DE1418985B - Verwendung von Urethanen zur Verbesserung der Öl- und Wasserfestigkeit von Oberflächen anorganischer und organischer Gegenstände - Google Patents
Verwendung von Urethanen zur Verbesserung der Öl- und Wasserfestigkeit von Oberflächen anorganischer und organischer GegenständeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung von Urethanen, die über S-N-C-Bindungen an Kohlenwasserstoff
gebundene Perfluoralkylgruppen enthalten, aus Mono- oder Polyisocyanaten durch Umsetzung mit
an Schwefelatome gebundene Perfluoralkylgruppen
(CF2)3-I7CF3
enthaltenden Sulfonamidverbindungen mit aktivem Wasserstoff und mit 4 bis 18 Kohlenstoffatomen in
den Perfluoralkylgruppen hergestellt worden sind und einen Schmelzpunkt unterhalb 250°C aufweisen,
zur Verbesserung der öl- und Wasserfestigkeit von Oberflächen anorganischer und organischer Gegenstände.
Mit Hilfe der erfindungsgemäß verwendeten Urethane ist es möglich, die Oberflächen von anorganischen
und organischen Gegenständen so öl- und wasserfest zu machen, daß diese Eigenschaften auch
nach längerem Gebrauch und bei hoher Abriebsbeanspruchung beibehalten werden.
Die erfindungsgemäß behandelten Oberflächen weisen danach bessere öl- und wasserabweisende Eigenschaften
auf als Oberflächen, die auf übliche Art und Weise behandelt worden sind. Darüber hinaus haben
sie den Vorteil, daß sie diese wünschenswerten Eigenschaften auch nach extremer Beanspruchung noch
beibehalten. Es ist zwar möglich, bestimmte Stoffe, wie z. B. Polsterwaren, Teppiche oder Spezialpapiere,
mit den besten, bisher bekannten Fluorkohlenstoffverbindungen oder Polymerisaten so zu behandeln,
daß sie unmittelbar nach der Behandlung ebenfalls die gewünschten Eigenschaften aufweisen, diese Eigenschaften
gehen jedoch schon nach kurzer normaler Gebrauchsbeanspruchung verloren, während die erfindungsgemäß
behandelten Oberflächen auch nach längerem Gebrauch eine erhöhte öl- und Wasserabstoßung
aufweisen.
Der genaue Mechanismus, auf dem die Wirkung der erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen beruht,
ist nicht genau bekannt, man nimmt jedoch an, daß die erfindungsgemäß verwendeten, Perfluoralkylgruppen
enthaltenden Urethane sich selbst an der Oberfläche des behandelten Gegenstandes orientieren
und daß die Verbindungen wegen ihres niedrigen Schmelzpunktes durch die während des normalen
Gebrauchs entstehende Wärme schmelzen und zur Ausbildung einer neuen Oberfläche verfügbar sind,
daß sie somit selbstregenerierende Eigenschaften aufweisen,
überraschend ist ferner, daß der öllösliche Kern der erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen
die ölabstoßenden Eigenschaften des einen Bestandteil der erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen
bildenden Fluorkohlenstoffs nicht, wie zu erwarten gewesen wäre, schwächt.
Die erfindungsgemäß verwendeten, Perfluoralkylgruppen aufweisenden Urethane besitzen einen
Schmelzpunkt unterhalb 250, vorzugsweise zwischen 50 und 175° C. Sie stellen Addukte von Isocyanaten
mit funktioneilen organischen Verbindungen dar, die eine hochfluorierte Endgruppe —(CF2)S-I7CF3 enthalten,
die über eine S-N-C-Bindung an einen Kohlenwasserstoffkern gebunden ist. Das dabei erhaltene
Produkt ist frei von funktionellen Gruppierungen, z. B. wasserlöslichmachenden Gruppen, äthylenischen
Gruppen, Estergruppen von Carbonsäuren oder Grup-. pen, die weniger hydrolysebeständig sind als Carbonsäureester.
Wasserlöslichmachende Gruppen sind z. B. säure-, hydroxyl-, amin- und unsubstituierte Amidgruppen.
