DE1546161B2 - Verfahren zur reinigung von metallgegenstaenden und reinigungs masse - Google Patents
Verfahren zur reinigung von metallgegenstaenden und reinigungs masseInfo
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Description
3 4
Reinigung, Oxidschichtentfernung und Entfettung 4ie die Durchführung des Verfahrens erleichtern,
von zu plattierenden Metallgegenständen zu entwik- Diese Substanzkombination bewirkt rasch und
kein, wozu die Schaffung einer neuartigen und ver- gleichzeitig die verschiedenen und bisher getrennt
besserten Reinigungsmasse notwendig war. Das Ver- vorgenommenen Arbeitsgänge des Entfettens, der
fahren sollte in einem einzigen Behälter durchführ- 5 Oxidschichtentfernung, der Entschmutzung und des
bar sein, um eine große Wirtschaftlichkeit zu gewähr- Ätzens, während das Problem der Wasserstoffverleisten.
Es sollte damit eine ständige und sorgsame sprödung praktisch eliminiert wird. Die Reinigungs-Überwachung
mehrerer Behandlungsbäder und die masse besteht aus dem wasserlöslichen Gemisch aus
Überführung der Metallgegenstände von einem Bad einer zur Entfernung von Metalloxiden geeigneten
in das andere überflüssig machen und beseitigen. io Säure, einem Inhibitor, der die Wasserstoffversprö-Darüber
hinaus mußte das neue Reinigungsverfah- dung zu hemmen vermag, und einem oberflächenren
einfach, billig und mit reproduzierbaren Ergeb- aktiven Mittel, das die kombinierten Funktionen der
nissen durchführbar sein. Metallbenetzung, Oxidschichtentfernung, Schmutz-
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur entfernung und Ölemulgierung zu erfüllen vermag.
Reinigung von Metallgegenständen zum nachfolgen- 15 Bei der in der Reinigungslösung für die Oxidden
Überziehen mit Metallen, wobei die Gegenstände Schichtentfernung verwendeten Säure kann es sich
in einer rotierenden Trommel od. dgl., die feste me- um eine Mineralsäure oder um eine organische
chanisch wirkende Reinigungsteilchen und eine wäß- Säure handeln. Mineralsäuren haben den Vorteil,
rige saure, ein oberflächenaktives Mittel und gegebe- daß sie verhältnismäßig billig sind, während organenfalls
einen Inhibitor enthaltende Entfettungs- und 20 nische Säuren eine leichtere Regelung des Verfah-Oxidschichtentfernungslösung
enthält, behandelt rens erlauben und bei Raumtemperatur weniger korwerden; dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, rodierend wirken. Zur Oxydschichtentfernung und
ΓJ daß als oberflächenaktives Mittel ein inniges Gemisch zum Ätzen von 10 000 g typischer Metallgegenstände
aus praktisch gleichen Mengen eines Dispergiermit- ist eine Säuremenge erforderlich, die 1 bis 5 g »vertels
mit einem HLB-Wert größer als 17, eines Reini- 25 fügbare« Wasserstoffionen zu liefern vermag. Es
gungsmittels mit einem HLB-Wert im Bereich von können sowohl einbasische als auch mehrbasische
12 bis 17, eines Emulgiermittels mit einem HLB- Säuren verwendet werden, doch wird für die erfin-Wert
im Bereich von 12 bis 17 und eines Be- dungsgemäßen Zwecke ein Wasserstoffion als »vernetzungsmittel
mit einem HLB-Wert im Bereich fügbar« angesehen, wenn die für die Abdissoziation
von 1 bis 5 verwendet wird. 30 dieses Wasserstoffions geltende Ionisierungskonstante
Zur Durchführung dieses Verfahrens wird eine mindestens 10-6 beträgt. Um die Wasserstoffverspröoberflächenaktive
Reinigungsmasse vorgeschlagen, dung auf ein Minimum herabzusetzen, wird weiterhin
welche dadurch gekennzeichnet ist, daß die Masse die Einverleibung eines Inhibitors bevorzugt, der die
im wesentlichen aus einem wasserlöslichen Gemisch Wasserstoffversprödung zu hemmen vermag. Ob ein
einer Säure mit einer Dissoziationskonstanten größer 35 Inhibitor im Zusammenhang mit der verwendeten
als 10 -6 zwecks Lieferung von 1 bis 5 Gewichts- speziellen Säure wirksam ist oder nicht, kann empiteilen
Wasserstoffionen pro 10 000 Gewichtsteile an risch mit Hilfe bekannter Verfahren beschrieben
Metallgegenständen und einem säurestabilen ober- werden, wie in dem weiter unten folgenden Beispiel
flächenaktiven System besteht, das sich aus praktisch erläutert wird. .
