DE1269930B - Wettersprengstoffe mit erhoehter Deflagrationssicherheit - Google Patents
Wettersprengstoffe mit erhoehter DeflagrationssicherheitInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
C 06b
Deutsche Kl.: 78 c -17
Nummer: 1 269 930
Aktenzeichen: P 12 69 930.8-45
Anmeldetag: 15. Dezember 1964
Auslegetag: 6. Juni 1968
Gegenstand der Erfindung ist ein Wettersprengstoff mit erhöhter Deflagrationssicherheit und Energie,
bestehend aus einem quaternären Gemisch aus Ammoniumchlorid, Alkalinitraten und Erdalkalicarbonaten,
einer sensibilisierenden Sprengölkomponente in einer Menge von 6 bis 15% sowie gegebenenfalls
Inertstoffen, gekennzeichnet durch ein Molverhältnis des ternären Gemisches von Ammonchlorid/Alkalinitrat/Erdalkalicarbonat
= 5:3:1 (Ammonchlorid/Alkalinitrat = 1,67, Ammonchlorid/ Erdalkalicarbonat = 5, Alkalinitrat/Erdalkalicarbonat
= 3).
Es sind Sprengstoffe bekannt, die neben einer sensibilisierenden Komponente Ammoniumnitrat,
Ammoniumchlorid und Calciumcarbonat enthalten. Diese Sprengstoffe genügen jedoch den heutigen
Sicherheitsanforderungen gegen Schlagwetterzündung nicht, wie später noch gezeigt wird.
Auch ist es aus der französischen Patentschrift 1 222 422 her bekannt, Ammonchlorid und Calciumcarbonat
solchen Sprengstoffgemischen zuzusetzen, die auch Kalium- oder Natriumnitrat enthalten
können. Bei diesen Sprengstoffen dient der Zusatz dieser Salze jedoch hauptsächlich zur Erhöhung der
Deflagrationssicherheit, nicht aber zur Erhöhung der Energie des bekannten Sprengstoffs, während bei
den erfindungsgemäßen Sprengstoffen Deflagrationssicherheit und Energie erhöht werden, wie später
noch gezeigt wird.
Beim Schießen in der Kohle unter Tage müssen Sprengstoffe mit hoher Sicherheit gegen Schlagwetterzündungen
verwendet werden. Sie bestehen aus sensibilisierenden Komponenten (Gemisch aus Nitroglycerin und Nitroglykol oder Nitropenta) und
dem sogenannten inversen Salzpaar aus Alkalinitrat (Kalium- oder Natriumnitrat) und Ammoniumchlorid.
Diese Sprengstoffe besitzen zwar gegenüber den üblichen Gesteinssprengstoffen und den Wettersprengstoffen
der Klasse I ein relativ günstiges Verhalten bei thermischer Beanspruchung. Jedoch zeigt
Wettersprengstoffe mit erhöhter
Deflagrationssicherheit
Deflagrationssicherheit
Anmelder:
Dynamit Nobel Aktiengesellschaft,
5210 Troisdorf
Als Erfinder benannt:
Dr. Adolf Berthmann, 5090 Leverkusen;
Dr. Gotthard Kuhn, 7505 Ettlingen;
Dr. Paul Lingens, 5000 Köln-Marienburg
Dr. Adolf Berthmann, 5090 Leverkusen;
Dr. Gotthard Kuhn, 7505 Ettlingen;
Dr. Paul Lingens, 5000 Köln-Marienburg
die Sprengpraxis, daß es wünschenswert ist, ihre Deflagrationssicherheit noch weiter zu erhöhen.
