyl getränkt und als dielektrische Zwischenschicht in einem Kondensator verwendet.
Weiterhin wurde gefunden, daß die eben genannten Stoffe und Materialien auf solche Weise aufeinander einwirken
und zusammenwirken, daß eine Imprägnierung des Polyolefins zu Stande kommt, die die wichtigsten elektrischen Eigenschaften
eines Kondensators wie Durchschlagsfeldstärke, I Koronazünd- und Löschspannungen, Lebensdauer unter Spannungsbeanspruchung
und Verlustfaktor erheblich verbessert.
Im folgenden soll die Erfindung in Verbindung mit den Zeichnungen im einzelnen beschrieben werden.
Figur 1 ist ein vergrößerter Querschnitt einer praktisch vollständig imprägnierten dielektrischen Zwischenschicht
für Kondensatoren auf Kunststoffbasis.
Figur 2 ist eine perspektivische Ansicht eines teilweise aufgewickelten Kondensatorwickels.
Figur 3 zeigt einen vollständigen Kondensator, der einen Wickelkern nach Figur 2 und ein Gehäuse aufweist.
Figur 4 ist ein Querschnitt durch einen Teil eines Kondensators, der als Bestandteil der dielektrischen Zwischenschicht
eine imprägnierte Kunststoff-Folie aufweist. Der Aufbau nach Figur 4- wird "ganzes sandwich" genannt.
Figur 5 ist ein Querschnitt durch einen Teil eines anderen
Kondensators, der als Bestandteil der dielektrischen Zwischenschicht mehrere imprägnierte Kunststoff-Folien
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aufweist. Der Aufbau nach Figur 5 wird "invertiertes sandwich"
genannt.
Figur 6 ist ein Querschnitt durch einen Teil eines weiteren Kondensators, dessen dielektrische Zwischenschicht eineverhältnismäßig
dicke imprägnierte Kunststoff-Folie aufweist. Der Aufbau nach Figur 6 wird "halbes sandwich" genannt.
Figur 7 ist ein Querschnitt durch einen Teil eines abgewan-™
delten Kondensators, der nach Art eines "halben sandwich" aufgebaut ist und als Bestandteil der dielektrischen Zwischenschicht
mehrere imprägnierte Kunststoff-Folien aufweist.
Figut 8 ist ein Querschnitt durch einen Teil eines Kondensators, bei dem die dielektrische Zwischenschicht ausschließlich
aus einer imprägnierten Kunststoff-Folie besteht.
In der Figur 1 ist eine dielektrische Zwischenschicht 10 dargestellt, die eine bevorzugte Ausfuhrungsform der Erfindung
ist. Diese dielektrische Zwischenschicht weist ein Stück aus einem festen Material 11 aus einem Polyolefin auf,
fc in dem eine ganze Anzahl von kleinen Poren, Bläschen oder
Öffnungen 12 vorhanden sind. Diese Poren oder Bläschen sind eine Eigentümlichkeit dieses Materials. Trotzdem wird dieses
Material als "nicht porös" beschrieben, da, wenn überhaupt, dann nur sehr wenige Poren oder Bläschen von der einen Oberfläche
bis zur anderen Oberfläche des Materials hindurchgehen, durch die hindurch die Imprägnierflüssigkeit nach
der Erfindung von einer Seite zur anderen Seite der Zwischenschicht gelangen könnte. Das Polyolefin ist mit einer dielektrischen
Flüssigkeit imprägniert, die einmal das Material selbst durchdringt und zum anderen diese Poren oder Bläschen
ausfüllt. Das Ganze stellt dann ein kontinuxerliches, jedoch
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heterogenes dielektrisches System dar. Die Art der Imprägnierung, wie sie die Erfindung lehrt, führt zusammen mit
den besonderen verwendeten Stoffen auf eine überraschende Kombinationswirkung, durch die die Durchschlagsfestigkeit
bzw. die Durchschlagsfeldstärke der dielektrischen Zwischenschicht erhöht wird. Nach einem Gesichtspunkt wird die Isolationsfähigkeit
des Kunststoffes durch die Imprägnierung des Kunststoffes mit einem Material mit einer Durchschlagsfestigkeit
größer als die Luft in den Poren deswegen erhöht, weil die Imprägnier flüssigkeit in den Kunststoff ein- "
dringt. Kondensatoren mit anderen als den hier beschriebenen imprägnierten Zwischenschichten, die aber ebenfalls
imprägniert sind, sind in den US-Patentschriften 2 864 982
und 2 307 488 beschrieben.
Wenn man die dielektrische Zwischenschicht nach Figur 1 beispielsweise als Bestandteil eines Kondensators verwendet,
so kann man überraschend gute Eigenschaften und Ergebnisse erzielen» Es sind zwar schon zahlreiche Stoffkombinationen
zur Verwendung als dielektrische Zwischenschicht für Kondensatoren beschrieben worden, es hat sich aber gezeigt,
daß es mit den bekannten Stoffkombinationen nicht möglich ( ist, bei einem Kondensator zu denjenigen Eigenschaften zu
gelangen, die für die heutigen elektrischen Geräte gefordert werden. Die Stoffe, mit denen man erfindungsgemäß die besten
Ergebnisse erzielt, sind Kunststoffe aus der Gruppe der Polyolefine, und im besonderen Polypropylen, Polyäthylen,
4-Methyl penten-(i) und Polystyrol.
Polyolefine sind einmal ihrer elektrischen Eigenschaften wegen als normale dielektrische Stoffe (also nicht als
Zwischenschichten für Kondensatoren) vorteilhaft, weiterhin ihrer guten thermischen Stabilität und ihrer guten mechani-
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sehen Eigenschaften wegen, insbesondere deswegen, weil sie
leicht mechanisch bearbeitet und verformt und in die Form dünner Folien gebracht werden können. Dieser günstigen
Eigenschaften wegen werden Polyolefine vielfach verwendet. Als Dielektrikum in Kondensatoren dagegen sind Polyolefine
nur in beschränktem Umfang verwendet worden, da ihre Durchbruchsfeldstärken verhältnismäßig klein sind,da weiterhin
ihre Koronazünd- und Löschspannungen verhältnismäßig niedrig sind und da ihre Lebensdauer unter Spannungsbelastung
gering ist. Die Durchschlagsfeldstärke ist eine sehr wichtige Größe. Sie ist ein Maß für die Fähigkeit des Materials,
einer Spannungsbeanspruchung Stand zu halten. Unter Spannungsbeanspruchung soll hier die Spannungsdifferenz pro
Dickeneinheit des Materials verstanden werden. Die Koronazündspahnung
und die Koronalöschspannung sind die Spannungen, bei denen Korona-Entladungen auftreten bzw. erlöschen,
die zu einer Werkstoffzerstörung führen können. Weiterhin traten bei der Imprägnierung Schwierigkeiten auf. Hier
sind insbesondere der Umfang der Imprägnierung und die Verträglichkeit der einzelnen Materialien miteinander zu nennen.
Dieser Nachteile wegen war es bisher nochnicht möglich, ein Imprägnierverfahren zu finden, mit dem sich die elektrischen
Eigenschaften von Polyolefinen verbessern lassen.
Nun wurde gefunden, daß Polyolefine und im besonderen Polypropylen
in einem unerwartet hohen Maße imprägniert werden können, wenn man hierzu halogenierte aromatische Verbindungen
verwendet. Die Polyolefine und die halogenierten Verbindungen wirken dann derart aufeinander ein, daß die besonders
günstigen dielektrischen Zwischenschichten für Kondensatoren nach der Erfindung zu Stande kommen. Aus der Gruppe der
Polyolefine ist für die Erfindung ein Polypropylen besonders geeignet, und zwar ganz besonders eine biaxial orientierte
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isotaktische Polypropylenfolie. Ein Beispiel einer solchen Folie ist in "Applied Plastics", November 1961, Seiten
35 bis 64 und in "Modem Dielectric Materials", Beck, J.B., London Heywood and Co, Seiten HO bis 142 beschrieben.