gleichen Teilen der folgenden Bestandteile zusam- 40 Im allgemeinen läßt sich der von dem oberfiächenmensetzt:
einem Dispergiermittel mit einem HLB- aktiven Mittel geforderte Bereich von Eigenschaften
Wert größer als 17, einem Reinigungsmittel mit am besten erreichen, wenn man verschiedene obereinem
HLB-Wert im Bereich von 12 bis 17, ge- flächenaktive Mittel miteinander vermischt, die in
f Γ) nügend Emulgiermittel, um 150 Gewichtsteile Öl zu ihrer ionischen Natur ähnlich sind, aber verschiedene
""" emulgieren, wobei das Emulgiermittel einen HLB- 45 oberflächenaktive Eigenschaften aufweisen. Ein be-Wert
im Bereich von 12 bis 17 aufweist, und einem kanntes Verfahren zur Klassifizierung oberflächen-Benetzungsmittel
für Eisenmetalle mit einem HLB- aktiver Mittel besteht in der Bestimmung des Ver-Wert
von 1 bis 5. hältnisses zwischen ihren hydrophilen und ihren
Die zu reinigenden Metallgegenstände werden in lipophilen Eigenschaften, nach der englischen Beeinen
Behälter gegeben (bei dem es sich um die 5° zeichnung »hydrophilelipophile balance« unter der
gleiche Trommel wie beim mechanischen Plattieren Abkürzung »HLB-Wert« bekannt. Hierbei handelt
handeln kann), und es wird eine verhältnismäßig es sich um ein Probierverfahren, das ausführlich von
kleine Menge an wäßriger Reinigungslösung, ver- William C. Griff in (vgl. zum Beispiel Journal of
sehen mit den angeführten Bestandteilen, zugegeben. the Society of Cosmetic Chemists, Bd. I, 1949, S.
Die Gegenstände und die Lösung werden so lange 55 bis 326, und Bd. V, 1954, S. 249 bis 256) diskutiert
bewegt bzw. gerührt, bis die Gegenstände gereinigt worden ist. Ein etwas theoretischeres Verfahren besind,
wonach die Reinigungslösung abgelassen wird, steht in der Bestimmung des Wertes Φ,·, dem Verwobei
die gereinigten, entfetteten, von der Oxid- hältnis des ölvolumens zum Wasservolumen am Umschicht
befreiten, entschmutzten und geätzten Ge- kehrpunkt zwischen Öl-in-Wasser- und Wasser-in-ölgenstände
fertig zum Plattieren zurückbleiben. Durch 6o Emulsionen, und der mit Hilfe von bekannten Werein
Verwerfen der benutzten Reinigungslösung — ten durchgeführten graphischen Bestimmung des
was bei einem Eintauch-Reinigungsverfahren wirt- HLB-Wertes (vgl. J. T. D a vies und E. K. Ride al,
schaftlich nicht tragbar wäre — werden Verunreini- »Interfacial Phenomena«, 1961, Academic Press,
gungen vermieden und die Qualitätskontrolle er- New York und London, S. 378 bis 383).
leichtert. Für die Reinigung von Metallgegenständen 65 Oberflächenaktive Mittel sind Verbindungen, die
mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die einen hydrophilen Teil und einen hydrophoben bzw.
neuartige Metallreinigungsmasse entwickelt worden, lipophilen Teil besitzen, so daß sich anders ausgedie
aus einer Kombination von Bestandteilen besteht, drückt der HLB-Wert auf das Verhältnis zwischen
den hydrophilen und den lipophilen Gruppen im Molekül bezieht. Oberflächenaktive Mittel, in denen
die lipophilen Gruppen vorwiegen, sind öllöslich und daher äußerst wirksam zum Benetzen von Oberflächen,
die mit anorganischen Substanzen, wie z. B. mit Ölen, verunreinigt sind; solche oberflächenaktiven
Mittel haben einen HLB-Wert von 5 oder darunter. Oberflächenaktive Mittel, die etwa gleich viele
hydrophile und lipophile Gruppen enthalten, haben
fahren zu ihrer Herstellung beschrieben. Sämtliche Teile sind — wenn nicht anders angegeben — Gewichtsteile.
