[go: up one dir, main page]

DE1595876C - Aminomethylderivate von Rifamycin-SV und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents

Aminomethylderivate von Rifamycin-SV und Verfahren zu ihrer Herstellung

Info

Publication number
DE1595876C
DE1595876C DE1595876C DE 1595876 C DE1595876 C DE 1595876C DE 1595876 C DE1595876 C DE 1595876C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
rifamycin
methyl
ecm
solution
aminomethyl
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Nicola Cusano Milanino; Sensi Piero Mailand; Maggi (Italien)
Original Assignee
Gruppe Lepetit S.p.A., Mailand (Italien)
Publication date

Links

Description

Gegenstand der Erfindung sind Aminomethylderivate von Rifamycin-SV der allgemeinen Formel
C=O
NH
CH,-N
OH
in der R1 den Methyl- oder Äthylrest und R2 den Methyl-, Äthyl-,. Hydroxyäthyl- oder den Cyclohexylrest bedeutet, oder R1 und R2 zusammen mit dem Stickstoffatom einen Pyrrolidin-, Piperidin- oder Morpholinring darstellen, der durch ein oder zwei Methylgruppen substituiert sein kann, oder einen N-Methylpiperazinring, der durch eine weitere Methylgruppe substituiert Sein kann. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung dieser Verbindungen.
Die Struktur der Rifamycine wurde durch P r e 1 ο g und Mitarbeite^· aufgeklärt (Vortrag anläßlich des Kongresses zur Chemie und Biochemie von Pilzen und Hefen in Dublin am 18..JuIi 1963, veröffentlicht unter dem Titel »V.Symposium on Chemistry and Biochemistry of Fungi and Yeast«, Dublin [1963], London Butterworths 1963).
Das Verfahren zur Herstellung von Rifamycin SV umfaßt die Oxydation von Rifamycin-B zu Rifamycin-O, die Hydrolyse von Rifamycin-0 unter Freisetzung von Glycolsäure zu Rifamycin-S und die Reduktion von Rifamycin-S zu Rifamycin-SV.
Die Reihenfolge der obengenannten Umsetzungen kann am Naphthalinring des Moleküls wie folgt erläutert werden:
HO OH
Oxydation
-■ OCH2COOH
Rifamycin-B
HO O
H,C
Hydrolyse
HO Ό
Reduktion
H,C
HO OH
"-— OH
Rifamycin-SV
Die Erfindung hat Derivate von Rifamycin-SV zum Gegenstand, bei denen das Wasserstoffatom in 3-Stellung durch die Gruppe —CH2B substituiert ist, wobei B die oben angegebenen sekundären Aminreste darstellt.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung dieser Derivate besteht darin, daß man Rifamycin-S der Formel
1 ■%
60
~ O
in einem inerten organischen Lösungsmittel unter Rückfluß mit mindestens der zweifachen äquimolaren Menge Formaldehyd und mehr als der äquimolaren Menge einer sekundären Stickstoffbase der allgemeinen Formel HB umsetzt, wobei B die oben angegebene Bedeutung hat, und das erhaltene Aminomethylderivat von Rifamycin-S mit einer wäßrigen Ascorbinsäurelösung behandelt. '
. Die neuen Rifamycinderivate stellen rötlich orangefarbene Substanzen mit einem nicht sehr gut definierten Zersetzungspunkt dar. Sie sind in Wasser sehr wenig löslich und besitzen im Vergleich zu Rifamycin-S bei gleich guter Wirkung gegen gram-positive Mikroorganismen erhöhte Wirksamkeit gegen gram-negative Mikroorganismen. Sie sind außerdem sehr wenig toxisch und ergeben bei oraler Verabreichung hohe Blutspiegel.
