DE1513288C - Anordnung zur Regelung der Drehzahlen von mindestens zwei Stell antriebsmotoren einer Mehrkoordinaten Steuerung - Google Patents
Anordnung zur Regelung der Drehzahlen von mindestens zwei Stell antriebsmotoren einer Mehrkoordinaten SteuerungInfo
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Description
35
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur Regelung der Drehzahlen von mindestens zwei
Stellantriebsmotoren einer Mehrkoordinatensteuerung mit je einem Drehzahlregler für jeden Stellantriebsmotor, dessen Sollwert vom Ausgang eines Sättigungsverhalten
aufweisende Bauelemente enthaltenden Lageregelkreises vorgegeben'ist.
Eine derartige Anordnung ist bekannt (AEG-Mitteilungen, 54 [1964], 11/12, S. 672 bis 677). In der
Antriebstechnik besteht die Aufgabe, die Drehzahlen zweier Motoren in einem bestimmten Verhältnis zu
halten. Dies ist z. B. der Fall bei numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen, bei denen das Werkzeug bei
stillstehendem Werkstück oder das Werkstück bei fest angeordnetem Werkzeug in mindestens zwei Koordinaten
gleichzeitig verfahren wird, um z.B. eine Kontur zu erzeugen, die einen bestimmten Winkel zu
einer Grundlinie aufweist. Die Lageregelabweichungen derartiger Maschinen bilden im allgemeinen die
Sollwerte von unterlagerten Drehzahlregelkreisen. Wären die Drehzahlen der Antriebsmotoren den
Lageregelabweichungen bis zu den maximal vorkommenden Werten proportional, so ließe sich jedes
Drehzahlverhältnis und damit jede gewünschte Stei-' gung allein durch die programmierten Lagesollwerte
vorgeben. Die Lage- oder Drehzahlregelkreise enthalten jedoch Bauelemente, z. B. Digital-Analog-Umsetzer
(D-A-Umsetzer) und Verstärker, die Sättigungsverhalten haben. Von bestimmten Regelabweichungen
an fahren daher im Sättigungsieil der Bauelemente
beide Motoren mit den jeweils höchsten Drehzahlen, so daß sich bei Drehzahlgleichheit unabhängig
von den Vorgegebenen unterschiedlichen Lagesollwerten eine Kontur ergibt, die unter einem
Winkel von 45° ansteigt. Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, wird allgemein ein Interpolator verwendet,
der die Verfahrstrecke in Abschnitte unterteilt und diese nacheinander den Lageregelkreisen
als Lageregelabweichung zuführt (deutsche Auslegeschrift 1158621).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung der eingangs erwähnten Art derart auszugestalten,
daß den Lageregelkreisen große Lageabweichungen vorgegeben werden können und die
Stellantriebe trotzdem im vorgegebenen Geschwindigkeitsverhältnis betrieben werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Ausgang jedes Lageregiers einem Komparatorverstärker
als Istwert und ein zur Lageabweichung des anzufahrenden Punktes proportionaler
Geschwindigkeitswert, der derart bemessen ist, daß er bei seinem Maximalwert kein Bauelement in den,,
Sättigungsbereich führt,-als Sollwert zugeführt sind· und daß der Ausgang des Komparatorverstärkers, der
nur dann ein Ausgangssignal abgibt, wenn sein Istwert den Sollwert übersteigt, in zur Lageregelabweichung
entgegengesetztem Sinn auf den Eingang des? Lagereglers gegeben ist. r ;
Die Anordnung hat den Vorteil, daß die Antriebs-' motoren mit einer bestimmten vorgegebenen Geschwindigkeit
laufen, auch wenn die Lageabweichungen sehr groß sind. ^
Interpolatoren können eingespart werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden an Hand einer Zeichnung näher beschrieben.
Es zeigt
F i g. 1 eine Anordnung zur Lageregelung einer in zwei Koordinaten gleichzeitig gesteuerten Werkzeugmaschine,
/'
F i g. 2 ein Diagramm, aus welchem-die Abhängigkeit
der Drehzahlen der Antriebsmotoren von den Regelabweichungen in den einzelnen Koordinaten zu
ersehen ist, __·■'..
F i g. 3 ein Diagramm, welches die Vorgänge beim Anfahren eines Punktes zeigt. - " ""' -
In F i g. 1 ist schematisch ein Digitalteil 3 und ein Analogteil 4 einer numerischen Steuerung für eine
Werkzeugmaschine dargestellt.
