DE1452007B - Sicherheitseinrichtung bei einer Walzenanstellvorrichtung für Walzwerke - Google Patents
Sicherheitseinrichtung bei einer Walzenanstellvorrichtung für WalzwerkeInfo
- Publication number
- DE1452007B DE1452007B DE1452007B DE 1452007 B DE1452007 B DE 1452007B DE 1452007 B DE1452007 B DE 1452007B
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- pressure
- cylinder
- safety device
- piston
- valve
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Pending
Links
- 238000005096 rolling process Methods 0.000 title claims description 17
- 230000007246 mechanism Effects 0.000 claims description 29
- 238000012546 transfer Methods 0.000 claims description 2
- 238000009434 installation Methods 0.000 claims 1
- 239000012528 membrane Substances 0.000 description 5
- 230000009471 action Effects 0.000 description 3
- 230000008859 change Effects 0.000 description 3
- 238000007639 printing Methods 0.000 description 3
- 230000004044 response Effects 0.000 description 3
- 238000007789 sealing Methods 0.000 description 3
- 230000009467 reduction Effects 0.000 description 2
- 238000012549 training Methods 0.000 description 2
- 238000010276 construction Methods 0.000 description 1
- 239000002360 explosive Substances 0.000 description 1
- 239000012530 fluid Substances 0.000 description 1
- 230000006870 function Effects 0.000 description 1
- 230000009931 harmful effect Effects 0.000 description 1
- 230000009916 joint effect Effects 0.000 description 1
- 239000007788 liquid Substances 0.000 description 1
- 239000002184 metal Substances 0.000 description 1
- 238000000034 method Methods 0.000 description 1
- 230000008569 process Effects 0.000 description 1
- 238000011084 recovery Methods 0.000 description 1
- 238000012552 review Methods 0.000 description 1
- 238000000926 separation method Methods 0.000 description 1
- 238000004513 sizing Methods 0.000 description 1
- 239000007787 solid Substances 0.000 description 1
- 238000012360 testing method Methods 0.000 description 1
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Sicherheitseinrichtung bei einer Walzenanstellvorrichtung für
Walzwerke, bestehend aus dem Anstellantrieb zugeordnetem Druckzylinder mit Kolben und einer
Ventileinrichtung mit zugehöriger Betätigungseinrichtung, durch die ein Entweichen des Druckmittels
aus dem Druckzylinder bei Überschreiten eines zulässigen Walzdruckes ermöglicht wird, wobei die Steuerung
der Ventileinrichtung selbsttätig oder von Hand erfolgen kann.
Bei einer bekannten Einrichtung dieser Art (österreichische Patentschrift 192 881) ist an den Druckzylinder
über eine Rohrleitung mit einem gegebenenfalls zusätzlich eingeschalteten Druckreduzierventil
ein Sicherheitsventil mit einem Kolben angeschlossen, der unter dem ihn auf der einen Seite beaufschlagenden
Druck im Druckzylinder entgegen der Wirkung einer ihn auf der gegenüberliegenden Seite beaufschlagenden
Feder verschiebbar ist, bis er bei Übersteigen eines vorbestimmten Drucks eine Verbindung
zu einer Nebenleitung freigibt und so eine Druckabsenkung herbeiführt. Diese Sicherheitseinrichtung
ist mit dem wesentlichen Nachteil verbunden, daß sich der Kolben proportional zum Druck im
Druckzylinder der Anstellvorrichtung verlagert.
Diese Verlagerung bringt in nachteiliger Weise eine Verminderung der Flüssigkeitsmenge im Druckzylinder
des Anstellantriebs und damit eine unerwünschte Änderung der Walzenanstellung mit sich. Außerdem
tritt bei Überschreiten der kritischen Druckgrenze ein nur allmähliches Öffnen des Sicherheitsventils ein.
Bekanntlich übt nun das an undichten Stellen durch ein geschlossenes Ventil hindurchtretende Druckmittel
eine schädliche Wirkung aus, die um so stärker ist, je kleiner die Durchtrittsöffnung ist. Wvorliegenden
Fall kommt jedoch ein weiterer Nachteil hinzu: Der durch das öffnen des Ventils erwartete Druckabfall
findet unter Umständen gar nicht statt, und der Druck im Druckzylinder kann — falls im Vergleich
zu der Geschwindigkeit, mit der er zunimmt, nicht ausreichend viel Druckmittel entweicht — sogar noch
. zunehmen.
