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Verfahren zur Behandlung von Textilstoffen, insbesondere aus regenerierter
Cellulose Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, um vorzugsweise aus Cellulose
hergestellte Textilien dauernd kräuselfest, widerstandsfähig gegen Quetschen, reibfest,
knitterfest und vor allem beständig gegen fortschreitende Schrumpfung zu machen.
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Der Ausdruck »Textilmaterial« umfaßt Fäden und Fasern, Stapelfasern
und Garne im fertigen Zustand oder in irgendeiner Zwischenstufe der Verarbeitung,
ebenso gestrickte, gewebte oder filzartige Erzeugnisse, Kleidungsstücke und andere
aus solchen Geweben hergestellte Erzeugnisse. Um Textilmaterialien knitterfest zu
machen, wurden bereits verschiedene Mittel vorgeschlagen, Formaldehyd ist darunter
das gebräuchlichste. Es erfüllt zwar bis zu einem gewissen Grade den beabsichtigten
Zweck, schwächt aber das Textilmaterial, vermindert die Reibfestigkeit (Tragbeständigkeit),
ist hinsichtlich der Knitterfestigkeit nicht so wirksam, als es erwünscht wäre,
und entwickelt sehr unangenehme Dämpfe, deren Geruch auch der Fertigware anhaftet.
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An Stelle von Formaldehyd wurden auch Harnstoff-Formaldehyd und z,
3, 5-Tria.minotriazin-
Formaldehyd vorgeschlagen, welche aber ebenfalls
lästige oder unangenehme Dämpfe während der Härtung entwickeln, stark verfärbte
Gewebe ergeben und bei dem einer beim Reinigen von Weißware normalen Chlorbleiche
folgenden Bügeln das Gewebe durch Zurückhaltung von Chlor schwächen.
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Solche Verbindungen müssen auch in beträchtlichen Mengen (z. B. ioo/o
vom Warengewicht Melamin-Formaldehyd oder 25-010 Harnstoff-Formaldehyd) verwendet
werden, um den geeigneten Stabilisierungsgrad zu erreichen.
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Nach einem bekannten Verfahren wird das Fasergut mit einer wäßrigen
Formaldehydlösung in Gegenwart eines Katalysators, vorzugsweise eines Aluminiumsalzes,
getränkt und nach Entfernung des Flüssigkeitsüberschusses einer Wärmebehandlung
bei einer Temperatur von etwa ioo° unterworfen.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das vorwiegend aus regenerierter
Cellulose bestehende Textilmaterial mit einer einen stark sauren Katalysator enthaltenden
wäßrigen konzentrierten Glyoxallösung bei Temperaturen über ioo° behandelt. Die
Acidität des Katalysators steigt im Verlauf der Behandlung und verschwindet auch
nicht nach Konzentrierung bis nahe zur Trockene. Die Behandlung der Faser erfolgt
so lange, bis sich ein Reaktionsprodukt zwischen Cellulose und Glyoxal in der Faser
selbst gebildet hat, wodurch das Material gegen fortschreitende Schrumpfung beim
wiederholten Waschen stabilisiert wird.
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Es wurde nun gefunden, daß Glyoxal für die Stabilisierung von vorwiegend
aus regenerierter Cellulose bestehendem Textilmaterial besonders geeignet ist. Es
besitzt bei der für die Behandlung geeigneten Konzentration nur einen schwachen,
angenehmen Geruch und entwickelt während des Härtens keine lästigen Dämpfe. Es schwächt
oder versprödet das Textilmaterial nicht. SeineAnwendung erhöht augenscheinlich
auch die Trag- und Reibbeständigkeit des Textilmaterials. Es verfärbt das Textilmaterial
nicht in einem schädlichen Ausmaß, kann schnell ohne Spezialeinrichtung angewendet
werden und ist in geringen Mengen wirksam.
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Es wurde auch schon vorgeschlagen, Textilien durch eine Behandlung
mit einer wäßrigen Lösung solcher Aldehyde kräuselfest zu machen, die sich von mehrbasischen
aliphatischen Carbonsäuren oder mehrwertigen aliphatischen Alkoholen ableiten, und
dabei auf eine Temperatur von 7o bis 1200 zu erhitzen. Als ein solcher Aldehyd ist
zwar auch Glyoxal genannt worden, doch bezieht sich das bekannte Verfahren, wie
bereits erwähnt, auf das Kräuselfestmachen von Textilien, und außerdem wird es in
einer neutralen, alkalischen oder höchstens schwach sauren Lösung durchgeführt.
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Demgegenüber ist beim erfindungsgemäßen Verfahren die Anwendung eines
sauren Katalysators oder eines Katalysators, der beim Erhitzen sauer wird, zur Beschleunigung
der Reaktion und zur Erzielung guter Ergebnisse notwendig. Da es gewöhnlich nicht
ratsam ist, bei der Behandlung von Textilien freie Mineralsäuren zu verwenden, wird
die Verwendung saurer Verbindungen, wie Oxalsäure, Chlorammonium, Ammoniumsulfat
oder Ammoniumnitrat, als Katalysatoren bevorzugt.
