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Vorrichtung zum Drehen von quaderförmigen Gegenständen wie z. B. Kartons
auf einem Rollenförderer Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Drehen von
quaderförmigen Gegenständen wie z. B.
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Kartons auf einem Rollenförderer, auf den die Gegenstände im wesentlichen
quer zu seiner Förderrichtung mittels eines Obertragungsförderers übergeführt werden,
der die Gegenstände in eine Lage über dem Rollenförderer bringt, um sie aus dieser
Lage auf den Rollenförderer abzusetzen, und hierzu eine Mehrzahl vertikal bewegbare,
zwischen den Rollen des Rollenförderers parallel zu deren Achsen angeordnete Abstützungen,
insbesondere Förderriemen, aufweist, wobei als Reibschlußantrieb für die dem Drehen
und Fördern dienenden Rollen ein unter ihnen laufender Antriebsriemen vorgesehen
ist.
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Es ist üblich, beim Beladen von Paletten mit Gegenständen etwa gleicher
Abmessungen diese schichtweise aufeinander zu stapeln. Sind die Gegenstände alle
gleich ausgerichtet, so bilden sich zwischen den einzelnen Stapeln senkrecht verlaufende
keilförmige Zwischenräume, die die Standfestigkeit der Stapel beeinträchtigen. Es
ist bekannt, daß man einen stabilen Aufbau aus Stückgütern auf einer Palette erhalten
kann, wenn man die innerhalb einer Schicht liegenden Stückgüter der verschiedenen
Reihen verschieden orientiert oder wenn man alle aufeinanderfolgenden Schichten
verschieden ausrichtet, um ein Übereinandergreifen der Gegenstände zwischen den
einzelnen Schichten zu erreichen.
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Sollen beispielsweise längliche Kartons aufgestapelt werden, so wird
ein stabiler Aufbau erreicht, wenn die einzelnen aufeinandergestapelten Schichten
durch Drehen der Kartons in einigen Reihen oder Schichten um einen Winkel von 900
zueinander so übereinandergreifen, daß zwischen den Schichten ein übergreifender
Reibungsschluß entsteht. Es sind bereits Vorrichtungen zum Aufbringen von Stückgütern
auf Palettenbelader bekannt, die mit einem Stift ausgestattet sind, der auf dem
Transportweg der mittels einer Beförderungseinrichtung transportierten Gegenstände
verstellbar angebracht ist und bewirkt, daß die Gegenstände um einen bestimmten
Winkel, im allgemeinen um 900 gedreht werden können. Dieser Stift ist einziehbar,
so daß die Stückgüter auch ohne vorherige Drehung den Palettenbelader erreichen
können.
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Es ist ferner bekannt, bei einer Vorrichtung eingangs genannter Art
durch das Zusammenwirken beider Förderer die Gegenstände von dem einen Förderer
auf den anderen Förderer zu lenken. Befinden sich die Gegenstände auf den Rollenförderern,
so können sie nicht mehr gedreht werden.
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Ferner ist es bekannt, die Rollen eines Rollenförderers durch Reibschluß
anzutreiben.
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Außerdem ist eine Dreheinrichtung in einem Rollenförderer bekannt,
die es gestattet, auf sie aufgebrachte Gegenstände zu drehen. Dabei müssen aber
die Gegenstände angehalten werden. Während ihres Laufes können die Gegenstände auf
dem Rollenförderer nicht gedreht werden.
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Es ist auch bekannt, bei einem Rollenförderer mit aufgeteilten Rollen
die Umlaufrichtung einer Rollenreihe zu verändern, um einen Gegenstand zu drehen.
