DE132623C - - Google Patents
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- DE132623C DE132623C DENDAT132623D DE132623DA DE132623C DE 132623 C DE132623 C DE 132623C DE NDAT132623 D DENDAT132623 D DE NDAT132623D DE 132623D A DE132623D A DE 132623DA DE 132623 C DE132623 C DE 132623C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B32/00—Carbon; Compounds thereof
- C01B32/50—Carbon dioxide
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Treating Waste Gases (AREA)
Description
PATENTAMT.
,Μ 132623 KLASSE 12«.
Die vorliegende Erfindung hat zum Gegenstand eine Art der fabrikatorischen Gewinnung
von Kohlensäuregas, welche ermöglicht, dieses Product bei vollkommener Reinheit auf billige
Weise neben Natriumbisulfit aus Natriumcarbonat mittels eines einfachen continuirlichen
Processes zu erhalten.
Beim gewöhnlichen Fabrikationsverfahren der Erzeugung von doppeltschwefligsaurem Natrium
(NaHSO3) wird eine Lösung von calcinirter
Soda (Soda-Asche) so lange mit Schwefligsäuregas (SO2) gesättigt, bis die Umsetzung zu
doppeltschwefligsaurem Natrium durchgeführt ist. Der Bildungsvorgang vollzieht sich in zwei
Phasen:
ι. Na2 CO3 + SO2 — Na2 S O3 + C O2.
2. Na2SO3 + SO2 + H2O =.2 NaHSO3.
2. Na2SO3 + SO2 + H2O =.2 NaHSO3.
Würde das Verfahren mittels reinen Schwefligsäuregases ausgeführt, so würde auch das entwickelte
Kohlensäuregas in reinem Zustande erhalten werden; wegen der hohen Kosten des reinen Schwefligsäuregases verwendet die Industrie
jedoch das Schwefligsäuregas direct in dem verdünnten bezw. verunreinigten Zustande,
in welchem es durch Verbrennen von Schwefel, Rösten von Kiesen und dergl. erhalten wird.
Das im ersteren Fall erhaltene Gas enthält selten mehr als 11 pCt. S O2, der Rest besteht
aus Stickstoff und überschüssiger Luft. Die Röstgase enthalten häufig nicht mehr als 6 pCt.
S O2. Dementsprechend wird das in Reaction 1
entwickelte Kohlensäuregas so stark verdünnt bezw. verunreinigt, dafs es sich zur Herstellung
von flüssiger Kohlensäure bezw. reinem Kohlensäureanhydrid nicht eignet.
Die Patentschrift 80390 beschreibt eine Ausführungsweise, gemäfs welcher das durch die
Reaction zwischen doppeltkohlensaurem Natron und den Gasen des Schwefelofens erzeugte
Bisulfit durch Behandlung mit doppeltkohlensaurem Natron in neutrales Sulfit übergeführt
wird. In dieser Weise gelingt es, die Hälfte der Kohlensäure des in zwei Phasen aufzuwendenden
Bicarbonates in reiner Form wiederzugewinnen (zweite Phase), während die andere Hälfte (erste Phase), welche ein nur 12 pCt. C O0
enthaltendes unbrauchbares Gasgemisch darstellt, verloren geht.
Gemäfs der vorliegenden Erfindung wird nun der ganze Kohlensäuregehalt des aufzuwendenden
Bicarbonates durch die nachstehend an der Hand der beigegebenen Apparatedarstellung
beschriebenen Ausführungsweise in reiner Form wiedergewonnen.
Auf einem Gestell 50 sind drei Bottiche 3, 8 und 9 angeordnet, von denen 3 mittels
Deckels gasdicht geschlossen und mindestens von doppelter Gröfse wie die beiden anderen
ist, welche offen sind. Die im Ofen 1 durch Verbrennen von Schwefel oder Rösten von
Kiesen entwickelte schweflige Säure strömt nach dem Bottich 3 durch ein Rohr 2, welches,
durch dessen Boden eintretend, bis nahe zum Deckel reicht, um dem Eindringen von Flüssigkeit
vorzubeugen. Im oberen Theile steht Bottich 3 in Verbindung mit dem Saugrohr 4 einer Pumpe 5, deren Auslafs mit 6 bezeichnet
ist. Bottich 3 enthalte nun doppeltschweflig-
saures Natrium in wässeriger Lösung (bereitet wie in Folgendem beschrieben). Von dieser
Bisulfitlauge wird die Hälfte in den Bottich 8 zum Setzen abgelassen, wonach man sie zur
Verwerthung als Marktwaare durch io abzieht. Die andere Hälfte der Bisulfitlauge im Bottich 3
wird in den Bottich 9 abgelassen. Die Ueberführung der Lauge in die beiden Bottiche erfolgt
durch ein Rohr 7 mit Ventil 70 für Bottich 8, und Ventil 71 für Bottich 9. Von
letzterem führt ein mit Ventil 150 versehenes Rohr 15 nach einem bedeckten Bottich 14 von
der Gröfse des Bottichs 3 und zweckmäfsig unterhalb des Bottichs 9 angeordnet. Der
Bottich 14 enthält eine zweckmäfsig heifse Lösung von calcinirter Soda (Na.2 C OJ. Läfst
man nun die Bisulfitlauge aus 9 in 14 einfliefsen, so reducirt sich das Bisulfit unter Entwicklung
von Kohlensäure zu neutralem Sulfit.