Die unerwünschte Volumenänderung im Druckzylinder des Anstellantriebs mit den angeführten Nachteilen
ist auch bei etwas abweichenden vorbekannten Sicherheitseinrichtungen gegeben (deutsche Patentschrift
858 919 und USA.-Patentschrift 2 973 776), die sich eines vom Druck im Druckzylinder beaufschlagten
Kolbens sowie eines Kniehebelmechanismus bedienen, über den sich der Kolben auf einer Feder
abstützt. Der Kniehebelmechanismus wird bei Erreichen eines vorbestimmten Drucks aus der gestreckten
Lage in die zusammengeknickte Auslösestellung übergeführt, allerdings in Abhängigkeit vom
Feder- und damit Kolbenweg. Bei der einen dieser Einrichtungen (deutsche Patentschrift 858 919) ist
darüber hinaus noch eine erhöhte Volumenänderung im Druckzylinder vor dem endgültigen Ansprechen
und Auslösen des Kniehebelmechanismus gegeben, da nach Zurücklegung eines gewissen Kolbenwegs
auch hier vom Kolben ein Nebenkanal zwischen dem Druckzylinder und einem über eine Membran abgedichteten
Nebenraum freigegeben wird, um den sich in der Nebenkammer aufbauenden Druck zur Beaufschlagung
eines auf den Kniehebelmechanis einwirkenden Stößels zu verwenden.
Die genannten Nachteile sind auch bei Einsatz von Ventilen mit einem Ventilkörper nicht vermeidbar,
der zur Erzielung einer möglichst vollständigen Abdichtung fest an seinem Sitz anliegt. Auch bei derartigen
Ventilen hat das Druckmittel das Bestreben, den Ventilkörper entgegen der Wirkung einer Feder von
seinem Sitz abzuheben. Bei nur geringem Überdruck des Druckmittels kann es durch die sich beim leichten
Abheben des Ventilkörpers bildende Durchflußöffnung austreten. Außerdem besteht in einem solchen
Fall die Gefahr, daß es bei schwankendem Überdruck zu einem Flattern kommt.
Bei Walzenanstallvorrichtungen von Walzwerken,
bei denen der Druckzylinder meistens noch mit mehreren Hilfswinden verbunden ist, steht nun das
Druckmittel unter sehr hohem Druck. Die Sicherheitseinrichtungen derartiger Walzwerke gewährleisten
nur dann die angestrebte Sicherheit, wenn eine schnelle Ableitung von Druckflüssigkeit, d. h. ein
schnelles Öffnen der Ventileinrichtung mit sehr kurzer Ansprechzeit sichergestellt ist, so daß sich der im
Inneren der Druckzylinder sowie der angeschlossenen Verbindungsleitungen herrschende Druck sehr
schnell abbauen kann.
Es ist deshalb bereits eine Überlastsicherung in Form einer mit dem Druckzylinder verbundenen
Kammer vorgeschlagen worden (deutsche Patentschrift 951 801), deren sie abschließende Membran
bei Überbeanspruchung zerstört werden soll, um das Druckmittel entweichen zu lassen. Da nun die in der
Praxis auftretenden Kräfte tausende von Tonnen erreichen können, ist es sehr fraglich, ob die Membran,
selbst bei sehr solider Ausbildung, diesen Kräften standzuhalten in der Lage ist, und ob sie überhaupt
ihre ursprüngliche Lage beibehalten kann, da sie allein unter dem Anlagedruck zweier miteinander verschraubter
Flansche eingespannt gehalten wird. Um wirksam zu sein, müßte eine derartige Überlastsicherung
notwendigerweise an der oberen oder der unteren Traverse der Fenster jedes Gerüsts auf sehr aufwendige
Weise festgelegt sein; in jedem Fall wäre ein Membranaustausch bei einem etwaigen Ansprechen
der Sicherheitseinrichtung außerordentlich verwikkelt, da hierzu die die Membran einschließenden
Flansche wesentlich auseinandergedrückt werden müßten. Ein derartiges Auseinanderrücken würde das
Verlagern der Gesamtheit oder eines wesentlichen Teils der beweglichen Walzanlagenelemente, wie z. B.
der Einbaustücke und der Walzen, voraussetzen. Dabei wäre ferner eine beträchtliche Erhöhung der Gerüste
Voraussetzung, was mit entsprechend höheren Kosten für die Walzanlage verbunden wäre. Trotz
dieses höheren Aufwands könnte mit einer derartigen Sicherheitseinrichtung im Bedarfsfall weder eine gegegenenfalls
ferngesteuerte Auslösung noch — wie bereits erwähnt — eine Wiedereinschaltung in den
Betriebszustand vorgenommen werden.
