DE1471485C3 - Keramisches Dielektrikum, bei dem Erdalkalititanate verwendet sind - Google Patents
Keramisches Dielektrikum, bei dem Erdalkalititanate verwendet sindInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein keramisches Dielektrikum, bei dem Erdalkalititanate verwendet sind und das verbesserte
Eigenschaften bezüglich Dielektrizitätskonstante, Temperaturkoeffizient der Dielektrizitätskonstanten
und Q-Faktor aufweist.
Unter Q-Faktor oder Güte-Faktor versteht man das Verhältnis
2 π · gespeicherte Energie
Energieverlust pro Zyklus
oder bei Kondensatoren
Energieverlust pro Zyklus
oder bei Kondensatoren
tg<5
ω CR
Die zur Zeit vorwiegend gebräuchlichen keramischen Dielektrika kann man in zwei Typen einteilen.
Die eine besteht hauptsächlich aus Titanoxyd und die andere hauptsächlich aus Bariumtitanat. Titanoxyddielektrika,
die in großem Umfang als Temperaturkompensatoren gebraucht werden, haben bei hohen
Frequenzen einen hohen Q-Faktor in der Größenordnung von 2000 bis 3000, jedoch ist ihre Dielektrizitätskonstante
niedrig. Zum Beispiel liegt die Dielektrizitätskonstante der Rutilkeramika, die bei dieser Type
als verhältnismäßig hoch anzusehen ist, bei etwa 114.
Bariumtitanatdielektrika haben zwar eine hohe Dielektrizitätskonstante
von über 2000, ihr Q-Faktor ist aber mit etwa 150 niedrig und sehr temperaturabhängig.
Der Minimalwert des Temperaturkoeffizienten der Dielektrizitätskonstante liegt bei den bekannten
Dielektrika bei etwa—6000 · 10-e/° C.
Aus »Journal of the American Ceramic Society«, Bd. 46 (5), S. 197 bis 202, ist es bekannt, bei einem
Bariumtitanatdielektrikum die Lebensdauer bzw. die Widerstandsfähigkeit der dielektrischen Eigenschaften
durch geringe Zusätze von 0,5 bis 1,0 Molprozent La2O3 oder La2O3 · 3TiO2 zu verbessern. In der Provisional
Specification der britischen Patentschrift 574 577 ist La2(TiO3)3 als Material für Dielektrika, gegebenenfalls
in Mischung mit Erdalkalititanaten, genannt, ohne daß besondere Wirkungen beschrieben
sind. In der Complete Specification· und in den Ansprüchen ist dieses Lanthantitanat nicht mehr erwähnt.
Bezüglich der Dielektrizitätskonstanten war es Aufgabe
der Erfindung, die unzulänglich niedrige Höhe von 114 der Titanoxyddielektrika zu verbessern und
eine vorteilhaftere DK im Bereich von 3000 bis 250 zu erreichen.
Bezüglich des mechanischen Q-Faktors war es Aufgäbe der Erfindung, den unzulänglich niedrigen Wert
von 150 der Bariumtitanatdielektrika zu verbessern. Erfindungsgemäß werden Werte von 220 bis 5500 erreicht.
Bezüglich des Temperaturkoeffizienten der DK wird
ίο zu dessen Verbesserung die spezifische Verbindung
La2O3 · 2TiO2 zugesetzt. Durch die Erfindung wird erreicht, daß man zu der vorteilhaftesten Kombination
der drei wichtigen Eigenschaften Dielektrizitätskonstante, Q-Faktor und Temperaturkoeffizient der Di-
elektrizitätskonstanten gelangen kann.
Gegenstand der Erfindung ist ein keramisches Dielektrikum, bei dem Erdalkalititanate verwendet sind
und das dadurch gekennzeichnet ist, daß es durch Sinterung eines Gemisches hergestellt ist, in dem 45 bis
85 Molprozent BaTiO3, 5 bis 20 Molprozent La2O3 ·
2TiO2 und 1 bis 54 Molprozent CaTiO3 enthalten sind.
