DE1230199B - Verfahren zur Herstellung von Schaumstoffolien - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von SchaumstoffolienInfo
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- C08J9/04—Working-up of macromolecular substances to porous or cellular articles or materials; After-treatment thereof using blowing gases generated by a previously added blowing agent
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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- B29C44/20—Shaping by internal pressure generated in the material, e.g. swelling or foaming ; Producing porous or cellular expanded plastics articles for articles of indefinite length
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
B29d
Deutsche KL: 39 a3- 27/00
Nummer: 1230199
Aktenzeichen: C25058X/39a3
Anmeldetag: 13. September 1961
Auslegetag: 8. Dezember 1966
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Schaumstoffolien aus
einem Lösungs- bzw. Quellmittel sowie feste, in der Wärme Gase abgebende Treibmittel enthaltendem,
aufschäumbarem, thermoplastischem Kunststoff.
Es ist bekannt, Schaumstoffolien aus Schaumstoffblöcken durch Schneiden, Schälen oder Sägen herzustellen.
Dieses Verfahren gewinnt jedoch erst bei der Herstellung von Folien mit mehr als 2 mm Stärke in
zunehmendem Maße technische und wirtschaftliche Bedeutung, während die Herstellung von Schaumstoffolien
unter lmm Stärke nur unter erheblichen verfahrenstechnischen Schwierigkeiten möglich und
außerdem stark vom Material abhängig ist. Ganz allgemein zeigt das Verfahren den bedeutenden Nachteil,
daß durch die Auftrennung größerer Blöcke das Zellgefüge beschädigt wird, wodurch bei geschlossenzelligen
Schaumstoffen je nach Porengröße und Folienstärke gemischte bzw. offenzellige Schaumstoffe
erhalten werden. Zum anderen fallen bei der Auftrennung durch Sagen erhebliche Mengen Verschnitt
an, die zumeist nicht weiterverwendbar sind und besonders bei Folien geringerer Stärke den Preis stark
heraufsetzen.
Weiter ist es bekannt, treibmittelhaltiges Polystyrol auf Extrudern nach dem sogenannten Folienblasverfahren
zu feinzelligen Schaumstoffolien mit hohem Oberflächenglanz kontinuierlich zu verarbeiten. Nach
dem derzeitigen Stand der Technik können dabei Folien von 0,25 bis 0,75 mm Stärke hergestellt werden.
Die Nachteile dieses Verfahrens bestehen einmal in der Eingrenzung der Folienstärke auf 0,25
bis 0,75 mm, dann in der verhältnismäßig geringen, durch den Extruder bedingten Ausstoßleistung und
schließlich in der starken Abhängigkeit des Ausstoßes (Quadratmeter pro Stunde) von der Folienstärke.
Weiter läßt dieses Verfahren kaum eine Beeinflussung der Zellstruktur zu, so daß es nicht möglich
ist, etwa durch Vergrößerung der Zellen transparente Schaumstoffolien zu erhalten. Darüber hinaus
läßt sich die biaxiale Orientierung, die zur Gewährleistung von in sämtlichen Richtungen einheitlichen
Festigkeitswerten der Schaumstoffolien erforderlich ist, nach dem beschriebenen Verfahren
nur unter großen Schwierigkeiten erreichen.
Schließlich ist ein Verfahren zum Herstellen von mikroporösen Folien aus thermoplastischen Stoffen,
die mit wieder entfernbaren porenbildenden Feinstoffen und einem die Feinstoffe nicht angreifenden
Lösungsmittel vermischt sind, bekannt, wobei das Mischgut zu Folien verformt wird, die porenbildenden
Feinstoffe nach dem Austreiben des Lösungs-Verfahren
zur Herstellung von
Schaumstoffolien
Schaumstoffolien
Anmelder:
Chemische Werke Hüls Aktiengesellschaft, Mari
Als Erfinder benannt:
Hans Grothoff, Gelsenkirchen-Buer
mittels wieder entfernt und die Folien getrocknet werden. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Folien nach dem vollständigen oder teilweisen Austreiben des Lösungsmittels, jedoch vor dem
Entfernen der Feinteilchen, einer solchen mechanischen Bearbeitung, z. B. durch Kalandern oder
eine Streckbehandlung, unterworfen werden, daß die Folienstärke vermindert wird und andere Dimensionen
vergrößert werden. Bei diesem Verfahren muß das Treibmittel in jedem Fall wieder entfernt werden.
Es wurde nun gefunden, daß sich Schaumstofffolien aus einem Lösungs- oder Quellmittel sowie
feste, in der Wärme Gase abgebende Treibmittel enthaltenden, aufschäumbaren, thermoplastischen Kunststoff
unter Vermeidung der aufgezeigten Nachteile, insbesondere ohne die verwendeten Treibmittel wieder
entfernen zu müssen, in einfacher Weise herstellen lassen, wenn der treibmittelhaltige Kunststoff
zunächst bei Raumtemperatur durch Walzen zu Folien verformt, von den darin enthaltenen Lösungsbzw. Quellmitteln durch Wärmeeinwirkung, gegebenenfalls
im Gegenstrom geführte Warmluft, weitestgehend befreit, danach durch Eintauchen in ein auf
Temperaturen von 70 bis 120° C erhitztes Flüssigkeitsbad aufgeschäumt, dann über Walzen geglättet
und anschließend getrocknet wird.