Die Polyolefine, die in diesen Aufsätzen besehrieben sind,
können als lineare Kopf-Schwanz polymerisierte Polymere ungesättigter Kohlenwasserstoffe der allgemeinen Formel
CH2 - CHR aufgefaßt werden. Es sind also <?O-01efine. H bedeutet
ein aliphatisches Radikal, ein zyklisch-aliphatisches
Radikal oder ein aromatisches Radikal. Weiterhin können diese Polyolefine Kopolymere ungesättigter Kohlenwasserstoffe
miteinander sein oder Kopolymere aus ungesättigten Kohlen-r
Wasserstoffen mit einem Monomer, das mit den ungesättigten Kohlenwasserstoffen zusammen polymerisierbar ist. Ein solches
Polyölefinmaterial kann ebenfalls als nicht-porös bezeichnet
werden, da es praktisch keine Poren aufweist, durch die die bevorzugten Imprägniermittel nach der Erfindung
unter den bisher bekannten in Kondensatoren herrschenden Betriebsbedingungen von einer Oberfläche bis zur anderen
Oberfläche einer Folie hindurchgehen können.
Ein bevorzugtes Imprägniermittel nach der Erfindung ist eine halogenierte organische Verbindung, die 1 bis 5 HaIogensubstituenten
wie beispielsweise Chlor sowie 1 bis 3 Arylgruppen aufweist. Besondere geeignet ist Trichlor-Diphenyl,
das unter dem Warennamen Pyranol 1499 vertrieben wird. Bei diesem Material liegen die Koronazünd- und
Löschspannungen sehr hoch.
Die Kombination von Trichlor-Diphenyl als dielektrische
Flüssigkeit mit einer nicht-porösen Polypropylenfolie als imprägniertem Dielektrikum führt erfindungsgemäß auf die
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besten Ergebnisse. Es wurde bereits bemerkt, daß diese beiden Stoffe bisher als nicht verträglich miteinander
angesehen wurden,.so daß sie für dielektrische Zwecke
sind
vermieden worden^ da Polypropylen in halogenierten organischen
Verbindungen wie beispielsweise Pyranol 1499 leicht in Lösung geht. Außerdem war man der Auffassung,
daß die Polypropylenfolie von der Imprägnierflüssigkeit
nicht benetzt werdenkann. Weiterhin hat es sich gezeigt, daß das Lösen von Polypropylen in einer unpolaren Flüssigkeit
auf Plastifizierungseffekte wie Quellen und Verlust an Zugfestigkeit führt. Nun wurde jedoch gefunden, daß
abgesehen von hohen Temperaturen von etwa oberhalb 100 C Polypropylen nur beschränkt in halogenierten aromatischen
Verbindungen löslich ist, und daß diese beschränkte Löslichkeit überraschenderweise die Eigenschaften eines Kondensators
nicht beeinträchtigt. Diese partielle Löslichkeit von Polypropylenfolien in Trichlor-Diphenyl unter genau
einzuhaltenden Temperatürbedingungen bei Temperaturen unterhalb
von etwa 100 C muß als ein wichtiges Merkmal der bevorzugten Stoffkombination nach der Erfindung angesehen
werden. Diese partielle Löslichkeit tritt auf, wie Versuehe gezeigt haben, wenn das Imprägnierungsmittel die Folie
anfänglich durchdrungen hat, und unterstützt die Wanderung des Imprägniermittels in der Folie und in die Poren hinein.
Diese Verstärkung der Imprägnierung macht sich durch eine außerordentlich hohe Koronazündspannung im imprägnierten
Dielektrikum bemerkbar, die selbst dann auftritt, wenn auf den beiden Seiten der Folie keine porösen Schichten angeordnet
sind.
Es wurden Proben von Polypropylenfolien mit Pyranol imprägniert und Kondensatorversuchen unterworfen. Hierbei zeigte
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es sich, daß zwischen Art und Umfang der Imprägnierung und der KoronaZündspannung ein enger Zusammenhang besteht.
Eine vollständige Imprägnierung ist daher ein wesentliches Merkmal der Erfindung. Die Kombination von Polypropylen
mit Trichlor-Diphenyl ist für eine Art von Imprägnierung besonders günstig, die im nachfolgenden als "praktisch
vollständige" Imprägnierung bezeichnet werden soll. Wenn die Bläschen und Poren im Material praktisch vollständig
vom Imprägniermittel gefüllt sind, und wenn der Imprägnierungsvorgang
sowohl die Absorption von Imprägnierungs- " mitteln im Material als auch die partielle Lösung des
Materials im Imprägnierungsmittel umfaßt, wird das Material als "praktisch vollständig imprägniert" bezeichnet. Vergleichsuntersuchungen
mit Kunststoffsystemen, die verschieden stark imprägniert waren, haben gezeigt, daß sich sehr
hohe und/reproduzierbare Koronazündapannungen erreichen lassen, die in der Nähe der gemessenen, berechneten oder
endgültigen Koronazündspannungen liegen, wenn der Imprägnierungsvorgang verlängert oder auf andere Weise unterstützt
wurde, um eine vollständige Imprägnierung zu erreichen. Ein Imprägnierungsvorgang, der ein Beispiel für eine
praktisch vollständige Imprägnierung ist, besteht darin, j eine Polypropylenfolie bei einer Temperatur von etwa 9O0C
in Trichlor-Diphenyl einzutauchen. Unter diesen Bedingungen
werden zwischen 6 Tagen und 20 Tagen stabile Verhältnisse erreicht. Dann haben sich etwa 1 Gewichtsprozent von Polypropylen
im Trichlor-Diphenyl gelöst, während auf der anderen Seite vom Polypropylen etwa 11 Gewichtsprozent Trichlor-Diphenyl
aufgenommen wurden. Art und Umfang der Imprägnierung kann durch die KoronaZündspannung des Systems gemessen
werden, die einen Maximalwert erreicht, der die vollständige Imprägnierung anzeigt.
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Die bevorzugte Polypropylenfolie zur Verwendung nach der Erfindung bestellt aus isotaktischem Polypropylen. Dieses
ist ein Polypropylen von hohem Molekulargewicht, das eine reguläre Kristallstruktur aufweist, und das zusätzlich zu
dieser überwiegenden Kristallstruktur noch eine nichtkristalline oder amorphe Phase enthält. In manchen kommerziell
erhältlichen isotaktischen Polypropylenen beträgt der Anteil der amorphen Phase bis zu 30$. Um aus solchen
Polypropylenen Folien herzustellen, die für die Erfindung brauchbar sind, kann man das Polypropylen walzen, pressen
oder extrudieren. Man kann die Folien aber auch aus einem Lösungsmittel oder durch Gießen aus einer Schmelze gewinnen.
Um die mechanischen Eigenschaften solcher Folien zu verbessern, ist es üblich, solchen Folien durch Recken
und Tempern eine Vorzugsstruktur zu geben. Es ist günstig, wenn man die Folien in zwei zueinander senkrecht stehenden
Richtungen reckt, das heißt also in Längs- und in Querrichtung, so daß die Folie biaxial orientiert ist. Die
Folien können aber auch nur unaxial orientiert sein, oder aber in zwei Richtungen gleichmäßig gereckt werden.
Polyolefinfolien, insbesondere Polypropylenfolien sollten möglichst wenig Fremdstoffe beinhalten, die den Verlustfaktor
des fertigen Dielektrikums beeinträchtigen könnten. Der Verlustfaktor ist ein Maß für den Energieverlust innerhalb
eines Materials. Fremdstoffe oder Verunreinigungen können auch außen an den Folien haftende Materialien sein,
die bei der Herstellung der Folien aufgenommen werden. Auch Katalysatorensubstanzen können zu diesen Verunreinigungen
zählen. Diese Verunreinigungen können beispielsweise dadurch aus dem Polyolefin beseitigt werden, daß man
das Polyolefin löst und die Verunreinigungen in der Lösung
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niederschlägt oder adsorbiert. Sehr gute Ergebnisse wurden
mit kommerziell erhältlichen Polypropylenen erzielt, wie sie beispielsweise von der Firma Hercules Powder Co. unter
der Bezeichnung Profax 6520P resin und von der Firma Shell unter der Bezeichnung 55OOF Resin vertrieben werden.
Kondensatoren nach der Erfindung wie beispielsweise die Kondensatoren nach den Figuren 2 und 3 können genau so
wie bisher bekannte Kondensatoren aufgebaut sein. In der i Figur 2 ist ein Wickelkondensator 14 dargestellt, der als
Elektroden getrennte Folien 15 und 16 aufweist, die durch
zwei dielektrische Zwischenschichten 17 und 18 voneinander getrennt sind. Die Anschlußstücke 19 und 20 haben vergrößerte
Oberflächen 21 und 22 (nicht gezeigt), die mit den Kondensatorbelegen 15 und 16 in Berührung stehen. Die
Kondensatorbelege 15 und 16 können aus einer Anzahl von verschiedenen Materialien hergestellt sein. Beispiele
hierfür sind Aluminium, Kupfer oder Tantal. Die dielektrischen Zwischenschichten 17 und 18 können als Sandwich aufgebaut
sein. Sie enthalten mindestens eine imprägnierte Kunststoff-Folie 11 nach der Erfindung. Eine dielektrische
Zwischenschicht 17 und die beiden Metallfolien 15 und 16 ' bilden zusammen einen Hauptbestandteil eines Kondensators.
