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DE1567027C - Unkrautvernichtungsmittel - Google Patents

Unkrautvernichtungsmittel

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Publication number
DE1567027C
DE1567027C DE1567027C DE 1567027 C DE1567027 C DE 1567027C DE 1567027 C DE1567027 C DE 1567027C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
azide
potassium azide
potassium
plants
soil
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
William Calvert Griffin Ga Rahn Henry Wilford Pittsburgh Pa McConnell, (V St A)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
PPG Industries Inc
Original Assignee
PPG Industries Inc
Publication date

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung von Kaliumazid als Herbizid. Kaliumazid ist als Herbizid bekannten Wirkstoffen, wie Natriumazid, 2,4-D und GIPC, überraschend überlegen. \-
Gemäß der Erfindung wird Kaliumazid entweder allein oder zusammen mit anderen chemischen Verbindungen zur Bekämpfung unerwünschter Pflanzen verwendet. Kaliumazid wird erfindungsgemäß zusätzlich auch verwendet, um Nutzpflanzen Nährstoffe zuzuführen. So dient eine einzige Anwendung von Kaliumazid bevorzugt sowohl als Herbizid als auch als Düngemittel.
Kaliumazid ist ein kristalliner Feststoff, der leicht in Wasser löslich und bei allen Temperaturen bis zu seinem Schmelzpunkt (3500C) beständig ist. Auch wäßrige Lösungen, und zwar sehr stark verdünnte bis gesättigte Lösungen, sind sehr beständig. Lösungen, die 250 g Kaliumazid in 750 g Wasser enthielten, wurden beispielsweise in verschlossenen Behältern bei Raumtemperatur für die Dauer von mehr als einem Jahr gelagert, ohne daß eine bedeutende Zersetzung auftrat.
Als Alkaliazidlösung weisen Lösungen von Kaliumazid ferner bekanntlich eine bemerkenswerte zusätzliche bakterizide, nematozide und fungizide Wirkung auf. Sie sind zudem auch als Entlaubungsmittel und zur Regelung des Wachstums von Pflanzen oder Pflanzenteilen geeignet. Wie nachstehend eingehender beschrieben wird, erfolgt die Anwendung des Azids auf den Boden, die Pflanze oder den Pflanzenteil häufig in anderer Form als in Form einer wäßrigen Lösung, z. B. in Form von Staub, Kristallen, Körnchen, Suspensionen usw.
Wegen der Stabilität von Kaliumazid in fester Form und in wäßriger Lösung ist es überraschend und unerwartet, daß feuchtes festes Kaliumazid oder eine wäßrige Kaliumazidlösung nach dem Zusammenbringen mit Erde oder anderen Medien, welche die üblicherweise im Boden zu findenden Mikroorganismen enthalten, leicht in Pflanzennährstoffe zerfällt. Mikroorganismen des Bodens, die imstande sind, Kaliumazid zu zersetzen, sind normalerweise in der Luft enthalten. Sie neigen infolgedessen dazu, aus der Luft auf Oberflächen, Medien und Geräte zu wandern, die für die Landwirtschaft bestimmt sind, wie z. B. nicht aus Erde bestehende Saatbeete, beispielsweise aus Vermiculit, Sägespänen, Stroh, Kies usw., geernteten oder wachsenden Nutzpflanzen oder Pflanzenteilen und Lager- und Versandbehälter.
Die Zeit, die das Kaliumazid für den Zerfall benötigt, nachdem es dem Boden oder einem anderen, die Mikroorganismen enthaltenden Medium in feuchtem Zustand ausgesetzt wird, hängt von vielen Faktoren ab, z. B. der pro Flächeneinheit angewendeten Menge des Azids, der Dichte der für die Zersetzung des Kaliumazids verantwortlichen Mikroorganismen im Boden, und den im Boden oder anderen Medien vorliegenden Temperatur-, Feuchtigkeits- und chemischen Bedingungen. Das Kaliumazid, das gemäß den verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung angewendet wird, zerfällt im wesentlichen vollständig innerhalb weniger Tage bis Wochen, selten innerhalb mehr als 30 Tagen nach Aufbringung auf den Boden. Kaliumazid, das auf den Boden in einer Menge von 2,24 bis 560 kg/ha aufgebracht wird, zerfällt typischerweise vollständig innerhalb von 3 bis 15 Tagen nach Aufbringung auf den Boden.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird kaliumazid zur Unkrautbekämpfung »vor dem Keimen« verwendet So wird Kaliumazid auf den Boden
.Γ nach dem Aussähen der .Nutzpflanzen; jedoch vor dem Durchbrechen der Nutzpflanzenkeimlinge durch den Boden aufgebracht; Auf diese Weise wird das näher der Erdoberfläche als die Nutzpflanzen befindliche Unkraut wirksam beseitigt. Wenn die Nutzpflanzensaat ein gutes Stück unterhalb der Bodenoberfläche gepflanzt wurde, d. h. mehr als 2,54 bis
ίο 5,08 cm, ist eine einzige Anwendung von Kaliumazid in einer Menge von bis zu 28 kg/ha, selten mehr als 112kg/ha, geeignet/Wenn die Nutzpflanzensaat in -eine Tiefe von weniger als 2,54 cm unterhalb der Erdoberfläche gebracht wurde, beträgt die empfohlene Menge für eine einzige Anwendung von Kaliumazid weniger als 28 kg/ha, z. B. etwa 2,24 bis etwa 22,4 kg/ha. Es ist möglich, größere oder kleinere Mengen anzuwenden oder mehrmals zu behandein. In jedem Fall sollte die angewendete Menge des Kaliumazids ausreichen, um das Wachstum des
* Unkrauts zu hemmen, ohne das Wachstum der Nutzpflanzen nachteilig zu beeinflussen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird Kaliumazid vor dem Einpflanzen der Nutzpflanzen auf den Boden gebracht. Dann läßt man eine ausreichende Zeit verstreichen, in der sich das Azid bis zur Erreichung einer' ungefährlichen Konzentration unter Bildung von Pflanzennährstoffen zersetzt, bevor die Nutzpflanzen gesät werden.
