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Einrichtung zum punktuellen Anritzen und Markieren von Brechampullen
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum punktuellen Anritzen von Bredhampullen
und zum Markieren der Ritzstelle durch einen Farbpunkt, der dem Benutzer einen Hinweis
dafür geben soll, in welcher Ebene bzw. in welcher Richtung er den durch die Ritzung
geschwächten Ampullenhals leicht und sicher abbrechen kann.
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Einrichtungen dieser Art sind an sich bekannt. Während aber hierbei
der eigentliche Ritzprozeß im allgemeinen zufriedenstellend verläuft, ist die Art
der Markierung verbesserungsbedürftig. Zur Aufbringung der Markierungspunkte werden
nämlich bisher Dosiervorrichtungen mit einem Farbbehälter verwendet, der beispielsweise
durch eine federnd gelagerte Kugel verschlossen wird oder lediglich eine Kapillaröffnun-
aufweist. Derartige Vorrichtungen neigen insbesondere dann zu Störungen, wenn die
Brechampullen, nachdem sie eine Formgebungsstelle durchlaufen haben, im noch erhitzten
Zustand mit der Öffnuno, der Farbbehälter in Berührung kommen und hier Verstopfungen
infolge Eintrocknens der Farbe hervorrufen. Bekannt ist weiter eine Ritz- und Markiereinrichtung,
bei der die Farbmarkierung mit Hilfe eines mit einem Ritzmesser umlaufenden Färbekissens
auf die Ampulle übertragen wird. Das Färbekissen kommt hierbei bei jeder Umdrehung
mit einer Einiärberolle in Berührung, die in ein mit Farbe gefülltes Becken eintaucht,
das oberhalb der Ampullenbahn anaeordnet ist. Eine derartige Anordnung fördert nicht
nur das uner.vünschte vorzeitiae Eintrockneu der Farbe, sondern sie vermag auch
deshalb nicht zu befriedigen, weil eine einwandfreie und saubere Markierung mit
Hilfe des rotierenden Farbkissens nicht möglich ist.
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Ziel der Erfindung ist es, den geschilderten Schwierigkeiten entgegenzutreten
und eine Einrichtun- zu schaffen, die bei der Markierung sowohl von heißen als auch
von kalten Ampullen einwandfrei arbeitet und darüber hinaus die Gewähr für eine
saubere und gleichmäßige Kennzeichnung der Ritzstellenla 'ge bietet.
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Die Erfindung ist gekennzeichnet durch einen Tupfer, der so an einem
beweglichen Ausleger befestigt ist, daß er zwischen einer Stellung, in der er einen
Farbtropfen von einem Farbspeicher aufnimmt, und einer Stellung, in der er den Farbtropfen
auf die zu markierende Brechampulle überträgt, hin- und herbewegbar ist.
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Die Trennung des eigentlichen Markierungswerkzeuges vom Farbspeicher
schließt die Gefahr einer Beeinflussung, der Farbe durch die von etwa verarbeiteten
heißen Ampullen ausgehende Wärme völlig aus. Ferner bringt die Aufteilung der Einrichtung
in einen Farb-speicher und einen leichten Farbtupfer den Vorteil mit sich, daß größere
Farbspeicher verwendet werden können, als dies bei Einrichtungen mit bewegten Farbbehältern
im Hinblick auf die Unzulässigkeit hoher Trägheitskräfte bisher möglich war.
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Im Hinblick auf eine günstige Raumaufteilung und einen leichten Einbau
der neuartigen Einrichtung in bereits vorhandene Maschinen wird weiter vorgeschlagen,
a daß der Tupfer in einer Ebene bewegbar ist, in der während des Markierungsvorganges
auch die Längsachse der Brechampulle liegt. Zweckmäßigenveise ist der Farbtupfer
durch eine Kulisse so steuerbar, daß er etwa senkrecht zur Mantelfläche der Brechampulle
an diese herangeführt und wieder von ihr entfernt wird. Man erreicht auf diese Art
und Weise, daß der Tropfen sich ohne Ziehen störender Fäden einwandfrei vom Tuipfer
ablöst.
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Der Tupfer besteht im allgemeinen aus einem hitzebeständiaen Material,
vorzugsweise Hartmetall. und weist zweckmäßig eine profilierte Kuppe auf. Der Farbspeicher
wiederum kann vorteilhaft von einem Trog gebildet werden, in dem ein Schöpfrad gelagert
ist, welches an seinem Umfang mit Sacklöchern versehen ist, in denen die Farbe durch
Kapillarwirkung gehalten wird.
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Um den Tupfer mit frischer bzw. gut gemischter Farbe versorgen zu
können, sollte das Schöpfrad im Rhythmus der Bewegunor des Farbtupfers antreib-.
gen bar und der vorzugsweise austauschbare Farbspeicher mit einer die im Trog enthaltene
Farbe umzuwälzenden Schnecke versehen sein.
