DE1488679B2 - Schrittschaltmotor - Google Patents
SchrittschaltmotorInfo
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- H02K37/00—Motors with rotor rotating step by step and without interrupter or commutator driven by the rotor, e.g. stepping motors
- H02K37/10—Motors with rotor rotating step by step and without interrupter or commutator driven by the rotor, e.g. stepping motors of permanent magnet type
- H02K37/12—Motors with rotor rotating step by step and without interrupter or commutator driven by the rotor, e.g. stepping motors of permanent magnet type with stationary armatures and rotating magnets
- H02K37/14—Motors with rotor rotating step by step and without interrupter or commutator driven by the rotor, e.g. stepping motors of permanent magnet type with stationary armatures and rotating magnets with magnets rotating within the armatures
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Schrittschaltmotor mit einem ausgeprägte, permanentmagnetische
Pole wechselnder Polarität besitzenden Rotor und einem Stator doppelter Polzahl wie der Rotor, dessen
Pole je zwei Erregerwicklungen aufweisen, die untereinander zu zwei Wicklungssystemen verbunden
sind, deren Stromrichtungen wechselweise, teilweise läuferstellungsabhängig umschaltbar sind, so daß in
Abhängigkeit von dieser Umschaltung im Stator magnetische Start- und Rastpole entstehen. Derartige
aus der USA.-Patentschrift 3042819 bekannte Schrittschaltmotoren
werden beispielsweise in Geräten der Nachrichtentechnik und in datenverarbeitenden Einrichtungen
verwendet, die im sogenannten Start-Stopp-Betrieb arbeiten. So werden beispielsweise
Lochstreifen oder Lochkarten bei Loch- und Leseeinrichtungen zur Steuerung von Fernschreibmaschinen
oder Buchungsmaschinen benutzt. Der Aufzeichnungsträger wird dabei zwischen zwei im Stillstand
stattfindenden Auswertungen der Daten um einen Schritt weiter transportiert.
Es sind elektromagnetische Schrittschaltmotoren bekannt, bei denen ein mit permanenten Magneten
versehener Rotor durch Feldumpolung des Stators schrittweise gedreht wird. Die Wicklungen jedes zweiten
Stators sind dabei zu Wicklungssystemen zusammengefaßt, die durch eine äußere Umschalteinrichtung
in Abhängigkeit von äußeren Steuerimpulsen wechselweise umgepolt werden (deutsche Patentschrift
716 753). Es ist weiterhin ein Schrittschaltmotor bekannt, bei dem jedem Rotorpol zwei Statorpole
zugeordnet sind. Jedem Stator sind dabei zwei Wicklungen zugeordnet, die zu Wicklungssystemen
zusammengefaßt sind, so daß sich deren Felder im Stator insgesamt derart überlagern, daß sie ein magnetisches
Rastfeld und magnetisches Startfeld bilden. Beide Felder werden durch äußere Steuerimpulse in
Abhängigkeit der Rotorbewegung derart gesteuert, daß bei jeder Schrittbewegung das Wicklungssystem
des Rastfeldes umgepolt wird, während das Wicklungssystem des Startfeldes nur im ersten Moment
kurzzeitig erregt wird.
Auch bei diesen Motoren, die an sich geräuscharm arbeiten, wird der Rotor zu einem Zeitpunkt plötzlich
abgebremst, in welchem er seine Maximalgeschwindigkeit und damit seine größte kinetische
Energie besitzt. Da diese Verzögerung allein durch magnetische Kräfte erzielt werden kann, treten
zwangläufig Pendelerscheinungen ein, so daß der Rotor jeweils in die einzelnen Schrittstellungen einpendelt.
Um diese Erscheinungen zu vermeiden, sind Schrittschaltmotoren bekannt, auf deren Rotorwelle
Dämpfungseinrichtungen angeordnet sind, z. B. eine Flüssigkeitsbremse, eine Wirbelstrom- oder Reibungsbremse.