In der Figur 3 ist nun ein fertiger Kondensator 23 dargestellt,
in den ein Kondensatorwickel nach Figur 2 eingesetzt
ist. Der ganze Kondensator weist einen Behälter 24 mit einem hermetisch aufgesetzten Deckel 25 auf. Der
Deckel 25 ist mit einer Einfüllöffnung 26 für die dielektrische Flüssigkeit versehen. Weiterhin sind noch 2 Anschlußklemmen
27 und 28 vorgesehen, die durch den Kondensatordeckel 25 hindurchgehen und von ihm isoliert sind.
Innerhalb des Behälters 24 sind die beiden Anschlußklem-
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men 27 und 28 mit den beiden Anschlüssen 19 und 20 aus Figur 2 verbunden. Der Kondensator 23 aus Figur 3 enthält
zusätzlich noch eine dielektrische Flüssigkeit, die den
Raum im Behälter 24 ausfüllt, der vom Kondensatorwickel übrig gelassen wird. Diese dielektrische Flüssigkeit imprägniert
außerdem die dielektrischen Zwischenschichten 17 und 18 aus Figur 2.
Verfahren zum Imprägnieren von Kondensatorwickeln, die
™ in ein Gehäuse eingesetzt sind, also beispielsweise Verfahren
zum Imprägnieren des Kondensators nach Figur 3» sind bekannt. Nach einem solchen Verfahren werden die Kondensatoren
zuerst im Vakuum getrocknet, um die restliche Feuchtigkeit zu beseitigen. Die beim Trocknen angewendete
Temperatur ändert sich mit der Trockenzeit. Sie liegt jedoch im allgemeinen zwischen 600G und 150 C. Sind die
Trockentemperaturen zu niedrig, so wird die Trockendauer zu lang. Sind die Trockentemperaturen dagegen zu hoch, so
können sich Papierkomponenten in der dielektrischen Zwischenschicht zersetzen. Während des Trocknens kann die
Feuchtigkeit aus dem Gehäuse 24 durch die Einfüllöffnung L· 26 entweichen.
Die dielektrische Imprägnierflüssigkeit wird durch die
Einfüllöffnung 26 nach Möglichkeit in den getrockneten Kondensator eingefüllt, während der Kondensator noch unter
Vakuum steht. Es ist üblich, so viel Imprägnierflüssigkeit einzufüllen, daß der ganze Kondensatorwickel im Behälter
bedeckt ist. Anschließend wird der Druck im Behälter auf Atmosphärendruck erhöht. Nun läßt man den Kondensator
einige Stunden stehen, damit die Imprägnierflüssigkeit den Kondensatorwickel durchdringen kann. Nach dem Imprägnieren
wird der Kondensator verschlossen. Hierzu kann man
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die EinfüllÖffnung 26 verlöten. Wenn das Imprägniermittel
ein polymerisierbarer Stoff ist, wird der Kondensator anschließend erwärmt, um das Imprägniermittel zu polymerisieren
und zu verfestigen. Zusätzlich zu diesem Verfahren können auch andere Verfahren zum Imprägnieren verwendet
werden, die im allgemeinen mit Wärme und/oder Druck arbeiten. So sind beispielsweise eine Anzahl von Verfahren bekannt
geworden, nach denen mehrere Temperatur- und/oder Druckschritte angewendet werden, um den ImprägnierungsVorgang
zu unterstützen. Wärme und Druck können den Impräg- ™ nierungsvorgang deswegen beeinflussen, weil durch sie die
relative Benetzbarkeit, die Viskosität und die relative Löslichkeit der Materialien geändert werden können. Durch
die Erwär&ng und durch die Druckanwendung können sich die einzelnen Bestandteile des Systems ausdehnen oder zusammenziehen.
Auch hierdurch kann das Eindringen der Flüssigkeit in das feste Dielektrikum unterstützt werden. Das gilt
besonders dann, wenn die Einfüllöffnung 26 verlötet ist.
Bei der Erfindung wurden besonders gute Ergebnisse erzielt, wenn man die dielektrischen Systeme, insbesondere die Kondensatoren
nach dem Imprägnieren oder Verschließen noch ( einmal für eine gewisse Zeit erwärmt, um eine bessere Imprägnierung
oder nach Möglichkeit eine vollständige Imprägnierung zu erreichen. Der Kondensatorwickel im Kondensatorbecher
wird beispielsweise zuerst durch Ausheizen und Evakuieren des Bechers und durch anschließendes Einfüllen
von Imprägnierflüssigkeit bzw. durch Eintauchen in Imprägnierflüssigkeit imprägniert. Die Imprägnierflüssigkeit
kann hierzu vorgewärmt oder unmittelbar darauf erwärmt
werden. Nach diesem Schritt werden die zusammengesetzten und imprägnierten Kondensatoren verschlossen und die verschlossenen
Kondensatoren werden für eine gewisse Zeit-
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spanne auf eine erhöhte Temperatur gebracht.
Ein bevorzugter Wärmebehandlungsschritt bei der Durchführung
der Erfindung besteht darin, Temperaturen zwischen 65°G und 95°C für eine Dauer zwischen 4 und 16 Stunden anzuwenden.
Diese Zeiten können durch Änderungen im Imprägnierverfahren, durch Anwendung von Druck und durch die
Beigabe von Additiven verkürzt werden. Es wurden Wechselstromkondensatoren für hohe Spannungen mit einer dielektris
chen Zwischenschicht aus Polypropylenfolie und Papier hergestellt. Als Imprägnierungsmittel wurde Trichlor-Diphenyl
verwendet. Diese Kondensatoren wurden für 4- bis etwa 16 Stunden auf Temperaturen zwischen 85°C und 950C gebracht
und zeigten anschließend durchweg eine sehr hohe Koronazündspannung.
Die Temperaturverhältnisse werden so geregelt, daß einmal das Polyolefin in der dielektrischen Imprägnierungsflüssigkeit
partiell in Lösung geht, und daß sich zum anderen die Imprägnierungsflüssigkeit selbst im Polyolefin löst,
um eine vollständige Imprägnierung zu erreichen. Die erhöhte Durchdringung der Polypropylenfolie läßt sich aus
der Tatsache erklären, daß ein Teil der amorphen und/oder niedermolekularen Komponenten des Polypropylens bei Temperaturen
zwischen 85°C und 95°C in der Flüssigkeit in Lösung geht. Wenn man die Kondensatoren nach der Erfindung
der oben beschriebenen Wärmebehandlung unterzieht, werden besser reproduzierbare und höhere Koronazündspannungen
beobachtet.
Die Imprägnierung kann weiterhin dadurch verbessert werden, daß man die physikalischen Eigenschaften der Komponenten
im imprägnierten System ändert. Insbesondere kann die di-
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elektrische Imprägnierflüssigkeit Mischungen aus flüssigen
dielektrischen Stoffen oder Additive enthalten. Weiterhin kann man auch das feste dielektrische Material so behandeln,
daß die Imprägnierbarkeit besser wird. So kann man beispielsweise
dem Pyranol 1499» also dem Trichlor-Diphenyl, bis zu 25 Gewichtsprozente einer dielektrischen Flüssigkeit hinzu-fügen,
die unter der Bezeichnung Pyranol 1475 gehandelt wird und hauptsächlich aus Trichlorbenzol besteht. Andere
dielektrische Flüssigkeiten, die zusammen mit Pyranol verwendet werden können, sind beispielsweise Mineralöl und ™
Silikonöl.
