DE1461651B - Schreibspitze und Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents
Schreibspitze und Verfahren zu deren HerstellungInfo
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Description
dies gibt dem Schreibgerät eine ansprechende Gestalt, und der Schreiber kann die Schreibspitze und
die von dieser auf die Schreibfläche aufgetragene Schrift unbehindert sehen.
Das Innere des Gehäuses 12 ist ein Schreibflüssigkeitstank 20, der über das offene vordere Ende 18
des Gehäuses 12 mit dem Inneren des Halterungsabschnittes 14 verbunden ist.
Obgleich auch andere Anordnungen möglich sind, ist bei der hier dargestellten Ausführungsform der
Halterungsabschnitt mit einem zwischen dem Vorratsraum 20 und der Flüssigkeit leitenden Schreibspitze
24 angeordneten Ventil 22 versehen. Dieses hat einen oberen zylindrischen Teil 26 und einen
sich nach vorn erstreckenden dünneren zylindrischen Abschnitt 28. Diese beiden Abschnitte sind durch
einen konischen Abschnitt 30 miteinander verbunden, der an einem innerhalb des Halterungsabschnittes
14 vorgesehenen konischen Sitz 32 dicht anliegen kann.
Von dem konischen Sitz 32 aus erstreckt sich eine konzentrische Bohrung 34 rückwärts, und vor dem
Sitz 32 ist eine verengte Bohrung 36 angeordnet, die eine durch das vordere Ende 38 des Halterungsabschnittes
14 mittig hindurchführende Öffnung bildet.
Das Ventil 22 ist zur Hin- und Herbewegung, in
Längsrichtung zwischen einer Geschlossensteüung, bei der es abdichtend an dem Sitz 32 liegt, und einer
hinter dem Sitz 32 und im Abstand von diesem liegenden Offenstellung federnd"~ befestigt, so daß
Flüssigkeit und Luft sich zwischen der Schreibspitze 24 und dem Tank 20 bewegen können. Das Ventil
22 wird in seine Geschlossenstellung durch eine Spiralfeder 40 gedrückt, deren eines Ende in einer
Ausnehmung 42 in der rückwärtigen Oberfläche des Ventils angeordnet ist, während das andere Ende
gegen einen in der Bohrung 34 vorgesehenen, eine Öffnung aufweisenden Dichtungsring 44 drückt.
Dieser Dichtungsring 44 ist, wie bei der dargestellten Ausführungsform, vorzugsweise in die Bohrung 34
eingeschraubt, obgleich er auch auf andere Weise, z. B. mittels Kleben oder Klemmen, in seiner Lage
gehalten werden kann.
Die Schreibspitze 24 ist so bemessen, daß sie an der Innenfläche der kleineren Bohrung 36 gleiten
kann, und zwar mit solcher Reibung, daß sie bei normalem Gebrauch nicht aus der Bohrung' 36 herausfällt
oder aus ihr herausgedrückt wird. Diese Reibung läßt sich jedoch leicht überwinden, so daß
die Schreibspitze 24 und das Ventil 22 rückwärts bewegt werden und die Schreibspitze mit auf eine
Schreibfläche aufzubringender Schreibflüssigkeit getränkt werden kann. Wie in F i g. 1 dargestellt, liegt
die hintere Endfläche der Schreibspitze 24 gegen das vordere Ende des kleineren zylindrischen Abschnittes
28 an. Dadurch ruft eine axiale Rückwärtsbewegung der Schreibspitze 24 eine entsprechende Bewegung
des Ventils 22 nach seiner Offenstellung hin hervor, während die Spiralfeder 40 das Ventil 22 nach seiner
Geschlossenstellung hin und die Schreibspitze 24 in eine vordere Lage zu drücken sucht. Bei der dargestellten
bevorzugten Ausführungsform reicht die auf das Ventil wirkende Kraft der Feder 40 aus, um zu
verhindern, daß die Schreibspitze 24 und das Ventil 22 durch den normalen Schreibdruck axial rückwärts
bewegt werden. Eine solche Rückwärtsbewegung tritt nur durch bewußte Anwendung zusätzlichen Druckes
durch den Schreiber zum Zwecke neuerlicher Tränkung der Schreibspitze ein.