Über ein Einleseschieberegister E des Digitalteiles 3 gelangen entsprechenden Koordinaten zugeordnete
Lagesollwerte X, Y von einem nicht dargestellten Programmträger, z. B. einem Lochstreifen, in Sollwertspeicher
XS und YS. Sollgeschwindigkeiten darstellende Daten VX und VY sind Speichern VXS und
VYS zugeführt; deren Ausgänge an Geschwindigkeits-D-A-Umsetzer DAVX, DAVY zugeführt sind.
Im Digitalteil 3 sind ferner Lage-Istwert-Speicher IXS, IYS vorhanden, die die Werte von Lage-Istwert-Gebern
WKX, WKY aufnehmen. Die programmierten Lagesollwerte X, Y und die Lage-Istwerte IX, IY
steuern ein digitales Rechenwerk .RW an, in welchem
die Lageregelabweichungen XW, YW gebildet werden, die über Speicher AXS, AYS an D-A-Umsetzer
DAX, DAY geführt sind. Die Lage-Istwert-Geber WKX, WKY sind mit Stellmotoren MX, MY gekuppelt.
Vor Bildung der Lageregelabweichungen wird zunächst ein um die Nullpunktverschiebung korrigierter
Lagesoüwert gebildet. Hierzu werden in dem
Rechenwerk R W den programmierten Lagesollwer-
ten X und Y der einzelnen Koordinaten, die über Kanal 1 in das Rechenwerk gelangen, gespeicherte
Korrekturwerte NPX und NPY vorzeichenrichtig' zuaddiert,
die über Kanal 2 in das Rechenwerk gelangen. Das Ergebnis RX, RY gelangt in Zwischenspeieher
RXS und RYS. Anschließend werden in dem Rechenwerk R W die Lageregelabweichungen für die
einzelnen Koordinaten dadurch gebildet, daß von den korrigierten Sollwerten RX, RY die Istwerte IX
und IY abgezogen werden. Die Differenzen xw, yw gelangen in die Speicher AXS und A YS.
Während die Rechnung NPX ± X, NPY ± Y für
jeden neuen Sollwert nur einmal ausgeführt wird, läuft die Rechnung RX-IX und RY-IY so oft ab,
bis die Regelabweichung zu Null geworden ist. Wie nicht weiter dargestellt ist, sorgt für die Steuerung
der einzelnen Rechenoperationen und der Transferoperationen ein zentrales Leitwerk, dem ein Taktgeber
übergeordnet ist, der die Synchronisation zwischen Digitalregler und Sollwertgeber bewirkt.
Im Analogteil 4 ist jeder Koordinate X und Y ein getrennter Kreis zugeordnet. Die über die Speicher
AXS,AYS und nachgeschaltete D-A:Umsetzer DAX,
DAY ausgegebenen Lageregel abweichungen xw, yw
sind die Sollwerte für Drehzahlregelkreise MX, TX, SA* 3 bzw. MY, TY, SY 3 und somit über die linearen
Kennlinien der D-A-Umsetzer DAX, DAY den Drehzahlen der Stellmotoren MX, MY proportional
(P-Verhalten). Die Drehzahlregelkreise enthalten mit den Stellmotoren MX, MY gekuppelte Drehzahl-Istwertgeber
TX, TY, deren Ausgangssignale an die Summierpunkte SX 3, SY 3 geführt sind. Die Bildung
der Regelabweichungen für diese Drehzahlregelkreise erfolgt an den Summierpunkten SX 3 und SY 3. Mit
Umschaltern UX und UY werden die Vorzeichen der Regelabweichungen berücksichtigt, da die Digital-Analog-Umsetzer
DAX, DAY nur quantitativ auswerten. '
In F i g, 2 ist die Abhängigkeit der Drehzahlen nx,
ny der Antriebsmotoren MX, MY von den Lageregelabweichungen
xw, y w in den einzelnen Koordinaten X und Y unter Voraussetzung jeweils gleicher Kennlinien
der Umsetzer nebst nachgesEhalteten Elemen-.