Wasserstoffversprödungs-Inhibitor
Zu 50,2 Teilen entionisiertem Wasser werden 32,0 Teile eines wasserlöslichen Polyoxyäthylenglykols
gegeben. Das Gemisch wird auf 500C er-
einen HLB-Wert innerhalb des* ungefähren Bereichs io hitzt und bei dieser Temperatur gehalten, bis sich
von 12 bis 17 und wirken als Reinigungsmittel, wenn das gesamte Polyoxyäthylenglykol aufgelöst und eine
ihr Molekulargewicht verhältnismäßig gering ist, und gleichmäßige Lösung gebildet hat. Die Temperatur
als Emulgiermittel, wenn ihr Molekulargewicht ver- wird dann auf 25° C verringert, worauf 4,8 Teile
hältnismäßig hoch liegt. Oberflächenaktive Mittel, in konzentrierte Salzsäure, 6,5 Teile o-Toluidin und
denen die hydrophilen Gruppen vorwiegen, haben 15 6,5 Teile 37%iger Formaldehyd zugegeben werden
einen HLB-Wert von über 17 und wirken als Disper- und der Reaktionskessel verschlossen wird. Wenn
giermittel für kohlenstoffhaltige und andere derartige die exotherme Reaktion beendet ist, wird die BeSubstanzen.
Schickung kurz auf 500C erhitzt, auf 3O0C abge-Gemäß
der Erfindung wird ein Gemisch von ober- kühlt und aus dem Behälter abgezogen. Diese Masse
flächenaktiven Mitteln verwendet. Eines dieser ober- 20 wird im Anschluß hieran als »Masse A« bezeichnet,
flächenaktiven Mittel — ein Netzmittel, das öl und
Herstellung der Metallreinigungsmasse Die folgenden Bestandteile werden in einen Kessel
Schmutz löst und die Säure bei der gleichmäßigen Berührung der Metalloxydschicht unterstützt — hat
einen HLB-Wert innerhalb des Bereichs von 1 bis 5. .. . - ,, ,
Ein weiteres oberflächenaktives Mittel — ein Reini- 25 aUS rostfreiem Stahl gegeben:
gungsmittel, das beim Suspendieren von Schmutz und Oxydschichtbestandteilen hilft — hat einen
HLB-Wert innerhalb des Bereichs von 12 bis 17; und ein drittes oberflächenaktives Mittel — ein
mittel mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von etwa 2900, wovon der
Polyoxypropylenkern 1750 ausmacht, und
einem HLB-Wert von etwa 12 1,8
Flüssiges Netz- und Antischaummittel mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht
von 3500, wovon der Polyoxypropylenkern etwa 3250 ausmacht, und einem HLB-Wert von etwa 1 1,8
7O°/oige Glykolsäure 84,4
Hitze- und säurebeständige, nichttoxische, nichtionische oberflächenaktive Mittel mit einem hy-
Emulgiermittel, das restliche öle emulgiert - weist 30 drophoben Polyoxypropylenkern und zwei hyebenfells
einen HLB-Wert innerhalb des Bereichs drophilen Polyoxyathylenketten
von 12 bis 17 auf. Weiterhin ist ein viertes ober- Flüssiges Kohlenstoffschmutz-Entfernungs-
flächenaktives Mittel — ein Dispergiermittel, das das Zusammenballen und die erneute Abscheidung der
Teilchen verhindert und einen HLB-Wert oberhalb von 17 besitzt — vorhanden.
