DE1301750B - Wettersprengstoff mit verbessertem Deflagrationsverhalten - Google Patents
Wettersprengstoff mit verbessertem DeflagrationsverhaltenInfo
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- C06B31/02—Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being an alkali metal or an alkaline earth metal nitrate
- C06B31/12—Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being an alkali metal or an alkaline earth metal nitrate with a nitrated organic compound
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Description
1 2
In den letzten Jahren haben sich an Stelle der Has- darüber hinaus die üblichen Bestandteile, wie insbesichen
Ammonsalpeter-Wettersprengstoffe mit Koch- sondere Sprengöl, enthält und außer einem Alkalisalz-Zusätzen
insbesondere für die Sicherheitsklas- nitrat und gegebenenfalls Ammonchlorid als weitere
sen II und III in steigendem Maße Wettersprengstoffe inverse Komponente eine solche Menge eines Ammit
sogenanntem inversen Salzpaar eingeführt, d. h. 5 moniumsalzes einer organischen ein- oder zweibasi-Sprengstoffe,
die Gemische von Kalium- bzw. Na- sehen Säure mit bis zu 4 C-Atomen aufweist, daß die
triumnitrat und Ammonchlorid neben etwa 9 bis Sauerstoffbilanz bei etwa —2 bis +5%, vorzugsweise
12°/o Sprengöl als Sensibilisator enthalten. Bei der bei — 1 bis 4-3%, liegt. Geeignete Ammoniumsalze
Detonation setzt sich das Alkalinitrat mit dem Am- sind z. B. Ammoniumformiat, Ammoniumrhodanid,
monchlorid etwa so um, als ob es aus Alkalichlorid i° Ammoniumacetat, Ammoniumglykolat, Ammonium-
und Ammonnitrat bestehen würde, denen dann der oxalat mit oder ohne Kristallwassergehalt und Ambekannte
detonative Zerfall zuzuordnen ist: moniummalonat.
Diese Ammoniumsalze können als alleinige SaIz-
2 KNO3 + 2 NH4Cl = 2 KCl + 2 N2 + 4 H2O + O2 paarkomponenten eingesetzt werden, vorteilhafter-
15 weise aber auch als Zusatz zu einem Alkalinitrat-
Die Energiefreisetzung erfolgt so, daß durch die Ammoniumchlorid-Salzpaar, und zwar dann, wenn
primäre Detonation des Sprengöls die detonative die Ammoniumsalze so viel Sauerstoff verbrauchen,
Salzpaar-Reaktion angeregt wird; hierzu ist nötig, daß daß bei ihrem alleinigen Einsatz die Sauerstoffbilanz
durch ausreichenden Einschluß des Sprengstoffs die zu sehr erniedrigt würde.
relativ träge Umsetzung des Salzpaares erzwungen 20 Die erfindungsgemäßen binären und ternären Salzwird;
freiliegend detoniert nur das Sprengöl so, als gemische können in weiten Grenzen variiert werden,
ob es in einem inerten Salzbett verteilt wäre. und es ist so möglich, Sprengstoffe mit jeder ge-
Die hohe Sicherheit der Salzpaarsprengstoffe hat wünschten Sauerstoffbilanz herzustellen, bei deren
drei Gründe: Detonation keine freie Salzsäure auftritt.
Erstens benötigt die Umsetzung des Salzpaares 25 Selbstverständlich kann man auch Mischungen der
eine längere Zeit als Ammonsalpeter als solcher, die genannten organischen Ammonsalze als inverse Kom-Energiefreisetzung
wird auf einen längeren Zeitraum ponente einsetzen.
