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DE1521025C - Galvanisches cyanidisches Glanzsilber - Google Patents

Galvanisches cyanidisches Glanzsilber

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Publication number
DE1521025C
DE1521025C DE1521025C DE 1521025 C DE1521025 C DE 1521025C DE 1521025 C DE1521025 C DE 1521025C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
silver
cyanide
bath
silver bath
galvanic
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Expired
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein galvanisches cyanidisches Glanzsilberbad mit einem Gehalt an organischen, Stickstoff und Schwefel enthaltenden Glanzbildern.
Die heute gebräuchlichen Glanzsilberbäder befriedigen nicht in jeder Hinsicht die Ansprüche der Technik. Es sind Bäder bekannt, die über einen großen Stromdichtbereich hinweg Silberniederschläge erzeugen, deren Glanz zwar einen leichten Blauschleier aufweist, die aber bei der nachfolgenden, für Hohlwaren fast stets üblichen Lackierung ihre helle Farbe erhalten und für mäßige Ansprüche an das Aussehen der Versilberung brauchbar sind. Andere Bäder bringen wohl schleierfreie Silberschichten in einem großen Stromdichtebereich hervor, zeigen aber eine leichte Eintrübung nach der Lackierung, wenn der Silberniederschlag vor dem Lackieren nicht leicht nachgeglänzt wird. Weitere Badarten wiederum bringen nur in einem zu beschränkten Stromdichtebereich klare Silberniederschläge, die auch nach dem Lakkieren klar bleiben.
Aus der deutschen Patentschrift 959 775 sind cyani-.'dische Glanzsilberbäder bekannt, welche ringförmige Kondensationsprodukte von Dithiocarbazaten mit Schwefelkohlenstoff enthalten. Diese Verbindungen geben jedoch keine Silberbäder, welche den stark gestiegenen Ansprüchen an technisch ersetzbaren Glanzsilberbäder genügen. ■
Glanzsilberbäder, die über einen großen Stromdichtebereich klar glänzende Überzüge liefern, deren Brillanz auch nach dem Lackieren bestehenbleibt, sind somit bisher nicht bekanntgeworden.
Ein voll befriedigendes Glanzsilberbad muß ferner auch Weichlotstellen glänzend und ohne Blasenbildung versilbern und beim Versilbern von »Reparaturware«, d. h. von gebrauchter Ware, die nach dem Polieren wieder versilbert wird, dürfen sich nach dem Veisilbern die Grenzen zwischen den durchpolierten Stellen und dem noch verbliebenen Silberniederschlag nicht markieren.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein cyanidisches Glanzsilberbad der eingangs erwähnten Art zur Verfügung zu stellen, das den obengenannten Anforderungen genügt und das insbesondere dazu im Stande ist, über einen großen Stromdichtebereich klar glänzende Überzüge mit einem brillanten Aussehen zu liefern.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß das Glanzsilberbad als Glanzbildner Alkalisalze des Thiosemicarbazide der Dithiokohlensäure mit der Formel
H2N — C — NH- NH-C — SMe
i: ■ Il '
S ' S
enthält, in der Me ein Alkalimetall bedeutet.
Das erfindungsgemäße Glanzsilberbad kann zweckmäßigerweise noch zusätzlich ein Kondensationsprodukt von Naphthalinsulfosäure mit Formaldehyd enthalten. Als Zusatz sind auch sulfonierte Fettöle in verseifter Form, wie verseiftes Türkischrotöl, geeignet.
Der Zusatz dieser Verbindungen, die allein für sich in Silberbädern verwendet keine glanzbildende Wirkung entfalten, bringt den Vorteil mit sich, daß ein leichter Blauschleier beseitigt werden kann, der manchmal auftritt, wenn man bei Stromdichten außerhalb des Bereiches von 1 bis 2 A/dm2 arbeitet.
Die Glanzbildner sind in dem Bad zweckmäßigerweise in Mengen von 0,005 bis 5 g/l, vorzugsweise von 0,05 bis 0,5 g/l enthalten. Bei Stromdichten von 1 bis 2 A/dm2 werden durch den Zusatz der oben angegebenen Glanzbildner ausgezeichnet glänzende Silberniederschläge erzeugt.
Mit dem erfindungsgemäßen Glanzsilberbad werden alle Anforderungen in bezug auf Glanz, Glanzstreubereich, Verhalten beim Lackieren und beim Versilbern von Lötstellen und Reparaturen überraschend gut befriedigt.
Durch forcierte Relativbewegung zwischen dem
Elektrolyten und der zu versilbernden Ware kann der technisch verwendbare Stromdichtebereich, wie allgemein bekannt, nach höheren Werten erweitert werden.
Die folgenden Beispiele geben Aufschluß über die Anwendbarkeit der erfindungsgemäßen Glanzbildner.
B ei sp i e 1 1
20
Silberbad mit 30 g/l Silber, gebunden in Form
von Silbercyanid