Wie im vorstehenden Absatz erläutert wurde, muß die erfindungsgemäße Reinigungsmasse ein Emulgiervermögen
besitzen. Oftmals werden die zu reinigenden Gegenstände in sehr öligem Zustand ange- 4°
liefert. 10 000 g Metallgegenstände können z. B. 150 g oder mehr öl aufweisen. Eine bequeme Möglichkeit
zur Voraussage des Emulgiervermögens eines Es wird mit dem Rühren begonnen, und die foloberflächenaktiven
Mittels besteht in der Bestim- genden normalerweise festen oberflächenaktiven Mitmung
des Wertes Φ,- (und daraus des HLB-Wertes) 45 tel werden in geschmolzener Form zugegeben:
mit Hilfe einer Emulgiermaschine der Art, wie sie auf S. 378 u. f. des obenerwähnten Buches von
D a vie s und Ride al beschrieben wird. In dieser Maschine werden Ligroin und Wasser durch Zuflußmesser
aus getrennten Vorratsbehältern mit kontrol- 50 lierten Geschwindigkeiten eingepumpt und zwischen
zwei Scherplatten aus Polymethylmethacrylat eingeführt. Ein Strom der Emulsion trifft auf ein Fenster
aus Polymethylmethacrylat auf, und es erscheint ein kontinuierlicher weißer Film, wenn die ölphase kon- 55
tinuierlich ist, bzw. es erscheinen weiße Tropfen, Das Mischen wird fortgesetzt, bis die Lösung
wenn die Wasserphase kontinuierlich ist. Ein präzi- gleichmäßig ist. Zu diesem Zeitpunkt werden 4,4
ses Verfahren zur Bestimmung des Umkehrpunktes Teile der »Masse A« langsam zugegeben. Das Mibesteht
in der Messung der Leitfähigkeit der Emul- sehen wird fortgesetzt, bis die Lösung vollständig
sion, die mit dem Übergang vom Wasser-in-öl-System 60 gleichmäßig ist. Die Endmasse weist ein spezifisches
zum öl-in-Wasser-System steil abnimmt und umge- Gewicht von 1,23 auf.
kehrt beim Übergang von öl-in-Wasser-System zum Die beschriebene Reinigungsmasse ist für die ver-
Wasser-in-öl-System steil ansteigt. Die Fließge- schiedensten Metallreinigungsoperationen äußerst
schwindigkeiten werden so eingestellt, daß das öl- brauchbar. Obgleich Metallgegenstände in bezug auf
Wasser-Verhältnis am Phasenumkehrpunkt, d. h. der 65 ihren Oberflächenbereich und die Menge der auf
Wert 0h erhalten wird. ihnen befindlichen Oxydschicht variieren können,
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung werden und obgleich solche Gegenstände oftmals nicht vollim
folgenden eine Reinigungsmasse und das Ver- ständig mit öl verunreinigt sind, so ist die oben be
Reinigungsmittel mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von etwa 4500,
wovon der Kern etwa 2250 ausmacht, und
mit einem HLB-Wert von etwa 20 1,8
Emulgiermittel mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von etwa 5500, wovon
der Kern etwa 3250 ausmacht, und mit einem HLB-Wert von etwa 17 1,8
7 8
schriebene Reinigungsmasse doch für Reinigungs- Schlauchklemmen wurden wie oben beschrieben ge-
operationen unter den, schwierigsten Bedingungen, reinigt, mit einem Kupferverankerungsüberzug ver-
die denkbar sind, geeignet.' sehen und sofort mechanisch, mit Zink plattiert.