verteilt und damit die Energiedichte der Stoßwelle Während bei den bisher üblichen Salzpaaren die
erniedrigt. Zum zweiten ist das praktisch molekular- vollständige Umwandlung der Nitrate nur zu erreidispers
entstehende Alkalichlorid besser als mecha- 3° chen ist, wenn pro Mol Nitrat mindestens 1 Mol Amnisch
eingemischtes Salz in der Lage, sehr rasch monchlorid vorhanden ist, können die organischen
Wärme aufzunehmen und daher kühlend zu wirken. Ammonsalze zum Teil auch in einem kleineren MoI-Drittens
aber läuft die Umsetzung des Salzpaares bei verhältnis verwendet werden, sofern ihr Sauerstoffmangelndem
Einschluß — wie erwähnt — nur zu bedarf den völligen Umsatz der Nitrate gewährleistet,
einem Bruchteil ab, d. h., die Explosionstemperatur 35 Der übrige Aufbau der erfindungsgemäßen Spreng-
und die freigesetzte Energie werden entscheidend stoffe entspricht weitgehend dem der bekannten
erniedrigt, wenn Patronen eines Bohrlochs durch die Salzpaar-Wettersprengstoffe. Als sensibilisierende,
Detonation der vorhergehenden Ladung freigelegt hochbrisante Komponente verwendet man Sprengöle,
werden sollten. Dieses letztere Verhalten der Salz- d. h. im wesentlichen Nitroglycerin und Nitroglykol
paar-Wettersprengstoffe dokumentiert sich in einer 4° bzw. Gemische der beiden. Zur Erreichung der gehervorragenden
Kantensicherheit bei der Prüfung in wünschten Wasserfestigkeit können quellfähige Hochder
Wetterstrecke. polymere, z. B. Guarmehl, Carboxymethylcellulose
Bei den bisher üblichen Wettersprengstoffen mit u. a. zugesetzt werden. Der bekannte Einfluß der
umgekehrtem Salzpaar hat man im allgemeinen Kornverteilung bei den Salzpaarsprengstoffen muß
Alkalinitrat und Ammonchlorid im stöchiometrischen 45 auch bei den erfindungsgemäßen Sprengstoffen be-Verhältriis
1:1 eingesetzt. Bei diesem Mischungsver- rücksichtigt werden, d. h., die Korngröße der einhältnis
ergibt sich ein beträchtlicher Sauerstoffüber- zelnen Komponenten muß genügend fein sein und
schuß bei der Detonation, d. h., die Sauerstoffbilanz aufeinander abgestimmt werden,
ist trotz des häufig vorgenommenen Zusatzes von Die erfindungsgemäßen Sprengstoffe übertreffen
quellfähigen hochpolymeren Kohlehydraten zur Er- 5° dank der besseren Ausnutzung des Sauerstoffs die
höhung der Wasserfestigkeit erheblich positiv. Leistung der bisher üblichen Salzpaarsprengstoffe.
Diese Salzpaar-Wettersprengstoffe sind hinsieht- Trotzdem erfüllen sie alle Prüfbedingungen, die
lieh ihrer Deflagrationsfestigkeit nicht voll befriedi- für Wettersprengstoffe vorgeschrieben sind (vgl. Begend.
Bei der Prüfung nach Audibert—Del- Stimmungen für die Prüfung von Bergbausprengmitm
a s zeigen sie erst oberhalb 5 mm Düsendurchmes- 55 teln, Erlaß des Ministers für Wirtschaft und Verkehr
ser keine Deflagration mehr. des Landes Nordrhein-Westfalen über die Prüfung
Man hat schon vorgeschlagen, den Sauerstoffüber- von Sprengmitteln für die Zulassung zum Vertrieb an
schuß der Salzpaar-Sprengstoffe dadurch herabzu- den Bergbau vom 19.2.1959). Insbesondere bleibt
setzen, daß man pro Mol Alkalinitrat mehr als 1 Mol der Salzpaarcharakter auch bei Fehlen von Ammon-Ammonchlorid
einbringt. Ein solches Vorgehen hat 6o chlorid erhalten; z. B. setzen sich KNO3- (NHJ2C2O4
jedoch den Nachteil, daß bei vollständigem Umsatz nur im Einschluß, nicht aber freiliegend um. Die
frei Salzsäure auftritt. Praktische Versuche zeigten, Kantensicherheit bleibt bestehen. Ihre Deflagrationsdaß
ferner die oben zitierte Kantensicherheit nicht beständigkeit ist so hoch, daß sie bei der Prüfung
mehr bei schärfster Prüfbedingung gegeben ist. nach Audibert—D elm as (Nobel-Hefte, 1963,
Es wurde nun ein Wettersprengstoff mit verbes- 65 S. 118 ff.) auch bei Verwendung des kleinsten Düsensertem
Deflagrationsverhalten, hoher Leistung und durchmessers von 1,5 mm keine Deflagrationserscheiguter
Kantensicherheit gefunden, der auf der Basis nungen zeigen, von Salzen mit austauschbaren Ionen aufgebaut ist, Es sind zwar ferner Sprengmischungen bekannt,
die neben einem Hauptanteil von rund 50% Ammonnitrat, Ammonoxalat sowie Ammonchlorid und ein
Alkalinitrat enthalten, jedoch sind diese Sprengstoffe nicht als Salzpaarsprengstoffe anzusprechen und
haben infolge ihres hohen Ammonnitratgehalts nicht deren Vorteile. Insbesondere ist ihre Kantensicherheit
nicht mit denen der Salzpaarsprengstoffe vergleichbar.