Die imprägnierten Dielektrika nach der Erfindung zeigen bestimmte besonders gute dielektrische Eigenschaften, aufgrund
derer sie für elektrische Anwendungen wie beispielsweise allgemeine Isolation besonders geeignet sind. Hierfür
kommen elektrische Kabel und Transformatoren in Frage. Für Kondensatoren sind die Dielektrika nach der Erfindung
ebenfalls besonders gut geeignet. Im besonderen sind es drei elektrische Eigenschaften, die durch die Imprägnierung
hervorgerufen werden, nämlich erhöhte Durchbruchsfeldstärke, niedriger Verlustfaktor und eine hohe Korona- i
Zündspannung. Die Imprägnierung ist besonders wichtig, da durch den Grad der Imprägnierung die Koronazündspannung
bestimmt ist, die sich bei dem Dielektrikum erhalten läßt. Eine erhöhte Durchbruchsfeldstärke ist wichtig, da auf diese
Weise ein kleineres Volumen oder ein geringeres Gewicht an dielektrischem Material zum Isolieren bei einer
vorgegebenen Spannung erforderlich ist. Ein geringer Verlustfaktor ist wichtig, da Energieverluste im Dielektrikum
den elektrischen Wirkungsgrad beeinträchtigen und die
Grundmaterialien des Dielektrikums zerstören können, da die verlorengegangene Energie in Wärme umgewandelt wird.
Diese besonders guten Eigenschaften der Dielektrika nach der Erfindung lassen sich besonders gut ausnutzen, wenn
man die Dielektrika in Wechselstromkondensatoren für hohe Spannungen verwendet. Es sind Wechselstromkondensatoren
gebaut worden, die bei einer Spannungsbelastung von über 50 000 V pro mm Dielektrikum eine lange Lebensdauer
aufweisen und deren Koronazündspannung von 750 V bis über 3 000 V reichte. Die Entwicklung von Wechselstromkondensatoren
für hohe Spannungen war bisher nur beschränkt möglich, da die bisher bekannten Dielektrika
unter derart hohen Spannungsbelastungen nur eine kurze Lebensdauer aufwiesen. Bekannte Wechselstromkondensatoren,
die für lange Lebensdauer ausgelegt waren,, konnten beispielsweise
nur mit Spannungsbelastungen von weniger als etwa 20 000 V pro mm Dielektrikum betrieben werden, während
man diese Kondensatoren als Impulskondensatoren verhältnismäßig kurzer Lebensdauer nur mit etwa 30 000 V/mm
Dielektrikum belasten konnte.
Weitere Beispiele für Kondensatorfolien, in denen Dielektrika nach der Erfindung verwendet sind, sind in den
Figuren 4-8 gezeigt. In der Figur 4 ist ein Teil 29 eines Kondensators dargestellt, in dem die dielektrische
Zwischenschicht als sogenanntes ganzes Sandwich aufgebaut ist. Dieser Kondensatorteil enthält eine imprägnierte
Kunststoff-Folie 11.,.. die zwischen zwei imprägnierte und poröse dielektrische Blätter 30 und 31 gelegt ist.
Auf die beiden dielektrischen Blätter 30 und 31 sind dann zwei Metallfolien 15 und 16 aufgelegt. Die Blätter
30 und 31 können auf bekannte Weise aus Papier wie Kraftpapier bestehen und mit einem flüssigen Dielektrikum
imprägniert sein; hierzu kann man beispielsweise die dielektrische Flüssigkeit nach der Erfindung verwenden.
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Wenn ein solches Papier als porös bezeichnet wird, so ist hierunter die Tatsache zu verstehen, daß dieses Papier
eine ganze Anzahl von Passagen oder Poren aufweist, die ganz durch das Papier hindurchgehen, so daß eine
Imprägnierflüssigkeit durch das Papier hindurch von
einer Seite zur anderen gelangen kann. Die Koronazündspannunln einer imprägnierten Kunststoff-Folie hängen zum
großen Teil von der vollständigen Imprägnierung der Poren und Bläschen innerhalb der Kunststoff-Folie sowie
von der Benetzung an der Grenzschicht zwischen der Folie und irgendwelchen danebenliegenden Materialien ab. Die
KoronaZündspannung des Dielektrikums nach Figur 4, das
als ganzes Sandwich aufgebaut ist, wird durch die Verwendung einer benachbarten Schicht, wie beispielsweise einer
Papierschicht erhöht.
In der Figur 5 ist eine andere Ausführungsform 32 einer
Kondensatorfolie gezeigt, in der die dielektrische Zwischenschicht anders aufgebaut ist. Der Aufbau dieser
Zwischenschicht wird als invertiertes Sandwich bezeichnet. Hier enthält die dielektrische Zwischenschicht ein
einziges Blatt aus einem imprägnierten porösen Material 30 oder 31, das zwischen zwei imprägnierte Kunststoff-Folien
11 und 11' gelegt ist. Die ganze dielektrische Zwischenschicht liegt zwischen zwei Metallfolien 15 und
16. Ein Ausführungsbeispiel für Kondensatoren dieser Art verwendet als poröse Schicht ein Kraftpapier von
0,016 mm Dicke, das zwischen zwei Polypropylenfolien
von 0,012 mm Stärke gelegt war. Dieses bisher schwer zu imprägnierende System konnte ohne Schwierigkeiten imprägniert
werden und ergab einen Kondensator von 0,9mF und einer Koronazündspannung von über 2650 V mittlere
Wechsels pannung.
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Die gemeinsame Verwendung von Polypropylen und Pyranol 1499 erlaubt es, selbst dicht gewickelte Kondensatorwickel
zu imprägnieren. Bei den bisher bekannten und für Kondensatoren verwendeten Stoffkombinationen war
es dagegen erforderlich, auf weniger dicht gewickelte Kondensatorwickel zurückzugreifen, um die Imprägnierung
zu verbessern. Ein wichtiger Vorteil der Stoffkombination Polypropylen mit Pyranol zur Verwendung in Kondensatoren
oder anderen Geräten besteht darin, daß das Polypropylen das Imprägnierungsmittel selbst zu den Bläschen und
Poren weiterleitet, die von der Stelle weit entfernt liegen, an der die Imprägnierung einsetzt. Das gilt besonders
für die Grenzschicht zwischen der Polienoberflache
und dem Kondensatorbeleg. Dieses war bisher nur mit großen Schwierigkeiten zu erreichen.
In der Figur 6 ist ein Teil eines Kondensatorwickels 33
dargestellt, der ähnlich wieder Gegenstand der Figur 5
aufgebaut ist. Dieser Teil des Kondensatorwickels, der als halbes Sandwich bezeichnet wird, unterscheidet sich
vom invertierten Sandwich darin, daß die eine der beiden imprägnierten Kunststoff-Folien 11 oder 11f weggelassen
wurde.
Eine andere Möglichkeit nach der Erfindung zum Aufbau
eines Kondensators ist in der Figur 7 dargestellt. In dieser Ausführungsform ist eine dielektrische Zwischenschicht
34 verwendet, die als abgewandeltes halbes Sandwich bezeichnet werden soll. Die dielektrische Zwischenschicht
besteht aus zwei imprägnierten Kunststoff-Folien 11 und 11·, die aufeinander gelegt sind. Auf die Folie
11' ist noch ein Blatt 30 aus einem porösen Material gelegt. Wie in den anderen Ausführungsformen ist diese di-
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elektrische Zwischenschicht auf beiden Seiten mit Metallfolien 15 und 16 belegt. Der Grund, warum die beiden
Kunststoff-Folien 11 und 11' aufeinander gelegt sind, besteht darin, daß dielektrische Fehler vermieden werden
sollen, die in einer einzigen Kunststoff-Folie vorhanden sein könnten. Wenn man zwei solche Kunststoff-Folien
aufeinanderlegt, so werden möglicherweise vorhandene Fehler in der einen Folie von der anderen Folie abgedeckt,'
so daß keine durchgehenden Kanäle mehr vorhanden sind, die Durchschläge verursachen könnten. Der Aufbau '
eines Kondensatorwickels nach Figur 7 ist wesentlich günstiger, da die beiden aufexnandergelegten Kunststoff-Folien
Imprägnierungseigenschaften haben, die in jeder Beziehung günstiger als die Imprägnierungseigenschaften
einer einzelnen Folie äquivalenter Dicke sind.
In der Figur 8 ist ein Teil eines Kondensatorwickels 35 gezeigt, im dem zwei imprägnierte Kunststoff-Folien 11
und 11· als dielektrische Zwischenschicht aufeinandergelegt
sind. Die beiden Kunststoff-Folien sind mit zwei Metallfolien 15 und 16 belegt. Der Grund dafür, daß
anstelle einer doppelt so dicken Folie zwei Folien 11 - ,
und 11' auieinandergelegt werden, ist der gleiche, der
in Verbindung mit Figur 7 bereits beschrieben wurde. Ein anderes wichtiges Merkmal der Ausführungsform nach Figur
8 besteht im Fehlen irgendeiner porösen Schicht 30 oder 31 (Figur 4), die aufgrund von Kapillarwirkungen die
Imprägnierung erleichtern kann.
