DE1469062B - Verfahren zum Herstellen von aminali sierten Fasern aus Regeneratcellulose - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von aminali sierten Fasern aus RegeneratcelluloseInfo
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Description
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Das Cellulosemolekül enthält bekanntlich keine und den Äther in situ bilden. Beispiele hierfür sind
basischen Gruppen, so daß sich Fasern aus Rege- unter anderem 2-Aminoäthylschwefelsäure, 2-Chlor-
neratcellulose mit Säurefarbstoffen nicht anfärben äthanolamin und die entsprechenden Diäthylverbin-
lassen. Durch die Aminalisierung sollen Cellulose- düngen.
fasern für Wollfarbstoffe, insbesondere für Säure- 5 Die Industrie wendet zur Umsetzung von Alkalifarbstoffe,
anfärbbar gemacht werden. Da die Säure- cellulose mit Schwefelkohlenstoff zu Natriumcellufarbstoffe
nicht so teuer sind wie die üblicherweise losexanthogenat zwei verschiedene Methoden an. Bei
zum Färben von Cellulose benutzten Direktfarb- der ersten Methode wird die Alkalicellulose in einer
stoffe, wäre es erwünscht, Cellulose derart zu modi- inerten polaren organischen Flüssigkeit, wie Aceton,
fizieren, daß Regeneratcellulosefasern Substantiv mit io dispergiert, bevor der Schwefelkohlenstoff zugesetzt
Säurefarbstoffen angefärbt werden können. Die wird, während bei der zweiten Methode keine Diaminalisierten
Fasern verhalten sich zwar färberisch spersionsflüssigkeit verwendet wird. Es bereitet
grundsätzlich wie Wolle, doch sind einige Eigen- keinerlei Schwierigkeiten, der Cellulose zwecks Erschaften
in der erforderlichen Qualität :nur schwierig zeugung einer verspinnbaren Viskose nach einer
zu erzielen, z.B. die gleichmäßige Verteilung des 15 dieser Methoden bis zu 5% ihres Gesamtgewichts
Farbstoffs im Färbegut, die gute Wasch- und Licht- Aminoäthylcellulose mit einem Stickstoffgehalt von
echtheit sowie ein rasches und intensives Aufziehen 1 bis 1,3 % einzuverleiben. Die Faser aus regenerierdes
Färbebads. , .,, . ' , ter Cellulose enthält daher vorzugsweise bis zu
Es ist bekannt, Kondensationsprodukte, die z. B. 0,065 % an in Aminoäthylgruppen eingebautem
durch Verätheruug einer Methylolverbindung des 20 Stickstoff, piäthylaminoäthylcellulose mit 1 bis 1,3 %
Melamins mit Glykol erhalten worden sind, der Vis- Stickstoff ist in der Viskose vorzugsweise in einer
koselösung zuzugeben, um dadurch eine bessere An- Menge bis zu 10 bis 12 Gewichtsprozent, berechnet
färbbarkeit der Fäden zu erzielen. Bei diesen be- auf das Gesamtgewicht an Cellulose, vorhanden, so
kannten Zusätzen handelt es sich jedoch um verhält- daß der aus dem Diäthylaminoäthyläther stammende
nismäßig schwach basische Zusätze, welche die 25 Stickstoffgehalt 0,1 bis 0,15% des Cellulosegewichts
Säurefarbstoffe nicht intensiv genug annehmen. Mit beträgt. Bei einem geringeren Anteil wird beim Fär-
dem vorliegenden Verfahren wird eine viel kräftigere ben die Flotte zu einem geringeren Grad erschöpft.
Farbdichte und eine bessere Waschbeständigkeit er- .. Man kann die Anteilsmenge auch erhöhen, jedoch
zielt als dies bisher erreicht werden konnte. ..· ist dies nicht zu empfehlen, da hierdurch unter Um-
Das Verfahren zum Herstellen von aminalisieften 30 ständen die Zähigkeit der Faser herabgesetzt wird.
