DE1561632C3 - Stoffmühle für Fasersuspensionen - Google Patents
Stoffmühle für FasersuspensionenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Stoffmühle für Fasersuspensionen, insbesondere Papierstoff, mit einem drehbar
gelagerten, angetriebenen Zylinder, welcher auf seinem Umfang teilweise von mehreren gebogenen,
öffnungen aufweisenden verstellbaren, als Mahlvorrichtung dienenden Platten, umgeben ist.
Es ist aus der US-PS 29 09 334 eine Stoff mühle bekannt,
bei der drei perforierte Mahlplatten mit einem Zylindermantel mit geschlossener Oberfläche zusammenwirken,
dessen Außenseite axial gerichtete Rillen aufweist. Der Papierstoff wird vor den Mahlplatten (in
Rotationsrichtung gesehen) an der Außenseite des Zylinders zugeführt, wobei die gemahlenen Fasern mit
Flüssigkeit zwangläufig durch die Perforierungen der Platten gepreßt werden. Die Vorrichtung hat bei hohem
Kraftverbrauch einen schlechten Wirkungsgrad, und das Ergebnis der Mahlung ist schwer mit Genauigkeit
zu kontrollieren, da die Mahlplatten je für sich eingestellt werden müssen. Die Rillen im Zylinder haben
darüber hinaus die Tendenz, durch die Fasern verstopft zu werden, was die erstrebte Wirkung weiter verschlechtert.
Durch den Eingriff zwischen den Rillen des Zylinders und den Perforierungen der Platten besteht
schließlich die Gefahr, daß die Fasern abgeschnitten werden.
Ferner ist aus der DT-AS 10 09 912 eine Stoffmühle bekannt, die eine Anzahl von gelenkig mit dem Rotor
verbundenen Flügeln aufweist, die innerhalb eines ortsfesten perforierten Zylinders rotieren, so daß sie auf
Grund der Zentrifugalkraft nach außen zum Eingriff gegen die Innenseite des Zylinders geschleudert werden.
Nachteilig ist hierbei, daß die Flügel bei der Rotation die Fasersuspension vor sich hertreiben, so daß die
Suspension im wesentlichen im Zylinder umläuft. Es
ίο entsteht somit eine Art Pumpenwirkung ohne besondere
Mahlwirkung, wobei zudem die Perforierungen, sowohl in den Flügeln wie in dem Zylinder, mit Fasern
verstopfen.
Auch die GB-PS 6 79 342 zeigt eine Mahleinrichtung, die sich von der in der genannten USA.-Patentschrift
beschriebenen darin unterscheidet, daß die drehbaren Flügel starr mit der Nabe verbunden sind, so daß sie
ohne Anpressung der Innenseite des Zylinders folgen. Hierbei tritt jedoch ebenfalls ein sehr großer Pumpeneffekt
auf, so daß die Mahlwirkung dieser Stoffmühle gering ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Stoffmühle zu schaffen, welche leicht auf einen gewünschten
Mahlgrad einstellbar ist, bei der die Fasern schonend behandelt werden und die eine bessere Mahlwirkung
aufweist.
Diese Aufgabe wird durch eine Stoffmühle gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die mit Bohrungen
versehene, umlaufende Zylinderwand eine koaxial angeordnete, feststehende Verteilertrommel umschließt,
welche eine Einlaßöffnung umschließt, welche eine Einlaßöffnung an einem Ende und eine Mehrzahl von im
Abstand um ihren Umfang angebrachten Auslaßöffnungen aufweist, und daß ferner jede Platte zumindest
den größten Teil der Zylinderwand, der einer der öffnungen der Verteilertrommel gegenüberliegt sowie
einen — in Drehrichtung des Zylinders gesehen — vorausgehenden Bereich der Zylinderwand einschließt.
Bei dieser Stoffmühle fließt die Suspension aus den Auslaßöffnungen der feststehenden Trommel durch die öffnungen in der sich drehenden Zylinderwand, und die Fasern werden außerhalb dieser Wand angesammelt und gemahlen, Während sie kontinuierlich durch die Zwischenräume zwischen Zylinderwand und Mahlplatten geführt werden. Eine solche Stoffmühle hat trotz verhältnismäßig geringen Energieverbrauchs ein überraschend großes Fassungsvermögen; auch kann sie bei gleichem Fassungsvermögen wesentlich kleiner gehalten werden als einleitend erwähnte Stoffmühlen, so daß entsprechend weniger Platz benötigt wird.