Diese Dämpfungseinrichtungen wirken auf die Rotorwelle nicht nur während der Periode der
Verzögerung, sondern auch während der Periode der Beschleunigung. Der Schrittschaltgeschwindigkeit
wird auch hierdurch eine relativ niedrige Grenze gesetzt.
Bei Einrichtungen der Nachrichtentechnik und der datenverarbeitenden Technik sind diese bisher bekannten
Schrittschaltwerke infolge ihrer Trägheit nicht zu verwenden. Insbesondere ist bei elektrischen
oder elektronischen Buchungsmaschinen und Schreibmaschinen eine große Schrittschaltgeschwindigkeit
des Papierwagens oder des Typenkorbes erwünscht. Andererseits aber besitzen die Schrittschaltmotoren
gegenüber den mechanischen und elektromechanischen Schrittschaltwerken den besonderen Vorteil,
daß sie geräuscharm und verschleißarm sind.
Der Erfinder liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schrittschaltmotor zu schaffen, der eine relativ hohe
Schrittschaltgeschwindigkeit besitzt und einen harmonischen Bewegungsablauf gewährleistet. Insbesondere
sollen Überschwingungen des Rotors nach Ausführung eines Schaltschrittes vermieden werden,
so daß eine hohe Schrittschaltgeschwindigkeit erzielt wird. Diese Aufgabe wird bei einem Schrittschaltmotor
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß jedem Statorpol eine Erregerwicklung vom
ersten und eine Erregerwicklung vom zweiten System zugeordnet ist und daß sich im erregten Zustand die
Magnetfelder der Erregerwicklungen derart überlagern, daß im Stator in Umfangsrichtung jeder zweite
Pol einen magnetischen Rastpol bildet und sich abwechselnd Nord- und Süd-Rastpole ergeben, während
die jeweils dazwischen liegenden Statorpole neutral sind, und daß die läuferstellungsabhängige Kommutierungsvorrichtung
die Umschaltungen derart be-
wirkt, daß durch die Umpolung des ersten Systems die Rastpole magnetisch neutral und die vorher neutralen
Pole zu Startpolen werden und den Rotor aus seiner Stellung heraus beschleunigen' und daß die
Umpolung des zweiten Systems jeweils dann vorgenommen wird, wenn sich die Rotorpole an den Startpolen
vorbei um einen bestimmten Winkel bewegt haben. Die läuferstellungsabhängige Kommutierungs-Vorrichtung
kann dabei durch eine fest auf der Rotorwelle angeordnete Kommutatorscheibe gebildet sein.
Die Stromabnahme geschieht dabei durch Schleifer. Eine berührungslose Kommutierung der Statorwicklung
ergibt sich, wenn die Kommutierungsvorrichtung aus elektronischen Schaltmitteln besteht, die
synchron zur Drehbewegung der Rotorwelle geschaltet sind. .
Bei der Durchführung mehrerer aufeinander folgender Schaltschritte oder bei einer Dauerschrittschaltung
ist gemäß weiterer Ausbildung der Erfindung der bestimmte Winkel kleiner als bei der Durchführung
eines Einzelschrittes. Die hierzu verwendete Schalteinrichtung kann durch eine Tabulatortaste
oder durch einen Programmschritt gesteuert werden. Nach Beendigung der Dauerschrittschaltung wird
durch Zurückschalten dieser Schalteinrichtung der Schrittschaltzustand wieder hergestellt.
Der wesentliche Erfindungsgedanke ist somit darin zu sehen, daß nach Beginn der Schrittbewegung des
Rotors dieser durch die auf ihn wirkende magnetische Kraft eine stetig wachsende Beschleunigung erfährt.