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Das Verhältnis von Glyoxal zum Katalysator in der Lösung kann innerhalb
gewisser Grenzen verändert werden, wobei Änderungen in der Acidität der Badlösung
eintreten. Der saure Katalysator verursacht auch eine gewisse Änderung der Acidität
des Bades während der Behandlung. Ist er ein Salz, das beim Erwärmen durch Dissoziation
Säure abspaltet, so soll das Bad bei seiner Herstellung auf einen pH-Wert von 2,5
bis 3 eingestellt werden. Wird diese Lösung auf die Härtungstemperatur von etwa
über ioo° erhitzt, so wird das Katalysatorsalz dissoziieren und Säure in Freiheit
setzen, welche den pH-Wert der Lösung während des Härtens auf etwa i bis 2 herabsetzt.
Ist dagegen der Katalysator selbst eine Säure, z. B. Oxalsäure, so werden die besten
Ergebnisse bei einem PH-Wert der fertigen Lösung zwischen etwa i und 2 erhalten.
Alkalisch gemachtes Glyoxal, das mit wenig Säurekatalysator gemischt wird, gibt
kein befriedigendes Resultat, ebensowenig wie neutrales und dann schwach angesäuertes
Glyoxal.
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Es wurde weiter gefunden, daß die Reaktion zwischen Glyoxal und regenerierter
Cellulose in Gegenwart` eines sauren Katalysators durch Zugabe kleiner Mengen z.
B. wasserlöslicher Aluminiumsalze stark beschleunigt wird, wobei man auf dem Textilmaterial
eine verbesserte Schrumpfbeständigkeit bei. niedrigeren Härtungstemperaturen und
bzw. oder bei kürzeren Härtungszeiten erhält. Die milderen Härtungsbedingungen ermöglichen
die Ausschaltung der bei hohen Temperaturen und langen Trockenzeiten bestehenden
Gefahren für die Gewebe. Die Eignung eines Aluminiumsalzes als Beschleuniger konnte
nicht aus den bekannten Eigenschaften der Aluminiumsalze vorhergesagt werden; denn
das Ergebnis der Zugabe von Aluminiumsalzen zur Badfiüssigkeit ist synergetisch,
d. h. die Wirkung ist größer als eine rein additive. Aluminiumsalze allein werden
durch Dissoziation wohl stark sauer, katalysieren aber die Reaktion zwischen Glyoxal
und Cellulose nicht.
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Zur Erzielung der gewünschten Resultate ist nur eine sehr geringe
Konzentration an Beschleuniger erforderlich, höhere Konzentrationen wirken schädlich.
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Es wurde ferner gefunden, daß nach Zugabe eines wasserlöslichen Polyvinylalkohols
zu einer einen sauren Katalysator enthaltenden Glyoxallösüng beim Erwärmen der Polyvinylalkohol
unlöslich wird und sich auf den mit der Lösung angefeuchteten Fasern abscheidet.
Es entsteht eine wasserunlösliche Schicht, die der Faser eine auch beim Waschen
dauerhafte, gefällige Appretur und zusätzliche Steifheit verleiht.
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Die Art der Appretur und der Grad der de; Faser verliehenen Steifheit
ist von der Menge des Polyvinylalkohols im Bad abhängig.
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Der Polyvinylalkohol, der durch Hydrolyse von Polyvinylazetat erhalten
wird, reagiert mit Glyoxal
beim Erwärmen unter Bildung eines wasserunlöslichen
Reaktionsproduktes, vermutlich nachstehender Formel:
Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann der Ware dauerhafte Appretur und Steifheit
verliehen und gleichzeitig deren Schrumpf- oder Knitterfestigkeit durch Zugabe von
Polyvinylalkohol stark erhöht werden. Die regenerierte Cellulose reagiert nur mit
einem Teil des Glyoxals, daher ist im Stabilisierungsbad immer ein genügender überschuß
von Glyoxal für die Reaktion mit Polyvinylalkohol vorhanden.
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Während durch die Reaktion zwischen Glyoxal und Polyvinylalkohol dem
Textilmaterial das gewünschte Fertigaussehen und der gewünschte Steifheitsgrad erteilt
werden kann, selbst wenn Glyoxal in zu geringer Konzentration, z. B. unter o,6%,
in der Lösung vorhanden ist, ist es zur Erzielung einer einwandfreien Stabilisierung
angezeigt, ein Glyoxalbad anzuwenden, das im wesentlichen dem für die Schrumpffest-
und bzw. oder die Ouetschfestmachung empfohlenen entspricht und sich nur hinsichtlich
des Zusatzes von Polyvinylalkohol ändert.