In der Tabelle I ist die geringste wachstumshemmende Konzentration verschiedener erfindungsgemäßer Verbindungen in y/ccm gegen bekannte pathogene Mikroorganismen aufgeführt.
Tabelle I
C22H36O;
C=O
Micrococcus aureus
Streptococcus hemolyticus
Streptococcus faecalis
Bacillus subtilis
Mycobacterium tuberculosis
f)
-N
^CH3
—N
Pyrrolidino-
Piperidino-
Morpholino-
N-Methylpiperazino-
0,02
0,02
0,05 0,05 0,1 0,02
0,05
0,15
0,5
0,1
0,2
0,2
0,5 0,2 0,5 0,5
0,1
0,2
0,05 0,1 0,1 0,2
Im Tierversuch wurden bei mit Staphylococcus aureus infizierten Mäusen nach der Methode von Spearman und K a e r b e r (vgl. D. G. F i η η e y, Statistical Method in biological assay, Griffin [1952], S. 524) die folgenden ED50-Werte erhalten. Sie zeigen die überlegene Wirkung der erfindungsgemäßen Rifamycin-SV-derivate im Vergleich zu Rifamycin-SV.
Tabelle II
B /
—N
\
ED50, mg/kg LD50, mg/kg oral, Maus
\
CH3
s. c, Maus oral, Maus s. c, Ratte
CH3 C2H5
—N ■ ' * 2 13,9 210
QH5
Pyrrolidino-
Piperidino- 6,4 12,1 205
Morpholino-
N-Methylpiperazino- 4,3 16 190
4 7,5 183 1200
9,2 9,9 188
6,5 16 233
Fortsetzung
B —Ν
\
—N CH2CH2OH ED50. mg/kg 14,6 LD50, mg/kg
\
Cyclohexyl
Rifamycin-SV s. c, Maus oral. Maus s. c, Ratte oral. Maus
CH3 2-Methylpiperidino- e 12
4-Methylpiperidino- 7,5 7 191 1500
2,5-Dimethylpiperidino- 10,6
CH3 4,9 201
5,3 16 213
5,7 189
260
<8 251
17,7 450 2120
Die folgenden Beispiele erläutern das erfindungsgemäße Verfahren.
Beispiel 1
3-Dimethylaminomethyl-rifamycin-SV
7 g Rifamycin-S^(0,01 Mol) werden in 90 ecm Tetrahydrofuran gelöst. Dann werden 18 ecm einer 10%igen äthanolischen Dimethylaminlösung (0,04 Mol) und anschließend 2,3 ecm einer 38- bis 40%igen wäßrigen Formaldehydlösung (0,03 Mol) zugegeben. Nach 4stündiger Behandlung unter Rückfluß werden die Lösungsmittel im Vakuum entfernt. Dann werden 200 ecm Äthylacetat zugesetzt. Die Lösung wird mit 200 ecm einer 2%igen wäßrigen Ascorbinsäurelösung behandelt und gründlich gerührt. Nach zweimaligem Waschen mit Wasser wird die Äthylacetatschicht mit dp^-UiOfte ihres Volumens an Ligroin versetzt und dann auf 100 ecm eingeengt. Es werden 7,1 g Rohprodukt erhalten, die chromatographisch über Kieselgur gereinigt werden (Elutionslösungsmittel: Äthylacetat— Äthanol 1:1). Die Ausbeute beträgt 1,3 g reines Produkt (17%). F. = 189° C (Zersetzung); X^x = 314 πΐμ (ε = 18 070) und 448 πΐμ (ε = 14 300).
50 Beispiel 2
3-Diäthylaminomethyl-rifamycin-SV
