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DE1239854B - Verfahren zur Niederdruck-Polymerisation oder -Mischpolymerisation von Olefinen - Google Patents

Verfahren zur Niederdruck-Polymerisation oder -Mischpolymerisation von Olefinen

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Publication number
DE1239854B
DE1239854B DE1958F0025124 DEF0025124A DE1239854B DE 1239854 B DE1239854 B DE 1239854B DE 1958F0025124 DE1958F0025124 DE 1958F0025124 DE F0025124 A DEF0025124 A DE F0025124A DE 1239854 B DE1239854 B DE 1239854B
Authority
DE
Germany
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ticl
aluminum
polymerization
olefins
catalyst
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1958F0025124
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Guenther Lehmann
Dr Siegfried Sommer
Dr Kurt Rust
Dr Guenther Peters
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Hoechst AG
Original Assignee
Hoechst AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hoechst AG filed Critical Hoechst AG
Priority to DE1958F0025124 priority Critical patent/DE1239854B/de
Priority to DE1959F0027556 priority patent/DE1241617C2/de
Priority to AT142659A priority patent/AT253768B/de
Priority to FR787815A priority patent/FR1221143A/fr
Priority to GB679859A priority patent/GB909461A/en
Publication of DE1239854B publication Critical patent/DE1239854B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F10/00Homopolymers and copolymers of unsaturated aliphatic hydrocarbons having only one carbon-to-carbon double bond

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Transition And Organic Metals Composition Catalysts For Addition Polymerization (AREA)
  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
C08f
Deutsche Kl.: 39 c - 25/01
Nummer: 1239 854
Aktenzeichen: F25124IVd/39c
Anmeldetag: 26. Februar 1958
Auslegetag: 3. Mai 1967
Es ist bekannt, «-Olefine und Diolefine, insbesondere Äthylen, Propylen und Buten-1 sowie Butadien und Isopropen, mit Katalysatoren der IV. bis VIII. Nebengruppe des Periodischen Systems und reduzierend bzw. alkylierend wirkenden Verbindungen der I. bis III. Gruppe des Periodischen Systems bei relativ niederen Drücken und Temperaturen zu hochmolekularen Polyolefinen zu polymerisieren. Besonders haben sich für derartige Niederdruckpolymerisationen Katalysatormischungen aus Titantetrachlorid oder Titansubhalogeniden mit aluminiumorganischen Verbindungen bewährt. Die bei diesen Niederdruck-Polymerisationsverfahren verwendeten Katalysatoren werden als Ziegler-Katalysatoren bezeichnet und sind z. B. in der belgischen Patentschrift 533 362 beschrieben.
Bei der Polymerisation des Propylens und der höheren «-Olefine mit den vorgenannten Katalysatoren werden neben gut kristallinen, in den als Dispergiermittel zur Verwendung kommenden Kohlenwasserstoffen bei den Polymerisationsbedingungen unlöslichen bzw. schwerlöslichen Polymeren auch amorphe, leicht lösliche Polymerisate sowie Öle erhalten. Nach Natta sind die gut kristallisierenden Polymeren sterisch geordnet und werden als »isotaktisch« bezeichnet, während die löslichen Polymerisate sterisch ungeordnet sind und »ataktisch« genannt werden.
Über den Wirkungsmechanismus der Ziegler-Katalysatoren ist bis jetzt noch wenig bekannt. Es hat sich gezeigt, daß bei der Reaktion von TiCl4 und aluminiumorganischer Verbindung eine Reduktion des vierwertigen Titans eintritt. Beispielsweise entsteht bei der Umsetzung von TiCl4 mit AlR3 eine dreiwertige Titanverbindung, die noch weiter zum zweiwertigen Titan reduziert werden kann.
TiCl4 + AlR3 -v R' + TiCl3 + AlR2Cl · ■-**&
Gleichung I R' + TiCl2 + AlR2Cl
Gleichung Π
Bei Verwendung von halogenhaltigen Aluminiumalkylverbindungen, wie Mono- oder Dialkylhalogeniden vom Typ AlR2HaI oder AlRHaI2 (R = Alkyl) bzw. einem Gemisch dieser Verbindungen, den Sesquihalogeniden, tritt eine Reduktion nur bis zur dreiwertigen Ti-Verbindung ein, z. B.