Relativ geringe Mengen Kaliumazid, d. h. etwa 2,24 bis etwa 22,4 kg/ha, reichen gewöhnlich aus, um das Wachstum von einjährigen Unkrautsamen wirksam zu hindern. Nutzpflanzen können im allgemeinen innerhalb einer kurzen Zeitspanne, von z. B. etwa 1 bis 5, selten mehr als 10 Tagen nach Anwendung dieser relativ niedrigen Dosen an Kaliumazid gepflanzt werden. Wenn es erwünscht ist, stark verbreitete einjährige oder perennierende Unkrautpflanzen zu töten oder wirksam eine Fläche von aus dem Boden ragenden Pflanzen und Keimen sowie im Boden befindlichen Saaten und Wurzeln, Knollen und anderen zur Vermehrung fähigen Teilen einjähriger und perennierender Pflanzen zu reinigen, werden größere Mengen, z. B. etwa 28 bis 560 kg/ha, verwendet. Diese hohen Dosen töten auch wirksam hölzerne Pflanzen, Sträucher und Ranken sowie Fungi, Nematoden, Bodeninsekten und Mikroorganismen ab. Große Mengen Kaliumazid sind besonders für die Wiederbearbeitung von landwirtschaftliehen Flächen, die von Unkraut und/oder anderen Schädlingen befallen sind, geeignet. Gut entwickelte Wurzeln, die 61 bis 122 cm in den Boden ragen, werden auf diese Weise abgetötet. Mengen von mehr als 560 kg/ha fallen in den Rahmen der Erfindung, sind jedoch aus wirtschaftlichen Überlegungen selten erwünscht. .
Es ist manchmal vorteilhaft, Kaliumazid bei Nutzpflanzen anzuwenden, nachdem diese aus dem Boden treten. Auf diese Weise werden einige Familien von Unkräutern selektiv abgetötet, ohne daß die Nutzpflanzen merklich geschädigt werden. So wurde gefunden, daß breitblättrige Pflanzen der herbiziden* Wirkung von Kaliumazid stärker ausgesetzt sind als schmalblättrige Pflanzen. Dementsprechend kann man Kaliumazid bei Nutzpflanzen zur Unkrautbeseitigung, insbesondere Bekämpfung von einjährigen Unkräutern verwenden, die sich nicht so festgesetzt haben wie die Nutzpflanzen. Im Hochsommer
vertragen beispielsweise gut eitfwickelte Nutzpflanzen ähnliche Weise wird die Gewinnung von Alfalfaoft Kaliumaziddosierüngen νόΐϊ 224 kg/hä oder mehr. samen durch die Entlaubung der Alfalfapflanzen vor Bedeutend niedrigere Kaliumazidmengen, z. B. etwa dem Dreschen verbessert. Wesentlich höhere Kalium-2,24 bis etwa 112 kg/ha töten wirksam Unkräuter azidmengen, d. h. bis zu etwa 560 kg/ha, werden oft ab, die eine hinreichende Zeit nach dem Durch- 5 bei einem Feld angewendet, wenn es erwünscht ist, brechen der Nutzpflanzen hervorgekommen sind. daß das Kaliumazid entweder andere herbizide Wir-So werden Unkräuter, die. nach einer Kultivierung kungen erzielt oder diesem Feld zusätzlich zu" der oder Behandlung eines Nutzpflanzenfeldes mit einem Entlaubung der auf dem Feld befindlichen Pflanzen Herbizid hervorgekommen sind und noch keine Pflanzennährstoffe zugeführt werden sollen,
starken · Wurzeln entwickelt haben, wirksam und w Der Schutz der Saat und die verzögerte Keimung selektiv aus einem Nutzpflanzenfeld heraus durch von Saaten werden dadurch erzielt, daß man Kalium-Anwendung von Kaliumaziddosierüngen abgetötet, azid gewöhnlich in Form eines Pulvers, eines Tauchdie wesentlich unter der für die Nutzpflanze ertrag- oder Sprühmittels unmittelbar bei der Saat anwendet, liehen Menge liegen. Wenn die Nutzpflanzen wesent- Das Azid hemmt die Keimung und tötet die Fungi, lieh langsamer reifen als die Unkräuter, mit denen i5 die normalerweise die richtige Keimung und das die Anbaufläche der Nutzpflanzen befallen ist, dann Wachstum der Saat und/oder des Keimlings verwird Kaliumazid am vorteilhaftesten relativ bald hindern. Anschließend zersetzt sich das Kaliumazid angewendet, nachdem das Unkraut durch den Boden zu einem harmlosen Pflanzennährstoff, d. h. zu bricht: kalium- und stickstoffhaltigen Verbindungen, die
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfin- 20 das Wachstum des Keimlings stimulieren. Bei den dung wird Kaliumazid wie andere Herbizide auch Saaten wird eine zur Tötung der unerwünschten als Mittel zur Regelung des Pflanzenwachstums ver- Fungi ausreichende Kaliumazidmenge verwendet, es wendet. So wird Kaliumazid als Pulver, Sprühmittel . muß jedoch sorgfältig darauf geachtet werden, daß oder Lösung auf den entsprechenden Pflanzenteil die Aziddosierung unterhalb der von dem Samen aufgebracht, um Knospen, Blüten, Ausläufer, z. B. 25 nicht mehr tolerierten Menge liegt. Dabei wird das Tabaksprößlinge, oder Früchte wachsender Pflanzen Azid jedoch in einer Menge zugesetzt, die ausreicht, abzutöten, ihre Entwicklung zu hindern oder ihr die Keimung bis zu einem Zeitpunkt zu verzögern, Wachstum zu hemmen. Durch diese Behandlung an dem die Fungi längst getötet sind. Bei der prakwird die Anzahl der Fruchte, z. B. bei Äpfeln, Pfir- tischen Durchführung dieser Ausführungsform