Wie am besten aus F i g. 2 ersichtlich, besteht die Schreibspitze 24 aus einer zähen, porösen Masse, die
sich aus einer Mehrzahl an ihren Berührungspunkten miteinander verschmolzener Teilchen 46 zusammensetzt,
so daß zwischen diesen miteinander verbundene Kapillarräume 48 entstehen, die nicht nur Flüssigkeit
halten, sondern diese auch leiten können, so daß
ίο sie ausfließen kann, wenn das vordere Ende der
Schreibspitze 24 über eine Schreibfläche bewegt wird.
Die Teilchen 46 bestehen aus festem inertem poly-
merem Kunststoff, der vorzugsweise der Gruppe der als Polyolefine und Polyamide bekannten polymeren
thermoplastischen Stoffe angehört. Von den Polyolefinen können beispielsweise Polypropylen und
Polyäthylen einschließlich deren sogenannter linearer Polymere verwendet werden; von den Polyamiden
sind beispielsweise die Nylone gut verwendbar.
Das Aneinanderschmelzen der einzelnen Teilchen 46 zur Bildung einer gleichförmigen porösen Masse
kann durch irgendeines der bekannten Verfahren geschehen. Die USA.-Patentschrift 3 051.993 lehrt beispielsweise
ein Verfahren zur Herstellung eines porösen Gegenstandes, wobei eine synthetische
thermoplastische Körnchen- oder Teilchenmasse in eine poröse Form eingebracht und einer Temperatur
zwischen etwa 150 und 260° C ausgesetzt wifd, während
gleichzeitig ein heißer Gasstrom genügend lange durch die Masse hindurchgeleitet wird, daß die Teilchen
gesintert oder an ihren Berührungspunkten miteinander verschmolzen werden, wobei eine Anzahl
miteinander verbundener Hohlräume zwischen ihnen bestehenbleibt. Bei anderen Verfahren zur Herstellung
der in Rede stehenden Schreibspitze können die Teilchen aber auch mit einem löslichen Bindeoder
Füllmaterial, wie beispielsweise gekörntem Speisesalz, gekörntem Zucker oder gekörnter Kartoffelstärke,
gemischt und das entstandene Gemisch nach einem bekannten Verfahren geformt werden.
Nach Beendigung des Formvorganges kann das Füllmaterial durch ein geeignetes Lösungsmittel, im
Falle von Salz oder Zucker Wasser, aus der Masse herausgewaschen werden. Es können auch andere
Binde- oder Füllmittel verwendet werden, sofern sie sich während des Formvorganges nicht verlagern und
anschließend selektiv aus dem gebildeten Gefüge herausgelöst oder -geschwemmt werden können,
ohne die gesinterte Kunststofform nachteilig zu beeinflussen. Bei einem anderen Formverfahren kann
auch ein flüssiges oder gasförmiges Lösungsmittel mit oder ohne Anwendung von zusätzlicher äußerer
Hitze durch das Teilchenmaterial hindurchgeschickt werden, so daß die Teilchen vorübergehend erweicht
werden und an ihren Berührungspunkten miteinander verschmelzen.
Um weitere Behandlung überflüssig zu machen, ist es zweckmäßig, die Schreibspitze 24 als fertigen
Gegenstand in einer Form der gewünschten endgültigen Gestalt und Größe auszubilden. Soll ein
Lösungsmittel oder Gas durch das pulverförmige oder gekörnte Material während des Schmelzvorganges
hindurchgeleitet werden, so kann die Form porös oder in anderer Weise mit kleinen Öffnungen
versehen sein. Wird jedoch nur ein einfaches Heizverfahren angewendet, so braucht die Form keine
öffnungen zu haben. Ferner kann die Schreibspitze von einem durch Strangpressen der Teilchen durch
Die Erfindung betrifft eine Schreibspitze aus Kapillarkanäle aufweisendem porösem Material für
Schreibgeräte mit Tintenspeicher.
