DE1458935C - Verfahren und Vorrichtung zum Entgasen von Metallschmelzen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Entgasen von MetallschmelzenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entgasen einer Metallschmelze
durch Teilmengenentgasung in einer evakuierten Behandlungskammer.
In dem Hauptpatent wurde ein Verfahren zum Entgasen einer in einem Schmelzofen, einer Abstichpfanne
od. dgl. befindlichen Metallschmelze, insbesondere Stahlschmelze, durch mehrmalige aufeinanderfolgende
Teilmengenentgasung vorgeschlagen, bei dem eine Teilmenge der Schmelze in eine evakuierte
Behandlungskammer gesaugt wird, dort entgast wird und dann in den Schmelzofen od. dgl. auf gleichem
Wege zurückgeführt wird, wobei in periodischer Folge zum Zurückführen der entgasten Teilmenge
der Druck in der Behandlungskammer durch Anschließen an eine zweite Behandlungskammer erhöht
wird, so daß gleichzeitig unter Druckverminderung in der zweiten Behandlungskammer ein Ansaugen
einer nächsten Teilmenge eingeleitet wird, wobei zur Fortsetzung und Vollendung des Ansaugens sodann
die Verbindung der beiden Kammern miteinander unterbrochen wird, und in der zweiten Behandlungskammer ein Vakuum eingestellt und entgast wird, und
daß die folgenden Teilmengenbehandlungen in wechselweiser Beaufschlagung der Behandlungskammern
durchgeführt werden.
In diesem Zusammenhang ist auch bereits vorgeschlagen worden, zur zusätzlichen Druckerhöhung in
das mit der entgasten Schmelze gefüllte Gefäß Fremdgas, beispielsweise Stickstoff oder Argon, einzuleiten.
Zur Durchführung dieses Vorganges wurde vorgeschlagen, die Vakuumeinrichtung mit Zuleitungen
für das Fremdgas zu versehen.
Um das Verfahren nach dem Hauptpatent zu verbessern, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen,
die Druckerhöhung in der jeweils mit der entgasten Teilmenge der Schmelze gefüllten Behandlungskammer
durch Einleiten von Kohlenwasserstoffen, vorzugsweise von gesättigten Kohlenwasserstoffen, oder
von Wasserdampf zu unterstützen. Hierbei kann der Kohlenwasserstoff oder der Wasserdampf entweder
oberhalb oder unterhalb der Oberfläche der Schmelze in die Behandlungskammern eingeführt
werden.
Bei einer bevorzugten Anwendung wird zur Einleitung von Wasserdampf kurzzeitig der Treibdampf
der ersten Stufe einer Vakuumpumpe, beispielsweise durch einen Saugstutzen, ein Dreiwegeventil und
Rohrkrümmer, in die Behandlungskammern geleitet, indem eine hinter der ersten Stufe der Vakuumpumpe
eingebaute Absperrklappe für die entsprechende Zeit geschlossen wird.
Die Verwendung von Kohlenwasserstoffen, vorzugsweise gesättigten Kohlenwasserstoffen, oder von
Wasserdampf bringt gegenüber der Verwendung von Intergas mehrere Vorteile mit sich. Einmal werden
durch die Kohlenwasserstoffe oder den Wasserdar-pf
bzw. deren Zerlegungsprodukte bei dem Entgasungsvorgang erwünschte metallurgische Reaktionen in der
Schmelze ausgelöst, wie z. B. eine Desoxydation, eine Aufkohlung oder Entkohlung der Stahlschmelze.
Weiterhin wird die Vakuumpumpe dadurch entlastet, daß die Kohlenwasserstoffe oder der Wasserdampf
bzw. deren Zerlegungsprodukte, soweit sie kondensierbar sind, im Kondensator, der vorzugsweise hinter
der ersten Stufe der meist mehrstufigen Vakuumpumpe eingebaut ist, niedergeschlagen werden, so
daß der Wasserdampf oder die Kohlenwasserstoffe bzw. deren Zerlegungsprodukte nicht wie das nach
dem Hauptpatent einzuleitende Fremdgas auf Atmosphärendruck verdichtet werden müssen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, bei der Treibdampf der ernten
Stufe der Vakuumpumpe als Wasserdampf eingeleitet wird, kennzeichnet sich dadurch, daß nach der
ersten Stufe der als Strahlpumpe ausgebildeten Vakuumpumpe ein Rohrstück mit einer Absperrklappe
od. dgl. angeordnet ist. Sollen gemäß dem anderen Vorschlag der Erfindung der Wasserdampf oder die
Kohlenwasserstoffe unterhalb der Flüssigkeitsoberfläche der in der Behandlungskammer befindlichen
Teilschjrnelze in das Gefäß eingeleitet werden, so werden in die Tauchrohre der B.ehandlungskammern
oder in diesen selbst wasserdampf- oder gasdurchlässige Verteilköpfe für den einzuleitenden Wasserdampf
oder für die Kohlenwasserstoffe eingebaut. Selbstverständlich kann die Vorrichtung neben diesen
beiden vorgeschlagenen Merkmalen auch mit den bereits in dem Hauptpatent vorgeschlagenen Leitungen
versehen sein, durch die der Kohlenwasser-' stoff oder, der Wasserdampf dann in die Rohrkrümmer
zwischen Dreiwegeventilen und den Behandlungskammern eingeleitet werden können.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Entgasen von
Metallschmelzen schematisch im Schnitt dargestellt.