entstehen, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Beeren oder 30 hält das Pulver, Tauchmittel oder Sprühmittel etwa Citrusfrüchten, wirksam verringert. Die Behandlung 20 bis etwa 1000 Teile pro Million Teile an Kaliumverhindert auch wirksam die Samenbildung, ins- azid, in Abhängigkeit von der Azidtoleranz des besondere von Unkraut, und verändert den Pflanzen- Samens und anderen Bedingungen, z. B. der Temwüchs, insbesondere bei der Entwicklung von peratur, Feuchtigkeit und chemischen Zusammen-Schmuckpflanzen. Eine bemerkenswerte Anwendung 35 Setzung des Bodens, in den der Samen gepflanzt dieser Ausfuhrungsform ist die Anwendung von werden soll. Gewöhnlich erfolgt die Anwendung des · Kaliümazidlösung bei Zuckerrohr, um die Quasten- Azids durch kurzes Zusammenbringen des Samens bildung zu verhindern und dadurch den Zucker- mit dem azidhaltigen Medium, wobei die Anwengehalt der Zuckerrohrstämme zu erhöhen. Das Ka- dungsmenge aus dem Azid besteht, das in dem an liumazid wird vorzugsweise in Form einer ver- 40 dem Samen anhaftenden Medium vorliegt. : dünnten wäßrigen Lösung, z. B., einer etwa 1- bis Bei allen vorstehenden Ausführungsformen wird 20gewichtsprozentigen Kaliümazidlösung in Wasser, Kaliumazid häufig mit Vorteil zusammen mit anderen angewendet. Falls gewünscht wird, lediglich die Ent- Herbiziden, Nematoziden, Entlaubungsmitteln, Fuhwicklung des behandelten Pflanzenteils zu hemmen giziden, Bakteriziden und ähnlichen Schädlirigsstatt diesen Teil vollständig zu zerstören, werden.45 bekämpfungsmitteln angewendet. Kaliumazid vergewöhnlich Lösungen bevorzugt, die etwa 1 bis stärkt und erweitert die Wirkung der anderen Schad-5 Gewichtsprozent Kaliumazid enthalten.. lingsbekämpfungsmittel, indem es die Bodenorgähis-
Gemäß einer weiteren spezifischen Ausführungs- men entaktiviert, die (typischerweise durch Stoffform der Erfindung wird ein verdünntes Präparat, .Wechselprozesse) die Schädlingsbekämpfungsmittel d. h. eine etwa 1 - bis etwa 20gewichtsprozeritige 50 zersetzen. Häufig hat die Kombination voti Kalium-Lösung oder ein ähnlich verdünntes Pulver, d. Ji. azid mit einem oder mehreren Herbiziden eine syne'rein etwa 1 bis etwa 20 Gewichtsprozent Kaliumazid gistische Wirkung. So wird durch die Kombination enthaltendes Pulver, bei Nutzpflanzen vor der Ernte. - ein , breiteres Spektrum unerwünschter Organismen angewendet. Die Nutzpflanze wird auf diese Weise angegriffen als durch das Kaliumazid oder das andere entlaubt, so daß die Ernte frei von unerwünschten 55 Schädlingsbekämpfungsmittel aHein. Die Wirksäm-Blättern ist. Bei der praktischen Anwendung dieser keit der Kombination gegen einen besonderen uher-Ausführungsform sind Mengen von etwa 2,24 bis wünschten Organismus ist häufig größer als, die 22,4 kg/ha typisch, größere Mengen sind jedoch Summe der Wirkungen der einzelnen Bestandteile, manchmal nützlich. Nach dieser Ausführungsform Der Anteil des Azids in der Kombination kann werden beispielsweise die oberirdischen Teile von 60 zwischen etwa 1 bzw. 5 und 90% betragen. Emp-Baumwollpflanzen gesprüht, wenn die Samenkapseln fohlene Mengen liegen etwa zwischen 1 und 30 Ger. reif sind,, um zu bewirken, daß die Blätter absterben . wichtsprozent, typischerweise weniger als 20 und und von der Pflanze abfallen. Wenn die Samenkap- selten mehr als 70 Gewichtsprozent, bezogen auf sein anschließend mit einer mechanischen Pflück- die Kombination. Das angewendete vorteilhafteste vorrichtung geerntet werden, wird das Auftreten von 65 Mengenverhältnis wird häufig' durch wirtschaftliche grüner Verfleckung der Samenkapseln, das normaler- Überlegungen bestimmt. .'.',-.:■'.
weise durch die Blätter verursacht',wird, wesentlich Wichtige Herbizide mit bekannter kurzer Wirkverringert und oft im wesentlichen beseitigt. Auf samkeit im Boden infolge Angriff durch Mikroorga-
nismeri, die vorteilhaft mit Kaliumazid gemeinsam angewendet werden, sind beispielsweise
2,4-Dichlorphenoxyessigsäure und deren Ester, 2,4-Dichlorphenoxybuttersäure und deren Ester, 2-Methyl-4-chlor-phenoxyessigsäure und deren ■■'.■:'■,.: Ester, · : ' ■■■:■■■[ .' / ':' ■ '.'■■[■";".'■'■'■'.■■.■ : :. . 2-Methyl-4-chIorphenoxybuttersäure und deren Ester,
Dichlorpropionsäure und deren Salze,
Trichloressigsäure und deren Salze,
Dinitrobutylphenol,
Dinitro-orthocresol,
Allylalkohol, · ' ■ ' -
I sopropyl-N-phenylcarbamat,
Isopropyl-N-^-chlorphenylJ-carbamat,
sec.Butyl-N-ß-chlorphenylJ-carbamat,
Äthyl-T^N-di-n-propylthiolcarbamat,
Propyläthyl-n-bütylthiolcarbamat,
2-Chlorallyldiäthyldithiocarbamat,
secButylphenoldinatriumsalz von
3,6-Endoxohexahydrophthalsäure,
2-Chlor-N,N-diallylacetamid,
N-Arylphthalaminsäure und deren Ester und
Salze und Aminotriazol.
