DE1231272B - Verfahren und Vorrichtung zum OEffnen des Stichlochs von Schachtoefen, insbesondere von Hochoefen, durch Bohren - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum OEffnen des Stichlochs von Schachtoefen, insbesondere von Hochoefen, durch BohrenInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum Öffnen des Stichlochs von Schachtöfen, insbesondere von Hochöfen, durch Bohren Zum öffnen des Stichlochs von Schacht-, insbesondere von Hochöfen verwendet man im allgemeinen schnellaufende Bohrmaschinen, die an einem Gestänge bzw. einer Schwenkvorrichtung im Bereich des aufzubohrenden Stichlochs aufgehängt sind.
- So ist aus der USA.-Patentschrift 1534 838 und der britischen Patentschrift 267 722 weiterhin bekannt, die Bohrmaschine an einem in der Vertikalen verschwenkbaren bzw. an einem um eine Säule drehbaren Ausleger befestigten Gestänge aufzuhängen. Weiterhin ist aus der USA: Patentschrift 1361103 eine am freien Ende einer vertikalen Zahnstange befestigte Bohrmaschine bekannt, wobei die Zahnstange in einem auf horizontalen Schienen verfahrbaren Tragwagen geführt ist. In ähnlicher Weise ist auch die Bohrmaschine nach der USA.-Patentschrift 1916 261 über ihre Aufhängung in gegenüber der Horizontalen geneigten Schienen geführt.
- Die bekannten Stichlochbohrmaschinen sind sämtlich mit einer einzigen Bohrmaschine bzw. einem Bohrwerkzeug ausgestattet, mit dem das Stichloch in einem Zuge, d. h. bis zum Austritt des flüssigen Metalls, aufgebohrt wird. Das hat zur Folge, daß beim öffnen des Stichlochs das zum Aufbohren benutzte Bohrwerkzeug durch das in der Endphase des Bohrens austretende flüssige Metall beschädigt und für eine weitere Verwendung unbrauchbar wird. Bei den früher zum Verschließen des Stichlochs benutzten Stopfmassen konnten einfache und verhältnismäßig billige Bohrwerkzeuge zum Aufbohren des Stichlochs benutzt werden, so daß der Verlust des Werkzeugs noch tragbar erschien. Die heutige Entwicklung der Hochofentechnik, insbesondere der Trend zum Großhochofen, macht jedoch die Verwendung wesentlich haltbarer Stichlochmassen erforderlich. Diese Stopfmassen besitzen nach ihrer Verfestigung eine solche Härte, daß sie mit einfachen und daher billigen Bohrwerkzeugen nicht mehr geöffnet werden können oder das Bohren eine nicht vertretbare Zeit in Anspruch nimmt.
- Die Verwendung hochwertiger, den äußerst harten Stichlochmassen gewachsener Bohrwerkzeuge verbietet sich jedoch aus wirtschaftlichen Gründen, da das Bohrwerkzeug beim Durchbohren des Stichlochs, von dem in das Bohrloch eindringenden Metall beschädigt wird. Die Bohrer können daher nur einmal benutzt werden, was in Anbetracht der hohen Kosten für einen hochwertigen Bohrer nicht zu vertreten ist.
- Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht nun darin, die vorerwähnten Schwierigkeiten beim öffnen des Stichlochs von Schachtöfen zu beheben und insbesondere ein Verfahren mit der zugehörigen Vorrichtung zu entwickeln, mit dem sich das Stichloch bei normalen Werkzeugkosten in kürzester Frist aufbohren läßt.
- Die Lösung der Aufgabe besteht darin, daß das Bohren in zwei Phasen erfolgt, indem das Stichloch zunächst mit einem hochwertigen, vorzugsweise einem Kronenbohrer vorgebohrt und alsdann, d. h., wenn die Bohrstrecke bis in eine dem Einfluß des heißen Metalls unterliegende Tiefe vorgetrieben ist, mit einem billigen Werkzeug bis zum Austritt des flüssigen Metalls fertiggebohrt wird. Auf diese Weise wird das Stichloch über den größten Teil seiner Länge mit dem hochwertigen Werkzeug schnell vorgetrieben, während der letzte und für das Werkzeug gefährliche Teil des Stichlochs mit einem einfachen und billigen Werkzeug, beispielsweise einer einfachen Stange, aufgebohrt wird. Vorzugsweise erfolgt dabei das Vorbohren mit dem hochwertigen Werkzeug bis zur beginnenden Rotglut der austretenden Stichlochmasse.
