DE1502019C - Schneideinsatz aus Hartmetall zur Bestückung spanender Werkzeuge - Google Patents
Schneideinsatz aus Hartmetall zur Bestückung spanender WerkzeugeInfo
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Description
stellt werden. Beispielsweise kann ein Pulver mit der Zusammensetzung χ für den Grundkörper des Werkzeuges
oder der Bestückung in eine Form gegeben werden. Erforderlichenfalls kann dieses Pulver bei
niedrigen Drücken gepreßt werden. Pulver kann zur Bildung der dünnen Schicht auf den Grundkörper gestreut
werden und das ganze kann dann gepreßt und in der üblichen Weise gesintert werden.
Der Grundkörper ist dann am zähesten, wenn er nur aus Wolframkarbid und Kobalt besteht; bei einem
gegebenen Kobaltanteil führt jeder Zusatz eines anderen Karbids als Wolframkarbid zu einer Herabsetzung
der Zähigkeit des Grundkörpers.
Es können jedoch auch Anteile anderer Karbide im Grundkörper zugelassen werden. Dabei ist es zweckmäßig,
eine Beziehung zum Anteil an den anderen Karbiden in der dünnen Schicht zugrunde zu legen.
Die Mengen dieser zusätzlich in den Grundkörper gebrachten Karbide sollten derart sein, daß die
Summe des Prozentanteiles von Titankarbid zuzüglich einem Drittel des Prozentanteiles von Tantalkarbid
im Grundkörper nicht größer ist als die Hälfte der Summe dieser Prozentanteile in der dünnen Schicht.
Im folgenden werden einige Beispiele angegeben:
Der Grundkörper für einen Schneideinsatz wurde aus einer Pulvermischung von 91% Wolframkarbid
und 9% Kobalt hergestellt. Diese Pulvermischung wurde unter geringem Druck zu einem Preßkörper
geformt und eine Schicht von Hartmetallpulver mit 81% Wolframkarbid, 12% Titankarbid und 7%
Kobalt wurde auf den Preßkörper gebracht und anschließend das Ganze unter höherem Druck gepreßt.
Der sich ergebende Preßkörper wurde vorgesintert und in eine Form geschliffen, um in einem Werkzeughalter
eingespannt zu werden. Nach dem Schleifen war die dünne Schicht auf der Spanfläche annähernd
0,02 cm dick.
Mit diesem Schneideinsatz wurde eine Gußeisenstange von 12,7 cm Durchmesser durch spanabhebende
Verformung mit 4 Längsschlitzen von einer Weite von 2,54 cm versehen. Hierbei wurde eine Zerreißprobe
vorgesehen, bei der der Schneidvorgang periodisch unterbrochen und derart das Werkzeug
Stoßbelastungen ausgesetzt wurde. Bei einem Versuch mit einer Oberflächengeschwindigkeit von
91,4 m/Minute, einem Vorschub von 0,025 cm je Umdrehung und einer Schnitt-Tiefe von 0,32 cm
wurde die Bestückung 14 Minuten lang zum Schneiden verwendet. Nach Abschluß des Versuches zeigte
der Schneideinsatz eine geringfügige Trichterbildung und die Flankenabnutzung betrug im Mittel 0,028 cm.
Vergleichsweise wurde ein Schneideinsatz gleicher Gestalt aus einer Hartmetall-Legierung hergestellt mit
6 % Kobalt und 94 % Wolframkarbid. Unter gleichen Bedingungen zeigte sie nach 14 Minuten Schneidarbeit
an derselben Gußeisenstange einen tiefen Trichter, die Flankenabnutzung betrug im Mittel 0,043 cm.