Erfindungsgemäß behandelte Oberflächensubstrate, die weniger als 1 Gewichtsprozent Fluorid aus der
Perfluoralkylgruppe des erfindungsgemäß verwendeten Urethans aufweisen, besitzen eine ölabstoßung (wie
sie weiter unten näher definiert ist) von wenigstens 50.
Die erfindungsgemäß verwendbaren Verbindungen
können auch im Gemisch mit anderen fluorierten Behandlungsmitteln oder für die Oberflächenbehandlung
' eingesetzten Mischpolymerisaten gemäß Auslegeschrift 1 248 945 verwendet werden.
Die Herstellung der erfindungsgemäß verwendbaren Verbindungen kann auf verschiedene Art und
Weise erfolgen. Im allgemeinen werden sie aus den entsprechenden Fluorkohlenstoffverbindungen mit reaktiven
funktionellen Gruppen, wie beispielsweise Säuren, Alkoholen, Aminen, Mercaptanen und Amiden,
hergestellt. Diese Verbindungen werden dann mit chemisch reaktionsfähigen organischen Isocyanaten
oder Polyisocyanaten unter Bildung der gewünschten Urethane zur Reaktion gebracht. Zum Beispiel ist
jede dieser Fluorkohlenstoffverbindungen als Zwischenprodukt brauchbar, die nach Zerewitinoff
Ber. 40, 2025 (1906), und J. Amer. Chem. Soc. 49, 2818
(1927), definierten aktiven Wasserstoff enthält und als solche auch mit dem Isocyanatradikal reagiert.
Die Polyisocyanate können mit einer eine Perfluoralkylgruppe enthaltenden Verbindung im Gemisch mit
einer anderen, aktiven Wasserstoff enthaltenden Verbindung, die keine fluorierte Endgruppe besitzt, umgesetzt
werden; d. h., nach der Umsetzung des Isöcyanats mit der die Perfluoralkylgruppe enthaltenden
Verbindung wird das Produkt mit der fluorfreien, aktiven Wasserstoff enthaltenden Verbindung zur
Reaktion gebracht. Die dabei erhältliche ölabstoßung, die mit einem einfachen Fluorkohlenstoffrest erreicht
werden kann, reicht für viele Zwecke aus, da die Wirksamkeit dieser Verbindungen mehr als die Hälfte
der Wirksamkeit der entsprechenden Fluorkohlenstoff-Diaddukte ausmacht.
Es ist auch möglich, die Perfluoralkylgruppen enthaltende Verbindung mit nur einer der Isocyanat-
gruppen eines Polyisocyanats zur Reaktion zu bringen. Auf diese Weise enthält die Verbindung eine reaktionsfähige
Isocyanatgruppe, die wiederum mit anderen Verbindungen reagieren kann oder als Mittel zur Vereinigung
der Verbindung mit dem zu behandelnden Substrat verwendet werden kann. Zum Beispiel kann
bei der Behandlung von reaktionsfähige Zerewitinoff-Wasserstoffatome enthaltenden Substraten, wie Nylon,
Cellulose und anderen organischen Stoffen, die reaktionsfähige Isocyanatgruppe mit dem aktiven Zerewitinoff-Wasserstoff
des Substrats zur Reaktion gebracht werden; in diesem Fall wird die erfindungsgemäß
verwendete Verbindung direkt zugegeben und wird zu einem integralen Bestandteil des behandelten Substrats.
In dieser Hinsicht kann es erwünscht sein, die Isocyanatgruppe, z. B. durch Umsetzen mit einem
Phenol, zu blockieren. Diese blockierte oder geschützte Isocyanatgruppe wird anschließend durch
Erhitzen der Verbindung auf eine erhöhte Temperatur unter Bildung des Phenols und der gewünschten Isocyanatgruppe
wieder frei gemacht.