Durch die Erfindung sind keramische Dielektrika
geschaffen, deren Eigenschaften zwischen denen der obengenannten Typen liegen. Sie haben eine höhere
Dielektrizitätskonstante als die Titanoxydtypen und einen sehr vjel höheren Q-Faktor als die Bariumtitanattypen.
Bei dem Dielektrikum gemäß der Erfindung kann die Dielektrizitätskonstante im Bereich von etwa 250
bis etwa 3000, der Q-Faktor im Bereich von etwa 220 bis 5500 und der Temperaturkoeffizient der Dielektrizitätskonstante
im Bereich von etwa —2100 · 10-e/°C
bis-9000 · 10-60C eingestellt werden.
In der GB-PS 789 084 ist ein Dielektrikum beschrieben, das aus 85% Bariumtitanat, 12%
Calciumtitanat und 3% Ceriumoxid besteht, wobei anstelle von Ceriumoxid auch Lanthanoxid in Frage
kommt. Das erfindungsgemäß zu verwendende Lanthandititanat ist jedoch dem Lanthanoxid in seiner
Wirkung nicht äquivalent, denn aus Am. Ceram. Soc. 46 (5), S. 202, linke Spalte, 1. Absatz, ist es bekannt,
daß Lanthantrititanat und damit, abgeschwächt auch Lanthandititanat bei Bariumtitanat den Curiepunkt
verschiebt, während ein Zusatz von La2Os zu BaTiO3
keine Änderung der Curietemperatur bewirkt. Die Erwähnung eines Zusatzes von Lanthanoxid konnte
also die Erfindung nicht nahelegen.
In überraschendem Unterschied zu dem bekannten Zusatz von La2O3 · 3TiO2 führt das La2O3 · 2TiO2 ge-
maß der Erfindung zu anderen Wirkungen. Dies zeigen Vergleichsversuche, deren Ergebnisse in der untenstehenden
Tabelle wiedergegeben sind. In der Tabelle sind unter Beispiel 1 und 2 die Kennwerte der in den
nachfolgenden Anmeldungsbeispielen beschriebenen
Dielektrika angegeben. Bei den Beispielen la und 2a wurde nach der gleichen Vorschrift gearbeitet, jedoch
wurde das La2O3 · 2TiO2 durch.La2O3 · 3TiO2 ersetzt.
Beispiel 1
Beispiel 1 a
Beispiel 2
Beispiel 2 a
Beispiel 1 a
Beispiel 2
Beispiel 2 a
366
444
250
353
444
250
353
Temperaturkoeffizient der
DK-10-«/° C
DK-10-«/° C
-2450
-3450
-2175
-3050
-3450
-2175
-3050
Mechanischer Q-Faktor
2170
1260
3991
1050
1260
3991
1050
Das La2O3 · 2TiO2 gemäß der Erfindung bewirkt
eine Verbesserung des Temperaturkoeffizienten und auch des mechanischen Q-Faktors mit einer Herabsetzung
der DK. La2O3 · 3TiO2 hingegen bewirkt eine
Verschlechterung des Temperaturkoeffizienten und des mechanischen Q-Faktors und eine Erhöhung der DK.
Ein keramisches Dielektrikum gemäß der Erfindung kann folgendermaßen hergestellt werden:
Durch etwa 20stündiges Mischen wird BaCO3,
CaCO3, La2O3 und TiO2 zu einer homogenen Mischung
verarbeitet. Diese wird in oxydierender Atmosphäre bei einer Temperatur von 1100 bis 130O0C
während 2 Stunden kalziniert. Das kalzinierte Material wird zu feinem Pulver vermählen. Dann wird in
fester oder flüssiger Form ein Bindemittel zugegeben, in dem das Material nicht löslich ist. Das unter Druck
zur gewünschten Gestalt geformte Material wird in einer oxydierenden Atmosphäre bei einer Temperatur
von 1100 bis 1400° C während etwa 3 Stunden gesintert.
F i g. 1 zeigt im Dreiecksdiagramm die Abhängigkeit der Dielektrizitätskonstante des keramischen Körpers
von dem in Molprozent angegebenen Anteilverhältnis der drei Mischungskomponenten BaTiO3, La2O3 ·
2TiO2 und CaTiO3. Die eingetragenen Zahlenwerte
sind die jeweiligen Dielektrizitätskonstanten.