Der Versuch wurde bei einer anderen geschlitzten Gußeisenstange bei höherer Schnittgeschwindigkeit
und größerem Vorschub wiederholt. Die Oberflächengeschwindigkeit betrug 0,137 m pro Minute, der Vorschub
0,051 cm pro Umdrehung und die Schneiddauer V/z Minuten. Bei diesem Versuch wies der
Schneideinsatz aus 6% Kobalt und 94% Wolframkarbid einen tiefen Trichter auf der Spanfläche auf
und die Flankenabnutzung betrug im Mittel 0,041 cm. Der erfindungsgemäße Schneideinsatz zeigte nur eine
geringe Trichterbildung und die Flankenabnutzung betrug im Mittel 0,015 cm.
Ein Schneideinsatz, bei dem der Grundkörper 91 % Wolframkarbid und 9 % Kobalt und die Oberflächenschicht
81 % Wolframkarbid, 12% Titankarbid und 7 % Kobalt enthielt, wurde wie bei Beispiel 1 hergestellt.
Er wurde so geschliffen, daß er eine negativ geneigte Spanfläche bildete und geeignet war, um in
einen Werkzeughalter zum Fräsen eingespannt zu werden. Nach dem Schleifen war die dünne Schicht
annähernd 0,025 cm dick.
Der Schneideinsatz wurde in eine einzahnige Fräse eingeklemmt und zum Zerspanen einer Stahlstange
mit 0,4% Kohlenstoff verwendet. Die Umfangsgeschwindigkeit der Fräse betrug 183 m pro Minute,
der Vorschub 0,013 cm pro Umdrehung und die Schnittiefe 0,39 cm. Nach einer Bearbeitung über eine
Länge von 91,5 cm zeigte das Werkzeug eine geringe Trichterbildung und die Flankenabnutzung betrug im
Mittel 0,023 cm. Vergleichsweise wurde ein Werkzeug aus 10% Kobalt, 10%Titankarbid, 2,5% Tantalkarbid
und 77,5 % Wolframkarbid unter den gleichen Bedingungen verwendet. Nach einer Spanabhebung
über 9,15 cm zeigte dieser eine stärkere Trichterbildung und die Flankenabnutzung betrug im
Mittel 0,0305 cm.
Es ist zu ersehen, daß mit der Erfindung Schneideinsätze geschaffen werden können, bei denen der
Vorteil einer geringen Diffusionsabnutzung auf der Spanfläche und der Flanke bei größerer Zähigkeit, als
diese normalerweise bei einer solch niedrigen Abnutzung vorliegt, erreicht ist, bei denen eine ausreichend
hohe Wärmeleitfähigkeit erzielt ist, um die Flankenabnutzung bei hohen Geschwindigkeiten
gering und die Werkzeugdeformation niedrig zu halten, und bei denen eine geringe Reibungsabnutzung
bei niedrigen Geschwindigkeiten vorliegt. Wenn Titankarbid im Hartmetall des Grundkörpers enthalten
ist, werden diese Vorteile in einem gewissen Maße verloren. Insbesondere wird das Grundmaterial weniger
zäh und erhält eine geringere Wärmeleitfähigkeit, aber es ist noch immer zäher und wärmeleitender als
die Oberflächenschicht, und ein Vorteil wird noch dadurch erhalten, daß derart hergestellte Werkzeugbestückungen
die sehr hohe Verschleißfestigkeit der Oberschicht beibehalten und unter härteren Schneidbedingungen
verwendet werden können als Werkzeuge, die nur aus der Zusammensetzung der Schicht
aufgebaut sind.