Infolge der relativ kurzen Lebensdauer von Kaliumazid im Boden werden seine Vorzüge bei der Verlängerung der Wirksamkeit von Schädlingsbekämpfungsmitteln im Boden verlängert, wenn es in schützenden Trägern, wie z. B. Körnchen, Pellets oder Kapseln, angewendet wird. Die Wirksamkeit von Kaliumazid im Boden wird wesentlich verlängert, wenn es beispielsweise in Körnchen aus hochcalziniertem Ton, wie Attapulgitton oder anderen Materialien, eingetragen wird, die gegen physikalische Zerstörung durch den Boden widerstandsfähig sind. Andere "Materialien, die zu geeigneten Körnchen für diese Ausführungsform granuliert werden können, sind beispielsweise Maiskolben, Vermiculit, Naturdung, Holzmehl, Sägemehl oder Späne und Pflanzenstengel, Halme oder Blätter. Gewöhnlich wird das Schädlingsbekämpfungsmittel dem Körnchen zusammen mit dem Kaliumazid einverleibt. Es ist häuüg besonders vorteilhaft, die das Kaliumazid (entweder allein oder in Kombination mit anderen Schädlingsbekämpfungsmitteln) enthaltenden Körnchen mit einer semipermeablen Schicht oder Schale zu überziehen. Ein Beispiel für ein gemäß dieser Ausführungsform vorgesehenes Körnchen ist ein Granulat aus Attapulgitton, das durch ein Sieb mit einer Maschenweite von 0,59 bis 1,27 mm geht, mit Isopropyl-N-(3-chlorphenyl)-carbamat und Kaliumazid imprägniert und mit einer dünnen Schicht aus einem polymerisierten trocknenden öl überzogen ist. Die Schicht auf dem Granulat laßt nur eine langsame Verdampfung des Carbamats aus dem Körnchen zu. Darüber hinaus erlaubt die Schicht nur eine minimale Berührung der Mikroorganismen des Bodens mit dem Carbamat und Azid in dem Körnchen. Das Kaliumazid in dem Körnchen deaktiviert die die Schicht durchdringenden Organismen, bevor diese durch ihren Stoffwechsel das Carbamat zersetzen können. Möglicherweise verdampft dabei das gesamte Carbamat und entweicht aus dem Granulat oder den Körnchen. Die durch die Schicht dringenden Mikroorganismen und Feuchtigkeit zersetzen schließlich das Kaliumazid in dem Körnchen: Nachdem das Azid also seine Funktion des Schutzes des Schädlingsbekämpfungsmittels in dem Körnchen gegen den Angriff durch die Mikroorganismen dee Bodens' erfüllt hat, führt es dem Boden noch Pflanzennährstoffe zu. Der das Körnchen umschließende halb undurchlässige Film kann aus irgendeinem geeigneten Material bestehen, das physikalisch ein langsames Austreten des Schädlingsbekämpfungsmittels, z. B. der Carbamatdämpfe, gestattet. Verschiedene Acrylharze, ζ. Β. Polymethylmethacrylat, Vinylharze,
ίο ζ. B. Polyvinylacetat, und trocknende öle, z. B. Leinöl, Sojabohnenöl, Safranöl, Rhizinusöl, Tungöl und Fischöle, sind für diesen Zweck brauchbar. Diese trocknenden öle werden oft teilweise oxydiert, wenn sie auf das Körnchen aufgebracht werden. Natürlich wirkt ein bestimmtes Uberzugsmaterial am besten mit bestimmten Schädlingsbekämpfungsmitteln. Die Geschwindigkeit des Entweichens von Dampf aus dem Körnchen kann innerhalb weiter Grenzen dadurch verändert werden, daß man geeignete Uberzugsmaterialien auswählt und geeignete Mengen dieses Materials auf das Körnchen aufbringt. Die Wirksamkeit von Isopropyl-N-P-chlorphenylJ-carbamat wurde auf diese Weise mehrere Monate verlängert. :
Es liegt im Rahmen der Erfindung, Kaliumazid dem Boden vermischt mit anderen Düngemitteln zuzuführen. Insbesondere wird Kaliumazid in gemischten Düngemitteln verwendet. In einer derartigen Mischung verbessert Kaliumazid nicht nur das Düngemittel, sondern verleiht der Mischung auch noch eine Schädlingsbekämpfungswirkung. Ein gemischtes Düngemittel umfaßt typischerweise eine Mischung verschiedener chemischer Verbindungen, gewöhnlich anorganischer Verbindungen; organische Substanzen, wie z. B. Harnstoff, aktivierter Schlamm, tierischer Dung usw. werden jedoch manchmal beigegeben. Jede Verbindung in der Mischung steuert gewöhnlich einen oder mehrere primäre Pflanzennährstoffe bei. Die drei primären Pflanzennährstoffe sind Stickstoff, Phosphat und Pottasche. Handelsübliche gemischte ,Düngemittel werden gewöhnlich durch drei Zahlen bezeichnet, die in der angegebenen Reihenfolge die Gewichtsprozentsätze von N, P2O5 und K2O in der Mischung angeben. Ein gemischtes 6-12-12-Düngemittel enthält beispielsweise mindestens 6% Stickstoff, 12% P2O5-Aquivalente und 12% K2O-Äquivalente. Verbindungen, die Phosphor und Kalium enthalten, werden immer als P2O5-Äquivalent bzw. als K2O-Äquivalent angegeben, denn in dieser Form sind Phosphor und Kalium für Pflanzen nützlich. Einzelne chemische Verbindungen werden auf die gleiche Weise gekennzeichnet. So kann beispielsweise Ammoniumnitrat, das 33,5% verfügbaren Stickstoff enthält, mit 33-0-0 bezeichnet werden. Hochgradig reines Kaliumchlorid kann mit 0-0-62 bezeichnet werden, um anzugeben, daß es mindestens 62 Gewichtsprozent K2 O-Äquivalent enthält. Auf die gleiche Weise wird im wesentlichen reines Kaliumazid . mit 51-0-58 bezeichnet, Kaliumazid ist also besonders reich an primären Pflanzennährstoffen. Ein Kilogramm Kaliumazid, das einem gemischten Düngemittel beigemischt wird, ist für die Mischung wertvoller als 1 kg Pflanzennährstoff. Das vom National Plant Food Institute, 1700 K Street, N. W. Washington 6, D. C, herausgegebene »Fertilizer Handbook«, (zweite Auflage, 1963), das, soweit es die Erfindung betrifft, in den Rahmen der Erfindung einbezogen wird, beschreibt eingehend in Kapitel 4 die Herste!-
IO
lung und die Zusammensetzung typischer gemischter Düngemittel." Kapitel 8 des Handbuchs enthält mehrere Tabellen, mit deren Hilfe die Gewichte der düngenden Materialien leicht bestimmt werden können, die hinsichtlich des Gehalts an Pflanzennährstoffen einem spezifischen Gewicht eines anderen Materials äquivalent sind. Durch Anwendung der in dem Handbuch, insbesondere in den Kapiteln 4 und 8 dargelegten Grundsätze kann ein Fachmann auf dem Gebiet der Landwirtschaft leicht Kaliumazid bei der Herstellung eines gemischten Düngemittels mit beliebiger Zusammensetzung von Pflanzennährstoffen verwenden.