3. Na, C O3 + 2 NaHSO3 =
2 Na2S O3 + H2O -f C O2.
Um Lösung von Kohlensäure in der wässerigen Lauge zu verhüten, wird letztere am
besten auf Siedetemperatur gehalten, z. B. mittels Dampfschlange 16. Das entweichende
Kohlensäuregas wird von dem mitübergehenden Wasserdampf mittels Condensators 80 geschieden
mit Einlafs 82 für das kalte Wasser und Auslafs 81 für das erwärmte Wasser, durch
welches das Gasableitungsrohr 17 hindurchgefUhrt ist. Das kalte Kohlensäuregas wird darauf
zur Befreiung von mitübergegangenem Schwefligsäuregas und mitgerissener Sulfitlauge mit Natriumcarbonat
in einem Skrubber 18 gewöhnlicher Art gewaschen. Das gereinigt austretende
Kohlensäuregas ist gebrauchsfertig.
Wenn im Bottich 14 die Gasentwicklung aufgehört hat, wird die gebildete Lösung von
neutralem Natriumsulfit durch Rohr 19 mittels Pumpe 20 abgezogen und durch Rohr 21
nach dem Bottich 3 gefördert zur Zurückverwandlung in Bisulfit.
Die Bottiche 3 und 14 sowie der Skrubber 18
sind gasdicht, während die Bottiche 8, 9 und 11 offen sind. Letzterer dient zur Auflösung der
calcinirten Soda; die Sodalauge wird dann mittels Pumpe 12 durch Rohr 13 in den
Bottich 14 übergeführt.
Im Bottich 3 wird mittels Pumpe 5 ein partielles Vacuum unterhalten, so dafs die aus
dem Schwefel- bezw. Röstofen einströmenden Gase lebhaft durch die Lauge aufwärts dringen
und im Ofen ein lebhafter Zug erzeugt wird. Das vom Ofengasstrome übrig bleibende Gemisch
aus Luft und Stickstoff entweicht durch den Abzug 6 unter der Saugung der Pumpe 5.
Es findet also, nachdem einmal in Bottich 3 Bisulfitlauge erzeugt worden ist, continuirlicher
Betrieb in der Weise statt, dafs man die Bisulfitlauge theilt, die eine Hälfte zu Marktwaare
reinigt, die andere Hälfte dagegen durch Zusammenbringen mit der entsprechenden Menge
Natriumcarbonat unter Entwickelung von Kohlensäuregas zu neutralem Sulfit reducirt,
dieses nach 3 fördert, dort durch Einleiten von unreinem Schwefligsäuregas in Bisulfit umwandelt,
dieses wieder theilt und so fort.
Statt des. einfachen Natriumcarbonates kann man selbstverständlich auch das Bicarbonat benutzen,
wodurch die Kohlensäuremenge verdoppelt wird, oder Sesquicarbonat oder ein
beliebiges Gemenge der verschiedenen Natriumcarbonate, ferner auch festes Carbonat an Stelle
von Carbonatiauge, indem die Bisulfitlauge genügend Wasser zur Lösung mitbringt. Auch
kann der Bottich 14 mit einem Rührwerk ausgestattet werden, um die Mischung zu fördern.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung reiner Kohlensäure neben Natriumbisulfit aus Natriumcarbonat, dadurch gekennzeichnet, dafs man das event, gelöste Natriumcarbonat mit einer Natriumbisulfitlösung zersetzt, die durch Sättigen der bei dieser Zersetzung neben der reinen Kohlensäure entstehenden neutralen Sulfitlösung mit Schwefligsäuregas aus Schwefelöfen . (Kiesöfen u. s. w.) erhalten wird, und dabei einen Theil der Bisulfitlösung je nach Erfordernifs zur Verwendung zu irgend welchen Zwecken absondert.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE132623C true DE132623C (de) |
Family
ID=400877
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT132623D Active DE132623C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE132623C (de) |
-
0
- DE DENDAT132623D patent/DE132623C/de active Active
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