Die Perfluoralkylgruppen enthaltenden Urethane der Erfindung können als Oberflächenbehandlungsmittel nach bekannten Uberzugsmethoden, z. B. durch
Sprühen, Aufwalzen, Aufstreichen oder Eintauchen aus Lösungen in einem organischen Lösungsmittel
oder aus anionischen, kationischen oder nichtionischen Emulsionen auf das Substrat aufgebracht werden. Sie
können aus leicht verfügbaren organischen Lösungsmitteln, wie Alkoholen, Ketonen, Äthern und chlorierten
Lösungsmitteln aufgebracht werden. Sie können als alleinige Komponente in der Behandlungsflüssigkeit
oder als eine Komponente in einem aus vielen Bestandteilen zusammengesetzten Gemisch verwendet
werden, z. B. in kosmetischen Artikeln, Wachsen, Polituren oder Reinigungsgemischen. Zum Beispiel
wird eine hervorragende Wasser-, öl- und Schmutzabweisung bei Textilstoffen erhalten, die
gleichzeitig mit den Verbindungen dieser Erfindung und herkömmlichen Behandlungsmitteln, wie Schimmel-
und Mottenschutzmitteln, knitterfest machenden Harzen, Schmiermitteln, Weichmachern, fetten Flüssigkeiten,
Schlichtemitteln, Flammverzögerern, antistatischen Mitteln, Farbfixativen und wasserabstoßenden
Mitteln behandelt werden.
Faserige, poröse und glatte Oberflächen können mit den Perfluoralkylgruppen enthaltenden Urethanen
gemäß der Erfindung behandelt werden. Beispiele derartiger Substrate sind Papier, Textilien, Glas, Holz,
Leder, Fell, Asbest, Ziegel, Beton, Metalle, Töpferwaren und gestrichene Oberflächen. Bevorzugte Substrate
sind Textilien und Papier, z. B. Tapeten, Teerpappe, Kartoneinlagen, Autopappe und Papiere aus
synthetischen Fasern. Als Textilien kommen z. B. solche in Betracht, die auf natürlichen Fasern aufbauen,
z. B. Baumwolle, Wolle, Mohair, Leinen, Jute, Seide, Ramie, Sisal, Hanf usw. und solche, die auf synthetischen
Fasern aufbauen, z. B. Zellwolle-, Acetat-, Acryl-, Polyester-, Polyvinylidenchlorid-, Polyamidfasern,
Polyurethanfasern, Fasern auf Polyvinylalkoholbasis und Polyalkylenbasis, Polyacrylnitril- und
Polyvinylchloridbasis sowie Glasfasern. Beispiele für Textilien sind Ausrüstungsstoffe, Dekorationsstoffe,
Tuche und Teppichstoffe.
Bei der Behandlung von Papier können die fluorhaltigen
Urethane als Bestandteile in einem Wachs, in Stärke, Casein, Elastomeren oder Harzen mit Naßfestigkeit
vorliegen. Durch Vermischen der Urethanverbirtdungen mit Anstrichsmassen auf Wasser- oder
ölbasis können die Verbindungen wirksam auf unangestrichenem Asbest, Holz, Metall und Mauerwerk
aufgebracht werden. Bei der Behandlung von Fußboden und Kacheloberflächen und ähnlichen Substraten
können die Urethanverbindungen unter Einarbeitung in Grundemulsionen oder -lösungen verwendet
werden.
Bei der Behandlung von Gegenständen erzeugen 0,001 bis 5, vorzugsweise 0,005 bis 0,5 Gewichtsprozent
der Fluorkohlenstoffverbindung, bezogen auf das Gewicht des Gegenstandes, die gewünschten
Oberflächeneigenschaften.
Beispiele für erfindungsgemäß verwendbare Perfluoralkylgruppen enthaltende Urethane sind im folgenden aufgeführt, wobei die römischen Ziffern und die Buchstaben den in den nachfolgenden Tabellen enthaltenden Ausgangsverbindungen entsprechen:
Beispiele für erfindungsgemäß verwendbare Perfluoralkylgruppen enthaltende Urethane sind im folgenden aufgeführt, wobei die römischen Ziffern und die Buchstaben den in den nachfolgenden Tabellen enthaltenden Ausgangsverbindungen entsprechen:
Allgemein bevorzugt werden Verbindungen der Formel
CH3
f 4- [NHCOO(CH2J2N(C2H5)S O2(CF2)7CF3]2,
O O
CF3(CF2)7SO2N(CH2CH3)CH2CH2OCN <ζ~\ NCOCH2CH2N(CH2CH3)SO2(CF2)7CF3
CH3
AdduktV-A-V (Diaddukt)
neben
Il H CF3(CF2)7S O2N(CH2CH3)CH2CH2 OCN
NCO
CH,
OCN
H||
NCOCH2CH2N(CH2CH3)SO2(CF2)7CF3
NCOCH2CH2N(CH2CH3)SO2(CF2)7CF3
CH3 Addukt V-A (Monoaddukt)
Fluorkohlenstoffverbindungen, fur die in der folgenden
Tabelle I Beispiele angegeben sind, enthalten eine endständige Fluoralkylgruppierung und eine
endständige, aktiven Wasserstoff enthaltende Gruppe wie z. B. — OH, — COOH, — SH, — NHR oder
SO2NHR.
