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ItZünderstellmaschine ll Die Erfindung betrifft eine Zünderstellmaschine
für einen Geschot3- oder Raketen-Doppelzünder. Unter einem Doppelzünder wird ein
Zünder verstanden, der zwei vorgegebene Funktionsarten aufweist, beispielsweise
als die eine der zwei Funktionsarten eine Momentan-Zündung bei Annäherung an ein
Ziel, die durch einen nach dem Rückstrahl-Prinzip arbeitenden elektronischen Annäherungszünder
bestimmbar ist, und als die andere der zwei Funktionsarten Aufschlagzündung mit
vorgegebener zeitlicher Verzögerung. Ein Doppelzünder kann jedoch auch durch andere
Kombinationen von Funktionsarten Charakterisiert sein, beispielsweise durch Aufschlagzündung
mit und ohne Verzögerung.
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In der IlNeue Zürcher Zeitungli, Nr. 501, Mittagsausgabe vom
22.2.1956,
ist auf Blatt 6 in einem Aufsatz 'Zum Aspekt der Kadenz bei Flabkanonen't eine Flabkanone
kurz beschrieben, deren Doppelzündereinstellung zur Erzielbarkeit einer ausreichend
schnellen Schußfolge automatisch auf dem Weg
vom Munitionsmagazin zur Ladekammer
der Kanone erfolgt.
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In der DAS 1 125 815 ist eine Vorrichtung beschriebent mit der eine
derartige automatische Doppelzündereinstellung für Doppelzünder durchführbar ist,
in deren Spitze ein in Zünderlängsachse verschiebbarer Stift beim Durchlaufen der
Geschosse vom Magazin zur Ladekammer wahlweise in seiner ursprünglichen vorgegebenen
Stellung belassen oder durch ein in den Transportkanal hinragendes Mittel axial
verschoben werden kann. Mittels dieses Stiftes ist hierbei die Auswahl der gewünschten
Funktionsart des Doppelzünders im voraus durchführbar.
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Weiterhin ist durch die DAS 1 213
306 eine Vorrichtung zum
automatischen wahlweisen Einstellen eines Doppelzünders in einem Transportkanal
zur Ladekammer einer Kanone bekannt. Bei dieser bekannten Vorrichtung ist vorausgesetzt,
daB die Zünder entsprechend der gewünschten Funktionsart in zwei durch Anschlag
begrenzte Endstellungen verdrehbare Kappen (Zünderspitzen) aufweisen. Im Transportkanal
geförderte Zünder
werden hierbei zum Verdrehen ihrer Kappen
durch einen
elektromagnetisch wahlweise betätigbaren
Hebel an ein
kontinuierlich
umlaufendes Reibrad geschwenkt. Der jewei-
lige Zünder mit seinem zugehörigen
Geschoß wird beim Ein-
stellen durch den Hebel aus seiner Förderebene seitlich
hinausgedrückt.
Hierdurch ist.diese
bekannte Vorrichtung
unvorteilhaft für Kanonen,
deren Geschosse -
beispiels-
weise in Greifern -
der Ladekammer
starr eingespannt auto-
matisch zugeführt werdeng
weil dann die relativ
große Masse
der Zuführungseinrichtung
zusätzlich zu dem Geschoß beim
Einstellen
gegen das Reibrad geschwenkt
werden muß.
Unabhängig davon sind die
beiden bekannten Vorrichtungen auch
nicht zum Einstellen einer von zwei
vorwählbaren
Funktions-
arten eines Doppelzünders benutzbar, der einen
elektroni-
schen Annäherungs-
oder Abstandszünder
enthält; dessen
An-
tenne muß nämlich aus elektrischen Gründen zwangsweise in
einem
Radopi
in der Zünderspitze untergebracht
werden, was
zur Folge
tiat,
daß die Zünderspitze
nicht zur Aufnahme eines
Verstellorgans
in Form einer verdrehbaren
Kappe oder eines
in Achsialrichtung
verschiebbaren Stiftes ausnutzbar
ist.
