DE1467718C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kerzen nach dem Tauchverfahren - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kerzen nach dem TauchverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von Kerzen nach dem
Tauchverfahren.
Bei der industriellen Herstellung von Kerzen werden mehrere Dochtlängen, die mit Gewicht belastet
sind, in Rahmen oder Dochtträgern befestigt und dann wiederholt in ein Schmelzbad aus Stearin oder
anderer Kerzenmasse eingetaucht. Das Anbringen der Gewichte an den Dochtlängen und das Befestigen der
Dochtlängen an den Dochtträgern erfordert jedoch viel manuelle Arbeit.
Bei der Rationalisierung dieser Arbeitsmomente wurde bereits vorgeschlagen, eine Anzahl parallel
verlaufender Dochtschnüre von einem Dochtrollenmagazin
auf einem Arbeitstisch zwischen zwei zu den Dochten quergestellten Klemmschienen zu befestigen,
wonach die Dochtlängen von den Rollen abgeschnitten werden und die eine Klemmschiene frei
herunterhängt, während die andere Klemmschiene an dem Dochtträger befestigt wird. In jedem Dochtträger wird eine Anzahl solcher Schienen.mit herunterhängenden,
belasteten Dochtschnüren eingesetzt. Beim Eintauchverfahren hat es sich aber herausgestellt,
daß die äußeren Kerzenrohlinge während der Kühlperiode zwischen den einzelnen Tauchoperationen
stärker schrumpfen als die mittleren. Da die Dochte reihenweise mittels der unteren, frei hängenden
Klemmschiene relativ zueinander fixiert sind, führt dies dazu, daß sich die inneren Kerzen biegen
und ausgeschieden werden müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von
Kerzen auf der Grundlage des zuvor erwähnten Verfahrens auszubilden, bei dem jedoch ein übermäßiger
Ausschuß durch Verbiegen der inneren Kerzen vermieden wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man Längen der Dochtschnüre an
ihren Enden einspannt, die Dochtschnüre in der Mitte belastet und anschließend die eingeklemmten
Enden relativ zur belasteten Mitte so weit anhebt, bis jede Dochtschnur eine U-Form mit parallelen Schenkeln
bildet, worauf die Dochtschnüre in dieser Lage in die Kerzenmasse eingetaucht werden.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist parallele Klemmschienen und Gewichte zum Belasten der
Dochtschnüre auf, und sie zeichnet sich aus. durch eine Einrichtung mit zwei Klemmschienen zum Festklemmen
der Dochtschnüre, wobei die Klemmschienen mindestens in einer Entfernung angebracht
sind, die der doppelten Kerzenlänge entspricht, durch eine Anordnung zum Anbringen einer Anzahl von
Gewichten in einem einzigen Arbeitsvorgang in der Mitte der Dochtschnüre, ferner durch einen Mechanismus
zum Abheben und anschließenden Legen der beiden Klemmschienen, derart, daß die Dochtschnüre
in Form von U-förmigen Dochtschlingen mit parallel gestreckten Schenkeln herunterhängen und durch
die Gewichte gestreckt sind, und zum parallelen Befestigen der zwei Klemmschienen in einem Dochtträger.
Die Gewichte sind vorzugsweise als Ringe oder kreisförmige Teile ausgebildet, die am Umfang mit
einer Rille versehen sind.
Weitere Merkmale der Erfindung sind aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispieles zu ersehen.
Eine vorzugsweise Ausführungsform der Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher
erläutert:
Fig. 1 und 2 in einer Seitenansicht und von oben zeigen, wie die Gewichte in der Mitte der Dochtlängen,
die zwischen zwei Klemmschienen gespannt sind, angebracht werden;
F i g. 3 zeigt einen Querschnitt des angewandten Gewichts;
Fig. 4 zeigt die zwei Klemmschienen nebeneinander
mit Dochtlängen, die U-förmige Schlingen bilden, vor dem Befestigen in den Dochtträger;
Fig.-5 bis 7 zeigen Einzelteile der Klemmschiene; F i g. 8 und 9 zeigen zueinander senkrechte Ansichten einer Maschine nach der Erfindung.