Die Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Sicherheitseinrichtung der eingangs genannten Art so
weiter auszugestalten, daß die genannten Nachteile herkömmlicher Ausführungen weitgehend ausgeschaltet,
eine einwandfreie Abdichtung der Ventileinrichtung in geschlossenem Zustand unabhängig von
dem Druck im zugehörigen Druckzylinder sichergestellt und ein schlagartiges, d.h. explosionsartiges
Öffnen bei Überschreiten eines vorbestimmten Drucks gewährleistet sind.
Die erfindungsgemäße Sicherheitseinrichtung ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß die Ventileinrichtung
mit einem Kniehebelmechanismus verbunden ist, der in gestreckter Schließstellungslage
durch eine Feder mit einem höheren Druck als der zulässige Walzdruck beaufschlagt ist, und daß zur
schlagartigen Überführung des Kniehebelmechanismus aus der Schließstellungslage in Öffnungslage
dem Kniehebelmechanismus eine zusätzliche, in Abhängigkeit vom zulässigen Walzdruck gesteuerte Betätigungseinrichtung
zugeordnet ist.
Die Feder wirkt somit nicht unmittelbar auf den Ventilkörper, sondern vielmehr über einen Kniehebelmechanismus,
der bei geschlossener Ventileinrichtung in Arbeitsstellung ist. Durch diese Ausbildung
zusammen mit der stärkeren Dimensionierung der Feder ist jede Beziehung zwischen den beiden auf die
Ventileinrichtung wirkenden Kräften ausgeschaltet und gewährleistet, daß sie sich nur bei Betätigung des
Kniehebelmechanismus, nicht aber durch Überwindung der Gegenwirkung der Kraft der Feder öffnet.
Der Öffnungsvorgang selbst spielt sich schlagartig, d. h. explosionsartig ab.
ίο Zweckmäßigerweise ist die Ventileinrichtung unmittelbar
in die Wand des zu schützenden Druckzylinders eingebaut und nicht, wie dies gewöhnlich der
Fall ist, in eine an diesen angeschlossene Leitung eingeschaltet. Jeder unnötige Druckabfall ist auf diese
Weise vermeiden.
Als besonders vorteilhaft hat es sich herausgestellt, wenn als zusätzliche Betätigungseinrichtung ein beidseitig
beaufschlagbarer, in einem Zylinder angeordneter Druckkolben vorgesehen ist, dessen Kolbenstange
mit dem Kniehebelmechanismus verbunden ist. Mit Hilfe einer derartigen Betätigungseinrichtung läßt
sich in Abhängigkeit von bestimmten Maximalwerten des Drucks im Druckzylinder die Ventileinrichtung
schlagartig öffnen und der Druckzylinder an die Atmosphäre anschließen, oder aber die Ventileinrichtung
kann ganz plötzlich geschlossen werden. Der Druck des Hilfsdruckmittels der zusätzlichen Betätigungseinrichtung,
der — ebenso wie die Kraft der dem Kniehebelmechanismus zugeordneten Feder —
vom Druck im Druckzylinder unabhängig ist, kann beliebig und so hoch wie erforderlich gewählt sein, so
daß der Kniehebelmechanismus mit einer vorbestimmten Geschwindigkeit betätigt wird, und zwar
trotz der gemeinsamen Gegenwirkung des im Druckzylinder herrschenden Hauptdrucks und der Kraft
der Feder, die das Bestreben haben, den Kniehebelmechanismus in seiner gestreckten Arbeitslage zu
halten.
Als sehr vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Kolbenstange an dem Kniehebelmechanismus über
die Achse und die längliche öffnung mit Spiel angelenkt ist.
Eine bauliche besonders einfache Ausführung wird erzielt, wenn der eine der beiden Hebel des Kniehebelmechanismus
als Winkelhebel ausgebildet ist, an dessen freiem Hebelarm die Kolbenstange angreift.
Vorteilhafterweise umfaßt die Druckmittelquelle für den Zylinder einen an ein Druckluftnetz angeschlossenen
Druckluftspeicher.
Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung.
