DE1538720C - Direkte Flüssigkeitskühlung der Anlaufwicklung einer Synchron- oder Asynchronmaschine· - Google Patents
Direkte Flüssigkeitskühlung der Anlaufwicklung einer Synchron- oder Asynchronmaschine·Info
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen geschlossenen Kühlmittelkreislauf für die direkte Flüssigkeitskühlung
einer aus Hohlleitern bestehenden, im Läufer einer Synchron- oder Asynchronmaschine angeordneten
Anlaufwicklung.
Die direkte Flüssigkeitskühlung rotierender Bauteile von elektrischen Maschinen,· insbesondere Erreger-
und Dämpferwicklungen, ist !bekannt. Für die Kühlmittelumwälzung wird meistens eine Pumpe
außerhalb der Maschine verwendet, wobei dann eine Übertragung des Kühlmittels von der stationären
Pumpe zur Wicklung, die sich auf dem rotierenden Läufer befindet, erfolgen muß.
Für die direkte Kühlung des Läufers einer elektrischen Maschine ist es ferner bekannt, eine auf dem
Läufer angeordnete mitrotierende Pumpe vorzusehen, wobei aber die Pumpe durch Eingriff von außen gesteuert
werden muß, auch wenn ein Übertrager für die Kühlflüssigkeit wegfällt.
Schließlich ist auch eine Einrichtung für die ao Kühlung des Läufereisens einer elektrischen Maschine'
bekannt, wobei ein Unterschied in den spezifischen Gewichten der Flüssigkeitssäulen für den Kühlmitteltranspört
notwendig ist und daher eine Erwärmung der zu kühlenden Teile und des Kühlmittels in ihnen »5
stattfindet, um die Zirkulation derselben in Gang zu setzen. Für die Kühlung von Anlaufwicklungen
ist eine Kühleinrichtung dieser bekannten Art somit nicht geeignet.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine direkte Flüssigkeitskühlung für die Anlaufwicklung einer Synchronoder
Asynchronmaschine zu schaffen, bei der ein geschlossener Kreislauf für die Umwälzung des Kühlmittels,
und zwar ohne Pumpe, zur Anwendung kommen soll und die Kühlflüssigkeit unabhängig von
ihren Temperaturunterschieden nur infolge ihrer eigenen Trägheit relativ zum Läufer bzw. den Kühlleitungen
in Bewegung gesetzt wird, und zwar in dem Augenblick, in dem die Maschine ihren Anlauf beginnt.
Gemäß der Erfindung wird dies bei einem Kühlmittelkreislauf der eingangs genannten Art dadurch
erreicht, daß an jeder Stirnseite des Läufers die Hohlleiter der Anlaufwicklung in Gruppen von jeweils
mehreren parallelen Hohlleitern zusammengefaßt sind, die über zwei mindestens teilweise in der Umfangsrichtung
des Läufers verlaufende Rohrbögen mit einem gemeinsamen sich in axialer Richtung konzentrisch
zur Läuferachse erstreckenden Hohlraum in Verbindung stehen, und daß die Verbindung zwisehen
den Rohrbögen und dem Hohlraum jeweils an den entgegengesetzten Enden der beiden Rohrbögen
erfolgt.
An Hand der Zeichnung sei ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert, und zwar zeigt
die
Fig. 1 die Dämpferwicklung einer Synchronmaschine
in schematischer Darstellungsweise, während die
F i g. 2 einen der verschiedenen parallelen Zweige des Kühlkreises der Wicklung im vergrößerten Maßstab
veranschaulicht.
Die Dämpferwicklung, die bei einer Synchronmaschine mit der Anlaufwicklung identisch ist, wird
durch die Hohlleiter 1 gebildet, die an den beiden Stirnseiten des Läufers in Rohrbögen 2 münden, die
in der Umfangsrichtung des Läufers verlegt sind. Diese Rohrbögen 2 stehen mittels radialer Rohrstücke
3 mit einem im Läuferkörper 4 vorgesehenen, axialen Hohlraum 5 in Verbindung, der als Kühlmittel-Reservoir
dient;
Auf diese Weise wird durch die Anlaufwicklung 1, die Rohrbögen 2, die Rohrstücke 3 und den Hohlraum
5 ein geschlossenes System gebildet, das mit einem Kühlmittel, vorzugsweise Wasser gefüllt wird.
Es entsteht somit ein geschlossener aus mehreren parallelen Zweigen gebildeter Kühlmittelkreislauf für
die Kühlung der Anlaufwicklung, der mit dem Läufer mitrotiert. Falls erwünscht, können die Rohrbögen 2
auch als Kühlrohre mit Kühlrippen ausgeführt werden.
Sobald die Maschine in Betrieb gesetzt wird und sich der Läufer zu drehen beginnt, ergibt sich für
das Kühlmittel in den Rohrbögen 2 eine durch den Pfeil A angedeutete Flußrichtung relativ zum Läufer,
und zwar infolge der Trägheit des Wassers gegenüber dem Läufer bzw. der Rohrleitung 2, die eine Drehbeschleunigung
(d ω/d A) in der durch den Pfeil B angedeuteten Richtung hat.
