DE1397C - Hebelapparat für centrale Weichen- und Signalstellung - Google Patents
Hebelapparat für centrale Weichen- und SignalstellungInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
- B61L—GUIDING RAILWAY TRAFFIC; ENSURING THE SAFETY OF RAILWAY TRAFFIC
- B61L19/00—Arrangements for interlocking between points and signals by means of a single interlocking device, e.g. central control
- B61L19/02—Interlocking devices having mechanical or fluid-pressure operation
- B61L19/023—Interlocking devices having mechanical or fluid-pressure operation purely mechanical
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- Mechanical Engineering (AREA)
- Train Traffic Observation, Control, And Security (AREA)
Description
1877.
Klasse 20.
H. BUSSING in BRAUNSCHWEIG. Hebel-Apparat für centrale Weichen- und Signalstellung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom II. September 1877 ab.
Längste Dauer: 2. April 1891.
Die centrale Signal- und Weichenstellung dient zur Sicherung der Eisenbahnzüge bei Kreuzungen,
Abzweigungen und complicirten Bahnhofseinmündungen, und zwar werden die Weichen und Signale an diesen Punkten durch dieselbe
in ein solches Abhängigkeitsverhältnifs gebracht, dafs
i. gefährliche Signale nebeneinander nicht auf Fahrt gestellt werden können;
2.- ein Signal nicht eher auf Fahrt gestellt werden kann, ehe nicht die für dasselbe bestimmte
Weichenstrafse richtig hergestellt und alle in dieselbe führenden Weichen so ablenken,
dafs kein Fahrzeug in dieselbe gelangen kann;
3. durch Feststellung eines Signals alle unter 2 gedachten Weichen in ihrer richtigen Stellung
fixirt werden.
Den Haupttheil der centralen Signal- und Weichenstellung bildet der Hebelapparat, der
zur Bewegung der Weichen und Signale von einem geeigneten Punkte aus dient, und in welchem
die Bewegungshebel durch Mechanismen so untereinander verbunden werden, dafs die
Zulässigkeit ihrer Bewegung und damit auch die Bewegung der Weichen und Signale den erforderlichen
Sicherheitsbedingungen entspricht.
Alle Weichen und Signale können nur durch den Apparat vom Controlpunkte aus bedient
werden.
Im Folgenden soll hauptsächlich der Theil des Hebelapparates besprochen werden, durch
welchen die Bewegungen der Hebel von einander abhängig gemacht werden.
Der Verschlufsmechanismus des Hebelapparates mufs folgende Bedingungen erfüllen:
1. In der Ruhestellung der Hebel im Apparate (Normalstellung) müssen alle Weichenhebel
frei zu bewegen sein.
2. Müssen durch die Ruhestellung eines Weichenhebels, wie auch durch seine gezogene Stellung
eine beliebige Anzahl Signalhebel in ihren Ruhestellungen verschlossen werden können.
3. Mufs durch die Bewegung eines Signalhebels eine beliebige Anzahl Weichenhebel in
der Ruhestellung, wie auch in der gezogenen Stellung verschlossen werden können.
4. Mufs auch durch Bewegung eines Signalhebels ein anderer Signalhebel verschlossen
werden können.
Durch die Bedingungen 2 und 3 sind in den meisten Fällen alle nöthigen Combinationen zwischen
den Signalen möglich und nur in Ausnahmefällen kommt 4 in Anwendung.
Nach vorstehenden Bedingungen ist auf beiliegender Zeichnung ein Hebelapparat mit einem;
Verschlufssystem in Fig. 1 bis 12 dargestellt und dabei für die Verschlüsse der Hebel untereinander
als Beispiel eine Geleisabzweigung der-Rheinischen Eisenbahn zu Grunde gelegt.