In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise dargestellt, und zwar zeigt
F i g. 1 einen Vertikalschnitt durch eine Walzenan-Stellvorrichtung
mit einer Sicherheitseinrichtung gemäß der Erfindung mit in Schließstellung befindlicher
zugehöriger Ventileinrichtung,
F i g. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 1 und
F i g. 3 einen Vertikalschnitt entsprechend demjenigen gemäß F i g. 1, jedoch mit geöffneter Ventileinrichtung.
Wie aus F i g. 1 ersichtlich, umfaßt die Walzenanstellvorrichtung des nicht näher dargestellten WaIzwerks
einen Druckzylinder 1 mit darin angeordnetem Kolben, der auf bekannte Weise auf die Walzen einwirkt.
In einer in der Wand des Druckzylinders 1 vorgesehenen Bohrung ist eine Ventileinrichtung mit
einem Ventil 2 und einem Körper 3 gelagert, der aus einem Metall hoher Festigkeit besteht, außenseitig
abgerundet ist und innenseitig einen Dichtungsring 4 trägt. Ein in einer Führung 6 längsverschiebbares
StützteilS liegt bei geschlossener Ventileinrichtung
unter der Wirkung eines Kniehebelmechanismus am Ventilkörper 3 an. Dieser Kniehebelmechanismus
umfaßt eine Achse 7, einen Lenker 8, einen Hebel mit den Hebelarmen 9 und 11 und eine dem Hebelarm
9 sowie dem Lenker 8 gemeinsame Achse 10. Der Lenker 8, der am Stützteil 5 angreift, ist — wie
aus F i g. 2 ersichtlich — aus zwei parallelen einzelnen Lenkern gebildet. Der zweite Hebelarm 9, der
mit dem Lenker 8 über eine ihnen gemeinsame Achse 10 verbunden ist, ist Teil eines Winkelhebels, bei dem
der freie Hebelarm durch den Hebelarm 11 gebildet ist. Der Winkelhebel ist über eine Achse 13 an einem
Teil 12 schwenkbar angelenkt, der in der gleichen Führung6 wie das StützteilS verschiebbar ist. Alle
Anlenkstellen sind zur Verringerung der Reibungen beispielsweise mit geeigneten Ringen oder mit Kugeloder
Nadellagern ausgerüstet.
Eine aus einem -Stapel vorgespannter Belleville-Scheiben
bestehende und somit als Tellerfeder ausgebildete Feder 14 liegt einerseits am Teil 12 und andererseits
an einer Mutter an, die auf eine zur Tellerfeder koaxiale Schraube 15 aufgeschraubt ist. Diese
aus der Schraube und der Mutter bestehende Einheit dient zum wunschgemäßen Einstellen der Kraft der
Feder 14.
Die Bahn des Hebelarms 11 des Kniehebelmechanismus wird beim Einrücken durch einen Anschlag
begrenzt, der im_yorliegenden Beispiel aus einer im Teil 12 festgelegten Schraube 16 besteht.
Querverbindungen 17 und 18 dienen zur Aufrechterhaltung der Einstellung der Schrauben 15 und 16.
Dem Kniehebelmechanismus 7 bis 11 ist eine zusätzliche, in Abhängigkeit vom zulässigen Walzdruck
gesteuerte Betätigungseinrichtung 19 zugeordnet. Diese umfaßt einen Zylinder 20 mit einem beidseitig
beaufschlagbaren Druckkolben 22, dessen Kolbenstange 21 mit dem Kniehebelmechanismus verbunden
ist. Der Zylinder 20 ist mittels eines Gelenks 35 ebenfalls an der Führung 6 befestigt.
Die Kolbenstange 21 ist mit einer Gabel 23 verbunden, die eine Achse 24 trägt. Diese durchsetzt
eine längliche öffnung 34 des Hebelarms 11.
Die beiden Zylinderräume des Zylinders 20 sind an einen unabhängigen Steuerkreis angeschlossen, dessen
Leitungen einen vierarmigen Verteiler 28 umfassen, über den jeweils der eine oder der andere Zylinderraum
mit einer Druckmittelquelle in Verbindung • -gebracht werden kann. Diese umfaßt einen Druckluftspeicher
26, der mit einem Druckluftnetz über ein Rückschlagventil 27 verbunden ist. Der Steuerkreis
enthält ferner ein beispielsweise von einem Elektromotor E steuerbares Ventil 25.
In einem Behälter 29 wird das bei geöffneter Ventileinrichtung 2, 3 ausströmende Druckmittel gesammelt.
Eine Leitung 30 verbindet den Behälter mit einem nicht dargestellten Rückgewinnungsbehälter.