- Um das Bohren in zwei Phasen durchführen zu können, besteht die Vorrichtung nach der Erfindung aus zwei, auf einer gemeinsamen, verfahrbaren Transportvorrichtung nebeneinander angeordneten und nacheinander zu betreibenden Bohrmaschinen. Mit dieser Vorrichtung ist es ohne einen im Bereich des bereits weitgehend aufgebohrten Stichlochs gefährlichen Werkzeugwechsel von Hand möglich, nach dem Bohren mit der das hochwertige Werkzeug tragenden ersten Bohrmaschine die zweite Bohrmaschine in die verlängerte Stichlochachse zu bringen und sofort das andere Bohrwerkzeug zum völligen Aufbohren des Stichlochs bis zum Austritt des flüssigen Metalls in das Stichloch einzufahren. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann jedoch auch so ausgebildet sein, daß die Tragvorrichtung für die Bohrlafetten drehbar an einem Stempel hängt, der in einer lotrecht zur Abstichrinne angeordneten Rohrsäule teleskopartig geführt ist. Auf diese Weise kann die erfindungsgemäße Bohrvorrichtung nach dem Aufbohren durch einfaches Hochfahren aus dem Bereich des Stichlochs gebracht werden.
- Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend an Hand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele von Vorrichtungen zum Öffnen des Stichlochs von Schachtöfen des näheren erläutert. In der Zeichnung zeigt F i g. 1 die Seitenansicht einer Vorrichtung nach der Erfindung, F i g. 2 eine Draufsicht auf die in F i g. 1 dargestellte Bohrvorrichtung und F i g. 3 eine Bohrvorrichtung nach der Erfindung mit teleskopartiger Aufhängung.
- Bei der Vorrichtung nach den F i g. 1 und 2 ist in einer Tragsäule 4 ein horizontal verfahrbarer Ausleger 5 befestigt, an dessen vorderem Ende ein Tragbügel 6 drehbar gelagert und durch ein Spannschloß 7 sowie einen Hebel 8 in der Waagerechten verstellbar ist. Mit dem Tragbügel 6 sind über Spindeln 9 und 11 Lager 12 und 13 verbunden, in denen Bohrlafetten 14,15 ruhen. Mit den Spindeln 9,11 können die Bohrlafetten 14,15 in jede beliebige Schrägstellung in bezug auf die Horizontale gebracht werden. Die beiden nebeneinanderliegenden Bohrlafetten 14,15 tragen durch Vorschubmotoren 16,17 in den Lafetten axial verschiebbare Bohrgeräte 18, 19. Dabei dient das auf der Lafette 15 ruhende und mit einem Kronenbohrer ausgestattete Bohrgerät für das Vorbohren des Stichlochs. Sobald der Kronenbohrer nun in den gefährlichen Bereich des Mauerwerks gelangt, d. h. bei beginnender Rotglut der austretenden Stichlochmasse, wird die Lafette 15 bzw. das Bohrgerät 19 durch den Vorschubmotor 17 zurückgefahren und verschiebt die Kolbenstange eines Zylinders 20, die Tragvorrichtung 6 so weit, bis die Lafette 14 mit dem billigeren Bohrwerkzeug in der Stichlochachse liegt und ihre Arbeitsstellung eingenommen hat (F i g. 2). Mit dem auf der Lafette 14 ruhenden Bohrgerät 18 wird dann das Stichloch durchgebohrt. Nach dem Öffnen des Stichlochs verschiebt der Zylinder 20 die Tragvorrichtung 6 mit den beiden Bohrlafetten 14, 15 in die strichpunktierte Ruhestellung (F i g. 2).
- Bei dem in F i g. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Tragbügel 6 mit den Bohrlafetten 14,15 am Ende eines rohrförmigen Stempels 21 angeordnet, der sich in einem senkrecht über der Abstichrinne befindlichen Rohr 22 teleskopartig auf und ab bewegen läßt. Die Bewegung aus der Bohrstellung in die über der Abstichrinne liegende Ruhestellung (in F i g. 3 gestrichelt gezeichnet) erfolgt durch ein bei 23 am Führungsrohr 21 angreifendes Hubwerk. Im übrigen entspricht die Vorrichtung nach Fi g. 3 in ihren Einzelheiten dem in den F i g. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel.