Es wurde nun gefunden, daß man vorteilhaft auch Wettersprengstoffe mit erhöhter Deflagrationssicherheit
aus sensibilisierenden Komponenten und anorganischen Salzen herstellen kann, wenn man als
anorganische Salze ein ternäres Gemisch auf der Basis von Ammoniumchlorid, Alkalinitraten und
Erdalkalicarbonaten im molaren Verhältnis 5:3:1 (Ammonchlorid/Alkalinitrat = 1,67; Ammonchlorid/
Erdalkalicarbonat = 5; Alkalinitrat/Erdalkalicarbonat = 3) verwendet. Der Ersatz der bekannten
binären Salzgemische aus Alkalinitraten und Ammoniumchlorid durch das ternäre Salzgemisch aus
Ammoniumchlorid, Alkalinitraten und Erdalkalicarbonaten führt überraschenderweise zu einer Erhöhung
der spezifischen Energie und gleichzeitig zu wesentlich deflagrationssicheren Wettersprengstoffen.
Die nachstehenden Gleichungen I, II und III entsprechen den Salzgemischen der oben bekannten
Sprengstoffe; bei den Gleichungen IV und V dagegen handelt es sich um die erfindungsgemäßen Sprengstoffe:
3NH4NO3 + 2NH4Cl + CaCU3 = CaCl2 + 4 N2 + 10H2O + CO2
NaNO3 + NH4Cl = NaCl + N2 + 2 H2O + '/2 O2
KNO3 + NH4Cl = KCl + N2 + 2 H2O +
>/2 O2
3 NaNO3 + 5 NH4Cl + CaCO3 = 3 NaCl + CaCl2 + 4 N2 + 10 H2O + CO2
3 KNO3 + 5 NHiCl + CaCO3 = 3 KCl + CaCl2 + 4N2 + 10 H2O + CO2
In der Tabelle 1 werden die thermo-dynamischen Daten für die verschiedenen Reaktionsgleichungen
aufgeführt.
809 558 207
| Salzgemisch der Reaktionen |
O2-Bilanz | Explosionswärme | Explosions temperatur |
Sdiwadenvolumen | Spezifische Energie*) |
Feste Schwaden bestandteile |
| ■Ό | Kcal/kg | K | I kg | mt.kg | % | |
| I | 0 | 381,7 | 1597 | 751,5 | 45.4 | 24,8 |
| II | + 11,5 | 211,5 | 1109 | 566,1 | 23,7 | 42,2 |
| III | + 10,3 | 187,6 | 1101 | 507,1 | 21,1 | 48,2 |
| IV | 0 | 268,9 | !304 | 539,6 | 26.6 | 46,0 |
| V | 0 | 248,4 | 1299 | 500,9 | 24,6 | 49,9 |
*) Die spezifische Energie ist das Produkt aus der Gaskonstante R.dem Schwadenvolumen in Mol pro kg und der Explosionstemperatur in K.
Die bekannte Salzmischung gemäß Gleichung I ergibt zwar eine hohe spezifische Energie, aber auch
eine hohe Explosionstemperatur und einen geringen Anteil an festen Schwadenbestandteilen. Sprengstoffe
dieser Art erfüllen jedoch nicht die heutigen hohen Anforderungen gegen Schlagwettersicherheit. Außerdem
ist sowohl die exakte Mahlung als auch Aufbereitung des Ammoniumnitrats wegen seiner leichten
Feuchtigkeitsaufnahme und seines niedrigen Umwandlungspunktes (32 C) nur schwer zu erreichen.
Das molare Verhältnis von Ammoniumchlorid1 Ammoniumnitrat/Erdalkalicarbonat beträgt 2:3:1.
Die Reaktion der inversen Salzpaare (Gleichungen II und III) zeichnet sich durch eine sehr hohe
positive Sauerstoffbilanz aus, im Gegensatz zu den erfindungsgemäßen Salzkombinationen, deren Sauer-Stoffbilanz
Null ist. Das Molverhältnis ist 1 : 1.