Die Aus führung s formen nach den Figuren 4 bis 8 können
in manchem modifiziert werden. So kann man beispielsweise als Kondensatorbelege anstelle der Metallfolien
15 und 16, die dargestellt sind, die äußeren Oberflächen
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der dielektrischen Zwischenschichten metallisieren. Weiterhin kann man die Kunststoff-Folien in den Ausführungsformen
nach den Figuren 4-8 entweder als selbsttragende Folien ausbilden oder aber als Überzug
oder Schicht auf einem anderen Bestandteil des Kondensatorwickels aufbringen. Man kann also beispielsweise
den Kondensatorwickel oder eine poröse dielektrische Schicht mit Kunststoff überziehen. Bei den Kondensatoren
nach den Figuren 5 - 8 ist zumindest auf eine Seite der Kunststoff-Folien eine verhältnismäßig unporöse Oberfläche
aufgelegt, wie beispielsweise eine Metallfolie oder eine andere Kunststoff-Folie. Es ist einerseits
sehr wichtig, eine Kunststoffoberfläche ausreichend oder gar vollständig zu imprägnieren, was aber andererseits
sehr schwierig ist, wenn die Oberfläche der Kunststoff-Folie auf einer porenarmen Oberfläche aufliegt.
Durch die Erfindung ist diese Schwierigkeit stark herabgesetzt. Demzufolge sind Kondensatorwickel, deren Aufbau
in den Figuren 4-8 gezeigt worden ist, nach der Erfindung zum allerersten Mal mit verhältnismäßig hohen
Koronazündspannungen hergestellt worden.
TTm nun die verbesserten Eigenschaften der Dielektrika
nach der Erfindung zu zeigen, wurden eine Anzahl von Kondensatoren aufgebaut und zusammengesetzt, wie sie in
den Figuren 1 - 8 dargestellt sind. Diese Kondensatoren wurden den üblichen Versuchen unterworfen und es wurden
Vergleichsmessungen und Prüffeidversuche durchgeführt.
Es ist bekannt, daß synthetische Kunststoffe außerordentlich
hohe Durchschlagsfeidstärken aufweisen, was besonders
dann gilt, wenn man nur sehr kleine Flächen von Kunststoff betrachtet. Die imprägnierten Polypropylen-
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folien nach der Erfindung haben eine Betriebsdurch-"bruchsfeldstärke
von 50 000 V/mm und darüber, obwohl auch Durchbruchsfeidstärken von mehr als 800000 V/mm
beobachtet werden können, wenn man eine Fläche von etwa 0,065 q.cm zugrunde 1 egt. Imprägniertes Papier, das das
bisher am häufigsten benutzte dielektrische Material in Wechselstromkondensatoren ist, weist eine Betriebsdurchbruchsfeidstärke
von etwa 16 000 V/mm auf. Der Umfang, in dem die Verwendung der imprägnierten Kunststoff-Folien
nach der Erfindung mit ihren höheren Durchbruchsfeldstärken die Menge des dielektrischen Materials vermindern
kann, die in den verschiedenen Arten eines bestimmten Gerätes vorgesehen werden müssen, läßt sich am
besten durch Versuchsergebnisse zeigen, in denen mehrere gleichartig imprägnierte dielektrische Zwischenschichten
für elektrische Kondensatoren untersucht werden. Diese Kondensatoralten,zu denen Papierkondensatoren gehören, also
Kondensatoren, bei denen die dielektrischen Zwischenschichten nur aus Papier bestehen, zu denen weiterhin Kondensatoren
mit einer dielektrischen Zwischenschicht aus Papier und Polypropylenfolien gehören und Kondensatoren,
bei denen die dielektrische Zwischenschicht nur aus Polypropylenschichten aufgebaut ist, sind in den !Tabellen 1
und II aufgeführt.
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Bezeich- Zusammensetzung Gesamt- Kunststoff- Durchbruchnung dicke anteil , feldstärke
(mm) (96) (V/mm)
Papier 3 Papierschich- 0,022 ten je 0,007 mm
16 000
ganzes 0,007 mm PolySand- propylenfolie wich zwischen zwei
Papierschichten von je 0,007 mm
0,022 33
26 800
halbes 0,011 mm Papier 0,022 Sand- + 0,011 mm PoIywich
propylenfolie 50
32 000
inver- 0,007 mm Papier tiertes zwischen zwei Sand- Polypropylenwich
folien von je 0,007 mm
0,022 67
37 200
Kunst- eine Polypropystoff- lenfolie von Folien 0,022 mm oder
zwei Folien von je 0,011 mm
0,022 100
48 000
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In der Tabelle I ist für die gesamte dielektrische Zwischenschicht jeweils eine Schicht von 0,022 mm
Dicke verwendet worden, da einige dieser Zwischenschichten aus drei Schichten aufgebaut sind, die Papier oder
Kunststoff-Folie sein können, und da die aus praktischen Gründen geringste Dicke sowohl bei Papier als auch bei
Kunststoff-Folien etwa bei 0,007 mm liegt.
Die Spannung, die an jede dieser Stoffkombinationen auch
im Langzeitbetrieb angelegt werden kann, wie es in der "
Tabelle I aufgeführt ist, zeigt die Vorteile der Verwendung
von Polyölefinfolien entweder zur Ergänzung oder als
Ersatz von Papier in den bisher bekannten dielektrischen Zwischenschichten. Die angegebenen Werte können in den
verschiedenen Kondensatoren durch das Ausmaß und die Art der Imprägnierung sowie durch die Gleichförmigkeit der
dielektrischen Eigenschaften in dem System beeinflußt werden. Die angeführten Werte beruhen zum Teil auf
Schätzungen über das Verhältnis der elektrischen Konstanten von imprägniertem Papier und imprägniertem Polypropylen.
Im besonderen wurde hier ein Verhältnis 3 : 1 verwendet. Es sei bemerkt, daß die Feldstärken in dem System, λ
die auf diesem angenommenen Verhältnis der dielektrischen Konstanten beruhen, auf eine Spannungsbelastung der
Kunststoff-Folien von etwa 50 000 V/mm führen, was der Betriebsdurchschlagsfestigkeit von Polypropylen auch
für Dauerbeanspruchungen entspricht.
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Tabelle II
Bezeich- Zusaminens et zung Gesamt- Nenn- Spezifi- Durchnung dicke span- sehe bruch-
(mm) nung Kapazi- feldtät
stärke (,uf/cem)(V/mm)
Papier drei Schichten 0,075 1200 0,0215 16 000 von je
0,025 mm
0,025 mm
ganzes 0,015 mm Folie Sand- zwischen zwei
wich Papierschichten von je 0,015 mm 0,045 1200 0,033 26 800
halbes 0,019 mm Folie Sand- + 0,019 mm wich Papier
0,038 1200 0,04
32 000
inver- 0,011 mm Papier'
tiertes zwischen zwei
Sand- Folien von je
wich 0,011 mm
0,033 1200 0,044 37 200
Kunststoff-
Folien
Folien
eine Folie von 0,025 mm
0,025 1200 0,055 48 000
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In der Tabelle II sind nun die gleichen dielektrischen
Zwischenschichten zusammen mit ihrer Stärke aufgeführt,
die für eine Betriebsspannung von 1200 V erforderlich ist. Für diese Berechnung wurde angenommen,daß bei den
zusammengesetzten dielektrischen Schichten die Stärke der einzelnen Folien jeweils dieselbe ist. Man kann
bei einer Anzahl von Anwendungen auf noch günstigere Anordnungen kommen, wenn man die Papierdicke vermindert
und dafür etwas dickere Kunststoff-Folien verwendet. Die Ergebnisse in der Tabelle II zeigen, daß man bei
einer vorgegebenen Betriebsspannung mit einer geringeren Menge von dielektrischem Material auskommt, wenn
der Anteil des Kunststoffs im Dielektrikum erhöht wird. Die Tabelle II gibt ebenfalls an, welche Kapazitäten
pro Volumeneinheit mit Kondensatoren erzielt werden können, die die aufgeführten dielektrischen Zwischenschichten
benutzen. Diese Angaben über die spezifische Kapazität sind in der Dimension Mikrofarad/cm3 Dielektrikum
gemacht worden.
Es sind sowohl 50 KVA als auch 150 KVA Kondensatoren
nach der Erfindung gebaut und über lange Zeiten geprüft worden. Hierzu gehörten viele 1000 Stunden unter Betriebsbedingungen.