Bekannte Schreibspitzen der genannten Art bestehen aus pulverförmigem Material, das durch eine
Wärmebehandlung gesintert wird, um einen porösen Körper zu erzielen, der Kapillarkanäle enthält. Mit
den bekannten Schreibspitzen ist es nicht möglich, durch mehr oder weniger starken Druck auf die
Schreibspitze die Strichstärke zu verändern. Weiterhin neigen die bekannten Schreibspitzen dazu, sich
mit Tintenrückständen und auch mit von der Schreibfläche abgekratzten Papierteilchen zuzusetzen. Die
Versorgung mit Tinte, insbesondere bei schnellem Schreiben, ist dadurch in Frage gestellt. Weiterhin
können diese bekannten Schreibspitzen dort nicht benutzt werden, wo die Gefahr besteht, daß die
Schreibfläche geritzt wird. So lassen sich beispielsweise Schaufenster, Kunststoffflächen usw." nicht beschriften.
Aber nicht nur glatte, harte Flächen scheiden als Schreibunterlage für die bekannten
Schreibspitzen aus, sondern auch rauhe Flächen, wie genarbtes Leder, geologische Gesteins- oder mineralische
Muster u. dgl. Schließlich können die bekannten Spitzen wegen ihrer mangelnden Elastizität
leicht brechen oder beschädigt werden, wenn sie^. nicht sorgfältig behandelt, sondern beispielsweise .unbeabsichtigt fallengelassen werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, die den bekannten Schreibspitzen anhaftenden Nachteile^ zu vermeiden
und insbesondere eine Schreibspitze zu schaffen, die sich mit geringen Kosten herstellen läßt und insbesondere
eine ausreichende Elastizität hat, dennoch aber abriebfest ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schreibspitze aus einem elastisch biegsamen
Kunststoffpolymer besteht. Diese Kunststoffspitze ist nachgiebig, wodurch es durch Veränderung
des Auflagedruckes möglich ist, verschiedene Strichstärken zu erzielen. Ein weiterer erheblicher Vorteil
besteht darin, daß die Spitze nach längerem Gebrauch, wenn die Tinte getrocknet oder der Tintenzufluß
von Rückständen versperrt ist, auf Grund der Elastizität »gestartet« werden kann. Die biegsame
Spitze erlaubt eine Verformung durch Andrücken auf die Schreibunterlage, wodurch sich eine Wirkung
ergibt, die mit dem Ausdrucken eines Schwammes verglichen werden kann. Die nach dem Zusammendrücken
erfolgende Ausdehnung auf Grund der inneren Kräfte zieht automatisch frische Tinte in die
Schreibspitze. Es ist somit eine Spülwirkung erzielbar, wodurch angetrocknete Masse wieder gelöst
werden kann. Mit der erfindungsgemäßen Schreibspitze kann auch auf empfindlichen, glatten Flächen
geschrieben werden, wie auf Fenstern, Kunststoffen oder ähnlichen Oberflächen, die von harten und
spröden Schreibspitzen zerkratzt werden würden. Die erfindungsgemäße Schreibspitze ist aber auch für
rauhe Schreibflächen verwendbar, da sich die Schreibspitze auf Grund der Elastizität verformen
kann, wenn sie über solche Oberflächen gleitet. Schließlich ist die erfindungsgemäße Schreibspitze
auf Grund der inneren Elastizität auch bei roher Behandlung wesentlich unempfindlicher. Die Gefahr
einer Beschädigung oder gar des Abbrechens ist äußerst gering.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedankens wird das Kunststoffpolymer aus
der Polyolefine und Polyamide enthaltenden Gruppe der thermoplastischen Polymere gewählt. Zweckmäßigerweise
ist das Kunststoffpolymer Polyäthylen, Polypropylen oder Nylon. Diese Kunststoffe sind
durch ihren Aufbau, ihre Elastizität und ihren Widerstand gegen Abrieb besonders für die Herstellung
der Schreibspitze geeignet.
Vorteilhafterweise machen die Kapillarkanäle der Schreibspitze 40 bis 70 °/o des Gesamtvolumens aus.
Bei diesem Verhältnis der Kapillarräume zu dem Gesamtvolumen wird in optimaler Weise eine ausreichende
Speicher- und Zuleitungskapazität erreicht und zugleich die erforderliche Festigkeit und Steifheit
der Schreibspitze erhalten.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des Erfindungsgedankens weisen die Kapillarkanäle eine
Weite im Bereich zwischen 25 und 250 Mikron auf. Bei einer solchen Porengröße wird die Schreibflüssigkeit
durch Kapillarwirkung durch die Poren hindurch auf die Schreibfläche gezogen.