Die Construction der Verschlufsvorrichtung ist nach folgenden Principien ausgeführt:
1. Die Weichenhebel werden in ihren beiden Stellungen direct durch den Signalhebel verschlossen,
zu diesem Zwecke erhält
a) jeder Weichenhebel einen unveränderlichen Verschlufstheil und wird
b) für jede Verschlufscombination ein Element eingeschaltet, welches mit dem Verschlufstheile
der Weichenhebel in Contact tritt;
c) diese Elemente werden nur von den Signalhebeln bewegt und besitzt jeder
Signalhebel einen hierzu dienenden Bewegungsmechanismus, der die Einschaltung einer beliebigen Anzahl Elemente zuläfst.
2. Die Signalhebel werden indirect durch die Weichenhebel verschlossen, indem der Verschlufstheil
der letzteren eine Bewegung der Verschlufsmechanismen auf die unter ib angeführten Elemente
verhindert.
3. Ist die Einwirkung des Verschlusses auf den Weichenhebel an einen solchen Constructionstheil
desselben gelegt, durch welchen der Wärter den Verschlufs nur mit geringer Kraft
in Anspruch nehmen kann und ist die Einwirkung des Verschlusses vollkommen unelastisch,
so dafs die Zulässigkeit der Bewegung eines Hebels niemals zweifelhaft erscheinen wird. Die
Abnutzung der Verschlufsmechanismen hat keinen Einflufs auf den sicheren Schlufs des Hebels.
4. Ist auf eine möglichst bequeme Auswechselung aller schadhaft werdenden Theile Rücksicht
genommen, namentlich aber darauf, dafs eine Aenderung der Verschlufscombinationen durch
Hinzufügen von Elementen ohne Betriebsstörung vorgenommen werden kann.
In Fig. ι ist ein Querschnitt durch den Weichenhebel
in seiner Ruhestellung dargestellt und die gezogene Stellung desselben punktirt. Der
um den Punkt ο drehbare Hebel hat an seiner Vorderen Seite eine Falle a, die zur Feststellung
des Hebels in seinen bezw. Stellungen dient, indem dieselbe in die Einschnitte dd des Führungsbogens
eintritt. Das Ausheben der Falle aus dem Einschnitte geschieht durch den Fallen-
s hebel b durch Andrücken desselben in der Pfeil- -richtung; das Eindrücken derselben. durch eine
Feder e. Mit dieser Falle α ist der Verschlufsmechanismus in Verbindung gebracht und von
deren Beweglichkeit die Bewegung des Weichenhebels abhängig gemacht. Zu dem Zwecke ist
die Falle zwischen den Führungsbogen hindurch nach unten verlängert bis f, woselbst zwei seitlich
angebrachte Rollen gg mit den Coulissen hh durch den Einschnitt p q in Verbindung treten.
Die Coulissen h h schliefsen den Hebel zwischen sich ein und mit denselben ist der nach vorn
stehende Verschlufstheil i k fest verbunden. Am Ende des Verschlufstheiles bei k und zwischen
den Coulissen bei η sind bewegliche gleich lange Laschen k I und m η angebracht, die um den
Punkt / bezw. m drehbar, dem Ganzen eine Bewegung in verticaler Ebene gestatten. Die
Coulissen tragen an ihrem hinteren Ende noch den hakenförmigen Theil t, welcher fest mit
ihnen verbunden ist. Mit der Verlängerung der Falle α ist aufserdem bei r ein gerader Hebel r s,
der seinen Drehpunkt im Weichenhebel selbst hat, verbunden; dieser Hebel wird aus zwei
Theilen gebildet und ist bei s mit einem runden Zwischenstück versehen.
Es ist nun klar, dafs durch Andrücken des Fallenhebels b, bis die Falle α aus dem Einschnitte
gehoben ist, die Coulisse mit dem Verschlufstheile i k um einen entsprechenden Theil
gehoben wird. Die Einschnitte p q in den Coulissen sind so angeordnet, dafs während des
Zurücklegens des Hebels die Coulisse mit dem Verschlufstheile sich fortwährend hebt, bis die
Rollen gg in dem Punkte u des Einschnittes angekommen sind; in diesem Augenblicke greift
das runde Zwischenstück des Hebels r s in den Haken t und nachdem nun der Hebel seinen
vollen Weg zurückgelegt hat, so dafs also die Falle α mit dem hinteren Einschnitte d correspondirt,
wird die Falle durch die Feder in den Einschnitt gedrückt und damit auch vermittelst
des geraden Hebels rs und des Hakens t der Coulisse eine weitere Aufwärtsbewegung ertheilt,
so dafs dieselbe mit dem Verschlufstheile die in der Zeichnung punktirte Stellung einnimmt.