ten dargestellt. Bei Überschreitung einer maximalen Abweichung wmax ändern sich die Drehzahlen nicht
mehr. Diesen, maximalen Geschwindigkeiten sind große stationäre Lageregel abweichungen zugeordnet,
die um so größer sind, je kleiner die Verstärkung im Lageregelkreis ist. Änderungen der Lageregelabweichungen
werden daher nur mit entsprechend mäßigen Änderungen der Verfahrgeschwindigkeiten der Motoren
beantwortet. Im Bereich kleiner Lageregelabweichungen wird ein Punktwert nur noch im
Schleichgang angefahren. Eine schnellere Verringerung der Regelabweichung während des Bahnfahrens
wird über eine bahngeschwindigkeitsabhängige Korrektur der Lageregelabweichung erzielt. Hierzu wird,
wie aus der Fig. 1 ersichtlich, ein Bruchteil der
Geschwindigkeitssollwerte VX, VY, die getrennt nach Koordinaten vom Sollwertgeber über Speicher FA'S,
VYS und über D-A-Umsetzer DAVX, DAVY geliefert werden, im Analogteil 4 an Summierpunkten
SXl und SYl als Korrekturwerte zu den Lageregelabweichungen xw, yw hinzuaddiert. (AEG-Mitteilungen,
54 [1964], S. 676, linke Spalte, Absatz 1.) Einer bestimmten Drehzahl η 1 ist nun nicht mehr die wirkliche
Lageregeiabweichung w I zugeordnet, sondern eine Regelabweichung w 2, die für den Drehzahlregelkreis
nicht mehr identisch mit der wirklichen Abweichung des Lageregelkreises ist. Beim Aufschalten
von xwv, ywv wird demzufolge dem Drehzahlregelkreis eine größere Lageregelabweichung vorgetäuscht.
Der Motor MA' bzw. MY läuft sofort kurzzeitig etwas schneller, um diese vermeintlich größer gewordene
Abweichung aufzuholen. Die wirkliche Lageabweichung hat sich somit um xwv, ywv verkleinert. In
Fig. 2 ist gestrichelt eine parallel zur nicht unterbrochen dargestellten, ersten Kennlinie verlaufende
zweite Kennlinie eingezeichnet, die in Richtung der Abszisse gegen die erste Kennlinie um den Wert xwv
bzw. ywv verschoben ist. Die zweite Kennlinie deutet an, daß für eine bestimmte Lageabweichung, xw 2
oder yw2, eine um xwv bzw. ywv verminderte wirkliche Lageabweichung xwl bzw. ywi gehört.
Bei großen Lageabweichungen bzw. großen vorgetäuschten Lageabweichungen ist zur- Vermeidung
einer Übersteuerung des Lagereglers erfindungsgemäß je Koordinate ein Komparatorverstärker KX, KY
vorgesehen. Hierbei werden die Geschwindigkeit^ Sollwerte VX, VY als Sollwerte den Komparatorvetstärkern
KX, KY zugeführt, denen als Istwerte an.. SummierpunktenSA'2, SYl die Ausgänge der Lage-,'
regler SX, SY entgegen geschaltet sind. Die Differen-, zen beaufschlagen jeweils die Komparatorverstärkerf
KX, KY, in deren Ausgängen Dioden DX, DY der-' artig liegen, daß sie nur dann ein Signal abgeben,'
wenn die Istwerte größer werden als die Sollwerte. Die Ausgangssignale der Komparatorverstäpker KX,
KY sind den Eingängen der Lageregler an den Summierpunkten SX4, SY4 entgegen geschaltet. Dadurch
werden die Ausgangssignale der Lageregler auf die vorgegebenen Werte VX. VY erniedrigt.
Aus der F i g. 2 geht hervor, daß durch die erfindungsgemäßen
Maßnahmen nicht mehr bei der maximalen Abweichung W max die bei Sättigung auftretende
Geschwindigkeit/6zw. Drehzahl, sondern bei
der Abweichung W'ma'x eine entsprechende dem vorgegebenen
Geschwindigkeitssollwert verminderte Geschwindigkeit bzw. Drehzahl auftritt.
In F i g. 3 sind drei Linienzüge dargestellt, auf denen in einer xy-Ebene ein Punkt P 2 von einem
Punkt? 1 aus angefahren werden kann. Der Sprung von Pl nach P2 sei Asx>xwma\ und /i sy >yw max.
Verhalten sich infolge der zusätzlichen Regelung die Istdrehzahlen wie die vorgegebenen F-Werte, also
nx:ny= VX: VY, so wird der Punkt P2 ohne Fehlabweichung erreicht. Wenn die Punkte P'x und P'y
erreicht werden, die um die Beträge der Lageabweichungen xw'rnax und yw'max vom Punkt 2 (F i g. 3)
entfernt sind, dann werden die Komparatorverstärker unwirksam, und die Motoren MX und MY laufen
entsprechend'der in Fig. 2 gezeigten Kennlinie in
den Punkt P 2 ein. Treten toleranzbedingte Fehler auf, d. h. nx : ny ^ VX: VY, so wird bei dem einen
oder anderen Stellmotor der Übergang in die Lageregelung bereits früher bei den Punkten P' erfolgen.
