DE1518368B1 - Verfahren zur Zerlegung des Ammoniumsalzes des racemichen N-Benzoyl-serin in seine optisch aktiven Komponenten - Google Patents
Verfahren zur Zerlegung des Ammoniumsalzes des racemichen N-Benzoyl-serin in seine optisch aktiven KomponentenInfo
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Description
Verwendung teurer Alkaloide oder die Herstellung des Enzyms erforderlich machen.
Das Verfahren der Erfindung überwindet die oben angeführten Nachteile.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Zerlegung des Ammoniumsalzes des racemischen
N-Benzoyl-DL-serins in seine optisch aktiven Komponenten, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
Serin kommt in der Natur in der optisch aktiven Zu der übersättigten Lösung gibt man eine kleine
L-Form vor, und diese Form ist ein wesentlicher Menge von Kristallen einer der enantiomorphen
Bestandteil der tierischen Nahrung, während das Komponenten zum Animpfen zu und rührt das Geenantiomorphe
D-Serin keine bekannte physiologische misch, um die fraktionierte Kristallisation desjenigen
Bedeutung besitzt. D-Serin ist aber sehr nützlich als 5 Enantiomorphen zu veranlassen, das in Form von
Zwischenprodukt zur Synthese des Antibiotikums Impfkristallen zugesetzt wurde. Man kann auch eine
D-Cycloserin. kleine Menge eines der Enanthiomorphen zusetzen,
Synthetisches Serin ist optisch inaktiv und besteht während die Lösung des racemischen Gemisches
aus gleichen Teilen der beiden enantiomorphen Iso- heiß ist, um diese enantiomorphe Komponente aufmeren.
Der Handelswert des synthetischen Serins 10 zulösen und gegenüber der anderen in der Lösung
kann also durch Zerlegung des Gemisches in D- und vorherrschen zu lassen und dann die Lösung ab-L-Serin
verdoppelt werden. kühlen, wobei eine spontane Kristallisation desjenigen
Das am meisten angewandte Verfahren zur Zer- Enantiomorphen erfolgt, das zu der Lösung zulegung
von DL-Serin besteht darin, daß man N-Acyl- gegeben wurde. Auch die Kombination dieser Ver-DL-serin
mit einer optisch aktiven Verbindung wie 15 fahren ist möglich. Man verführt dann in der Weise,
Brucin oder Chinin als Zerlegungsmittel behandelt, daß man einen Teil der Kristalle einer der enantiodas
erhaltene Gemisch der Diastereoisomeren frak- morphen Komponenten zu der heißen Lösung des
tioniert, kristallisiert und die Produkte hydrolysiert. racemischen Gemisches zugibt und den restlichen
Das N-Acyl-DL-serin kann aber auch durch Einwir- Teil in Form von Impfkristallen zu der abgekühlten,
kung von Acylase selektiv hydrolysiert werden. Diese 20 übersättigten Lösung zusetzt, in der eine der enantio-Verfahren
erwiesen sich als unvorteilhaft, da sie die morphen Komponenten gegenüber der anderen vorherrschend
ist.
Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Lösungsmittel sind Wasser, Methanol oder
25 ein Gemisch von Wasser und Alkanol mit bis zu 3 Kohlenstoffatomen.
Das als Ausgangsmaterial dienende Ammoniumsalz des N-Benzoyl-DL-serins kann in der üblichen
Weise hergestellt werden, wie sie dem Fachmann,
eine übersättigte Lösung des racemischen Gemisches 30 bekannt ist. DL-Serin wird beispielsweise mit Benzoylin
Wasser, Methanol oder einem Gemisch von chlorid oder Benzoesäureanhydrid nach dem in der
Wasser und einem Alkanol mit bis zu 3 Kohlenstoff- »Zeitschrift der Physiologischen Chemie«, Bd. 56,
atomen herstellt und entweder S. 250, 1908, beschriebenen Verfahren benzoyliert
und das erhaltene Produkt anschließend mit wäß-
a) das eine der Enantiomorphen in Form von 35 rigem oder flüssigem Ammoniak neutralisiert. Der
Impfkristallen zu der übersättigten Lösung des Anteil des zuzusetzenden Enantiomorphen kann mehr
racemischen Gemisches zusetzt oder als 1 Gewichtsprozent des racemischen Gemisches
b) das eine der Enantiomorphen in der Lösung des betragen. Die obere Grenze sollte durch die Wirtracemischen
Gemisches bei erhöhter Temperatur schaftlichkeit des Enantiomorphen bestimmt werden,
löst, die Lösung abkühlt und dann die Lösung 40 Im allgemeinen werden die besten Ergebnisse mit
spontan auskristallisieren läßt oder einem Anteil von 2 bis 12 Gewichtsprozent des
c) das eine der Enantiomorphen in der Lösung des racemischen Gemisches erzielt.
racemischen Gemisches bei erhöhter Temperatur Die Temperatur, bei der die Kristallisation durchlöst,
die Lösung abkühlt, die Lösung mit den geführt wird, ist für die Erfindung nicht kritisch, aber
Kristallen des gleichen Enantiomorphen, das 45 man arbeitet vorzugsweise ungefähr bei Zimmerin
der Lösung vorherrschend ist, animpft und temperatur, d.h. bei etwa 15 bis 300C.