Durch diese gezogene Stellung des Weichenhebels hat der Verschlufstheil i k seine Lage
um das Stück ν ν im Raum geändert und wird nun in dieser Lage dem [Verschlufstheile ein
Widerstand an der unteren Seite entgegengesetzt, der also seine Rückbewegung verhindert, so ist
es vermöge des geraden Hebels nicht möglich, die Falle α aus dem Einschnitte zu heben, also
ist der Hebel in dieser Stellung verschlossen. Dasselbe findet statt, wenn bei der Ruhestellung
des Hebels dem Verschlufstheile an seiner oberen Seite ein Widerstand entgegengesetzt wird, es
wird dann vermöge der Verbindung der Rollen gg mit den Coulissen h h das Herausheben der Falle
aus dem Einschnitte nicht möglich sein.
Der Verschlufs des Weichenhebels beruht also darauf, dafs das Ausheben der Falle α aus den
bezw. Einschnitten unmöglich gemacht wird.
Rechtwinklig zu den Verschlufstheilen i k und unterhalb derselben sind Schubstangen w w mit
Zwischenräumen nebeneinander gelagert, Fig. i, 3 und 4, die von den Signalhebeln in der Pfeilrichtung
bewegt werden.
Die Signalhebel sind rechts- und linksseitig von den Weichenhebeln angeordnet und die
Schubstangen haben nur eine solche Länge, dafs sie, von den bezw. Seitenkommend, biszum letzten
Weichenhebel reichen, Fig. 4, und nur in solchen Fällen, wo ein Signalhebel durch einen
anderen Signalhebel verschlossen werden soll, wird die Schubstange des Hebels auf der einen
Seite bis zu dem betreffenden Hebel der anderen Seite über die Weichenhebel hinaus verlängert,
Fig. 4.
Die Bewegung der Schubstangen wird durch einen Winkelhebel χ vermittelt, Fig. 4, dessen
einer Schenkel, mit einem länglichen Loche versehen, auf einen Zapfen y der Schubstange und
dessen anderer Schenkel in den Schlitz ζ einer ffachen Schiene A greift, die mit dem Signal·
hebel durch die Laschen B verbunden ist. Die flache Schiene A wird durch den Signalhebel
rechtwinklig zu den Schubstangen bewegt, Fig. 3, und wird in den Seitentheilen des Schubstangenkastens
gerade geführt. Der Schlitz ζ in der Schiene A ist derart angeordnet, dafs der Schenkel
des Winkelhebels darin in der Zugrichtimg keinen Spielraum hat und in seiner Ruhestellung
rechtwinklig zu der Schiene A steht. Durch Anziehen des Signalhebels wird die Schiene A
den Winkelhebel χ um den Punkt C drehen und dieser der Schubstange w eine Bewegung
in der Pfeilrichtung mittheilen, welche aufhört, sobald der Schenkel des Winkelhebels den
Schlitz ζ der Schiene A verlassen hat. Die punktirte Stellung in Fig. 4 stellt diese Position
dar.
Von hier ab, wo ungefähr erst der vierte Theil der Bewegung des Signalhebels ausgeführt
ist, wird der Schenkel des Winkelhebels mit seiner Fläche D an der Schiene A gleiten und
die der Schubstange anfangs beigebrachte Stellung erhalten. Die Verschiebung der Schubstange
beträgt ca. 40 mm, kann aber beliebig vergröfsert oder verkleinert werden. Durch das
Inruhestellen des Signalhebels wird der Winkelhebel χ vermittelst der an der Schiene A angebrachten
Nase E gezwungen, wieder in den Schlitz ζ zu treten, von wo ab die Schiene widern
Winkelhebel und somit auch der Schubstange die Ruhestellung wieder ertheilt.