Die dadurch erzeugte kinetische Energie erreicht ihren Maximalwert in dem Zeitpunkt, in welchem der
Rotorpol dem zugeordneten ersten Statorpol genau gegenüber steht. Diese kinetische Energie bewirkt
aber auch ein Überschwingen des Rotorpols über diesen zugeordneten ersten Statorpol. Die Größe des
Überschwingens hängt überwiegend von der durch den zugeordneten ersten Statorpol erzeugten Magnetkraft
und zu einem geringeren Teil von der Reibung des Rotors ab. Sie kann genau berechnet werden.
Während des Überschwingens wird daher die kinetische Energie des Rotors abgebaut. Kurz bevor nun
diese kinetische Energie vernichtet ist, wird die zweite Statorwicklung (Rastfeld) umgepolt, so daß nunmehr
der Rotorpol nicht mehr von dem zugeordneten ersten Statorpol zurückgeholt wird, sondern von dem
zugeordnet zweiten Statorpol angezogen wird. Da der Rotorpol jetzt sich näher an dem zugeordneten zweiten
Statorpol befindet als zu Beginn des Schaltschrittes zum ersten Statorpol, wird die ihm erteilte
kinetische Energie nicht mehr so groß sein. Dementsprechend sind die Pendelerscheinungen wesentlich
geringer. Versuche haben gezeigt, daß diese Einpendelung in die Schaltschrittstellung proportional
von der Größe der kinetischen Energie zum Zeitpunkt der erneuten Feldumschaltung ist. Dieser Zeitpunkt
wird daher zweckmäßig in den Drehwinkelbereich des Rotors gelegt, in welchem die kinetische Energie
des Rotors annähernd vernichtet ist, d. h. wenn der Rotorpol erneut, also rückwärts, vom zugeordneten
ersten Statorpol angezogen wird. Zu diesem Zeitpunkt ist die Feldumpolung durchzuführen. Es entstehen
dadurch zwar in der zweiten Schaltschrittstellung geringfügige
Schwingungserscheinungen, die aber ohne weiteres durch eine schnell wirkende elektromagnetische
Bremse, die auf die Rotorwelle einwirkt, ohne Zeitverlust vermieden werden können.
Die Erfindung kann mit besonderem Vorteil nicht nur bei Lochstreifenstanzern und -Iesern verwendet
werden, sondern auch als Hemmwerk für elektrische Schreibmaschinen. Bei diesen können derart schnelle
Schreibgeschwindigkeiten erzielt werden, so daß der Papierwagen oder das Druckwerk während des
Druckvorganges kaum zum Stillstand kommt.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 den konstruktiven Aufbau eines Schrittschaltmotors
nach der Erfindung,
F i g. 2 den elektromagnetischen Vorgang zwisehen
Rotor und Stator des Schrittschaltmotors gemaß der Erfindung in einzelnen Stellungen und
F i g. 3 die elektrische Steuerung der Feldwicklungen des Schrittschaltmotors gemäß F i g. 2 in Abhängigkeit von der Drehung des Rotors.
F i g. 3 die elektrische Steuerung der Feldwicklungen des Schrittschaltmotors gemäß F i g. 2 in Abhängigkeit von der Drehung des Rotors.
Der erfindungsgemäße Schrittschaltmotor besteht aus den beiden feststehenden Teilen 1 und 2, in denen
die Rotorwelle 5 α, 5 b gelagert ist. Der Abstand zwischen den beiden feststehenden Teile 1 und 2
wird durch die Stärke des Blechpaketes bestimmt, das den Stator 3 bildet. Dieser Stator 3 besitzt acht
Statorpole (F i g. 2), die auf den Statorumfang gleichmäßig verteilt sind. Der Rotor 4 ist mit vier Rotorpolen,
die in F i g. 2 mit R I bis R IV bezeichnet sind, versehen. Die Rotorpole sind in bekannter Weise als
permanente Magnete oder als Elektromagnete ausgebildet und wechseln in ihrer Polarität untereinander
ab. Auf dem freien Wellenende 5 α ist eine Kommutatorscheibe 6 fest angeordnet. Sie enthält
mehrere kreisförmig angeordnete elektrisch leitende Bahnen, deren Anordnung aus der F i g. 3 ersichtlich
ist. Auf diesen elektrischen Bahnen schleifen Bürsten 8, deren Anordnung und Abstand zueinander
ebenfalls aus F i g. 3 hervorgehen. Diese Bürsten 8 sind in Bürstenhaltern 7 federnd angeordnet, die
ihrerseits über den Ring 12 sowie Abstandshülsen 9 α und 9 b mit dem festen Teil 2 verbunden sind.