Diese Nichtausnutzbarkeit
eines Doppelzündersizur
Aufnahme
zumindest der Antenne eines elektronischen
Annäherungs-
oder
Abstandszünders ist
auch bei
der durch die deutsche Patent-Schrift
731 848 bekannten'Zünderstellvorrichtung
für Doppel-
zünder gegeben, die dort Zweizeitenzünder
in der dann
übli-
chen Art genannt sind! wenn die beiden auswählbaren
Funktions-
arten
der Doppelzünder einmal verzögerte und das andere Mal
unverzögerte
Zündung sind; denn auch diese bekannte Vorrich-
tung setzt zur gewünschten
Einstellung der Doppelzünder bei
| den Zündern um ihre Längsachse verdrehbare Kappen vorausq
die |
| an |
| durch an die Kappen anschwenkbare Kipphebel mit/deren Enden |
befindlichen Metallbürsten in jeweils gewünschter Richtung
verstellbar sind.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Stellmaschine
zum wahlweisen Einstellen des konzentrisch um seine Längsachse
zwischen
zwei durch Anschlag begrenzten Endstellungen drehbar
angeordneten Einstellorgans
eines Geschoß- oder Raketen-Doppelzünders anzugeben* dessen Funktionsart
aus zwei möglichen Funk-
tionsarten durch Einstellen des Einstellorgans in eine
seiner zwei Endstellungen im voraus vorzugsweise reversibel auswählbar
ist. Diese Stellmaschine soll das Einstellen von Doppel-
zündern
ermöglicheng deren Zünderspitze zur Aufnahme zumindest
der Antenne
eines elektronischen Annäherungs- oder Abstands-zünders ausnutzbar
ist und kein Einstellorgan enthält. Das
Einstellen soll durch form- oder
kraftschlüssiges Verbinden des jeweiligen Einstellorgans mit einer dessen
Verdrehen in
seine ausgewählte Endetellung bewirkenden Einrichtung
erfolgen. Die Erfindung besteht hierbei darin, daß das Einstellorgan als Einstellring
ausgebildet ist und daß die Einrichtung oder ein schwenkbarer Teil derselben zum
Einstellen in an sich bekannter Weise an den Einstellring anschwenkbar ist. Die
Ausbildung des Einstellorgans eines Doppelzünders in Form eines Einstellringes ist
bei einer Vorrichtung zum Einstellen eines Doppelzünders in der Patentanmeldung
T .. ... (Anmeldung der Anmelderin vom 2.6.1966 wit dem internen Aktenzeichen U
3/66) bereits vorgeschlagen worden.In diesem älteren unveröffentlichten Vorschlag
ist jedoch nichts über die vorteilhafte Ausführung einer Stellmaschine gemäß der
Erfindung ausgesagt.
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Im folgenden seien bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung zu
deren näheren Erläuterung im einzelnen beschrieben. In Fig. 1 ist mit 1 ein teilweise
gezeigtes Geschoß mit seinem Zünder bezeichnet, in dem ein Einstellring 2 drehbar
gelagert ist. In einer Schwinge 5 ist ein Mitnehmerrad 3 um seine Achse 4 drehbar
gelagert. Die Schwinge 5 mit ihrem Fortsatz 5a ist um eine in zwei Lagerböcken
7 befestigte
Achse 6 drehbar angeordnet und wird in der in fiig.
1 gezeich-
neten Lage durch eine Zugfeder 8 derart gespannt,
daß das
Mitnehmerrad 3 gegen den Einstellring 2 gedrückt wird.
Ferner
ist ein um die in der Umgebung befestigte Achse 10
drehbar gelagerter Exzenter
9 dargestellt. Ein Motor 15
treibt über eine Rutschkupplung 14 eine Riemenscheibe
13
ang die über zwei Riemen 12 und ein auf der Achse 6 dreh-
bar gelagertes
Zwischenrad 11 das Mitnehmerrad 3 antreibt.