F i g. 2 zeigt im Dreiecksdiagramm die Abhängigkeit des Q-Faktors von dem in Molprozent angegebenen
Anteilverhältnis der drei Mischungskomponenten. Die eingetragenen Zahlen sind die Werte der
jeweiligen Q-Faktoren.
Fig. 3 zeigt im Dreiecksdiagramm die Abhängigkeit des Temperaturkoeffizienten der Dielektrizitätskonstante
von dem in Molprozent angegebenen Anteilverhältnis der drei Mischungskomponenten. Die eingetragenen
Zahlenwerte beziehen sich auf die jeweiligen Temperaturkoeffizienten.
Aus dem Dreiecksdiagramm der Fig. 1, das die Werte für die DK zeigt, ist abzulesen, daß die DK mit
steigenden Anteilen an La2O3 · 2TiO2 und CaTiO3
kleiner wird. Es lassen sich jedoch ausreichend hohe Werte für die DK erzielen, wobei besonders wertvoll
ist, daß gleichzeitig der Temperaturkoeffizient und der Q-Faktor auf sehr günstige Werte verbessert werden
können.
Aus dem Dreiecksdiagramm der Fig. 2, das die Werte für den Q-Faktor zeigt, ist abzulesen, daß bei
Anteilen oberhalb 85 Molprozent BaTiO3 die Anwendung
von La2O3 · 2TiO2 und CaTiO3 keine bemerkenswerte
Auswirkung auf die Verbesserung des Q-Faktors hat. Das Zusammenwirken von La2O3 · 2TiO2 und
CaTiO3 zeigt sich hingegen deutlich im Bereich niedrigerer
Anteile an BaTiO3, wo sich so hohe Werte wie
3000 bis 5000 häufen. Auch aus diesem Dreiecksdiagramm ergibt sich, daß die erfindungswesentlichen
Grenzen zwischen 45 und 85 Molprozent BaTiO3 liegen.
Im Dreiecksdiagramm der Fig. 3, aus dem die Werte für den Temperaturkoeffizienten zu ersehen sind,
gehen die eingezeichneten drei charakteristischen Linien von der Dreiecksseite Ba-TiO3-CaTiO3
aus, und der Abstand von dieser Dreiecksseite wächst mit steigenden Anteilen an BaTiO3 und ist bei Anteilen
von 85 bis 95 Molprozent beträchtlich vergrößert. Im Bereich geringer werdender Anteile nähern sich die
drei Linien der Dreiecksseite BaTiO3 — CaTiO3, auf
der der Anteil an La2O3 · 2TiO2 gleich Null ist. Ebenso
verringern sich die gegenseitigen Abstände zwischen den drei Linien. Dies zeigt, daß die Wirkung des
La2O3 -2TiO2 bezüglich Verbesserung des Temperaturkoeffizienten
stärker wird im Bereich niedrigerer Anteile an BaTiO3. Weiter ist zu ersehen, daß für eine
günstige Regulierung des Temperaturkoeffizienten im teinären Gemisch
BaTiO3 — La2O3 · 2TiO2 — CaTiO3
für den Anteil an BaTiO3 85 Molprozent als obere
ίο Grenze angesehen werden kann.
Ferner ist aus den drei Dreiecksdiagrammen zu ersehen, daß die deutliche Wirkung des La2O3-2TiO3
ab 5 Molprozent einsetzt.
Zusammenfassend ergibt sich für die angegebenen Grenzen des Mischungsverhältnisses folgendes:
Zusammenfassend ergibt sich für die angegebenen Grenzen des Mischungsverhältnisses folgendes:
Wenn der Anteil an BaTiO3 unter 45 Molprozent
liegt, wird die Dielektrizitätskonstante sehr klein, und wenn er 85 Molprozent überschreitet, wird der Q-Faktor
niedrig. Wenn der Anteil an La2O3 · 2TiO2 unter
5 Molprozent liegt, tritt keine wesentliche Additionswirkung ein, und wenn er 20 Molprozent überschreitet,
wird die Verglasung schwierig. Wenn der Anteil an CaTiO3 unter 1 Molprozent liegt, erhält man
nicht die gewünschten Eigenschaften, und wenn er 54 Molprozent überschreitet, wird die Dielektrizitätskonstante niedrig.