Bei dieser Stoffmühle fließt die Suspension aus den Auslaßöffnungen der feststehenden Trommel durch die öffnungen in der sich drehenden Zylinderwand, und die Fasern werden außerhalb dieser Wand angesammelt und gemahlen, Während sie kontinuierlich durch die Zwischenräume zwischen Zylinderwand und Mahlplatten geführt werden. Eine solche Stoffmühle hat trotz verhältnismäßig geringen Energieverbrauchs ein überraschend großes Fassungsvermögen; auch kann sie bei gleichem Fassungsvermögen wesentlich kleiner gehalten werden als einleitend erwähnte Stoffmühlen, so daß entsprechend weniger Platz benötigt wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Stoffmühle und ihre Funktion werden im folgenden an Hand der Zeichnungen
näher erläutert. Hierin zeigt
F i g. 1 einen Axialschnitt der Stoffmühle, und
F i g. 2 zeigt einen Querschnitt entlang der Linie H-II in Fig. 1.
Die eigentliche Stoffmühle ist an einem Gestell 10 befestigt, in welchem eine horizontale Antriebswelle 12
in Rollenlagern 13, 14 gelagert ist. Eine an einem Ende der Welle (rechts in F i g. 1) angeordnete Riemenscheibe
11 wird von einem (nicht gezeigten) Motor angetrieben. Wie links in F i g. 1 dargestellt, trägt das Gestell 10
ein zylindrisches Gehäuse 15. Die äußere Wand 17 dieses Gehäuses 15 weist eine zentrale öffnung 17' auf,
welche an eine (nicht gezeigte) Zuführungsleitung für die Fasersuspension anschließbar ist. An der Oberseite
hat das Gehäuse eine Auslaßöffnung 16, welche ebenfalls an eine (nicht dargestellte) Leitung angeschlossen
werden kann. Gewünschtenfalls kann diese Auslaßöffnung auch seitlich oder unten angeordnet sein.
Das Ende der Antriebswelle 12 reicht in das Gehäuse 15 hinein und trägt einen Mahlzylinder 26, welcher aus
einer mit öffnungen versehenen zylindrischen Wand 27 und einer geschlossenen Rückwand 28 besteht. Ein
schwerer Nabenteil 28', welcher in der Mitte der Rückwand 28 vorgesehen ist, ist am Ende der Welle 12 aufgekeilt
und mittels einer Mutter 29 befestigt.
Die Zylinderwand 27 umgibt koaxial eine schalenförmige
Trommel 18, welche ebenfalls in das Gehäuse 15 eingesetzt ist. Die Trommel 18 hat ein offenes Ende,
welches an der Wand 17 des Gehäuses 15 befestigt ist, damit das Innere der Trommel mit der Einlaßöffnung
17' in Verbindung steht.
Bei der dargestellten Ausführungsform besitzt die zylindrische Wand der Verteilertrommel 18 drei in gleichen
Abständen um den Umfang angebrachte Auslaßöffnungen 19 (F i g. 2), die sich axial entlang eines
Großteils der Zylinderwand 27 erstrecken. Jede dieser öffnungen 19 wird von zwei Rippen 20, 21 begrenzt,
die auf der Außenseite der zylindrischen Wand der Trommel 18 angeordnet sind. Die Rippen 20, 21 erstrecken
sich in axialer Richtung und dienen als Stütze für daran befestigte Verschlußstücke oder -schuhe 22
bzw. 23. Wie in F i g. 1 dargestellt, sind die Stützflächen der Rippen 20 und 21 und die sich darauf abstützenden
Flächen der zugehörigen Verschlußstücke 22 und 23 in Längsrichtung keilförmig ausgebildet, wodurch der gewünschte
Abstand zwischen den Verschlußstücken und der Innenseite der Zylinderwand 27 durch axiales Verschieben
der Verschlußstücke eingestellt werden kann. Zu diesem Zweck können die Verschlußstücke 22, 23
mittels Bolzen 24, welche durch ovale öffnungen in den Rippen 20, 21 gehen, befestigt werden; man kann jedoch
auch andere verstellbare Befestigungsmittel verwenden. In den Figuren werden die Verschlußstücke an
der Zylinderwand 27 anliegend gezeigt, doch ist in der Praxis im allgemeinen ein Spiel von wenigstens einigen
Zehntel Millimetern vorhanden.