Die Wirkungsweise der in
Fig. 1 dargestellten Anordnung ist
folgende: Befindet sich das
Geschoil noch nicht in der dar-
gestellten Lageg so wird durch die
Feder 8 der Fortsatz 5a
der Schwinge 5 gegen den als Anschlag
wirkenden Exzenter 9
gezogen. Der Motor 159 der zweckmäßig mit einer nicht
dar-
gestellten Schwungmasse versehen istl läuft kontinuierlich
und
treibt über die Rutschkupplung 14 und die beiden Riemen-
triebe 111 12i
13 das Mitnehmerrad 3 an. Beim Transport des
Geschosses zur
Ladekammer kommt der Einstellring 2 in Ein-
griff mit dem Mitnehmerrad
39 wodurch die'Schwinge 5t 5a gegen
die Wirkung der Feder 8 vom
Exzenter 9 abhebtg wobei gleich-
zeitig die Anpreßkraft
zwischen dem Einstellring 2 und dem
Mitnehmerrad 3 erhöht wird. Das vorzugsweise
mit einem Reibbelag, mit einer Rändelung oder einer Verzahnung versehene
Mitnehmerrad
3 verdreht dabei den gegebenenfalls gleichfalls
mit einer Verzahnung oder
einer Rändelung versehenen Einstell-
ring bis zu dessen hier nicht
dargestellten Anschlag; durch
die Rutschkupplung 14
wird eine zu starke Beanspruchung des
AnsehZages verhindert. Beim Weitertransport-des
Geschosses
geht die Schwinge, gezogen durch die Feder 8, zum Anschlag
zurück,
wobei der Einstellring und das Mitnehmerrad außer
Eingriff kommen.
Soll der Einstellring nicht verstellt werden,
so wird der Exzenter 9 gedreht
und damit die Schwinge 5 mit
dem Mitnehmerrad 3 aus dem Transportkanal
geschwenkt.
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Wird das Geschoß nicht, wie in Fig. 1 dargestellt, parallel
zu
seiner Längsachse, sondern in.deren Richtung transportiert,
so ist durch die Stellung des Exzenters 9 zunächst das Rad 3
aus
dem Transportkanal gerückt. Das Geschoß wird in einer
Stellung angehalten,
in der der Einstellring 2 und das Rad 3
in einer Ebene liegen. Durch Verdrehen
des Exzenters 9 gelangt
das Rad in Eingriff mit dem Einstellring 2, wobei
letzterer
verstellt wird. Durch Weiterdrehen des Exzenters wird der
Transportkanal
freigegeben.
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Bei Doppelzündern befindet sich der Einstellring üblicher- weise
bei Auslieferung immer in der gleichen Stellung, so daß eine Verstellung nur
für die nicht seiner Auslieferungsstellung entsprechende Funktion notwendig
ist. Ist nicht
gewährleistet, daß der Einstellring eine definierte Aus-
gangslage
hat, so muß ein Verdrehen des Ringes nach beiden
Richtungen möglich sein.
Dies wird zweckmäßig durch eine
Änderung der Motordrehrichtung
erreicht.
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Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist in Fig. 2
dargestellt. Wird das Geschoß parallel zu seiner Längsachse
verschobene so
kann man bei sonst unveränderter Anordnung
das über eine Rutschkupplung
angetriebene Mitnehmerrad (t'Aktive Verstellung99 durch ein über eine Rutschkupplung
abgebremstes Mitnehmerrad PtPassive Verstellung") ersetzen. Bei der Vorbeibewegung
des Geschosses wird der Einstellring 2
durch das angedrückte und über die
Rutschkupplung - die aus einer Druckfeder 169 weiterhin aus zwei auf einer Achse
6 axial verschiebbarem aber gegen Verdrehung gesicherten Scheiben 17 und ferner
aus einer auf der Achse 6 drehbar gelagerten und mit einem Reibbelag versehenen
Riemenscheibe 18 besteht - abgebremste Rad 3 zurückgehalten und dadurch relativ
zum Geschoß verdreht. Hat der Einstellring seinen Anschlag erreichte so rutscht
die Kupplung durchs bis der Einstellring 2 und das Rad 3 außer Eingriff sind. Soll
der Einstellring in der anderen Richtung verdreht werdeng so wird zweckmäßig
eine
zweite, auf der anderen Seite des Transportkanals angeordnete Stelleinrichtung vorgesehen.
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Eine weitere Ausbildung der Erfindung# die dann besonders
vorteilhaft
anwendbar ist, wenn nur kleine Verdrehwinkel des Einstellringes notwendig sind,
zeigt Fig. 3. Ein in die Hahn des Einstellringes 2 hineinragender Stichel 19 verstellt
den Einstellring 2 dadurch, daß eine Druckfeder 20 den Stichel 19 beim Vorbeilauf
des Geschosses in den Einstellring 2 eindrückt und ihn zurückhält.