Wenn die Spanfläche eines Werkzeuges oder seiner Bestückung gemäß der Erfindung nach Gebrauch geschliffen
wird, kann die dünne Schicht entfernt werden. Aus diesem Grunde ist die Erfindung besonders
anwendbar für Werkzeuge oder Werkzeugbestückungen, die nicht nachgeschärft oder nachgeschliffen werden
und als »Wegwerf«-Bestückungen bekannt sind. Wenn das Werkzeug oder die Werkzeugbestückung
auf der Spanfläche vor Gebrauch geschliffen werden muß, dann sollte die Dicke dieser Schicht um die
Menge des abzuschleifenden Materials größer gemacht werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Schneideinsatz aus Hartmetall zur Bestiik- Schneidkante des Werkzeugs erfolgt. Die erwarteten
kung spanender Werkzeuge, bestehend aus einem 5 Verbesserungen hinsichtlich der Bearbeitungseigendickeren
Grundkörper aus 8 bis 12% Kobalt, und schäften und des Verschleißwiderstandes werden
Rest Wolframkarbid und einer die Schneidkante, durch] eine einfache Zugabe dieser Karbide nicht er-Spanfläche
und Obergrenze der Flanke bildenden reicht^Der Grund liegt,: wie erkannt wurde, in der
0,0013 bis 0,13 cm dicken Schicht aus 3 bis 15% geringeren Wärmereitfähigkeit von Titankarbid und
Kobalt, 5 bis 12% Titankarbid, das ganz oder io gleichartigen Karbiden gegenüber dem Wolframkarteilweise
in moläquivalenten Mengen durch min- bid.
destens ein Karbid der Metalle Tantal, Niob, Die durch die Anwesenheit von zugeführten Titan-Vanadium
und Zirkonium ersetzbar ist, Rest und Tantalkarbiden bewirkte Verringerung der Nei-Wolframkarbid.
gung zur Trichterbildung wird nämlich teilweise wie-
2. Schneideinsatz nach Anspruch 1, dadurch 15 der rückgängig gemacht durch den Temperaturanstieg
gekennzeichnet, daß in der dünnen Schicht das des Werkzeugs durch die geringere Wärmeleitfähig-Titankarbid
im Verhältnis 1:3 durch Tantalkar- keit, wenn Titan- und Tantalkarbide in der Schneidbid
ganz oder teilweise ersetzt ist. , schicht enthalten sind. Wesentlich für ein Hartmetall-
3. Schneideinsatz nach Anspruch 1 oder 2, da- ' werkzeug ist somit, daß das Werkzeug einen harten
durch gekennzeichnet, daß im Grundkörper Wolf- 20 Grundkörper von guter Wärmeleitfähigkeit und hoher
ramkarbid durch Titankarbid und/oder Tantal- Widerstandsfähigkeit gegen Abtragung aufweist. An- '
karbid ersetzt ist, derart, daß die Summe des dererseits ist wesentlich, daß das Werkzeug gegenüber
Titankarbides und eines Drittels des gegebenen- Trichterbildung widerstandsfähig ist. Bei den bisher
falls vorhandenen Tantalkarbides nicht größer ist bekannten Werkzeugen ist versucht worden, diese
als die Hälfte der Summe der Prozentgehalte die- 35 Eigenschaften durch Zugabe von Titan- und Tantalser
Karbide in der dünnen Schicht. karbiden zu erhalten. Auf Grund der unterschiedlichen
Wärmeleitfähigkeitswerte der Karbide haben
- . sich jedoch die erwarteten Erfolge nicht einstellen
können. Man hat nicht beachtet, daß der Vorteil der 30 durch Titan- und Tantalkarbid erhaltenen Wider-Die
Erfindung bezieht sich auf einen Schneidein- Standsfähigkeit gegenüber Trichterbildung wieder aufsatz
aus Hartmetall zur Bestückung spanender Werk- gehoben wird und sogar negative Folgen hat, wegen
zeuge. ; - ,· der verringerten Wärmeleitfähigkeit des Hartmetalls.