125 g/l freies Kaliumcyanid
·■ . 0,1 g/l Alkalisalz des Thiosemi-
carbazids der Dithiokohlensäure
Badtemperatur: 250C
Ein solches Bad gibt im Bereich zwischen 0,8 und 1,6 A/dm2 klare Silberniederschläge. Höhere Stromdichten ergeben einen leichten Blauschleier. Im Bereich geringerer Stromdichten läßt der Glanz nach*.
Beispiel 2
Silberbad mit 25 g/l Silber, gebunden in Form
von Silbercyanid
90 g/l freies Natriumcyanid
0,06 g/l Alkalisalz des Thiosemicarbazide der Dithiokohlen-
säure
Badtemperatur: 220C.
Dieses Bad verhält sich ganz ähnlich wie dasjenige des ersten Beispiels, wobei allerdings der Stromdichtebereich etwa zwischen 0,6 und 1,2 A/dm2 liegt.
B e i spiel 3
Silberbad mit
30 g/l Silber, gebunden in Form
von Silbercyanid
140 g/l freies Kaliumcyanid
0,15 g/l Alkalisalz des Thiosemicarbazids der Dithiokohlensäure
0,8 g/l Kondensationsprodukt aus Naphthalinsulfosäuren und Formaldehyd
Badtemperatur: 22 bis 250C
60
Dieses Bad ergibt im Bereich von 0,1 bis 4 A/dm2 schleierfreien Hochglanz. Bei Stromdichten über 1,5 A/dm2 ist eine Warenbewegung oder Relativbewegung zwischen Ware und Bad angebracht. Die Niederschläge besitzen bereits bei Versilberungszeiten von 10 bis 20 Sekunden klaren Glanz. Auch beim Lackieren und Einbrennen büßen sie von ihrer Brillanz nichts ein.
B e i s ρ i e 1 4
Silberbad mit 40g/l Silber, gebunden in Form
von Silbercyanid
100 g/l freies Natriumcyanid
0,075 g/l Alkalisalz des Thiosemicarbazide der Dithiokohlensäure
3,0 g/l Kondensationsprodukt aus Naphthalinsulfosäuren und Formaldehyd
Badtemperatur: 25 bis 280C
Mit einem solchen Bad erhält man schleierfreien Hochglanz im Bereich von 0,1 bis 3 A/dm2. Bei Stromdichten über 1,4 A/dm2 ist wiederum eine Relativbewegung zwischen Ware und Bad ratsam. Der Niederschlag bleibt auch nach dem Lackieren und Einbrennen klar.
Beispiel 5
Silberbad mit
30 g/l Silber, gebunden in Form
von Silbercyanid
160 g/l freies Kaliumcyanid
0,3 g/l Alkalisalz des Thiosemicarbazids der. Dithiokohlensäure
2 g/l verseiftes Türkischrotöl
Badtemperatur: 22 bis 250C
Mit diesem Bad sind klar glänzende, ausgezeichnet lackierfähige Silberschichten erhältlich, sofern die Stromdichte zwischen 1,5 und 2,0 A/dm2 beträgt und die Ware gegenüber dem Bad bewegt wird.
B ei s ρ iel 6
Dieses Beispiel zeigt die Fortschrittlichkeit der erfindungsgemäßen Glanzsilberbäder gegenüber den aus der deutschen Patentschrift 959 775 bekannten Glanzsilberbädern. Es wurde in folgenden Bädern gearbeitet:
a) Gemäß der deutschen Patentschrift 959 775:
Kaliumsilbercyanid 55 g/l
Kaliumcyanid 65 g/l
Kaliumsalz des Dimerkapto-Thiodi-
azols lg/1
b) Gemäß der Erfindung:
Kaliumsilbercyanid 55 g/l
Kaliumcyanid 140 g/l
Kaliumsalz des Thiosemicarbazids der Dithiokohlensäure 0,15 g/l
Die polierten Kupferbleche wurden jeweils nach einer üblichen Vorversilberung (10 Sekunden bei etwa Volt in einem Bad mit etwa 1,5 g/l Ag und 100 g/l NaCn) bei 20 bis 220C und bei einer kathodischen Stromdichte von 1 A/dma versilbert. Die Expositionszeit betrug jeweils 10 Minuten. Die Betrachtung der Muster zeigt, daß mit dem erfindungsgemäßeta Bad ein erheblich besseres und gleichmäßigeres Aussehen des abgeschiedenen Niederschlages erzielt wird.
Die Badtemperatur kann im übrigen auch niedriger gewählt werden als in den Beispielen angegeben. Damit verringern sich zwar die maximal zulässigen Stromdichten, doch wird der Glanzstreubereich davon nicht berührt, da auch die untere Stromdichtegrenze sich erniedrigt.

Claims (5)

Patentansprüche:
1. Galvanisches cyanidisches Glanzsilberbad mit
einem Gehalt an organischen, Stickstoff ■ und Schwefel enthaltenden Glanzbildnern, dadurch gekennzeic~b.net, daß es als .Glanzbildner Alkalisalze des Thiosemicarbazids der Dithiokohlensäure mit der Formel
H3N — C — NH- NH- C — SMe
enthält, in der Me ein Alkalimetall bedeutet.
2. Silberbad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich ein Kondensationsprodukt von Naphthalinsulfosäuren mit Formaldehyd enthält.
3. Silberbad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich ein sulfoniertes Fettöl in verseifter Form enthält.
4. Silberbad nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es als sulfoniertes, verseiftes Fettöl verseiftes Türkischrotöl enthält.
5. Silberbad nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es die Glanzbildner in Mengen von 0,005 bis 5 g/l enthält.

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