Die Bürstenhalter 7 sind auf dem Ring 12 um die Rotorwelle 5 geringfügig verschiebbar, so daß der Zeitpunkt,
in denen die Feldumschaltungen des Schrittschaltmotors erfolgen, variiert werden kann. Über
dem Wellenende 5 b ist mit dem festen Teil 1 ein an sich bekannter Elektromagnet 10 angeordnet, dessen
zugehörige Ankerscheibe 11 drehlest mit der Rotorwelle 5 verbunden ist.
Die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Schrittschaltmotors wird zweckmäßig an Hand der Verwendung
für die Fortschaltbewegung des Papierwagens einer Schreibmaschine erläutert. Die Anwendung
des Schrittschaltmotors ist jedoch auf dieses Beispiel nicht beschränkt, sondern kann ganz allgemein
dort verwendet werden, wo Schrittbewegungen ausgeführt werden. Dabei können die Bewegungen
auch über mehrere Schritte hinweg erfolgen. Für den als Beispiel angeführten Verwendungszweck des
Schrittschaltmotors ist auf dem Rotorwellenende 5 b ein nicht dargestelltes Zahnrad befestigt, durch welches
der Abtrieb auf den Papierwagen erfolgt.
Die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Schrittschaltmotors sei an Hand der F i g. 2 und 3 beschrieben.
Die Statorpole 51 bis S 8 sind jeweils mit zwei
Wicklungen w 1 und w 2 versehen, die untereinander
zu einem Startfeld I und einem Rastfeld II verbunden sind. Die einzelnen Wicklungen w 1 bzw. w 2 sind in
ihrem Wicklungssinn elektrisch so in Reihe geschaltet, daß die magnetischen Feldlinien (Pfeile), die nach
außen gerichtet sind, einen magnetischen Südpol und
die Feldlinien, die zum Rotor 4 gerichtet sind, einen magnetischen Nordpol bilden. Diese Anordnung ist
willkürlich gewählt. Wichtig ist, daß die magnetischen Felder jedes zweiten Statorpols sich addieren während
die der dazwischenliegenden Statorpole sich aufheben.
Der Schrittschaltmotor ist so ausgelegt, daß er während einer Umdrehung des Rotors 4 vier Schrittschaltstellungen
einnehmen kann. F i g. 2 a zeigt die Ausgangslage des Motors, F i g. 2 b die Startbedingungen,
F i g. 2 c den Schaltzustand kurz vor der erneuten Umpolung der Statorwicklung II und F i g. 2 d die
zweite Schrittschaltstellung.
Die F i g. 2 a, b und 2 h stellen einzelne Phasen des Motors bei einem Antrieb über mehrere (hier zwei)
Schrittschaltstellungen dar, wie dies z. B. beim Kolonnensprung des Papierwagens einer Schreibmaschine
der Fall ist.