anschließend das auskristallisierte Enantiomorphe Die Mutterlauge, aus der die erste Fraktion eines
aus der Mutterlauge abtrennt. der Enantiomorphen abfiltriert worden ist, wird zur
Abtrennung des optischen Antipoden des Enantio-
Allgemein gesagt, besteht das Verfahren der Er- 50 morphen wiederverwendet. Sie wird deshalb einfindung
darin, daß man eine übersättigte Lösung von geengt, um sie wieder auf die ursprüngliche Kon-Ammonium-N-benzoyl-DL-serinat
in einem Lösungs- zentration des racemischen· Gemisches zu bringen,
mittel herstellt, die erhaltene Lösung mit einer der Oder man löst bei erhöhter Temperatur in der Mutterenantiomorphen
Komponenten des racemischen Ge- lauge eine bestimmte Menge des racemischen Gemisches
animpft oder diese Komponente in der 55 misches auf, die vorzugsweise dieselbe Größe hat
Lösung auflöst, um diese enantiomorphe Form gegen- wie die Menge des vorher abgetrennten Enantioüber
der anderen in der Lösung überwiegen zu
lassen, die vorherrschende enantiomorphe Komponente auskristallisieren läßt undsie aus der Mutterlauge
lassen, die vorherrschende enantiomorphe Komponente auskristallisieren läßt undsie aus der Mutterlauge
morphen. Mit diesen Lösungen wiederholt man das Verfahren, das bei dem vorhergehenden Arbeitsgang
durchgeführt wurde, um die andere enantio-
gewinnt.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stellt man eine übersättigte Lösung des
Ammoniumsalzes des racemischen N-Benzoyl-serins her. Dies geschieht in der Weise, daß man das race-
60 morphe Komponente abzutrennen, bei der es sich um den optischen Antipoden der enantiomorphen
Komponente handelt, die bei der vorhergehenden Operation abgetrennt worden war. Der Arbeitszyklus
kann auf diese Weise unbegrenzt wiederholt
mische Gemisch bei erhöhter Temperatur, wie später 6g werden, wobei man nacheinander die beiden enantio-
beschrieben, in einer solchen Menge in dem Lösungs- morphen Komponenten abtrennt,
mittel auflöst, daß beim Abkühlen eine übersättigte Das so erhaltene optisch aktive Ammonium-N-ben-
Lösung gebildet wird und die Lösung abkühlt. zoyl-serinat kann hydrolysiert werden und liefert die
entsprechenden optischen Isomeren des freien Serins. Man verfährt dabei in der üblichen Weise, indem
man z. B. in verdünnter Salzsäure erwärmt, das erhaltene optisch aktive Serin-hydrochlorid isoliert
und die Salzsäure daraus entfernt.
Die Erfindung soll an Hand der folgenden Beispiele im einzelnen erläutert werden.
14,50 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-DL-serins und 0,90 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-L-serins
werden in 100 ml 95%igem wäßrigem Methanol unter Erwärmen gelöst und auf etwa 30C abgekühlt.
Zu dem Gemisch werden 0,1 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-L-serins als Impfkristalle zugesetzt. Das
Gemisch wird allmählich auf 26 C abgekühlt und weitere 3,5 Stunden bei der gleichen Temperatur
gerührt. Dann werden die erhaltenen Kristalle abfiltriert und mit Methanol gewaschen. Nach dem Trocknen
werden 2,39 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-L-serins erhalten.
[α]!1= +43,2 (D = 1, Wasser).
Die optische Reinheit des Produktes beträgt 98,2%.
2,38 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-DL-serins werden unter Erwärmen in der nach dem Abfiltrieren
der im Beispiel 1 erhaltenen Kristalle gewonnenen Mutterlauge gelöst, und die Lösung wird auf etwa
30r C abgekühlt. Die Lösung wird mit 0,1 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-D-serins geimpft und das Gemisch
allmählich auf 26° C abgekühlt. Es wird dann 4 Stunden bei der gleichen* Temperatur gerührt. Die erhaltenen
Kristalle werden abfiltriert und mit Methanol gewaschen. Nach dem Trocknen verbleiben 2,52 g
Ammoniumsalz des N-Benzoyl-D-serins.
ό [„]« = -42,6 (C = 1, Wasser).
Die optische Reinheit des Produktes beträgt 99,1%. Beispiel 3
7,22 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-DL-serins und 0,24 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-D-serins werden
in 50 ml 95%igem wäßrigem Methanol unter Erwärmen gelöst. Die Lösung wird allmählich abgekühlt
und über Nacht bei 30c C stehengelassen, wobei 1,05 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-D-serins auskristallisieren.
[„]«= _38,3J (C = 1, Wasser).
Die optische Reinheit des Produktes beträgt 87" „.
Die folgende Tabelle zeigt andere Beispiele für die direkte Zerlegung des Ammoniumsalzes des N-Benzoyl-serins
nach der Erfindung, bei denen das gleiche Verfahren wie im Beispiel 1 beschrieben unter verschiedenen
Bedingungen wiederholt wird.