Zweckmäßigerweise ist die Schreibspitze im'Halter unter Öffnung eines Tintenzufuhrventils gegen Federkraft
zurückbewegbar und besitzt eine ausreichende Steifheit, um den verstärkten Anpreßdruck gegen die
Schreibunterlage ohne plastische Verformung auszuhalten. Auf diese Weise kann das Tintenzuführventil
geöffnet werden, indem der Halter mit der Schreibspitze auf eine Unterlage gedrückt wird.
Ein vorteilhaftes Verfahren zur Herstellung der Schreibspitze ist dadurch gekennzeichnet, daß eine
körnige Kunststoff-Polymermasse mit einer warmfesten, körnigen Füllmasse gemischt wird, das Gemisch
in einer Form unter Verschmelzung der Kunststoffkörnchen erwärmt wird und die Füllmasse
unter Bildung der Kapillarkanäle nach Abkühlung des Schreibspitzenkörpers durch ein Lösungsmittel
entfernt wird. So kann in einfachster Weise ein poröser Körper aus Polymermasse hergestellt werden,
indem die Füllmasse nach dem Verschmelzen der Kunststoffkörnchen entfernt wird und die Poren
freigibt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden beschrieben.
Es zeigt N -
F i g. 1 einen Längsschnitt durch ein Schreibgerät mit einer erfindungsgemäßen Schreibspitze und
F i g. 2 einen vergrößerten Teilschnitt durch die Schreibspitze entlang der Linie2-2 der Fig. 1.
F i g. 1 zeigt ein Schreibgerät 10 von im wesentlichen üblicher Ausführung, bestehend aus einem
Gehäuse 12 und einem axial mit diesem ausgerichteten Halterungsabschnitt 14. Der aus Gehäuse und
Halterungsabschnitt bestehende Teil kann aus irgendeinem gegenüber der zu verwendenden Schreibflüssigkeit
inerten Kunststoff oder Metall bestehen. Die Schreibflüssigkeit ist vorzugsweise auf Wasserbasis
hergestellt, obgleich auch Tinten mit flüchtigem Lösungsmittel als Basis verwendet werden können.
Zum leichten Zusammenbau ist der Halterungsabschnitt 14 mit einem sich rückwärts erstreckenden
abgesetzten Hals 16 versehen, der in das offene Ende 18 des Gehäuses 12 eingeschraubt ist.
Obgleich das Gehäuse 12 und der Halterungsabschnitt 14 im allgemeinen rund ausgebildet sind,
können sie auch andere Querschnittsformen haben. Die Außenfläche des Halterungsabschnittes hat
zweckmäßigerweise nach ihrem vorderen oder äußeren Ende hin einen verringerten Durchmesser;
eine der gewünschten Größe und Form entsprechende Düsenöffnung gebildeten länglichen Stab
abgeschnitten werden. In diesem Falle werden die Teilchen zweckmäßig nach dem vorstehend beschriebenen,
mit dem anschließend auswaschbaren Füllmittel arbeitenden Verfahren während des Strangpressens zusammengeschmolzen. Einer der
Vorteile der erfindungsgemäßen Schreibspitze sind ihre verringerten Herstellungskosten.
Beim Verfahren nach der vorliegenden Erfindung kann der Schreibspitze schon beim Formen ihre endgültige
Gestalt verliehen werden, oder sie kann mit der gewünschten Querschnittsgröße ausgepreßt werden.
In beiden Fällen entsteht wenig Materialabfall, oder Abfall wird völlig vermieden. Es verringern
sich also die vom Endverbraucher aufzuwendenden Kosten, während gleichzeitig ein Gegenstand hoher
Qualität erzeugt wird.
Gemäß der Erfindung aus verschmolzenem synthetischem Teilchenmaterial hergestellte Schreibspitzen
haben gute Schreibcharakteristiken sowie eine bedeutend längere Lebensdauer als die gegenwärtig gebräuchlichen.