Die Vorrichtung zum Entgasen der in der Pfanne 1 befindlichen Schmelze besteht gemäß dem Vorschlag
des Hauptpatentes aus zwei oberhalb der Pfanne 1 befindlichen Behandlungskammern 2 und 3, die mit
Tauchrohren 4 und 5 in die Schmelze eintauchen. Die Behandlungskammern 2 und 3 sind jeweils mittels
eines Rohrkrümmers 6 und 7 mit einem Dreiwegeventil 8 verbunden, dessen Saugstutzen mit der
ersten Stufe 16 einer Dampfstrahl-Vakuumpumpe verbunden ist.
Die beiden Behandlungskammern 2 und 3 sind entweder durch Traversen 10 mit Aufhängeösen 11
für den Kran miteinander verbunden oder in einem gemeinsamen Gehäuse mit einer vakuumdichten
Zwischenwand angeordnet. Die gesamte Vorrichtung kann entweder mit Hilfe eines Krans od. dgl. über
die Pfanne 1 gebracht werden, d. h. beweglich angeordnet sein oder ortsfest angeordnet werden,
wobei in diesem Falle die gefüllte Pfanne 1 von unten her gegen die Tauchrohre 4 und 5 angehoben
werden muß.
Die Entgasung der Metallschmelze wird bei der dargestellten Stellung des Dreiwegeventils 8 dadurch
erreicht, daß durch die Verbindung der Behandlungskammer 2 mit dem Saugstutzen 9 der Vakuumpumpe
Vakuum in der Behandlungskammer 2 entsteht und hierdurch ein Teil der Schmelze in die Behandlungskammer
2 gelangt. Hier verbleibt dieser Teil der Schmelze eine gewisse Zeit unter dem Einfluß des
Vakuums und wird auf diese Weise entgast. Nach Beendigung der Entgasung wird das Dreiwegeventil
8 so gedreht, daß die beiden Behandlungskammern 2 und 3 miteinander verbunden sind, wodurch
ein Ausgleich des Druckes in den beiden Behandlungskammern 2 und 3 stattfindet, wobei die
Schmelze durch das Tauchrohr 4 aus der Behandlungskammer 2 teilweise ausläuft. Durch weiteres
Drehen des Dreiwegeventils 8 wird über den Rohrkrümmer 7 die zweite Behandlungskammer 3 mit der
Vakuumpumpe verbunden und hierbei auf gleiche Weise gefüllt. Anschließend wird durch Zurückdrehen
des Dreiwegeventils wieder eine Verbindung zwischen beiden Behandlungskammern 2 und 3 zum
Druckausgleich zwischen denselben hergestellt.
Um das Entleeren der mit dem entgasten Teil der Schmelze gefüllten Behandlungskammer 2 und 3 zu
unterstützen, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise gesättigte
Kohlenwasserstoffe, oder Wasserdampf in die Behandlungskammern einzuleiten. Hierbei können der
Wasserdampf oder die Kohlenwasserstoffe entweder oberhalb oder unterhalb der Oberfläche der Metallschmelze
eingeleitet werden.
Zu diesem Zweck kann die Vorrichtung entweder mit Leitungen 12,13 versehen sein, die in den Rohrkrümmern
6, 7 zwischen dem Dreiwegeventil 8 und den Behandlungskammern 2 und 3 enden. Im anderen
Fall werden gemäß der Erfindung die Tauchrohre 4 und 5 oder die Behandlungskammern 2 und
3 mit Verteilköpfen 19 versehen, die mit Zuleitungen 20 für die Kohlenwasserstoffe oder für den Wasserdampf
in Verbindung stehen, so daß die Kohlen-Wasserstoffe oder der Wasserdampf im Innern des
Schmelzenteiles eingeführt werden.
