DE1527040C - Fliegende Schere für laufendes Bandmaterial - Google Patents
Fliegende Schere für laufendes BandmaterialInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine fliegende Schere für laufendes Bandmaterial mit einem starr an einer
Schwinge befestigten Messerträger und einem in einer Geradführung der Schwinge geführten anderen Messerträger,
der an einem Lenker angelenkt ist, dessen Schwenkachse mit Abstand parallel zu der quer zum
Bandmaterial gerichteten Schwingenschwenkachse verläuft.
Bei bekannten Scheren dieser Art ist der in der Schwinge geführte Messerträger klappenartig am zugehörigen
Lenker befestigt. Die Schwinge wird mittels einer Pleuelstange hin- und herbewegt. Bei einer
anderen Ausführungsform greift die Pleuelstange am Lenker an. In jedem Fall beschreiben zufolge des Abstandes
der Schwingen- und Lenkerschwenkachse voneinander die beiden Messerkanten zwei einander
schneidende Kurvenbahnen, wobei das Obermesser am Ende des Schnittes aus der Bahn des Schnittgutes
klappt, so daß die Rückführung der Schere bzw. der Schwinge nicht behindert wird. Diese Schere ist in
ihrem Aufbau zwar verhältnismäßig einfach, hat aber den Nachteil, daß keine der beiden Messerkanten
während des Schnittvorganges eine der durch das Bandmaterial bestimmten Geraden angenäherte, sondern
nur eine Kreisbahn beschreibt, zu der das Bandmaterial eine Sehne bildet. Die Abweichung der Messerkantenbahn
von der Bahn des Bandmaterials hat zwangläufig auch eine Geschwindigkeitsdifferenz zwischen
dem Vorschub des Bandmaterials einerseits und der Messerbewegung in dieser Vorschubrichtung
anderseits zur Folge, was sich in Zwängungsersehei- nungen und in einem unsauberen Schnitt auswirkt,
insbesondere dann, wenn es sich um längere Wege während des Schnittvorganges selbst handelt. Ein weiterer
Mangel-der bekannten Schere ist auch darin zu
erblicken, daß die beiden Messer während des Schnittvorganges keine genaue geradlinige Relativverschiebung
ausführen und daß das Obermesser beim Scherenrücklauf gegebenenfalls mit dem Bandmaterial
in Berührung kommt.
Bei einer anderen bekannten fliegenden Schere ist das Obermesser starr an einer Schwinge befestigt, die
mittels einer Pleuelstange zum Schnitt in Vorschubrichtung des Bandmaterials und entgegen der Vorschubrichtung
zurück in die Ausgangsstellung bewegt wird. Da die Schneidkante des Obermessers bei einer
Schwinge aber nach einer Kreisbahn geführt wird, die von der Bahn des Bandmaterials selbstverständlich
abweicht, ist das Schwenklager der Schwinge als ein sich während der Schwingenbewegung drehender Exzenter
ausgebildet, so daß die Messerkante eine Kurve beschreibt, von der der während des eigentlichen
Schnittvorganges durchlaufene Abschnitt annähernd einer Geraden gleichkommt. Das Untermesser ist dabei
wieder auf der Schwinge verschiebbar geführt und über eine Pleuelstange mit einem zum Schwingenexzenter
koaxialen Exzenter verbunden, um die Relativbewegung der beiden Messer zu erreichen. Für
die auf die Schwingenbewegung abgestimmte Drehung der beiden Exzenter sind komplizierte Getriebe erforderlich,
so daß sich ein hoher technischer Aufwand mit großen Herstellungskosten ergibt.