Diese Kondensatoren waren so ausgelegt, daß sie mit Spannungsbelastungen arbeiteten, die in den
Kunststoffkomponenten des Dielektrikums Feldstärken von 50 000 V/mm hervorriefen. Die Größe und das Gewicht dieser
Kondensatoren zeigen nun deutlich, daß die Verbesserungen, die in den Tabellen I und II aufgeführt sind,
auch wirklich erzielbar sind.
Es wurde beispielsweise ein 50 KVA-Kondensator hergestellt, dessen dielektrische Zwischenschicht als inver-
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tiertes Sandwich aus Polypropylen und Papier aufgebaut war. Zur Imprägnierung wurde Pyranol 1499 verwendet,
dem ein Stabilisator auf Epoxy-Basis zugesetzt war. Dieser Kondensator hatte ein Volumen, das 4O56 kleiner
als das Volumen der bisher bekannten Papierkondensatoren war, hatte also ein Volumen, das nur etwas mehr
als die Hälfte des Volumens der bisher bekannten Papierkondensatoren
betrug. Wenn man einen 50 KVA-Kondensator nach der Erfindung genau so groß aufbaut, wie einen
50 KVA-Kondensator nach dem Stand der Technik, so hat der erfindungsgemäße Kondensator eine wesentlich höhere
Kapazität. Ein Kondensator, dessen dielektrische Zwischenschicht ganz aus Papier aufgebaut ist, und der die
gleiche räumliche Größe wie ein 50 KVA-Transformator
mit einem Polyolefindielektrikum hat, besitzt eine Verlustleistung von etwa 30 KVA. Eine entsprechende Gewichtsverminderung
wird ebenfalls erzielt.
Wenn man einen 150 KVA-Kondensator mit einem Dielektrikum aus Polypropylen und Papier, das mit Pyranol imprägniert
ist, mit einem 100 KVA-Kondensator vergleicht, bei dem die elektrische Zwischenschicht nur aus Pyranol getränktem Papier besteht, so zeigt sich, daß der 150 KVA-Kondensator
kleiner ist und pro KVA nur etwa 310 g wiegt. Der 100 KVA-Kondensator mit dem Dielektrikum aus Papier,
der ein besonders gutes Beispiel für Kondensatoren nach dem bisherigen Stand der Technik ist, wiegt dagegen pro
KVA etwa 590 bis 600 g.
Durch die Erfindung können somit das Gewicht und das Volumen elektrischer Kondensatoren vorgegebener Kapazität
und Leistung herabgesetzt werden. Es sei jedoch bemerkt, daß bei vielen Anwendungsfällen für die räum-
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liehe Größe eines elektrischen Kondensators eine obere
Grenze besteht, so daß man durch die Erfindung in der Lage ist, für diese Anwendungsfälle Kondensatoren herzustellen,
die eine größere Kapazität oder eine größere Leistung besitzen. In allen den oben genannten Fällen
kann das günstigere Gewicht und die günstigere spezifische Kapazität der Kondensatoren der Verwendung von
Stoffkombinationen bzw. Materialkombinationen zugeschrieben
werden,die auf eine Spannungsbelastung in der Polyolefinkomponente führen, die etwa der oberen
Betriebsfeldstärke in den Kunststoffschichten gleichkommt
.
Es gibt Anwendungsgebiete, zu denen auch die Verwendung von Leistungskondensatoren für hohe Spannungen
gehören, bei denen es günstig ist, den Energieverlust
innerhalb des Dielektrikums soweit wie möglich herunter zusetzen. Für solche Fälle sind die Dielektrika auf der
Basis von imprägnierten Polyolefinen nach der Erfindung besonders günstig. Der Verlustfaktor der Dielektrika
nach der Erfindung liegt bei der Nennspannung im allgemeinen zwischen 0,05 und 0,15 %, und zwar auch dann,
wenn die Temperaturen erheblich über Zimmertemperatur liegen. Dieses ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber
den bisher bekannten imprägnierten Dielektrika, bei denen die Verlustfaktoren zwischen 0,2 und 0,5 $>
lagen. Dadurch ist es ebenfalls möglich, die Größe von Kondensatoren nach der Erfindung gegenüber größeren
Kondensatoren nach dem Stand der Technik um bis zu 40 ia zu senken.
Als Beispiel für die geringeren Energieverluste in Dielektrika auf der Basis von imprägnierten Polyolefinen
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nach der Erfindung wurde ein 50 KVA-Kondensator untersucht, dessen dielektrische Zwischenschicht als invertiertes
Sandwich aus Polypropylenfolie aufgebaut und mit Pyranol 1499 getränkt war. Dieser Kondensator ist
4-0 io kleiner als sein 50 KVA-Gegenstück mit reinem imprägniertem
Papierdielektrikum. Die Größe der Energie Verluste in diesem Kondensator wurde durch den Anstieg
der Temperatur im Dielektrikum angezeigt, d.h. die Größe des Temperaturanstiegs im Dielektrikum des Kondensators
gegenüber der Umgebungstemperatur. Bei dem Kondensator mit einem Dielektrikum nach der Erfindung
wurden bei diesem Versuch 25 C als Temperatur des Dielektrikums gemessen. Bei einem Kondensator mit bekanntem
Papierdielektrikum betrug dagegen die Temperatur des Dielektrikums 48°C. Bei einem 5 000-Stundenversuch
zwischen 55 und 700C lag der Verlustfaktor des erfindungsgemäßen
Dielektrikums, das als invertiertes Sandwich aufgebaut war, bei 0,05 $· Der Verlustfaktor in
dem bekannten Kondensator mit Papierdielektrikum lag dagegen bei 0,2 #.
Um zu zeigen, daß die Verlustfaktoren in einem Polypropylendielektrikum,
das mit Pyranol 1499 getränkt ist, konstant sind, wurden elektrische Kondensatoren untersucht,
deren dielektrische Zwischenschicht aus einer Folie Polypropylen von 0,012 mm Dicke bestand, auf die
eine Folie von 0,01 mm Kraftpapier aufgelegt war. Das Dielektrikum war mit Pyranol 1499 imprägniert, dem ein
Gewichtsprozent 1-Epoxyäthyl-3,4-Epoxycyclohexan zugefügt war. Diese Kondensatoren wurden unter verschiedenen
Temperaturen geprüft und gealtert. Die nachfolgenden Meßergebnisse für die Verlustfaktoren wurden bei
der Nennspannung der Kondensatoren gewonnen, die bei
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- 29 460 V, 60 Hz Wechselstrom lag,
| Tabelle | III | 0,113 | 850C | |
| Zeit (Stunden) |
Verlustfaktor 250C 650C |
0,091 | 0,119 | |
| O | 0,143 | 0,094 | 0,096 | |
| 519 | 0,120 | 0,084 | 0,093 | |
| 1524 | 0,119 | 0,090 | ||
| 5008 | 0,113 |
Diese Ergebnisse zeigen, daß die Verlustfaktoren in den erfindungsgemäßen Dielektrika in einem Temperaturbereich
zwischen 250C und 85°C sowie auch nach über 5 000 Betriebsstunden sehr konstant sind.
Da es wichtig ist, zur Verhinderung einer Koronaentladung in einem festen Dielektrikum das Dielektrikum zu
imprägnieren, stellen die Imprägnierungseigenschaften der dielektrischen Systeme nach der Erfindung einen
wichtigen Gesichtspunkt dar. In manchen Anwendungsgebieten, wie beispielsweise bei Leistungskondensatoren
für hohe Spannungen werden Koronazündspannungen von mehr als 2 000 V gefordert. Wenn auch in die Imprägnierfähigkeit
der erfindungsgemäßen Dielektrika viele physikalische Eigenschaften der Polyolefine und des
möglichen Imprägnierungsmittels eingehen, ist die Fähigkeit der Flüssigkeit, das Polyolefin zu durchdringen,
von der Löslichkeit des Polyolefins in der Imprägnierflüssigkeit abhängig. Dieser Zusammenhang
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wurde in einem Versuch demonstriert, in dem eine Menge von Pyranol 1499 in eine Tüte oder einen Behälter
aus einem nicht porösen Polypropylen eingefüllt wurde, wie es nach der Erfindung verwendet wird. Dieser Behälter
wurde dann in einem Ofen auf 75°G gebracht. Das Durchdringen von'Pyranol H99 durch den Boden des
Behälters wurde dadurch beobachtet, daß man den Boden des Behälters kontinuierlich über ein mikroskopisches
Deckglas herüberführte. Wenn das Pyranol 1499, also die dielektrische Flüssigkeit, durch den Behälter aus
Polypropylen hindurchgedrungen ist, so bildet sich auf dem Deckglas ein schmieriger Überzug. Unter Verwendung
dieses Versuches ist gezeigt worden, daß eine Polypropylenfolie bei Zimmertemperatur selbst nach vielen
Stunden von Pyranol 1499 nicht durchdrungen wird. Wenn man die Temperatur jedoch auf 75°C oder höher anhebt,
kann eine Durchdringung schon nach einigen wenigen Stunden beobachtet werden.