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Die aus ihrer Vorlaufrichtung in ihre Rücklaufrichtung zu überführenden
Rollen müssen dabei jedoch zunächst einmal gebremst werden. Dies bedeutet eine zeitliche
Verlängerung des Umsteuervorgangs. Auch
ist eine effektive Steuerung
der Gegenstände um so schwieriger, je größer die Geschwindigkeitsdifferenz der Oberflächen
der Rollen gegenüber den Flächen der Gegenstände ist, die diese berühren, je rascher
also die relative Gleitung ist.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die Gegenstände von dem Übertragungsförderer
auf den Rollenförderer kontinuierlich zu überführen und dabei rasch mit konstruktiv
geringem Aufwand zu drehen.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Vorrichtung eingangs genannter
Art gekennzeichnet durch die Kombination folgender zum Teil an sich bekannter Merkmale:
a) im Drehbereich des Rollenförderers sind die Rollen in nebeneinanderliegende,
angetriebene Förderrollen und Steuerrollen aufgeteilt und eine Kupplungs- und Bremsvorrichtung
vorgesehen, mittels der die Steuerrollen unabhängig von den Förderrollen von ihrem
Antrieb zu entkuppeln und nach Maßgabe der gewünschten Drehung der Gegenstände zu
bremsen sind; b) die äußeren Enden der Steuerrollen sind vertikal verschiebbar gelagert
und durch Verschieben nach oben von ihrem Antriebsriemen unter gleichzeitigem Ineingriffkommen
mit einerBresfläche lösbar.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung gestattet es zunächst, einen Gegenstand,
während er sich auf ein und demselben Förderer bewegt, nämlich dem Rollenförderer,
zu drehen. Beim Bremsen der Steuerrollen bleiben die Steuerrollen im Reibschluß
oder quasi im Reibschluß mit den Gegenständen, die gedreht werden sollen. Dadurch
wird es möglich, die Drehung der Gegenstände mit hoher Genauigkeit einzustellen.
Besonders zeigt sich dies, wenn die Gegenstände genau um 900 gedreht werden sollen.
Die Drehung kann, wenn die Einhaltung eines genauen Drehwinkels gefordert wird,
zwar nicht abrupt vorgenommen werden, sondern erst über eine etwas längere Strecke,
dafür aber sehr genau, wenn man die Bremsung entsprechend steuert. Die Gegenstände
werden also nicht nur wie auf einer horizontalen Drehscheibe erst nach ihrem Anhalten
gedreht. Ferner ist es von Vorteil, daß die Gegenstände, wenn sie auf den Rollenförderer
kommen, auf die Steuerrollen auflaufen wie auf einer Rampe und dabei gebremst werden.
Die Schräglage, die sie im Drehbereich einnehmen, beschleunigt noch ihre Drehung.
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Die Förderrollen werden normalerweise ununterbrochen gedreht. Die
Steuerrollen erfassen in Bremsstellung durch Reibungswirkung die unteren Flächen
der Gegenstände, während die sich ununterbrochen drehenden Förderrollen die Gegenstände
fortbewegen und drehen. Sind die Gegenstände bereits gedreht, so wird die Bremse
der Steuerrollen wieder gelöst und es werden die Steuerrollen ebenfalls im Sinne
der Förderrollen angetrieben. Dann bewegen sich die Gegenstände von dem Drehbereich
fort - nunmehr angetrieben durch beide Arten von Rollen, um nun unmittelbar etwa
zu einem Palettenbelader befördert zu werden.
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Die Abbremsung der Steuerrollen wird durch Schalter ausgelöst, die
von den zu befördernden Gegenständen betätigt werden. Diese Schalter sind elektrisch
mit verschiedenen Spulen, einem Relais und einer Gegenstandszählvorrichtung, die
zur Steuerung des Drehmechanismus dient, verbunden.
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Sollen die Steuerrollen gebremst werden, so werden diese von ihrem
Antriebsriemen abgehoben und gegen einen oberhalb der Rollen befestigten Bremsschuh
gedrückt. Die Förderrollen jeder Gruppe bleiben in Verbindung mit ihren Treibriemen
und drehen sich demgemäß ununterbrochen weiter und leiten die Drehbewegung des Gegenstandes
ein, wenn die Steuerrollen gebremst sind. Nach Beendigung des Drehvorganges des
Gegenstandes müssen die Steuerrollen einfach wieder auf ihren Treibriemen zurückgesetzt
werden, damit die Gegenstände direkt auf den Beförderungsabschnitt der Förderanlage,
durch den sie zur Verlademaschine (Gabelstapler) gebracht werden, transportiert
werden. Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
an Hand der Figuren.
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F i g. 1 zeigt eine Teildarstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
F i g. 2 zeigt einen Schnitt durch Fig. 1 längs der Schnittgeraden 2-2; F i g. 3
zeigt eine Seitenansicht der Vorrichtung nach F i g. 1, in der durch die Pfeile
3 angegebenen Blickrichtung, Fig.4 zeigt einen Teil der Vorderansicht einer Steuer-
und Bremsvorrichtung; die F i g. 5 bis 10 zeigen die Wirkungsweise der Steueranlage
der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu verschiedenen Zeitpunkten des Arbeitsvorganges.
