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DE1558171C3 - Verfahren zur Herstellung von Walzprodukten aus Stahlstranggußerzeugnissen mit Hilfe von zwei Walzenpaaren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Walzprodukten aus Stahlstranggußerzeugnissen mit Hilfe von zwei Walzenpaaren

Info

Publication number
DE1558171C3
DE1558171C3 DE19671558171 DE1558171A DE1558171C3 DE 1558171 C3 DE1558171 C3 DE 1558171C3 DE 19671558171 DE19671558171 DE 19671558171 DE 1558171 A DE1558171 A DE 1558171A DE 1558171 C3 DE1558171 C3 DE 1558171C3
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
rollers
pair
section
cross
products
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE19671558171
Other languages
English (en)
Other versions
DE1558171B2 (de
DE1558171A1 (de
Inventor
Bruno Dr. Kapfenberg; Vonbank Heinrich Dipl.-Ing. Leoben; Tarmann (Österreich)
Original Assignee
Vereinigte Edelstahlwerke AG (VEW), Wien, Niederlassung Vereinigte Edelstahlwerke AG (VEW) Verkaufsniederlassung Büderich, 4005 Meerbusch
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from AT1110666A external-priority patent/AT280191B/de
Application filed by Vereinigte Edelstahlwerke AG (VEW), Wien, Niederlassung Vereinigte Edelstahlwerke AG (VEW) Verkaufsniederlassung Büderich, 4005 Meerbusch filed Critical Vereinigte Edelstahlwerke AG (VEW), Wien, Niederlassung Vereinigte Edelstahlwerke AG (VEW) Verkaufsniederlassung Büderich, 4005 Meerbusch
Publication of DE1558171A1 publication Critical patent/DE1558171A1/de
Publication of DE1558171B2 publication Critical patent/DE1558171B2/de
Application granted granted Critical
Publication of DE1558171C3 publication Critical patent/DE1558171C3/de
Expired legal-status Critical Current

