DE1552335C3 - Tasteinrichtung für die Stahlzustellung an Radsatzdrehmaschinen - Google Patents
Tasteinrichtung für die Stahlzustellung an RadsatzdrehmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Tasteinrichtung für die vor dem Kopieren erfolgende Stahlpositionierung beim
Drehen abgelaufener, unvermessener Radreifen von Schienenfahrzeugen auf Radsatzdrehmaschinen mit
gesondertem Zustellschlitten und Kopiereinrichtung.
Die Reifenprofile der Radsätze an Schienenfahrzeugen unterliegen einem sehr unterschiedlichen Verschleiß
sowohl an der Lauffläche als auch am Spurkranz. Es gibt Radreifen mit überwiegendem Laufflächen- und
solche mit überwiegendem Spurkranzverschleiß. Beide Verschleißstellen treten an beiden oder nur an einem
Radreifen auf. Der neu zu drehende Laufkreisdurchmesser läßt sich auf Grund des Reifenverschleißes mit
herkömmlichen Meßmitteln schwer bestimmen. Dazu kommt, daß 1 mm Spurkranzverschleiß etwa 2 mm
Laufflächenverschleiß entspricht, so daß auf die genaue Bestimmung des Spurkranzverschleißes besonderer
Wert gelegt werden muß, wenn verhindert werden soll, daß kostbarer Radreifenwerkstoff unnötig zerspant
wird.
Diese Unterschiedlichkeit des Profilverschleißes zusammen mit dem nicht einfachen Sollprofil bereitet
der Radsatzvermessung große Schwierigkeiten.
Dieser Schwierigkeiten wegen wird das Reifenprofil im allgemeinen überhaupt nicht vermessen. Der Dreher
tastet die Lauffläche mit dem Drehstahl an und stellt die erforderliche Spantiefe gemäß seinen Erfahrungen zu.
Diese Zugabe fällt natürlich reichlich aus, weil der
Dreher bestrebt ist, mit einem Span zu überdrehen.
Es wird daher unnötigerweise kostbarer Radreifenwerkstoff zerspant.
Es sind sowohl optische als auch elektrische Meßeinrichtungen bekannt, mit deren Hilfe der
größtmögliche Durchmesser bestimmt werden kann (DT-AS 12 98 840). Die elektronischen Einrichtungen
arbeiten gleichartig, verwenden aber statt eines den Radsatz tangierenden Abbildungsstrahles den Strahl
einer Lichtschranke, der auf eine Fotodiode gerichtet ist.
Beide Einrichtungen sind für den rauhen Betrieb an einer Radsatzdrehmaschine weniger geeignet, weil sie
öfteres Nachjustieren erfordern. Man nahm deshalb die Stahlzustellung nach einer Umfangsmessung vor
(DT-AS 11 08 043), in die sowohl die Umlaufungenauigkeiten
als auch sämtliche Formfehler eingehen und das Meßergebnis beeinflussen. Der gelaufene Radsatz ist
meist exzentrisch und wird um das Maß der doppelten Exzentrizität zu groß gemessen. Dazu kommt, daß die
Lauffläche unrund ist und infolge von Bremsstellen Polygone sein können und auf der Meßfläche sich Rost,
Schmutz oder Aufschweißungen befinden können, die wiederum die Meßgenauigkeit beeinflussen.
Aus der GB-PS 9 88 725 ist bekannt, zur Vermeidung von Zeitverlusten beim Umsetzen von Radsätzen nach
erfolgter Vermessung sowohl des Lauf- als auch des Spurkranzes in derselben Maschine die Nachbearbeitung
der Kränze vorzunehmen und dabei die größte Verschleißstelle noch zu beseitigen. Hier entfällt zwar
der Transport des Radsatzes von der Meß- zur Bearbeitungsanlage, nicht aber das Übertragen der
Meßwerte.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, am rotierenden Radsatz in der Bearbeitungsmaschine die
Verschleißstellen abzutasten, die Verschieißtiefe ohne gesonderte Vermessung und Übertragung automatisch
festzustellen und den bzw. die Werkzeug-Supporte auf Grund der festgestellten stärksten Verschleißstelle
automatisch so zuzustellen, daß die Drehwerkzeuge auch noch die größte Verschleißstelle erfassen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß eine Mehrzahl von mit dem Zustellschlitten
mitbewegbaren Tastern, die mit ihren Tastspitzen etwa lotrecht zum Ursprungsprofil angestellt sind, das Profil
an den Verschleißstellen unabhängig voneinander abtasten und ihre von der Zustellschlittenbewegung und
den Verschleißstellen des Profils verursachten Hubbewegungen einzeln auf Endschalter wirken, die parallel
geschaltet den Antrieb des Zustellschlittens stillsetzen, sobald alle Schalter bei weiterrotierendem Radsatz
geschlossen bleiben.