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Die in F i g. 1 dargestellte Anlage besteht aus vier Hauptteilen,
nämlich einem Zubringerteil D, einem Ubertragungsteil T, einem Dreh- und Steuermechanismus
0 und einem Beförderungsteil A. Der letztere dient dazu, die Gegenstände, beispielsweise
Kartons, zu einem Palettenbelader, der in der Zeichnung durch P angedeutet ist,
zu befördern. Während des Betriebes der Förderanlage werden die Kartons auf den
Zubringerteil D gebracht und darauf zu dem Übertragungsteil T befördert, der sie
auf den Drehteil 0 der Fördereinrichtung bringt. Hier können die Kartons C gedreht
werden - in der Zeichnung angedeutet durch gestrichelte Linien - und danach direkt,
längs des Beförderungsteils A zu dem Palettenbelader P gebracht werden. Die Wirkungsweise
der Vorrichtung während eines Arbeitsganges, bei dem der Drehmechanismus die Kartons
nicht dreht, ist in F i g. 1 nicht dargestellt. Bei diesem Arbeitsvorgang werden
die Kartons nämlich direkt zum Beförderungsteil A geleitet, nachdem sie mit Hilfe
der Transportriemen des Übertragungsteils T auf den Drehmechanismus gebracht worden
sind, und nachdem sie auf die Rollen dieses Drehmechanismus abgesetzt wurden.
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Die Vorrichtung ist auf einem Rahmen 10, der im wesentlichen L-förmig
ausgestaltet ist, wie in Fig. 1 dargestellt, befestigt. Dieser Rahmen steht auf
mehreren Füßen 11 solcher Höhe, daß die Förderanlage gerade an den Palettenbelader
P heranreicht.
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Der Zubringerteil D der Förderanlage ist in üblicher Weise ausgeführt
und besteht aus zwei räumlich voneinander getrennt angeordneten Winkeleisen 12,
die eine Anzahl drehbar angebrachter Rollen 13 tragen, die durch eine Antriebskette
14 miteinander verbunden sind und über einen nicht dargestellten Elektromotor angetrieben
werden. Der Zubringerteil D kann von beliebiger Länge sein und bis zu einem Ort
führen, der für die Beschickung der Fördereinrichtung der Förderanlage mit den Kartons
geeignet ist.
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Der Übertragermechanismus T reicht vom Zubringerteil D zum Drehmechanismus
0 und greift auch noch in diesen über. Er besteht aus einem Rahmenteil 16 (F i g.
2) und ist an dem Hauptrahmen 10 der Anlage um eine Querachse 17 drehbar befestigt.
Wie aus Fig. 1 zu ersehen ist, enthält der Rahmenteil 16 zwei einander gegenüberliegend
angeordnete flache Stangen 18, 18 a, die über eine diagonal verlaufende Stange 18
b verbunden sind. Die freien Enden der Stangen 18 und 18 a des Rahmens tragen eine
anhebbare Welle 19, auf der eine Reihe von Riemenscheiben 21 befestigt ist. Eine
entsprechende Reihe von Riemenscheiben 22 ist auf der Querachse 17 ebenfalls drehbar
angebracht. Über je zwei einander gegenüberliegende Scheiben 21 und 22 verlaufen
Transportbänder oder -keilriemen 23. Die Welle 19, ihre Scheiben 21 und die damit
verbundenen Bereiche der Keilriemen 23 können abwechselnd einmal nach oben bewegt
werden, für den Transport der Kartons auf den Drehmechanismus O, und danach wieder
gesenkt werden, damit die Kartons auf den Drehmechanismus abgesetzt werden.
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Um das Heben und Senken der Riemenscheiben 21 und der Keilriemen
23 zu steuern, sitzt eine Zugfeder 28 (F i g. 2) und ein Anker 26 einer Magnetspule
27 zur Hebung des Riemens am vorderen Ende 18 c des drehbar gelagerten Rahmens 16.