Aus der vorstehenden Tabelle ist weiterhin ersichtlich, daß die spezifische Energie und die festen
Schwadenbestandteile bei den Gleichungen mit dem ternären Salzgemisch höher liegen als bei den Gleichungen
mit dem inversen Salzpaar (vgl. Gleichung II mit IV und III mit V). Obwohl man dem inversen
Salzpaar Calciumcarbonat zusetzt, das man in Sprengstoffmischungen meist als inerten Bestandteil
betrachtet, erhält man Sprengstoffe mit einer höheren spezifischen Energie, da das CaCOa in diesem Fall
an der Reaktion teilnimmt.
Sensibilisierende Komponenten im Sinne der vorliegenden Erfindung sind die bekannten Salpetersäureester
mehrwertiger Alkohole, wie Glykoldinitrat. Glycerintrinitrat (Nitroglycerin), Pentaerythrittetranitrat
(Nitropenta) u. ä. Es können aber auch Gemische dieser Salpetersäureester benutzt werden.
Ein Vergleich der Salzmischung gemäß Gleichung V mit den Beispielen der französischen
Patentschrift 1 222 422, in denen diese drei Salze erwähnt werden (Beispiele H und J), zeigt folgende
wesentliche Unterschiede:
Das Molverhältnis der vergleichbaren salzförmigen Bestandteile liegt gemäß den Beispielen der
französischen Patentschrift für NH4CL KNO;- CaCQs
bei 6,6 : 5,9 : 1 bzw. bei 6,8 : 5,8 : 1. Es hat sich nun überraschenderweise herausgestellt, daß bei
einem Molverhältnis dieser drei Salze von 5:3:1 die spezifische Energie der energieliefernden salzförmigen
Bestandteile wesentlich höher ist als bei den Beispielen der französischen Patentschrift und
daß vergleichbare Sprengstoffe, die gemäß dem Molverhältnis von 5:3:1 hergestellt wurden, trotz
ihrer höheren spezifischen Energie und trotz des geringeren molaren Ar teils des Calciumcarbonate
eine genauso gute Deflagrationssicherheit aufwiesen (vgl. Tabelle 2). Diese Verbesserung der sprengtechnischen
Eigenschaften infolge der Verwendung des bestimmten Molverhältnisses der salzförmigen
Bestandteile war auf Grund des Studiums der französischen Patentschrift nicht vorherzusehen.
| Tabelle 2 | Molverhültnis NH4CI KNO3 |
= 1.11 | Spezifische Energie |
|
| Beispiel | = 1,19 | mt kg | ||
| 6 : 5.95 = | 1.67 | 20.0 | ||
| H (französische Patentschrift) |
6 | 8 : 5.8 = | 21.1 | |
| J (französische Patentschrift) |
6 | : 3 | 24.6 | |
| Gleichung V (erfindungsgemäß) |
5 | |||
Zur Herstellung der neuen Wettersprengstoffe werden Alkalinitrate verwendet. Vorzugsweise werden
die Nitrate des Kaliums und Natriums eingesetzt.
Als Erdalkalicarbonat wird vorzugsweise Calciumcarbonat
herangezogen. Es können aber auch Magnesiumcarbonat,
Bariumcarbonat oder Mischcarbonate. wie beispielsweise Dolomit, verwendet werden.
Die Umsetzung des ternären Salzgemisches während der Detonation hängt ebenfalls, wie es bereits
früher für das Salzpaar Alkalinitrat—Ammoniumchlorid beschrieben wurde, von der Kornfeinheit der
Salze ab. Nach der Kornfeinheit muß sich daher auch die Menge der sensibilisierenden Sprengstoffkomponente
richten, um einerseits eine hohe Schlagwettersicherheit und andererseits eine gute Detonationsfähigkeit
zu erreichen, d. h.. werden die Salze z. B. sehr fein vermählen, so muß dem Sprengstoff
ein gröf3erer Anteil der sensibilisierenden Komponente zugegeben werden als beim Vorliegen relativ
grobkörniger Salze.