Über eine Leitung 32 mit kleinem Querschnitt können gegebenenfalls auftretende Leckströme abfließen.
Mit Hilfe von Schrauben 31 ist die Führung 6 im Hinblick auf die auftretenden Beanspruchungen fest
mit dem Druckzylinder 1 verbunden.
Die erfindungsgemäße Sicherheitseinrichtung arbeitet wie folgt: In der in Fig. 1 dargestellten Normallage
liegt die Achse 10 geringfügig unterhalb der Verbindungslinie der beiden Achsen 13 und 7, und
die Ventileinrichtung 2, 3 wird unter dem Druck der Feder 14 geschlossen gehalten. Die Leitung 32 ermöglicht
eine Überprüfung der durch den Dichtungsring 4 gebildeten Dichtung, die einwandfrei sein muß.
Übersteigt der im Druckzylinder 1 herrschende
Druck den vorbestimmten Richtwert, so sendet ein nicht näher dargestellter Detektor ein Signal, z. B. ein
elektrisches Signal, zum angeschlossenen Motor E für den Antrieb des Ventils 25 aus. Dadurch wird der
in der Zeichnung rechte Arbeitsraum des Zylinders 20 schlagartig unter Druck gesetzt und der linke
Raum gleichzeitig mit der Atmosphäre verbunden. Der Kolben 22 wird sehr schnell in die in F i g. 3 veranschaulichte
Stellung übergeführt. Dabei rückt die Kolbenstange 21 den Kniehebelmechanismus 7 bis 11
aus.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, gejiügt für das
Ausrücken, d.h. das Überwinden der gestreckten Totlage des Lenkers 8 und des Hebelarms, zunächst
ein nur sehr kleiner Hub des Kolbens 22. Von diesem Augenblick an nimmt das Öffnen des Kniehebelmechanismus
und damit der Ventileinrichtung 2, 3 unter der gemeinsamen Wirkung der folgenden drei Kräfte
seinen Fortgang: der Kraft des Kolbens 22, der Kraft der Feder 14 und der Kraft des im Druckzylinder 1
herrschenden Drucks. Die Ventileinrichtung 2, 3 wird also schlagartig völlig geöffnet. In Ausschaltstellung
nehmen alle Vorrichtungsteile schließlich die in F i g. 3 dargestellte Lage ein. Diese Funktionsweise
ist vor allem deshalb von besonderem Interesse, weil sie gewährleistet, daß bei zu geringer Bemessung des
Walzenabstandes in bezug auf das Walzgut und daraus resultierenden starken Überdrücken eine so
schnelle Druckabsenkung im Druckzylinder 1 des der Walzenanstellung dienenden Kolben-Zylinder-Systems
herbeigeführt wird, daß eine Schädigung des Walzwerks vermieden ist.
Auf gleiche Weise kann bei einem Druckabfall im Inneren des Kolben-Zylinder-Systems zur Walzenanstellung
vom Detektor ein entsprechendes Signal ausgesandt werden, das den Motor £ und damit das
Ventil 25 und dann den Verteiler 28 betätigt, so daß der erfindungsgemäße Mechanismus in entgegengesetzter
Richtung angetrieben wird.
Durch die Anordnung des Druckluftspeichers 26 im Steuerkreis ist sichergestellt, daß die erfindungsgemäße
Vorrichtung auch dann arbeiten kann, wenn eine Störung im Druckluftnetz vorliegt. Das Rückschlagventil
27 gewährleistet dann, daß keine Druckluft vom Speicher 26 in das abgetrennte Netz zurückfließen
kann.
Aus der vorstehenden Beschreibung ergibt sich, daß die Einrichtung nach der Erfindung nicht nur bei
Überdruck anspricht, sondern vielmehr eine Betätigung bei anderen Bedingungen zuläßt: bei Druckmangel,
einer mittels eines geeigneten Prüfgeräts feststellbaren Störung und auch einem im Bedarfsfall
eiligen Eingriff von Hand.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Sicherheitseinrichtung bei einer Walzenanstellvorrichtung
für Walzwerke, bestehend aus dem Anstellantrieb zugeordnetem Druckzylinder mit Kolben und einer Ventileinrichtung mit zugehöriger
Betätigungseinrichtung, durch die ein Entweichen des Druckmittels aus dem Druckzylinder
bei Überschreiten eines zulässigen Walzdrucks ermöglicht wird, wobei die Steuerung der
Ventileinrichtung selbsttätig oder von Hand erfolgen kann, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ventileinrichtung (2, 3) mit einem Kniehebelmechanismus (7 bis 11) verbunden ist, der in gestreckter
Schließstellungslage durch eine Feder (14) mit einem höheren Druck als der zulässige
Walzdruck beaufschlagt ist, und daß zur schlagartigen Überführung des Kniehebelmechanismus (7
bis 11) aus der Schließstellungslage in Öffnungslage dem Kniehebelmechanismus eine zusätzliche,
in Ahbängigkeit vom zulässigen Walzdruck gesteuerte Betätigungseinrichtung (19) zugeordnet
ist.