Ähnliches gilt für eine weitere bekannte Ausführung, bei der der Obermesserträger als pleuelstangenartige,
unmittelbar von einer Kurbelwelle bewegte Schwinge ausgebildet ist. Der an dieser Schwinge geführte
Untermesserträger ist über eigene Pleuelstangen mit gegenüber den Kurbelzapfen für die Schwinge
versetzten Kurbelkröpfungen der Kurbelwelle verbunden, um die den Schnitt bewirkende Relativbewegung
der beiden Messerträger zu erreichen. An der Schwinge greifen zwei Lenker an, die durch einen
Hebel gelenkig verbunden sind, wobei die beiden Lenker, die Schwinge und der Hebel ein Gelenkviereck
bilden. Das Schwenklager des Hebels ist nicht fix, es kann sich vielmehr der Hebel im Schwenklager in
Hebellängsrichtung verschieben, wobei eine Verstelleinrichtung vorgesehen ist, um durch die Verschiebung
des Hebels gegenüber seinem Schwenklager das Hebelverhältnis zu verändern. Auf diese Weise läßt
sich nun die von der Messerkante des Obermessers beschriebene Bahn und damit auch die Bahn der
Untermesserkante verändern, so daß eine weitgehende Annäherung an die vom Bandmaterial bestimmte
Gerade erreicht wird, es ergibt sich aber ebenfalls eine verhältnismäßig komplizierte Konstruktion, die
außerdem den Nachteil hat, daß sich die beiden Messer nach dem Schnitt nicht plötzlich voneinander entfernen,
wodurch der weitere Bandvorschub beeinträchtigt bzw. die Schwingenrückbewegung behindert
wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und eine fliegende Schere der
eingangs geschilderten Art zu schaffen, die bei einfacher Konstruktion Zwängungserscheinungen während
des Schnittes vermeidet und somit einen sauberen Schnitt gewährleistet und eine ungehinderte
Scherenrückführung in die Ausgangsstellung ermöglicht.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die das Obermesser tragende Schwinge einen
Führungslenker aufweist und das Schwingenschwenklager lotrecht zu seiner Achse verschiebbar ist. Durch.
diese besondere Schwingenführung mittels eines Lenkers und eines Schwenklagers, das für sich im
Scherengestell lotrecht zu seiner Achse verschiebbar ist bzw. eine solche Verschiebung der Schwinge um
die Lagerachse zuläßt, wird das Obermesser nicht mehr nach einem Kreisbogen, sondern entlang einer
Kurvenbahn bewegt, die sich zumindest in ihrem für den Schnitt maßgeblichen Bereich eng an die vom
Bandmaterial bestimmte Gerade anschmiegt, so daß die diesbezüglichen Mängel der bekannten Scheren
beseitigt sind, ohne daß eine komplizierte Steuerung bzw. Antriebseinrichtung erforderlich wäre. Es
braucht bloß die Schwinge entsprechend dem Bandvorschub bewegt zu werden, wobei sich der Vorteil
ergibt, daß der Vorschubantrieb gleichzeitig der Schnittantrieb ist, da das Untermesser in der Schwinge
eine Geradführung besitzt und mit Hilfe des an ihm angreifenden Lenkers bei der Schwingenbewegung
zwangläufig die Relativbewegung zum Obermesser ausführt.
In weiterer Ausbildung der Erfindung weist der am in der Schwinge verschiebbaren Untermesserträger
angelenkte Lenker ein mittels eines Kolbentriebes heb- und senkbares Schwenklager auf. Am Ende des
Schnittvorganges greifen die beiden Messer übereinander, und es müßte die Schwinge verhältnismäßig
weit zurückbewegt werden, bis zwischen den Messern wieder so viel Zwischenraum vorhanden ist, daß das
Schnittgut durchtreten kann. Es wäre also der Bandvorschub -nach dem Schnitt beim Rückgang der
Schwinge unmöglich, bzw. es würde das weiterlaufende Band das Zurückschwingen der Schwinge in die
Ausgangslage verhindern. Das Absenken des Lenker-
schwenklagers nach dem Schnitt hat nun aber ein
Wegziehen des verschiebbaren Messers bzw. des Untermessers vom Gegenmesser zur Folge, so daß der
Messerzwischenraum für den weiteren Bandvorschub rasch freigegeben wird und die Schwinge unbehindert
in ihre Ausgangslage zurückkehren kann, wonach das Anheben des Schwenklagers erfolgt, um für den
nächsten Schnitt bereit zu sein. Zugleich erfüllt der das Versetzen des Lenkerschwenklagers bewirkende
Kolbentrieb die Aufgabe einer Sicherheitseinrichtung gegen Überschreiten des zusätzlichen Schnittdruckes,
da eben das Lenkerschwenklager bei Überlast gegen die Beaufschlagung des Kolbens ausweichen kann.
Das Lenkerschwenklager kann unmittelbar an der Kolbenstange des ortsfest" angeordneten und daher
auch keine flexiblen Zuleitungen erfordernden Kolbentriebes vorgesehen sein, es ist aber auch möglich,
zwischen Kolbentrieb und Schwenklager einen Zwischenhebel vorzusehen. ■ ■ ■
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt,
und zwar zeigen
Fig. 1,2und3 eine fliegende Schere in drei verschiedenen
Bewegungszuständen.