TiCL + A1R„
AlR2HaI-
TiCL + AlRHaL
TiCl3 + AlRHaI2 + R'
Gleichung ΙΠ
TiCl3 + AlHaI2 + R'
Gleichung IV
Verfahren zur Niederdruck-Polymerisation oder -Mischpolymerisation von Olefinen
Anmelder:
Farbwerke Hoechst Aktiengesellschaft vormals Meister Lucius & Brüning, Frankfurt/M.
Als Erfinder benannt:
Dr. Kurt Rust, Frankfurt/M.-Eschersheim; Dr. Siegfried Sommer, Unterliederbach; Dr. Günther Lehmann, Neuenhain (Taunus); Dr. Günther Peters, Frankfurt/M.- Höchst
Bei Verwendung von AlR3 als Reduktionsmittel reagiert das nach Gleichung I gebildete AlR2Cl mit TiCl4 nach Gleichung III quantitativ unter Bildung von AlRHaI2 weiter.
Bei der Polymerisation von α-Olefinen vom Typ R—CH = CH2, wobei R = H oder einen Kohlenwasserstoffrest bis zu 8 Kohlenstoffatomen bedeutet, hat es sich herausgestellt, daß insbesondere die An-Wesenheit von Aluminiummonoalkyldihalogeniden einen ungünstigen Einfluß auf die Polymerisationsgeschwindigkeit ausübt. Nach der deutschen Auslegeschrift 1019 466 hat man daher bei der Äthylenpolymerisation den durch Reduktion mit aluminiumorganischen Verbindungen erhaltenen TiCl3-Kontakt vor der Polymerisation mit inerten Lösungsmitteln, wie olefinarmen Erdölfraktionen, gesättigten alipha-
. tischen oder cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffen, gewaschen. Durch einen intensiven Waschprozeß wird die Hauptmenge des Aluminiummonoalkyldihalogenids aus der TiCl3-Suspension entfernt. Ein solcher Kontakt liefert bei der Äthylenpolymerisation in bezug auf Polymerisationsgeschwindigkeit und Molgewicht reproduzierbarere Ergebnisse als ein ungewaschener TiCls-Kontakt. Bei der Polymerisation von a-Olefinen, insbesondere von Propylen, wird mit einem gut ausgewaschenen TiCl3-Kontakt bei einer geeigneten Aktivierung, z. B. mit Aluminiumdialkylmonochlorid, eine befriedigende Raumzeitausbeute und ein zum großen Teil sterisch einheitliches, isotaktisches Polymerisat erhalten. Gemäß einem älteren, nicht zum Stande der Technik gehö-
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renden Vorschlag läßt sich die Stereospezifität noch erhöhen, wenn man den TiCl3-Kontakt einer thermischen Behandlung unterwirft und diesen Kontakt vor und/oder nach der Wärmebehandlung wäscht.
Benutzt man für die Herstellung des TiCl3-KOntaktes die Umsetzung von TiCl4 mit aluminiumorganischen Verbindungen ohne Nachbehandlung (Waschen und thermische Behandlung), wie sie von Natta und Mitarbeitern beschrieben worden ist (Gazz. Chim. Ital., 87, Fase. V, S. 528, 549, 570 [1957]), so erhält man dabei normalerweise Katalysatoren, die bei der a-OlefinpoIymerisation nur wenig selektiv wirksam sind. Selektiv wirkende Kontakte erhält man dagegen nach Natta (vgl. Literatur oben) aus Aluminiumtriäthyl und mikrokristallinem TiCl3, das nach dem technisch schwieriger durchzuführenden Verfahren bei hohen Temperaturen aus TiCl4 und H2 hergestellt wird. Die Polymerisationsgeschwindigkeit ist jedoch erheblich geringer als mit einem, wie oben erwähnt, nachbehandelten, aus TiCl4 und aluminiumorganischer Verbindung hergestellten TiClg-Kontakt.
Weiter ist in den ausgelegten Unterlagen des belgischen Patents 549 909 ein Verfahren zur Polymerisation von Olefinen beschrieben unter Verwendung eines Katalysatorsystems nach Ziegler, das aus zwei Komponenten besteht:
1. Das Reaktionsgemisch, das entsteht bei Umsetzung einer Verbindung eines Metalls der IV., V., VI. oder VIII. Nebengruppe des Periodischen Systems oder des Mangans mit einer metallorganischen Verbindung eines Alkalimetalls, Erdalkalimetalls, des Zinks, eines Erdmetalls oder seltenen Erdmetalls.
