DE1237571B - Verfahren zur Herstellung des neuen 5-(3'-Dimethylamino-2'-methylpropyl)-3-chloriminodibenzyls - Google Patents
Verfahren zur Herstellung des neuen 5-(3'-Dimethylamino-2'-methylpropyl)-3-chloriminodibenzylsInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND Int. CL:
C07d
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 12 ρ - 5
Nummer: 1237571
Aktenzeichen: G 33665IV d/12 ρ
Anmeldetag: 24. November 1961
Auslegetag: 30. März 1967
Die Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung des neuen 5-(3'-Dimethylamine-2'-methylpropyl)-3-chloriminodibenzyls
der Formel I und seiner Salze.
Verfahren zur Herstellung des neuen
5-(3'-Dimethylamino-2'-methylpropyl)-
3-chloriminodibenzyls
1—Cl
CH2- CH- CH2- N<
CH3
CH3
'CH3
VCH3
VCH3
Diese Verbindungen besitzen wertvolle pharmakologische
Eigenschaften, insbesondere serotoninantagonistische, antiemetische und antiinflammatorische,
ferner auch antiallergische Wirksamkeiten. Die neue Verbindung hat keinen störenden Einfluß
auf Herz- und Kreislauffunktionen, und ihre vegetativen Nebenwirkungen sind geringer Art. Die Verbindung
ist vor allem wegen ihrer dämpfenden Wirkung auf das Zentralnervensystem von Interesse und kann
als Tranquilizer mit antidepressiver Komponente bei verschiedenen Formen von Geistesstörungen Verwendung
finden.
Das Verfahrensprodukt (I) zeigt bei deutlich geringerer Toxizität in einem Standardtest eine wesentlich
ausgeprägtere zentraldämpfende Wirkung als das aus der deutschen Patentschrift 1 038 047 bekannte
5 - (ß - Dimethylaminopropyl) - 3,7 - dichloriminodibenzyl (II).
Anmelder:
J. R. Geigy A.-G., Basel (Schweiz)
Vertreter:
Dr. F. Zumstein, Dr. E. Assmann
und Dr. R. Koenigsberger, Patentanwälte,
München 2, Bräuhausstr. 4
Als Erfinder benannt:
Dr. Walter Schindler, Riehen;
Dr. Henri Dietrich, Birsfelden (Schweiz)
Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 25. November 1960 (13 253)
b) Ergebnisse
a) Methode
Gruppentoxizität von d,l-Amphetaminsulfat
an der Maus
an der Maus
Bei diesem Versuch wird diejenige Dosis der Versuchssubstanz bestimmt, die Gruppen von Mäusen
vor der tödlichen Wirkung von Amphetaminsulfat schützt (Mäuse in Gruppen sind empfindlicher
gegen Amphetaminsulfat als Einzeltiere). Der Versuch wird wie folgt durchgeführt:
In Bechergläser mit einem Durchmesser von 7 cm werden je fünf Mäuse gesetzt, die vorher 50 mg/kg
i. p. d,l-Amphetaminsulfat in wäßriger Lösung erhalten haben. Bei dieser Dosis Amphetaminsulfat
kommen bei einer Raumtemperatur von 24° C innerhalb von 24 Stunden alle Tiere ad exitum. Die Prüfsubstanzen
werden s. c. 30 Minuten vor dem Amphetaminsulfat injiziert. Man bestimmt die mittlere Dosis,
bei welcher 50% der Tiere den Versuch überleben.
Wirksame Dosis in mg/kg,
mit Hilfe welcher 50%
der Mäuse überleben
Verbindung I 50
Verbindung II >100
c) Toxizität
Zur Bestimmung der tödlichen Dosis DL50 werden die zu prüfenden Verbindungen weißen Mäusen in
verschiedenen Einzeldosen in wäßriger Lösung i. v.
verabreicht und die Resultate wie üblich ausgewertet.
DL50
Verbindung I 42 mg/kg
Verbindung II 28 mg/kg
Man stellt die Verbindung der Formel I in an sich bekannter Weise nach einem der beiden folgenden
Verfahren her.