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
XIII.
XIV.
XV.
XVI.
XVII.
XVIII.
XIX.
XX.
XXI.
Tabelle I Fluorkohlenstoffverbindungen
CF3(CF2)7SO2N(CH3)CH2CH2OH
CF3(CF2)3SO2N(CH3)CH(CH3)CH2OH
CF3(CF2)3SO2N(CH2CH3)CH2CH2OH
CF3(CF2)3SO2N(CH3)CH2CH(CH3)OH
CF3(CF2)7SO2N(CH2CH3)CH2CH2OH
CF3(CF2)9S O2N(CH2CH2CH3)CH2CH2 OH
CF3(CF2)7SO2N(CH2CH2CH3)CH2CH2OH
CF3(CF2)7SO2N(CH3)(CH2)5SH
CF3(CF2)7S O2N(C2H5)CH2COOH
CF3(CF2J7SO2N(C2HaXCHj)6OH
CF3(CF2J7SO2N(C2H5KCh2)UOH
CF3(CFJ7SO2N(QH9)(CH2J4OH
CF3(CF2)7SO2N(CH3)(CH2)4OH
CF3(CF2)7SO2N(CH2CH3)CH2CH2NH2
[CF3(CF2)7SO2N(CH2CH3)CH2CH2]2NH
CF3(CFJ7So2N(CH2CH3)CH2CH2N(CH3)H
CF3(CF2)7SO2N(CH3)CH2CH2SH
CF3QE10C2F4SO2N(CH3)CH2CH2Oh
CF3(CF2J7SO2N(C3H7)CH2OCH2Ch2CH2OH
CF3CF2-C-C
NCF2CF2S O2N(CH3)CH2CH2 OH
CF3CF2 — C — C
F F2 CF3(CF2)7SO2N(CH3)CH2CH2SO2N(C18H37)H
Die gegebenenfalls zusätzlich zu der Fluorkohlenstoffausgangsverbindung
angewendete reaktionsfähigen Wasserstoff enthaltende nichtfluorierte Reaktionskomponente ist im wesentlichen entsprechend der
Fluorkohlenstoffverbindung definiert mit der Ausnahme, daß die Fluoralkylgruppe Rf durch eine
einwertige nichtfluorierte aliphatische Gruppe ersetzt ist. In Tabelle II sind Beispiele derartiger Kohlenwasserstoffverbindungen
angegeben.
Kohlenwasserstoffverbindungen CH3(CH2J16CH2OH
CH3CHOHCH3
(CH3CH2CH2CH2J2NH CH3(CH2J16COOH
(CH3CH2CH2CH2J2NH CH3(CH2J16COOH
OH
LVI. CH3(CH2)6CH2OH
LVII. CH3CH2OH
LVIII. CH3CH2CH2CH2NH2
LIX. CH3OH
LX. CH2OHCHOHCh2OH
LXI. CH2OHCH2OH
CH3(CH2J7SH
CH3
LXV. CH3(CH2J16CH2NH2
LXVI. CH3(CH2J3CH(CH2CH3)COOh
LXVI. CH3(CH2J3CH(CH2CH3)COOh
Die Isocyanatausgangsverbindung kann sowohl ein Monoisocyanat als auch ein Polyisocyanat, bei-
spielsweise ein Diisocyanat, sein. Beispiele der Isocyanatverbindungen
sind in Tabelle III wiedergegeben.