Die Feder 28 ist mit dem Hauptrahmen 10 verbunden und übt einen Zug nach oben auf
das Rahmenende 18 c aus; damit wird dann ein Senken der Keilriemen 23 bewirkt. Eine
geeignete Arretierung 29 am Rahmen 10 begrenzt die Wirkung der Feder 28, die die
Riemen 23 senkt. Die Spule 27 wirkt der Feder 28 entgegen. Ist die Spule 27 erregt,
dann bewegen sich der Anker 26 und das Ende des Rahmenteilsl8c nach unten und verursachen
damit eine Aufwärtsbewegung der Riemen 23.
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Um die Spule 27 von der Belastung durch die Kartons zu entlasten
und die Riemen in ihrer angehobenen Stellung zu halten, ist ein Sperrmechanismus
30 vorgesehen. Dieser besteht aus einem Sperrhaken 31, der drehbar über einen Stift
32 am Rahmen befestigt ist. Wird das Rahmenende 18 c nach unten gesenkt, dann greift
das untere Ende des Sperrhakens 31 in das Teil 18 c ein und hält so die Riemen 23
in ihrer gehobenen Lage. Um den Sperrhaken 31 wieder zurückzuziehen und damit den
Teili8c wieder freizugeben, damit die Feder 28 die Riemen nach unten ziehen kann,
ist ein Anker 33 einer Spule 34 mit dem Sperrhaken 31 verbunden; der Anker wird
durch die Spule gesteuert. Außerdem ist eine Feder 36 am Sperrhaken 31 angebracht,
die den Haken in Sperrlage drängt. An seinem oberen Ende trägt der Sperrhaken 31
einen Ansatz 37, der in eine Haltevorrichtung 38 am Rahmen dann eingreift, wenn
der Sperrhaken gerade sperrt. Ist die Spule34 erregt, dann wird der Haken 31 von
dem Rahmenende 18 c gegen den Widerstand der Feder 36 weggezogen, wie im einzelnen
aus Fig.6 ersichtlich ist. In diesem Fall zieht die Feder 28 am Rahmenende 18 c
die Rahmenanordnung 16 mit den Riemen 23 nach unten, so daß die Kartons von den
Riemen auf die Rollen des Drehmechanismus 0 befördert werden.
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Die Transportriemen23 des Übertragerteils werden ständig durch einen
Motor 41 angetrieben. Ein Zahnrad 42, auf der Motorachse angebracht, treibt eine
Antriebskette 43 an, die wiederum ihrerseits ein Zahnrad 44 in Bewegung setzt. Das
Zahnrad 44 ist
an der Welle 19 angebracht, die die Reihe der nach oben beweglichen
Riemenscheiben 21 trägt. Die Hubstrecke der Riemen 23 ist gering. Sie dient dazu,
die Riemen über die Rollen des Drehmechanismus hinauszuheben, oder sie unter deren
oberen Rand zu senken, damit die Kartons auf die Rollen abgesetzt werden können.
Die Auswirkung dieser Bewegung auf die Antriebskette 23 wird mit Hilfe eines üblichen
Federspannungsmechanismus, angedeutet bei 46, ausgeglichen.
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Der Drehmechanismus 0 besitzt eine Vielzahl von Achsen 54 mit je
einem in geeignete Öffnungen (nicht dargestellt) eines Winkeleisens 48 eingreifenden
Ende 54 a. Das andere Ende 54 b dieser Achsen ist in einer Nut 50 (U i g. 4 und
3) in der oberen Kante eines zweiten Winkeleisens 49 eingelassen. Auf jeder Achse
54 sitzen je zwei unabhängig voneinander drehbare Rollen; die eine Rolle 55 ist
relativ lang und dient zur Drehung und Beförderung der Gegenstände, die andere Rolle
56 ist kürzer und dient zur Steuerung der Drehung. Eine Stange 51 (F i g. 4) zum
Anheben der Rollen ist an der Längsseite des Winkeleisens 49 angebracht und ist
mit Öffnungen versehen, die die Enden 54 b der Achsen 54 aufnehmen. Die Hebestange
51 dient zum einseitigen Anheben der Achsen 54 und damit zum Abheben der kurzen
Rollen 56 von ihren Treibriemen und ist so angebracht, daß sie eine Bewegung nach
oben zwischen Führungsschienen 52 (F i g. 3) ausführen kann.