In F i g. 3 ist die Kommutatorscheibe 6 in Draufsicht und die elektrische Schaltung zur Steuerung des
Motors dargestellt. Die Anschlußklemmen α und b des
Startfeldes I und des Rastfeldes II sind mit denen der F i g. 2 a bis 2 h identisch. Die Kommutatorscheibe 6,
die aus elektrisch nicht leitendem Material besteht (gestrichelt gezeichnet), enthält zwei elektrisch leitende
Kreisbahnen 61 und 62, die ebenso wie die übrigen elektrisch leitenden Bahnen als gedruckte
Schaltungen ausgebildet sind und der Spannungszuführung für die Statorwicklung dienen. Mit diesen
Bahnen wirken die Schleifer 81 und 82 zusammen. Die mit der Bahn 61 verbundene äußere Bahn 63 bewirkt
über den Schleifer 83 die Anschaltung der Wicklung eines Bremsmagneten 10 innerhalb der
Raststellungen. Die Bahnen 64 bis 67 sind ineinander in vorbestimmter Weise verschachtelt und wirken mit
den Schleifern 84 bis 87 zusammen. Durch sie wird in Abhängigkeit des Drehwinkels der Rotorwelle 5
die Kommutierung der Statorwicklungen w 1 und w 2 erreicht.
Die in F i g. 3 gezeigte Stellung der Kommutatorscheibe 6 entspricht der in F i g. 2 a gezeigten Rotorstellung.
Für die Statorwicklung w 1 (Rastfeld, II) besteht folgender Stromkreis:
+ -Polschleifer 81, Kreisbahn 61, Kreisbahn 66, Schleifer 86, Kontakt 23, II a, Wicklungen w 1, II b,
Kontakt r 22, Schleifer 87, Kreisbahn 67, Kreisbahn 62, Schleifer 82, Pol.
Für die Statorwicklung w 2 (Startfeld, I) besteht
der Stromkreis:
+ -Polschleifer 81, Kreisbahn 61, Kreisbahn 64, Schleifer 84, Kontakt r 13, la, Wicklungen w2, Ib,
Kontakt r 12, Schleifer 85', Kreisbahn 65, Kreisbahn 62, Schleifer 82, — -Pol.
Durch diese Stromkreise werden in den Statorwicklungen
w 1 und w 2 Magnetfelder aufgebaut, deren Richtung durch die Pfeile in F i g. 2 a gekennzeichnet
ist. Dadurch bilden sich an den Statorpolen 5 2 und 5 6 Südpole und an den Statorpolen 5 4 und
5 8 Nordpole, während die Statorpole 51, 53, 5 5
und 5 7 magnetisch neutral sind. Sind die Magnetpole des Rotors so gewählt, daß die Rotorpole R I und
R III als Südpole und die Rotorpole R II und R IV als Nordpole ausgebildet sind, so besteht ein stabiler
Zustand zwischen Rotor und Stator.
Erfolgt nun ein Schrittschaltbefehl, z. B. nach dem Lesen eines in einem Lochstreifen gespeicherten Zeichens
oder nach Abdruck eines Zeichens, so werden in bekannter Weise die Kontakter 11, rl2, rl3, die
miteinander in Wirkverbindung stehen, geschaltet.
An Stelle dieser als Relaiskontakte dargestellten Kontakte können auch Handschalter oder elektronische
Schalter Verwendung finden. Durch Öffnen des Kontaktes r 11 wird der Stromkreis des Bremsmagneten
10 unterbrochen. Die Ankerscheibe 11 und damit die Rotorwelle 5 wird freigegeben. Durch Umschalten
der Kontakte r 12 und r 13 auf die Kontaktseite 1 wird nunmehr die Klemme I b über den Schleifer 85
mit der Kreisbahn 65 verbunden. Diese Kreisbahn 65
ίο ist nun mit der Kreisbahn 61 verbunden. Die Klemme
I a ist dagegen über den Schleifer 84 mit der Kreisbahn 64 verbunden, die ihrerseits mit der Kreisbahn
62 in Verbindung steht. Dadurch erfolgt eine Umkehrung der Stromrichtung in den Wicklungen
w 2 des Stators 3. Die sich jetzt ergebenden magnetischen Felder in F i g. 2 b gezeichnet. Damit sind die
Statorpole 5 1 und 5 5 Nordpole und die Statorpole 5 3 und 5 7 Südpole, während die vorher als Nordpol
und Südpol wirkenden Statorpole magnetisch neutral sind. Der Statorpol 51 wirkt nun auf den Südpol R I
des Rotors 4 und der Stator 55 auf den Südpol R IH des Stators 4 usw. Diese Rotorpole werden in bekannter
Weise von den Statorpolen angezogen und dadurch die Rotorwelle 5 in eine Drehbewegung versetzt.