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Vermutlich reagiert das Glyoxal mit der Cellulose in den Fasern so,
daß ein Teil der Cellulose mit Glyoxal ein Acetal bildet. Der ein hohes Molekulargewicht
besitzende Polyvinylalkohol durchdringt aber offenbar die Fasern nicht wesentlich.
Während des Härtungsvorganges reagiert der Polyvinylalkohol mit Hilfe des sauren
Katalysators mit dem Glyoxal unter Bildung einer wasserunlöslichen Deckschicht auf
der Oberfläche der Fasern. Weil die Cellulose mit dem Polyvinylalkohol nicht reagiert,
stört dieser die Reaktion zwischen Glyoxal und Cellulose nicht, und beide Reaktionen
können gleichzeitig durchgeführt werden, um den Überzug auf den Fasern herzustellen,
wobei diese gleichzeitig schrumpffest gemacht werden. Offenbar entsteht auf diese
Art eine bessere und innigere mechanische Bindung zwischen der Umhüllung und dem
Faserkörper.
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Im folgenden seien Beispiele für die Konzentration der Reagenzien
und die Behandlungsbedingungen gegeben: i. Glyoxal: 30 bis Zoo ccm einer
3ogewichtsprozentigen wäßrigen Lösung je Liter Badflüssigkeit, .entsprechend 1,12
bis 7,5 Gewichtsprozent Glyoxal.
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2. Katalysator: Sauer reagierende, z. B. organische Säuren oder Salze
anorganischer Säuren, die eine saure Reaktion erzeugen, wie Oxalsäure, Ammoniumchlorid,
Ammoniumsulfat, Ammoniumnitrat.
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Anwendung: i bis 2o g/1 Badflüssigkeit, entsprechend o,i bis 2 Gewichtsprozent
des Bades.
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3. Beschleuniger: Ein infolge Dissoziation sauer reagierendes Aluminiumsalz;
o,2 bis io g festes Salz je Liter, wie Aluminiumazetat, Kaliumaluminiumsulfat, Aluminiumformiat.
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q.. Polyvinylalkohol: In Bruchteilen eines Prozentes, je nach der
gewünschten Wirkung. Befriedigende Ergebnisse werden mit o,2 bis o,5 Gewichtsprozent
erhalten.
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5. Erhitzungstemperatur über ioo°, vorzugsweise zwischen ioo und 2050.
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6. Erhitzungszeit: Bis die Härtung im wesentlichen erreicht ist, vorzugsweise
zwischen etwa 30 und 0,5 Minuten.
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7. Der pH-Wert des Bades liegt ungefähr zwischen i und 2,.5.
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Härtungstemperatur und -zeit sind bekanntlich zueinander umgekehrt
proportional. Beispiel i Glattes Gewebe aus ioo'% gesponnener Viskoseseide, »Challiswebe«
im Rohzustand, erzeugt aus 2ö/1 Ketten- und I4/I Schußgarn, wurde entschlichtet,
abgekocht und auf einem Spannrahmen getrocknet. Das weiße, reine, fertige Gewebe
hatte eine Bindungszahl von 66 - 41 und ein Gewicht von 124 g/m. Dieses Gewebe wurde
durch eine wäßrige Imprägnierlösung geführt, die 12o ccm Glyoxallösung (3ogewichtsprozentig)
und 15 g Oxalsäure enthielt und einen pH-Wert von etwa 1,25 besaß. Nach dem Durchgang
durch die Lösung, wobei das Material gut angefeuchtet wurde (dazu sind etwa io Sekunden
Tauchzeit erforderlich), wurde es ausgequetscht, um die überschüssige Lösung bei
einer Aufnahme von 1300/0 zu entfernen, und dann auf einem Spannrahmen an Luft bei
rund 12o° auf das Gewicht, welches es vor dem Imprägnieren besessen hatte, getrocknet.
Das getrocknete, ausgespannte Erzeugnis wurde dann in zirkulierender Luft 5 Minuten
bei rund 1q.0° gehärtet. Nach dem Härten wurde es vom Spannrahmen genommen und fünf
Standard-(CCC-T-igia-) Baumwollwaschproben auf Schrumpfung unterworfen (Technical
Manual and Year Book of the American Association of Textile Chemists and Colorists,
Bd. XXV, 1949, S. 132). Da während der Behandlung keine Schrumpfung eintreten darf,
ist die bei den Waschproben zurückbleibende Schrumpfung ein Maß für den Effekt der
Behandlung. Ein Vergleich der Schrumpfung von unbehandeltem mit behandeltem Material
ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich. Die Zugfestigkeit und Reibfestigkeit
der Erzeugnisse wird durch den Prozeß nicht nennenswert beeinträchtigt.
| Kettenschrumpfung beim Waschen |
| Standard-(CCC-T-zgz a-) Baumwollwaschprobe |
| i. Waschüng I z. Waschung I 3. Waschung I q. Waschung I 5.