Mit Hilfe des neuartigen Verfahrens der Erfindung 4 Stunden nach dem Plattieren wurden fünfzig der
läßt sich eine gleichzeitige mechanische und ehe- 5 Klemmen auf einem Prüf stab mit einem Dürchmesmische
Reinigung von Metallgegenständen durchfüh- ser von 2,421 cm befestigt, wobei innerhalb von
ren, die nachfolgend überzogen werden sollen. Die 24 Stunden keine der Klemmen brach. 24 Stunden
Gegenstände werden in' eine wäßrige Oxydschicht- nach dem Plattieren wurden die anderen 100 Klementf
ernungs- und Entfettüngsflüssigkeit gebracht, die men auf dem Prüfstab befestigt; wiederum trat innersodann
kräftig gerührt.bzw. bewegt wird, während io halb von 24 Stunden kein Bruch irgendeiner'der
die Gegenstände zur Lockerung der Oxydschicht und Klemmenein. .... :. _.....-des
Öles, mechanisch .'gfereinigt werden. Nach Verr Das obige Beispiel dient selbstverständlich ledigyollständigung
der Reinigung werden die. Gegen- lieh der Erläuterung, und es körinen zahlreiche Abstände
gespült und sodann: wie. gewünscht überzogen, änderungen vorgenommen, werden. Zürn Beispiel
Der Reinigungs- und. $puiyorgang wird, in bequemer i^ können zahlreiche andere Säuren—roder Gemische
Weise in einer geneigten ,Drehtrommel mit qffeneih von Säuren — verwendet werden.-Mineralsäüre'n,
Ende durchgeführt,., wobfei das Während abi' Drehens wie Schwefel- und - Phosphorsäure,. sind stark und
der Trommel eintretende.Äuftreffen der Gegenstände verhältnismäßig 'billig- und- bieten offensichtliche
aufeinander und auf dio. Wandungen der Trommel wirtschaftliche Vorteile". Da derartige Mine'falsäuren
zur Lockerung "der öx^Sschicrit, des Öles'"uöd des Io in konzentrierter Form selbst sehr beständige-öber-Schmützes
dient, ydmit^deri, Metallgegenstand'yer- flächen.aktive Mittel angreifen,.ist;es Oftmals-zu'beunreinigt
ist. Die mechanische V ^Reinigung laßt sich Vorzügen', die' Säure-und "die- übrigen .TBestandteile
wirksamer gestalten,"'wetfri 'man"'der-'Beschickung zum Zeitpunkt der Reinigung gesondert zuzusetzen;
kleine Teilchen bzw. Prallmedien einverleibt. Im allgemeinen tritt weiterhin bei Benutzung der
Bei einer typischen Reinigungsoperation werden as stärkeren anorganischen Säuren eine rasche Auf-170
Liter zu reinigender Metallgegenstände in eine lösung des Metalls ein, und oftmals — insbesondere
schräg angebrachte achteckige 760-Liter-Drehtrom- bei Stahlgegenständen mit hohem Kohlenstoffgehalt
mel gegeben. In die Trommel werden sodann 3 Liter oder wärmevergüteten Stahlgegenständen — verder
Reinigungslösung des obigen Beispiels, 115 Liter bleibt ein Kohlenstoffschmutz auf der Oberfläche.
Wasser und 170 Liter Prallmedien (wie z. B. eine 30 Diese Erscheinungen können durch Zugabe einer
Mischung aus Glaskügelchen, von denen 9O°/o einen geringen Menge eines oder mehererer löslicher Salze,
durchschnittlichen Durchmesser von 0,30 bis wie z. B. der Sulfate von Zinn, Blei, Cadmium,
0,56 mm und 10% einen Durchmesser von 0,15 bis Quecksilber usw. gemildert werden. Es ist unter die-0,18
mm aufweisen) gegeben. Sodann wird Frisch- sen Bedingungen darauf zu achten, daß in dem Gedampf
eingeleitet, um die Beschickung auf nahezu 35 misch der oberflächenaktiven Mittel ein Dispergier-100°
C zu bringen, und die Trommel wird in Be- mittel für Kohlenstoffschmutz, d. h. ein oberflächenwegung
gesetzt. Nach etwa 15 Minuten Betrieb wird aktives Mittel mit hohem HLB-Wert, enthalten ist.
die Trommel in die Spülstellung gedreht und rotieren Das Dispergierungsmittel mit hohem HLB-Wert setzt
gelassen, während Spülwasser ununterbrochen für die Bildung von »Kohlenstoffschmutz« stark herab.
5 Minuten mit einer Geschwindigkeit von etwa 45 Li- 40 Phosphorsäure bietet — wie bekannt — besondere
tern je Minute zugeführt wird. Die überschüssige Vorteile, wenn die zu reinigende Oberfläche anFlüssigkeit
wird dann abdekantiert, und es werden schließend mit einem Anstrich versehen werden soll.