Wird Kaliumazid als wäßrige Lösung angewendet, so ist es oft günstig, zusammen mit dem Kaliumazid andere, wasserlösliche Schädlingsbekämpfungsmittel oder Düngemittel zu lösen.
Die Anwendung bei Nutzpflanzen erfolgt oft als Sprühmittel in Form von wäßrigen Lösungen oder Dispersionen. So werden Schädlingsbekämpfung«- mittel in organischer Lösung oder Dispersion mit wäßrigen Lösungen des Azids unter Bildung einer Emulsion oder Suspension gemischt. Die Mischung wird dann versprüht, wobei manchmal gerührt wird, um zu verhindern, daß sich die wäßrige und die organische Phase trennen. Oder aber die wäßrige Kaliumazidlösung wird mit oder ohne andere aktive Bestandteile in der Lösung entweder vor oder nach anderen Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Düngemitteln aufgesprüht. Pulverförmiges oder kristallines Kaliumazid in Kombination mit netzbaren Pulvern, anderer Schädlingsbekämpfungsmittel wird vorzugsweise in wäßrigen Medien unmittelbar vor dem Versprühen gemischt. Beim Rühren löst sich das Kaliumazid in dem wäßrigen Medium, während die wasserunlöslichen1 Pulver darin suspendiert werden. Gewöhnlich wird so viel wäßriges Medium, typischerweise Leitungswasser, verwendet, daß die Lösung weniger als 25 Gewichtsprozent, normalerweise etwa 1 bis etwa 10 Gewichtsprozent, Kaliumazid enthält.
Wenn gewünscht wird, Nutzpflanzen mit trokkenem Pulver zu bestäuben, kann das Kaliumazid zu einem sehr feinen Pulver mit einer Teilchengröße von gewöhnlich weniger als 0,149 mm gemahlen werden. Es ist gewöhnlich vorteilhaft, das Azid mit einem inerten festen Verdünnungsmittel wie z. B. Kieselerde, Ton, Talkum, Bentonit, Diatomeenerde, Kreide, Holzmehl usw. zu vermischen. Eine gute Verteilung des Azids wird gewöhnlich dadurch erleichtert, daß man das Azid mit bis zu mehr als 99% inertem Pulver verdünnt. Manchmal sind Präparate· nützlich, die etwa 5 bis etwa 25%, selten mehr als 30%, Azid enthalten. Ein anderes wirksames Verfahren zum Verdünnen von Kaliumazid für die Anwendung als Feststoff besteht darin, daß man das Kaliumazid als ein absorbierter Bestandteil oder Überzug auf Körnchen aus einem inerten Material, z. B. Attapulgitton, Maiskolben, Sägespänen, Bentonit usw. verwendet. Das Azid kann auch auf anderen Schädlingsbekämpfungsmitteln, schädlingsbekämpfungsmittelhaltigen Körnchen oder Düngemitteln, insbesondere natürlichen Düngemitteln wie z. B. Dung, aktiviertem Schlamm usw., absorbiert oder als Überzug vorliegen. Kaliumazid liegt in diesen Körnchen usw. gewöhnlich in Mengen von weniger als etwa 25 Gewichtsprozent, bezogen auf das Körnchen, einschließlich aller absorbierten Bestandteile, vor; wesentlich größere Mengen sind jedoch möglich und liegen im Rahmen der Erfindung. Der Kaliumazidgehalt dieser körnigen Produkte beträgt typischerweise etwa 1 bis etwa 20%, am häufigsten etwa 2 bis etwa 10%.
Wenn das Azid auf den Boden in Form von Kristallen, Körnchen oder in anderen festen Formen aufgebracht wird, bleibt es manchmal auf dem Boden liegen und ist den normalen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Häufiger wird es durch Wasser in den Boden befördert. Häufig wird das Azid auch in den Boden geeggt oder gepflügt. Im allgemeinen kann das Kaliumazid infolge seiner sehr anpassungsfähigen Eigenschaften auf den Boden nach irgendeinem bekannten Verfahren aufgebracht werden, das üblicherweise für die Anwendung der gegenwärtig verfügbaren Düngemittel und/oder Schädlingsbekämpfungsmittel zur Verfugung steht.
Die Erfindung wird in den folgenden Beispielen erläutert.