Waschung |
| unbehandelt ... .... .... cm/m 18,3 16,6 17,8 18,9 2o,8 |
| behandelt.............. cm/In 3,3 3,1 3,3 3,9
3.9 |
In der Praxis wird das Gewebe nach dem Härten gewaschen und locker mit Durchliang
getrocknet, wobei eine zurückbleibende Schrumpfung von weniger als i '°/o im fertigen
Erzeugnis zulässig ist. Beispiel 2 .
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zoo%iger Viskoseseidenfäden, 2/1 Linksköpergewebe in rohem Zustand,
aus 30/z Ketten- und Schußgarn erzeugt, wurde entschlichtet, aufgekocht und auf
einem Spannrahmen getrocknet. Das weiße, reine, fertige Erzeugnis hatte -eine Bindungszahl
von 124 - 6ö und ein Gewicht von 155 g/m. Das Gewebe wurde durch eine wäßrige Imprägnierlösung
geführt, die je Liter 12o ccm 3o°/oige Glyoxallösung mit 3 g Chlorammonium bei einem
| Kettenschrumpfung beim Waschen |
| Standard-(CCC-T-zgz a-) Baumwollwaschprobe |
| x. Waschung I 2. Waschung I 3. Waschung I q. Waschung I 5.
Waschung |
| unbehandelt ........... cm/m io,g 12,2 12,8 13,6 13,3 |
| behandelt.............. cm/m 3,6 3,6 |
| 3,9 3,9 3.9 |
In der Praxis wird das Gewebe nach dem Härten gewaschen und locker getrocknet, wobei
eine zurückbleibende Schrumpfung von weniger als 1% im fertigen Erzeugnis zulässig
ist. ' Beispiel 3 Eine zoo%ige Viskoseseide, @Chantungtype, Rohgewebe, mit einer
Fadenkette und Abfallgarn im Schuß wurde entschlichtet, aufgekocht und auf einem
Spannrahmen getrocknet: Das Erzeugnis wurde dann in üblicher Weise in der Küpe blau
gefärbt. Das blaue; reine, fertige Gewebe hätte eine Bindungszahl von 116/72 und
ein Gewicht von 102,3 9/m. 2743,14 m dieses Gewebes wurden mit einer wäßrigen Lösung
imprägniert, die in 378,5 1 45,4 1 einer 3o%igen Glyoxallösung und 2,27 kg
| Schrumpfung beim Waschen |
| Standard-(CCC-T-zgz a-) Baumwollwaschprobe |
| x. Waschung 2. Waschung 3. Waschung q.. Waschung 5. Waschung |
| Kette 1 Schuß |
| Kette 1 , Schuß |
| Kette 1 Schuß |
| Kette j Schuß |
| Kette Schuß |
| unbehandelt ..... cm In t0,6 4,7 11,4 5,3 11.9
5,3 12,8 5,6 13,3 5,8 |
| behandelt ....... cm/m 1,g" 0 1,4" o o,8" 0 5,6" o 8,3"
o |
| (" bedeutet eine Zunahme) |
Beispiel 4 Es werden 567,7501 einer Mischung folgender Zusammensetzung bereitet:
68,13o 1 Glyoxal, pH-Wert von etwa 2,1 besitzt. Nach gutem Durchnässen des Materials
Wurde es ausgequetscht, um die überschüssige Lösung bei einer Aufnahme von 1300/0
zu entfernen, und dann auf einem Spannrahmen beiarund 12o° an der Luft so getrocknet,
daß die vor dem Imprägnieren bestandenen Abmessungen beibehalten werden. Das getrocknete,
gespannte Gewebe wurde dann in zirkulierender Luft 5 Minuten bei 14o° gehärtet.
Nach dem Härten wurde das Gewebe vom Spannrahmen genommen und fünf Standard-Baumwollwaschproben
(CCC-T-zgz a) auf Schrumpfung unterworfen. Da während der Behandlung keine Schrumpfung
eintreten darf, ist die bei den Waschproben zurückbleibende Schrumpfung ein Maß
für den Effekt des Prozesses. Oxalsäure bei einem pH-Wert von rund 1,55 enthielt.
Das Gewebe wurde durch eine Quetschvorrichtung geführt, um die überschüssige Lösung
bei einer Aufnahme von zoo % zu entfernen. Das Gewebe wurde dann auf einem gedeckten,
mit 18,29 m/Min. laufenden Klammerspannrahmen bei einer Temperatur von 127° getrocknet
und 5 Minuten bei 115° in einem Schleifentrockner gehärtet Es wurde nach dem Härten
in einem Färbbottich mit Seife und Soda gewaschen, locker getrocknet und schließlich
auf Maß gebracht und dekatiert. Aus der Tabelle ist ein Vergleich der Schrumpfung
vor und nach der Behandlung zu entnehmen. Die Zugfestigkeit und Reibfestigkeit des
Gewebes war durch die Behandlung nicht nennenswert beeinträchtigt. 3,398 kg Oxalsäure,
5,831 g Aluminiumformiat, 0;25% Polyvinylalkohol (hochviskose Type).