Jede Verschleißstelle wird für sich abgetastet, sowohl die Spurkranzflanke als auch die · Lauffläche in der
Laufkreisebene. Die am meisten abgenutzte Stelle ist maßgebend für die Durchmessereinstellung der Schablone
bzw. nachfolgender Werkzeuge.
Die Abtastung des Profils wird bei rotierendem Radsatz vorgenommen, so daß auch Brems- und
Schieifstellen von den Tastern erfaßt werden. Auf diese
Weise kann eine genaue Stahlzustellung vorgenommen werden, ohne daß der Radsatz vorher vermessen wurde.
Für automatisch arbeitende Radsatzdrehbänke bedeutet diese Einrichtung den letzten Schritt zur Vollautomatik,
weil mit ihr die Drehmaschine für jeden Radsatz die erforderliche Stahlzustellung und damit den neuen
Drehdurchmesser selbsttätig ermitteln und den Support
3 4
F i g. 5 Supportanordnung wie F i g. 4, jedoch mit Längsschlitten 2 befindet sich in seiner nach Beendi-
gemeinsamem Durchmesser-Zustellschlitten für beide gung des vorhergehenden Profildrehens eingenomme-
Supporte, nen Endstellung.
F i g. 6 eine Prinzipzeichnung der Tasteinrichtung. Der Tastarm 12 auf dem Drehsupport wird aus
Fig. 1 zeigt einen Kopiersupport mit Plan- 5 der Ruhestellung (gestrichelt gezeichnete Lage) in
schütten 1 und Längsschlitten 2 sowie einen Durch- Arbeitsstellung gebracht. Der Durchmesser-Zustellmesser-Zustellschlitten
3, der auf dem auf dem Bett 4 schlitten 3 wird auf den rotierenden Radsatz 53 zu
befestigten Untersatz 44 gleitet und von dem Eilgang- so lange im Eilgang verstellt, bis die Schaltwalze 15
motor 5 und dem Schleichgangmotor 6 über die Ge- am Spurkranz anliegt und von diesem zurückgedrückt
windespindel 7 in bekannter Weise in Arbeitsstellung ίο wird. Dadurch bewegt sich der Hebel 14 und schaltet
gefahren wird. Die Schablone 8 steuert über den hy- den Kontakt 16, der den Eilgangmotor 5 ausschaltet,
draulischen Fühler 9 den Längsschlitten 2 und den Danach wird der Längsschlitten 2 so lange gegen den
Planschlitten 1 und damit den Drehstahl 10, der sich Radsatz verschoben, bis der Bolzen 47, an dessen
während des Messens in zurückgezogener Stellung vorderem Ende sich eine Tastrolle befindet, von der
befindet und erst dann in Arbeitsstellung geht, wenn 15 Seitenfläche des Radsatzes 53 zurückgedrückt wird,
der Fühler 9 an der Schablone 8 anliegt. Der Stift 51 beeinflußt den Schalter 52, und dieser
Fühler 9, Schablone 8 und ein nicht dargestellter setzt den Längsschlitten 2 still.
Maßstab sind so justiert, daß der am Maßstab ange- Nunmehr sind die für die Stahlzustellung vorzeigte
Durchmesser gedreht wird, wenn Fühler 9 und gesehenen Taster 20 und 21 in genauer Axialposition
Schablone 8 sich berühren. In dieser Stellung muß 20 zum Radsatz., Bemerkt sei noch, daß die Tastrolle
der Drehstahl 10 eine ganz bestimmte Länge haben, deshalb eine so große Breite haben muß, weil die
die mit Hilfe einer Einstellehre eingestellt und kon- Axialstellung des Radsatzes in der Maschine von
trolliert wird. Radsatz zu Radsatz wechselt und nur eine entspre-Auf dem Planschlitten 1 ist in dem Lagerbock 11 chende Länge der Rolle 15 in jeder Stellung des Supder
Tastarm 12 klappbar befestigt, der durch einen 25 portes einen sicheren Kontakt am Spurkranz gewähr-Hydraulikzylinder
13 in die Arbeitsstellung (ausge- leistet.