Das für die Bestückung eines spanenden Werkzeu- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die
ges am häufigsten verwendete Hartmetall besteht aus 35 durch Zugabe von Titan- und ähnlichen Karbiden
• Wolframkarbid und Kobalt, meistens aus 94% Wolf- erhaltenen Vorteile wirksam werden zu lassen, ohne
ramkarbid und 6 % Kobalt. Es ist bekannt, daß sich daß die beschriebenen Nachteile auftreten,
ein Schneideinsatz aus diesem Material schnell auf Der Lösung dieser Aufgabe dient ein Schneideinder
Spanfläche abnutzt, wenn Stahl bei den in der satz aus Hartmetall zur Bestückung spanender Werk-Industrie
gebräuchlichen hohen Geschwindigkeiten 4° zeuge, bestehend aus einem dickeren Grundkörper
spanabhebend bearbeitet wird. Eine solche Abnut- aus 8 bis 12% Kobalt, und Rest Wolframkarbid und
zung ist als »Trichterbildung« bekannt. einer die Schneidkante, Spanfläche und Obergrenze
Auch die Flanke des Schneideinsatzes erfährt eine der Flanke bildenden 0,0013 bis 0,13 cm dicken
Abnutzung. Bei der spanabhebenden Bearbeitung von Schicht aus 3 bis 15% Kobalt, 5 bis 12% Titankar-Stahl
bei mittleren und höheren Geschwindigkeiten 45 bid, das ganz oder teilweise in moläquivalenten Menwerden
sehr hohe Temperaturen erzeugt und das · gen durch mindstens ein Karbid der Metalle Tantal,
Maß der Flankenabnutzung und der Trichterbildung Niob, Vanadium und Zirkonium ersetzbar ist; Rest
hängt dann zumindest teilweise von der Diffusion des ; Wolframkarbid.
Materials des Schneideinsatzes in den Stahl hinein ab. In der dünnen Schicht kann das Titankarbid mit
Der Temperaturanstieg in Nähe der Schneidkante be- 5° besonderem Vorteil im Verhältnis 1:3 durch Tantateinflußt
die Lebensdauer des Werkzeuges, weil der karbid ersetzt sein.
Temperaturanstieg das Maß der Diffusion und damit In der Zeichnung ist eine Ausführungsform eines
die Abnutzung und auch die Deformierung der Werk-' erfindungsgemäßen Schneideinsatzes dargestellt,
zeugkante unter der Wirkung der Schneidkräfte ver- In Fi g. 1 der Zeichnung besteht das Werkzeug aus
größert. 55 einem Stahlhalter 1 und dem Schneideinsatz der Hart-
-Auch gesinterte Hartmetalle mit einem Anteil von metallbestückung 2, die an der Übergangsstelle von
Titankarbid oder Tantalkarbid oder beiden sind als Spanfläche 4, über welche die abgehobenen Späne
Stahl-Schneideinsätze bekannt. Typische Zusammen- oder Teilspäne abfließen, zu der Flanke S, an der hinsetzungen
sind 86% Wolframkarbid, 9% Kobalt ab diejenige Fläche des Werkstückes bewegt wird,
und 5% Titankarbid, 81% Wolframkarbid, 7% 60 von der ein Span abgehoben wurde, eine Schneid-Kobalt
und 12% Titankarbid; und 73% Wolfram- kante 3 aufweist.
karbid, 9% Kobalt, 10% Titankarbid und 8% Tan- Fig. 2 stellt einen Schnitt dar durch eine typische
talkarbid. Bestückung gemäß der Erfindung und zeigt die dünne
Es ist versucht worden, die Verschleißfestigkeit des Schicht 8. Diese Schicht 8 kann eine Stärke zwischen
Werkzeugs zum Zerspanen von Stahl zu erhöhen. 65 0,0013 bis 0,13 cm aufweisen, wobei eine Stärke von
Durch die Anwesenheit von Titan- oder Tantalkarbid 0,0051 bis 0,051 cm im allgemeinen befriedigend ist.
im Hartmetall verringert sich das Maß der Abnutzung Die Werkzeuge oder Werkzeugbestückungen gemäß
durch Trichterbildung beträchtlich. Ebenso wird die der Erfindung können auf verschiedene Arten herge-
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB555864 | 1964-02-10 | ||
| GB4322564 | 1964-10-22 | ||
| DEW0038503 | 1965-02-09 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1502019C true DE1502019C (de) | 1973-07-05 |
Family
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