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Das zu behandelnde Gewebe war ein versponnener Kunstseidegabardin,
grüngefärbt, 4,64 m/kg,
11o,5 cm Breite. Es wurde in einem Dreiwalzenkalander
unter zweifachem Tauchen und Ausquetschen imprägniert. Die Aufnahme betrug 92 %.
Das Gewebe wurde auf einem bedeckten Spannrahmen mit 105,4 cm Breite vorgetrocknet.
Das trockene Gewebe wurde in geeigneten Vorrichtungen 5 Minuten bei 14o° gehärtet
und in einer kontinuierlichen vierteiligen Waschanlage gewaschen. Die ersten beiden
Apparate enthielten kalzinierte Soda und synthetisches Reinigungsmittel, die dritte
Maschine Wasser zum Schwemmen und die vierte eine kleine Menge eines kationischen
Weichmachungsmittels. Dieser Weichmacher kann auch weggelassen werden. Das Gewebe
wurde gewaschen, geschwemmt und nach Durchgang durch eine Schlagmaschine, zum Abquetschen
des überschüssigen Wassers, in einem Schleifentrockner locker getrocknet und durch
Spannen auf Maß fertiggestellt.
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Fünf nach der Vorschrift CCC-T-igi a zur Bestimmung der Schrumpfung
von Baumwollerzeugnissen durchgeführte Waschproben ergaben, daß die Schrumpfung
handelsmäßig annehmbar war. Das Ergebnis war folgendes
Schrumpfung beim Waschen (Fünf modifizierte Garnwaschungen - milde Seifenlösung
bei 38 bis 49°,
30 Minuten) Kette - Kette Kette Kette Kette ( r. Waschung
2. Waschung 3. Waschung q. Waschung 5. Waschung unbehandelt . . . . . . . . . .
. cm/m 6,25 7,69
9,86 10,00 11,03 behandelt . . . . . . . . . . . . . cm/m
o,28 o,28
0,56 0,56 o,28 Die Einbuße beim Prozeß beträgt 2 cm je Meter in
der Kette. Beispiel 6 Eine ioo% Viskoseseide, Leinentyp, Rohgewebe aus 141 Kette-
und Schußgarnen, wurde entschlichtet, abgekocht und auf einem Spannrahmen getrocknet.
Das weiße, reine, fertige Gewebe hatte eine Bindungszahl von .I8-45 und ein Gewicht
von 18o g/m2.
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Proben dieses Gewebes wurden dann durch eine der folgenden wäßrigen
Imprägnierungslösungen a) bis g) geführt. Die überschüssige Flüssigkeit wurde bei
einer Aufnahme von ioo% abgequetscht, die Probe getrocknet und 5 Minuten bei etwa
12o° gdhä.rtet. Beispiel 5 Ein 2 - 2 Köpergewebe, 70% versponnezler Viskosefaden
und 30% versponnener Acetatfaden im Rohzustand, hergestellt aus gemischtem 2o/2-i5-Z-Drehungen
in den Einzelfäden und 8-S-Drehungen im Mehrfachfaden, sowohl bei Kette und Schuß,
wird entschlichtet, aufgekocht und auf einem Spannrahmen getrocknet. Das weiße,
fertige Gewebe hat eine Bindungszahl von 56 - 47 und ein Gewicht von 272,8 -Im.
Dieses Gewebe wird dann durch eine Imprägnierlösung geführt, die 6o ccm Glyoxallösung
(3o,2 Gewichtsprozent), 3 g Oxalsäure und .I g wasserlösliches Polyviny lalkoholharz
je Liter enthält. In Gewichtsprozent enthält diese Lösung 2,25'% Glyoxal, 0,3% Oxalsäure
und 0,.I0/0 Polyvinylalkohol. Nach dem Durchgang des Gewebes durch die Lösung und
gutem Durchfeuchten wird zur Entfernung des Lösungsüberschusses ausgedrückt und
dann auf einem Spannrahmen in Luft bei etwa 82° auf das Gewicht vor der Imprägnierung
getrocknet. Das trockene Gewebe wird dann in einem Spannofen oder Schleifentrockenofen
in zirkulierender Luft bei 138° 8 Minuten gehärtet, dann gesteift, gespült und auf
einem Spannrahmen auf das ursprüngliche Gewicht des reinen Fertigproduktes getrocknet.
Das so erhaltene Gewebe ist weiß, geruchfrei und auch nach fünf Waschungen sehr
fest und elastisch. Es besitzt hohe Schrumpfbeständigkeit, welche Eigenschaft beim
Waschen erhalten bleibt, und hat hohe Beständigkeit gegen Knittern und Verdrücken.