Die folgenden Beispiele geben eine weitere Erläuterung.
Beisp iel 1
Als Rohmaterialien wurden BaCO3, CaCO3, La2O3
und TiO2 verwendet. Im vorliegenden Fall kann BaTiO3 durch Brennen von BaCO3 und TiO2 entstehen.
La2O3 · 2TiO2 kann durch Brennen von La2O3
und TiO2 entstehen. CaTiO3 kann durch Brennen von
CaCO3 mit TiO2 entstehen.
BaCO3, CaCO3, La2O3 und TiO2 wurden in solchen
Mengen verwendet, daß ein Gemisch von folgendem Molprozent-Verhältnis entstand:
BaTiO3: La2O3- 2TiO2: CaTiO3 = 55 :10: 35.
Nach einem etwa 20stündigen Mischvorgang erhielt man eine homogene Mischung, die unter Luftzutritt
bei 12600C während 2 Stunden kalziniert wurde. Das
kalzinierte Material wurde so weit pulverisiert, daß die gröbsten Teilchen durch ein Sieb von 250 Maschen
gingen und die feinsten Teilchen nicht durch ein Sieb
von 300 Maschen gingen. Dann wurde eine geringe Menge wäßrige Stärkelösung zugegeben. Dieses Material
wurde unter einem Druck von 41 pro cm2 zu Scheiben von 15,2 mm Durchmesser und 0,8 mm
Dicke geformt und während 3 Stunden bei 13500C gesintert.
Das so hergestellte keramische Dieelktrikum hatte folgende Eigenschaften:
Dielektrizitätskonstante (ε) 366
Q-Faktor 2170
Temperaturkoeffizient der Dielektrizitätskonstante —2450 · 10-«/° C
Es wurde von gleichem Rohmaterial wie im Beispiel 1 ausgegangen. Aus BaCO3, CaCO3, La2O3 und
TiO2 wurde ein Gemisch zusammengestellt, das zu folgendem Molprozent-Verhältnis führte:
BaTiO3: La2O3 · 2TiO2: CaTiO3 = 45:10:45.
Diese Rohmaterialien wurden während 20 Stunden
147 14ÖÖ
zu einer homogenen Mischung verarbeitet und dann an der Luft bei 12400C während 2 Stunden kalziniert.
Die weitere Verarbeitung erfolgte wie im Beispiel 1.
Das gebildete Dielektrikum hatte folgende Eigenschaften:
Dielektrizitätskonstante (ε) 250
Q-Faktor ...: 3991
Temperaturkoeffizient der Dielektrizitätskonstante —2175 · 10-«/°
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Keramisches Dielektrikum, bei dem Erdalkalititanate verwendet sind, dadurch gekennzeichnet,
daß es durch Sinterung eines Gemisches hergestellt ist, in dem 45 bis 85 Molprozent
BaTiO3, 5 bis 20 Molprozent LaaO3 · 2TiO2 und
1 bis 54 Molprozent CaTiO3 enthalten sind.
2. Herstellung eines Dielektrikums nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein homogenes
Gemisch von BaCO3, CaCO3, La2O3 und
TiO2 in oxydierender Atmosphäre bei 1100 bis
130O0C während etwa 2 Stunden kalziniert, dann pulverisiert und nach Zugabe eines Bindemittels
unter Druck geformt wird, worauf bei 1100 bis 14000C während etwa 3 Stunden die Sinterung in
oxydierender Atmosphäre erfolgt.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET0026471 | 1964-06-27 | ||
| DET0026471 | 1964-06-27 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1471485A1 DE1471485A1 (de) | 1969-05-29 |
| DE1471485B2 DE1471485B2 (de) | 1973-03-15 |
| DE1471485C3 true DE1471485C3 (de) | 1976-09-23 |
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