Wenn bei der Imprägnierung zusätzlich zur Temperatur
auch noch ein Druck angewendet wird, beispielsweise dadurch, daß man von außen den Druck erhöht oder dadurch,
daß man durch Erwärmen den inneren Druck steigert, kann man auch sehr schwierig zu imprägnierende
Gegenstände praktisch vollständig imprägnieren,was sich
durch Koronaz-ündspannungen bemerkbar macht, die durchweg
über 2 500 V lagen. Bei einem eng gewickelten Kondensatorwickel» bei dem die dielektrische Zwischenschicht
direkt an ein porenarmes Material, wie beispielsweise an eine Metallfolie angrenzt, ist es für
die dielektrische Flüssigkeit sehr schwierig, durch die Grenzflächen hindurch in das Dielektrikum einzudringen.
Dieses ist der Grund, warum es günstig ist,
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- 31 -
zur Erreichung einer optimalen Imprägnierung zusätzlich zur Temperatur auch noch Druck anzuwenden. Eb
fällt auf, daß sowohl bei den Durchdringungsversuchen mit dem Beutel als auch bei Kondensator-Imprägnierungsversuchen
mit Pyranol 1499 die Einwirkung der dielektrischen Flüssigkeit auf die Polyolefinfolie bei Zimmertemperatur
eine wesentlich andere als bei Temperaturen zwischen 75 und 850C ist.
Um die Reproduzierbarkeit hoher Koronazündspannungen f zu zeigen, wurden drei 40 KVA-Wickelkondensatoren
nach der Erfindung hergestellt. Diese Kondensatoren waren als invertiertes Sandwich aufgebaut. Jeder Kondensator
enthielt eine Papierschicht von 0,008 mm Dicke, die zwischen zwei Polypropylenfolien von jeweils
0,012 mm Dicke angeordnet war. Zur Imprägnierung wurde Pyranol 1499 verwendet, dein eine kleine Menge
eines Stabilisators auf Epoxy-Basis zugesetzt war. Diese Kondensatoren waren 27 cm breit und hatten zu Beginn
eine Koronazündspannung zwischen 750 V und 1050 V Wechselspannung. Die Kondensatoren wurden nun einige
Stunden lang bei 10O0C erwärmt. Dabei wurde eine praktisch
vollständige Imprägnierung erzielt, was aus KoronaZündspannungen von mehr als 3 000 V geschlossen
wurde. Nach der Untersuchung der anderen elektrischen Eigenschaften dieser Kondensatoren wurden die Koronazündspannungen
erneut überprüft. Die Meßergebnisse bei diesen Versuchen sind in der Tabelle IV zusammengestellt.
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16A0188
Tabelle IV
Kοronazündsρannung
Kondensator- · zu Beginn nach mehrstündigem nach Ende
nummer Erwärmen der Versuche
1 1050 V 3100 V 3100 V
2 ' 750 V 3050 V 3100 V
3 950 V 3100 V 3100 V
Die außerordentlich hohen Koronazündspannungenjäieser Kondensatoren
können zusammen mit der Reproduzierbarkeit dieser Koronazündspannungen als Anzeichen dafür gewertet
werden, daß eine praktisch vollständige Imprägnierung erreicht worden ist. Als anderes Anzeichen für die Erreichung
einer vollständigen Imprägnierung kann die Tatsache gelten, daß die gemessenen Werte der Koronazündspannungen
sich den theoretisch errechneten Spannungen nähern.
Polypropylen-Papier-Dielektrika, die mit Pyranol 1499 imprägniert sind, sind gegenüber Koronaentladungen wesentlich
widerstandsfähiger als die bekannten Dielektrika, die aus imprägniertem Papier bestehen. Es wurden Kondensatoren,
die nach Figur 5 aufgebaut waren, für 30 Sekunden einer Spannung ausgesetzt, die dreimal höher als ihre
Nennspannung war. Es zeigte sich, daß nur verhältnismäßig geringe Koronaschäden auftraten, während die Verlustfaktoren
tatsächlich dabei noch verbessert wurden. Diese Kondensatoren enthielten ein Dielektrikum, das aus Polypropylen-Papier
bestand und mit Pyranol 1499 imprägniert war. Zum Vergleich wurden bekannte Kondensatoren dem
gleichen Versuch unterworfen, deren Dielektrikum aus Papier oder Papier-Kunstharz bestand. Diese Kondensatoren
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zeigten merkliche Koronaschaden und einen erhöhten Verlustfaktor.
Die Koronaschäden wurden bei beiden Versuchsreihen dadurch bestimmt, daß man die Kondensatoren
auseinandernahm und die Dielektrika visuell untersuchte.
Die dielektrischen Systeme nach der Erfindung können außer dem festen dielektrischen Material und der elektrischen
Flüssigkeit noch zahlreiche andere Komponenten enthalten. Insbesondere ist es häufig günstig, wenn man a
dem imprägnierten Dielektrikum eine Komponente zusetzt, die als Stabilisator wirkt. Die Wirkung solcher Stabilisatoren
besteht darin, in dem dielektrischen System bestimmte Verunreinigungen oder Fremdmaterialien zu neutralisieren,
die im System vorhanden sind oder gebildet werden können. Solche Verunreinigungen können Rückstände
von Katalysatoren sein, oder katalytische Aktivatoren
oder Neutralisierungssubstanzen, die bei der Polymerisation der Polyolefine zurückbleiben. Andere Verunreinigungen
können aus Zersetzungsprodukten entstehen, die durch chemische Reaktion innerhalb des Systems bedingt
sind, die entweder von selbst ablaufen oder durch Überspannungen ausgelöst werden. Diese Verunreinigungen und I
Fremdprodukte beeinträchtigen den Verlustfaktor des imprägnierten Dielektrikums. Stabilisatoren haben sich
als sehr geeignet erwiesen, den Verlustfaktor eines imprägnierten Dielektrikums auf Kunststoffbasis zu stabilisieren.
Beispiele für Stabilisatoren sind Dipenten-Dioxyd und 1-Epoxyäthyl-3,4-Epoxycyclohexan. Diese Stabilisatoren
sind in den US-Patentschriften 3 242 401 und 3 342 402 im einzelnen beschrieben. Bei der vorliegenden Erfindung
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wurde i-Epoxyäthyl-3,4-Epoxycyclohexan den dielektrischen
Flüssigkeiten in Mengen zugesetzt, die zwischen 0,001 und 8 Gewichtsprozenten lag. Ein bevorzugter Bereich
für die Verwendung mit Polypropylenfolie und Pyranol liegt zwischen 0,35 und 1 Gewichtsprozent.
Auch bestimmte anorganische Materialien wie Aluminiumoxyd können als Stabilisator verwendet werden. Die
Wirkung dieses Materials besteht darin, Langzeitänderungen des Verlustfaktors entgegenzuwirken und die Lebensdauer
des Kondensators sowie seine Imprägnierbarkeit zu erhöhen. Dieses ist an anderer Stelle bereits vorgeschlagen
worden.
Ein anderer Bestandteil, der in imprägnierten Dielektrika
nach der Erfindung häufig verwendet wird, ist eine poröse dielektrische Schicht, die auf eine Kunststoff-Folie
aufgelegt wird und wie ein Docht oder ein Schwamm wirkt. Diese poröse Schicht führt aufgrund ihrer Kapillarwirkung
die Imprägnierungsflussigkeit in die Grenzfläche
zwischen ihr und der festen Kunststoff-Folie hinein. Bei einem Dielektrikum, das eine Kunststoff-Folie
von einer sehr großen Oberfläche aufweist, ist es günstig, zumindest eine solche poröse Schicht vorzusehen,
um die Imprägnierung zu erleichtern. Dies gilt besonders für verhältnismäßig große Wickelkondensatoren,
von denen sehr hohe Koronazündspannungen gefordert werden, die also vollständig imprägniert werden müssen.