2. Eine halogenfreie, metallorganische Verbindung eines Alkalimetalls, Erdalkalimetalls, des Zinks, eines Erdmetalls oder seltenen Erdmetalls.
Bei Verwendung eines Überschusses an halogenfreien metallorganischen Verbindungen als Katalysatorkomponente 2 wird jedoch bei der Polymerisation von «-Olefinen mit mehr als 2 Kohlenstoffatomen ein höherer Anteil an unerwünschten, in dem Dispergiermittel löslichen Produkten erhalten.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Niederdruck-Polymerisation von Olefinen der Formel CH2=CHR, wobei R Wasserstoff oder einen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen bedeutet, oder Mischpolymerisation dieser Olefine untereinander in einem inerten Dispergiermittel und bzw. oder im flüssigen Olefin in Gegenwart eines Katalysators, der durch Umsetzung von Titantetrachlorid mit Aluminiumdiäthylmonochlorid oder Aluminiumäthylsesquichlorid in einem Molverhältnis von TiCl4 zu den genannten aluminiumorganischen Verbindungen 1:0,5 bis 1:2 bei Temperaturen unter 40° C in sauerstofffreien, entschwefelten, getrockneten olefinfreien Erdölfraktionen, gegebenenfalls durch anschließende thermische Behandlung der gebildeten TiCl3 enthaltenden Suspension bei 40 bei 1500C, und durch Zugabe von Alummiumtriäthyl nach vollständiger Reduktion des TiCl4 zu TiCl3 hergestellt worden ist, dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart eines Katalysators polymerisiert, der durch Zugabe von Aluminiumtriäthyl in einer dem vorhandenen Aluminiummonoäthyldichlorid äquimolaren Mengen hergestellt worden ist.
Der Vorteil dieser Verfahrensweise besteht darin, daß das in der Kontaktmutterlauge enthaltene AIuminiumäthyldihalogenid in eine polymerisationsaktive Verbindung übergeführt und dadurch die zur Reduktion des TiCl4 eingesetzte aluminiumorganische Verbindung für die Polymerisation weitgehend ausgenutzt wird, während sie beim Waschprozeß verworfen wird. Ein weiterer großer Vorteil liegt darin, daß die schwierige Filtration der TiCl3-Suspension beim Waschprozeß umgangen werden kann und kein Lösungsmittel für einen Waschprozeß eingesetzt werden muß.
Die Menge Aluminiumtriäthyl, die erfindungsgemäß zugegeben wird, richtet sich nach dem Gehalt an Aluminiummonoäthyldihalogenid in der TiCl3-Suspension. Dieser ist abhängig von der Art und der Menge der aluminiumorganischen Verbindung, die zur Reduktion des TiCl4 eingesetzt wird. Dies sei an einigen Beispielen erläutert:
1. Läßt man z. B. 1 Mol Titantetrachlorid mit
1 Mol Aluminiumdiäthylmonochlorid reagieren, so entstehen nach Gleichung III I Mol TiCl3 und 1 Mol Aluminiummonoäthyldichlorid. Zur Überführung desselben in das polymerisationsaktive Aluminiumdiäthylmonochlorid wird 1 Mol Aluminiumtriäthyl benötigt, und erfindungsgemäß wird gerade diese Menge zu der ungewaschenen Titantrichloridsuspension gegeben.
2. Bei der Umsetzung von 1 Mol Titantetrachlorid mit 1 Mol Aluminiumäthylsesquichlorid, d. h. einem äquimolekularen Gemisch von Aluminiumdiäthylmonochlorid und Aluminiummonoäthyldichlorid, entstehen nach Gleichung V
2 Mol Aluminiummonoäthyldichlorid, zu deren Entfernung erfindungsgemäß 2 Mol Aluminiumtriäthyl zum Titantrichloridkontakt gegeben werden.
TiCl4 + A1(C2H5)2C1 + Al(C2H5)Cl2
-> TiCl3 + 2Al(C2H5)Cl2 + C2H5'
Gleichung V
3. Bei der Reaktion von 2 Mol Titantetrachlorid mit 1 Mol Aluminiumäthylsesquichlorid entsteht nach Gleichung VI pro Mol Titantrichlorid 0,5 Mol Aluminiummonoäthyldichlorid.