B e i s ρ i e 1 1
Töpfe aus doppeltem Papier wurden mit Erde gefüllt, die aus einem gut gemischten Vorrat stammt. In die Töpfe wurden verschiedene Pflanzen gesetzt. Unmittelbar nach dem Setzen wurde die Erde in den Topfen mit verschiedenen Herbiziden behandelt. Jedes der Herbizide wurde in einer Mischung von 5% Aceton und 95% Wasser, bezogen auf das Gewicht der Mischung, angewendet. Bei jedem Topf wurden 15 ecm der Mischung angewendet. Alle Töpfe wurden identischem künstlichem Licht und Beregnung von oben ausgesetzt. Die Pflanzen wurden 10 Tage beobachtet, und die Schädigung wurde im Vergleich zu unbehandelten Kontrollpflanzen eingestuft. In Tabelle I sind die Herbizide, die angewendeten Mengen und die bei diesem Versuch verwendeten Pflanzen sowie die erhaltenen Ergebnisse aufgeführt.
Angewendete
• Menge
in kg/ha
Tabelle I Schweinekraut Kriechgras Füchsschwanz
Wirksames Material - 4,48
8,96
Senf 3RG
5RG
IRG
4RG
IRG
5RG
KN3 .. ... .......... ' 4,48.
4,48
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2 S .
2C
5RG
0
: .2C ·■■'■■■
1 S
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KN3 .........;.......... 2 S
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- 0
0
■ V-O"
Atrazin
2 4-D . i
Aceton-Wasser-Kontroll-
vcrsuch
ünbehahdelt ';............
109 643/266
ίο
Tabelle I (Fortsetzung) Mais Weizen \ ■ Baumwolle Bohnen
Wirksames Material Angewendete -
Menge
in kg/ha
3RG
4S
2RG
0
2RG
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3S
0
0
3RG ·
2 S .
0.
3 S
1 SC
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8,96
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0 0 0 5RG
0
KN1 0
Atrazin .;.......'.........
2,4-D .........;. ■....;..
■ '■''' -,■■'"■■
Aceton-Wasser-Kontroll-
versuch ............:.;.
Unbehandelt
Grad der Schädigung
■ 0 — keine Schädigung,
1 — leichte Schädigung,
2. — mäßige Schädigung,
3 —7- mäßig schwere Schädigung,
4 — schwere Schädigung,
5 — Absterben.
Art der Schädigung
RG — verringerte Keimung, SC — Ringelung des Stammes,
S — Entwicklungshemmung,
C — Bleichsucht.
Beispiel 2
In Treibhausbeete aus sandigem Lehmboden wurden Baumwollsamen, Mais, Sojabohnensamen, MiIosamen und eine Mischung von Samen einjähriger Unkräuter (Kriechgras, Gänsegras und Schweinekraut) gesät. Nutsedgeknollen, Johnsongras und Bermudagrasrhizome wurden 6,35 bis 7,62 cm tief in den Boden gesteckt. Unmittelbar nach dem Einpflanzen wurden Kaliumazidkörnchen in die obersten 6,35 mm des Bodens in Mengen von 28, 56, 112, 336 und 560 kg/ha eingearbeitet. Die Beete wurden dann von oben mit etwa 12,7 mm Wasser bewässert. Jedes Beet wurde anschließend nach Bedarf so besprüht, daß die Feuchtigkeit in dem Boden aufrechterhalten wird. Die Beete wurden beobachtet und hinsichtlich des Schädigungsgrades nach der folgenden Skala bewertet.
0 — keine Schädigung,
10 bis 30 — kleinere Schädigung,
30 bis 60 — mäßige Schädigung,
60 bis 90 — schwere Schädigung,
100 — vollständige Abtötung.
Das Ausmaß der Schädigung der verschiedenen Pflanzen etwa 6 Wochen nach Anwendung des Kaliumazids ist in Tabelle II aufgeführt.
Bermuda
gras ·
Johnsongras Tabellen Mischung ein
jähriger Unkräuter
Baumwolle Sojabohnen Mais MiIo
Kaliumazid
,; kg/Ka ; .
' 74 45 ■ Nutsedge 33 58 63 .46 18
28 81 82 63 60 74 82 58 42
56 96 69 98 79 • 85 95 65 30
■ ■ ■ ■ ■ ■ ■■".',
■ 112
99 96 99 95 99 100 95 60
336 100 83 97 98 100 100 100 99
560 99
B e i s ρ i e 1 3
Attapulgitkörnchen einer Teilchengröße von 0,59 bis 1,27 mm wurden unter .gleichzeitigem Rühren in einem Rotationsmischer mit geschmolzenem CIPC (Isopropyl-N-(3-chlorphehyl)-carbamat) besprüht, wobei 20% CIPC enthaltende Körnchen, bezogen auf das Gewicht der Körnchen, erhalten wurden.
Proben dieses Granulats wurden mit 1 bzw. 10 Gewichtsprozent Kaliumazid überzogen, indem man das Granulat mit einer 50%igen wäßrigen Kaliumazidlösung, bezogen auf das Gewicht der Lösung, tränkt. Jedes der Granulate wurde auf 160 g Erde in Wachspapiertöpfen in einer Menge angewendet, die 8,96 kg/ha CIPC (aktiv) äquivalent war. Jeder Versuchstopf hatte eine Bodenoberfläche von 45,6 cm2. Die Töpfe wurden bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 88 bis 92% und Tagestemperaturen von 32 bis 34°C gehalten. (Das Licht wurde um 4 Uhr morgens eingeschaltet und um 8 Uhr abends ausgeschaltet.) Die Temperatur während der Dunkelperiode wurde bei etwa 21 ° C gehalten. Es wurden Proben des Bodens entnommen und analysiert, um den prozentualen Verlust an CIPC zu bestimmen. Die Ergebnisse dieser Analysen sind in Tabelle III ausgeführt.
Tabelle III 7 31 14 28 97
prozentualer 28 Cl PC-Verlust 71
1 Versuchsdauer in Tagen 0 29 60 74
0 0 51
CI PC-Körnchen
ohne Überzug
0 53
Mit 1% KN3 .
überzogene
CIPC-Körncheri ....
Mit 10% KN3
überzogene :
CIPC-Körnchen ....