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Im Sinne eines hohen 'Wirkungsgrades und großer Leistun-sfähiorkeit
der Einrichtuna kann man den Antrieb des Tupfers so mit dem Antrieb des Ritzwerkzeuges
koppeln, daß Ritzen und Markieren ..leichzeiti- oder unmittelbar nacheinander erfolaen.
Um
die Brechampulle während des Ritzvorganges gegen Verdrehung bzw. gegen unerwünschte
Vertikalschwingungen zu sichern, wird die Verwendung eines Bremsbügels bzw. einer
mit der den Gewichtsvorschub bewirkenden Waage verbundenen Dämpfungsvorrichtung
vorgeschlagen.
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Selbstverständlich können mit der erfindungs-,clemäßen Einrichtung
auch nicht erwärmte Ampullen markiert werden; in diesem Fall empfiehlt es sich jedoch,
der Ritzstation eine besondere Trockenkammer zur Beschleunigung des Trockenprozesses
bzw. Einbrennens der Farbe nachzuschalten.
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In der Zeichnung wird der Erfindungsgegenstand an Hand einer beispielhaften
Ausführung näher erläutert. Es zeigt F i g. 1. die Seitenansicht einer mit
einer erfindungs-Gemäße,n Anritz- und Markierun-seinrichtuno, aus-Prüsteten Abspren.,
und Sortiermaschine für Brechampullen, F i g. 2 die Seitenansicht der Anritz-
und Markierungseinrichtung und einen Schnitt 1-1 durch die Maschine gemäß
F i g. 1,
F i u. 3 eine Teilansicht der Markierungseinrichtung
gemäß F i g. 2, F i g. 4 eine Teilansicht des Schöpfrades der Markierungseinrichtung
gemäß F i g. # und 3.
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In F i g. 1 ist mit 11 das Gestell einer Abspreng-und
Sortiermaschine bezeichnet, welche links eine Absprengapparatur A, rechts
eine Sortiervorrichtuno, B und im mittleren Bereich die hier in erster Linie interessierende
erfindungsgemäße Ritz- und Markierungseinrichtung C aufweist. Alle drei Stationen
sind durch Förderleisten 12 und 13 miteinander verbunden, mittels deren die
Brechampullen 14 schrittweise durch die Maschine bewegt werden. Der Aufbau der Ritz-
und Markierungseinrichtung ist im einzelnen aus den F i g. 2 bis 4 zu erkennen.
Zum Zweck der erhöhten übersichtlichkeit seien im folgenden zunächst der Ritzteil
und anschließend der Markierungsteil der Einrichtung C beschrieben.
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Als Ritzwerkzeug dient eine rotierende Scheibe 15,
welche zusammen
mit ihrem Antriebsmotor 16 an einem Auslegerann 17 gelagert ist, der
von einer Pratze 18 gehalten wird. Die Pratze 18 bildet das eine Ende
einer im Lager 19 geführten Welle 20, welche an ihrem anderen Ende einen
Schwenkhebel 21 aufweist, über den die mittels einer Stimkurve 22 gesteuerten Schwenkbewe-unaen
des Ritzwerkzeuges 15 in die Arbeitsstellung auf letzteres übertragen werden.
Zur Ritzeinrichtung gehört weiterhin ein Aggregat zur Erzeugung der Vorschubkraft,
mit welcher die Ampulle beim eigentlichen Ritzprozeß gegen das Ritzwerkzeug gedrückt
wird. Es besteht aus einem bei 23 gelagerten Waagebalken 24, der auf der
einen Seite ein verschiebbares Gewicht 25 und auf der anderen Seite eine
prismatische Stütze 26 aufweist, auf welcher der Hals 27 der Brechampulle
14 liegt. Bei entriegeltem Waagebalken 24 wird letztere je nach Lage des
Gewichts 25 mehr oder weniger stark bzw. weit im Gewichtsvorschubverfahren
gegen das Werkzeuo, angehoben. Der am der Stütze gegenüberliegenden Ende des Waagebalkens
25 angelenkte Kolben 28 taucht in einem mit Öl 29 gefüllten
Zylinder 30
und dämpft die Bewegungen des Waagebalkens 24 bzw. der Brechampulle
14 beim Ritzen. Um eine unter der Einwirkung des rotierenden Werkzeuges
15
an und für sich unvermeidliche Drehbewegung der Brechampulle während des
Ritz- und Markierungsprozesses zu verhindern, ist schließlich ein Bremsbüz-Del
31 vorgesehen, der an einem Auslegerarm 32
angeordnet ist und während
der Bearbeitung auf die Ampulle 15 drückt und sie festhält, im übrigen aber
mit Hilfe eines Nockenhebels 33 und einer Nockenscheibe 34 außer Eingriff
gebracht wird.