2TiCl4 + A1(C2H5)2C1 + Al(C0H5)Cl1,
-> 2TiCl3 + Al (C2H5) Cl2 + AlCl3+ C2H3-
Gleichung VI
d.h., pro Mol TiCI3 wird erfindungsgemäß 0,5 Mol Aluminiumtriäthyl zugegeben.
Bei anderen Verhältnissen von TiCl4 zu aluminiumorganischer Verbindung bei der Kontaktherstellung läßt sich der Gehalt an Aluminiummonoalkyldihalogenid entsprechend leicht berechnen oder analytisch bestimmen.
Bei der Umsetzung von TiCl4 mit halogenhaltigen aluminiumorganischen Verbindungen in inerten Lösungsmitteln entstehen, wie aus den obigen Gleichungen ersichtlich, Titantetrachlorid, Aluminiumtrichlorid (bei Verwendung von Aluminiummonoäthyldichlorid Gleichung IV) und Aluminiummonoalkyldichlorid (Gleichung III bei Verwendung von AIuminiumdialkylmonochlorid als Reduktionsmittel). Von diesen Umsetzungsprodukten sind TiCl3 und AlCl3 in den inerten Kohlenwasserstoffen unlöslich
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und scheiden sich aus. In der Mutterlauge können theoretisch nicht umgesetztes TiCl4, Aluminiummonoalkyldichlorid und Aluminiurndiäthylmonochlorid enthalten sein, wobei das Vorhandensein von TiCl4, insbesondere bei Kontakten, die nach der Umsetzung einer thermischen Behandlung unterworfen werden, in Gegenwart von aluminiumorganischen Verbindungen unwahrscheinlich ist. In der Tat konnte in den Kontakten keine lösliche Titanverbindung in der Mutterlauge festgestellt werden. Die analytische Bestimmung des Gehaltes an halogenhaltigen aluminiumorganischen Verbindungen in der Mutterlauge erfolgt durch Bestimmung des Al-Gehaltes (Zersetzung mit Alkohol—Benzol, Hydrolyse mit HoO und in H0SO4 in Gegenwart von KF, Rücktitration mit NaOH), des Cl-Gehaltes nach VoI-hard (Zersetzung und Hydrolyse wie bei Al-Bestimmung) sowie des Alkylgruppengehaltes (Hydrolyse mit H2O, volumetrische Messung und gaschromatografische Analyse der abgespaltenen Reaktionsprodukte). Aus dem Gehalt an Al, Cl und Alkylgruppen läßt sich leicht der Gehalt an AlR2Cl und AlRCl2 in der Mutterlauge berechnen. Im Falle, daß in der Kontaktmutterlauge kein AlR2Cl (R=C2H5) im IR-Spektrum feststellbar ist (Banden bei 18,35; 15,92 und 14,81 nach vorheriger Komplexierung des Al(C2H5)Cl2 mit NaCl durch lstündiges Erhitzen bei 80° C), kann auf eine Al- und Alkylgruppenbestimmung verzichtet werden. Eine einfache Titration nach Vo lh ar d genügt.
Die Umsetzung des TiCl4 mit den genannten chlorhaltigen Aluminiumalkylverbindungen wird in sauerstofffreien, entschwefelten, gut getrockneten, olefinfreien Erdölfraktionen vorgenommen. Das Molverhältnis VOnTiCl4 zu der chlorhaltigen Aluminiumalkylverbindung schwankt zwischen l:>0,5 und 1:2.
Bei der Herstellung der Kontakte ist die Reaktionsgeschwindigkeit stark abhängig von der Konzentration der Reaktionspartner und von der Temperatur. Sie ist um so größer, je höher die Konzentration und die Temperatur sind. Man kann die Kontaktherstellung z. B. in 0,1- bis 3molarer Konzentration vornehmen. Vorteilhaft ist es, in lmolarer Konzentration zu arbeiten.