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur unmittelbaren Herstellung von Walzprodukten aus Stahlstr'anggußerzeugnissen mit Hilfe von mindestens zwei in Richtung der Strangachse nacheinander angeordneten Walzenpaaren.
Für das Walzen von Stahlstranggußerzeugnissen sind bereits eine Reihe von Vorschlägen bekanntgeworden. Der Walzvorgang kann diesen Vorschlägen zufolge sowohl im Bereich des flüssigen Sumpfes als auch nach völliger Durcherstarrung des Stranges erfolgen. Mit Hilfe dieser bekannten Verfahren wird im allgemeinen eine Verbesserung der Strangoberfläche neben der erwünschten Querschnittsabnahme erzielt. Die bei Stahlstranggußerzeugnissen in vielen Fällen störenden und unvermeidlichen Innenfehler konnten jedoch mit Hilfe dieser bekannten Verfahren nicht oder nur in unzureichender Weise vermieden werden.
Es ist auch ein Verfahren bekannt, bei dem der Strang oberhalb der natürlichen Sumpfspitze durch Förderwalzen so weit zusammengedrückt wird, bis die inneren Wandungen verschweißen, ohne daß eine Veränderung ihrer Wandstärke und eine Streckung der Randzonen erfolgt. Auf diese Weise können zwar Hohlräume zum Verschwinden gebracht werden, doch besteht weiter die Gefahr des Auftretens von Quetschrissen, die bei der weiteren Verarbeitung nicht mehr geschlossen werden können.
Die Erfindung bezweckt die Vermeidung dieser Nachteile und Schwierigkeiten und stellt sich die Aufgabe, ein Verfahren zur unmittelbaren Herstellung von Walzprodukten aus Stahlstranggußerzeugnissen zu schaffen, bei dem nicht nur die Innenfehler wie Hohlräumen, Kernlockerstellen, Gasblasen u. dgl. vermieden werden, sondern auch die weitere Verarbeitung ohne Auftreten von Rißfehlern möglich ist.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art dadurch gelöst, daß die beiden Walzenpaare so angestellt werden, daß das Produkt aus Materialquerschnitt und Materialgeschwindigkeit vor dem ersten Walzenpaar um mindestens 0,5% größer als nach diesem, jedoch vor und nach dem zweiten Walzenpaar gleich groß ist, wobei durch das zweite Walzenpaar eine wenigstens lO°/oige Querschnittsabnahme vorgenommen wird.
Das Produkt aus Materialquerschnitt und Materialgeschwindigkeit vor dem ersten Walzenpaar ist infolge der Reste des flüssigen Kerns, Sekundärlunker usw., größer als nach diesem. Untersuchungen haben ergeben, daß das Ausmaß von Hohlräumen im Strang bei Raumtemperatur bis zu 1% betragen kann. Für das erfindungsgemäße Verfahren ist es wesentlich, daß die Hohlräume durch Verformung im ersten Walzenpaar zur Gänze geschlossen werden. Unter dieser Voraussetzung ist es möglich, den zweiten Schritt des Verfahrens, wonach das Produkt aus Materialquerschnitt und Materialgeschwindigkeit vor und nach dem zweiten Walzenpaar bei mindestens 10%iger Querschnittsabnahme gleich groß sein soll, auszuführen.
Im Gegensatz zu einem üblichen Auswalzen des Stranges im Walzwerk nach durchgreifender Erwärmung auf Walzentemperatur wird das erfindungsgemäße Verfahren vorzugsweise zu einem Zeitpunkt durchgeführt, in dem die Stranginnentemperatur noch nahe der Solidustemperatur liegt, während die Strangoberfläche bereits die übliche Walztemperatur erreicht hat. Diese Temperaturverteilung begünstigt bei der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verformung eine zuverlässige Verschweißung und Ausheilung der Innenfehler. Bei der Verformung des Stranges im Bereich des flüssigen Sumpfes muß im ersten Walzenpaar durch entsprechende Anstellung desselben ebenfalls dafür gesorgt werden, daß der flüssige Querschnitt zur Gänze beseitigt wird. Dieses Verfahren führt jedoch nur dann zu Strängen ohne Querrisse, wenn zusätzlich eine Verformung der bereits erstarrten Strangschale erfolgt.
Bei der Herstellung von Knüppeln aus Gußsträngen in der erfindungsgemäßen Weise wurden besonders gute Ergebnisse dann erzielt, wenn das Produkt aus Materialquerschnitt und Materialgeschwindigkeit vor dem ersten Walzenpaar um 1 bis 5% größer als nach diesem war. Solche Erfahrungen liegen insbesondere im Zusammenhang mit der Verarbeitung von unlegierten und legierten Bau- und Werkzeugstählen, von Federstählen sowie von rost- und säurebeständigen Stählen vor.
Brammen oder Platinen für die Blecherzeugung werden vorteilhaft so hergestellt, daß das Prdoukt aus Materialquerschnitt und Materialgeschwindigkeit vor dem ersten Walzenpaar um 5 bis 25% größer als nach diesem ist.
Diese Empfehlungen gelten besonders für die Verarbeitung von legierten und unlegierten Werkzeugstählen und von Sonderstählen.
Die Bestimmung der Materialquerschnitte und der Materialgeschwindigkeit vor und nach den beiden Walzenpaaren kann in an sich bekannter Weise mit mechanischen oder optischen Meßmethoden erfolgen. Wesentlich ist, daß die Bestimmung der Materialgeschwindigkeit nicht mit Hilfe der Umdrehungszahl der Walzen gemessen wird, da bekanntlich die Walzenumfangs-
geschwindigkeit mit der Materialgeschwindigkeit nicht übereinstimmt.
