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DE144456C - - Google Patents

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Publication number
DE144456C
DE144456C DENDAT144456D DE144456DC DE144456C DE 144456 C DE144456 C DE 144456C DE NDAT144456 D DENDAT144456 D DE NDAT144456D DE 144456D C DE144456D C DE 144456DC DE 144456 C DE144456 C DE 144456C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
phosphorus
red phosphorus
white
glue
ignition
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT144456D
Other languages
English (en)
Publication of DE144456C publication Critical patent/DE144456C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06FMATCHES; MANUFACTURE OF MATCHES
    • C06F3/00Chemical features in the manufacture of matches

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fireproofing Substances (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der durch die bekannte Umwandlung (Ber. d. d. ehem. Ges. 35, S. 351) des weißen Phosphors in Lösungsmitteln, welche, wie z. B. Bromphosphor neben einer guten Aufnahmefähigkeit für weißen Phosphor katalytische Eigenschaften besitzen, entstehende hellrote Phosphor eignet sich wegen seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften ganz hervorragend zur Herstellung von Zündhölzern, sonstigen Zündern sowie Reibflächen. Er teilt mit dem durch Umwandlung des weißen Phosphors bei hoher Temperatur entstehenden sogenannten amorphen Phosphor die wichtige Eigenschaft, ungiftig zu sein, wie durch Untersuchungen von Prof. Dr. Hans Meyer, Direktors des pharmakologischen Institutes der Universität Marburg, erwiesen worden ist. Er ist auch vollständig frei von Arsen, selbst wenn das Ausgangsmaterial solches enthält. Diese
ao durch orange bis hochrote Farbe ausgezeichnete Modifikation ist in Wasser völlig unlöslich, an der Luft nicht selbstentzündlich. Infolge ihrer feinen Verteilung aber zeigt sie eine außerordentlich große Reaktionsfähigkeit. So löst sie sich in Alkalilaugen unter stürmischer Entwicklung von Phosphorwasserstoffgas auf, färbt sich mit Ammoniak schwarz unter Bildung eines Phosphorwasserstoffes, löst sich bei vorsichtiger Behandlung mit einer alkoholhaltigen Kalilauge mit tiefroter Farbe zu Alkalipolyphosphid. Durch diese charakteristischen Reaktionen läßt sich die hellrote Modifikation sofort von dem gewöhnlichen roten Phosphor unterscheiden.
Es ist ein altes technisches Problem, den giftigen weißen Phosphor aus der Zündholzindustrie zu verdrängen, und zahlreich sind die Versuche gewesen, einen unschädlichen Stoff aufzufinden, welcher den weißen Phosphor in jeder Beziehung ersetzen kann, was aber bislang nicht gelungen ist. Ein solcher Stoff muß ungiftig sein und die mit seiner Hülfe gefertigten Streichhölzer müssen sich an jeder Reibfläche leicht entzünden lassen.
Am nächsten lag die Verwendung des gewohnlichen roten Phosphors, doch ist derselbe, wie zahlreiche, namentlich in der letzten Zeit angestellte Versuche gezeigt haben, für den vorliegenden Zweck wenig geeignet. Der rote Phosphor läßt sich mit Kaliumchlorat zusammen nur in verhältnismäßig geringer Menge verwenden, da sonst Massen entstehen, welche wegen ihrer Neigung zu Explosionen nicht verarbeitet werden können. Ein Zusatz von ι bis I1Z2 Prozent roten Phosphors ist das höchst zulässige Maß. Daß aber Hölzer, welche so geringe Mengen Phosphor enthalten, sehr schwer entzündlich sind, ist ohne weiteres klar.
Der Ersatz des roten Phosphors durch die oben beschriebene hellrote Modifikation bedeutet nun einen wichtigen technischen Fort- » schritt in der Zündholzfabrikation. Zu kaliumchlorathaltigen Sätzen kann man nämlich Zusätze von dem neuen Produkt machen, welche
(2. Auflage, ausgegeben am 21. Mär\ igorj.i