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Die Markierungseinrichtung besteht aus dem Farbspeicher, dem Ausleger
mit dem Farbtupfer und den die Bewegungen dieser Teile steuernden Elementen. Der
Farbtupfer 35 sitzt eingespannt in einem Haltearm 36 an einem Ende
eines Auslegers 37, der einerseits mit einem Antriebshebel 38 in Verbindung
steht und andererseits mittels einer Rolle 39 auf einer Kulisse 40 geführt
wird. Der Antriebshebel 38 wird über einen Kegelradtrieb 41, 42 gegen die
Wirkung einer Feder 43 in Schwenkbewegungen versetzt und kann die in F i
g. 3 angedeuteten Endlagen einnehmen. In der linken, voll ausgezogenen Stellung
taucht der Farbtupfer 35 in die vom Schöpfrad 44 mitgeführte Farbe ein und
nimmt einen Tropfen auf, während er in der rechten, gestrichelt gezeichneten Stellung
den vom Schöpfrad übernommenen Tropfen auf die Brechampulle 14 überträgt. Um die
Zufuhr frischer Farbe an die Eingriffstelle des Farbtupfers 35
sicherzustellen,
ist das Schöpfrad 44, welches auf seinem Umfang zahlreiche Sacklöcher 45 trägt,
mit einem Klinkenrad 46 versehen, das von einem Klinkenhebel 47 in Drehung versetzt
wird, dessen Bewegungen über einen Stößel 48 und einen am Antriebshebel
38 bei 49 befestigten Nocken 50 von ersterem ab-eleitet werden. Die
Drehung des Schöpfrades 44 und die Bewegungen des Farbtupfers 35 erfolgen
im gleichen Rhythmus. Zur Umwälzung der im Trog 51 befindlichen Farbe
52 dient eine Schnecke 53, die über eine Steckkupplung 54 von einem
Riementrieb 55 angetrieben wird.
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Sowohl die Arbeitsbewegung des Tupfers 35 als auch die Schwenkbewegungen
des Ritzwerkzeuges 15
und des Bremsbügels 31 werden mittels Stirnkurven
56 und 22 bzw. über den Nocken 34 von einer vom Motor 57 mit nachgeschaltetem
Getriebe 58 angetriebenen Hauptwelle 59 abgeleitet. Diese Bewe-Crungsableitung
von einer gemeinsamen Welle gestattet es, die einzelnen Bewegungen durch entsprechende
Formgebung und Anordnung der Steuerkurven entweder gleichzeitig oder aufeinanderfolgend
ablaufen zu lassen, und bietet eine absolute Gewähr für ein einwandfreies Funktionieren
und Zusammenspiel der einzelnen Organe.
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Die Einrichtung arbeitet wie folgt: Während eine Brechampulle 14 durch
die Förderleisten 12, 13 in die Arbeitslage gebracht wird, übernimmt der
Farbtupfer 35 einen Farbtropfen vom Schöpfrad 44 des Farbspeichers. Sobald
die Ampulle ihre Lage erreicht hat, senken sich der Bremsbügel 31 in die
Brems-und das Ritzwerkzeug 15 in die Arbeitsstellung, und der Waa-ebalken
24 drückt die Ampulle 14 über die Stütze 26 mit konstanter Kraft um einen
bestimmten, von der Lage des Gewichts 24 abhängigen Betrag gegen die Werkzeugschneide.
Etwa gleichzeitig schwenkt der Antriebshebel 38 nach rechts, und der Farbtupfer
35 wird an die Ampulle 14 herangeführt, um dort den die Markierung besorgenden
Farbtropfen abzugeben. Sobald der Ritz- bzw. Markierungsvorgang beendet ist, geht
das Werkzeug 15 bzw. der Farbtupfer 35 zurück, und die Förderleisten
12, 13 können die nächste Brechampulle 14 für einen neuen Vorgang heranfähren.
Natürlich ist es möglich,
die Schwenkbewegung des Waagebalkens 24
durch verstellbare Anschläge od. dgl. zu begrenzen oder die Ritztiefe nur durch
eine Beeinflussung der Ritzzeit zu steuern.
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Um die Einrichtung leicht an unterschiedliche Brechampullengrößen
anpassen zu können, läßt sich ihr Hauptteil verschiebbar lagern und mittels eines
Handrades 60 in Ampullenlängsrichtung verstellbar anordnen.
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Selbstverständlich läßt sich die erfindungsgemäße Einrichtung in mancherlei
Hinsicht ergänzen bzw. verändern. So wäre es beispielsweise möglich, sie durch eine
nachgeschaltete Trockenkammer zu ergänzen, falls Ampullen zu markieren sind, die
nicht über eine genügende Eigenwärme verfügen.
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Man kann die erfindungsgemäße Einrichtung weiterhin mit einer Kontrollvorrichtung
versehen, welche beispielsweise auf das Ausbleiben der beün Ritzvorgang auftretenden
Funken oder der auf die Brechampulle ausgeübten Schnittkräfte anspricht und eine
Markierung nicht geritzter Ampullen verhindert oder die Aussortierung der letzteren
einleitet.