Sprengstoffe mit guter Schlagwettersicherheit und Leistung werden dann erhalten, wenn man für das
ternäre'Salzgemisch eine Kornfeinheit wählt, bei der
mindestens 30 und höchstens 95" η ein Sieb mit 0.1 mm Maschenweite passieren. Die Menge der
sensibilisierenden Komponente muß hierbei zwischen 6 und 15 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen
7,5 und 11.5 Gewichtsprozent, liegen.
Die erfindungsgemäßen Sprengstoffe können auch bekannte verbrennliche Substanzen (z. B. Guarmehl.
Holzwolle. Metallseifen u. ä.). die z. B. zum Auflockern oder zur Erhöhung der Wasserfestigkeit
zugesetzt werden, enthalten. Selbstverständlich muß
dann für die zur Verbrennung ausreichende Menge sauerstoffabgebender anorganischer Salze oder Salzgemische
(z. B. KNO:i + NHiCl im molaren Verhältnis
1:1) gesorgt werden. Das hierbei zugesetzte Alkalinitrat oder das Salzgemisch aus Alkalinitrat
und Ammoniumchlorid wird jedoch bei der Berechnung des Molverhältnisses Ammoniumchlorid/Alkalinitrat/Erdalkalicarbonat
im Sprengstoff nicht berücksichtigt.
Weiterhin können den erfindungsgemäßen Spreng- )0
stoffen auch bekannte Inertstoffe (z. B. Kochsalz. Tonerde, Silikate. Eisenoxyd usw.) zugesetzt werden.
z. B. zur Erhöhung der Schlagwettersicherheit oder der Lagerbeständigkeit.
Die Vorteile der erfindungsgemäßen Wettersprengstoffe liegen darin, daß die Deflagrationssicherheit
bei gleichzeitiger Energieerhöhung verbessert wird. Dies soll durch die folgenden Beispiele deutlich gemacht
werden.
Beispiele la) und 1 b)
Es wurden drei Sprengstoffe in an sich bekannter Weise durch Mischen hergestellt, deren Zusammensetzung
der Salze sich nach den Gleichungen III. V und VI richtet.
Alle drei Sprengstoffe sind nach den deutschen Bestimmungen für Wettersprengstoffe der Klasse III
(vgl. Aufsatz von Ahrens. Nobel Hefte. Mai
1959) gegen ein Methan-Luft-Gemisch sicher.
1 a) Vergleichsbeispiel
Sprengstoff gemäß Gleichung III (NH,C1 KNO;: = 1)
Sprengstoff gemäß Gleichung III (NH,C1 KNO;: = 1)
bestehend aus " Gewichts
prozent
Nitroglycerin 5.22
Nitroglykol 3.48
Kaliumnitrat 70" „ < 0.1 mm .. 59.71
Ammoniumchlorid 60"
Il <■
0.1 mm
31.59
40
Sprengtechnische Eigenschaften:
Sauerstoffübersehuß +9.6" „
Spezifische Energie 30.9 mt kg
Det.-übertragung frei liegend auf
Sand (Patronendurchmesser
= 32 mm) 40 cm
Deflaürationssicherheit:
Sprengtechnische Eigenschaften:
Sauerstoffübersehuß +0,2"/,,
Spezifische Energie 33,5 mt/kg
Det.-übertragung frei liegend auf Sand (Patronendurchmesser
= 32 mm) 40 cm
Deflagrationssicherheit:
Im Audibertrohr ergab sich bei zehn Versuchen keinerlei Umsetzung des Sprengstoffs.
Wurde eine Patrone des Sprengstoffs, umgeben von einem Mantel aus Kieselgur, im Ofen auf 2(X) C
erhitzt, so konnte im Sprengstoff nur eine Temperaturerhöhung von 20 C gemessen werden.
Es wurden zwei Sprengstoffe hergestellt, deren Zusammensetzung der Salze sich nach den Gleichungen
III und V richtet.