Dies geschieht nicht in beiden Koordinaten gleichzeitig. Da die Bahngeschwindigkeiten im linearen
Bereich der Kennlinien den K-Sollwerten direkt zugeordnet
sind, können sie mittels des oben beschriebenen Aufschaltens von xwv, ywv verändert werden.
Bei Anwendung der Erfindung in numerischen Steuerungen, bei denen nach Anfahren eines Lagesollwertes
die Antriebe stillgesetzt werden, bis ein neuer Lagesollweri vorgegeben ist, müssen die Antriebe
geführt hochlaufen, da sie sonst mit maximaler
Beschleunigung hochlaufen und bei einer Bewegung in zwei Koordinaten den positionierten Maschinenteil
unter einem Winkel von 45° verfahren wurden, ehe die zusätzlichen Regelkreise die Drehzahlen auf ihren
vorgegebenen Werten halten. Zur Führung der Mo- 5: toren während des Hochlaufens sind Integrationsglieder
JGX und JGY (F i g. 1) vorgesehen. Die von den D-A-Umsetzern DAVX und DAVY abgegebenen
elektrischen Signale (Sollwerte der Komparatorverstärker
KX, KY) werden in Form von Spannungen außer den Vergleichsstellen SX 2, SY 2 diesen Integrationsgliedern
zugeführt, die an den Vergleichsstellen einen zeitlinearen Anstieg der Sollwerte auf
ihre vorgegebenen Werte bewirken. Hierdurch steigen auch die Abweichungen der Komparatorverstärker
und damit die Sollwerte der unterlagerten Drehzahlregelkreise zeitlinear an. Die Anstiegswinkel des
Sollwertes über der Zeit sind den Lageregelabweichungen proportional und die Sollwerte in den einzelnen
Regelkreisen erreichen zu gleicher Zeit ihre vorgegebenen Werte, so daß die Motoren vom Stillstand
an mit dem gewünschten Drehzahlverhältnis hochlaufen. . .
Die Integrationsglieder JGX, JGY bestehen vorteilhaft aus Transistoren in Kollektor-Basisschaltung,
die von den Sollwerten der Komparatorverstärker KX, KY proportionalen Spannungen gespeist werden
und in deren Kollektor-Emitterkreisen jeweils eine Reihenschaltung eines Widerstandes und eines Kondensators
liegt. Die zeitlinear ansteigende Kondensatorspannung steuert dabei, z. B. über weitere Transistoren,
die Spannung an der zugehörigen Vergleichsstelle SX 2, SY 2. Dies bedeutet in regelungstechnischer
Hinsicht, daß dieser Vergleichsstelle ein dem Sollwert entgegenwirkendes, zeitlinear bis auf Null
abnehmendes Regelsignal zugeführt wird..
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
■■ '- «,.'.. ',-■ iVi-
Claims (2)
1. Anordnung zur Regelung der Drehzahlen von mindestens zwei Stellantriebsmotoren einer
Mehrkoordinatensteuerung mit je einem Drehzahlregler für jeden Stellantriebsmotor, dessen
Sollwert vom Ausgang eines Sättigungsverhalten aufweisende Bauelemente enthaltenden Lageregelkreises
vorgegeben ist, dadurch ge-io kennzeichnet, daß der Ausgang jedes Lagereglers
(SX, SY) einem Komparatorverstärker (KX, KY) als Istwert und ein zur Lageabweichung
des anzufahrenden Punktes proportionaler ■Geschwindigkeitswert, der derart bemessen ist,
daß er bei seinem Maximalwert kein Bauelement in den Sättigungsbereich führt, als Sollwert zugeführt
sind und daß der Ausgang des Komparatorverstärkers (KX, KY), der nur dann ein Ausgangssignal
abgibt, wenn sein Istwert den Sollwert übersteigt, in zur Lageregelabweichung entgegengesetztem
Sinn auf den Eingang des Lagereglers gegeben ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwert des Komparator- as
Verstärkers (KX, KY) einem Integrationsglied (JGX, JGY) zugeführt ist, dessen Ausgangssignal,
das zeitlinear von einem oberen Wert auf Null abnimmt, im zum Sollwert entgegengesetzten
Sinn zusätzlich auf den Eingang des Komparatorverstärkers (JGX, JGY) gegeben ist.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL0051027 | 1965-07-02 | ||
| DEL0051027 | 1965-07-02 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1513288A1 DE1513288A1 (de) | 1970-01-15 |
| DE1513288B2 DE1513288B2 (de) | 1972-11-23 |
| DE1513288C true DE1513288C (de) | 1973-06-14 |
Family
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