- Der Vorschub der Bohrmaschinen sowie das Ein-und Ausfahren ihrer Tragvorrichtung kann pneumatisch, hydraulisch oder auch elektrisch erfolgen. Wesentlich ist dabei, daß das Ausbohren des Stichlochs in zwei Phasen erfolgt und hierzu zwei maschinell ein- und ausfahrbare Bohrgeräte vorgesehen sind, die unmittelbar nacheinander in ihre Bohrstellung gebracht werden können.
Claims (4)
- Patentansprüche: 1. Verfahren zum Öffnen des Stichlochs von Schachtöfen, insbesondere von Hochöfen, durch Bohren, dadurch gekennzeichnet, daß das Bohren in zwei Phasen erfolgt, indem das Stichloch zunächst mit einem hochwertigen Bohrer vorgebohrt und alsdann bis zum Austritt des flüssigen Metalls mit einem billigen Bohrer fertiggebohrt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorbohren bis zur beginnenden Rotglut des Stichlochkanals erfolgt.
- 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch zwei auf einer gemeinsam verfahrbaren Tragvorrichtung (6) nebeneinander in Bohrlafetten (14, 15) angeordnete Bohrmaschinen, die nacheinander in die Achse des Stichlochkanals einfahrbar und mit qualitativ unterschiedlichen Bohrwerkzeugen ausgestattet sind.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragvorrichtung (6) für die Bohrlafetten (14,15) drehbar an einem Stempel (21) hängt, der in einer lotrecht zur Abstichrinne angeordneten Rohrsäule (22) teleskopartig geführt ist. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 647 762; deutsches Gebrauchsmuster Nr. 1777 854; französische Patentschrift Nr. 861976; britische Patentschrift Nr. 267 722; USA.-Patentschriften Nr. 1361103, 1534 838, 1916261.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED30496A DE1231272B (de) | 1959-04-21 | 1959-04-21 | Verfahren und Vorrichtung zum OEffnen des Stichlochs von Schachtoefen, insbesondere von Hochoefen, durch Bohren |
| BE582427A BE582427A (fr) | 1958-09-16 | 1959-09-07 | Dispositif pour ouvrir le trou de coulée de fours métallurgiques, de fours à cuve et de hauts fourneaux en particulier. |
| LU37660A LU37660A1 (de) | 1958-09-16 | 1959-09-15 | Vorrichtung zum Öffnen des Stichlochs metallurgischer Öfen,insbesondere von Schacht- und Hochöfen. |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED30496A DE1231272B (de) | 1959-04-21 | 1959-04-21 | Verfahren und Vorrichtung zum OEffnen des Stichlochs von Schachtoefen, insbesondere von Hochoefen, durch Bohren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1231272B true DE1231272B (de) | 1966-12-29 |
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ID=7040523
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED30496A Pending DE1231272B (de) | 1958-09-16 | 1959-04-21 | Verfahren und Vorrichtung zum OEffnen des Stichlochs von Schachtoefen, insbesondere von Hochoefen, durch Bohren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1231272B (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2341651A1 (fr) * | 1976-02-20 | 1977-09-16 | Wurth Anciens Ets Paul | Machine de forage de trous de coulee |
| EP0018347A1 (de) * | 1979-03-02 | 1980-10-29 | Vereinigte Edelstahlwerke Aktiengesellschaft (Vew) | Abstichvorrichtung für einen Hochofen |
| EP0041942A1 (de) * | 1980-06-06 | 1981-12-16 | Vereinigte Edelstahlwerke Aktiengesellschaft (Vew) | Verfahren zum wechselweisen Verschliessen und Öffnen des Stichloches metallurgischer Öfen, insbesondere von Hochöfen |
Citations (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US1361103A (en) * | 1920-05-19 | 1920-12-07 | Thomas T Scott | Furnace-tapping machine |
| US1534838A (en) * | 1921-01-03 | 1925-04-21 | Edgar E Brosius | Blast-furnace tapping apparatus |
| US1916261A (en) * | 1933-07-04 | giese | ||
| DE647762C (de) * | 1930-10-29 | 1937-07-12 | August Thyssen Huette Akt Ges | Vorrichtung zum Ein- und Ausschwenken einer Stichlochstopfmaschine |
| DE1777854U (de) * | 1958-09-16 | 1958-11-20 | Walter Horn | Vorrichtung zum oeffnen von stichloechern an hochoefen. |
-
1959
- 1959-04-21 DE DED30496A patent/DE1231272B/de active Pending
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