Tabelle III
Reaktionsfähige Isocyanatverbindungen
Reaktionsfähige Isocyanatverbindungen
NCO
CH7OCON
NCO
B CHOCONi >—CH3
NCO
OCN
OCN(CH2)6NCO
CH3(CH2)3NCO
CH3(CH2)3NCO
>NC0
NCO
NCO
NCO
OCN
OCH3
Cl
Cl
OCN
NCO
OCH,
NCO
NCO
NCO
OCN
NCO
Aus den vorstehenden Tabellen ist ersichtlich, daß die in Tabelle I und II aufgeführten Ausgangsverbindungen
endständige funktionell Gruppen enthalten, die ein reaktionsfähiges Zerewitinoff-Wasserstoffatom
aufweisen und mit einer der Verbindungen der Tabelle III zu Urethanen umsetzbar sind.
Aus der obigen Tabelle II geht auch hervor, daß die bevorzugten aliphatischen Kohlenwasserstoffverbindungen,
die durch Amine, Mercaptane, Alkohole und Carbonsäuren dargestellt sind, 1 bis 18 oder
24 Kohlenstoffatome aufweisen können und daß die Phenole und Thiophenole mit einer Alkyl- oder
Alkoxygruppe mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen substituiert sein können.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. Alle Teile und Prozentangaben sind, falls nicht anders
angegeben, auf das Gewicht bezogen.
Die Wasserabstoßung der behandelten Substrate wurde mittels Standard-Test Nr. 22-52, veröffentlicht
im Technical Manual and Yearbook of the American Association of Textile Chemists and Colorists (1952),
Bd. 28, S. 136, gemessen. Die Sprühbewertung wird in einer von 0 bis 100 reichenden Skala ausgedrückt,
worin 100 die höchstmögliche Bewertung ist.
Der O'labstoßungsversuch beruht auf den verschiedenen
Durchdringungseigenschaften zweier flüssiger Kohlenwasserstoffe: Mineralöl (Nujol) und
n-Heptan. Mischungen dieser beiden zeigen in allen Verhältnissen Mischbarkeit und Durchdringungseigenschaften, die mit dem n-Heptan-Gehalt der
Mischung ansteigen.
Die Werte der ölabstoßungsleistung werden entsprechend
der AATCC-Standard-Sprühbewertung gewählt, die zur Untersuchung der Wasserabstoßung
in Gebrauch sind.
| ölabstoßungs leistung |
Heptan*) | Mineralöl*) |
| 100 + | 60 | 40 |
| 100 | 50 | 50 |
| 90 | 40 | 60 |
| 80 | 30 | 70 |
| 70 | 20 | 80 |
| 50 | 0 | 100 |
| 0 | — | kein Widerstehen |
| gegenüber Nujol |
*) Volumprozent
Um die ölabstoßung eines behandelten Stückes zu messen, werden Stücke geschnitten und flach auf
einen Tisch gelegt. Ein Tropfen jeder Mischung wird zart auf die Oberfläche des Stoffes gegeben. Der Wert,
der der Mischung mit dem höchsten Heptangehalt entspricht, welche nach 3minutiger Berührung das
Muster nicht durchdringt oder näßt, entspricht der ölabstoßungsleistung des Musters.
Die in den folgenden Beispielen verwendeten Gemischnummern sind ein Ausdruck für die Kohlen-
209 548/500
wasserstoffabstoßung eines behandelten Gegenstandes, die mit verschiedenen Mischungen von Rizinusöl,
Toluol und Heptan gemessen wurden. Die irgendeiner gegebenen Probe zugeteilte Gemischnummer ist die
Nummer der bezeichneten Zusammensetzung mit dem geringsten Anteil an Rizinusöl, die auf der Oberfläche
des behandelten Gegenstandes 15 Sekunden in Form von Tropfen liegen bleiben ohne die ausgesetzte
darunterliegende Fläche zu durchdringen. Die Verhältnisse von Volumenanteilen der Mischungen,
wie sie den bezeichneten Gemischnummern entsprechen, sind folgende:
| Gemisch- | Rizinusöl | Toluol | Heptan |
| nummern | (Volumteile) | (Volumteile) | (Volumteile) |
| 1 | 100 | 0 | 0 |
| 2 | 90 | 5 | 5 |
| 3 | 80 | 10 | 10 |
| 4 | 70 | 15 | 15 |
| 5 | 60 | 20 | 20 |
| 6 | 50 | 25 | 25 |
| 7 | 40 | 30 | 30 |
| 8 | 30 | 35 | 35 |
| 9 | 20 | 40 | 40 |
| 10 | 10 | 45 | 45 |
| 11 | 0 | 50 | 50 |
| 12 | 0 | 45 | 55 |
Die Perfluoralkylgruppen enthaltende Urethanverbindung VII-A-VII (Fp. 60° C) wurde in Methylethylketon
(5 Teile) und Äthylendichlorid (95 Teile) als 0,5%ige Lösung gelöst. Stoffstreifen wurden in
die Lösung eingetaucht, durch Auspressen von der Lösung befreit und an der Luft getrocknet. Die ölabstoßungsleistungen
waren folgende:
| Muster | Dlabstoßung |
| Gabardine Polyester-Wolle Flannell Baumwolle |
100 + 100 + 100 + 100 + |
Nach dem Waschen war die ölabstoßung der Muster
| Muster | Ölabstoßung |
| Gabardine Polyester-Wolle Flannell Baumwolle |
90 90 100 70 |
Wildleder, in die Lösung eingetaucht und an der Luft getrocknet, ergab eine 100+ ölabstoßungsleistung.