Es werden 7 g (0,01 Mol) Rifamycin-S in 50 ecm absolutem Äthanol gelöst. Dann werden 2,1 ecm Diäthylamin (0,02 Mol) und 2,3 ecm 38- bis 40%ige wäßrige Formaldehydlösung zugesetzt. Nach 5stündiger Behandlung unter Rückfluß wird die Lösung auf 10 ecm eingeengt und mit 100 ecm Äthylacetat verdünnt. Die organische Lösung wird 5- bis^omal mit dem gleichen Volumen Wasser extrahiert, das auf pH 7 bis 7,5 gepuffert wird und 2 bis 3% Natriumascorbat enthält, um eventuell gebildetes Rifamycin-SV zu entfernen. Nach dreimaligem Waschen mit Wasser wird die Äthylacetatlösung auf die Hälfte ihres VoIumens eingeengt. Nach dem Kühlen auf 0 bis 50C kristallisieren 1,6 g 3-Diäthylaminomethyl-rifamycin-SV (Ausbeute 20%) aus. Die Verbindung ist gelblichorange. F.= 186 bis 1880C (Zersetzung); A= 315 πΐμ (ε = 17 380) und 445 πΐμ (ε = 14090).
Beispiel 3
3-Pyrrolidinomethyl-rifamycin-SV
Zu einer Lösung von 7 g Rifamycin-S (0,01 Mol) in 50 ecm Tetrahydrofuran werden 1,7 ecm (0,02 Mol) Pyrrolidin und dann 2,3 ecm (0,03 Mol) einer 38- bis 40%igen wäßrigen Formaldehydlösung gegeben.
Nach 42 Stunden bei Raumtemperatur wird die Lösung auf etwa 15 ecm eingeengt. Die eingeengte Lösung wird in 35 ecm einer 10%igen wäßrigen Ascorbinsäurelösung mit einer Temperatur von 5 bis 10° C gegossen. Nach einigen Minuten wird die Lösung mit Äthylacetat extrahiert und der Extrakt nach der Zugabe der Hälfte seines Volumens an Ligroin eingeengt. Die erste sehr unreine Charge wird verworfen. Durch weiteres Einengen erhält man die Mannich-Base, die anschließend aus Wasser— Äthanol kristallisiert wird.
Die gelblichorangefarbene Verbindung, die in einer Ausbeute von 1,6 g (20%) erhalten wird, schmilzt bei 1600C (Zersetzung); / = 314πΐμ (ε = 17 810) und 445 ηΐμ (ε = 13 430).
Beispiel 4
3-Piperidinomethyl-rifamycin-SV
Zu einer Lösung von 7 g Rifamycin-S (0,01 Mol) in 50 ecm Tetrahydrofuran werden 1,97 ecm (0,02 Mol) Piperidin und dann 2,3 ecm einer 38- bis 40%igen wäßrigen Formaldehydlösung (0,03 Mol) gegeben.
Nach 6 Tagen bei Raumtemperatur wird die Lösung in 70 ecm einer 10%igen wäßrigen Ascorbinsäurelösung mit einer Temperatur von 5 bis 10° C gegossen.
Nach 10 bis 15 Minuten Rühren wird die Lösung auf etwa die Hälfte ihres Volumens eingeengt und das Produkt mit Äthylacetat extrahiert. Der organische Extrakt (etwa 300 ecm) wird nach dem Waschen mit Wasser und der Zugabe von etwa der Hälfte seines Volumens an Ligroin teilweise eingeengt. Die erste unreine Charge wird verworfen. Bei weiterem Einengen fällt ein gelbes Produkt aus, das gewonnen,
gewaschen und getrocknet wird. Ausbeute 3,6 g (45%); ληιαχ=44$τημ(ε = 13 740).
Beispiele 5 bis 11
Nach dem Verfahren der vorstehenden Beispiele wurden ferner folgende Rifamycin-SV-derivate hergestellt: ·
Tabelle III
Beispiel 3-Morpholinomethyl-rifamycin-SV Schmelzpunkt
0C (Zersetzung)
Max.
in πΐμ
F
5 170 bis 180 316 18 070
3-[(N-Methyl)-(N-2-hydroxyäthyl)]-aminomethyl- 450 14 300
6 rifamycin-SV . ~170 314 18 980
3-(2,5-Dimethylpiperidino)-methyl-rifamycin-SV 447 14 430
7 200 bis 205 314 19 270
3-(l-Methylpiperazino)-methyl-rifamycin-SV 450- 14 760
8 -220 314 21050
3-(N-Methyl-N-cyclohexyl)-aminomethyl- 450 14110
9 rifamycin-SV 202 bis 205 314 17 920
3-(2-Methylpiperidino)-methyl-rifamycin-SV 446 1.4 020
10 200 bis 203 314 17 680
3-(4-Methylpiperidino)-methyl-rifamycin-SV 448 13 660
11 -180 314 17 190
448 13 730