Von großer Wichtigkeit ist die Temperatur der Kontaktherstellung. Nimmt man z. B. die Umsetzung der Schwermetallverbindung mit der metallorganischen Verbindung bei höheren Temperaturen vor, z. B. bei 40 bis 100° C, dann ist zwar die Umsetzungsgeschwindigkeit groß, jedoch bei der Polymerisation von «-Olefinen, aktiviert mit der metallorganischen Verbindung, zeigt ein solcher Kontakt eine geringe Polymerisationsgeschwindigkeit und führt zu Gemischen von amorphen und kristallinen Polymerisaten. Daher ist es erforderlich, die Umsetzung bei tieferen Temperaturen als 40° C durchzuführen, vorteilhaft unter 20° C.
Bei der Durchführung der Reduktion des TiCl4 mit den genannten halogenhaltigen aluminiumorganischen Verbindungen kann man so verfahren, daß man den einen Reaktionspartner, z.B. das Titantetrachlorid, vorlegt und den anderen zuschleust, man kann aber auch so vorgehen, daß man beide Komponenten gleichzeitig in das Reaktionsgefäß einschleust.
Die Zugabe des Aluminiumäthyls erfolgt, nachdem die Reduktion des Titantetrachlorids zu Titantrichlorid vollständig ist. Vorteilhaft ist es, vor der Trialkylzugabe die ungewaschene TiCl3-Suspension einer thermischen Behandlung bei 40 bis 150° C zu unterwerfen (vgl. Patentanmeldung F 22922 IVb/ 39 c, deutsche Auslegeschrift 1109 894). Durch diese thermische Behandlung diffundiert in dem TiCl3-Partikel inkludiertes Aluminiumäthyldichlorid heraus und geht in Lösung.
Nach der Zugabe des Aluminiumtriäthyls zu einer solchen ungewaschenen, thermisch behandelten TiCl3-Suspension kann vorteilhaft zur Vervollständigung der Reaktion 10 bis 60 Minuten lang auf 60 bis 100° C erhitzt werden. Die Umsetzung des Aluminiummonoäthyldichlorids mit dem Aluminiumtriäthyl erfolgt nach der bekannten Gleichung VII.
AlRCl2 + AlR3
2AlR2Cl
Gleichung VII
Die Polymerisation der Olefine vom Typ CH2=CHR, wobei R Wasserstoff oder einen Kohlenwasserstoffrest bis zu 8 Kohlenstoffatomen darstellt, bzw. die Mischpolymerisation dieser Olefine untereinander kann diskontinuierlich oder kontinuierlich bei niedrigen Drücken von beispielsweise 1 bis 30 atm so durchgeführt werden, daß entweder die TiCl3-SuS-pension, die nach der erfindungsgemäßen Behandlung mit Alurniniumtriäthyl den für die Auslösung der Polymerisation notwendigen Aktivator in Form von Aluminiumdiäthylmonochlorid enthält, vorgelegt wird oder während der Polymerisation zugeschleust wird. Die Polymerisation kann in einem inerten Dispergiermittel vorgenommen werden und/ oder im flüssigen Olefin. Die Polymerisationstemperatur liegt im allgemeinen unter 100° C.
Beispiel 1
A. Katalysatorherstellung
In einem 6-1-Vierhalskolben werden unter Ausschluß von Luft und Feuchtigkeit 3535 ecm einer olefinfreien Dieselölfraktion vom Siedepunkt 200 bis 250° C und 613,35 ecm Aluminiumäthylsesquichlorid (=2,75 Mol [1 Mol Al-äthylsesquichlorid = 1 Mol Al-diäthylmonochlorid + 1 Mol Al-monoäthyldi-
4S chlorid]) vorgelegt, die Lösung auf — 3° C abgekühlt und dann innerhalb von 2V2 Stunden unter Rühren 550 ecm destilliertes Titantetrachlorid (=5 Mol) gleichmäßig eingetropft. Durch Kühlung wird eine Innentemperatur von 0° C aufrechterhalten. Es scheidet sich ein rotbrauner, feiner Niederschlag von Titantrichlorid aus. Zur Nachreaktion hält man den Ansatz 4 bis 5 Stunden lang bei 0° C und läßt über Nacht bei Raumtemperatur stehen. Danach tropft man unter Rühren eine Lösung von 387,25 ecm AIuminiumtriäthyl (=2,75 Mol) bei Raumtemperatur zu. Der Gehalt an TiCl3 wird nach Hydrolyse mit verdünnter Schwefelsäure durch Titration mit einer Cer(rV)-Lösung bestimmt.