Fasern aus Regeneratcellulose nach dem Viskose- Der allein aus den Aminoäthern stammende Stickverfahren durch Einarbeiten einer basischen Stick- stoffgehalt der regenerierten Fasern beträgt vorzugsstoff enthaltenden. Verbindung oder deren Xantho- weise mindestens 0,165%.
genat in die Viskose während eines beliebigen Sta- . .
diums ihrer Verarbeitung vor dem Verspinnen ist 35 ■'■'<'■ Beispiel
erfindungsgemäß dadurch charakterisiert, daß man 760 cm3 18,5%iger Natronlauge, 240 cm3 Wasser eine Viskose verspinnt, die ein Gemisch aus den und 2 cm3 eines Netzmittels wurden vermischt und Aminoäthyl- und den Diäthylaminoäthyläthern der auf 0° C gekühlt. Dann: wurde ein pulverisiertes Ge-Cellulose enthält. misch von 33 g Aminoäthylcellulose (Grundkapazität
Fasern aus Regeneratcellulose nach dem Viskose- Der allein aus den Aminoäthern stammende Stickverfahren durch Einarbeiten einer basischen Stick- stoffgehalt der regenerierten Fasern beträgt vorzugsstoff enthaltenden. Verbindung oder deren Xantho- weise mindestens 0,165%.
genat in die Viskose während eines beliebigen Sta- . .
diums ihrer Verarbeitung vor dem Verspinnen ist 35 ■'■'<'■ Beispiel
erfindungsgemäß dadurch charakterisiert, daß man 760 cm3 18,5%iger Natronlauge, 240 cm3 Wasser eine Viskose verspinnt, die ein Gemisch aus den und 2 cm3 eines Netzmittels wurden vermischt und Aminoäthyl- und den Diäthylaminoäthyläthern der auf 0° C gekühlt. Dann: wurde ein pulverisiertes Ge-Cellulose enthält. misch von 33 g Aminoäthylcellulose (Grundkapazität
Eine Faser aus regenerierter Cellulose und einem 40 1 meq/g) und 66 g Diäthylaminoäthylcellulose (Grund-Gehalt
an Aminoäthylcellulose als einziger Amino- kapazität 1 meq) vermischt und das Gemisch 2 Stirnverbindung
weist nach dem Einfärben mit einem den bei 0° C stehengelassen. Nach dieser Zeit wurden
Säurefarbstoff zwar eine gute Lichtechtheit auf, be- 400 g Wasser und 20 g Aceton zugefügt und das
sitzt jedoch im allgemeinen nicht die Fähigkeit, die Gemisch kräftig gerührt und in einen wassergekühlsaure
Flotte bis zum-wünschenswerten Grad auszu- 45 ten Pfleiderer-Mischer überführt, wo ihm 50 cm3
nutzen. Andererseits hat eine Celluloseregenerat- Schwefelkohlenstoff bei 18° C zugefügt wurden,
faser, die als einzige Aminoverbindung Diäthyl- Nach 2 Stunden wurden nochmals 40 cm3 Schwefelaminoäthylcellulose
enthält, zwar die Fähigkeit, die kohlenstoff zugegeben und das Rühren weitere saure Flotte weitgehend zu erschöpfen, jedoch be- . 2 Stunden fortgesetzt. 407 g der resultierenden Cellusitzt
die gefärbte Faser im allgemeinen eine wemger 50 lose wurden durch Zufügen von gewöhnlicher Visgute
Lichtechtheit als eine Regeneratfaser mit kose auf 2 kg gebracht, so daß ein Produkt entstand,
Aminoäthylcellulose. Verwendet man dagegen erfin- das 10% Diäthylaminoäthylcellulose und 5 %Amino-
. dungsgemäß . Aminoäthyl- ,und Diäthylaminoäthyl-. äthylcellulose, beides gerechnet -.auf- -das -gesamte
cellulose gemeinsam, so erschöpft die Faser die Cellulosegewicht, enthielt. Die kombinierte Viskose
Flotte weitgehend,''und es kann zudem eine gute 55 wurde-bei einer Salzzahl von 6,2 auf einer.Stapel-Lichtechtheit
erzielt werden. fasermaschine versponnen," die Fasern entschwefelt
Die Celluloseaminoäthyläther können erfindungs- und auf übliche Weise gewaschen,
gemäß entweder in die Cellulose eingearbeitet oder Das Produkt wies eine Saugfähigkeit von 100%
in situ darin erzeugt werden, und zwar bei jeder und einen wolligen Griff auf, knitterte wenig und
Stufe der Faserherstellung bis zum Ausrüsten der Faser. 60 zeigte eine ausgesprochen wollähnliche Färbeaffinität
Die zur Viskoseherstellung bestimmte, vorgefer- für saure Wollfarbstoffe mit ausgleichenden Eigen-
tigte Aminoäthyl- und Diäthylaminoäthylcellulose schäften und für aggregierte und vormetallisierte
kann entweder zuerst in das Xanthat überführt und Wollfarbstoffe. Die Faser zeigte gute Lichtechtheits-
dann in gewöhnliche Cellulose eingearbeitet werden, eigenschaften, wenn sie mit den repräsentativen Glie-
oder sie wird vor der Xanthatbildung mit Cellulose 65 dem dieser Farbstoffklasse eingefärbt worden war.