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Oberhalb der Steuerrollen 56 ist eine Bremsanordnung B (F i g. 4)
angebracht, die eine längliche Platte 60 (in F i g. 3), befestigt an dem Winkeleisen
49 mit Hilfe geeigneter Bügel 65, aufweist. Ein länglicher Gummibremsschuh 61 (F
i g. 4) ist am unteren Rand der Platte 60 befestigt und dient zur Abbremsung der
Steuerrollen 56, wenn diese so weit gehoben werden, daß sie mit dem Bremsschuh in
Berührung kommen. Um die Stange 51 anzuheben, und um damit die Steuerrolle 56 zu
bremsen, sind zwei Anker 62 (F i g. 3) an der Stange 51 befestigt. Diese Anker werden
durch die Spulen 63 gesteuert. Werden die Spulen 63 erregt, dann werden die Stange
51 und die Steuerrollen 56 gehoben und die Rollen gegen den Bremsschuh gedrückt
(s. F i g. 6).
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Um sowohl die Rollen 55 zur Drehung und Vorwärtsbewegung, als auch
die Steuerrollen 56 anzutreiben, ist eine Welle 66 mit Riemenscheiben 67 (F i g.
1) in den Enden 48 a und 49 a der Winkeleisen 48 und 49 gelagert. Am Ausgang des
Beförderungsteils A ist eine weitere Achse 68 an denselben Winkeleisen befestigt
und trägt eine zweite Reihe von Riemenscheiben 69. Antriebskeilriemen 71 laufen
um die Riemenscheiben 67 und 69; im ganzen handelt es sich um drei solcher Keilriemen;
zwei davon treiben die Förderrollen 55 und einer die Steuerrollen 56 an.
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Wie aus F i g. 3 zu entnehmen ist, werden die Riemen 71 durch einen
Motor 72 mit einer Welle 72 a angetrieben. Eine Antriebskette 74 treibt ein Zahnrad
73 auf der Motorwelle 72 a, und ferner ein Zahnrad 76, das auf der Antriebswelle
68 sitzt, die die Riemenscheiben69 trägt. Der Motor 72 läuft, solange die Förderanlage
in Betrieb ist, ununterbrochen.
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Es soll darauf hingewiesen werden, daß die Förderkeilriemen 23 in
gehobener Stellung (wie es in Fig. 2 und im Diagramm 5 der F i g. 5 dargestellt
ist) höher liegen als die Beförderungsrollen 55 und die Steuerrollen 56. Damit können
die Kartons über die Rollen 55, 56 mittels der Förderriemen 23 hinweg bewegt
werden.
Entsprechend bewegen sich die Teile der Förderriemen, die im Bereich des Drehmechanismus
liegen, in eine tiefer als die Rollen 55, 56 liegende Stellung, so daß die Kartons
dabei von den Förderriemen 23 auf die Rollen 55, 56 abgesetzt werden, wenn die Riemen
23 sich bei gelöster Sperre 31 in ihrer tiefen Lage befinden. Die daraufhin eintretende
Drehbewegung der Gegenstände hängt davon ab, ob die Bremsspulen 63 erregt sind und
die Rollen 56 gegen den Bremsschuh 61 der Bremsanordnung B hochdrücken.
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Werden die Steuerrollen 56 gegen den Bremsschuh bei erregten Spulen
63 gedrückt, so werden diese gleichzeitig von ihrem Antriebsriemen 71 gelöst, wie
in der Fig. 6 dargestellt ist. Die dazu erforderliche Bewegung ist jedoch relativ
klein und reicht nicht aus, um auch die Förderrollen 55 aus ihrer Verbindung mit
den sie antreibenden Riemen 71 zu heben.
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Mit anderen Worten: die Riemen 71 sind durch ihre Verbindung mit den
Rollen 55 immer etwas durchgebogen, und daher bleibt der Kontakt mit ihnen auch
dann, wenn die äußeren Enden 54 b der Rollenachsen 54 schwach nach oben gehoben
werden, um die Steuerrollen 56 zu bremsen.