Sprengstoff gemäß Gleichung III
(NHiCl NaNO:! = 1) bestehend aus Gewichts
prozent
Nitroglycerin 6,6
Nitroglykol 4,4
Natriumnitrat 70" » < 0,1 mm 54.63
Ammoniumchlorid 65"() < 0,1 mm .... 34,37
Sprengtechnische Eigenschaften:
Sauerstoffübersehuß + 10,5" „
Spezifische Energie 35,7 mt kg
Det.-Ubertragung frei liegend auf Sand (Patronendurchmesser
= 32 mm) 35 cm
Sicherheit gegen Methan-Luft-Gemisch:
Der Sprengstoff ist nach den deutschen Bestimmungen für Wettersprengstoffe der Klasse II
(vgl. Aufsatz von Ahrens in Nobel Hefte, Mai 1959) mit sechs Patronen in der Kante
gegen ein Methan-Luft-Gemisch sicher.
Deflagrationssicherheit:
Im Audibertrohr ergaben sich bei zehn Versuchen sieben mehr oder weniger ausgeprägte
Umsetzungen des Sprengstoffs.
Im Audibertrohr (vgl. Aufsatz \on Ahrens Wurde der Sprengstoff, umgeben von einem Man-
im Nobel Heft. Mai 1959. S. 126) ergaben sich iel aus Kieselgur, im Ofen auf 120 C erhitzt, so trat
bei zehn Versuchen sechs mehr oder weniger 50 nach einiger Zeit eine Temperaturerhöhung um
ausgeprägte Umsetzungen des Sprengstoffs. 650 C auf.
Erhitzt man eine Patrone des Sprengstoffs in einem Ofen auf 140 C und sorgt durch einen Mantel
aus Kieselgur dafür, daß in der Patrone ein Wärmestau auftreten kann, so erfolgt im Sprengstoff eine
Temperaturerhöhung um etwa 600 C.
1 b) Erfindungsgemäßer Sprengstoff
Sprengstoff eemäß Gleichung V
(NH,C1KNÖ:! = 1.67: NH1ClCaCOi = 5:
KNO:) CaCQj = 3) bestehend aus Gewichts
prozent
Nitroglycerin 5.22
Nitroglykol 3.48
Kaliumnitrat 78" „ < 0.1 mm 41,28
Ammoniumchlorid 65",)
< 0.1 mm 36.40
Calciumcarbonat 85" » < 0.1 mm 13.62
Sprengstoff gemäß Gleichung V'
(NHiCl NaNO:i = 1,67; NH1ClCaCQs = 5:
NaNO:) CaCO:; = 3) bestehend aus Gewichts
prozent
Nitroglycerin 6,6
Nitroglykol 4.4
Natriumnitrat 77" » < 0.1 mm 36,45
Ammoniumchlorid 62" 0 <0.1 mm
38.23
Calciumcarbonat 85° ()
< 0,1 mm 14,32
Sprengtechnische Eigenschaften:
Sauerstoffüherschuß +0,20O
Spezifische Energie 37,6 mt kg
Det.-Ubertragung frei liegend auf Sand (Patronendurchmesser
= 32 mm) 40 cm
Sicherheit gegen Methan-Luft-Gemisch:
Der Sprengstoff ist nach den deutschen Bestimmungen für Wettersprengstoffe der Klasse II
(vgl. Aufsatz von Ahrens in Nobel Hefte,
Mai 1959) mit sechs Patronen in der Kante gegen ein Methan-Luft-Gemisch sicher.
Deflagrationssicherheit:
Im Audibertrohr ergab sich bei zehn Versuchen keinerlei Umsetzung des Sprengstoffs.
Wurde der Sprengstoff, umgeben von einem Mantel aus Kieselgur, im Ofen auf 200 C erhitzt, so trat
im Sprengstoff eine Temperaturerhöhung von 30 C auf.
Ein Vergleich der beiden Sprengstoffe des Beispiels 2 ergibt, daß auch hier die erfindungsgemäßen
Sprengstoffe eine erhöhte spezifische Energie und eine verbesserte Deflagrationssicherheit besitzen.