— wenn das mechanische Plattieren in der gleichen In ähnlicher Weise ist es bequem, die sauren Salze
Trommel durchgeführt werden soll —--eine übliche von Mineralsäuren (wie z. B. Natriumbisulf at oder
Verankerungslösung (wie z.B. eine Verkupferungs- 45 einbasisches Natriumphosphat) oder Salze zu verlösung)
und eine Beschickung für das mechanische wenden, die unter Bildung von »verfügbaren« Was-Plattieren
nacheinander eingeführt. Wenn die ge- serstoffionen hydrolysieren (wie z.B. Aluminiumreinigten
Gegenstände gestrichen, elektroplattiert chlorid oder Ammoniumsulfat),
oder auf andere Weise überzogen werden sollen, Viele andere organische Säuren, und zwar sowohl werden sie von den Prallmedien abgesiebt und zur 50 einbasische als auch mehrbasische, können verwennächsten Behandlungsstation transportiert. det werden. Zum Beispiel können Weinsäure, Citro-
oder auf andere Weise überzogen werden sollen, Viele andere organische Säuren, und zwar sowohl werden sie von den Prallmedien abgesiebt und zur 50 einbasische als auch mehrbasische, können verwennächsten Behandlungsstation transportiert. det werden. Zum Beispiel können Weinsäure, Citro-
Bei einem Prüfversuch (vgl. Society of Auto- nensäure, Diglykolsäure, Chlorsulfonsäure, Ameisenmotive
Engineering Test Procedure SAE 1065-1080) säure, Essigsäure und Mono-, Di- oder Trichlorzur
Bestimmung der durch die Reinigung hervor- essigsäure benutzt werden. Bei der Berechnung der
gerufenen Wasserstoffversprödung wird eine Stan- 55 verfügbaren Wasserstoffionen, die eine Säure liefern
dard-Federdrahtschlauchklemme aus Stahl mit kann, werden nur solche Säurereste mit einer Dishohem
Kohlenstoffgehalt, die eine Rockwell-C-Härte soziationskonstante von mindestens 10-6. als wirkvon
mindestens 53 aufweist, gereinigt, plattiert und sam angesehen. Säuren, die eventuell als zu schwach
nach Ablauf einer gegebenen Zeitdauer mit einem angesehen werden, erhalten eine höhere Wirksamkeit
Standardinstrument auseinandergezogen und über 60 bei der bevorzugten erhöhten Reinigungstemperatur,
einen Stab gezogen, der einen etwas größeren Durch- Glykolsäure besitzt den Vorteil, daß sie ein Kommesser
aufweist, als der innere Durchmesser der plexbildungsmittel ist. Wenn weiterhin das für die
Klemme beträgt. Wenn bei der Schlauchklemme eine Reinigung benutzte Wasser Ionen enthält, die die
Wasserstoffversprödung eingetreten ist, wird die Reinigungswirkung stören, hilft die Glykolsäure bei
Klemme entweder sofort oder innerhalb von 24 Stun- 65 der Bindung dieser Ionen durch Komplexbildung,
den brechen. Im allgemeinen ist die Wahrscheinlich- Wenn bei Verwendung einer Säure, die diese Eigenkeit
eines Bruches um so größer, je kürzer die Zeit- schaft nicht besitzt, die Zugabe eines Komplexbilspanne
vor der Prüfung ist. Insgesamt 150 Nr. 15- dungsmittels gewünscht wird, so können andere
säurebeständige Komplexbildungsmittel zugesetzt werden. So kann das Natriumsalz der Diäthylentriaminpentaessigsäure
verwendet werden.
Mit den oberflächenaktiven Mitteln des obigen
Beispiels läßt - sich auf Grund ihrer Beständigkeit,
ihrer chemischen Ähnlichkeit- und ihrer physikalischen Eigenschaften in ausgezeichneter Weise arbeiten.
Das Gemisch der oberflächenaktiven Mittel in der beschriebenen Reinigungslösung kann jedoch
sämtliche säurebeständigen Substanzen mit geeignetem HLB-Wert enthalten, die die folgende ionische.
Natur aufweisen: sämtlich anionisch; eine Mischung aus anionischen und nichtinonischen; sämtlich nichtionisch;
eine Mischung aus nichtionischen und kationischen; oder sämtlich kationisch. Oberflächenaktive
Amide, die sich von ölen-ableiten, wie z.B. mit Äthylenoxyd modifiziertes Kokosnußölamid,
oder mit Äthyienoxyd modifiziertes hydriertes TaIgamid
werden auf Metalloberflächen adsorbiert und helfen bei der ansonsten schwierigen Reinigung von
Metallgegenständen, die einen dünnen, fest adsorbierten Film, wie z. B. aus einem sulfonierten öl,
aufweisen. ..'...