B ei s ρ ie I 4
In Tabelle 4 ist eine Anzahl von verschiedenen Unkraut- und Nutzpflanzensaaten aufgeführt, die in gekennzeichneten Reihen in mittlerer Ton-Lehm-Gartenerde gepflanzt wurden. Die Samen wurden 1,27 bis 1,905 cm tief gesät. Streifen aus Kunststoff-Folien wurden auf dem Boden ausgebreitet, um scharf abgegrenzte Behandlungsbereiche zu erhalten. Körnchen der in der Tabelle aufgeführten Präparate wurden von Hand aus einer Streudose in gewogenen Mengen in einer Menge von 5,6 kg/ha angewendet. Die 20% CIPC, 10% KN3 und 20% CIPC enthaltenden Präparate waren mit den im Beispiel 3 verwendeten Präparaten identisch. Die 10% 2,4-D und 10% CIPC enthaltenden Körnchen wurden hergestellt, indem man eine geschmolzene Mischung von 99% technisch reinem CIPC und technisch reinem 2-Äthylhexylester von 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure auf Attapulgitkörnchen einer Teilchengröße von 0,59 bis 1,27 mm nach dem gleichen Verfahren aufsprühte^ nachdem die CIPC-Körnchen des Beispiels 3 hergestellt wurden. Die Tabelle IV zeigt die herbizide Wirkung der Präparate nach einer Skala, in der 1 keine Wirkung und 10 eine 100%ige Abtötung bedeuten.
Tabelle IV
20% CIPC,. 20% CIPC 10% 2,4-D,
10% KN3 2 10% CIPC
Buschbohnen ... 6 1 10
Baumwolle ..... 1 3 10
Tomaten ■ 5 3 10
Karotten ....... 10 5 10
Mais .......... 5' :' 9 5
Kreuzkraut..... 6 1 9
Barnyardgras ... 8 - 10
Schweinskraut 1
— gepflanzt 7 10
Schweinskraut : 10
— gewachsen 10 10
Kriechgras 5
— gepflanzt .. ' 7 9
Kriechgras 5
—- gewachsen 10 9 10
Samtblatt ...... 10 . . ' 7 10
Fuchsschwanz .. ■'■·:' J 7
Buckhorn- 10
wegerich ..... .;. 8. '.', 10 10
Senf ........... 10 10
B e i s ρ i e 1 5
In einer freien Fläche wurden zwei Versuchsbereiche von jeweils etwa 1860 cm2 abgesteckt. Die Fläche war stark mit mehrjährigen und einjährigen breitblättrigen und grasartigen Unkräutern befallen. Mehrjährige Wurzeln erstreckten ,.sich mehr als 45,5 cm unterhalb der Oberfläche des Bodens. Der größte Teil des oberen. Wachstums wurde aus den
ίο Versuchsbereichen entfernt, indem die Pflanzen etwa 20 cm oberhalb der Erdoberfläche abgeschnitten wurden. Die Flächen wurden behandelt, indem 1,91 wäßrige Kaliumazidlösung gleichmäßig über jeden Testbereich gesprüht wurden. Ein Testbereich wurde mit 560 kg/ha Azid behandelt. 3 Wochen später war auf der mit 560 kg/ha KN3 behandelten Versuchsfläche alles pflanzliche Leben abgestorben. In die Mitte dieser Fläche wurde alsdann eine 25,4 cm hohe Tomatenpflanze umgepflanzt. In der gleichen Fläche
wurden Samen von Mais, Limabohnen, Lattich und Rüben in Reihen gesät. 2 Wochen nach dem Säen (5 Wochen nach der Anwendung von KN3) war die Tomatenpflanze wesentlich gewachsen und stand in Blüte. Alle ausgesäten Arten wuchsen gut. Die Pflanzen zeigten alle die typische dunkelgrüne Farbe, die bei Stickstoffdüngung auftritt.
Beispiel 6
Nach dem Verfahren des Beispiels 5 wurden drei Versuchsflächen einer Größe von jeweils etwa 1860 cm2 mit 0, 224 und 448 kg/ha Kaliumazid behandelt. Die Versuchsflächen lagen auf gut kultiviertem, nicht gedüngtem magerem Gartenboden. Die Flächen wurden nach Bedarf durch Bewässerung feucht gehalten. 3 Wochen nach der Behandlung wurde in jede der Versuchsflächen Mais, Limabohnen, Squashkürbis und Spinat gesät. 2 Wochen später wuchsen die Keimlinge in den mit Kaliumazid behandelten Versuchsflächen kräftiger als im Kontrollbereich. Bei fortschreitendem Wachstum ergab sich, daß Pflanzen des gleichen Typs in der mit 448 kg/ha KN3 behandelten Versuchsfläche am schnellsten wuchsen und die Pflanzen in der Kontrollfläche am langsamsten wuchsen. Die Pflanzen in der mit 448 kg/ha KN3 behandelten Flache hatten eine dunklere grüne Farbe als die Pflanzen in der mit 224 kg/ha KN3 behandelten Versuchsfläche. Die Pflanzen in der mit 224 kg/ha KN3 behandelten Fläche hatten eine dunklere grüne Farbe als die Kontrollpflanzen.
Anschließend durchgeführte Gewebeanalysen bestätigten, daß die Pflanzen aus der mit 448 kg/ha KN3 behandelten Fläche mehr Stickstoff und mehr Kalium pro Gramm Gewebe enthielten als die Pflanzen aus der mit 224 kg/ha KN3 behandelten Versuchsfläche.
Die Pflanzen aus der mit 224 kg/ha KN3 behandelten Fläche enthielten eine größere Menge dieser Elemente pro Gramm Gewebe als die Kontrollpflanzen.
B e i s ρ i e Γ 7
Diese Versuche wurden in einem Gewächshaus durchgeführt.