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Wie aus den F i g. 1 und 3 hervorgeht, treiben die gleichen Riemen
71, die die Rollen des Drehmechanismus antreiben, auch die Förderrollen 77 des Beförderungsteils
A. Die Rollen 77 drehen sich auf Achsen 78, die in den Winkeleisen 48 und 49 angebracht
sind. Wie bereits erwähnt, trägt der Beförderungsteil A Kartons, die entweder gedreht
oder auch nicht gedreht worden sein können, von dem Drehmechanismus 0 zu dem Palettenbelader
P, der nur teilweise in den Zeichnungen dargestellt ist.
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Im weiteren soll ein vollständiger Arbeitsvorgang der Vorrichtung
beschrieben werden, und zwar in Verbindung mit den Diagrammen der F i g. 5 bis 10.
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Gewisse zusätzliche Steuerelemente, die bisher noch nicht im einzelnen
beschrieben wurden, werden im folgenden eingeführt und im Laufe der Wirkungsweise
der Vorrichtung beschrieben. Diese Beschreibung kann unter Bezugnahme auf F i g.
1 besser verstanden werden, bei der ein Karton gestrichelt in sechs verschiedenen
Stellungen dargestellt ist, und zwar vor, während und nach einem Drehvorgang.
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Fünf dieser Stellungen sind mit den Ziffern 5 bis 9 bezeichnet, um
so die F i g. 5 bis 9 zu erklären.
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Wie aus Fig. 1 hervorgeht, sind vier Schalter 8, 8 t, S2 und S3 zur
automatischen Steuerung des Arbeitsablaufs der Vorrichtung vorgesehen. Diese Schalter
haben Auslöser, die zwischen verschiedenen Rollen 56 und 77 herausragen, so daß
sie durch die in der Anlage beförderten Kartons niedergedrückt werden können. Der
SchalterS dient zur Senkung der Förderriemen 23 und zur Auslösung der Bremse für
die Steuerrollen und ist in dem Drehmechanismus angebracht. Der Schalter S1 dient
dazu, die Förderriemen in ihrer tiefsten Lage zu belassen und ist genau am Ende
des Drehmechanismus angebracht.
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Der SchalterS2 dient zur Lösung der Bremse der Steuerrollen und ist
in der Nähe des Anfangs des Beförderungsteils A angebracht. Der Schalter S3 für
die Schaltung des Zählers und Zeitgebers ist am Ausgang des Beförderungsteils A
angeordnet. Alle diese Schalter sind in den F i g. 5 bis 10 eingezeichnet. Bei einer
praktischen Ausführung einer solchen Anlage wird die Anordnung der Schalter durch
die Ausmaße und Abmessungen von Förderanlage und der zu be-
fördernden Stückgüter
gegeben. Demzufolge geben die in den Fig. 1 und 5 bis 10 angegebenen Positionen
nur eine allgemeine Anordnung der Schalter wieder, die nur deshalb gewählt wurde,
um ein praktisches Ausführungsbeispiel für die Wirkungsweise des Arbeitsvorganges
des Steuersystems zu geben. In den Diagrammen sind die vier Schalter S, S1, S2 und
S3 in einer Reihe oberhalb der Zeichnungen angeordnet, und die Kartons, durch welche
sie betätigt werden, sind gestrichelt angedeutet. Um jedoch Irrtümer zu vermeiden,
ist der Schalter 8 zusätzlich nochmals gestrichelt in dem unteren Teil der Zeichnung,
in dem der Drehmechanismus dargestellt ist, eingezeichnet. Da, wo sich ein Karton
befinden könnte, ist dieser in voll ausgezogenen Umrissen dargestellt.
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In Fig.5 nähert sich ein Karton C dem Drehmechanismus und ein bereits
gedrehter Karton ist in dem Beförderungsteil A dargestellt. Der Strom wird dem Steuersystem
über die Stromleitungen L 1 und L2 zugeführt. Der sich nähernde Karton hat den Schalter
S noch nicht erreicht, so daß seine Ruhekontakte 81 geschlossen sind, ebenso wie
die Kontakte 82 des Schalters S1. Diese geschlossenen Kontakte verbinden die Zuleitung
L1 mit einer Spule 83 eines Relais R und schließen die oberen Relaiskontakte. Wenn
die Kontakte 84 geschlossen sind, wird die Spule 27, die zur Hebung der Förderriemen
dient, über die Leitung 85 erregt, wobei die Förderriemen 23 gehoben werden und
automatisch in dieser Lage gehalten werden. Die Stromverbindungen nach F i g. 5
bleiben während des Annäherns eines neuen Kartons C erhalten.