ίο Prozent und mehr betragen, ohne daß Explosionsgefahr eintritt. Der hellrote Phosphor verhält sich in dieser Beziehung genau wie der weiße.
Hölzer mit selbst relativ hohem Gehalt an hellrotem Phosphor sind nicht explosiv und lassen sich an jeder Reibfläche leicht und glatt entzünden. Ein weiterer Vorzug dieses Präparates gegenüber dem roten Phosphor ist der,
ίο daß es mit großen Mengen Leim verarbeitet werden kann, was bei jenem nicht der Fall ist, da seine Wirkung durch Leim in hohem Maße unterdrückt wird; aber nur solche Hölzer, welche in der Masse als Bindemittel Leim enthalten, sind geeignet, Feuchtigkeit und sonstigen klimatischen und Witterungseinflüssen zu widerstehen.
Ersetzt man den weißen Phosphor in den gewöhnlichen Leim- oder sonstigen Massen durch den hellroten Phosphor, so fällt die Gefahr der Phosphornekrose weg und man erhält Hölzer, welche vollständig ungiftig sind und in bezug auf Entzündlichkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse den gewöhnlichen Phosphorhölzern vollständig gleich kommen.
Ersetzt man dagegen den roten Phosphor durch unseren hellroten Phosphor, so kann man, ohne die Explosionsgefahr zu erhöhen, dessen Menge erheblich steigern und somit Hölzer erzielen, welche bedeutend leichter entzündlich sind als solche, die mit Hülfe des roten Phosphors gefertigt werden.
Es wurden verschiedene Zündmassen mit denselben dargestellt; sie haben sich sämtlich als vorzüglich geeignet zur Bereitung von Zündhölzern und sonstigen Zündern sowie Anstrichmassen für Reibflächen erwiesen.
Durch die Einführung des hellroten Phosphors in die Zündwarenindustrie ist die Lösung eines technischen Problems gefunden worden, an welchem man schon lange gearbeitet hat, die Verdrängung des giftigen weißen Phosphors aus den gewöhnlichen Zündmassen, seinen Ersatz durch einen vollständig ungiftigen Stoff mit hoher Reaktionsfähigkeit. Es bedeutet dies einen hohen Fortschritt für die Volkswohlfahrt, indem es nun ermöglicht wird, dem öffentlichen Verkehr ein stark wirkendes Gift zu entziehen.
Nachfolgend sind einige Beispiele für die Zusammensetzung von Zündmassen angeführt:
I.
10 Teile hellroter Phosphor, 45 - Kaliumchlorat,
5 - Gips.
2 - Kreide,
22 - Glas,
ιό - Leim;
II.
10 Teile hellroter Phosphor, 40 - Kaliumchlorat,
7 - Caput mortuum,
5 - Bleiweiß,
20 - Glas,
18 - Leim;
III.
7 Teile hellrother Phosphor, 50 - Kaliumchlorat,
5 - Schwefel,
2 - Kreide,
18 - Glas,
18 - Leim.
Es muß indessen ausdrücklich bemerkt werden, daß die Mischungsverhältnisse in obigen Beispielen in mannigfachster Weise abgeändert und die benutzten Substanzen durch andere ersetzt werden können, ohne das Wesen der Zündmassen zu beeinflussen, da dieses lediglich in der Verwendung des hellroten Phosphors besteht.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Zündmassen für Zündhölzer und sonstige Zünder sowie Anstreichmassen für Reibflächen, gekennzeichnet durch einen Gehalt an hellrotem Phosphor, wie solcher durch Umwandlung des weißen Phosphors in Lösungsmitteln, welche gleichzeitig Katalysatoren sind, erhältlich ist.
DENDAT144456D Active DE144456C (de)

Publications (1)

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DENDAT144456D Active DE144456C (de)

Country Status (1)

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DE (1) DE144456C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0496996A3 (en) * 1991-01-08 1992-11-04 Bryant & May Limited Match head formulations

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0496996A3 (en) * 1991-01-08 1992-11-04 Bryant & May Limited Match head formulations
EP0644167A3 (de) * 1991-01-08 1995-10-04 Bryant & May Ltd Zusammensetzungen für Zündholzköpfe.
EP0572039B1 (de) * 1991-01-08 1996-11-13 BRYANT & MAY LIMITED Zusammensetzungen für Zündholzköpfe

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