Der Boden wurde durch Beimischen von Torf so bearbeitet, daß die Mischung etwa 8 bis 10% organische Substanz enthielt. Dieser Boden, wurde in 35,56 χ 7,62/10,16 cm große Metallbeete gebracht und der feuchtgemachte Boden mit Versuchspflanzensamen besät. Anschließend wurden Lösungen der Testverbindungen aufgesprüht. Unmittelbar nach dem
13
Sprühen wurde das Saatgut leicht gewässert und später je nach Bedarf durch Oberflächenbehandlung feucht gehalten. 29 Tage nach der Behandlung wurde die prozentuale Vernichtung festgestellt. Abkürzungen Tür die Testverbindungen sind:
KN3 = Kaliurriazid,
IPC = Isopropyl-N-phenylcärbamat, \
CI PC =.■: Isopropyl-N-(3-chlorphenyl)-carbamat.
• Die nachfolgende Tabelle enthält die Ergebnisse in prozentualer Vernichtung.
Versuchspflanze
Bermudagras (Cynodon dac-
tylon [L.] Pers.)
Kriechgras (Digitaria sangui-
nalis {L.] Scop.)
Barnyardgras (Echinochloa
crusgalli [L.] Beauv.) .... Hexengras (Panicum capillare
Riesenfuchsschwanz (Setaria
faberii Herrm.)
Ambrosiapflanze (Ambrosia
artemisiifolia L.)
Gängelkraut (Galinsoga par-
viflora Cav.)
Prunkwinde (Ipompea here-
rocea [L.] Jacq.)
Echtes Barbarakraut (Barba-
rea vulgaris R. Br.)
Virginiakresse (Lepidium vir-
ginicum L.)..
Pfennigkraut (Thlaspi arvense
Hirtentäschelkraut (Capsella
bursä-pastoris [L.] medic.) Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium L.) .........
Versuche mit
KN3 11,2 kg/ha
100
80
100
100
50
100
100
100
100
100
90
100
100
IPC 8,96 kg/ha
0 0 0
20 0 0 0
50 0 0
60 0 0
KN3 . CIPC
11,2 kg/ha 8,96 kg/ha
Ambrosiapflanze (Ambrosia
artemisiifolia L.) 100 - 0
Gängelkraut (Galinsoga par-
viflora Cav.) 100 0
Echtes Barbarakraut (Barba- ·
; rea vulgaris R. Br.) ...... 100 :■ 0
Gemeiner Stechapfel (Datura
stramonium L.) 100 ■ 20
Beispiele
Die Versuche waren Feldversuche.
896 kg/ha eines 5-10-5-Düngemittels wurden dem Boden vor dem Säen zugeführt. Die Testsorten wurden im Frühjahr gesät. Die. Behandlung vor dem Keimen wurde 1 Tag nach dem Säen durchgeführt und die Ergebnisse 27 Tage nach dem Säen aufgezeichnet.
Die Behandlung nach dem Keimen wurde 29 Tage nach dem Säen durchgeführt und 49 Tage nach dem Säen die Ergebnisse aufgezeichnet.
Kriechgras ist ein in dem Versuchsgebiet wild wachsendes Gewächs.
Zur Bekämpfung von Insekten wurde ein Gemisch aus Malathion und Methoxychlor verwendet, das genau nach einem Zeitplan gesprüht wurde. Die Ergebnisse zeigen die prozentuale Vernichtung.
, Der Ausdruck »Mischung von Gräsern« umfaßt eine Mischung von wild wachsenden Gräsern, wie Kriechgras (Digitaria sanguinalis [L.] Sicop.), Fuchsschwanz (Setaria spp. Beauv.), Barnyardgras (Echinochloa crusgalli [L.] Beauv.) und purpurnes Liebesgras (Eragrostis spectabilis). ·
. Der Ausdruck »Mischung von breitblättrigen Gewächsen« bezieht sich auf eine Mischung von wild wachsendem Wasserpfeffer (Polygonum pennsylvanicum L.), Senf (Brassica kaber [DC] L. C. Wheeler) und dem Portulakgewächs (Portulaca oleracea L.). Die Abkürzungen bedeuten:
KN3 = Kaliumazid,
CIPC = Isopropyl-N-(3-chlorphenyl)-carbamat,
2,4-D = Alkanolaminsalz der 2,4-Dichiorphenoxyessigsäure.
Nachstehend sind die Ergebnisse in Tabellenform aufgezeichnet.
Ergebnisse in Tabellenform (Die Ergebnisse sind in prozentualer Vernichtung angegeben)
Versuchspflanze 8,96 kg/ha KN3
4,48 kg/ha
Vor dem
'2,24 kg/ha
Keimen
8,96 kg/ha
2,4-D
4.48 kg/ha
2,24 kg/ha
Kriechgras (Digitaria sanguinalis [L.]
Pers.) ...
50
40
40
30
20
20
40
20
30
10
10
10
Raigras (Lolium multiflorum, Lam.) ....
. "Versuchspflanze
8,96 kg/ha KN3
4,48 kg/ha
Nach dem Keimen
2,24 kg/ha
8,96 kg/ha
2,4-D
4,48 kg/ha
2,24 kg/ha
Raigras (Lolium multiflorum, Lam.)
100
100
100
80
50
(Fortsetzung)
16
Versuchspflanze ' Vor dem Keimen
8,96 kg/ha
KN3
4,48 kg/ha
2,24 kg/ha
QPC :
8,96 kg/ha
4,48 kg/ha
2,24 kg/ha
Kriechgras (Digitaria sanguinalis [L.]
Pers.) :.·.
Mischung von Gräsern ;
Mischung von breit blättrigen Gewächsen
40 50 50
20 30 20
60
40
Versuchspflanze Nach dem Keimen
KN3
8,96 kg/ha 4,48 kg/ha. 2,24 kg/ha
α pc
8,96 kg/ha 4,48 kg/ha 2,24 kg/ha
Raigras (Lolium multiflorum, Lam.) ... SenfiBrassicakaberCDC] L. C. Wheeler)
100 ' 60
100 50
40 40
30 30

Claims (1)

  1. Patentanspruch: Unkrautvernichtungsmittel, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Kaliumazid.
    109643/266

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