Es ist zweckmäßig, die Schreibspitze 24 aus Polyäthylen herzustellen, da dieses Material infolge seiner
Nachgiebigkeit, Zähigkeit und Widerstandsfestigkeit gegen Abnutzung ausgezeichnete Schreibcharakte.ristiken
hat. Doch hängt die Wahl des zur Herstellung der Schreibspitze verwendeten Materials in gewissem
Grade von der Art der zu verwendenden Schreibflüssigkeit ab. Beispielsweise haben gewisse Chemikalien,
wie die in einer Reihe handelsüblicher dokumentechter Tinten enthaltenen aromatischen
Kohlenwasserstoffe, auf Polyäthylen und andere plastische Kunststoffe eine nachteilige Wirkung, weswegen
die Verträglichkeit der Schreibflüssigkeit mit dem zu verwendenden Kunststoff kurz geprüft werden
muß. Für dokumentenechte Schreibflüssigkeiten kann ein Polyamid, wie beispielsweise Nylon, wegen
seines neutralen Verhaltens ihnen gegenüber verwendet werden.
Die Größe, d. h. der durchschnittliche Querschnittsdurchmesser der Poren, sollte so bemessen
sein, daß eine Schreibflüssigkeit von einer Viskosität von etwa 2 bis 5 cP durch Kapillarwirkung durch
die Poren hindurch auf eine Schreibfläche gezogen wird. Eine solche Porengröße liegt etwa im„Bereich
von 25 bis 250 Mikron. Eine weit unter 25' Mikron liegende Porengröße würde eine Schreibflüssigkeit
von 2 bis 5 cP Viskosität nicht in zum Schreiben ausreichender Durchflußmenge durchlassen, dagegen
wäre bei einer über 250 Mikron liegenden Porengröße die Durchflußmenge im allgemeinen zu groß.
Ausgezeichnete Ergebnisse sind mit Porengrößen im Bereich von 100 bis 150 Mikron erzielt worden, weswegen
dieser Bereich zu bevorzugen ist. Die Porengröße läßt sich leicht durch Auswahl der zur Bildung
der Schreibspitze miteinander verbundenen Teilchen einstellen. Je größer die Teilchen, desto größer die
Poren oder Zwischenräume. Auch kann die Porengröße leicht durch die Wahl der Größe der Salz-,
Zucker- oder anderen Füllmittelkörner eingestellt werden, wenn das mit dem löslichen und später auszuwaschenden
Füllmittel arbeitende Verfahren angewandt wird.
Das Verhältnis zwischen Poren und Festkörpern soll im wesentlichen so sein, daß die Häufigkeit des
notwendigen Wiedertränkens der Schreibspitze auf ein Mindestmaß herabgesetzt, jedoch die erforderliche
Festigkeit und Steifheit der Schreibspitze erhalten wird. Ein Porenvolumen von etwa 40 bis 70 °/o
ist ein angemessenes Flüssigkeitsreservoir. Bei einem solchen Porenanteil ist die polymere Schreibspitze
noch genügend steif, um sich nicht unter den Schreibund Ventilöffnungsdrücken in unerwünschter Weise
zu verformen. Auch sollte die fertige Schreibspitze leicht mit der Schreibflüssigkeit netzbar sein. Wird
ίο eine wäßrige Schreibflüssigkeit in einer Polyäthylenschreibspitze verwendet, so sollte diese mit einem
Netzmittel behandelt oder der Schreibflüssigkeit ein Netzmittel zugesetzt werden.
Wenn gewünscht, kann die Porengröße über den gesamten Querschnitt der Schreibspitze variiert werden.
Beispielsweise kann die Oberfläche dichter ausgebildet werden, so daß die Schreibspitze an ihrem
äußeren Ende engere Poren und eine Oberfläche von erhöhter Widerstandsfähigkeit hat, während die
Poren im mittleren Bereich der Schreibspitze größer sein können, damit die Flüssigkeit schnell hindurchfließt.
Dies kann während des Schmelzens durch Steuern der auf das Pulver wirkenden Kompressionskraft erreicht werden, so daß die Oberflächenbereiche
etwas stärker als der mittlere Bereich zusammengepreßt werden. Auch kann die fertige Schreibspitze
durch eine erhitzte Düse geleitet oder einer ähnlichen Wärmebehandlung unterworfen werden, wodurch das
Material an der Oberfläche zusammenläuft oder verschmiert und die Oberflächenporen im wesentlichen
oder völlig geschlossen werden. Am vorderen Ende der Spitze müssen die Poren natürlich offen bleiben,
damit während des Schreibens Flüssigkeit aus ihnen austreten kann. Jedoch kann das entgegengesetzte,
hintere Ende der Schreibspitze geschlossen werden, wodurch die Verdampfung und damit der Gesamtverbrauch
an Schreibflüssigkeit während der Benutzung des Schreibgerätes verringert wird. Wird das
Schreibgerät nicht benutzt, so kann die Spitze durch eine abnehmbare Hülse od. dgl. gegen die Atmosphäre
geschützt werden.