zogen gezeichnete Lage) oder in die Ruhestellung (ge- Der Schalter 52 schaltet aber nicht nur die Bewe-
strichelt gezeichnete Lage) gebracht wird. gung des Längsschlittens 2 aus, sondern auch den
Am Tastkopf 12 befindet sich in einem Hebel- Schleichgangmotor 6 ein, so daß die Taster 20 und
gestell 14 die Schaltwalze 16, die von der Feder 16 30 21 sich langsam auf den Radsatz 53 zu bewegen, bis
gegen den Anschlag 17 und den Kontaktschalter 18 die Rollen 22 und 23 an den Verschleißstellen des
gezogen wird. Profils anliegen. Bei einer weiteren Bewegung des
Im Kopf des Tastarmes 12 sind die Taster 20 und Durchmesserschlittens auf das Werkstück zu lösen
21 längs verschiebbar eingelassen, die an der Vorder- sich je nach Abnutzungsgrad der Radsätze die Bunde
seite Rollen 22 und 23 tragen und am vorderen Ende 35 26 bzw. 28 von den Anschlägen 27 bzw. 29 der
unter dem Druck der Federn 24 und 25 stehen, so Taster 20 bzw. 21. Die Taster führen Hubbewegun-
daß die. Taster in Ruhestellung mit ihren Bunden 26 gen aus, die dem Rundaufschlag und damit dem Pro-
und 28 gegen Anschläge 27 und 29 gedrückt werden. filverschleiß entsprechen und betätigen dabei die
Auf beiden Tastern 20 und 21 sind Stangen 32 und Schalter 43 bzw. 45.
33 befestigt, die die auf dem Tastarm 12 befestigten 4° Der zuletzt geschaltete Schalter 43 bzw. 45 schaltet
Schalter 43 und 45 beeinflussen. den Schleichgangmotor 6 ab. Der Durchmesserin F i g. 6 ist ausgezogen das abgelaufene Profil 55 schlitten 3 bzw. der Support ist damit in seine richtige
des Radreifens dargestellt. Das neue Profil 56 ist ge- Drehstellung gelangt. Zum Zwecke des Profildrehens
strichelt gezeichnet. Die Linie I-I gibt die Laufkreis- wird der Tastarm 12 in seine Ruhestellung zurückebene,
die Linie II-II gibt eine zur Spurkranztangente 45 gezogen, und Werkzeugschlitten 1 wird über die nicht
vertikale Ebene an. Taster 20 und 21 führen ihre dargestellten Vorschubantriebselemente gegen den
Bewegung etwa in diesen Ebenen aus. Für wenig ab- Radsatz vorgeschoben, so lange, bis der Fühler 9 die
gelaufene Profile 55 genügen, wie dargestellt, 2 Taster Schalblone 8 berührt. Jetzt ist auch das Werkzeug 10
je Rad. Die Anzahl der Taster, insbesondere für die in genauer Drehstellung.
Abtastung des Spurkranzes muß vermehrt v/erden, 50 Dargestellt und beschrieben ist die Vorrichtung
wenn es sich um stark abgelaufene Profile handelt, gemäß der Erfindung für einen Support einer Radbeispielsweise
durch einen zum Taster 21 parallelen satzdrehbank. Im allgemeinen haben aber Radsatzdritten
Taster. drehbänke zwei Supporte. Sind auf der Radsatzdreh-Auf dem Längsschlitten 2 ist ein weiterer Tastarm bank nur geringe Spantiefen (1 oder 2 mm) zu drehen,
46 befestigt, in dem längsverschiebbar ein Bolzen 55 so können beide Supporte unabhängig voneinander
47 angeordnet ist (F i g. 5), der unter dem Druck mit gleichen Tasteinrichtungen ausgeführt werden,
einer Feder 48 steht, so daß der Bolzen 47 in Ruhe- Die geringen auftretenden Durchmesserunterschiede
Stellung mit seinem Absatz 49 gegen den Bund 50 liegen dann erfahrungsgemäß innerhalb der Tolerangedrückt
wird. Der Bolzen 47 geht in einen Stift 51 zen. Sind, wie bei schnell fahrenden Zügen, hohe
über, der den Schalter 52 beeinflußt. Dieser schaltet 60 Genauigkeiten in bezug auf Durchmessergleichheit
bei seiner Betätigung den Magneten eines nicht ge- erforderlich, so werden der Durchmesserschlitten 3
zeichneten hydraulischen Magnetschiebers, der die des rechten Supportes und der Durchmesserschiit-Bewegung
eines nicht dargestellten Zylinders und des ten 3' des linken Supportes zu einem einzigen Durchdamit
verbundenen Längsschlittens 2 beendet. messerschlitten zusammengefaßt. Sie haben auch nur
Die Arbeitsweise der Tasteinrichtung ist folgende: 65 einen einzigen Antriebsmechanismus 5, 6 und 7
Vor Beginn der Tast- und Drehoperation befinden (F i g. 4). Bei anderen Konstruktionen sind die
sich der Planschlitten 1 und der Durchmesser-Zu- Durchmesserschlitten zwar getrennt voneinander,
Stellschlitten 3 in ihrer rückwärtigen Endstellung. Der laufen aber im Gleichlauf mit hoher Genauigkeit ge-
meinsam. Bei diesen Konstruktionen wird die Erfindung
in der Weise verfeinert, daß die Schalter 45 und des rechten Supportes und die Schalter 45 α und
a des linken Supportes parallel geschaltet werden, so daß erst nach Schalten aller vier Schalter (45, 43,
a und 43 a) der beiden Supporte der Schleichgangmotor 6 stillgesetzt wird.