Durch diese Anordnung des Bewegungsmechanismus der Schubstange ist erreicht, dafs der
indirecte Verschlufs des Signalhebels möglichst unelastisch auftritt, weil die Schenkel des Winkelhebels
in der Ruhestellung rechtwinklig zur Kraft- bezw. Widerstandsrichtung stehen und die
ganze Verschiebung der Schubstange auf etwa ein Viertel des Weges des Signalhebels erfolgt.
Die Schubstangen w w bestehen aus zwei mit
ίο mm Spielraum zusammengenieteten Flachschienen, zwischen welchen die Verschlufselemente
F und G durch Schrauben an den betreifenden Stellen befestigt sind. Die Verschlufselemente
treten in zweierlei Formen auf, die mit F bezeichneten bewirken den Ruhevers chlufs
des Weichenhebels in der Ruhestellung und die mit G bezeichneten den Verschlufs in gezogener
Stellung. In Fig. 6 ist ein Ruheverschlufs und in Fig. 9 ein Verschlufs in gezogener Stellung
des Weichenhebels dargestellt.
Aus vorstehender Beschreibung und der Fig. 5 bis 10 folgt nun, dafs die oben aufgestellten Bedingungen
ι bis 4 durch die Verschlufsconstruction nach den weiter unten aufgeführten Principien
1, abc, 2, 3 und 4 erfüllt werden. Die Fig. 5 bis 10 stellen Querschnitte durch den
Verschlufs in den verschiedenen Positionen dar und ist:
Fig. 5 Ruhestellung im Apparate. Die verticale Bewegung des Verschlufstheiles ik ist frei,
mithin auch der Weichenhebel zu bewegen, Bedingung unter 1;
Fig. 7 und 8: Die Bewegung der Schubstange w
in der Pfeilrichtung ist des Verschlufstheiles i k und der Verschlufselemente F und G wegen
nicht möglich, mithin der Signalhebel durch die Ruhestellung, Fig. 8, wie auch durch die gezogene
Stellung, Fig. 9, eines Weichenhebels geschlossen, Bedingung unter 2, Constructionsprincip
unter 2;
Fig. 6 und 9: Der Verschlufstheil ik wird in.
seiner verticalen Aufwärts- wie Abwärtsbewegung gehindert, durch Verschlufselemente der bewegten
Schubstange, mithin ist auch dadurch der Weichenhebel in seiner Ruhe, wie in der gezogenen
Stellung geschlossen, Bedingung unter 3, Constructionsprincip unter 1. Die Bedingung unter 4
wird durch Fig. 10 erfüllt, indem ein an der Schubstange des einen Hebels befestigtes VerschlufselementZTin
einen Einschnitt der Schienet des anderen Signalhebels eintritt.
Das endlich noch beliebig viele Verschlufselemente F und G auf den Schubstangen eingeschaltet
werden können, geht wohl zur Genüge aus dem Gesagten und der Zeichnung hervor.
Claims (2)
1. Die Anordnung des Weichenverschlusses durch die Falle und die Art und Weise
deren Verbindung mit dem vertical bewegten unveränderlichen Verschlufstheile, sowie die
dadurch bedingten Verschlufselemente.
2. Die Schubstangen in ihrer horizontalen Lage als Träger der Verschlufselemente und die
Art und Weise der Bewegung der Schubstangen durch die Signalhebel.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1397T | 1877-09-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1397C true DE1397C (de) |
Family
ID=70912350
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1397DA Expired - Lifetime DE1397C (de) | 1877-09-10 | 1877-09-10 | Hebelapparat für centrale Weichen- und Signalstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1397C (de) |
-
1877
- 1877-09-10 DE DE1397DA patent/DE1397C/de not_active Expired - Lifetime
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