Die dem Kühlmittel von der Anlaufwicklung zugeführte Wärme bewirkt bei der durch den erwähnten ((
Effekt ausgelösten Kühlmittelzirkulation einen Tem- <£
peraturunterschied zwischen den Wassersäulen in den radialen Rohrstücken 3, wobei die Temperatur in den
Rohrstücken 3, die das Wasser von den Rohrbögen 2 zu dem Hohlraum 5 führen, höher ist als in denjenigen
Rohrstücken 3, wo das Wasser in umgekehrter radialer Richtung fließt. Die Wassersäulen von
unterschiedlicher Temperatur haben verschiedenes spezifisches Gewicht, und es tritt durch die Wirkung
der Zentrifugalkraft vervielfacht eine Thermo-Siphon-Wirkung auf, die die Bewegung des Wassers in Pfeilrichtung
A unterstützt. Die Zirkulation des Wassers im geschlossenen Kühlkreislauf infolge der Drehbeschleunigung
des Läufers besteht nur bis zum Erreichen der Enddrehzahl der Maschine; dagegen
dauert die Zirkulation des Wassers infolge der Thermo-Siphon Wirkung an, bis die restliche Anlaufwärme
aus der Wicklung abgeführt ist. Wenn dieser Zustand erreicht wird, kommt der Kreislauf zum
Stillstand. Die nach dem Anlauf im Kühlmittel gespeicherte Energie wird dann während des Betriebes /
der Maschine über die Eisenteile des Läufers an die -Kühlluft abgeführt.
Die Rohrbögen'2 können auch so gestaltet sein, daß sie einerseits mit dem Hohlleiter 1 und andererseits
mit dem Hohlraum 5 unmittelbar in Verbindung stehen, d. h. nur teilweise in der Umfangsrichtung
verlaufen. Die radialen Rohrstücke 3 fallen dann weg.
Obwohl das beschriebene Ausführungsbeispiel sich auf eine Synchronmaschine mit ausgeprägten Polen
bezieht, wobei in F i g. 2 einer der Pole mit einem strichpunktierten Umriß angedeutet ist, kann der
gleiche Kühlmittelkreislauf in analoger Weise ohne weiteres auch für die Anlaufwicklung einer Asynchronmaschine
angewendet werden.
Mit dem Kühlmittelkreislauf gemäß der Erfindung ergeben sich verschiedene wesentliche Vorteile. Die
Kühlung der Anlaufwicklung benötigt keine Pumpen, Ventile u. dgl. und arbeitet vollständig automatisch,
d. h. die Zirkulation des Kühlmittels kömmt zum richtigen Zeitpunkt von selbst in Gang und hört
ebenso wieder auf, wenn der Anlaüfstab keine Energie mehr abzugeben hat. .
Eine Anlaufwicklung wird bekanntlich so bemessen, daß sie die während des Anlaufvorganges in ihr
entstehende Energie ohne unzulässige Erwärmung aufnehmen kann. Unter Umständen können sich dadurch
für die Anlaufwicklung derart große Leiterquerschnitte ergeben, daß diese aus mechanischen
Gründen in einem normal ausgeführten Polschuh nicht mehr unterzubringen sind. Die beschriebene
Einrichtung erlaubt es dagegen, die Wärmekapazität der Anlaufwicklung wesentlich zu st&gern, ohne die
Leiterquerschnitte über den üblichen Rahmen zu vergrößern; die Wärmekapazität des gesamten Kühlwassers
addiert sich zu der des Leitermaterials.
Die als zulässig erachtete Erwärmung der Stäbe eines Anlaufkäfigs liegt bei etwa 250° C, wobei die
Unterschiede in der Wärmedehnung ,von Polschuh und Stab beträchtlich und immer wieder Ursache
von Schaden sind. Die Endtemperatur eines gemäß der Erfindung wassergekühlten Anlaufkäfigs hingegen
wird 100° C kaum jemals übersteigen.
Claims (2)
1. Geschlossener Kühlmittelkreislauf für die direkte Flüssigkeitskühlung einer aus Hohlleitern
bestehenden, im Läufer einer Synchron- oder Asynchronmaschine angeordneten Anlaufwicklung,
dadurch gekennzeichnet, daß an jeder Stirnseite des Läufers die Hohlleiter (1) der Anlaufwicklung in Gruppen von jeweils mehreren
parallelen Hohlleitern (1) zusammengefaßt sind, die über zwei mindestens teilsweise in der
Umfangsrichtung des Läufers verlaufende Rohrbögen (2) mit einem gemeinsamen sich in axialer
Richtung konzentrisch zur Läuferachse erstrekkenden Hohlraum (5) in Verbindung stehen, und
daß die Verbindung zwischen den Rohrbögen (2) und dem Hohlraum (5) jeweils an den entgegengesetzten
Enden der beiden Rohrbögen (2) erfolgt.
2. Kühlmittelkreislauf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung zwischen
den Rohrbögen (2) und dem gemeinsamen Hohlraum (5) über radial angeordnete Rohrstücke
(3) erfolgt.
3: Kühlmittelkreislauf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrbögen (2)
unmittelbar mit dem gemeinsamen Hohlraum (5) in Verbindung stehen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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