Patentansprüche:
20
1. Automatische Tasteinrichtung für die Stahlzustellung beim Drehen abgelaufener, nicht vermessener
Radreifen von Schienenfahrzeugen auf Radsatzdrehbänken mit gesondertem Zustellschlitten
und Kopiereinrichtung, auf deren Längsschlitten der Kopierfühler, auf deren Zustellschlitten
die Schablone angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mehrzahl von
Tastern (20, 21), deren Tastspitzen ihre Tastbewegung etwa lotrecht zur angetasteten Profilstelle
des Ursprungsprofils ausführen, an den Verschleißstellen das Profil rotierender Radsätze abtasten
und auf Schalteinrichtungen (43, 45) wirken, die parallel geschaltet den Antrieb für die
Zustellbewegung des Schablonenschlittens stillsetzen.
2. Automatische Tasteinrichtung nach Anspruch 1 mit einem im Eil- und Schleichgaog
gegen den Radsatz bewegbaren Schablonenschlitten, dadurch gekennzeichnet, daß ein Taster,
dessen Tastspitze seine Tastbewegung etwa in einer horizontalen Schneidenebene und etwa parallel
zur Bewegungsrichtung des Schablonenschlittens ausführt, den nicht abgenutzten Spurkranz
rotierender Radsätze abtastet und auf eine Schalteinrichtung (18, 18 d) einwirkt, die den Antrieb
für die Eilbewegung des Schablonenschlittens stillsetzt.
3. Tasteinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtastung des Spurkranzes
mit einer so breiten Rolle (15) vorgenommen wird,' daß der Spurkranz bei jeder axial verschobenen
Lage des Radsatzes von der Tastrolle erfaßt wird.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Tasteinrichtung für die vor dem Kopieren erfolgende Stahlpositionierung beim Drehen abgelaufener
unvermessener Radreifen von Schienenfahrzeugen auf Radsatzdrehmaschinen mit gesondertem
Zustellschlitten und Kopiereinrichtung, auf deren Planschlitten der Kopierfühler, auf deren
Zustellschlitten die Schablone angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mehrzahl
von mit dem Zustellschlitten (3) mitbewegbaren Tastern (20, 21), die mit ihren Tastspitzen (22, 23)
etwa lotrecht zum Ursprungsprofil angestellt sind, das Profil an den Verschleißstellen unabhängig
voneinander abtasten und ihre von der Zustellschlittenbewegung und den Verschleißstellen des Profils
verursachten Hubbewegungen einzeln auf Endschalter (43, 45) wirken, die parallel geschaltet den
Antrieb (6) des Zustellschlittens (3) stillsetzen, sobald alle Schalter (43,45) bei weiter rotierendem Radsatz
geschlossen bleiben.
2. Tasteinrichtung nach Anspruch 1 mit einem im Eil- und Schleichgang gegen den Radsatz bewegbaren
Zustellschlitten, dadurch gekennzeichnet, daß ein Taster (15), dessen Tastspitze seine Tastbewegung
etwa in einer horizontalen Schneidenebene und etwa parallel zur Bewegungsrichtung des
Zustellschlittens ausführt, den nicht abgenutzten Spurkranz rotierender Radsätze abtastet und auf
eine Schalteinrichtung (18, 18a) einwirkt, die den Antrieb für die Eilbewegung des Zustellschlittens
stillsetzt.
3. Tasteinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die Abtastung des Spurkranzes
eine so breite Rolle (15) vorgesehen ist, daß der Spurkranz bei jeder axial verschobenen Lage
des Radsatzes von der Tastrolle erfaßt wird.
Applications Claiming Priority (1)
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 |