Ein Vergleich dieser Eigenschaften des Gewebes ist aus der folgenden Tabelle zu
ersehen. Diese zeigt lediglich die Kettenschrumpfung. Die Schrumpfung des Schusses
ist im unbehandelten Gewebe immer viel niedriger und daher zufriedenstellend. Die
Zugfestigkeit ist nicht nennenswert beeinträchtigt, und die Reibfestigkeit ist durch
den Prozeß wesentlich vergrößert. Die folgenden Behandlungslösungen wurden auf Literbasis
verwendet, d. h., die in jedem Beispiel angegebenen Mengen wurden auf 1 1 Flüssigkeit
aufgefüllt.
| a) 120 ccm 3o%iges Glyoxal, |
| 6 g Oxalsäure, |
| 10 ccm Aluminiumformiat (1g° Be) ; |
| b) 12o ccm 3o%iges Glyoxal, |
| 6 g Oxalsäure, |
| io ccm Aluminiumformiat (1g° Be), |
| 59 Polyvinylalkohol (o,5 %) ; |
| c) 120 ccm 3o%iges Glyoxal, |
| 59 Polyvinylalkohol (o,5 %) |
| d) 10 ccm 3o%iges Glyoxal, |
| 59 Polyvinylalkohol (0,5 0/0) ; |
| e) 10 ccm 3o%iges Glyoxal, |
| 6 g Oxalsäure, |
| 10 ccm Aluminiumformiat (i9° Be), |
| 59 Polyvinylalkohol (o,5 %) ; |
| f) 5 g Polyvinylalkohol (o,5 %) ; |
| g) 6 g Oxalsäure, |
| 10 ccm Aluminiumformiat (i9° Be), |
| 59 Polyvinylalkohol (0,5 0/0). |
Beim Vergleich der Gewebeproben, welche mit jeweils einer dieser Imprägniexungslösungen
behandelt waren, ergab sich, daß die gesamte Versteifung, welche das Gewebe durch
die Lösungen erhalten hatte, beim anschließenden Waschen ausgewaschen wurde, ausgenommen
in den Fällen, wo gleichzeitig Polyvinylalkohol, Glyoxal und ein saurer Katalysator
in der Lösung vorhanden waren, wie z. B. bei der Lösung b). Wenn die Imprägnierungslösung
nur Glyoxal und Polyvinylalkohol enthielt; war die erzielte Versteifung beim Waschen
nicht beständig, und wenn nur ein saurer Katalysator allein mit Polyvinylalkohol,
jedoch ohne Glyoxal verwendet würde, so verlor die behandelte Gewebeprobe jede Kräuselfestigkeit.
bei der ersten Wäsche. Wenn eine geringe Menge Glyoxal zusammen mit einem sauren
Katalysator und Polyvinylalkohol verwendet wurde, blieb nach der ersten Wäsche eine
leichte Versteifung erhalten. Es zeigte sich ferner, däß ein Überzug von Polyvinylalkohol
allein auf die Proben ohne Glyoxal und ohne Katalysator durch Hitze allein nicht
dauernd wasserunlöslich gemacht wurde.
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Weitere Versuche wurden durchgeführt, um die Dauerhaftigkeit der Kräuselfestigkeit
der eben beschriebenen Gewebeproben festzustellen. Hierbei wurden weitere Gewebeproben
zunächst gegen Schrumpfung stabilisiert, indem sie durch eine Lösung geführt wurden,
welche 12o ccm 30%iges Glyoxal, 6 g Oxalsäure und io ccm Aluminiumformiat (i9° B6)
je Liter Wasser enthielt, dann getrocknet und 5 Minuten bei etwa 1z7° gehärtet wurde.
Nach dem Härten erhielt jedes dieser Gewebeproben eine besondere Imprägnierung mit
einer der folgenden Polyvinylalkohollösungen:
| h) 120 ccm 30%iges Glyoxal, |
| 59 Polyvinylalkohol (o,5 %) ; |
| i) 1z0 ccm 3o0/öiges Glyoxal, |
| 6 g Oxalsäure, |
| 59 Polyviny lalkohol (o,5 %) ; |
| j) 6 g Oxalsäure; |
| 59 Polyvinylalkohol (0,5 %) ; |
| k) 5 g Polyvinylalkohol (o,5 %). |
Jede der Lösungen h) bis k) wurde auf 1 1 Wasser aufgefüllt. Bei den in dieser Weise
behandelten Proben zeigte sich, daß die Kräuselfestigkeit nach einer Standard-(CCC-T-igia-)
Baumwollwaschprobe nur erhalten blieb, wenn die Proben, welche vorher mit Glyoxal
und einem sauren Katalysator gegen Schrumpfung dauernd stabilisiert worden waren,
mit einer Mischung von Polyvinylalkohol, einem sauren Katalysator und Glyoxal behandelt
wurden. Aus diesen Versuchen ergibt sich somit, daß Polyvinylalkohol allein bei
Erwärmung oder Oxalsäure oder Glyoxal keine waschbeständige dauernde Versteifung
des Gewebes ergibt.