Eine ganze Anzahl von Substanzen hat sich empirisch als zur Hemmung der Wasserstoffversprödung
geeignet erwiesen. Die im Zusammenhang mit dem obigen Beispiel beschriebene »Masse A« enthält eine
Kombination von Substanzen, die in dieser Beziehung einzeln, wirksam sind. Sowohl das Polyoxyäthylenglykol
als. auch das o-Toluidin sind befähigt,
die Wasserstoffversprödung selbst bei hohen Temperaturen zu -vermindern oder zu unterdrücken. In der
ίο .»Masse Ä«, sind einige dieser Substanzen miteinander
umgesetzt worden, wobei ein Addukt aus o-Toluidin und Formaldehyd entstanden ist, das beständig
ist und eine ausgezeichnete Hemmwirkung ausübt. Praktisch kann jedoch eine große Vielzahl von im
Handel erhältlichen Inhibitoren, wie z.B. mit Äthyienoxyd modifiziertes Baumharzamin, 2-Hexin-3-ol,
substituierte Thioharnstoffe sowie die meisten Amine, oder Proteine, mit zumindest einem gewissen Ausmaß
an Erfolg verwendet werden. Inhibitoren sind
ao jedoch mindestens zu einem gewissen Grade selektiv, und ein gegebener Inhibitor kann in Verbindung
mit einer bestimmten Säure wirksamer sein als im Zusammenhang mit einer anderen.
Claims (4)
1. Verfahren zur Reinigung von Metallgegen- einer Promotorchemikalie und, im allgemeinen,
ständen zum nachfolgenden Überziehen mit Me- 5 Prall- bzw. Schlagmedien in eine Plattiertrommel
tallen, wobei die Gegenstände in einer rotieren- andere Weise bewegt wird, werden die Metallpulverden
Trommel od. dgl., die feste mechanisch wir- teilchen gegen die Oberfläche der Gegenstände flachkende
Reinigungsteilchen und eine wäßrige saure, gedrückt und bilden einen zusammenhängenden
ein oberflächenaktives Mittel und gegebenenfalls Überzug. Obgleich das mechanische Plattieren beeinen
Inhibitor enthaltende Entfettungs- und io quem ist und nur wenig Arbeitsplatz erfordert, haben
Oxidschichtentfernungslösung enthält, behandelt die zur Reinigung der Oberflächen vor dem Plattiewerden,
dadurch, gekennzeichnet, daß ren erforderlichen Vorrichtung einen unangemessen
als oberflächenaktives Mittel ein inniges Gemisch großen Anteil des in den Betrieben zur Verfügung
aus praktisch gleichen Mengen eines Dispergier- stehenden Platzes eingenommen.
mittels mit einem HLB-Wert größer als 17, eines 15 Seit vielen Jahren ist es üblich, Metalloberflächen
Reinigungsmittels mit einem HLB-Wert im Be- mit Hilfe eines aus zahlreichen Stufen bestehenden,
reich von 12 bis 17, eines Emulgiermittels mit ansatzweise durchgeführten Verfahrens zu reinigen,
einem HLB-Wert im Bereich von 12 bis 17 und Die zu reinigenden Gegenstände werden zunächst
eines Benetzungsmittels mit einem HLB-Wert zur Entfernung von Öl und organischen Verunreiniim
Bereich von 1 bis 5 verwendet wird. 20 gungen entfettet, was entweder mit Hilfe von Tri-
2. Oberflächenaktive Reinigungsmasse zur chloräthylendampf oder durch Eintauchen in einen
Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, Behälter geschieht, der eine Alkalilösung enthält. Die
dadurch gekennzeichnet, daß die Masse im we- entfetteten Gegenstände werden dann herausgenomsentlichen
aus einem wasserlöslichen Gemisch men, in einem zweiten Behälter gespült, herausgeeiner
Säure mit einer Dissoziationskonstanten 25 nommen, entrostet bzw. von ihrem Oxidüberzug begrößer
als 10 -6 zwecks Lieferung von 1 bis freit, durch Behandlung mit einer Säure gebeizt,
5 Gewichtteilen Wasserstoffionen pro 10 000 Ge- was durch Eintauchen in einen dritten Behälter gewichtsteile
an Metallgegenständen und einem schieht, herausgenommen und erneut gespült, was säurestabilen oberflächenaktiven System besteht, oftmals in einem vierten Behälter vorgenommen