1. Man setzt 3-Chloriminodibenzyl in Gegenwart
eines säurebindenden Mittels mit einem reaktionsfähigen Ester des 3-Dimethylamino-2-methylpropanols
(Formel II)
/CH3
HO-CH2-CH-CH2-N^ II
XCH3
um. CH3
um. CH3
709 547/405
Als Kondensationsmittel eignen sich insbesondere Natriumamid, Lithiumamid, Kaliumamid, Natrium
oder Kalium, Butyllithium, Phenyllithium, Natriumhydrid oder Lithiumhydrid. Die Umsetzung kann in
An- oder Abwesenheit eines inerten organischen Lösungsmittels, wovon als Beispiele Benzol, Toluol
und Xylol genannt seien, durchgeführt werden.
Als reaktionsfähige Ester des basischen Alkohols der Formel II kommen insbesondere die Halogenide,
Arylsulfonsäureester und Methansulfonsäureester in Frage. Beispielsweise seien das y-Dimethylamino-/?-methyI-n-propylchlorid,
das entsprechende Bromid und der p-Toluolsulfonsäureester genannt.
Die Ausgangsverbindung y-Dimethylamino-^-methyl-n-propylchlorid
wird z. B. durch Anlagerung von Bromwasserstoff an Methallylchlorid und Umsetzung
des so erhaltenen y-Brom-a-methylpropylchlorids
mit Dimethylamin hergestellt.
2. Man erhitzt die Verbindung der Formel III
/CH3
CO - O - CH2 - CH - CH2 - N<
CH3
CH3
^CH3
die Ätherphase mit Wasser gewaschen, getrocknet und eingedampft, wobei 58 Teile an amorpher Rohbase
erhalten werden. Diese Base wird im Hochvakuum destilliert, wobei 47 Teile 5-(3'-Dimethylamino-2'-methylpropyl)-3-chloriminodibenzyl
erhalten werden. Kp. 134 bis 137°C/0,005 Torr, n'D 5
= 1,5855.
Das aus dieser Base mit alkoholischer Salzsäure bereitete Hydrochlorid schmilzt nach Umkristallisieren
aus Aceton bei 204 bis 205° C.
60 Teile 5-(3'-Dimethylamino-2'-methyl-r-propyloxycarbonyl)-3-chloriminodibenzyl,
hergestellt aus 5-Chlorcarbonyliminodibenzyl vom Schmelzpunkt
140 bis 142°C und S-Dimethylamino^-methyl-l-propanol,
werden im Wasserstrahlvakuum auf 16O0C erhitzt. Die Temperatur wird bis zur Beendigung
der Kohlendioxydabspaltung allmählich auf 2100C gesteigert. Der Rückstand wird im Hochvakuum
weiterdestilliert, wobei die Fraktion vom Siedepunkt 129 bis 139°C bei 0,01 Torr abgetrennt wird. Das
aus dem so erhaltenen Cd analog Beispiel 1 bereitete Hydrochlorid von 5-(3'-Dimethylamino-2'-methylpropyl)-3-chloriminodibenzyl
schmilzt bei 204 bis 205°C. Ausbeute: 28 Teile Hydrochlorid.
bis zur Abspaltung von 1 Mol Kohlendioxyd. Diese Reaktion tritt unter vermindertem Druck bei
etwa 160 bis 180° C ein und wird durch allmähliches Steigern der Temperatur auf 200 bis 2400C vervollständigt.
Die Ausgangsverbindung III ist z. B. durch Einwirkenlassen von Phosgen auf 3-Chloriminodibenzyl
und Umsetzung des entstandenen 5 - Chlorcarbonyliminodibenzyls mit γ - Dimethylamino-/?-methyl-n-propanol
erhältlich.
Die Verbindung.I wird nach den obigen Verfahrensweisen
1 und 2 in racemischer Form erhalten. Sie kann unter Zuhilfenahme optisch aktiver Säuren,
z. B. Weinsäure oder deren O-Benzoyl- bzw. Op-Toluylester,
in an sich bekannter Weise in Antipoden gespalten werden.