In der Praxis wird die Vakuumpumpe als Dampfstrahlpumpe ausgebildet. Gemäß einem weiteren
Merkmal der Erfindung soll deren Treibdampf 15 zur Unterstützung des Entleervorganges und zur Auslösung
erwähnter Reaktionen in der Stahlschmelze verwendet werden. In diesem Falle wird hinter der
ersten Stufe 16 der Vakuumpumpe ein Rohrstück 18 angeordnet, das mit einer Absperrklappe 17 versehen
ist. Wenn nunmehr der entgaste Teil der Metallschmelze aus einer der Behandlungskammern 2
und 3 in die Pfanne 1 zurückgelassen werden soll, wird lediglich die Absperrklappe 17 im Rohrstück 18
geschlossen, so daß der Treibdampf 15 über den Saugstutzen 9 und das Dreiwegeventil 8 durch die
Rohrkrümmer 6 und 7 in die jeweilige Behandlungskammer 2 bzw. 3 gelangt. In diesem Falle wird
durch den Druckanstieg und das Einblasen des Treibdampfes 15 die entsprechende Behandlungskammer
entleert; es kann dabei auf die im Hauptpatent zum Druckausgleich vorgesehene Parallelschaltung der
beiden Vakuumgefäße verzichtet werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
- Patentansprüche:I. Verfahren zum Entgasen einer Metallschmelze durch Teilrnengenentgasung in einer evakuierten Behandlungskammer, bei der in periodischer Folge zum Zurückführen der entgasten Teilmenge der Druck in der Behandlungskammer durch Anschließen an eine zweite Behandlungskammer und unter Zuführung von Fremdgas erhöht wird zur Fortsetzung und Vollendung des Ansaugens sodann die Verbindung der beiden Kammern miteinander unterbrochen wird und in der zweiten Behandlungskammer ein Vakuum eingestellt und entgast wird, wobei die folgenden Teilmengenbehandlungen in wechselweiser Beaufschlagung der Behandlungskammern durchgeführt werden, nach Patent 1303 453, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckerhöhung in der jeweils mit der entgasten Teilmenge der Schmelze gefüllten Behandlungskammer (2, 3) durch Einleiten von Kohlenwasserstoffen, vorzugsweise gesättigten Kohlenwasserstoffen, oder von Wasserdampf unterstützt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kohlenwasserstoffe oder der Wasserdampf oberhalb der Oberfläche der Schmelze in die Behandlungskammern (2, 3) eingeführt werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einleitung von Wasserdampf kurzzeitig der Treibdampf (15) der ersten Stufe (16) einer Vakuumpumpe, beispielsweise durch einen Saugstutzen (9), ein Dreiwegeventil (8) und Rohrkrümmer (6, 7), in die Behandlungskammern (2, 3) geleitet wird, indem eine hinter der ersten Stufe (16) der Vakuumpumpe eingebaute Absperrklappe (17) für die entsprechende Zeit geschlossen wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kohlenwasserstoffe oder der Wasserdampf unterhalb der Flüssigkeitsoberfläche der in der Behandlungskammer (2, 3) befindlichen Teilmenge eingeleitet werden. '
- 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einer Behandlungskammer, die über ein Tauchrohr mit der Schmelze in Verbindung steht und an eine Vakuumpumpe anschließbar ist, einem Dreiwegeventil zur Verbindung mit der Vakuumpumpe, an dessen freiem Anschluß eine zweite Behandlungskammer angeschlossen ist, die ein eigenes, in die Schmelze hineinragendes Tauchrohr aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß nach der ersten Stufe (16) der als Strahlpumpe ausgebildeten Vakuumpumpe ein Rohrstück (18) mit einer Absperrklappe (17) od. dgl. angeordnet ist.
- 6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 4, mit einer Behandlungs-.kammer, die über ein Tauchrohr mit der Schmelze in Verbindung steht und an eine Vakuumpumpe anschließbar ist, einem Dreiwegeventil zur Verbindung mit der Vakuumpumpe, an dessen freiem Anschluß eine zweite Behandlungskammer angeschlossen ist, die ein eigenes, in die Schmelze hineinragendes Tauchrohr aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Tauchrohre (4, 5) der Behandlungskammern (2, 3) oder in die Behandlungskammern (2,3) selbst unterhalb des Schmelzenstandes gas- und/oder wasserdampfdurchlässige Verteilköpfe (19) für die einzuleitenden Kohlenwasserstoffe oder den einzuleitenden Wasserdampf eingebaut sind, die mit Zuleitungen (20) für die Kohlenwasserstoffe oder den Wasserdampf in Verbindung stehen.
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|---|---|---|---|
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