Infolge der Reibung zwischen einer Filzschreibspitze und einer üblichen Papieroberfläche gleitet der
Filz nicht in glatter, kontinuierlicher Bewegung über die Oberfläche, sondern gewissermaßen ruckweise in
einer Reihe winziger Sprünge, was ein viele Benutzer störendes Geräusch verursacht. Die erfindungsgemäße
Schreibspitze vermittelt jedoch ein außerordentlich glattes und gleichmäßiges Schreibgefühl
ohne Schleifen oder Quietschen.
Weiter unterliegt die erfindungsgemäße Schreibspitze in weitaus geringerem Maße der Abnutzung
und bleibenden Verformung als die übliche Filzschreibspitze, so daß sie wesentlich seltener als diese
ersetzt zu werden braucht.
Bei der erfindungsgemäßen Schreibspitze sind die Teilchen aneinandergeschmolzen, wodurch ein Materialverlust
durch mechanische Abnutzung im wesentlichen vermieden ist. Jegliche Abnutzung tritt
sehr langsam ein. Obgleich die Schreibspitze zur Veränderung der Strichbreite während des Schreibens
verformt werden kann, ist diese Verformung nicht bleibend, sondern elastisch, und nach Aufhebung der
sie verursachenden Schreib- oder Ventilbetätigungskraft nimmt die Spitze wieder ihre ursprüngliche
Gestalt an. Somit ist die erfindungsgemäße Schreibspitze nicht nur sehr viel widerstandsfähiger gegen
Abnutzung im Gebrauch, sondern behält auch in
weit höherem Maße ihre ursprüngliche Form bei. In einer Reihe sorgfältig geprüfter Abnutzungsversuche
wurde festgestellt, daß die erfindungsgemäßen Schreibspitzen ihre Form weitaus länger behielten als
die handelsüblichen Filzschreibspitzen und sich halb so schnell wie diese abnutzen.
IO
Claims (7)
1. Schreibspitze aus Kapillarkanäle aufweisendem porösem Material für Schreibgeräte mit
Tintenspeicher, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schreibspitze (24) aus einem elastisch biegsamen Kunststoffpolymer besteht.
2. Schreibspitze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffpolymer aus der
Polyolefine und Polyamide enthaltenden Gruppe der thermoplastischen Polymere gewählt ist.
3. Schreibspitze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffpolymer Polyäthylen,
Polypropylen oder Nylon ist.
4. Schreibspitze nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapillar-
kanäle(48) der Schreibspitze (24) 40 bis 70% des Gesamtvolumens ausmachen.
5. Schreibspitze nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapillarkanäle
(48) eine Weite im Bereich zwischen 25 und 250 Mikron aufweisen.
6. Schreibspitze nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schreibspitze
(24) im Halter (12, 14) unter Öffnung eines Tintenzufuhrventils (22) gegen Federkraft zurückbewegbar
ist und eine ausreichende Steifigkeit besitzt, um den verstärkten Anpreßdruck gegen die Schreibunterlage ohne plastische Verformung
auszuhalten.
7. Verfahren zur Herstellung der Schreibspitze nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß eine körnige Kunststoff-Polymermasse mit einer warmfesten körnigen Füllmasse gemischt wird, das Gemisch in einer
Form unter Verschmelzung der Kunststoffkörnchen erwärmt wird und die Füllmasse unter Bildung
der Kapillarkanäle nach Abkühlung des Schreibspitzenkörpers durch ein Lösungsmittel
entfernt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 009 537/22
Family
ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3343004A1 (de) * | 1983-11-28 | 1985-06-05 | Vermes Chemie GmbH & Co KG, 8156 Otterfing | Schreibvorrichtung |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3343004A1 (de) * | 1983-11-28 | 1985-06-05 | Vermes Chemie GmbH & Co KG, 8156 Otterfing | Schreibvorrichtung |
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