Q B. Äthylenpolymerisation
In einem Rührgefäß von 3,51 Inhalt, das mit Rührer, Gaseinleitungsrohr und Thermometer ausgestattet ist, werden bei 50° C 21 eines gut von Sauerstoff befreiten gesättigten Kohlenwasserstoffgemisches vom Siedebereich 200 bis 2500C vorgelegt. Unter Stickstoff gibt man 20 mMol des unter A beschriebenen, aluminiumorganische Verbindung enthaltenden TiCLj-Katalysators zu. Dann leitet man Äthylen
in die Reaktionsmischung ein und läßt die Temperatur bis auf 80° C steigen. Die Polymerisation setzt nach wenigen Minuten ein. Nach 6 Stunden bricht man die Polymerisation durch Zugabe von 50 ecm n-Butanol ab. Zur restlosen Entfernung des Dispergiermittels wird das Polyäthylen nach dem Absaugen auf einer Nutsche einer Wasserdampfdestillation unterworfen. Es wurden 600 g Polyäthylen erhalten, das entspricht einer Raumzeitausbeute von 50 g/l · h. Das so erhaltene Polyäthylen hat ein yspezic von 20 (gemessen 0,5 %ig in Tetrahydronaphthalin bei 120° C). Das Schüttgewicht beträgt 300 g/l. Verpreßt zu Platten zeigt das Polymerisat eine Zugfestigkeit von 280 kg/qcm und eine Kugeldruckhärte von 470 kg/qcm.
C. Propylenpolymerisation
In einem 3,5-1-Polymerisationsgefäß, das mit Thermometer, Gaseinleitungsrohr und Rührer versehen ist, werden bei 500C unter Ausschluß von Luftsauerstoff und Wasser 21 einer olefinfreien Dieselölfraktion vom Siedepunkt 200 bis 250° C als Dispergiermittel vorgelegt und unter Stickstoff 20 mMol der im Beispiel 1 unter A beschriebenen, aluminiumorganische Verbindung enthaltenen TiCl3-Suspension vorgelegt. Dann leitet man Propylen in die Reaktionsmischung ein. Die Polymerisation setzt sofort ein. Durch Kühlung hält man die Temperatur auf 50° C. Nach 5 Stunden bricht man die Polymerisation durch Zugabe von 100 ecm Butanol ab, rührt zweimal mit Wasser aus, saugt die Suspension auf einer Nutsche ab und wäscht den Rückstand auf der Nutsche zweimal mit warmem Dispergiermittel aus. Zur restlosen Entfernung des Dispergiermittels aus dem unlöslichen Polypropylen führt man eine Wasserdampfdestillation durch. Nach dem Trocknen (im Vakuum bei 50° C) erhält man 250 g kristallines Polypropylen ??spi,2/t.=5,3 (gemessen in 0,l%iger Dekahydronaphthalinlösung bei 135° C).
Zur Bestimmung des amorphen bzw. öligen Anteiles im Polymerisationsdispergiermittel wird eine Probe wie folgt aufgearbeitet:
Die Polymerisatdispersion wird abgesaugt, der Rückstand gut ausgewaschen und die Mutterlauge sowie die vereinigten Waschlösungen zur Trockne im Vakuum eingeengt. Man erhält einen wachsartigen Rückstand in einer Menge von 10%, bezogen auf das Gesamtpolymerisat.
Beispiel 2 5<>
A. Katalysatorherstellung
Die im Beispiel 1 unter A beschriebene Katalysatorherstellung wird dahingehend abgeändert, daß man vor der Zugabe des Aluminiumtriäthyls 3 Stunden lang auf 1000C erhitzt. Nach dem Abkühlen wird die angegebene Menge Aluminiumtriäthyl zugegeben.
C. Propylenpolymerisation
B. Äthylenpolymerisation
60
Die Polymerisation wird in einem 3,5-1-Polymerisationsgefäß unter denselben Bedingungen und mit der gleichen Menge des nach A hergestellten Katalysators, wie im Beispiel 1 unter B angegeben, durchgeführt. Es werden nach einer östündigen Polymerisationsdauer 500 g Polyäthylen erhalten. rjspezic=25 (gemessen in 0,5%iger Tetrahydronaphthalinlösung bei 120° C).