Die aufschäumbaren, thermoplastischen, feste, in der Wärme Gase abgebende Treibmittel enthaltenden
Kunststoffe werden vorzugsweise in der Weise hergestellt, daß man das Treibmittel in gelöster Form
mit dem Kunststoff intensiv mischt, durch Zumischen von Flüssigkeiten, die das Treibmittel kaum bzw. gar
nicht lösen, jedoch mit dem Lösungsmittel des Treibmittels mischbar sind und die als Lösungsmittel bzw.
Lösungs- und Quellmittel auf den Kunststoff wirken, das Treibmittel feinkörnig und homogen in dem
Kunststoff-Lösungsmittel-Gemisch ausfällt, aus dem
, ··. ..-.-; : . ·;· C. 609 730/379
nach vollständiger Auflösung des Kunststoffes die Lösungsmittel bzw. Lösungs- und Quellmittel entfernt
werden. Unter thermoplastischen Kunststoffen sind dabei insbesondere solche zu verstehen, die in
einem vorzugsweise unter 100° C siedenden Lösungsmittel bzw. einer Kombination aus Lösungs- und
Quellmittel löslich bzw. anlösbar sind und im plastischen Zustand über ein gutes Fließverhalten verfügen,
wie dies z. B. bei Polystyrol, gewissen Polyamiden und Cellulosederivaten der Fall ist. Als Treibmittel
sind Verbindungen geeignet, die in der Wärme Gase abgeben, wie Ammoniumcarbonat, Ammoniumhydrogencarbonat,
Natriumhydrogencarbonat oder Azoverbindungen.
Die Verformung des thermoplastischen Kunststoffes zu Folien erfolgt auf Walzen bzw. einem Kalander
vorzugsweise bei Raumtemperatur. Der Lösungs- bzw. Quellmittelgehalt soll dabei jeweils
der für die Verformung optimalen Plastizität des Thermoplasten angepaßt sein. Die Temperaturen der
vorzugsweise im Gegenstrom geführten Warmluft richten sich nach den Siedepunkten der verwendeten
Lösungs- bzw. Quellmittel, nach den Zersetzungspunkten des Treibmittels und nach der thermischen
Stabilität der Kunststoffe. Sie dürfen jedoch nur so hoch sein, daß bei der Entfernung der Lösungs- bzw.
Quellmittel eine Zersetzung der Treibmittel nur in untergeordnetem Maße eintritt. Nach Entfernung der
Lösungs- bzw. Quellmittel, gegebenenfalls unter Vakuum, wird die Kunststoffolie je nach der Zersetzungstemperatur
des Treibmittels auf Temperaturen von 70 bis 120° C erwärmt. Nach der eigentlichen
Aufschäumung wird die Kunststoffolie diskontinuierlich zwischen polierten Platten oder vorzugsweise
kontinuierlich über Walzen geglättet.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich besonders vorteilhaft in der nachfolgend beschriebenen
und in der Abbildung wiedergegebenen Vorrichtung durchführen.
Aus dem Vorratsbehälter 1 wird der vorzugsweise wie oben beschrieben hergestellte Kunststoff durch
eine Fördereinrichtung, beispielsweise durch eine Schnecke 2, zur Verformung auf die als Kalander
wirkenden, gekühlten Walzen 3 transportiert. Dabei sind an den Kalander selbst keine hohen Anforderungen
zu stellen, zumal der von den Walzen aufzunehmende Verformungsdruck, der durch die in
ihrer Zähigkeit und Walzbarkeit beliebig einstellbaren Kunststoffmassen gegeben ist, im Vergleich zu
der Verarbeitung von Gummimischungen oder von Thermoplasten in der Wärme selbst bei sehr dünnen
Folien gering ist. So sind schon einfache, kühlbare Abzugs- bzw. Glättwalzen ohne weiteres geeignet.