Die Kraft, die dabei auf die Rotorwelle einwirkt, kann berechnet werden und verläuft sinusförmig
(positive Halbwelle). Der Rotor erhält dabei eine steigende kinetische Energie, die in dem Zeitpunkt
am größten ist, in welchem der Rotorpol R I bzw. R III dem Statorpol 51 bzw. 55 genau gegenüber
steht. Infolge dieser kinetischen Energie wird die Rotorwelle weitergedreht, so daß von den Statorpolen
nunmehr eine verzögernde Kraft auf die Rotorpole ausgeübt wird. Diese verzögernde Kraft verläuft
ebenfalls sinusförmig (negative Halbwelle).
Kurz nachdem der Rotor 4 seine Ausgangsstellung verlassen hat, d. h. sobald die Kommutatorscheibe 6
sich um einen vorbestimmten Betrag gedreht hat, werden die Schleifer 84' und 85' auf den Lamellen
der Kreisbahnen 64 und 65 auflaufen, auf denen zu Beginn des Starters die Schleifer 84 und 85 gewesen
sind. Zu diesem Zeitpunkt kann die Rückstellung der Kontakte r 11, r Yl und r 13 in die gezeichnete Ausgangslage
erfolgen, ohne daß dadurch an den magnetischen Bedingungen der Statorwicklungen etwas geändert
wird.
Kurz bevor nun das auf den Rotor wirkende Bremsmoment die kinetische Energie des Rotors vernichtet
hat, ist durch die Drehung der Kommutatorscheibe 6 das Schleiferpaar 86' und 87' um mehr als
45° verschoben worden, so daß nunmehr der Schleifer 86' nicht mehr mit der Kreisbahn 61, sondern mit
der Kreisbahn 62 und der Schleifer 87' nicht mehr mit der Kreisbahn 62 sondern mit der Kreisbahn 61
verbunden ist. Dadurch erfolgt eine Umpolung in den Wicklungen w 1 des Rastfeldes II und damit der Statorpole
51 bis 5 8, so daß nunmehr die in F i g. 2 d gezeigten Magnetfeldbedingungen bestehen. Der Rotorpol
R I wird von den nunmehr als Nordpol ausgebildeten Statorpol 5 2 angezogen. In dieser Stellung
wird über die Schleifer 81 und 83 der Stromkreis für den Bremsmagneten 10 geschlossen. Die Ankerscheibe
11 wird angezogen und dadurch die Rotorwelle 5 festgehalten. Damit ist eine Schrittschaltung
des Motors durchgeführt.
Kann durch Synchronisierungsmaßnahmen sichergestellt werden, daß eine erneute Umpolung der Statorwicklungen
w 1 stets zu dem Zeitpunkt erfolgt, in
welchem die während der ersten Halbperiode erzeugte kinetische Energie der Rotorwelle 5 nur noch
einen vorbestimmten geringen Betrag aufweist, so wird der Rotorpol auf den zweiten zugeordneten Statorpol
kaum einschwingen. In solchen Fällen kann der Bremsmagnet 10 entfallen.
Mit dem erfindungsgemäßen Schrittschaltmotor läßt sich auch ein Vorschub über mehrere Schritte
mit konstanter erhöhter Geschwindigkeit erreichen, so daß z.B. ein Tabulatorsprung des Papierwagens to
oder Typenkorbes durchgeführt werden kann. Hierzu wird zunächst der Motor wie beim vorher beschriebenen
Schrittbetrieb gestartet (F i g. 2 a und 2 b). Auch die Umpolung der Feldwicklungen erfolgt zu
einem Zeitpunkt, wenn sich der Rotorpol zwischen dem ersten und zweiten zugeordneten Statorpol befindet,
d. h., in seiner Phase des Überschwingens. Im Gegensatz zum Schrittbetrieb erfolgt jedoch die Umpolung
der Feldwicklung etwas früher, wie dies aus der Zeichnung 2 e hervorgeht, in welcher bei gleicher
Rotorstellung gegenüber der F i g. 2 c bereits das Statorfeld umgepolt ist.