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Wird das Gewebe zwei verschiedenen, aufeinanderfolgenden Behandlungen
einschließlich der mit Glyoxal unterworfen, und zwar einer Behandlung zum Schrumpffestmachen
und einer zweiten Behandlung zur Versteifung und Appretierung des Gewebes, so kann
die doppelte Konzentration des Glyoxals das Gewebe beschädigen. Daher ist es wichtig,
daß beide Operationen im gleichen Behandlungsbad gleichzeitig durchgeführt werden,
um die Gefahr einer wesentlichen Schädigung des Gewebes auszuschließen.
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Wie vorstehend erläutert, muß die Reaktion in stark saure Lösung erfolgen,
um den gewünschten Reaktionsgrad zwischen der regenerierten Cellulose und dem Glyoxal
innerhalb einer praktisch durchführbaren Zeit zu erreichen. Da jedoch Säuren für
die Cellulose schädlich sind, insbesondere bei höheren Temperaturen, ist es notwendig,
die geringsten Mengen von Säuren oder sauren Katalysatoren zu verwenden, welche
das gewünschte Ergebnis erzielen, um eine Schädigung der Fasern zu vermeiden. Ferner
ist aus nicht geklärten Gründen ein größerer Überschuß von Glyoxal für die Cellulose
schädlich, so daß auch die geringste Konzentration an Glyoxal verwendet werden muß,
welche die gewünschte Wirkung erzielt. Die Verwendung von Glyoxal und sauren Katalysatoren
im Überschuß ist daher nicht nur unwirtschaftlich, sondern kann, wenn der Überschuß
erheblich ist, möglicherweise das behandelte Textilmaterial schädigen.
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Eine Herabsetzung der Temperaturbeständigkeit der regenerierten Cellulose
nach der Behandlung mit Glyoxal konnte nicht beobachtet werden, und es ist anzunehmen,
daß das Reaktionsprodukt zwischen Cellulose und Glyoxal einer modifizierten Cellulose
entspricht, die ein »partielles Acetal« darstellt. Die Gewichtsveränderung ist verhältnismäßig
klein, jedoch schwellen die Cellulosefasern in der Behandlungslösung gleichmäßig
an, und dies führt zur Annahme, daB sich die Änderung der Cellulose durch die Fasern
hindurch erstreckt.
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Dieses Verfahren gibt ausgezeichnete Ergebnisse bei Textilmaterialien,
welche ganz oder überwiegend aus regenerierter Cellulose bestehen. Die Behandlung
kann entweder mit oder ohne Beschleuniger erfolgen. Die Verwendung eines Beschleunigers
ist jedoch mitunter deswegen zweckmäßig, weil dadurch die Behandlungszeit verkürzt
und die Behandlungstemperatur erniedrigt wird, wodurch die Gefahr einer Beschädigung
des Gewebes verringert wird. Da Cellulose anscheinend nicht unbedingt an der Reaktion
zwischen dem Glyoxal und Polyvinylalkohol in Gegenwart des sauren Katalysators teilnimmt,
kann das Merkmal der zusätzlichen Steifung und Ausrüstung der Fasern auch
bei
der Behandlung anderer Fasern als solchen aus regenerierter Cellulose und für Gewebe
Anwendung finden, wo ein Schrumpffestmachen nicht erforderlich ist.
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In der Praxis wird das Gewebe vorzugsweise gewaschen und nach dem
Härten locker getrocknet, um eine Schrumpfung zu erzielen, die sich als bleibende
Schrumpfung von weniger als i o/o in der Fertigware auswirkt.
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Anscheinend reagiert das ganze von den Fasern während der anfänglichen
Durchfeuchtung absorbierte Glyoxal mit der Cellulose der Fasern. Da nur i bis 7,5
Gewichtsprozent Glyoxallösung erforderlich sind und weil die Kosten des Katalysators
zumeist vernachlässigt werden können, sind die Gesamtkosten des Verfahrens niedrig.
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Die Beeinflussung der physikalischen Eigenschaften des Cellulosematerials
durch die Reaktion mit Glyoxal ist wahrscheinlich auf zwei wesentliche Faktoren
zurückzuführen. Cellulosefasern und vor allem regenerierte Cellulosefasern haben
infolge ihrer hydrophilen Hydroxylgruppen im Molekül eine Affinität zum Wasser.
Die Reaktion von Glyoxal mit Cellulose hat, wie angenommen wird, die Blockierung
der Hydroxylgruppen und ihre Substitution durch hydrophobe Gruppen zur Folge. Die
teilweise Solvatation und daraus folgende Quellung normaler Cellulosefasern mit
Wasser, welche die Gewebe- und Garnschrumpfung verursacht, wird durch die Bildung
eines Reaktionsproduktes der Cellulose mit Glyoxal vermindert, wodurch die Schrumpfung
abnimmt.
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Es ist anzunehmen, daß die Reaktion zwischen Glyoxal und Cellulose
durch die ganze Cellulosefaser vor sich geht. Klan schließt dies daraus, daß die
behandelte Faser in den gebräuchlichen Celluloselösungsmitteln unlöslich ist. Überdies
färbt die behandelte Faser gleichmäßig durch und quillt weniger im Wasser als die
unbehandelte.