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In Fig. 6 ist der Karton C bereits so weit auf den Drehmechanismus
q befördert worden, daß der Schalter S, durch den das Senken der Förderriemen 23
ausgelöst wird, niedergedrückt wird. Dadurch werden die Kontakte 81 geöffnet und
das Relais R fällt ab und öffnet dabei die Kontakte 84, wodurch die Spule27, die
zur Hebung des Förderriemens dient, stromlos wird. Gleichzeitig werden die unteren
Relaiskontakte 86 geschlossen und ein neuer Stromkreis, der aus dem Leiter 87 der
Zuleitung L 1 über die normalerweise geschlossenen Kontakte 88 des die Bremse lösenden
Schalters 82, die die Bremse zur Wirkung bringende Spule 63, den Kontakten 89 einer
Zählvorrichtung, dem unteren Relaiskontakt 86 und der Stromrückleitung L 2 über
die Leitung 91 besteht, gebildet.
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Ist der Schalter 8 durch den Karton heruntergedrückt, so sind die
normalerweise geöffneten Kontakte 92 geschlossen und schließen den Stromkreis von
L 1 über den Leiter 93 die Sperrspule 34 zurück zu L 2. Die erregte Sperrspule zieht
die Sperre 31 aus dem Endteil 18 c des Riemenhebemechanismus heraus und erlaubt
damit, daß die Feder 28 die Förderriemen 23 nach unten zieht. Diese setzen den Karton
auf die den Gegenstand drehenden und befördernden Rollen 55 und die Steuerrollen
56 auf. Wie aus F i g. 6 zu ersehen, beginnt nunmehr die Drehbewegung des Kartons,
da der vordere untere Teil des Kartons durch die gebremsten Steuerrollen 56 zurückgehalten
wird, während deren übriger hinterer Teil durch die Förder- und Drehrollen 55 weitergetrieben
wird. Es soll bekannt werden, daß dabei die Steuerrollen 56 von ihrem Treibriemen
71 abgehoben sind. Die Rollen 77 des Beförderungsteils A helfen bei diesem Drehvorgang
mit.
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In Fig.7 ist der Karton bereits vollständig gedreht wie in F i g.
1 durch die Stellung 7 angedeutet ist. Der Karton kann nunmehr entlang des Förderteils
A befördert werden. Er ist so weit auf seiner Transportbahn fortgeschritten, daß
er den die Bremse lösenden Schalter 82 herunterdrücken kann, dabei aber immer noch
den Schalter 1, der die Senkung der Förderriemen veranlaßt, betätigt, so daß die
Spule 27 immer noch stromlos bleibt und der Förderriemen 23 in seiner tiefen Lage
ist. Betätigt der Karton den die Bremse lösenden Schalter S2, so werden die Kontakte
88 des Schalters S2 geöffnet und damit die Bremsspule 63 stromlos, so daß die Rollen
56 auf ihren Treibriemen 71 zurückfallen und sich zu drehen beginnen. Der Karton
wird nunmehr sowohl durch den Drehmechanismus 0 und den Förderteil A der Beförderungsanlage
voranbewegt.
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In Fig. 8 hat sich der Karton so weit voran bewegt, daß er den SchalterS1,
der die Senkung der Förderriemen veranlaßt, wieder freigibt. Seine Kontakte 82 sind
nun geschlossen, ebenso die Kontakte 81 des Schalters S; damit ist die Zuleitung
zur Spule 83 des Relais R hergestellt. Das Relais R besitzt die Kontakte 84 a, die
den Stromkreis seiner Spule 83 bis zur Zuleitung L2 über die normalerweise geschlossenen
Kontakte 96 a des Schalters S3 schließen. Zu dem Zeitpunkt, in welchem der Karton
den Schalter 81 freigab, waren die Kontakte des Relais R unten und der Kontakt 84
a geschlossen. Dadurch wurde sofort die Spule 83 des Relais wieder erregt und die
oberen Haltekontakte 84 wurden geschlossen. Das Schließen der Kontakte 84 erregte
außerdem die Spule 27, die dazu dient, die Riemen zu heben und damit wurden auch
die Förderriemen 23 so weit gehoben, daß sie die Rollen, zwischen denen sie eingebettet
lagen, frei legten. Die Förderriemen sind nun bereit, einen weiteren Karton auf
den Drehmechanismus zu transportieren, sobald er angeliefert wird.