Würde eine Umpolung zum Zeitpunkt der größten kinetischen Energie bzw. der größten Geschwindigkeit,
also wenn sich Rotorpol und erster zugeordneter Statorpol genau gegenüberstehen, erfolgen, so würde
die Geschwindigkeit des Rotors so weit steigen, bis die Beschleunigungskräfte den Reibungskräften entsprechen.
Ein solcher Vorgang ist bei Gleichstrommotoren bekannt. Durch die spätere Umpolung wird
stets eine minimale Abbremsung des Rotors erreicht, so daß bei richtiger Wahl des Zeitpunktes der Umpolung
die Beschleunigung 0 bleibt: b (o> / = π) = 0.
Der Rotor behält dann seine maximale Geschwindigkeit bei, die ihm durch die positive Halbwelle, der Beschleunigung,
gegeben wurde. Dabei ist diese maximale Geschwindigkeit gleich der doppelten mittleren
Geschwindigkeit.
Um dies zu erreichen, werden vor dem Start die Kontakte r 21, r 22 und r 23, die ebenfalls stets gleichzeitig
betätigt werden, geschaltet. Auch diese in F i g. 3 als Relaiskontakte dargestellten Kontakte
können Handschalter oder elektronische Schalter sein, die von einem Synchron- bzw. Befehlsimpuls gesteuert
werden. Ein solcher Impuls kann z. B. dadurch erreicht werden, daß eine Lochscheibe auf der Rotorwelle
befestigt ist, deren Löcher durch Fotozellen abgetastet werden. Durch Öffnen des Kontaktes r 21
wird verhindert, daß in jeder möglichen Schrittstellung der Bremsmagnet 10 wirksam wird. Durch die
Umschaltung der Kontakte r 22 und r 23 auf die Kontaktseiten 1 wird erreicht, daß nunmehr die vorlaufenden
Schleifer 86 und 87 wirksam sind. Der Winkel, den die Schleifer untereinander zur Drehachse bilden,
entspricht dem Winkel, um den die Polumschaltung der Feldwicklungen früher als beim Schrittbetrieb erfolgt.
Der Unterschied dieser beiden Winkel bestimmt die erhöhte Durchlaufgeschwindigkeit des
Rotos gegenüber dem Schrittbetrieb. Je größer er ist, desto größer ist die Durchlaufgeschwindigkeit, weil
die Rotorwelle durch geringeren Überhub nicht so stark gebremst wird. Der Zeitpunkt der Polumschaltung
sowohl beim Durchlauf als auch beim Schrittbetrieb läßt sich durch Justieren der Bürstenhalter 7
auf dem Ring 12 (Fig. 1) einstellen, so daß auch hierdurch eine geringfügige Änderung der Geschwindigkeit
vorgenommen werden kann.
Sollen n-Schaltschrittstellungen durchlaufen werden,
so ist die Kommutierung des Statorfeldes wieder auf Schrittbetrieb umzuschalten kurz bevor n-lfe-Schrittschaltstellungen
zurückgelegt sind. Die Kontakte r21, r22 und r23 sind wieder in ihre Schaltstellungen
2 zurückzuführen. Dadurch wird die erneute Umschaltung des Rastfeldes II wieder zu dem
später liegenden Zeitpunkt, d.h., wenn die vorhandene kinetische Energie in größeren Maßen vernichtet
ist, erfolgen. Dies wird durch die F i g. 2 g gegenüber der F i g. 2 e deutlich, in welcher bei gleicher
Rotorstellung die Umschaltung der Statorwicklung noch nicht erfolgt ist. Die F i g. 2 h zeigt die darauffolgende
Raststcllung des Schrittschakmotors. Sie ist bis auf die Schrittposition mit F i g. 2 d identisch. Der
Bremsmagnet 10 ist über die Kontaktbahn 63 und den Schleifer 83 erregt.