das sich aus praktisch gleichen Teilen der fol- 30 wird. Die Behälter nehmen einen beträchtlichen
genden Bestandteile zusammensetzt: einem Raum ein, wodurch sich zwangläufig die Kosten des
Dispergiermittel mit einem HLB-Wert größer als Verfahrens erhöhen. Bei dieser Art und Weise der
17, einem Reinigungsmittel mit einem HLB-Wert Reinigung ist ferner eine ständige Überwachung der
im Bereich von 12 bis 17, genügend Emulgier- Stärke und Verunreinigung der Behandlungsbäder
mittel, um 150 Gewichtsteile Öl zu emulgieren, 35 erforderlich, und die offenen Behälter stellen eine
wobei das Emulgiermittel einen HLB-Wert im ernste Gefahr für das Arbeitspersonal dar. Wenn
Bereich von 12 bis 17 aufweist, und einem Be- weiterhin Stähle mit hohem Kohlenstoffgehalt oder
netzungsmittel für Eisenmetalle mit einem HLB- unangemessen entfettete Metallgegenstände gebeizt
Wert von 1 bis 5. werden, so hinterlassen die zum Beizen benutzten
3. Reinigungsmasse nach Anspruch 2, dadurch 40 anorganischen Säuren oftmals einen Kohlenstoffgekennzeichnet, daß das Benetzungsmittel aus schmutz auf der Metalloberfläche, wodurch die Ereinem
äthylenoxidmodifizierten Fett- bzw. öl- zielung einer gleichmäßigen· Beschichtung mit dem
amid, wie Kokosnußölamid oder hydriertes Überzugsmaterial äußerst schwierig wird. Weiterhin
Talgamid, besteht. gelangt durch das mit den Säuren durchgeführte
4. Reinigungsmasse nach Anspruch 2 oder 3, 45 Beizen Wasserstoff in das Metallgitter, wodurch das
dadurch gekennzeichnet, daß jeder der Bestand- Metall spröder wird (diese Erscheinung wird als
teile des oberflächenaktiven Systems einen hy- »Wasserstoffversprödung« bezeichnet), was häufig zu
drophoben Polyoxypropylenkern aufweist, der einem Bruch des gereinigten und anschließend elekdurch
Pfropfmischpolymerisation erhaltene hy- troplattierten Metallgegenstandes führt.
drophile Polyoxyäthylenketten trägt. 50 Aus der deutschen Patentschrift 621732 ist ein
Verfahren zum Polieren von Kleinmetallteilen be-
kannt, bei welchem das Entfetten und Entfernen der
Metalloxide in einem Arbeitsgang und in einem sich um seine Achse drehenden Behälter mittels solcher
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung 55 Bäder durchgeführt wird, die ein wasserunlösliches
von Metallgegenständen zum nachfolgenden Über- bzw. -schwerlösliches Lösungsmittel und einen
ziehen mit Metallen, wobei die Gegenstände in einer säurebeständigen kapillaraktiven Stoff enthalten,
rotierenden Trommel od. dgl., die feste mechanisch Speziell enthalten diese wäßrigen Lösungsmittel Alwirkende
Reinigungsteilchen und eine wäßrige, saure, kalihydrogensulfate, Pineöl und Sulfonate von Fettein
oberflächenaktives Mittel und gegebenenfalls 6° alkoholen.
einen Inhibitor enthaltende Entfettungs- und Oxid- Die Verwendung fester mechanisch wirkender,
schichtentfemungslösung enthält, behandelt werden, d. h. scheuernder Reinigungsmassen ist allgemein besowie
eine oberflächenaktive Reinigungsmasse zur kannt und üblich (siehe z. B. »Schriftenreihe GaI-Durchführung
dieses Verfahrens. vanotechnik«, Bd. 7 »Metall-Reinigung und -Entin den letzten Jahren hat das mechanische Plat- 65 fettung« [A. Pollack und P. Westphal], 1961,
tieren das Elektroplattieren auf vielen Gebieten ver- S. 81, usw.).
drängt, insbesondere bei verhältnismäßig kleinen Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein ver-
Metallgegenständen. Beim mechanischen Plattieren bessertes einstufiges Verfahren zur vollständigen
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