Die Polymerisation wird in einem 3,5-1-Polymerisationsgefäß unter denselben Bedingungen und mit der gleichen Menge des unter A beschriebenen Katalysators, wie im Beispiel 1, B angegeben, durchgeführt. Es werden bei einer 5stündigen Polymerisationsdauer 290 g Polypropylen erhalten. >]spez:t: = 10,37 (gemessen 0,1 %ig in Dekahydronaphthalin bei 135° C). In der Mutterlauge wird ein Gehalt von 3,7% an löslichem Polypropylen festgestellt (bezogen auf Gesamtpolymerisat).
Das kristalline Polypropylen zeigt nach Verpressen zu Platten (1900C) eine Kugeldruckhärte von 715 kg/qcm und eine Biegefestigkeit von 460 kg/qcm.
Beispiel 3
A. Katalysatorherstellung
In einem 6-1-Vierhalskolben werden unter Ausschluß von Luft und Feuchtigkeit 2,831 n-Heptan und 981,2 ecm Aluminiumäthylsesquichlorid (=4,4 Mol) vorgelegt. Die Lösung wird auf -20C abgekühlt und dann mit einer Tropfgeschwindigkeit von 10 ecm pro Minute 438,4 ecm Titantetrachlorid (=4,0 Mol) zugetropft. Es scheidet sich ein rotbrauner, feiner Niederschlag von Titantrichlorid aus. Die Suspension wird weitere 8 Stunden bei 0 bis —2° C gerührt, anschließend über Nacht bei Raumtemperatur stehengelassen und darauf 3 Stunden lang auf 100° C unter Rühren erhitzt. Danach wird die Suspension auf 0° C abgekühlt. Bei dieser Temperatur und einer Zutropfgeschwindigkeit von etwa 10 ecm pro Minute werden 1,185 1 (=8,4 Mol) Aluminiumtriäthyl unter Rühren zugetropft.
B. Propylenpolymerisation
In einem 2-1-Vierhalskolben, versehen mit Rührer, Thermometer und Gaseinleitungsrohr werden 990 ecm n-Heptan vorgelegt und die Luft durch Stickstoff verdrängt. Dann wird bei 50° C 10 mMol des unter A beschriebenen TiCl3-Katalysators einpipettiert und alsbald Propylen eingeleitet. Die Polymerisation setzt nach wenigen Minuten ein. Durch Kühlung wird die Temperatur auf 50° C gehalten. Nach einer Polymerisationsdauer von 5 Stunden wird die Polymerisation durch Zugabe von 50 ecm n-Butanol abgebrochen. Die Aufarbeitung erfolgt wie im Beispiel 1 unter C angegeben. Es werden 250 g Polypropylen erhalten. %pez/c=8,7 (gemessen 0,1 %ig in Dekahydronaphthalin bei 135° C). In der Mutterlauge wird ein Gehalt von 3,5 % an löslichem Polypropylen festgestellt (bezogen auf Gesamtpolymerisat).

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Niederdruck-Polymerisation von Olefinen der Formel CH2 = CHR, wobei R Wasserstoff oder einen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen bedeutet, oder Mischpolymerisation dieser Olefine untereinander in einem inerten Dispergiermittel und bzw. oder im flüssigen Olefin in Gegenwart eines Katalysators, der durch Umsetzung von Titantetrachlorid mit Aluminiumdiäthylmonochlorid oder Aluminiumäthylsesquichlorid in einem Molverhältnis von
    9 10
    TiCl4 zu den genannten aluminiumorganischen durch gekennzeichnet, daß man in Ge-
    Verbindungen 1:0,5 bis 1:2 bei Temperaturen genwart eines Katalysators polymerisiert, der
    unter 4O0C in sauerstofifreien, entschwefelten, durch Zugabe von Aluminiumtriäthyl in einer
    getrockneten, olefinfreien Erdölfraktionen, ge- dem vorhandenen Aluminiummonoäthyldichlorid
    gebenenfalls durch anschließende thermische Be- 5 äquimolaren Menge hergestellt worden ist.
    handlung der gebildeten TiCl3 enthaltenden Sus-
    pension bei 40 bis 150° C und durch Zugabe von In Betracht gezogene Druckschriften:
    Aluminiumtriäthyl nach vollständiger Reduktion Auslegte Unterlagen der belgischen Patente
    des TiCl4 zu TiCl3 hergestellt worden ist, da- Nr. 549 909, 553 478.
    709 578/335 4.67 © Bundesdruckerei Berlin
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