Durch Aufstreichen einer 0,5%igen Urethanlösung auf Holz und anschließendes Trocknen wurde die
Holzoberfläche beständig gegen öl-, Wasser- und Tintenflecken. Bei Verwendung als Abdichtgrundie-
rung unter dem äußeren Anstrich wurden dann dieselben Eigenschaften in dem äußeren Anstrich gefunden.
Nach Eintauchen in die Urethanlösung und Trocknen wurde Kapok widerstandsfähig gegen öl und
Wasser und blieb schwimmfähig in öl und Wasser.
Schaffell-Wildleder wurde in eine l%ige Lösung eines aus der Verbindung VII und der Verbindung A
in wasserfreiem Äthylacetat hergestellten Urethans VII-A in Tetrachlorkohlenstoff eingetaucht. Nach
Auspressen der überschüssigen Lösung und Trocknen in einem Ofen bei 800C wurde eine ölabstoßungsleistung
von 100 erhalten. In derselben Weise behandelte WoIl- und Baumwollgewebe gaben eine 01-abweisung
von 100 und eine Sprühbewertung von 60 bis 90.
B e i s ρ i e 1 3
Im folgenden wurde das aus der Verbindung V und A hergestellte Urethan V-A-V (Fp. HO0C) eingesetzt.
Tabelle A zeigt die Ergebnisse, die bei der Behandlung von Papieren mit der Urethanverbindung
V-A-V durch Eintauchen in eine Lösung der Verbindung in einem Aceton-Methylchloroform-Gemisch
erhalten wurden.
Lösungskonzen
tration
tration
0,2
0,1
0,1
Gemischnummer
5
4
4
Terpentinbeständigkeit (Min.)
glatt
gefaltet
1
0
0
Beständigkeit
gesen SAE 10 Ol
" bei 270C
gefaltet
gesen SAE 10 Ol
" bei 270C
gefaltet
1 bis 2 Tage
ITag
ITag
In Tabelle B sind die Ergebnisse zusammengestellt, die bei der Behandlung von Papier mit der Urethanverbindung
V-A-V bei verschiedenen Konzentrationen aus einer wäßrigen Emulsion erhalten wurden. Die
Ansätze 1-A, 1-B und 1-C wurden mit der Emulsion durch Eintauchen und Lufttrocknen bei 27° C behandelt.
Die Ansätze 2-A, 2-B und 2-C wurden mit der Emulsion durch Eintauchen und Trocknen in
einem Williams-Blatttrockner bei etwa 95° C behandelt.
| Ansatz | Lösungs- konzen tration |
Gemisch nummer |
Terpentinbeständigkeit (Min.), Durchschnitt von 3 Proben |
|
| 55 | gefaltet | |||
| 1-A | 0,3 | 6 + | 50 + | |
| 1-B | 0,2 | 6 | 20 | |
| 60 | 1-C | 0,1 | 5 + | 0 |
| 2-A | 0,3 | 7 + | 56 + | |
| 2-B | 0,2 | 6 + | 49 + | |
| 2-C | 0,1 | 6 + | 0 |
Tabelle C zeigt die relative Leistung der Urethanverbindung V-A-V und eines Chromkomplexes einer
Fluorkohlenstoffmonocarbonsäure bei der Behandlung von Einlagekartons.