Ausgangsgemische
Kristallisationsbedingungen
Ausbeuten
optische
Reinheit
in Wasser
Ammonium-N-benzoyl-DL-serinat
8,00gin 52ml95%igem
wäßrigem Methanol
8,00gin 52ml95%igem
wäßrigem Methanol
Ammonium-N-benzoyl-DL-serinat
4,61 g, Ammonium-N-benzoyl-L-serinat 0,23 g in 50 ml
90%igem Isopropanol
4,61 g, Ammonium-N-benzoyl-L-serinat 0,23 g in 50 ml
90%igem Isopropanol
Ammonium-N-benzoyl-DL-serinat
9,00 g in 50 ml Methanol
9,00 g in 50 ml Methanol
Ammonium-N-benzoyl-DL-serinat
7,50 g, Ammonium-N-benzoyl-D-serinat 1,00 g in 50 ml
90%igem wäßrigem Äthanol
7,50 g, Ammonium-N-benzoyl-D-serinat 1,00 g in 50 ml
90%igem wäßrigem Äthanol
1,00 g des L-Isomeren
0,05 g des L-Isomeren
1,50 g des L-Isomeren
0,10 g des D-Isomeren 6 Stunden
stehenlassen bei
3O0C
stehenlassen bei
3O0C
1,5 Stunden
rühren bei
3O0C
rühren bei
3O0C
1 Stunde
stehenlassen bei
25° C
stehenlassen bei
25° C
3 Stunden
rühren
bei 28° C
rühren
bei 28° C
L-Isomeres
1,5 g
1,5 g
L-Isomeres
0,54 g
0,54 g
L-Isomeres
2,40 g
2,40 g
D-Isomeres
1,80 g
1,80 g
100%
95,5%
98,2%
93,2%
+44,0
+42,0
+43,2
-41,0
Die Gewinnung des freien Serins aus dem Ammoniumsalz des N-Benzoylderivats kann in folgender
Weise durchgeführt werden: 4,52 g Ammoniumsalz des N-Benzoyl-L-serins und 45,2 ml 6 n-Salzsäure
werden auf einem ölbad 8 Stunden am Rückfluß erwärmt. Die erhaltene Lösung wird filtriert und das
Filtrat mit Äther extrahiert. Die wäßrige Schicht wird zur Trockne gedampft u;id rohes L-Serin-hydrochlorid
als Rückstand erhalten. Das Produkt wird in 50 ml Wasser gelöst und die Lösung durch eine Säule
mit Amberlite IR-120 in U-Form geschickt, um das L-Serin-hydrochlorid auf dem Harz zu absorbieren.
Das Harz wird dann mit 5%igem wäßrigem Ammoniak eluiert und das Eluat zur Trockne gedampft,
wobei 1,83 g rohes L-Serin anfallen. Das rohe L-Serin
wird aus wäßrigem Äthanol umkristallisiert und ergibt 1,39 g L-Serin.
[„]« = +15,2 (C = 2, in N-Salzsäure).
Claims (3)
1. Verfahren zur Zerlegung des Ammoniumsalzes des racemischen N-Benzoyl-DL-serins in
seine optisch aktiven Komponenten, dadurch
gekennzeichnet, daß man eine übersättigte Lösung des racemischen Gemisches in Wasser,
Methanol oder einem Gemisch von Wasser und
ϊ 518368
einem Alkanol mit bis zu 3 Kohlenstoffatomen
herstellt und entweder
a) das eine der Enantiomorphen in Form von Impfkristallen zu der übersättigten Lösung
des racemischen Gemisches zusetzt oder
b) das eine der Enantiomorphen in der Lösung des racemischen Gemisches bei erhöhter Temperatur
löst, die Lösung abkühlt und dann die Lösung spontan auskristallisieren läßt
oder
c) das eine der Enantiomorphen in der Lösung des racemischen Gemisches bei erhöhter Temperatur
löst, die Lösung abkühlt, die Lösung mit den Kristallen des gleichen Enantiomorphen,
das in der Lösung vorherrschend ist, animpft und anschließend das auskristallisiertc
Enantiomorphc aus der Mutterlauge abtrennt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man die gleichen Arbeitsschritte nach der Wiederherstellung der ursprünglichen
Übersättigung mit der Mutterlauge durchführt, indem man sie einengt oder eine weitere Menge
des racemischen Gemisches zusetzt und bei erhöhter Temperatur auflöst, vorzugsweise die gleiche
Menge, die der Menge des abgetrennten Enantiomorphen entspricht, sodann das andere Enantiomorphe,
bei dem es sich um den optischen Antipoden des vorher erhaltenen Enantiomorphen handelt, hinzufügt und nach der Kristallisation
abtrennt und diesen Arbeitszyklus wiederholt, indem man nacheinander die beiden Enantiomorphen
abwechselnd abtrennt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kristallisation bei einer
Temperatur von 15 bis 45 C durchführt.
Applications Claiming Priority (1)
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Non-Patent Citations (1)
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