Die aus den Walzen 3 abgezogenen weichen Folien laufen auf ein mit dem Kalander verbundenes Förderband 4, das zweckmäßigerweise zur allseitigen Belüftung
der Folien als Sieb ausgebildet ist. Die genügend erhärtete Folie kann jedoch auch ohne
Schwierigkeiten frei, d. h. ohne Förderband als Unterlage abgezogen werden. In dem von der Folie
durchlaufenen Trockenraum 5 wird nun die ausgewalzte Folie von ihrem Lösungs- und Quellmittelanteil
durch in Gegenrichtung zum Folienlauf geführte vorgewärmte Luft weitestgehend befreit. Zur
Vermeidung von Lösungsmittelverlusten ist der Trockenraum 5, der Kalander 3 und das Förderband
4 dicht abgeschlossen und mit einer Lösungsmittelrückgewinnungsanlage
6 verbunden. Die Trocknungszeit hängt stark von der Folienstärke, ab. So ist
es besonders bei der Herstellung von stärkeren Folien zweckmäßig, zur Aufrechterhaltung einer von der
Folienstärke abhängigen Ausstoßleistung den Weg der Folie im Trockenraum 5 beliebig variabel zu
ίο halten — etwa durch wechselseitige Umlenkung in
der Vertikalen. Nach weitestgehender Befreiung vom Lösungs- bzw. Quellmittel wird die Folie zur Aufschäumung
durch ein beispielsweise mit Wasser von 70 bis 100° C gefülltes Heizbad 7 geleitet. Durch den
bei der Aufschäumung verursachten Längen- und Flächenzuwachs der Schaumstoffolie muß die Abzugsgeschwindigkeit
gegenüber der Walzgeschwindigkeit des Kalanders erhöht werden. Gleichzeitig ist die
Folie unter leichter Spannung zu halten, um ein Krausem zu vermeiden. Das Glätten der Folie kann
auf verschiedene Weise erfolgen. Besonders zweckmäßig ist es, die heiße Folie sofort nach Verlassen
des Wasserbades 7 durch die gekühlten, polierten Abzugs- und Glättwalzen 8 laufen zu lassen. Der von
den Walzen ausgeübte Druck muß dabei so eingestellt werden, daß einerseits ein befriedigender Oberflächeneffekt
erzielt wird und zum anderen die Dichte des Schaumes nicht allzu sehr verändert wird. Ferner
ist es möglich, die kalte Schaumstoffolie mit hoher Geschwindigkeit durch polierte, über 120° C geheizte
Walzen laufen zu lassen, so daß nur die Oberfläche angeschmolzen und dadurch geglättet wird. Das den
Folien anhaftende, durch das Glätten nicht entfernte Wasser wird in dem Trockenkanal 10 mit Warmluft
von weniger als 100° C entfernt. Anschließend wird die Folie aufgerollt bzw. in die gewünschte Größe
geschnitten.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es in einfacher Weise möglich, wegen der geringen Walzenbelastung
breite Schaumstoffolien in sehr geringen Stärken herzustellen. Durch die bei der Expansion
in allen Richtungen erfolgte Reckung des Materials werden eine triaxiale Orientierung und somit optimale
Festigkeitswerte erreicht.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Schaumstofffolien aus einem Lösungs- bzw. Quellmittel sowie feste, in der Wärme Gase abgebende Treibmittel enthaltenden, aufschäumbaren, thermoplastischen Kunststoff, dadurch gekennzeichnet, daß der treibmittelhaltige Kunststoff zunächst bei Raumtemperatur durch Walzen zu Folien verformt, von den darin enthaltenen Lösungs- bzw. Quellmitteln durch Wärmeeinwirkung, gegebenenfalls im Gegenstrom geführte Warmluft, weitestgehend befreit, danach durch Eintauchen in ein auf Temperaturen von 70 bis 120° C erhitztes Flüssigkeitsbad aufgeschäumt, dann über Walzen geglättet und anschließend getrocknet wird.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 1 010 267.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen609 730/379 11.66 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEC25058A DE1230199B (de) | 1961-09-13 | 1961-09-13 | Verfahren zur Herstellung von Schaumstoffolien |
| FR908747A FR1333302A (fr) | 1961-09-13 | 1962-09-06 | Procédé et dispositif de fabrication de feuilles en substance mousseuse |
| GB3479062A GB1016714A (en) | 1961-09-13 | 1962-09-12 | A method of producing foamed sheet material and apparatus for performing the same |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEC25058A DE1230199B (de) | 1961-09-13 | 1961-09-13 | Verfahren zur Herstellung von Schaumstoffolien |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1230199B true DE1230199B (de) | 1966-12-08 |
Family
ID=7017800
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC25058A Pending DE1230199B (de) | 1961-09-13 | 1961-09-13 | Verfahren zur Herstellung von Schaumstoffolien |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1230199B (de) |
| GB (1) | GB1016714A (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1010267B (de) * | 1952-07-17 | 1957-06-13 | Chloride Electrical Storage Co | Verfahren zum Herstellen von mikroporoesen Folien od. dgl. aus thermoplastischen Stoffen |
-
1961
- 1961-09-13 DE DEC25058A patent/DE1230199B/de active Pending
-
1962
- 1962-09-12 GB GB3479062A patent/GB1016714A/en not_active Expired
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1010267B (de) * | 1952-07-17 | 1957-06-13 | Chloride Electrical Storage Co | Verfahren zum Herstellen von mikroporoesen Folien od. dgl. aus thermoplastischen Stoffen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB1016714A (en) | 1966-01-12 |
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