Art der Behandlung
Beständigkeit gegen SAE 10 öl bei 27° C
glatt eingekerbt
glatt eingekerbt
Chromkomplex,
Chromkomplex,
Chromkomplex,
Urethan V-A-V,
Urethan V-A-V,
Urethan V-A-V,
Urethan V-A-V,
Chromkomplex,
Chromkomplex,
Urethan V-A-V,
Urethan V-A-V,
Chromkomplex,
Chromkomplex,
Urethan V-A-V,
Urethan V-A-V,
Urethan V-A-V,
Urethan V-A-V,
Chromkomplex,
Chromkomplex,
Urethan V-A-V,
Urethan V-A-V,
oberflächlich 1 Seite 0,20% . oberflächlich 1 Seite 0,14% . oberflächlich 1 Seite 0,06% .
oberflächlich 1 Seite 0,09% . oberflächlich 1 Seite 0,06% . oberflächlich 1 Seite 0,04% .
oberflächlich 1 Seite 0,015%
Sättigung 0,5%
Sättigung 0,25%
Sättigung 0,10% ,
Sättigung 0,05%
| 7 Tage | 0 Tage . |
| ITag | 0 Tage |
| 45 Minuten | 0 Minuten |
| 12 Tage | OTage |
| 9 Tage | OTage |
| 4 Tage | OTage |
| 45 Minuten | 0 Minuten |
| 7 Tage | 2 Stunden |
| 45 Minuten | 5 Minuten |
| 80 + Tage | 80 + Tage |
| 45 Tage | 45 Taee |
Beiderseitig mit dem Urethan V-A-V behandelter Einlagekarton kann mit Klebstoffen verleimt werden,
jedoch hindert die Fluorkohlenstoffbehandlung die Klebstoffe am Eindringen in die Oberfläche des
Kartons.
Die Zugabe von V-A-V zu Uberzugsgemischen auf Basis Polyvinylacetat und Stärke-Casein verbessert
die öl- und Schmutzabweisung der aus ihnen hergestellten überzüge.
Die in Tabelle C aufgeführten Verbindungen wurden geprüft.
| Urethan verbindung |
Schmelzpunkt | *) Woilgabardine. | Beispiel 5 | ölab- stoßung*) |
Sprüh be wertung*) |
| I-A-I | 85"C | 100 | 100 | ||
| H-A-II | weniger als 22° C | 100 + | 70 | ||
| IH-A-III | weniger als 22° C | 90 | 70 | ||
| IV-B-IV | 300C | 50 | 70 | ||
| V-C-V | 1250C | 100 | 70 + | ||
| VI-A-VI | 70° C | 100 | 70 | ||
| K-A-DC | weniger als 150° C | 100 | 80 | ||
| V-A-LI | — | 100 | —. | ||
| V-A-LII | — | 100 | 80 | ||
| V-A-LIII | — | 100 | 80 | ||
| V-A-LIV | —- | 100 | 90 | ||
| V-D-V | weniger als 150° C | 100 | 80 | ||
| V-E | — | 0 | 70 | ||
| V-F-V | — | 100 | 90 | ||
| V-G | — | 0 | 70 | ||
Eine Asbestplatte wurde mit einer l%igen Lösung der Verbindung V-A-V in einer Aceton- und 1,1-Trichlormethanlösung
bestrichen. Dann wurde der Asbest an der Luft getrocknet. Die ölabstoßungsleistung
war bei der behandelten Asbestplatte 120. Ein Tropfen Wasser auf der Oberfläche des Asbestplatte zeigte
einen Anfangskontaktwinkel von 90°. Der Wassertropfen wurde ohne irgendein Anzeichen von Benetzung
entfernt, während eine nichtbehandelte Asbestplatte sofort von Wasser oder ül benetzt wird.