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Behandelte, in Wasser gequollene Fasern zeigen eine Zunahme des Faserdurchmessers
von nur ioll/o, während unbehandelte, in Wasser gequollene Faser eine Zunahme des
Durchmessers um q.5o/o zeigt. Die Behandlung nach dem vorliegenden Verfahren ist
gleichmäßig, weil die Fasern in der Behandlungslösung gleichmäßig quellen.
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Das Verfahren kann für den Fall, daß das Material gebleicht werden
soll, vor oder nach der Bleichung durchgeführt werden. Wird es vor der Gleichung
durchgeführt, kann das Material dann in normaler Weise gebleicht werden, ohne daß
ein schädlicher Einfluß auf die durch das erfindungsgemäße Verfahren erzielte verbesserte
Schrumpffestigkeit stattfindet. Ein Gewebe kann auch vor dem Färben oder Bedrucken
behandelt werden, obgleich dies zweckmäßiger nachher geschieht.
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Nach der Behandlung von Cellulosematerial mit Glyoxal nach dem beschriebenen
Verlauf war außer dem verbesserten Widerstand gegen Knittern und Verdrücken als
einzige Änderung der physikalischen Eigenschaften die verringerte Quellung mit Wasser
und die daraus folgende verminderte Schrumpfung zu beobachten. Die Stabilisierung
kann durch Zugabe eines geringen Prozentsatzes eines in Wasser dispergierbaren,
wärmebeständigen Amino-Aldehyd-Harzes oder zwei bzw. mehrerer solcher Harze verbessert
werden. Diese Harze neigen scheinbar zur Bildung einer wasserundurchlässigen Schicht
auf der Textilfaser. Wenn solche Harze zusammen mit Polyvinylalkohol im Bad vorhanden
sind, wird zweifellos auf der Faser oder auf dem Garn eine Schicht gebildet, in
welcher das Harz oder die Harze innig gemischt, wenn nicht tatsächlich mit dem Reaktionsprodukt
aus Glyoxal und Polyvinylalkohol kombiniert sind.
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Für diesen Zweck eignen sich gewisse Harnstoff-Formaldehyd- und Melamin-Formaldehyd-Harze.
Das an Hand einiger Beispiele geschilderte Verfahren ist für die verschiedensten
Textilmaterialien anwendbar. Der Verwendungsbereich erstreckt sich auf Fasern, Garne
und Gewebe, bestehend aus i. regenerierter Cellulose: a) Viskosekunstseide, b) Kupferammoniakseide,
c) durch Verseifen von Celluloseacetat gewonnene Oxycellulose; a. Mischungen - enthaltend
wesentliche Mengen von regenerierter Cellulose; 3. gesponnenen und gezwirnten Garnen.
In der Praxis kann die Glyoxal und andere Behandlungsstoffe enthaltende wäßrige
Flüssigkeit oder Lösung zum Anfeuchten in irgendeiner passenden Weise auf das Textilmaterial
aufgebracht werden, z. B. durch Besprühen des vorbeiwandernden Textilmaterials mit
der Behandlungsflüssigkeit in einer mit der Wanderungsgeschwindigkeit des Textilmaterials
abgestimmten Menge; oder das Material kann eingetaucht oder in anderer Weise imprägniert
oder mit der Behandlungsflüssigkeit gesättigt werden.
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Vor dem Härten muß die überschüssige Behandlungslösung entfernt werden;
dies kann in irgendeiner geeigneten Weise, z. B. durch Zentrifugieren, Ablaufenlassen
oder durch Ausdrücken erfolgen. Der in der Beschreibung und den Ansprüchen zur Erklärung
der Behandlung des Textilmaterials mit der Badflüssigkeit gebrauchte Ausdruck »Anfeuchten«
erstreckt sich auf alle Mittel und Methoden zur Behandlung des Materials mit der
Badlösung.
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Das angefeuchtete Textilmaterial wird vorzugsweise vor der Härtung
getrocknet. Die angefeuchteten Gewebe sollen nicht über ioo° erwärmt werden, es
sei denn, daß die notwendige Trockentemperatur in einem besonderen Fall über ioo°
liegt; sobald die Temperatur über ioo° liegt, beginnt die Härtung in dem feuchten
Gewebe. Daher ist es sicherer, bei einer Temperatur bei oder unter ioo° zu trocknen
und das getrocknete Gewebe dann zu härten. Dies ermöglicht eine genauere Überwachung
des Härtungsvorganges.
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Die neuen Merkmale der Erfindung sind für solche Gewebe besonders
bedeutungsvoll, welche aus versponnenen Stapelfasern aus regenerierter
Cellulose
einschließlich solcher Garne bestehen, welche überwiegend versponnene Viskoseseide
oder andere synthetische Garne enthalten, welche bei wiederholtem Waschen laufend
schrumpfen.