Mit anorganischen oder organischen Säuren, wie Salz-, Bromwasserstoff-, Schwefel-, Phosphor-, Methansulfon-,
Äthandisulfon-, Essig-, Citronen-, Äpfel-, Bernstein-, Malein-, Fumar-, Wein-, Benzoe- und
Phthalsäure bildet die Verbindung I Salze, die zum Teil wasserlöslich sind.
Die nachfolgenden Beispiele sollen die erfindungsgemäße
Herstellung der neuen Verbindung näher erläutern. Teile bedeuten darin Gewichtsteile; diese
verhalten sich zu Volumteilen wie Gramm zu Kubikzentimeter.
1,65 Teile der racemischen Base von der Brechungszahl U2S = 1,5855 und 2 Teile d(—)-Di-p-Toluylweinsäure
werden in 10 Volumteilen Aceton heiß gelöst, auf Raumtemperatur gekühlt, bis zur eben auftretenden
Trübung mit Äther versetzt und der Kristallisation überlassen.
Das Kristallisat wird noch viermal aus Aceton—
Äther umkristallisiert, wonach 1,2 Teile d(—)-Dip-toluyltartrat
des (+)-5-(3'-Dimethylamino-2'-methylpropyl)-3-chloriminodibenzyls erhalten werden.
F. 146 bis 147°C, [a]f = -61,4°, c = 1,11 in
Äthanol. Daraus lassen sich in üblicherweise0,5Teile (+)-Base sowie deren Hydrochlorid gewinnen, F. 192
bis 193°C.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung des neuen 5-(3'-Dimethylamino - 2' - methylpropyl) - 3 - chloriminodibenzyls der Formel I
5046 Teile 3-Chloriminodibenzyl werden in 400 Volumteilen siedendem Benzol in einer Stickstoffatmosphäre unter Rühren mit 7,8 Teilen Natriumamid umgesetzt. Nach beendeter Ammoniakentwicklung (etwa 1 Stunde) wird bei etwa 700C eine Lösung von 30 Teilen y-Dimethylamino-zi-methyl-n-propylchlorid in 150 Volumteilen Benzol zugetropft, und nach beendetem Eintropfen wird während 14 Stunden unter Rückfluß weitergerührt. Dann wird abgekühlt, mit etwa 250 Volumteilen Wasser versetzt und die Benzolphase mit 2 η-Salzsäure ausgezogen. Die sauren Auszüge werden alkalisch gestellt, ausgeäthert,und dessen Salzen mit anorganischen oder organischen Säuren, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich bekannter Weise entwedera) 3-Chloriminodibenzyl in Gegenwart eines säurebindenden Mittels mit einem reaktionsfähigen Ester des JS-Dimethylamino^-methylpropanols umsetzt oderb) die Verbindung der Formel IIIΑΑΛΛCO-O- CH2 - CH - CH2
CH3^CH3 ^CH3 bis zur Abspaltung von 1 Mol Kohlendioxyd erhitzt und gegebenenfalls die so erhaltene Base der Formel I mittels optisch aktiver Säuren in ihre optischen Antipoden spaltet und gegebenenfalls mit einer anorganischen oder organischen Säure in ein Salz überführt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 1 038 047.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH1237571X | 1960-11-25 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1237571B true DE1237571B (de) | 1967-03-30 |
Family
ID=4564499
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG33665A Pending DE1237571B (de) | 1960-11-25 | 1961-11-24 | Verfahren zur Herstellung des neuen 5-(3'-Dimethylamino-2'-methylpropyl)-3-chloriminodibenzyls |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1237571B (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1038047B (de) | 1954-09-22 | 1958-09-04 | Geigy Ag J R | Verfahren zur Herstellung von N-aminoalkylierten Iminodibenzylen und deren Salzen |
-
1961
- 1961-11-24 DE DEG33665A patent/DE1237571B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1038047B (de) | 1954-09-22 | 1958-09-04 | Geigy Ag J R | Verfahren zur Herstellung von N-aminoalkylierten Iminodibenzylen und deren Salzen |
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