Fig.-5 bis 7 zeigen Einzelteile der Klemmschiene; F i g. 8 und 9 zeigen zueinander senkrechte Ansichten einer Maschine nach der Erfindung.
Eine Anzahl Dochtlängen 1 vom Dochtrollenmagazin 10 (Fig. 1 bis 7) werden parallel gestreckt
und zwischen zwei parallele Klemmschienen 2 eingeklemmt, wobei eine jede Klemmschiene aus zwei
flachen Schienenteilen 3 und 4 besteht, die mittels Bolzen 21 verschiebbar verbunden sind. Die Klemmschienen
haben Ausschnitte 5 an einer Kante zum Anbringen und Befestigen der Dochte und Sperren
durch gegenseitige Verschiebung der Schienen 3 und 4. Die gestreckten Dochtlängen werden mit einer Anzahl
Gewichte 6 belastet, welche die Form eines Ringes haben können, der an seinem Umfang mit
einer Rille 7 vorgesehen ist. Um das Zusammenkleben der Gewichte zu vermeiden, nachdem die
Kerzermasse durch Wärme entfernt worden ist, haben die Gewichte auf beiden Seiten eingedrehte Aussparungen
8 (s. Fig. 3). Die Gewichte haben ein zentrales Loch 9, um das Stapeln auf einer Achse zu
ermöglichen, wenn die Kerzenmasse abgeschmolzen ist. Beide Klemmschienen werden dann abgehoben
und parallel nebeneinander gelegt, um belastete U-förmige Schlingen zu bilden (s. Fig. 4), wonach
die Klemmschienen dann bei Kerzenherstellung in einem Träger der Tauchvorrichtung befestigt werden.
Die praktische Anwendung der Erfindung in Industriebetrieben
wird auf den F i g. 8 und 9 veranschaulicht. Die Dochtlängen werden von Rollen 10 geleitet
und zur Klemmschiene 2' gezogen, die in der "vorderen Arbeitslage angebracht ist.
Quer über den Dochtlängen ist eine Achse 12 vor- * gesehen, die mit Hebelarmen 13, die mit Hilfe eines
Preßzylinders 14 betätigt werden, gehoben oder gesenkt wird. Die Achse 12 ist mit einer Anzahl Vertiefungen
(Taschen) 15 versehen, in welche die Gewichte von mehreren Vorratsspeichern 16 abgesenkt
werden. Wenn die Achse 12 in Richtung zum Vorratsspeicher gehoben wird, macht ein Fühlerorgan 17
ein Gewicht vom Vorratsspeicher 16 frei, und zwar von jedem Vorratsspeicher, und das Gwicht fällt in
die entsprechende Tasche in der Achse. Eine Sperrvorrichtung verhindert gleichzeitig, daß mehr als ein
Gewicht heruntergeführt wird.
Wenn die Achse 12 mit den darin befindlichen Gewichten 6 gesenkt wird, kommt sie in Kontakt mit
den gestreckten Dochten und bildet U-förmige Dochtschlingen 1. Während der Bewegung nach unten wird
die Achse mit den gefüllten Taschen 15 um 180° gedreht, was zur Folge hat, daß die Gewichte entleert
werden und in den Biegungen der U-förmigen Dochtschlingen 1 hängenbleiben. Das Drehen der Achse
wird durch einen Preßzylinder 19 bewirkt. Die Achse wird dann wieder in ihre Ausgangsposition gehoben.
Zwei andere Klemmschienen 2, 2 und 2, 3 werden an die Dochtlängen angelegt und eingeklemmt. Die
Dochte werden dann zwischen den zwei zuletzt angebrachten Klemmschienen 2, 2 und 2, 3 mit einem
verschiebbaren Messer 11 abgeschnitten, und die Klemmschienen 2, 1 und 2, 2 mit den herunterhängenden,
belasteten Dochtschlingen werden abgehoben und in der Tauchvorrichtung für Kerzenherstellung
befestigt. Die innere Klemmschiene 2, 3, die zurückbleibt, wird gehoben und in die vordere Lage
(2') gebracht, Dochtlängen werden von den Rollen herausgezogen, die Achse wird gehoben, um erneut
mit Gewichten beladen zu werden, und der Arbeitstakt wiederholt sich.