Im Anschluß an die beiden, in erfindungsgemäßer Weise angestellten Walzenpaare können zur weiteren Querschnittsverminderung zusätzliche Walzenpaare in üblicher Weise angeordnet sein.
Die Erfindung wird nun an Hand der Zeichnung näher beschrieben. Flüssiger Stahl wird aus einer nicht dargestellten Pfanne dem oberen Ende der beispielsweise quadratischen Kokille 1 zugeführt. Der in der Kokille teilweise erstarrte Strang 2 wird mit Hilfe des Walzenpaares 6 entlang einer Kurvenbahn aus der Kokille gezogen. Im Verlauf dieser Kurvenbahn sind die bekannten, in der Zeichnung nicht dargestellten Führungsrollen und Einrichtungen für die direkte Kühlung des Stranges bzw. Einrichtungen zur Beeinflussung der Oberflächentemperatur des Stranges angeordnet. Nach Verlassen dieser Vorrichtungen passiert der Strang nacheinander die Meßvorrichtung 3, das Walzenpaar 6, die Meßvorrichtung 4, das Senkrechtwalzenpaar 7 und schließlich die Meßvorrichtung 5. Die Meßvorrichtungen 3,4 und 5 dienen zur raschen Ermittlung des jeweiligen Strangquerschnitts und der jeweiligen Stranggeschwindigkeit. Die Meßvorrichtungen 3, 4 und 5 sind vorzugsweise mit in der Zeichnung nicht dargestellten Vorrichtungen zur Ermittlung des jeweiligen Produkts aus Strangquerschnittsfläche und Stranggeschwindigkeit und mit Anzeigevorrichtungen zur Anzeige dieses Produkts ausgestattet.
Sobald nun der in bekannter Weise zur Einleitung des Gießvorgangs benützte Anfahrstrang die Walzenpaare 6 und 7 verläßt, werden diese so angestellt, daß die Querschnittsabnahme durch das Walzenpaar 7 mindestens 10% und die Querschnittsabnahme im Wahenpaar 6 beispielsweise 5% beträgt. Gleichzeitig werden die genannten Produkte aus Strangquerschnitt und Stranggeschwindigeit der einzelnen Meßstellen gebildet und miteinander verglichen. Ist nun das genannte Produkt der Meßstelle 4 größer als jenes der Meßstelle 5, so zeigt dieser Umstand an, daß der Verformungsgrad im Walzenppar 6 noch nicht zur Beseitigung aller Hohlräume im Inneren des Strangs ausreicht. Es wird daher das Walzenpaar 6 noch weiter angestellt, d. h.
ίο der Walzspalt zwischen den beiden Walzen wird noch weiter verringert und auch das Walzenpaar 7 wird so weit nachgestellt, daß eine Querschnittsabnahme von mindestens 10% in diesem Walzenpaar gewährleistet bleibt. Die genannten Produkte der einzelnen Meßstellen werden neuerlich miteinander verglichen und der geschilderte Vorgang solange wiederholt, bis die erfindungsgemäßen Bedingungen erreicht sind, d. h. bis die ermittelten Produkte der Meßstellen 4 und 5 gleich groß sind, gleichzeitig aber um mindestens 0,5% kleiner sind als jenes der Meßstelle 3. Sobald dieser Zustand erreicht ist, ist die Gewähr dafür gegeben, daß durch den Verformungsvorgang im Walzenpaar 6 alle Hohlräume beseitigt und auch ein unter Umständen noch vorhandener Anteil an flüssigem Metall ausgequetscht wird, so daß die mindestens 10%ige Querschnittsverminderung des Strangs beim Durchlaufen des Walzenpaares 7 keine weitere Verdichtung des Strangs ergibt. Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet es somit in einfacher Weise, beim unmittelbaren Verwalzen gegossener Stränge die Walzbedingungen je nach den Eigenschaften der gegossenen Stränge kurzfristig so einzuregeln, daß Walzprodukte mit einwandfreiem, dichtem Gefüge erhalten werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur unmittelbaren Herstellung von Walzprodukten aus Strahlstranggußerzeugnissen mit Hilfe von mindestens zwei in Richtung der Strangachse nacheinander angeordneten Walzenpaaren, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Walzenpaare so angestellt werden, daß das Produkt aus Materialquerschnitt und Materialgeschwindigkeit vor dem ersten Walzenpaar um mindestens 0,5% größer als nach diesem, jedoch vor und nach dem zweiten Walzenpaar gleich groß ist, wobei durch das zweite Walzenpaar eine wenigstens 10°/oige Querschnittsabnahme vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung von Knüppeln mit rundem oder rechteckigem Querschnitt das Produkt aus Materialquerschnitt und Materialgeschwindigkeit vor dem ersten Walzenpaar um 1 bis 5% größer als nach diesem ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung von Brammen oder Platinen für die Blechherstellung das Produkt aus Materialgeschwindigkeit und Materialquerschnitt vor dem ersten Walzenpaar um 5 bis 25% größer als nach diesem ist.
DE19671558171 1966-12-01 1967-01-03 Verfahren zur Herstellung von Walzprodukten aus Stahlstranggußerzeugnissen mit Hilfe von zwei Walzenpaaren Expired DE1558171C3 (de)

Applications Claiming Priority (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT1110666A AT280191B (de) 1966-12-01 1966-12-01 Verfahren zur Herstellung von Walzprodukten aus Stranggußerzeugnissen mit Hilfe von zwei Walzenpaaren
AT1110666 1966-12-01
DEB0090582 1967-01-03

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE1558171A1 DE1558171A1 (de) 1970-03-19
DE1558171B2 DE1558171B2 (de) 1975-10-16
DE1558171C3 true DE1558171C3 (de) 1976-05-20

Family

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