Versuche haben ergeben, daß mit einem Schrittschaltmotor gemäß der Erfindung eine Schaltfrequenz
von 1500 Schritten/min mit Leichtigkeit erreicht wird, ohne daß dabei die Genauigkeit der Schaltschrittstellungen
beeinträchtigt ist. Der erfindungsgemäße Gegenstand ist daher auch bei Schreibmaschinen anzuwenden,
bei denen es auf ein exaktes Schriftbild ankommt.
Übersteigt die Schaltschrittfrequenz den vorher angegebenen Betrag wesentlich, z. B. um das doppelte,
so besteht die Gefahr, daß die Remmanenzerscheinungen des Bremsmagneten sich hindernd auswirken.
Dies kann dadurch gemildert werden, daß auf die Ankerscheibe 11 des Bremsmagneten 10 eine geringe
Federkraft einwirkt, die den Anzugskräften des Bremsmagneten entgegenwirkt. Die Größe dieser Gegenkraft
richtet sich dabei nach der Größe der Remmanenz.
Im vorliegenden Beispiel wurde eine Drehrichtung des Schrittschaltmotors im Uhrzeigersinn gewählt.
Eine Drehrichtung entgegen dem Uhrzeiger kann dadurch erreicht werden, daß an Stelle der Kontaktseiten
2 der Kontakte r 12, r 13 und r 22, r 23 die Kontaktseiten 1 als Ruhestellungen benutzt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 309550/131
Claims (3)
1. Schrittschaltmotor mit einem ausgeprägte, permanentmagnetische Pole wechselnder Polaritat
besitzenden Rotor und einem Stator doppelter Polzahl wie der Rotor, dessen Pole je zwei Erregerwicklungen
aufweisen, die untereinander zu zwei Wicklungssystemen verbunden sind, deren Stromrichtungen wechselweise, teilweise
läuferstellungsabhängig umschaltbar sind, so daß in Abhängigkeit von dieser Umschaltung im
Stator magnetische Start- und Rastpole entstehen, dadurch gekennzeichnet, daß jedem
Statorpol (51 bis 56) eine Erregerwicklung (w2)
vom ersten (I) und eine Erregerwicklung (w 1) vom zweiten System (II) zugeordnet ist und daß
sich im erregten Zustand die Magnetfelder der Erregerwicklungen (w 1, w 2) derart überlagern,
daß im Stator in Umfangrichtung jeder zweite Pol einen magnetischen Rastpol (52, 54, 56 und
58) bildet und sich abwechselnd .Nord- und Süd-Rastpole ergeben, während die jeweils dazwischen
liegenden Statorpole (51, 53, 55, 57) neutral sind und daß die läuferstellungsabhängige Kommutierungsvorrichtung
(6, 7, 8) die Umschaltungen derart bewirkt, daß durch die Umpolung des ersten Systems die Rastpole magnetisch neutral und
die vorher neutralen Pole zu Startpolen werden und den Rotor aus seiner Stellung heraus beschleunigen
und daß die Umpolung des zweiten Systems jeweils dann vorgenommen wird, wenn sich die Rotorpole (R I bis R IV) an den Startpolen
vorbei um einen bestimmten Winkel bewegt haben.
2. Schrittschaltmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die läuferstellungsabhängige
Kommutierungsvorrichtung durch eine fest auf der Rotorwelle (5) angeordnete Kommutatorscheibe
(6) gebildet ist.
3. Schrittschaltmotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Durchführung
mehrerer aufeinanderfolgender Schaltschritte der bestimmte Winkel kleiner ist als bei Durchführung
eines Einzelschrittes.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) |