Als poröses Material wird vorzugsweise Kraftpapier verwendet, dessen Dicke 0,025 mm nicht übersteigt. Besonders
günstig ist es, Kraftpapier zu verwenden, dessen Dicke etwa Ο,ΟΟδίπΐη beträgt. Ein solches Papier weist
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eine Durchschlagsfestigkeit auf, die im Vergleich zu anderen Dielektrika verhältnismäßig gut ist, wenn sie
auch merklich niedriger als die Durchbruchsfestigkeiten der meisten festen Kunststoffe ist. Zusätzlich hat das
Kraftpapier eine verhältnismäßig hohe Dielektrizitätskonstante, so daß die Spannungsverteilung in einem zusammengesetzten
Dielektrikum in dem Sinne günstiger wird, daß ein größerer Anteil des Spannungsabfalls an
den Kunststoffen auftritt, die eine höhere Durchbruchsfeldstärke haben. Als poröse Schieb, vkönnen in der Erfin- "
dung auch andere synthetische Kunststoffe oder Glasfasergewebe verwendet werden.
Durch die Modifizierung der physikalischen Eigenschaften der dielektrischen Imprägnierflüssigkeit kann man die
Imprägnierung nach Art und Umfang verbessern. Dieses wurde an Kondensatoren untersucht, deren Dielektrikum
aus zwei Polypropylenfolien von 0,008 mm Dicke bestand, die mit Pyranol 1499 mit Epoxydzusatz imprägniert waren.
Andere Kondensatoren wurden mit der gleichen Imprägnierflüssigkeit imprägniert, der noch eine weitere Imprägnierflüssigkeit,
nämlich Pyranol 1478 zugegeben war. Es * wurden auf drei Teile Pyranol 1499 etwa ein Teil Pyranol
1478 verwendet. Pyranol 1478 ist eine kommerziell erhältliche dielektrische Flüssigkeit, die hauptsächlich
aus Trichlorbenzol besteht. Während die Koronazündspannungen der Papierkondensatoren, die mit Pyranol 1499
allein imprägniert waren, zwischen 400 und 1 000 V Wechselspannung lagen, wiesen die Kondensatoren, die
mit der gemischten Imprägnierflüssigkeit imprägniert waren, Koronazündspannungen von mehr als 1 500 V Wechselspannung
auf. Hieraus kann man schließen, daß der
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Umfang der Imprägnierung merklich größer war.
Bei der vorstehenden Beschreibung ist als Beispiel für
ein Polyolefin, das nach der Erfindung verwendet werden kann, Polypropylen angegeben worden. Für die Dielektrika
nach der Erfindung sind aber auch andere Polyolefine gut geeignet, insbesondere Polyäthylen und A-Methyl~penten-1.
Versuche haben gezeigt, daß diese Materialien auf die gleiche Weise wie Polypropylen mit
einer dielektrischen Flüssigkeit imprägniert werden können, jedoch werden dabei unterschiedliche Ergebnisse
erzielt. So wurde beispielsweise eine Folie aus Polyäthylen hoher Dichte nach einem ähnlichen Verfahren mit
Pyranol imprägniert, wie es für Polypropylen beschrieben wurde. Eine Imprägnierung zwischen 85 und 1000C
über 16 Stunden führte auf eine merklich erhöhte Koronazündspannung.
Es wurden auch Imprägnierungen mit anderen dielektrischen Flüssigkeiten durchgeführt, insbesondere mit
solchen, die in der Beschreibung nur als Zusatz zu Pyranol erwähnt wurden, also mit Mineralöl, Silikonöl
und auch mit anderen Pyranolqualitäten. Es zeigte sich, daß die Flüssigkeiten für sich allein als Imprägniermittel
dienen können, oder doch den Hauptbestandteil des Imprägniermittels ausmachen können. Zu anderen Ölen,
die in beschränktem Umfang nach der Erfindung verwendet werden können, gehört Baumwollsamenöl.
Für bestimmte Anwendungen sind auch andere Stoffkombinationen möglich. Hier sei vernetztes Polyäthylen oder
Papier genannt, das mit dem Polyolefin nach der Erfin-
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dung imprägniert ist. Man kann beispielsweise ein Papier mit einer Schmelze oder einer Lösung tränken,
die Polypropylen enthält und das entstehende Material mit Pyranol imprägnieren.
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Claims (17)
1. Aus einzelnen festen Schichten aufgebautes, mit
einem flüssigen Imprägniermittel imprägniertes Dielektrikum, d adurch gekennzeichnet,
daß das Dielektrikum mindestens eine Schicht aus einem Polyolefin aufweist, die derart mit einem flüssigen
Imprägniermittel imprägniert ist, daß ein Teil des Imprägniermittels im Polyolefin und ein Teil des Polyolefins im Imprägniermittel gelöst ist.
2. Dielektrikum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß das Imprägniermittel eine halogenierte aromatische Verbindung ist, die 1 bis 5 Chlorsubstituenten und 1 bis 3 Arylgruppen aufweist.
3· Dielektrikum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß die Polyolefinschicht aus Polypropylen, Polyäthylen oder 4-Methyl-penten-1 besteht.
4. Dielektrikum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß die Polyolefinschicht
eine biaxial orientierte Polypropylenfolie ist.
5. Dielektrikum nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet , daß das Imprägniermittel
Trichlordiphenyl oder Trichlorbenzol oder eine Mischung daraus ist.
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1S4018B
6. Dielektrikum nach. Anspruch. 5» gekennzeich
net durch den Zusatz von Stabilisatoren, insbesondere durch, den Zusatz von Dipentendioxyd oder 1-Epoxyäthyl-3,4-epoxycyclohexan.
7. Dielektrikum nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Dielektrikum eine poröse Schicht aufweist, die
zwischen zwei Polyolefinfolien gelegt ist.
8. Dielektrikum nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Polyolefinschient zwischen zwei poröse Schichten
gelegt ist.
9. Dielektrikum nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das Dielektrikum aus einer Polyolefinschicht und
aus einer porösen Schicht aufgebaut ist.
10. Dielektrikum nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das Dielektrikum aus mehreren Polyolefinschichten
aufgebaut ist.
11. Dielektrikum nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 6, gekennzeichnet durch zwei aufeinander gelegte Polyolefinschichten und durch eine
poröse Schicht, die nur auf eine Polyölefinschicht gelegt
ist.
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12. Wechselstroinkondensator mit einem aus zwei Belegen und einer dazwischen liegenden dielektrischen Schicht
bestehenden Kondensatorwickel, der in ein Gehäuse eingesetzt ist, das mit einer dielektrischen Flüssigkeit
gefüllt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die dielektrische Zwischenschicht ein
Dielektrikum nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11 ist.
13· Wechselstromkondensator nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gehäuse mit der Imprägnierflüssigkeit gefüllt ist.
14. Wechselstromkondensator nach Anspruch 12 oder 13»
gekennzeichnet durch eine Koronazündspannung von mehr als 750 V, durch einen Verlustfaktor
bei Nennspannung zwischen Zimmertemperatur und etwa 850C von weniger als 0,15$ und durch eine Betriebsfeldstärke in der Polyolefinschicht des Dielektrikums
von mehr als 30 000 Volt/mm.
15. Wechselstromkondensator nach Anspruch 14, gekennzeichnet durch eine Betriebsfeldstärke in der Polyolefinschicht des Dielektrikums
von mehr als 48 000 Volt/mm.
16. Verfahren zur Herstellung eines Wechselstromkondensators nach einem oder mehreren der Ansprüche 12 bis
15, dadurch gekennzeichnet, daß der Kondensatorwickel in das Gehäuse eingesetzt wird,
dass daraufhin das Gehäuse evakuiert wird, daß dann das
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Imprägniermittel in das Gehäuse eingegeben wird, daß dann der Kondensator auf eine Temperatur zwischen 650C
und 1000C gebracht und so lange auf der Temperatur belassen
wird, bis ein Gleichgewicht zwischen dem lösen des Polyolefins im Imprägniermittel und dem Lösen des
Imprägniermittels im Polyolefin erreicht ist, und daß dann die Temperatur herabgesetzt und der Kondensator
vakuumdicht verschlossen wird.
17. Verfahren zur Herstellung eines Dielektrikums nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
Schichten des Dielektrikums zusammen mit dem flüssigen Imprägniermittel auf eine Temperatur zwischen
650C und 1000C gebracht und gegebenenfalls unter erhöhtem
Druck so lange auf dieser Temperatur belassen werden, bis das Polyolefin partiell im Imprägniermittel in Lösung
gegangen ist.
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