Die Zylinderwand 27 des drehbaren Mahlzylinders ist teilweise von drei gebogenen, mit öffnungen versehenen
Mahlplatten 30 umgeben, die im Abstand um den Umfang der Wand 27 angeordnet sind und sich axial
längs der Zylinderwand in einiger Entfernung zu dieser erstrecken. Wie noch detailliert beschrieben werden
wird, bilden die Zwischenräume zwischen Zylinderwand und Mahlplatten schmale Durchlässe 31 für das
zu mahlende Material, wobei die Breite der Durchlässe durch später noch beschriebene Mittel einstellbar ist.
Wie im Querschnitt in F i g. 2 gezeigt, überlagert jede Platte 30 wenigstens den größten Teil jenes Teils der
Zylinderwand, der einer öffnung 19 in der Trommel 18 gegenüberliegt sowie einen — in der beabsichtigten
Drehrichtung des Zylinders gesehen, die mit Pfeil in F i g. 2 angedeutet ist — vorausgehenden Bereich der
Zylinderwand. Weiter ist zu bemerken, daß die öffnungen in der Zylinderwand 27 vorzugsweise etwas größer
sind als die öffnungen in den Platten 30.
Jede Platte 30 weist an ihren beiden Enden je ein Paar Ansätze 32,33 auf. Die Ansätze 32 an einem Ende
einer Platte sind mittels zweier paralleler Verbindungsglieder 34 bzw. 35 gelenkig mit den Ansätzen 33 am
entgegengesetzten Ende einer anderen Platte derart verbunden, daß um die Zylinderwand 27 eine Kette mit
offenen Enden gebildet wird (in F i g. 2 ist von jedem Paar Verbindungsglieder nur ein Glied dargestellt).
Die in F i g. 2 rechts oben dargestellte Platte 30 ist mit ihren beiden oberen Ansätzen 33 gelenkig mit kurzen
Verbindungsgliedern 36 verbunden, welche schwenkbar an einer horizontalen Welle 37, die im Gehäuse
15 in nicht dargestellter Art befestigt ist, montiert sind. Die oberen Ansätze 32 jener Platte 30, welche
links in F i g. 2 gezeigt ist, sind mit einem Bügel 38 verbunden, welcher in einem Stück mit einer Hülse 39
zusammenhängt, in der das gewindelose Ende einer Stellschraube 40 drehbar derart befestigt ist, daß eine
ίο Drehverbindung hergestellt wird. Der Gewindeteil der
Stellschraube 40 ist durch eine Mutter 41 geschraubt, welche in einer Führungshülse 4Γ befestigt ist, die in
die Wand des Gehäuses 15 eingesetzt ist. Bei dieser Vorrichtung liegt die Schraube im wesentlichen tangential
zur Zylinderwand 27. In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, daß die Verbindungsglieder 36 am entgegengesetzten
Ende der Kette vorzugsweise in etwa gleicher Richtung liegen wie die Schraube 40. Am Ende
der Schraube 40, welches aus dem Gehäuse 15 herausragt, ist ein Handrad 42 befestigt. Die Schraube kann in
einer Einstellung mittels einer mit einem Griff 43 versehenen Gegenmutter 44 fixiert werden. Die Breite der
Abstände oder Durchlässe 31 zwischen den Platten 30 und der Zylinderwand 27 kann also vergrößert oder
verkleinert werden, indem man das Handrad 42 dreht, so daß die in F i g. 2 links dargestellte Platte 30 im oder
gegen den Uhrzeigersinn bewegt wird, während die Verbindungsglieder 36 etwas um ihre Welle 37 verschwenkt
werden. Die Breite der Durchlässe 31 wird natürlich mit Rücksicht auf den gewünschten Mahlgrad
bestimmt. Es ist auch offensichtlich, daß die Erfindung keinesfalls auf die beschriebene Anordnung zum Verstellen
der Platten beschränkt ist.