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In F i g. 9 ist der Karton C so weit voranbefördert, daß er den Schalter
S3 herunterdrücken kann. Dieser schließt die normalerweise offenen Kontakte 96 des
Schalters und ein Leitungszweig 97 erregt die Spule 98 über einen Stromzweig 99,
der über den Leiter 91 mit der Stromrückleitung L2 verbunden ist. Die Spule betätigt
einen Anker 101 des Zählers, und ein Sperrhaken, am Ende des Ankers befestigt, dreht
eine Zahnscheibe 103 um einen Zahn weiter. Dadurch wird ein Zahnrad 104, das mit
der Zahnscheibe 103 verbunden ist, gedreht und eine Kette 106 bewegt, die wiederum
mit einem weiteren mitlaufenden Zahnrad 107 verbunden ist. Drei verschiebbare Kontaktblöcke
108 sind auf der Antriebskette 106 angebracht und haben den Kontakt 109 zu schließen.
Zu einem früheren als dem in F i g. 9 dargestellten Zeitpunkt waren die Kontakte
109 geschlossen, aber nun, wie aus F i g. 9 zu ersehen ist, schleift der letzte
Kontaktblock 108 am Kontakt 109 vorbei und öffnet die Kontakte 89. Damit wird auch
der Stromkreis mit der Bremsspule 63 unterbrochen, ungeachtet der Stellung des Schalters
S, der die Förderriemen 23 zu senken und die Bremse auszulösen hat, und derjenigen
des Relais R.
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Aus Fig. 10 kann entnommen werden: Ist der Stromkreis bei den Zeitgeberkontakten
89 unterbrochen, wenn der nächste Karton den Schalter 8 herunterdrückt, obwohl die
Spule des Relais 83 stromlos ist, und die Kontakte 86 geschlossen sind, so ist die
Spule 63 nicht über das Relais R erregt. Je-
doch sind die unteren Kontakte 92 des
Schalters 8 wieder geschlossen, und die Sperrspule 34 ist wieder erregt, so daß
sie die Sperre 31 zurückzieht und die Feder 28 ermöglicht, die Transportriemen 23
herunterzuziehen. Sobald die Riemen gesenkt sind, wird der Karton direkt durch die
Steuerrollen 56 und die Förderrollen 54 weiter befördert, so daß der Karton nicht
gedreht wird, sondern nur quer bewegt und auf den Förderteil A geführt wird. Diese
direkte Übertragung der Kartons ohne ihre Drehung (abgesehen von der Richtungsänderung,
die durch die L-Form der Konstruktion der Förderanlage bedingt ist) wird so lange
fortgesetzt, bis der erste der Kontaktblöcke 108 auf der Zählerkette 106 an den
Kontakt 109 gebracht ist, was durch das wiederholte Herunterdrücken des Schalters
83 geschieht, wenn die Kartons über diesen Schalter laufen. Solange am Zähler der
Stromkreis der Bremsspule unterbrochen ist, arbeiten die Teile des Stromkreises,
die das Senken und Heben der Förderriemen veranlassen, für sich allein, um wechselweise
die Kartons entlang der Rollen des Drehmechanismus zu befördern und sie auf die
Rollen abzusetzen, wobei sich alle Rollen drehen.
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Daraus kann man ersehen, daß die Kartons durch Steuerung des Zählers
gedreht werden, so daß kein Bedarf für einen starren Ablenkstift oder ähnliche Vorrichtungen
innerhalb der Bahn der Kartons besteht. Die zu drehenden Kartons werden durch Reibungskräfte,
die an ihrer Unterseite angreifen, gebremst und werden bei relativ hoher Geschwindigkeit
gedreht, ohne daß die Gefahr einer Beschädigung selbst bei zerbrechlichen Kartons
besteht.
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Die genauen Lagen der verschiedenen, durch die Kartons zu betätigenden
Schalter S, S1, S2 und S3 beruhen auf der Größe der Kartons, auf der Geschwindigkeit
des Arbeitsvorganges und anderen Faktoren, die sich aus der Praxis ergeben.