bzw. Alkalicellulose gemischt. Man kann auch an Außerdem wurde durch Naßbehandlung die weit-
einer geeigneten Stelle während der Herstellung gehend wollähnliche Farbstoffaffinität der erhaltenen
Reagenzien zugeben, die mit der Cellulose reagieren Faser nicht wesentlich verringert.
Vergleichsversuche
Es wurden übliche Regeneratcellulosefasern nach dem Beispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens
und nach Beispiel 1 der deutschen Auslegeschrift 1086 855 behandelt.
Proben der beiden Fasern wurden in einem Färbebad gefärbt, das 2% CI. Säurerot 85 (CJ-Nr. 22245)
sowie 3% Ammoniumacetat (zur Unterstützung der Färbebadausnutzung) enthielt. Das Färben dauerte
1 Stunde beim Siedepunkt. Die Ausnutzung des Färbebads wurde in jedem Fall gemessen, und zwar
ergab sich für die Probe nach der obenerwähnten deutschen Auslegeschrift ein Wert von 54,75% und
für die Probe nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ein Wert von 96,78%.
Die Fähigkeit von Viskoserayon bzw. Regeneratcellulose saure Farbstoffe aufzunehmen, macht sich
besonders günstig bemerkbar, wenn die Cellulose zusammen mit Wolte^verwendet wird. Um dies zu
zeigen, wurden Mischungen von Regeneratcellulose mit Wolle im Verhältnis 50:50 mit sauren Farbstoffen
gefärbt.
Dabei zeigte sich, daß der Celluloseanteil der Proben bei dem Verfahren nach der Erfindung den
Farbstoff sehr schnell aufnimmt und während des Färbens den Farbstoff als dunkles Rot zurückhält,
während der Wollanteil den Farbstoff sehr langsam aufnimmt und die dunkle Farbe des Celluloseanteils
nicht erreicht, selbst wenn das Kochen 2 Stunden lang fortgesetzt worden ist.
Demgegenüber ließ die andere Probe nach dem Stand der Technik erkennen, daß selbst am Beginn
des Färbens die Cellulosefasern nicht besonders tief eingefärbt wurden und daß die Färbebadausnutzung
nach einer Stunde nur etwa 27% betrug. Mit fortschreitendem Einfärben wurde die Wolle zunehmend
tiefer gefärbt, während die Cellulosefasern immer mehr Farbe verlieren, bis ihr Farbwert nach zweistündigem
Kochen einen vernachlässigbar kleinen Wert erreicht hat.
In beiden Fällen enthielt das Färbebad 1% CI. Säurerot 85 (C L-Nr. 22245) und 3% Ammoniumacetat.
Nachdem das Färbebad 15 Minuten lang gekocht hatte, wurden 2% Essigsäure (80°/oig) zugegeben,
um die Farbaufnahme zu verbessern.
Claims (2)
1. Verfahren zum Herstellen von aminalisiertert Fasern aus Regeneratcellulose nach dem Viskoseverfahren
durch Einarbeiten einer basischen Stickstoff enthaltenden Verbindung oder deren
Xanthogenat in die Viskose während eines beliebigem Stadiums ihrer Verarbeitung vor dem
Verspinnen, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Viskose verspinnt, die ein Gemisch
aus den Aminoäthyl- und den Diäthylaminoäthyläthern der Cellulose enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Viskose mit einem
Stickstoffgehalt von mindestens 0,165%, berechnet auf das Gesamtgewicht an Cellulose, verwendet,
wobei der Stickstoffgehalt des Aminoäthylcelluloseäthers bis zu 0,065 % und der Stickstoffgehalt
des Diäthylaminoäthylcelluloseäthers 0,10 bis 0,15% beträgt.
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