2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als zusätzliche Betätigungseinrichtung
ein beidseitig beaufschlagbarer, in einem Zylinder (20) angeordneter Druckkolben
(22) vorgesehen ist, dessen Kolbenstange (21) mit dem Kniehebelmechanismus verbunden ist.
3. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolbenstange
(21) an dem Kniehebelmechanismus (7 bis 11) über die Achse (24) und die längliche Öffnung
(34) mit Spiel angelenkt ist.
4. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
eine der beiden Hebel des Kniehebelmechanismus (7 bis 11) als Winkelhebel ausgebildet ist, an dessen
freiem Hebelarm (11) die Kolbenstange (21) angreift.
5. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Druckmittelquelle für den Zylinder (20) einen an ein Druckluftnetz angeschlossenen Druckluftspeicher
(26) umfaßt.
6. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch unmittelbaren
Einbau der Ventileinrichtung in die Wand des Druckzylinders (1).
Family
ID=
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2623492C3 (de) | Vorrichtung zur Drucksteuerung für Walzeinrichtungen | |
| AT408792B (de) | Hydraulische betätigungsanordnung | |
| DE3624823A1 (de) | Sicherheitseinrichtung fuer ein tuersystem | |
| DE2736656C3 (de) | Durchbiegungseinstellwalze | |
| DE2066194C2 (de) | ||
| WO2011157462A1 (de) | Kolben-zylindereinheit als schaltbarer stufen-zylinder | |
| DE1806264B2 (de) | Antriebsvorrichtung zum betaetigen von zwei antriebsmotoren durch druckmittel | |
| DE1527637C3 (de) | Vorrichtung zum Abbremsen des Antriebes und Ausrücken der Walzen in einem Walzwerk | |
| DE3613852C1 (de) | Druckmittelbetaetigbare Kniehebelspannvorrichtung | |
| AT408475B (de) | Anordnung zur hydraulischen betätigung eines beweglichen bauteils an einem fahrzeug | |
| DE1452007C (de) | Sicherheitseinrichtung bei einer Walzenanstellvorrichtung fur Walzwerke | |
| DE1452007B (de) | Sicherheitseinrichtung bei einer Walzenanstellvorrichtung für Walzwerke | |
| DE102005005891B4 (de) | Tür mit Türbremse | |
| DE3832059C2 (de) | ||
| EP0363575A1 (de) | Druckluftzylinder mit Endlageverriegelung, insbesondere zur Betätigung von Rauchabzugsklappen | |
| DE2033614A1 (de) | Betatigungsghed fur Steuerventile | |
| DE2914933C2 (de) | Druckmittelbetriebene Fernsteuerung für die pneumatische Hauptsteuereinheit eines Gesenkschmiedehammers, insbesondere eines Gegenschlaghammers | |
| DE1452007A1 (de) | Hydraulisch arbeitende Walzenanstellvorrichtung | |
| EP1998091B1 (de) | Pneumatische Steuereinrichtung für ein Drucklufthebezeug | |
| DE3817313A1 (de) | Insbesondere hydraulische bremsanlage fuer einen ueber einen antrieb bewegbaren teil | |
| DE2519973A1 (de) | In einem mindestens zwei ueberdruckventile aufweisenden block eingebautes entlastungsventil fuer mindestens zwei hydraulisch betaetigbare verbraucher | |
| DE20209151U1 (de) | Bremsvorrichtung sowie damit ausgestatteter fluidbetätigter Arbeitszylinder | |
| DE578976C (de) | Vorrichtung zum Einstellen der Hoehenlage des Schlittens von Scheren, Pressen, Stanzen und aehnlichen Werkzeugmaschinen | |
| DE2144734C3 (de) | Steuerung für ein mit Druckluft betreibbares, Kräfte kompensierendes Hebezeug | |
| EP3788284B1 (de) | Vorrichtung zur regelung des drucks von fluiden |