Die Verwendung von Stearinsäure bzw. deren Salzen, also von Säuren der Fettsäurereihe mit mindestens
10 C-Atomen, zur Hydrophobierung von Sprengstoffen ist aus der deutschen Patentschrift
1092 357 bekannt. Diese Sprengstoffe weisen jedoch keine Deflagrationssicherheit bei der Prüfung nach
Audibert—Delmas auf.
Als Beispiele für die erfindungsgemäßen Sprengstoffe sind in der folgenden Tabelle bewährte
Mischungen genannt, in der außerdem die sprengtechnischen Daten der Mischungen sowie ihr Verhalten
unter den offiziellen Prüfbedingungen angegeben sind.
Beispiel 1 betrifft einen Wettersprengstoff der Klasse III in der zur Zeit üblichen Zusammensetzung.
Wie hieraus ersichtlich, besitzen die erfmdungsgemäßen Sprengmischungen gegenüber den vergleichbaren
bisher bekannten eine höhere Leistung, die sich in einem beträchtlichen Anstieg der Bleiblockausbauchung,
der Stauchung und der Detonationsgeschwindigkeit ausdrückt, sowie eine bisher nicht
erreichte Deflagrationsbeständigkeit.
I 3 I
Zusammensetzung in °/o
Sprengöl (Nitroglyzerin zu Nitro-
glykol 60:40)
Guarmehl
KNO3
NaNO3
NH4Cl
(NHJ2C2O4-H2O
NH4COOH
NH4CNS
Sauerstoffbilanz in %
Stauchung nach Käst
Bleiblockausbauchung
Übertragung im Kohle-Zementrohr 2:1
Detonationsgeschwindigkeit ...
Wasserbeständigkeit nach 5stündiger Lagerung unter H2O ...
Wettersicherheit
(nach offizieller Prüfvorschrift KZ = keine Zündung)
Kohlenstaubsicherheit
(nach offizieller Prüfvorschrift KZ = keine Zündung)
Deflagrationssicherheit
nach Audibert-Delmas sicher bei Düsendurchmesser
ohne erfindungsgemäßen Zusatz
2,0 58
31
+ 6,9
1,45 90
8 bis 1500
KZ
KZ
5mm 8,5
1,5
52
1,5
52
+ 1,9
1,48
100
100
bis 10
1640
1640
KZ
1,5 mm
1,5 mm
9,2
1,8
52
1,8
52
27
10
10
+2,0
1,55
110
110
10 bis 15
1700
1700
KZ
KZ
1,5 mm
9,3
1,9
1,9
30,3
4,5
+3,7
1,56 110
10 bis 12 1680
KZ
KZ
1,5 mm
9,0 2,0
57
30,3
1,7
+4,7
1,54 115
10 bis 15 1675
KZ KZ
1,5 mm
Während der Vergleichssprengstoff (Beispiel 1) erst bei einer Düsenweite von 5 mm keine Deflagrationserscheinungen
mehr zeigt, sind die erfindungsgemäßen Sprengstoffe schon bei einem Düsendurchmesser
von 1,5 mm deflagrationssicher, also beim kleinstmöglichen Düsendurchmesser, der bei Methode
von Audibert—Delmas Verwendung finden kann.