Claims (5)

-Patentansprüche:
1. Aminomethylderivate von Rifamycin-SV der allgemeinen Formel
C=O
NH
CH,-N
,R1
OH
H,C
35
40
45
in der R1 den Methyl- oder Äthylrest und R2 den Methyl-, Äthyl-, Hydroxyäthyl- oder den Cyclohexylrest bedeutet, oder R1 und R2 zusammen mit dem Stickstoffatom einen Pyrrolidin-, Piperidin- oder Morpholinring darstellen, der durch ein oder zwei Methylgruppen substituiert sein kann, oder einen N-Methylpiperazinring, der durch eine weitere Methylgruppe substituiert sein kann.
2. 3-Dimethylaminomethyl-rifamycin-SV.
3. 3- Pyrrolidinomethyl-rifamycin-SV.
4. 3-Piperidinomethyl-rifamycin-SV. ^-
5. Verfahren zur Herstellung der Verbindungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Rifamycin-S der Formel
C22H36O3 C=O
in einem inerten organischen Lösungsmittel unter Rückfluß mit mindestens der zweifachen äquimolaren Menge Formaldehyd und mehr als der äquimolaren Menge einer sekundären Stickstoffbase der allgemeinen Formel
HN
umsetzt, wobei R1 und R2 die oben angegebene Bedeutung haben, und das erhaltene Aminomethylderivat von Rifamycin-S mit einer wäßrigen Ascorbinsäure behandelt.
109 530/393

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2433105C2 (de)
CH648037A5 (de) Imidazo-rifamycin-derivate mit antibakterieller wirksamkeit.
EP0153277A2 (de) Neue Pleuromutilinderivate, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung
WO2000029396A1 (de) Neue substituierte phenyloxazolidon-derivate
DE1595876A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Aminomethylderivaten von Rifamycin SV
DE68924722T2 (de) Substituiertes Benzoxazinorifamycinderivat, Verfahren zur Herstellung und dieses Derivat enthaltende Bakterizidmittel.
DE2229223C3 (de) 2-Nitro-S-imidazol-Derivate und Verfahren zu deren Herstellung
CH627177A5 (de)
DE1122541B (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfamyl-anthranilsaeuren
DE1595876C (de) Aminomethylderivate von Rifamycin-SV und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE1695375C3 (de) 25-Desacetyl-rifamycin-SV-derivate u. Verfahren zu ihrer Herstellung
WO2000029409A1 (de) Neue heterocyclyl-substituierte oxazolidon-derivate
DE1595876B (de) Aminomethyldenvate von Rifamycin SV und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE3405632A1 (de) Neue pleuromutilinderivate, verfahren zu ihrer herstellung und ihre verwendung
DE4036646A1 (de) Verfahren zur herstellung von ureidoperoxicarbonsaeuren
DE1695757C3 (de) Pyridinmethanolcarbamate und Verfahren zu deren Herstellung
DE2043817C3 (de) 1,4-Dihydro-3-carboxy-cyclopentano-(h)-chinolon-(4)-derivate, Verfahren zu deren Herstellung sowie deren Verwendung zur Bekämpfung antibakterieller Erkrankungen
AT358171B (de) Verfahren zur herstellung von neuen rifamycin- -verbindungen
DE1620747B2 (de)
AT239440B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Derivaten der 6-Amino-Penicillansäure
DE2137538A1 (de) Methoxyaminderivate und ihre Salze sowie ihre Verwendimg und Verfahren zur Herstellung derselben
DE1960026A1 (de) Neue Derivate des 3-Amino-1,2-benzisothiazols und ein Verfahren zu ihrer Herstellung sowie ihre Verwendung als Arzneimittel
DE1670938C3 (de) Am Amidin-Stickstoff substituierte 2-Methyl-3-amidino-chinoxalin-di-N-oxide -(1.4)
DE1670936C3 (de) 3-Carbonsäureamido-chinoxalin-di-Nojdde-0,4), ein Verfahren zu ihrer Herstellung und diese enthaltende antibakterielle Mittel
DE2906931A1 (de) 4-desoxy-thiazolo eckige klammer auf 5.4-c eckige klammer zu rifamycinderivate, verfahren zu ihrer herstellung und ihre verwendung als antimikrobielle mittel