Das Obermesser 1 ist mit seinem Messerträger 2 starr an einer Schwinge 3 befestigt, die einen Führungslenker
4 aufweist. Die Schwinge 3 besitzt kein einfaches Schwenklager, es ist vielmehr ihr Schwenklager
5 im Scherengestell 6 normal zur Schwingenschwenkachse verschiebbar. Auf Grurtd dieser besonderen
Art der Schwingenführung beschreibet die Schneidkante des Obermessers während der mittels
einer Stange 7 bewirkten Schwingenbewegung eine Kurve 8, die sich in dem für den Schnitt maßgeblichen
Abschnitt eng an die Bahn 9 des Schnittgutes bzTV.
Bandmaterial anschmiegt. Die Form der Kurve 8 läßt sich durch entsprechende Wahl der Länge des
Führungslenkers 4, des Abstandes des Angriffspunktes des Lenkers an der Schwinge vom Schwenklager 5
und des Abstandes dieses Angriffspunktes von der Obermesserschneidkante verändern, wobei sich, wenn
alle drei Längen gleich sind, sogar eine völlige Geradführung der Obermesserschneidkante erzielen läßt..
Die Schwinge 3 bildet eine Geradführung 10 für den Träger 11 des Untermessers 12, wobei am Untermesserträger
11 ein Lenker 13 angelenkt ist, dessen Schwenkachse parallel, aber mit Abstand von der
Schwingenschwenkachse verläuft. Das Schwenklager 14 des Lenkers 13 ist nicht ortsfest, sondern an einem
Hebel 15 angeordnet, der mit Hilfe eines hydraulischen oder pneumatischen Kolbentriebes 16 verstellbar
ist.
Bei Beginn des Arbeitsvorganges befindet sich die Schere in der in Fig. 1 dargestellten Lage. Die
Schwingenbewegung mittels der Stange 7 wird über eine Kupplung vom Vorschubantrieb des Bandes abgeleitet.
Während der Schwingenbewegung in Vorschubrichtung beschreibt die Schneidkante des Untermessers
12 eine Kreisbahn 17, die die Führungskurve 8 der Obermesserschneidkante schneidet, wobei
vom Schnittpunkt der beiden Kurven der eigentliche
ίο Schneidvorgang beginnt, der in der Stellung nach
F i g. 2 beendet ist. Beim Schwingenvorlauf hat das Schwenklager 14 des Lenkers 3 seine Lage nicht verändert.
Um nun nach dem Schnitt sofort einen Zwischenraum zwischen den Messern 1,12 für den weiteren
Bandvorschub freizugeben, wird das Lenkerschwenklager 14 mit Hilfe des Kolbentriebes 16 und
des Zwischenhebels 15 abgesenkt, wie dies Fig. 3 zeigt. Nun kann die Rückbewegung der Schwinge 3 in
die Ausgangsstellung unbehindert erfolgen, worauf der Kolbentrieb das Lenkerschwenklager 14 wieder
anhebt, so daß die Schere in die in Fig. 1 gezeigte Bereitschaftsstellung gelangt.
Die Lagerung der Schwinge 3 im Scherengestell 6 kann auch in der Weise erfolgen, daß ein ortsfester
as Lagerzapfen vorgesehen ist, der in ein Langloch in
der Schwinge eingreift, um deren Verschiebung in normaler Richtung zur Zapfenachse zu ermöglichen.
Ferner könnte das Schwenklager 14 des Lenkers 13 für den Untermesserträger 11 unmittelbar an der KoI-benstange
des Kolbentriebes 16 angeordnet werden, um den Zwischenhebel 15 zu vermeiden. Auch wäre
es möglich, das Absenken bzw. Anheben des Lenkerschwenklagers 14 auf rein mechanischem Wege herbeizuführen.
_ .. ,
Claims (2)
1. Fliegende Schere für laufendes Bandmaterial
mit einem starr an einer Schwinge befestigten Messerträger und einem in einer Geradführung
der Schwinge geführten anderen Messerträger, der an einem Lenker angelenkt ist, dessen Schwenkachse mit Abstand parallel zu der quer zum Bandmaterial
gerichteten Schwingenschwenkachse verläuft, dadurch gekennzeichnet, daß die
das Obermesser (1) tragende Schwinge (3) einen Führungslenker (4) aufweist und das Schwingenschwenklager (5) lotrecht zu seiner Achse verschiebbar
ist.
2. Schere nach Anspruch 1,· dadurch gekennzeichnet, daß der am in der Schwinge (3) verschiebbaren
Untermesserträger (11) angelenkte Lenker (13) ein mittels eines Kolbentriebes (16)
heb- und senkbares Schwenklager (14) aufweist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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