Claims (4)
1. Wettersprengstoff mit verbessertem Deflagrationsverhalten auf der Basis von Salzen mit austauschbaren
Ionen und anderen üblichen Bestandteilen, wie insbesondere Sprengöl, dadurch
gekennzeichnet, daß er außer einem Alkalinitrat und gegebenenfalls Ammonchlorid als weitere inverse Komponente eine
solche Menge eines Ammoniumsalzes einer organischen Säure mit bis zu 4 C-Atomen enthält, daß
die Sauerstoffbilanz bei etwa —2 bis +5%, vorzugsweise bei —1 bis +3%, liegt.
2. Wettersprengstoff gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er als Ammoniumsalz
einer organischen Säure Ammoniumformiat enthält.
3. Wettersprengstoff gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er als Ammoniumsalz
einer organischen Säure Ammoniumoxalat enthält.
4. Wettersprengstoff gemäß den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß er Gemische
von Ammoniumsalzen organischer Säuren mit bis zu 4 C-Atomen enthält.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW40265A DE1301750B (de) | 1965-11-10 | 1965-11-10 | Wettersprengstoff mit verbessertem Deflagrationsverhalten |
| NL6612814A NL6612814A (de) | 1965-11-10 | 1966-09-12 | |
| GB4787466A GB1153737A (en) | 1965-11-10 | 1966-10-25 | A Permitted Explosive possessing improved Deflagration Properties for use in Mines |
| BE689434D BE689434A (de) | 1965-11-10 | 1966-11-08 |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW40265A DE1301750B (de) | 1965-11-10 | 1965-11-10 | Wettersprengstoff mit verbessertem Deflagrationsverhalten |
| DEW0041904 | 1966-06-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1301750B true DE1301750B (de) | 1969-08-21 |
Family
ID=26002808
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEW40265A Pending DE1301750B (de) | 1965-11-10 | 1965-11-10 | Wettersprengstoff mit verbessertem Deflagrationsverhalten |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| BE (1) | BE689434A (de) |
| DE (1) | DE1301750B (de) |
| GB (1) | GB1153737A (de) |
| NL (1) | NL6612814A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4803695A (en) * | 1985-06-14 | 1989-02-07 | Sharp Kabushiki Kaisha | Semiconductor laser apparatus having an external reflecting means |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1092357B (de) * | 1959-07-30 | 1960-11-03 | Dynamit Nobel Ag | Verfahren zur Hydrophobierung von Sprengstoffen |
| DE1239967B (de) * | 1963-12-30 | 1967-05-03 | Ici Ltd | Salzpaar-Wettersprengstoff |
-
1965
- 1965-11-10 DE DEW40265A patent/DE1301750B/de active Pending
-
1966
- 1966-09-12 NL NL6612814A patent/NL6612814A/xx unknown
- 1966-10-25 GB GB4787466A patent/GB1153737A/en not_active Expired
- 1966-11-08 BE BE689434D patent/BE689434A/xx not_active IP Right Cessation
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1092357B (de) * | 1959-07-30 | 1960-11-03 | Dynamit Nobel Ag | Verfahren zur Hydrophobierung von Sprengstoffen |
| DE1239967B (de) * | 1963-12-30 | 1967-05-03 | Ici Ltd | Salzpaar-Wettersprengstoff |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4803695A (en) * | 1985-06-14 | 1989-02-07 | Sharp Kabushiki Kaisha | Semiconductor laser apparatus having an external reflecting means |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB1153737A (en) | 1969-05-29 |
| BE689434A (de) | 1967-05-08 |
| NL6612814A (de) | 1967-05-11 |
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