Bei der beschriebenen Einrichtung kann die Welle 12
z. B. mit einer Geschwindigkeit von etwa 800 UpM angetrieben werden, und die zu mahlende Fasersuspension
wird z. B. mit einem Druck von 2 atü kontinuierlich durch die Einlaßöffnung 17' zugeführt. Von der Verteilertrommel
18 strömt die Suspension durch die Auslasse 19 auf die rotierende Zylinderwand 27 und in der
Folge durch die öffnungen in dieser Wand radial nach außen in die Durchlässe 31. Die feineren und kürzeren
Fasern, welche nicht gemahlen werden sollen, passieren zusammen mit einem Großteil des Wassers ziemlich
unbehindert die öffnungen in den Platten 30. Im Gegensatz dazu werden die längeren und gröberen Fasern
an der Außenseite der Zylinderwand 27 durch die Drehgeschwindigkeit des Zylinders zurückgebogen,
d. h., sie werden mehr oder weniger peripher ausgerich-
tet, so daß sie quer zu den öffnungen in den Platten 30
zu liegen kommen, wodurch ihr Durchtritt durch diese öffnungen verhindert wird. Demzufolge werden die
längeren und gröberen Fasern durch die Durchlässe 31 in Drehrichtung der Zylinderwand 27 gespeist, während
der Stoff gleichzeitig fortschreitend entwässert und eingedickt wird, und die Fasern werden dabei teils
aneinander und teils zwischen der Zylinderwand und den Innenflächen der Platten 30 zerrieben. Auf Grund
der Konzentration der Fasern zwischen den Mahlflächen
wird eine sehr gute Mahlung erzielt, ohne nennenswerte Gefahr eines Scherens oder Schneidens. An
den Vorderenden der Durchlässe 31 (in Drehrichtung gesehen) wird der eingedickte und gemahlene Stoff
herausgepreßt und mit der Suspension im umliegenden Teil des Gehäuses 15 vermischt, und die Mischung wird
dann durch die Auslaßöffnung 16 entleert.
In der dargestellten Ausführungsform sind die Auslaßöffnungen
19 der Trommel 18 nicht vollständig
durch die Platten 30 überdeckt, wie in F i g. 2 gezeigt
ist. Dadurch kann ein Teil des Wassers zusammen mit den feineren Fasern abfließen, ohne durch die Platten
behindert zu werden. Andererseits können sich die längeren Fasern nicht von den öffnungen in der Zylinderwand
27 lösen, bevor sie in die Durchlässe 31 hineingezogen werden, und dadurch wird die angestrebte Mahlwirkung
in keiner Weise beeinträchtigt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Stoffmühle für Fasersuspensionen, insbesondere Papierstoff, mit einem drehbar gelagerten, angetriebenen
Zylinder, welcher auf seinem Umfang teilweise von mehreren gebogenen Öffnungen aufweisenden,
verstellbaren als Mahlvorrichtung dienenden Platten umgeben ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die mit Bohrungen versehene, umlaufende Zylinderwand (27) eine koaxial angeordnete,
feststehende Verteilertrommel (18) umschließt, welche eine Einlaßöffnung (17') an einem' Ende und
eine Mehrzahl von im Abstand um ihren Umfang angebrachten Auslaßöffnungen (19) aufweist, und
daß ferner jede Platte (30) zumindest den größten Teil der Zylinderwand, der einer der Öffnungen (19)
der Verteilertrommel (18) gegenüberliegt sowie einen — in Drehrichtung des Zylinders gesehen —
vorausgehenden Bereich der Zylinderwand einschließt.
2. Stoffmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen in der Zylinderwand
(27) größer sind als die Öffnungen in den Mahlplatten (30).
3. Stoff mühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaßöffnungen (19) der Verteilertrommel
(18) durch Verschlußstücke (20, 21) begrenzt werden, welche axial verstellbar sind.
4. Stoffmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mahlplatten (30) zur Bildung einer
offenen Kette durch Verbindungsglieder (34,35) gelenkig verbunden sind, welche den Großteil des Zylinderumfangs
umgibt, daß ferner das eine Ende der Kette durch kurze Verbindungsglieder (36) mit
einer ortsfesten Stütze (37) verbunden ist, während das entgegengesetzte Ende der Kette mit einem
Stellglied (40) verbunden ist, welches tangential zur Zylinderwand (27) bewegbar ist.
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Legal Events
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| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
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