Nachdem die Dochtschnüre genügend oft eingetaucht worden sind, um den gewünschten Durchmesser
der Kerzen zu erhalten, wird der Dochtträger mit den hängenden Kerzen von der Transportbahn
weggeführt, und die unteren Teile der Kerzen, die durch die Gewichte verbunden sind, werden abgeschnitten
und die unteren Kerzenenden zugespitzt. Dann werden die oberen herausragenden Docht- ao
spitzen abgeschnitten, und die Kerzen sind somit zum Einpacken in Schachteln od. dgl. fertig.
Wenn die Achse 12 abgesenkt'wird, ist die Sperrvorrichtung
17 aus ihrer Lage gebracht worden, und die Gewichte in dem Vorratsspeicher 16 fallen eine
Stufe herunter. Die Gewichte vom Stapel 20 werden jedem Vorratsspeicher 16 durch Verschiebung eines
Einlochschiebers 18, der von der Ausgangsposition vor- und rückwärts bewegt wird, zugeleitet. Der
Schieber wird durch einen Preßzylinder 19 betätigt.
Claims (6)
1. Verfahren zum Herstellen von Kerzen nach dem Tauchverfahren, dadurch gekennzeichnet,
daß man Längen der Dochtschnüre an ihren Enden einspannt, die Dochtschnüre in der Mitte belastet und anschließend die eingeklemmten
Enden relativ zur belasteten Mitte soweit anhebt, bis jede Dochtschnur eine U-Form
mit parallelen Schenkeln bildet, worauf die Dochtschnüre in dieser Lage in die Kerzenmasse
eingetaucht werden. .. .
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit parallelen Klemmschienen
und Gewichten zum Belasten der Dochtschnüre, gekennzeichnet durch eine Einrichtung
mit zwei Klemmschienen (2) zum Festklemmen der Dochtschnüre (1), wobei die Klemmschienen
mindestens in einer Entfernung angebracht sind, die der doppelten Kerzenlänge entspricht, durch
eine Anordnung zum Anbringen einer Anzahl von Gewichten (6) in einem einzigen Arbeitsvorgang
in der Mitte der Dochtschnüre, ferner durch einen Mechanismus zum Abheben und anschließenden
Legen der beiden Klemmschienen, derart, daß die Dochtschnüre in Form von U-förmigen Dochtschlingen
mit parallel gestreckten Schenkeln herunterhängen und durch die Gewichte gestreckt
sind, und zum parallelen Befestigen der zwei Klemmschienen in einem Dochtträger.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gewichte (6) Ringe oder kreisförmige Teile sind, die am Umfang mit einer
Rille (7) versehen sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine querverlaufende Achse
(12), die Taschen (15) für die Gewichte (6) aufweist, zur Anordnung der kreisförmigen Gewichte
(6) auf den festgeklemmten Dochtschnüren (1) vorgesehen ist, wobei die Dochtschnüre bei abgesenkter
Achse bis zu wenigstens doppelter Kerzenlänge herausgezogen und U-förmige Dochtschlingen
geformt sind, und eine Einrichtung zur Entleerung der Gewichte aus den Taschen (15)
der Achse (12) in diese Schlingen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine mechanisch oder durch
einen Preßzylinder (19) betätigte Zahnstange zum Drehen der querverlaufenden Achse (12) bei ihrer
Bewegung nach unten aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede der Klemmschienen (2)
aus zwei flachen Schienenteilen (3, 4) besteht, die Kantenausschnitte (5) haben, und daß die zwei
flachen Schienenteile zum Festklemmen und/oder ' Freimachen der Dochtschnüre mit Bolzen verschiebbar
verbunden sind.
Hierzit.1 Blatt Zeichnungen
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