B e i s ρ i e 1 6
Eine ebene Betonoberfläche wurde mit einer 1 %igen Lösung der Verbindung V-A-V in einer Aceton- und
1,1-Trichlormethanlösung behandelt. Die Betonoberfläche
wurde etwa 5 Minuten an der Luft getrocknet. Ein ölabstoßungstest zeigte kein Eindringen des Öls
in die Oberfläche. Nach der Entfernung des Öls wurden keine ölflecken beobachtet. Auf die Oberfläche
gebrachtes Wasser zeigte einen Kontaktwinkel größer als 90°, und das Wasser konnte von der Oberfläche
ohne ersichtliches Benetzen entfernt werden. Unbehandelte Betonflächen zeigten sofortiges Eindringen
sowohl von öl als auch von Wasser.
Ein durch Umsetzung der Fluorkohlenstoffverbindung V mit Toluoldiisocyanat (Verbindung A) und
anschließende Reaktion des erhaltenen Produktes mit Octadecylalkohol (Verbindung LI) erhaltenes Diurethan
(Verbindung V-A-LI) zeigte eine ausgezeichnete ölabstoßung und Sprühbewertung.
Das durch Umsetzung der Fluorkohlenstoffverbindung XIV mit der Verbindung A erhaltene Diurethan
(Verbindung XIV-A-XIV), Fp. 157° C) wurde als warme l%ige Lösung in einem Lösungsmittelgemisch
aus Äthylacetat und Methylchloroform im Verhältnis 50:50 auf Baumwoll- und Wollgewebe
aufgebracht, und man ließ dann die Proben über Nacht an der Luft trocknen. Das Baumwollgewebe
zeigte eine ölabstoßung von 50 und eine Sprühbewertung von 80. Das Wollgewebe zeigte eine ölabstoßung
von 90 und eine Sprühbewertung von 90 +.
B e i s ρ i e 1 9
In diesem Beispiel wird die Wirkung eines mit Phenol blockierten oder geschützten Urethans beschrieben.
Die durch Umsetzung der Diisocyanatverbindung C mit der Fluorkohlenstoffverbindung VII und -anschließende
Reaktion mit Phenol (Verbindung LV) erhaltene mit Phenol blockierte Urethanverbindung
LV-C-XIV zeigte gute öl- und wasserabweisende Eigenschaften.
Bei der Bildung dieser Verbindung in situ auf dem Substrat können die Reaktionskomponenten in einem
wäßrigen System emulgiert werden, um ihre An-Wendung dann, wenn ein Lösungsmittelsystem nicht
durchführbar oder zweckmäßig ist, zu erleichtern. Die mit Phenol blockierte Verbindung C (6 Teile)
und die Verbindung XIV (2 Teile) wurden in 100 Teilen Toluol und 134 Teilen Wasser unter Verwendung
eines kationischen-nichtionischen Emulgatorsystems emulgiert. Diese Emulsion wurde auf Wollgabardine
aufgebracht und während 10 Minuten bei 150° C
gehärtet. Das erhaltene Gewebe ergab nach dem Waschen mit Wasser und Trocknen eine ölabstoßung
und Sprühbewertung von 70. Wird die gleiche Menge der Verbindung XIV allein auf das Gewebe aufgebracht,
so zeigt das Gewebe keine ölabweisung. Durch Kalandrieren der erfindungsgemäß behandelten
Papiere werden die auf Grund der Urethanbehandlung erzielten Eigenschaften nicht beeinträchtigt,
während Papiere,. die mit Chromkomplexen von Fluorkohlenstoffmonocarbonsäuren behandelt
wurden, durch Kalandrieren beeinflußt werden. Vielmehr werden die günstigen Eigenschaften des erfindungsgemäß
behandelten Papiers häufig durch die beim Kalandrieren übertragene Wärme noch gesteigert.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verwendung von Urethanen, die über S-N-C-Bindungen an Kohlenwasserstoff gebundene Perfluoralkylgruppen enthalten, aus Mono- oder Polyisocyanaten durch Umsetzung mit an Schwefelatome gebundene Perfluoralkylgruppen(CF2)3_17CF3enthaltenden Sulfonamidverbindungen mit aktivem Wasserstoff und 4 bis 18 Kohlenstoffatomen in den Perfluoralkylgruppen hergestellt worden sind und einen Schmelzpunkt unterhalb von 250° C aufweisen, zur Verbesserung der öl- und Wasserfestigkeit von Oberflächen anorganischer und organischer Gegenstände.
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