Claims (3)
1. Wettersprengstoff mit erhöhter Deflagrationssicherheit und Energie, bestehend aus einem
quaternären Gemisch aus Ammoniumchlorid, Alkalinitraten und Erdalkalicarbonaten, einer
sensibilisierenden Sprengölkomponente in einer Menge von 6 bis I5"/n sowie gegebenenfalls Inertstoffen
und verbrennbaren Substanzen, gekennzeichnet durch ein Molverhältnis des ternären Gemisches von Ammonchlorid/
Alkalinitrat/Erdalkalicarbonat = 5:3:1 (Ammonchlorid/Alkalinitrat = 1,67, Ammonchlorid/
Erdalkalicarbonat = 5, Alkalinitrat/Erdalkalicarbonat = 3).
2. Wettersprengstoff gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er verbrennliche Substanzen
und zusätzlich sauerstoffabgebende anorganische Salze oder Salzgemische enthält,
wobei letztere nur in solchen Mengen vorhanden sind, daß sie gerade für die Verbrennung der verbrennlichen
Substanzen ausreichen.
3. Wettersprengstoff gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß er Salze in einer
solchen Kornfeinheit enthält, daß mindestens 30 und höchstens 95% ein Sieb von 0,1 mm
Maschenweite passieren.
In Betracht gezogene Druckschriften:
-Peutsche Patentschrift Nr. 854 769;
britische Patentschrift Nr. 882 584;
französische Patentschrift Nr. 1 222 422.
-Peutsche Patentschrift Nr. 854 769;
britische Patentschrift Nr. 882 584;
französische Patentschrift Nr. 1 222 422.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP1269A DE1269930B (de) | 1964-12-15 | 1964-12-15 | Wettersprengstoffe mit erhoehter Deflagrationssicherheit |
| FR41350A FR1457916A (fr) | 1964-12-15 | 1965-12-08 | Explosifs antigrisouteux présentant une sécurité à la déflagration améliorée |
| NL6516252A NL6516252A (de) | 1964-12-15 | 1965-12-14 | |
| GB5312865A GB1091301A (en) | 1964-12-15 | 1965-12-14 | Permitted explosives |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP1269A DE1269930B (de) | 1964-12-15 | 1964-12-15 | Wettersprengstoffe mit erhoehter Deflagrationssicherheit |
Publications (1)
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|---|---|
| DE1269930B true DE1269930B (de) | 1968-06-06 |
Family
ID=7049456
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP1269A Pending DE1269930B (de) | 1964-12-15 | 1964-12-15 | Wettersprengstoffe mit erhoehter Deflagrationssicherheit |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
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|---|---|---|---|---|
| RU2220936C2 (ru) * | 2001-07-09 | 2004-01-10 | Федеральный научно-производственный центр "Алтай" | Предохранительное взрывчатое вещество |
| RU2259343C1 (ru) * | 2004-03-29 | 2005-08-27 | Федеральное государственное унитарное предприятие Федеральный научно-производственный центр "Алтай" | Взрывчатый состав |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE854769C (de) * | 1945-01-17 | 1952-11-06 | Ici Ltd | Sicherheitssprengstoff mit geringer Kraftwirkung |
| FR1222422A (fr) * | 1957-08-22 | 1960-06-09 | Dynamit Nobel Ag | Procédé de préparation d'explosifs anti-déflagrants et conservant leurs propriétés explosives |
| GB882584A (en) * | 1957-12-17 | 1961-11-15 | Prb Nv | Safety explosives |
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1964
- 1964-12-15 DE DEP1269A patent/DE1269930B/de active Pending
-
1965
- 1965-12-08 FR FR41350A patent/FR1457916A/fr not_active Expired
- 1965-12-14 NL NL6516252A patent/NL6516252A/xx unknown
- 1965-12-14 GB GB5312865A patent/GB1091301A/en not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| NL6516252A (de) | 1966-06-16 |
| GB1091301A (en) | 1967-11-15 |
| FR1457916A (fr) | 1966-11-04 |
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